Archiv Aktuelles 2002 - 2010

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"Praktikum für die Umwelt 2009" im Harz erfolgreich beendet - Ausschreibung 2010 läuft

Atemberaubende Wälder, bizarre Felslandschaften, tiefe Schluchten, Seeadler, Luchs und Wildkatze - all das gibt es noch in deutschen und europäischen Nationalparken. Junge Menschen, die Einblicke in diese einmaligen Naturlandschaften bekommen möchten, waren auch für 2009 wieder aufgerufen, sich für ein "Praktikum für die Umwelt" zu bewerben. Während eines drei- bis sechsmonatigen Praktikums unterstützen jedes Jahr etwa 50 Studenten deutsche Großschutzgebiete und auch einen tschechischen Nationalpark in der Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Bewerben konnten sich Studenten aller Fachrichtungen in insgesamt 24 Schutzgebieten zwischen Wattenmeer, Sächsischer Schweiz und Alpen. Die Kosten für die Unterkunft und ein monatliches Praktikumsgehalt übernimmt der Nationalpark-Förderer Commerzbank, für die fachliche Betreuung sorgt der Kooperationspartner EUROPARC Deutschland, der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Voraussetzung für eine Teilnahme sind Interesse an Ökologie und Öffentlichkeitsarbeit sowie Freude am Umgang mit Menschen. Derzeit läuft bereits die Ausschreibung für das neue Praktikumsjahr - Bewerbungsfrist ist der 15.1.2010. Alle Infos und Unterlagen finden sich in www.praktikum-fuer-die-umwelt.de

In diesem Jahr waren im Nationalpark Harz vier junge Naturwissenschaftler aktiv: die Biologen Stephanie Beyer, Konrad Nickschick und Nicola Seitz sowie der Geograph Frank Königstein.

Stephanie Beyer ist frisch gebackene Diplom-Biologin mit Schwerpunkt Ökologie und Naturschutz. Geboren wurde sie in Hof an der Saale in Oberfranken. Nach dem Abitur reiste sie für ein halbes Jahr als WWOOFer (Willing Worker On Organic Farms) durch Australien, um etwas von der Welt kennen zu lernen. Der Wunsch, Biologie zu studieren, war schon immer vorhanden, jedoch entschied sie sich vorerst für eine solide Ausbildung zur Biologisch-Technischen Assistentin. Nachdem sie zwei Jahre an der Universität Erlangen als BTA gearbeitet hatte, setzte sich der Wunsch nach "mehr" durch. Vor allem Zoologie und Ökologie hatten es ihr angetan und so zog es sie an die Georg-August Universität zu Göttingen. Im Laufe des Studiums von 2002 bis 2008 absolvierte sie ein Auslandsjahr an der Lincoln University in Neuseeland mit dem Schwerpunkt Naturschutz. Hier wurde ihr bewusst, wie sehr es ihr am Herzen liegt, sich für die Natur einzusetzen. Ihrer Meinung nach ist langfristiger Naturschutz nur dann möglich, wenn es dafür ein Bewusstsein in der Bevölkerung gibt. So bewarb sie sich auf das Umweltbildungs-"Praktikum für die Umwelt" im Nationalpark Harz. Dieser Ort war ihr aus zwei Gründen wichtig: Zum einen zog es sie wieder in ein Mittelgebirge, zum anderen sieht sie den Nationalpark als spannende Herausforderung und Chance an, Menschen für die Vorgänge in der "Wildnis" zu sensibilisieren und gleichzeitig Flora und Fauna ein relativ ungestörtes Refugium zu bieten. Das Praktikum, das sie im Regionalen Umweltbildungszentrum Nationalpark Harz mit Schwerpunkt Haus der Natur Bad Harzburg und ergänzend im neuen Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus absolvierte, stellte für sie die Möglichkeit dar, konkrete Vorstellungen von der Umsetzung der Umweltbildung im Nationalpark zu erhalten, um auch in Zukunft eigene Ideen mit einzubringen zu können. "Durch das stark technikgeprägte Leben in der Stadt haben heutzutage viele Menschen den Kontakt zur Natur verloren. Sie vergessen so langsam, wie wichtig intakte Ökosysteme in vielerlei Hinsicht für uns sind. Wenn ich ihnen die Vorgänge in der "Wildnis" nur ein bisschen näher bringen kann, habe ich schon viel erreicht. Daher sehe ich die Arbeit aller Mitwirkenden in der Umweltbildung, einschließlich der Commerzbank-Praktikanten, als wichtige Investition in die Zukunft an", so die engagierte Biologin.

Nicola Seitz studierte ab 2005 an der Hochschule Bremen Biologie ("Internationaler Studiengang für Technische und Angewandte Biologie") und schloss dort im Februar 2009 mit dem Bachelor ab. Ihr Studienschwerpunkt lag auf der Umweltbiologie. Während des Studiums legte sie ein Auslandsjahr in Brasilien ein und studierte dort ein halbes Jahr an der Bundesuniversität von Pernambuco in Recife und absolvierte ein weiteres halbes Jahr ein Praktikum in einem Projekt für Umweltbildung und Ökotourismus, ebenfalls in Recife bzw. an der Südküste Pernambucos (Betreuung durch die Bundesuniversität von Pernambuco). Bevor sich ein Master an den Bachelorstudiengang anschließen sollte, wollte sie gern Berufserfahrungen sammeln und praxisbezogen arbeiten. Am Praktikum schätzte sie, einen Einblick in die Organisation und die alltäglichen Abläufe des Nationalparks zu bekommen - auch als Hilfe, eine persönliche Nische im Berufsfeld Naturschutz finden. Im Oktober nahm sie einen Masterstudiengang auf.

Konrad Nickschick ist gebürtiger Wernigeröder, wo er zur Schule ging und auch seinen Zivildienst ableistete. Von 2001 bis 2007 studierte er Biologie an der Universität Rostock und schloss als Diplombiologe mit Schwerpunkt Botanik ab. Diverse Auslandsaufenthalte, Exkursionen und Praktika in Amerika, Afrika, Ost- und Nordeuropa rundeten das Studium ab. Das Studium der Biologie war ihm wichtig - er hatte von Anfang an nie etwas anderes vor. "Natur macht glücklich" - so sein Credo. Diese Liebe hat er sich erhalten und will damit wenn möglich andere Menschen anstecken, ohne sie zu "quälen". Für das Praktikum für die Umwelt entschied er sich, weil es im Ansatz die Synthese zwischen dem Machbaren und dem Notwendigen bezogen auf Naturschutz realisiert. Diese Idee möchte er weitergeben und weiterentwickeln, auch und gerade als Beruf und wählte er das Praktikum als Einblick und möglicherweise als Einstieg. Sein Tätigkeitsschwerpunkt war der Raum Wernigerode - Drei-Annen-Hohne, wo er zahlreichen Schulklassen und anderen Gruppen die Geheimnisse der sagenumwobenen Bergwildnis am Fuße des Brockens näher brachte.

Frank Königstein resümierte sein Praktikum so: "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe eine Menge gelernt". Der 25jährige Hesse studiert in Frankfurt/M. Physische Geografie und hat im August und September ein "Praktikum für die Umwelt" in Sankt Andreasberg absolviert - im Nationalpark-Bildungszentrum und im Nationalparkhaus. Das Durchführen von Naturerlebnisexkursionen für Schulklassen war dabei eine ganz neue Erfahrung für den Studenten und nur ein Teil seines Aufgabenbereiches. Gemeinsam mit dem Nationalpark-Team hat er zahlreiche Veranstaltungen geplant, vorbereitet und auch durchgeführt. Zwischendurch gab es aber auch viele Gelegenheiten, andere Einrichtungen und Arbeitsbereiche des Nationalparks kennenzulernen und Vorträge zu besuchen. "Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich in den zwei Monaten so viel erleben und lernen würde", freut sich Königstein und bedauert zugleich, dass die Zeit im Nationalpark schon zu Ende geht. Auch Walter Wimmer, Leiter des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg, zeigte sich sehr zufrieden: "Wir sind der Commerzbank dankbar, dass sie das "Praktikum für die Umwelt" unterstützt, denn diese durchweg sehr motivierten Praktikanten sind eine wichtige Stütze unserer Arbeit."

Das mit dem Internationalen Sponsoring-Award und von der UNESCO ausgezeichnete Projekt führen die Commerzbank und EUROPARC Deutschland gemeinsam durch. Bisher haben über 1.000 Praktikanten ihr Wissen in die Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate eingebracht und dabei einzigartige Erfahrungen gesammelt. Für viele war es der Einstieg in ihr Berufsleben. Unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de gibt es weitere Informationen.


WaldWandelWeg Torfhaus - neuer Themenpfad eröffnet

Die Harzer Wälder sind im Wandel. Klimawandel und seine Folgen wie Orkane oder Sommertrockenheit machen der Fichte zu schaffen. Leichtes Spiel für den Borkenkäfer. Beim Anblick von Kahlflächen oder toten Bäumen stellen wir uns die Frage „Wie wird der Harzer Wald der Zukunft aussehen?“

Als Beitrag zur Antwort auf diese Frage kommt nun eine neue Besuchereinrichtung des Nationalparks Harz hinzu. In den vergangenen Monaten wurde der neue „WaldWandelWeg“ am Schubenstein bei Torfhaus fertiggestellt und am 24. August 2009 durch den Nationalparkleiter Andreas Pusch seiner Bestimmung übergeben. Hier sollen nicht nur die Besucher des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus sondern auch alle zufällig vorbeikommenden Wanderer dazu angeregt werden, die dynamische Waldentwicklung im „Urwald von morgen“ hautnah zu erleben. Das emotional besetzte Thema des Absterbens alter Fichten infolge der Massenvermehrung des Borkenkäfers wird hier sachlich moderiert.

Der Pfad ist ein Gemeinschaftsprojekt – er wurde vom Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus konzipiert, von der Revierförsterei Torfhaus und der Nationalpark-Werkstatt Oderhaus gebaut und mitfinanziert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Auf ca. 180 Metern Länge werden mittels attraktiv gestalteter Informationstafeln Informationen gegeben, die hiesigen Borkenkäferaktivitäten, ihre biologischen Hintergründe, aktuelle Fragen der Borkenkäferentwicklung und der Zukunft des Waldes sowie die Ursachen für diese Entwicklung dargestellt.

„Dem ´Wind-Sturm´ folgt ein ´Käfer-Sturm´ “ – das ist auf einer der Info-Tafeln zu lesen, die künftig Besucher neugierig machen soll. Was verbirgt sich hinter dieser Aussage? Oberhalb von etwa 800 m Höhe befindet sich der natürliche Lebensraum der Fichte. Dem rauen Klima widersteht sie in diesen Höhenlagen. Unterhalb von 800 m wächst sie zwar auch, wird aber zunehmend durch Sommertrockenheit beeinträchtigt. Im Falle eines Windwurfes profitiert der Fichtenborkenkäfer ebenfalls vom milderen Klima der mittleren Höhenlagen. Massenhaft umgeworfene und absterbende Fichten ermöglichen eine sprunghafte Vermehrung des Borkenkäfers. Dieser Vielzahl können sich dann auch viele der stehenden Fichten nicht mehr erwehren. Dem „Wind-Sturm“ folgt somit ein „Käfer-Sturm“. Aber: „Kein Grund zur Sorge“, so Nationalparkleiter Andreas Pusch: „Am Ende steht nicht ein toter Wald, sondern sprießendes Leben aus jungen Fichten, Ebereschen, Weiden und Birken.“


Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am Brocken prominent eröffnet

Der Harz ist um ein Kleinod reicher: als „Trittstein in die Wildnis“ bietet das neue Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am Brocken Ein- und Ausblicke in die Wald-Wildnis des Nationalparks Harz, des ersten länderübergreifenden Nationalparks Deutschlands. Das Haus steht nun mit seiner modernen und interaktiven Ausstellung allen Besucherinnen und Besuchern offen. Am 26. Mai 2009 wurde dieser neue Besuchermagnet durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff und die Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt Petra Wernicke in Anwesenheit zahlreicher weiterer Gäste aus Politik, Verwaltungen, Nationalpark Harz und der Region seiner Bestimmung übergeben. Seitdem ist auch der neue Film „Auf dem Goetheweg zum Brocken“ im Nationalpark-Kino zu sehen und erfreut sich bereits regen Interesses.

Das Besucherzentrum TorfHaus am Beginn des Goetheweges bietet nicht nur Informationen aus erster Hand zum Nationalpark, zum Naturschutz und zu den Tieren und Pflanzen des Harzes. Gleichzeitig hält es Wissenswertes zur gesamten Tourismusregion Harz bereit. Im Shopbereich findet sich ein breites Angebot an Wanderkarten, Büchern, Andenken und vieles mehr.
„Wo geht es hier zum Brocken?“ oder „Wie schnell wächst ein Moor?“ sind nur einige der Fragen, die die Ausstellung des Besucherzentrums TorfHaus beantwortet. Das Chaospendel führt die Unberechenbarkeit der Naturdynamik der Waldwildnis vor Augen. Eine Drehscheibe zeigt die Vielfalt der deutschen Großschutzgebiete, und am Grünen Band steht der Besucher plötzlich dem Wolf Aug´ in Aug´ gegenüber. Im ersten Stock kann man am „Rad der Zeit“ drehen, bevor Goethe und Heine die Gäste im Nationalpark-Kino mitnehmen auf den „urdeutschesten“ aller Berge, den Brocken. Die kleinen Besucher des Hauses nimmt der rasende Reporter Boris Borkenkäfer an die Hand, erklärt ihnen die Natur im Harz und nimmt sie mit in seine Baumhöhle. Wer nach dem Besuch der Ausstellung ins Nachdenken gekommen ist, kann seine Meinung am Meinungsmonitor äußern und sehen, was andere Besucher zum Nationalpark oder zum Borkenkäfer zu sagen haben.

Das TorfHaus informiert über die vielfältigen touristischen Angebote der gesamten länderübergreifenden Nationalparkregion. Seit kurzem befindet sich im Besucherzentrum auch eine Tourist-Information mit Unterkunfts-Buchungsservice für die Samtgemeinde Oberharz und die Bergstadt Sankt Andreasberg in Kooperation mit der GLC Glücksburg Consulting AG.
Das Team des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus bietet eine breite Palette von Naturerlebnisveranstaltungen an. Angefangen von halbtägigen Führungen und Exkursionen, z.B. zum Moor oder entlang des Grünen Bandes, über mehrtägige Erlebnistage wie „Wildnis live!“ bis hin zu Wildniscamps, Bildungsurlauben und Fachexkursionen bleibt fast kein Wunsch unerfüllt. Sie können sogar mit Goethe picknicken – wenn Sie rechtzeitig einen Termin vereinbaren.

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus wird in einem Trägerverbund von BUND-Landesverband Niedersachsen e.V., Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN) und Samtgemeinde Oberharz in enger Kooperation mit dem Nationalpark Harz betrieben.
Zur Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projektes bedurfte es der fein abgestimmten Zusammenarbeit zahlreicher Akteure und Beteiligter: Das Grundstück gehört der Torfhaus Verwaltungs-GmbH (Firmengruppe Lüder, Hildesheim); GFN und BUND Niedersachsen besitzen das Erbbaurecht. Als Bauherr fungierte die GFN. Bauplanung und -ausführung erfolgten durch das Büro Richter Architekten, Braunlage. Es wurden zahlreiche heimische und regionale Firmen mit Gewerken beauftragt. Die Conversat Projektmanagement Consult GmbH, Berlin, übernahm die Projektsteuerung. Entwicklung und Gestaltung der Ausstellung wurden durch die Agentur SigNatur Umweltmedien, Göttingen, vorgenommen. Die Außenanlagen gestaltete der Landschaftsgartenbetrieb Wild-Wuchs - Gewachsene Gärten, Hardegsen.
Besuchen Sie uns mal!

Kontakt: Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, Torfhaus 38 B, 38667 Torfhaus, Tel. 05320/33 179-0, Fax -19, www.torfhaus.info , E-Mail post@torfhaus.info . Geöffnet täglich: April - Oktober 9 - 17 Uhr, November - März 10 - 16 Uhr.


Über den ersten  Borkenkäferpfad Deutschlands auf den Meineberg

Wie ein Wald neu entsteht, wie sich aus einer vermeintlichen Katastrophe Chancen für die Natur ergeben, wo der Borkenkäfer im Nationalpark Harz aktiv bekämpft wird und wo nicht erfahren Besucher des neu eröffneten Borkenkäferpfades in Ilsenburg. Als einmalig in Deutschland gilt diese Art der Aufklärung und soll damit Verständnis und Interesse der Gäste an der Natur und ihrer natürlichen Entwicklung im Nationalpark Harz wecken.

Die Wanderung ist ca. 3 km lang und dauert 2,5 Stunden. Sie beginnt am Südrand der Stadt Ilsenburg im wildromantischen Ilsetal an unserem Partnerbetrieb, dem Kurparkhotel Ilsenburg (http://www.kurparkhotel-ilsenburg.de). Durch dichte Buchenwälder geht es über den Zickzackweg hinauf auf den Meineberg, wo die Natur sich dem Gast ganz anderes präsentiert. Kahlflächen, abgestorbene Bäume und totes Holz prägen hier das Bild. Der Borkenkäfer hat ganze Arbeit geleistet. Doch wer genau hinschaut sieht, dass diese Fläche alles andere als tot ist. Unter den Überresten der Fichtenmonokultur entwickelt sich eine vielfältige Vegetation. Ein neuer Wald entsteht! Drei Erlebnisstationen mit attraktiven Informationstafeln zeigen entlang des Weges die hiesigen Borkenkäferaktivitäten, ihre biologischen Hintergründe und die Ursachen für diese Entwicklung.

Der Nationalpark Harz, in dem die Flächen des Meinebergs liegen, will mit dieser Initiative den Nationalparkgedanken näher bringen. Denn das Motto „Natur Natur sein lassen“ gilt hier in guten wie in schlechten Zeiten. Auch wenn der Borkenkäfer infolge von Fichtenmonokulturen und beschleunigt durch den Klimawandel große Schäden anrichtet, so gehört er doch auch zu den natürlichen Harz-Bewohnern.

Dass aus dieser Katastrophe auch Gutes entstehen kann, zeigt die Entwicklung auf dem Meineberg. Dieser Berg gehört zur sog. 500 m-Pufferzone, in der besonders aktive Käferbekämpfung durchgeführt wird, um das Übergreifen der Borkenkäfer auf Wälder außerhalb des Nationalparks zu verhindern. Doch schon innerhalb weniger Jahre wird hier ein vielfältiger gesunder Wald entstehen, der nicht durch Menschenhand geschaffen wurde.

Ob Saurer Regen, Borkenkäfer oder Kyrill - Naturkatastrophen gab es und gibt es immer wieder. Doch der Harz bietet weite Mischwälder, dichte Nadelwälder und bunte Bergwiesen, die die Natur zum Erlebnis werden lassen. So ist auch der Borkenkäferpfad nur ein Lehrpfad auf Zeit.

Ein Video zum Pfad mit einem Interview von Nationalparkleiter Andreas Pusch ist unter www.multimedia-journalist.com/?p=612 zu sehen.

Weitere Infos: Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode,
Tel. 03943 5502-0, Fax:  550237, Internet: www.nationalpark-harz.de

"Uns lässt der Klimawandel nicht kalt" -
Harzer Junior-Ranger nahmen am Klimawandel-Seminar im Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle teil


Was ist "Klimawandel" eigentlich? Welche Auswirkungen kann er auf unser tägliches Leben haben? Und in welchen Rahmen kann ich selber als Klimaschützer aktiv werden? Diesen Fragen kamen jüngst 12 Jugendliche aus den Harzer Nationalpark-Jugendgruppen  auf die Spur. Die Teilnehmerinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) aus dem Nationalpark Harz, Corinna Ehling, Birthe Kleber, Katharina Hesse sowie Susann Diercks, veranstalteten im Rahmen ihres FÖJ-Projekts das zweitägige Klimawandel-Seminar.

In der aktiven Form eines Geländespiels konnten die Junior-Ranger die weltweite Nachfrage fossiler Rohstoffe sowie deren Auswirkungen auf die globale Kohlendioxid-Bilanz nachempfinden. Außerdem konnten die jungen Klimaschützer mithilfe von Schuhkarton, Glasplatte und Thermometer das Phänomen Treibhauseffekt greifbar machen. Mithilfe von kleineren Vorträgen, aber auch viel praktischer Arbeit erforschten die FÖJlerinnen und Junior-Ranger Strategien für einen  klimaneutralen Lebensstil.

Das Seminar fand seinen Abschluss im "Klimafrühstück", bei dem nicht nur die Kohlendioxid-Bilanz der einzelnen Lebensmittel besprochen wurde ("Zu viel Fleisch ist Käse, zu viel Käse aber auch"). Es wurde auch darauf eingegangen, dass es umweltfreundlicher ist, seine Lebensmittel möglichst regional und saisonal zu kaufen. Natürlich wurde auch über das Erlebte gesprochen und das Wochenende konnte entspannt ausklingen.

Die kleinen Umweltschützer setzten auch sofort einen der besonders einfachen Tipps zum Klimaschutz um, indem sie die drei Kilometer vom Jugendwaldheim nach Braunlage zu Fuß wanderten. Und auf diesem heiteren Rückweg stellten alle fest: " Klimaschutz ist manchmal ganz einfach und macht dabei sogar Spaß!"


Ab in die Wildnis! Freie Plätze für das Freiwillige Ökologische Jahr -
Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus und Nationalparkhaus Sankt Andreasberg bieten noch Plätze an

Torfhaus - Sankt Andreasberg  Junge Leute zwischen 18 und 26, die sich für die Natur, Umwelt und Menschen interessieren, können sich auch dieses Jahr wieder für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) im Nationalpark Harz bewerben.

Die beiden großen Besuchereinrichtungen im niedersächsischen Harz, das Besucherzentrum TorfHaus und das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, bieten die Möglichkeit, nach der Theorie in der Schule erst einmal durchzuatmen und sich ein Jahr lang in der Praxis für Natur und Umwelt einzusetzen.

Zu den vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgaben der FÖJler gehört neben der Besucherbetreuung in der Ausstellung vor allem das selbständige Entwickeln und Durchführen von Naturerlebnisveranstaltungen mit Schulklassen und anderen Besuchergruppen. Dabei stehen den Teilnehmerinnen die erfahrenen Mitarbeiter der beiden Nationalparkeinrichtungen mit Rat und Tat zur Seite.

Eine wesentliche Bereicherung und Erweiterung des Horizonts stellen die FÖJ-Seminare dar, die die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz im Laufe des Jahres anbietet. So leistet das FÖJ einen wertvollen Beitrag für die berufliche Orientierung der jungen Leute.

Die Bewerbungszeit läuft bereits. Noch bis zum 31. Mai 2009 können die freien Stellen besetzt werden. Am 1. September beginnt dann das neue
Einsatzjahr. Während des FÖJ erhalten die Teilnehmenden ein monatliches Taschengeld, die Einsatzstellen stellen eine kostenlose Unterkunft bereit. Zudem zahlt das Land Niedersachsen Beiträge für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Rund 200 FÖJ-Plätze vermittelt die NNA in der kommenden Saison.

Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es bei der Alfred Toepfer-Akademie für Naturschutz NNA, Außenstelle Hildesheim, Am Flugplatz
16, 31137 Hildesheim, Tel. 05121-509-763 oder unter www.nna.de.

Konkrete Informationen zu den beiden Einsatzstellen gibt es auch unter www.torfhaus.info und www.nationalparkhaus-sanktandreasberg.de.


Mehr Schutz für Bode- und Selketal - Forderungen der Naturschutzverbände

Am 14.2.2009 trafen sich die Naturschutzverbände NABU, BUND, BNU, GFN und die IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg zu ihrer Jahrestagung in Wernigerode. Während der Diskussion über die Ergebnisse wurden folgende Defizite der Naturschutzarbeit des Landes im Landkreis deutlich, die als Resolution für die Öffentlichkeit formuliert wurden:

1. Der Schutz des Bodetals ist durch immer neue touristische "Events" gefährdet. Die Bestrebungen, eines der schönsten Harztäler immer mehr zu vermarkten haben dazu geführt, dass der Taleingang bei Thale gleicht  inzwischen einer "Rummelzone" gleicht. Die dringend erforderliche und mehrfach geplante Erweiterung dieses Naturschutzgebietes, eines der bedeutendsten deutschen Schutzgebiete stagniert seit den 1990er Jahren. Da die Betreuung des Gebietes durch eine Naturschutzstation seit 2003 nicht mehr gegeben ist, fehlt jegliche Kontrolle im Gebiet. Wir fordern die Wiederaufnahme des Verfahrens zur Erweiterung des Naturschutzgebietes "Bodetal", auf der Grundlage des seit 2003 beim Landesverwaltungsamt in Halle (Obere Naturschutzbehörde) vorliegenden Verordnungsentwurfes. Auf der Grundlage dieses Verordnungsentwurfes könnte aus unserer Sicht noch im Jahre 2009 die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange entsprechend erfolgen. Dabei sollen sich Naturschutz und nachhaltiger Tourismus keineswegs ausschließen. Der Naturschutz darf aber nicht weiter ins Hintertreffen gelangen!

2.Das Selketal zwischen Selkemühle und Meisdorf ist durch die vom Land geplante Überstauung in Hochwasserzeiten akut gefährdet. Die Naturschutzverbände haben mehrfach auf eine Vielzahl von Alternativen des notwendigen Hochwasserschutzes der Städte und Gemeinden im Harzvorland verwiesen, die jedoch von den Landesbehörden nie ernsthaft geprüft wurden. Wir fordern die Einstellung dieser Planungen, die zu bei Ausführung zur Vernichtung eines der schönsten Harztäler führen würde. Das Selketal ist eines der bedeutendsten Naturschutz- und Tourismusgebiete des Landes Sachsen-Anhalts, welches zugleich EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet ist, in dem sich eine Vielzahl wichtiger Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten befinden.

Rettet das Selketal - Aufruf zur DemonstrationRettet das Selketal - Aufruf zur Demonstration

3.Die Versammlung der Naturschutzverbände des Harzkreises und die Naturschutzfreunde aus Niedersachsen waren sich einig, dass eine Beschneiungsanlage im Nationalpark Harz den Zielen eines Nationalparks konträr gegenübersteht. Alle anwesenden Verbände und Bürgerinitiativen wenden sich daher an die Landesregierung in Niedersachsen und die Nationalparkverwaltung in Wernigerode, mit der Forderung auf eine künstliche Beschneiung mit Schneekanonen im Nationalpark (Gebiet Sonnenberg) zu verzichten.

Für die Naturschutzverbände und ehrenamtliche Naturschutzmitarbeiter des Landkreises Harz: Dr. Uwe Wegener, Halberstadt


Der Luchs - Ein alter Harzer ist zurück - Einladung zum 24.2.2009 nach Wernigerode

Am 24. Februar 2009 eröffnen das Harzmuseum Wernigerode und der Nationalpark Harz die gemeinsame Sonderausstellung "Der Luchs - Ein alter Harzer ist zurück". Die Eröffnungsveranstaltung beginnt um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses Wernigerode. Hierzu dürfen wir Sie herzlich einladen.

Herr Ole Anders, Koordinator des Luchsprojektes, wird an diesem Abend einen Vortrag halten mit dem Titel: "Keine Angst vor großen Katzen - Wie
der Luchs in den Harz zurückkehrt." Der Kammerchor des Rundfunkjugendchores Wernigerode unter der Leitung von Herrn Peter Habermann sorgt für die musikalische Untermalung. Im Anschluss kann die Ausstellung in den Räumen des Harzmuseums besichtigt werden.

Fast 200 Jahre hat es im Harz keine Luchse mehr gegeben. Am 17. März 1818 erlegte man das letzte Exemplar der größten europäischen Katzenart. Der Luchsstein bei Lautenthal erinnert bis heute an dieses Ereignis. Doch 182 Jahre später, zur Jahrtausendwende, kehrten die Pinselohren zurück. Das Luchsprojekt Harz - eine deutschlandweit bislang einmalige Unternehmung im Dreiländereck zwischen Sachsen-Anhalt, Niedersachen und Thüringen, verhilft Lynx lynx, wie das Tier wissenschaftlich heißt, zu einer zweiten Chance. Neun Jahre nach Projektbeginn kann man sagen: der Luchs ist im nördlichsten deutschen Mittelgebirge wieder heimisch geworden.

Dies alles wird in der kleinen Sonderausstellung gezeigt. Es wird der Frage nachgegangen, warum der Mensch diese große Katze so vehement bejagte. Zentrales Thema der Ausstellung aber ist die Wiederansiedlung des Luchses. Anhand vieler Infotafeln und kurzer Sequenzen aus Video- und Fotofallen kann am Leben unserer heutigen Harz-Luchse teilgenommen werden.

Übrigens - der vorletzte, 1817 am Brocken geschossene Luchs ist im Harzmuseum zu sehen.
Also: kommen Sie mal vorbei.


Die Ausstellung ist vom 25. Februar bis zum 1. Juni 2009 immer montags bis samstags von 10 - 17 Uhr sowie an Feiertagen von 14 - 17 Uhr zu besichtigen.


Provisorische Betriebsaufnahme im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus – besuchen Sie uns schon mal!

Dr. Stefan Birkner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, unterbrach eigens seinen Weihnachtsurlaub und war am 2. Januar 2009 bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung und des Zuwendungsvertrages für das neue Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus sowie des Zuwendungsvertrages für das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg dabei.

Für das neue Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen der Samtgemeinde Oberharz, dem BUND-Landesverband Niedersachsen e.V., der Gesellschaft zur Förderung
des Nationalparks Harz e.V. (GFN) als Trägerverbund und der Nationalparkverwaltung Harz unterschrieben. Mit der Zuwendungssumme von 145.000 Euro werden mindestens vier Stellen vom Land zu 80 % gefördert,
so dass zweieinhalb Stellen neu entstehen können. Für das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg beträgt die Zuwendung 55.000 Euro im Jahr. Hier war die  Kooperationsvereinbarung bereits am 19.12.2008 unterzeichnet worden.

„Wichtig ist uns eine partnerschaftliche Zusammenarbeit des Nationalparks Harz und seiner Besuchereinrichtungen mit den Städten und Gemeinden sowie den Touristikern der gesamten Region. Beide Einrichtungen in Torfhaus und Sankt Andreasberg leisten damit einen wichtigen Beitrag zur länderübergreifenden Information und Umweltbildung für den fusionierten Nationalpark Harz“, sagte Staatssekretär Dr. Stefan Birkner.

Zur Unterzeichnung anwesend waren neben Staatssekretär Dr. Stefan Birkner und dem Vorsitzenden des Nationalpark-Beirats Werner Grübmeyer die jeweiligen Vertragspartner BUND Niedersachsen (Landesgeschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler) und NABU Niedersachsen (Dr. Holger Buschmann), die Samtgemeinde Oberharz (Samtgemeindebürgermeister Walter Lampe), die Bergstadt Sankt Andreasberg (Bürgermeister Hans-Günter Schärf), die Nationalparkverwaltung Harz (Leiter Andreas Pusch) und die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (Vorsitzender Friedhart Knolle).  

Im Zuge des Termins wurde auch das neue Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus vorgestellt, das an diesem Tag einen Teilbetrieb aufnahm, sowie der neue kommissarische Leiter des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg, der Salzgitteraner Biologe Walter Wimmer. 

Das neue Nationalpark-Besucherzentrum am Torfhaus nimmt Formen an. Nachdem Mitte Dezember 2008 die Schlüssel an die Bauherren BUND und GFN übergeben worden waren, stehen bereits heute Informationen zum Nationalpark und zu der Region am neuen Info-Counter bereit, an dem bereits reger Betrieb herrscht. Die Installation der Dauerausstellung bedarf noch etwas Zeit, so dass die offizielle Eröffnung im Mai 2009 durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff erfolgen wird. Das mit Lärchenschindeln und Naturstein-Mauerwerk verkleidete Gebäude bietet dann Gästen der Nationalparkregion eine gute Rundumversorgung mit wissenswerten Informationen zum Nationalpark Harz und einen exzellenten Blick zum Brocken, dem höchsten Berg des Harzes.

Anfang Dezember 2008 hatte Nils Linneweber, Bauleiter vom Büro Richter Architekten in Braunlage, den beiden Bauherrenvertretern Heike Albrecht vom BUND-Landesverband Niedersachsen e.V. und Friedhart Knolle, GFN e.V., die Schlüssel für den Neubau des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus übergeben – ein richtiges Weihnachtsgeschenk! Nach knapp achtmonatiger Bauzeit war das neue Besucherzentrum auf dem Großparkplatz Torfhaus bezugsfertig. Dann ging alles Schlag auf Schlag: Lager- und Verwaltungsbereich wurden bestückt und Mitte Dezember der Info-Counter und Nationalpark-Shop installiert.

Anfang des neuen Jahres nun steht die Besatzung den Besuchern bereits am neuen Standort für alle touristischen und nationalparkspezifischen Anfragen zur Verfügung. Bis Ende Februar wird die neue Ausstellung installiert sein und im Mai 2009 steht die offizielle Einweihung des neuen Hauses auf dem Terminplan.

Neben dem hohen bauökologischen Anspruch waren der große Zeit- und Kostendruck eine echte Herausforderung. Die Verwendung von Naturmaterialien - wie beispielsweise bei der Holzständerbauweise, der Verkleidung mit Lärchenschindeln und dem mit Naturstein-Mauerwerk verkleideten Gebäudesockel - prägt das Ambiente des Neubaus. Große Fensterflächen erlauben einen freien Blick durch das Gebäude hindurch zum Brocken und lassen das Gebäude transparent und einladend erscheinen. Ein wichtiger Aspekt für diesen Neubau war zudem der Klima- und Ressourcenschutz. Im neuen Zentrum setzt man für die Energieversorgung auf Erdwärmenutzung - eine neue und beispielhafte Technologie für die Harzer Hochlagen. Die Sanitärbereiche werden mit Regenwasser betrieben. Für den Bau und die Ausstellungsgestaltung des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus konnten Fördermittel in Höhe von knapp 1,1 Mio. Euro eingeworben werden. Die Gestaltungsarbeiten am Außengelände des Nationalpark-Besucherzentrums werden im Frühjahr 2009 beendet sein.

Mit einer spannenden Ausstellung nebst Multimedia-Angeboten möchte das Besucherzentrum TorfHaus nicht nur die Kernphilosophie „Natur Natur sein lassen“ des Nationalparks und die Schönheit und Ökologie der Harzer Hochmoore möglichst vielen Menschen nahe bringen. Es geht zudem darum, zukunftsweisende Naturschutzstrategien wie der Dachmarke Nationale Naturlandschaften der deutschen Großschutzgebiete und des Grünen Bandes zu vermitteln. Das Grüne Band lässt den ehemaligen innerdeutschen Todesstreifen zu einer Lebenslinie werden, die sich auch quer durch den länderübergreifenden Nationalpark Harz zieht.

Die Harzer Luchse gehen online

Anl. Foto frei mit dieser PI. Foto Ole AndersWernigerode – Sankt Andreasberg. Das Interesse an Europas größter Katze und am ersten deutschen Wiederansiedlungsprojekt für den Luchs ist ungebrochen groß. Auch mehr als acht Jahre nach seinem Start entwickelt sich das Luchsprojekt Harz immer noch weiter. Auswilderungen gibt es zwar zunächst keine mehr, aber erst vor wenigen Wochen wurde ein junges Luchsmännchen (M1) mit einem Senderhalsband ausgestattet und damit ein erster Schritt getan, um künftig mehr über das Leben der Pinselohren im Dreiländereck zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfahrung zu bringen.

„Schon jetzt hatte M1 die eine oder andere Überraschung für uns auf Lager“, berichtet Projektleiter Ole Anders über die ersten Erfahrungen mit dem telemetrierten Luchs. Künftig werden die Wege des Tieres parallel zur wissenschaftlichen Auswertung der Daten als Teil einer umfangreichen Luchsausstellung im Haus der Natur in Bad Harzburg präsentiert werden.
„Selbstverständlich läuft auch das ganz normale Luchsmonitoring weiter, schließlich müssen wir auch in der Zukunft wissen, wie groß das gesamte Verbreitungsgebiet der wieder eingebürgerten Population ist und ob Jungtiere im Freiland geboren werden“, sagt Anders und ruft Jäger, Förster und Wanderer dazu auf, auch weiterhin ihre Beobachtungen an die Nationalparkverwaltung Harz zu melden. Zudem weist er darauf hin, dass sich die enge Zusammenarbeit mit den Luchsbeauftragten der Kreisjägerschaften in allen drei Bundesländern bewährt hat. Die Anzahl der Luchshinweise auch außerhalb des Harzes ist gestiegen.

Ab sofort hat jeder Interessierte, der sich auf moderne Art über die Harzer Luchse informieren will, Gelegenheit dazu. Unter der Adresse www.luchsprojekt-harz.de erhält das Luchsprojekt Harz nun auch einen eigenständigen Internetauftritt. Hier gibt es viel Wissenswertes über die Tierart zu entdecken. Wie soll man vorgehen, wenn man Beutereste des Pinselohres findet, wie erkenne ich eine Luchsspur? Bis hin zu Ausflugsvorschlägen zum Thema reicht das Angebot der Internetseite und nicht zuletzt gibt es auf der Webseite auch einen Überblick über die Luchsmeldungen der Vergangenheit und die aktuellen Entwicklungen des
Projektes.


NABU-Jahresprogramm – zahlreiche Naturerlebnis-Termine

SchneckeGerade rechtzeitig zu Ostern stellt der NABU das neue Jahresprogramm vor. In diesem bietet der NABU – gemeinsam für Goslar, Peine und Salzgitter – rund 190 Naturerlebnis-Termine an. Es gibt Veranstaltungen zu vielfältigen Tier- und Pflanzengruppen, aber auch zu weiteren Umweltthemen wie etwa der Biogaserzeugung. Das NABU-Programm ist gekennzeichnet durch vielfältige Kooperationen im Umweltbildungsbereich. Für Goslar sind hier besonders zu nennen: das Haus der Natur in Bad Harzburg sowie die Tourist-Infos in Braunlage, Hohegeiß und St. Andreasberg. Grasfrosch Foto Walter WimmerAb Ostersamstag wird das 28 Seiten starke Programm dort sowie im Bürgerbüro und der Tourist-Info am Marktplatz in Goslar zu erhalten sein. Als pdf-Datei kann das Programm auch in der NABU-Regionalgeschäftsstelle angefordert werden unter suedost+harz@NABU-niedersachsen.de  

Die nächsten Termine des NABU Goslar sind ein reich bebilderter Amphibien-Vortrag am 8.4. um 19.00 Uhr im Haus der Natur in Bad Harzburg sowie die Mitgliederversammlung des am 16.4. um 17.00 Uhr mit anschließendem Frühblüher-Vortrag um 19.00 Uhr, ebenfalls im Haus der Natur. Es folgen Vogelstimmen- und Kräuterwanderungen sowie Vorträge, Ausstellungseröffnungen und vieles mehr. Auch in das Goslarer Nachtleben wird eingeführt, wenn es auf Entdeckungsreise zu Fledermäusen und Bierschnegeln geht.  

Foto: Der Grasfrosch gehört auch im Harz zu den häufigsten Amphibien. Er laicht so früh im Jahr, dass seine Eier regelmäßig „auf Eis“ liegen. Auch er wird im Vortrag am 8.4. näher vorgestellt (Foto: Walter Wimmer).


Erster Bildband zum fusionierten Nationalpark Harz erschienen

Erstmals porträtiert ein Fotobildband die Naturschönheiten des länderübergreifend fusionierten Nationalparks Harz. Das 144 Seiten umfassende Buch mit dem Titel „Das Flüstern des Waldes - Erlebnis Nationalpark Harz“ ist im Herbst 2007 erschienen. Die großformatige Publikation präsentiert nicht nur die Naturschätze des Nationalparks, sondern stellt auch zahlreiche Bezüge zu den Harzer Ortschaften und historischen Besonderheiten wie den Kulturdenkmalen des Bergbaus her. Im hinteren Buchteil gibt es eine Übersichtskarte sowie ein Infokapitel mit Adressen, Fototipps, Sehenswürdigkeiten sowie Wander- und Skirouten. Dem Brocken ist ein extra langes Kapitel gewidmet.

"Die Schönheit dieses deutschen Mittelgebirges in zentraler Lage ist beispiellos. Nicht nur Goethe und Heine zog der Harz in seinen Bann. Wenn Sie die Fotos des vorliegenden Buches sehen, dann wird Sie vermutlich eine Sehnsucht ergreifen, dieses Stück Natur einmal selbst zu erleben, dem Flüstern des Waldes zu lauschen, mit der grandiosen Vielfalt der Schöpfung konfrontiert zu werden", schreibt der langjährige Tagesschau-Sprecher Jo Brauner im Vorwort zu diesem neuen Buch.

Bilder und Texte des attraktiven Bildbandes stammen von Christian Wiesel, der 2003 ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Nationalparkverwaltung Harz absolvierte. "Fotografie war schon immer mein Hobby", so der gebürtige Thüringer, und: "Es gab noch keinen Nationalpark-Bildband des fusionierten Parks - was lag näher, als meine vielen Harz-Bilder zu einem Buch zu verarbeiten." Der junge Autor wagte das Risiko, den Band im Eigenverlag herauszubringen. Als Unterstützung für den Naturschutz gehen für jeden verkauften Bildband 2 Euro als Spende an die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. Sie helfen damit der ehrenamtlichen Arbeit für den Nationalpark Harz.

 

 

"Das Flüstern des Waldes - Erlebnis Nationalpark Harz" (ISBN 978-3-00-021001-3) ist im Buchhandel oder versandkostenfrei per Telefon 03672/314 425 sowie im Internet unter www.verlag-wieselflink.de  erhältlich.
Dort gibt es auch zwei Probekapitel zum kostenlosen Lesen und Herunterladen.


Bewerbungsfrist für das „Praktikum für die Umwelt 2008“ läuft

Atemberaubende Wälder, bizarre Felslandschaften, tiefe Schluchten, Seeadler, Luchs und Wildkatze - all das gibt es noch in deutschen und europäischen Nationalparks. Junge Menschen, die Einblicke in diese einmaligen Naturlandschaften bekommen möchten, sind ab sofort wieder aufgerufen, sich für ein „Praktikum für die Umwelt“ zu bewerben. Während eines drei- bis sechsmonatigen Praktikums unterstützen jedes Jahr etwa 50 Studenten deutsche Großschutzgebiete und auch einen tschechischen Nationalpark in der Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.



Bewerben können sich Studenten aller Fachrichtungen in insgesamt 24 Schutzgebieten zwischen Wattenmeer, Sächsischer Schweiz und Alpen. Die Kosten für die Unterkunft und ein monatliches Praktikumsgehalt übernimmt die Commerzbank, für die fachliche Betreuung sorgt der Kooperationspartner EUROPARC Deutschland, der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Voraussetzung für eine Teilnahme sind Interesse an Ökologie und Öffentlichkeitsarbeit sowie Freude am Umgang mit Menschen.

Das mit dem Internationalen Sponsoring-Award und von der UNESCO ausgezeichnete Projekt führen die Commerzbank und EUROPARC Deutschland bereits seit 18 Jahren gemeinsam durch. Seitdem haben über 1.000 Praktikanten ihr Wissen in die Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate eingebracht und dabei einzigartige Erfahrungen gesammelt. Für viele war das der Einstieg in ihr späteres Berufsleben.
Unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de können sich Interessierte aller Fachrichtungen bewerben. Bewerbungsschluss ist der 7. Januar 2008.


 

Was lief im Nationalpark Harz 2007 ?

Das Umweltbildungsteam des Nationalparks Harz wurde in diesem Jahr von drei Praktikanten für die Umwelt verstärkt. Aus der Hand der Leiter der Commerzbank-Betreuungsfilialen Bad Harzburg und Wernigerode, Henning Röver und Thorsten Raschdorf, erhielten die drei Praktikanten als Begrüßung einen Umweltbildungs-Rucksack. Das war der Startschuss für die Commerzbank-Umweltbildungssaison 2007.


Praktikum in Wernigerode und Umgebung

Jana Fährmann war als Praktikantin in der Nationalparkverwaltung angesiedelt. Die 26jährige Potsdamerin studiert Umwelttechnik und war im Harz unter der Betreuung von Irmtraud Theel von Anfang an in die Planung des diesjährigen Nationalpark-Ferienprogramms für Familien und Kinder eingebunden. So organisierte sie im und am Nationalparkhaus Ilsetal das diesjährige „Piratenprogramm“, die Schatzsuche an der Ilse. Begleitet von den Nationalpark-Rangern Robby Meißner und Kai Montag konnten sich die ganz mutigen Kinder und Erwachsene mit den Freibeutern der Ilse auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schatz von Ilsenburg begeben. Knapp zwanzig Kinder, zum Teil auch in Begleitung von Eltern und Großeltern, waren der Einladung zu der Schatzsuche gefolgt. Nach einer Begrüßung im Außengelände des Nationalparkhauses im Ilsetal durften sich alle Teilnehmer einen klangvollen Piratennamen ausdenken. Danach ging es gemeinsam auf die Suche nach dem Piratenschatz. Nachdem alle Aufgaben erfüllt waren, konnte die Schatztruhe erfolgreich geborgen werden. Damit hatten alle kleinen und großen Piraten ihre Prüfung bestanden und erhielten eine zünftige Piratentaufe. Nach der Rückkehr ins „Piratenlager“ wurde der Tag mit einem echten Piratenlied beendet. Doch es gibt noch viele weitere Aktionen, an deren Planung und Durchführung sich Jana Fährmann aktiv beteiligte. Das Resümee von Jana Fährmann:
„Begeistert haben viele Kinder versprochen, beim nächsten Ferienprogramm wieder dabei zu sein. Kann es eine schönere Bestätigung für unsere Umweltbildungsarbeit geben?“


Altenau-Torfhaus

In Niedersachsen unterstützte der Diplom-Geograph Patrick Krause aus Unterfranken als Praktikant für die Umwelt die Umweltbildungsarbeit des Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus, das auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen in der wilden Natur des Nationalparks durchführt. Er ging mit Schulklassen jeden Alters hinaus ins Walderlebnisgelände, lässt sie dort den „Urwald von morgen“ erleben und nimmt mit ihnen Moore und Bergbäche im Nationalpark unter die Lupe. Kurz vor Beginn der Schulferien stand für viele Schulklassen das Thema „Wasser“ auf dem Programm. Hier ging man den Fragen auf den Grund, warum das Wasser der Bergbäche so eine auffällige rotbraune Färbung aufweist, wie viel Leben in den Bergbächen steckt, wie kalt das Wasser ist und wie es die Köcherfliegenlarve bloß schafft, bei der starken Fließgeschwindigkeit nicht weggespült zu werden. Am Ende der Veranstaltung hatte keines der Kinder trockene Füße... Am 27. Juli wurde vom Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus erstmalig die Erlebnisaktion „Barfußwandern im Nationalpark“ angeboten. Patrick Krause führte gemeinsam mit Katharina Heddergott, die hier derzeit ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr macht, drei Familien, die aus der Märkischen Schweiz angereist kamen, vom asphaltierten Gehweg der Zivilisation in die wilde Natur des Nationalparks. Am Ende der Veranstaltung stand fest, dass man mit den Füssen doch einiges „sehen“ und die Natur viel intensiver erleben kann. Abgerundet wurde die Tour mit einem Besuch des hauseigenen Barfußpfades hinter dem Nationalparkhaus.


Sankt Andreasberg

Die Dritte im Bunde, Nina Rabe, arbeitete im Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg, das gemeinsam mit dem Nationalparkhaus Sankt Andreasberg im gleichen Gebäude, der historischen Erzwäsche der Grube Samson, untergebracht ist. Sie ist 25, stammt aus Wolfsburg und studierte International Forest Ecosystem Management an der Fachhochschule Eberswalde mit dem Abschluss Bachelor of Science. „Durch den internationalen Studiengang habe ich viel Auslandserfahrung und wollte nun auch mal meine Heimat kennen lernen, mich in der Umweltbildung üben und lernen, wissenschaftliche Zusammenhänge Kindern zu vermitteln“, sagt Nina Rabe zu ihrer Motivation. Ihre Aufgaben sind sehr vielfältig: die Organisation und Durchführung unseres GEO-Tages der Artenvielfalt mit den Nationalpark-Jugendgruppen, die Teilnahme als Betreuer am 5. bundesweiten Juniorranger-Treffen im Biosphärenreservat Rhön, die Mitarbeit am Wildniscamp 2007 und die Teilnahme an der wöchentlichen Jugendgruppe in Braunlage. „Die Arbeit macht mir viel Spaß und ist sehr abwechslungsreich“, so Nina Rabe. „Es ist schön und lehrreich, die Kinder der Jugendgruppen näher kennen zu lernen und durch die Gruppennachmittage, das Juniorranger-Treffen und das Wildniscamp intensiv mit ihnen zu arbeiten – denn in „normalen“ Führungen sieht man die Kinder nur drei Stunden und dann nie wieder und man kann kaum eine pädagogische Beziehung aufbauen“. Ihre abschließende Beurteilung: „An Sankt Andreasberg gefällt mir die direkte Nähe zum Nationalpark und das Leben in einer kleinen Harzer Bergstadt. Das Praktikum war bisher sehr lehrreich und nützlich für mich – ich habe nicht nur für mich persönlich viel gelernt, sondern es wird auch später weiterhelfen.“


Internationaler Besuch im Nationalpark Harz

Wernigerode - Sankt Andreasberg. 20 internationale Teilnehmer des Ausbildungsganges „Managing Biodiversity“ besuchten jüngst den Nationalpark Harz, um die Artenvielfalt innerhalb des Parks hautnah erleben zu können.

Im Rahmen des Ausbildungsganges „Managing Biodiversity“, der durch den Bildungsträger InWEnt gGmbH ermöglicht wurde, begrüßte der Nationalpark Harz 20 interessierte jungen Menschen aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus China, Peru und Ecuador. Die Exkursion wurde von Frau Prof.
Renate Bürger-Arndt von der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen, Herrn Frank Steingaß, stellvertretender Leiter des Fachbereichs 4 des Nationalparks Harz, und dem BUND-Biologen des
 Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus, Herrn Hermann Martens, begleitet und veranschaulichte die Problematik Wald und Artenvielfalt im größten deutschen Waldnationalpark.

Während der Exkursion lernten die Teilnehmer verschiedene Bereiche des Nationalparks kennen. Im Laufe der Wanderung am Oderteich verdeutlichte der zuständige Revierleiter Herr Klaus-Dieter Schultze die spezifische Bedeutung des Lebensraums Moor und das aktuelle Thema Borkenkäfer. Ein weiterer Programmpunkt war die Besichtigung der Nationalparkhäuser Sankt Andreasberg und Altenau-Torfhaus. Der Besuch des Luchsgeheges an den Rabenklippen – natürlich auf umweltfreundlichem Weg mit dem Bad Harzburger Erdgasbus – schloss die Exkursion erfolgreich ab. Hier hatten die Teilnehmer des Ausbildungsganges die Möglichkeit, dem Forstwirtschaftsmeister Herrn Ralf  Vojtisek bei der Fütterung der Tiere zu beobachten und sich mit ihm fachlich auszutauschen.

Nicht nur die ausländischen Gäste verließen den Nationalpark Harz mit neuen Eindrücken, auch die Mitarbeiter des Parks gelangen durch solche internationalen Exkursionen immer wieder zu neuen fachlichen Erkenntnissen und Einschätzungen, die während der Exkursion bei Gesprächen mit den Teilnehmern diskutiert werden.


Natur und Kultur am Grünen Band - neuer Wanderführer

Nach dem großen Erfolg des Bandes „Hessen“ der Reihe „Natur und Kultur im Grünen Band Deutschland“ ist soeben der Nachfolgeband zur Region Harz einschließlich der Harzvorländer erschienen. In dem Harz-Buch geht es um Mensch und Natur beiderseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Mit Reportagen über Wanderschäfer und Ziegenhalter, die Arbeit der Förster und des Nationalparkmanagements, mit Berichten von Zeitzeugen und über das Leben im Grenzsperrgebiet der DDR zeichnet das Buch ein Bild vom Harz, wie es bisher nur wenige kennen. Hinzu kommen profunde Natur-Dokumentationen u.a. über die Dynamik der Bergwildnis des Brockengebietes, über die Orchideen-Wiesen des Südharzes, die Wildflussstrecke der Oker, die Karstlandschaft zwischen Osterode und Nordhausen mit ihren Höhlen, Erdfällen und Klippen. Natürlich wird auch das großartige Kulturerbe der Region dargestellt. Es geht in Klöster, Museen und Kirchen. Man wandert, animiert durch Fotos und Grafiken, durch harztypische Dörfer und Städte und erfährt etwas über die Geschichte der ehemaligen Grenzorte. Nicht zu vergessen die Hinweise auf ausgefallene Gaststätten und Harzer Öko-Produkte wie Vanille-Ziegeneis oder den in der Einhornhöhle à la Roquefort gereiften Käse.

Der Inhalt ist in 24 Rundwanderungen, 9 Radrunden und 4 Stadterkundungen spannend verpackt. Hinzu kommt die Beschreibung des Harzer Grenzwanderweges sowie eine Darstellung der „Grüne Band“-Harzquerung mit dem Rad. Detaillierte Wegbeschreibungen, 38 Karten und zahlreiche Tipps sorgen für eine sichere und komfortable Erkundung des Grünen Bandes.

Eine Besonderheit: In das Buch ist ein Würfelspiel eingelegt, mit dem man bequem und amüsant eine Harzreise entlang des Grünen Bandes unternehmen kann.

Das 272 Seiten starke Buch im Format 17 x 24 cm kostet 18,90 Euro ist ab sofort im Buchhandel. Es kann auch beim Autor (portofrei) bestellt werden.
Bezugsadresse: Dr. Reiner Cornelius, Schützenweg 9, 36272 Niederaula, E-Mail: R.Cornelius@online.de


Wandern am und auf dem Brocken - beliebt, aber nicht immer ungefährlich.  (Copyrigth Nationalpark Harz)Wernigerode. Der Nationalpark Harz, insbesondere das Brockengebiet, ist zu allen Jahreszeiten Ziel vieler Wanderer. Das erfordert eine besondere Vorsorge in Sachen Besucherlenkung und Rettungsdienst, denn immer wieder passieren Unfälle und Menschen müssen aus schwer zugänglichen Gebieten geborgen werden. Die Bergwacht ist mit diesem Auftrag speziell auf dem Brocken wirksam.  

In Auswertung einiger tragischer Unfälle der vergangenen Winter, bei denen auch Todesopfer zu beklagen waren, kamen Vertreter der Polizei, der Bergwacht und des Nationalparks Harz im Polizeirevier Wernigerode zusammen, um zukünftig ein noch abgestimmteres Vorgehen in solchen Notfällen zu vereinbaren. Angeregt hatte dazu Klaus-Rainer Sittka von der Bergwacht Wernigerode. Ein Ziel der gemeinsamen Bemühungen besteht darin, durch Festlegung von Rettungspunkten und -wegen die im Notfall erforderlichen Rettungskräfte schnell in das Gebiet zu führen. Vor allem Kenner der örtlichen Gegebenheiten, wozu in erster Linie die Nationalpark-Revierleiter und die Mitarbeiter der Nationalparkwacht (Ranger) gehören, müssen bei der Einsatzkoordinierung an den Sammelpunkten mitwirken. Nur auf diese Weise lassen sich die Rettungseinsätze effektiv und ohne Zeitverzug organisieren. Für die Betroffenen kann das, insbesondere in den Wintermonaten, wenn es um jede Minute geht, lebensrettend sein.  

Um auch ohne einschlägige Geländekenntnisse im Nationalpark möglichst schnell zu den Rettungspunkten gelangen zu können, wurde in der Nationalparkverwaltung ein entsprechendes Kartenmaterial erstellt. Dieses enthält zum einen die befahrbaren Rettungswege und  zum anderen auch die Rettungspunkte, an denen sich die Helfer sammeln. Diese Karten wurden für den beschriebenen Zweck abgestimmt, sind inzwischen hergestellt worden und liegen bei den Einsatzleitungen vor. Bergwacht, Rettungsleitstelle, Polizei und Nationalparkverwaltung hoffen damit gute Vorsorge für zukünftige Rettungseinsätze getroffen zu haben. Das geschieht im Dienste der Sicherheit der Nationalparkbesucher, auch wenn alle Beteiligten natürlich hoffen, möglichst wenig Gebrauch von dem Material machen zu müssen.  


Nationalpark Harz sucht noch junge Helfer im Freiwilligen Ökologischen Jahr

In den Nationalparkhäusern Altenau-Torfhaus und Sankt Andreasberg sowie im Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg, im Haus der Natur Bad Harzburg und im Nationalpark-Jugendwaldheim ist es auch 2007/2008 wieder möglich, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren.

In der Zeit vom 1. September 2007 bis zum 31. August 2008 stehen noch mehrere freie Plätze zur Verfügung. Ziel des Freiwilligen Ökologischen Jahres ist es, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, aktiv an der
Umweltbildungs- und Naturschutzarbeit teilzunehmen.

Zu den Aufgaben des FÖJ zählt unter anderem die Besucherbetreuung in den Häusern sowie die Mitarbeit an der Planung und Durchführung von Umweltbildungsveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, den Harzbesuchern den Nationalparkgedanken näher zu bringen.

Als monatliche Vergütung werden 155 EUR sowie die Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt. Absolventen/innen von Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien können sich bewerben.

Nähere Informationen unter www.foej.nibis.de

Interessenten melden sich in der Nationalparkverwaltung Harz bei Fr.
Cordula Dähne, Tel. 03943/5502-21, daehne@nationalpark-harz.de

Foto: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Freiwilligen Ökologischen Jahr im Nationalpark Harz.

Mit freundlichem Glück Auf
Friedhart Knolle, Nationalpark Harz
Presse, Marketing & Regionalentwicklung
Lindenallee 35, 38855 Wernigerode
Tel. 03943/5502-32 & 0170/22 09 174
e-mail info@nationalpark-harz.de
http://www.nationalpark-harz.de
http://www.nationale-naturlandschaften.de
Ihre Spende für uns: http://www.gfn-harz.de


„Nationalparkfreundliche Unterkünfte“ ausgezeichnet

Der Nationalpark Harz hatte im April 2006 alle Beherbergungsbetriebe in der Nationalparkregion Harz aufgerufen, am Wettbewerb „Nationalparkfreundliche Unterkunft“ teilzunehmen.

Für die Mehrheit der Menschen ist die intakte Natur ein wesentlicher Bestandteil des Urlaubs. Die Gäste von heute wählen ihr Reiseziel unter anderem auf der Grundlage ökologischer Kriterien aus. Umweltorientierte Qualität und Genuss haben im Tourismus Zukunft.

Grundlage des Wettbewerbs war die Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten, in welche der Nationalpark Harz als erster deutscher Nationalpark 2005 aufgenommen wurde. Hierbei handelt es sich um eine neu entwickelte Auszeichnung für europäische Großschutzgebiete wie Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate. Auch die GFN ist Partner in diesem Projekt. Ausgezeichnet werden Parke, die sich für einen nachhaltigen Tourismus engagieren. Die Europäische Charta soll dazu beitragen, den Schutz des natürlichen und kulturellen Erbes sowie die nachhaltige touristische Entwicklung in Großschutzgebieten optimal mit den Bedürfnissen von Gästen und Einheimischen zu verbinden. Es ist ebenso ein Ziel, die Qualität des touristischen Angebotes sowie die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Im Unterschied zu Gütesiegeln stehen der Prozess und die Fortschritte auf dem Weg zu einem nachhaltigen Tourismus im Mittelpunkt. In diesem Prozess haben wir gemeinsam mit der Region in zahlreichen Foren Stärken und Schwächen der Nationalparkregion herausgearbeitet und daraus konkrete touristische Ziele und Maßnahmen abgeleitet. Dabei haben sich alle Akteure auf verschiedene Schwerpunkte verständigt und dazu Projekte entwickelt, die es gilt, ständig weiterzuentwickeln. Eines dieser Projekte ist die Auszeichnung als „Nationalparkfreundliche Unterkunft“.

Der Nationalpark Harz konnte sich über eine rege Teilnahme am Wettbewerb „Nationalparkfreundliche Unterkunft“ freuen. Entsprechend der ausgeschriebenen Richtlinien und Kriterien haben die unten aufgeführten Betriebe die Hürden überwunden und dürfen nunmehr den offiziellen Titel "Nationalparkfreundliche Unterkunft" führen. Die Auszeichnung erfolgte auf der Nationalpark-Fusionsfeier am 27.6.2006 durch den Nationalparkleiter Andreas Pusch im Beisein der beiden Ministerpräsidenten Prof. Dr. Wolfgang Böhmer und Christian Wulff.

Folgende Betriebe wurden mit einer Plakette und Urkunde prämiert:

Die ausgezeichneten Beherbergungsbetriebe werden als Partner des Nationalparks Harz in Presse und Internet, Veranstaltungsprogrammen und Info-Versendungen beworben und unterstützt.


Internationaler Junior-Ranger-Workshop in Sankt Andreasberg

10.5.2006. Die bundesweite Dachorganisation der Nationalparke und anderen Großschutzgebiete Deutschlands, EUROPARC Deutschland, hatte gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V.
(GFN) vom 3. - 6. Mai 2006 zu einem Workshop in das Internationale Haus Sonnenberg (www.sonnenberg-international.de) im Nationalpark Harz eingeladen.

Gemeinsam mit dem U.S. National Park Service (NPS; www.nps.gov) und dem Zeitbild-Verlag (www.zeitbild.de) plant EUROPARC Deutschland das transatlantische Kinderprogramm „Be a Junior Ranger“, das den Dialog zwischen Deutschland und den USA langfristig fördern soll. Es hat das Ziel, Kinder für die Natur und Kultur in ihrem eigenen Land zu begeistern und ihr Interesse für die Umwelt des jeweils anderen Landes zu wecken. „Be a Junior Ranger“ besteht aus zwei Säulen: einem einmaligen Schulprojekt und dem kontinuierlichen Aufbau der Junior Ranger-Programme in den amerikanischen und deutschen Parks. Ersteres richtet sich in den USA und in Deutschland an Lehrende und Kinder von Grundschulen mit ihren Eltern sowie an junge Besucher und Mitarbeiter in den Parks.  Anhand eines Unterrichtsprojekts für Lehrkräfte, Erziehende und Ranger, eines transatlantischen Kindermagazins, eines gemeinsamen Internetauftritts sowie einer abschließenden Austauschreise soll den Kindern erstmalig die Parkidee näher gebracht werden. Diese Erfahrungen sollen die Grundlage für die Teilnahme an den bestehenden Junior Ranger-Programmen in den Parks darstellen – eine Einladung nach dem Motto „Come to be a Junior Ranger“.

In einer ersten Phase soll das Programm über drei Jahre von 2006 bis 2008 durchgeführt werden, beginnend mit der Einrichtung der Website. Parallel planen EUROPARC Deutschland und der U.S. National Park Service gemeinsam, ihre „Junior Ranger Programme“ zu erweitern und enger zu verzahnen. In diesem Zusammenhang soll das Programm auch nach 2009 weitergeführt und zusätzlich auf weitere europäische Länder ausgedehnt werden.

Der Vorbereitungsworkshop im Harz diente dem Kennenlernen der Projektpartner und der Partner in den Parks. Bestehende Junior Ranger-Programme in den USA und den deutschen Schutzgebieten wurden vorgestellt, Inhalte und Vorgehensweisen des Programms ausgearbeitet sowie gemeinsame Ziele und Schritte für das Gesamtprogramm festgelegt.

Der Workshop wurde gefördert von der Niedersächsischen Lottostiftung/Bingo-Lotto und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Wir danken den Stiftungen für ihre Unterstützung.


Wanderkorridore für Wildkatze und Rothirsch in der Nationalparkregion Harz

Der Lebensraumverlust vieler Wildtiere hat im 20. Jh. ein bis dahin nie erreichtes Ausmaß erlangt. Vor allem durch den Bau von Verkehrsachsen, aber auch durch enorme Siedlungserweiterungen und gravierende Landnutzungsveränderungen ist in den letzten 100 Jahren ein erheblicher Lebensraumverlust bei gleichzeitig enormen Zerschneidungseffekten
entstanden: In den 1960er Jahren war in den alten Bundesländern eine Fläche von ca. 6% der Landesfläche verbaut. 25 Jahre später hatte sich der Verbauungsgrad auf 12% der Landesfläche verdoppelt. Aktuell werden in Deutschland jedes Jahr ca. 40.000 ha Felder, Wiesen und Wald verbaut!
Entlang der niedersächsischen Randlagen des Nordharzes z.B. erreichte der Flächenverbrauch zwischen 1960 - 2000 ein Ausmaß vergleichbar mit der Zeitspanne von 1500 - 1960. In nur 40 Jahren wurde entlang der nördlichen Harzrandlagen genauso viel Fläche verbraucht wie in 460 Jahre zuvor! Derartig massive Eingriffe und Lebensraumveränderungen führen – vor allem bei großräumig lebenden Säugetieren – zu einer Trennung von Populationen, Verkleinerung der Populationsgrößen bis hin zu einem lokalen, regionalen und überregionalen Verschwinden der Art. Die Wildkatze wurde in Deutschland auf ca. 5% ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zurückgedrängt. Durch anhaltende Zersiedlungen, den Ausbau von Verkehrswegen, vor allem aber den Neubau von Verkehrstrassen, werden die noch größeren, zusammenhängenden Waldgebiete wie Eifel, Spessart, Pfälzer Wald und Harz weiterhin zerschnitten und die noch bestehenden Populationen weiter zertrennt. Die Wildkatze besitzt heute im Harz eines ihrer bedeutendsten Verbreitungsvorkommen in Deutschland.
Am Beispiel des Harzes sollen daher Wanderkorridore in benachbarte, von Wildkatzen besiedelte Lebensräume aufgezeigt werden. Für den Zeitraum ab 1990 belegen Beobachtungen, Fänge und Verkehrsopfer die Verbreitung und Wanderachsen der Wildkatze, Beobachtungen, Abschüsse und Verkehrsopfer die des Rothirsches zwischen Harz, Hakel, Huy, Hainich, Nordhessischem Bergland und weiteren Waldgebieten. ...

Ein Beitrag von Frank Raimer. Den ganzen Text lesen Sie --> HIER.


Wasserwochen im Haus der Natur vom 22.03. -  30.04.2006

Das Haus der Natur in Bad Harzburg und das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz bieten ab dem 22. März 2006, anlässlich des Welttages des Wassers, verschiedene gemeinsame Aktionen an.

Das RUZ Nationalpark Harz präsentiert am 22.3. von 15 - 17 Uhr im Haus der Natur eine Sonderausstellung zum Projekt „Schulen für lebendige Flüsse“. Das Projekt startete zunächst als „Okerprojekt“. Mittlerweile beteiligen sich niedersachsenweit Schulen an dem Vorhaben, die Wasserqualität unserer Heimatgewässer zu erfassen. In Bad Harzburg haben jetzt Schüler der Hauptschule „An der Gläsecke“ im Rahmen einer Nachmittags-Arbeitsgruppe ein natürliches Flussmodell gestaltet und mit Fotos veranschaulicht. Die Ergebnisse der Schulen, die bereits an dem Projekt beteiligt sind, werden vorgestellt.

Lehrkräfte und Schüler, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen, sich zu informieren. Die Veranstaltung ist öffentlich, Eintritt lt. Aushang.

Weiterhin findet am 25.3. eine Lehrerfortbildung zum Thema Wasser statt - Beginn um 10 Uhr im Haus der Natur. Von hier aus geht es nach der theoretischen Einführung weiter in die freie Natur, um die Erkenntnisse sogleich draußen anzuwenden. Info unter Tel. 05322/ 53006.

Im Rahmen der Wasserwochen gibt es pädagogische Angebote für Kindergärten und Grundschulklassen.  Die Eigenschaften eines ökologisch intakten Flussbettes werden spielerisch aufgezeigt. Arbeitsaufgaben helfen Schülern, sich das Thema zu erarbeiten. Um Anmeldung wird gebeten. Je nach Wetterlage können auch  Wasserexpeditionen in die nahe Umgebung gebucht werden.

Anmeldung:

Haus der Natur, Tel. 0 53 22 / 78 43-37, 0 53 22 / 78 43-38, Fax -39

RUZ Nationalpark Harz, Wolfdietrich Barkowski Tel. 0 53 22 / 92 86 44,  Fax -45 Tel. 0 53 22 / 5 30 06
 


Bingo fördert Projekt "Sinneswandel" der Fachklinik Am Hasenbach

Die Fachklinik Am Hasenbach in Clausthal-Zellerfeld plant unter dem Motto „Sinneswandel – Natur-, Klang- und Sinnespfade“ eine Umgestaltung des Klinikparks unter umweltpädagogischen Aspekten. Körperliche und seelische Gesundheit stehen im Zentrum der Rehabilitation. Neben den zahlreichen medizinischen Anwendungen trägt auch der großräumige Klinikpark mit seinem alten Baumbestand und dem Schwarzenbacher Teich wesentlich zur Rehabilitation und Erholung bei. Es ist ein Stück Natur für erholsame Spaziergänge, um abzuschalten und aufzutanken - aber auch ein Stück Natur mit vielen oft unentdeckten und unbekannten Naturphänomenen und bietet über den Spaziergang hinaus vielfältige Naturbegegnungen.

Mit dem Projekt kann modellhaft Naturschutz und Gesundheit miteinander verbunden werden, zwei Bereiche, die eng beieinander liegen, denn ein erweitertes Naturverständnis kann zu einem schonenden Umgang mit sich und der Natur führen. Ausgehend von diesen Grundgedanken entwickelte die Leiterin des Kulturpädagogischen Dienstes der Fachklinik Am Hasenbach, Kerstin Müller, ein Konzept mit dem Ziel, im Klinikpark Natur mit allen Sinnen erlebbar zu machen und Wissenswertes über Fauna und Flora zu vermitteln.

Tafeln sollen über Biotope mit ihrer eigenen Tier- und Pflanzenwelt informieren und Holzschilder werden verschiedene Bäume in der Parklandschaft benennen. Wer kennt schon den Unterschied zwischen einer Rotfichte und einer Douglasie oder würde den Urwald-Mammutbaum im Park erkennen? Ein abgesägter Baum wird mit seinen Jahresringen über seine Lebensgeschichte Auskunft geben. Ein Barfußweg soll angelegt werden und mobile Holzstühle sollen zum Verweilen einladen, um die vielseitige Naturklangkulisse erlebbar zu machen. Zusätzliche Klanginstallationen, wie z. B. ein Klangstuhl und ein Waldgong werden die Klangerlebnisse erweitern. Außerdem ist geplant, dass von Patienten bearbeitete Kalksandsteine zum Thema Frühling und Herbst als Steinskulpturen die Wege säumen.

Im Rahmen einer Projektwoche wird der umgestaltete Parkbereich auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Außerdem soll ein Begleitheft mit Bildmaterial ausführlich das neue Angebot  "Sinneswandel – Natur, Klang- und Sinnespfade" beschreiben, damit der Park nicht mit Lehrtafeln möbliert wird.

Um die Realisierung dieses Projektes zu ermöglichen, hatte die Klinik bei der Niedersächsischen Lottostiftung Fördergelder aus der Umweltlotterie Bingo! beantragt, die zunächst die Förderfähigkeit prüfte und dann Mittel für die Teilfinanzierung des Projektes zur Verfügung stellte. Nun kann es losgehen, um das Projekt umzusetzen, und eins steht jetzt schon fest:
Es ist auf jeden Fall eine „gesunde“ Förderung für Natur und Mensch. Die GFN hat die Fachklinik Am Hasenbach bei der Antragstellung fachlich beraten.

Kontakt: Fachklinik Am Hasenbach, Kulturpädagogischer Dienst, Kerstin Mülller, Schwarzenbacher Str. 19 - 21, 38678 Clausthal-Zellerfeld.


UNSER WILDER WINTERWALD – EIN SCHULPROJEKT DES RUZ

Das Regionale Umweltbildungszentrum Nationalpark Harz bietet in den Monaten Januar, Februar und März 2006 für Grundschulen, Schulen des Sekundarbereichs I und II sowie Berufsbildende Schulen ein handlungsorientiertes Unterrichtskonzept in der Nationalparkregion Harz in außerschulischen Lernorten an.

Der Harz ist im Winter scheinbar in Eis, Kälte und Schnee erstarrt – doch Zeichen von Leben finden sich überall. Auch in der Jahreszeit, in der die Natur eine Ruhepause einlegt, lässt sich diese erforschen und uns über ihre ausgeklügelten Überwinterungsstrategien für Tiere und Pflanzen staunen. Vieles, was sich in der Natur im Laufe der Evolution bewährt hat, haben wir Menschen übernommen und nutzen es auch in unserem Alltag.

Was tun, wenn sich der Schnee türmt, Beutetiere ihr wohlig warmes Nest weit unter der Schneeoberfläche hüten, Baumfrüchte und Insekten nicht mehr verfügbar sind? Was tun mit der jetzt beinhart gefrorenen Maus?
Niemand kann sie fressen.

Hier sollen Schüler selbst erleben, welche Möglichkeiten die Natur zur Verfügung stellt.

Zentralthemen und Aktivitäten sind Winterschlaf und Winterruhe sowie Wanderverhalten als tierische Strategien zum Überleben bis zum nächsten Frühjahr. Diese Themen lassen sich bei uns hautnah erleben.

Im Herbst bereiten sich alle Lebewesen auf die für viele tödlichen Temperaturen vor. Laubbäume werfen ihre Blätter ab, Zugvögel verlassen unser Land. Gerade im Winter verraten uns Fährten das Vorhandensein vieler Tiere im Winterwald. Wir lernen in diesem Projekt ihre Spuren lesen und bestimmen.

Die SchülerInnen können danach die Fragen beantworten: Wie und warum können so viele Tiere und Pflanzen überleben? Wie und warum können sie den Winter überstehen? Versuche und Untersuchungen geben die Antwort vor Ort oder in der Schule.

Wir stellen fertige Konzepte bereit, freuen uns aber auch, wenn wir hier Themen und Inhalte erarbeiten können, das wir dann mit den Schülerinnen und Schülern in der praktischen Pädagogik umsetzen.

Einzelheiten des Programms können beim RUZ Nationalpark Harz unter Tel. 0170 / 912 44 73 und 05322 / 53006 oder ab 18 Uhr unter 05322/
928644 erfragt werden; siehe auch die Webseite http://www.ruz-nph.de

Mögliche Termine für die Umweltbildungsaktivitäten sind Dienstag und Donnerstag zwischen 9 - 12 Uhr, Dauer ca.  2,5 Stunden. Weitere Termine können nach Absprache verabredet werden. Vor- bzw.
Nachbereitungsmaterialien sind nach Absprache beim RUZ erhältlich und runden die Aktivitäten ab.  


LEICA UNTERSTÜTZT DEN NATIONALPARK HARZ

Die Leica Camera AG unterstützt zahlreiche Projekte rund um die Fotografie. Ein aktuelles Beispiel ist der Nationalpark Harz, dem Leica zahlreiche hochwertige optische Geräte für die praktische Arbeit leihweise zur Verfügung gestellt hat. Unsere Mitarbeiter setzen sie mit großem Erfolg in der Umweltbildung und bei den Walderlebnisveranstaltungen ein.

Ein weiteres Beispiel ist ein Fotoprojekt des Nationalparks Harz, bei dessen Verwirklichung auch Leica als Partner beteiligt ist und für die Umsetzung Digitalkameras der Modellreihe LEICA DIGILUX 2 zur Verfügung gestellt hat. Das Projekt "zeitwildnisharz" steht unter dem Motto 1 Nationalpark, 2 Bundesländer, 8 Motive, 365 Tage, 2.920 Bilder. Seit dem 1. Januar 2005 wird im Nationalpark Harz, dem ersten länderübergreifenden Nationalpark Deutschlands, an 8 verschiedenen Standorten der Wechsel und Wandel der Natur 365 Tage lang
fotografisch festgehalten. Jeden Tag ein Bild. Jedes Bild ist einzigartig. Die Bilder lassen die Zeit, den ständigen Wandel und Wechsel der Natur sichtbar werden. Einer Natur, die im Nationalpark weitgehend sich selbst überlassen wird, Wildnis werden wird. Ziel des Fotoprojektes ist, die entstandenen Bilder auf vielfältige Weise der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Geplant ist hier unter anderem eine Wanderausstellung. Weitere Informationen und erste Eindrücke finden Sie unter www.zeitwildnisharz.de.


Neu im Commerzbank-Praktikum - Sandra Kanese, Susanne Reibetanz und Dirk Patzig

Seit ein paar Wochen sind sie da: die Pädagogin Sandra Kanese, die Tourismusstudentin Susanne Reibetanz und der Umwelttechnik-Student Dirk Patzig – die neuen Commerzbank-Praktikanten des Nationalparks Harz 2005.
Sie unterstützen in Wernigerode und im Nationalpark-Bildungszentrum in Sankt Andreasberg mit ihrem Engagement die Umweltbildung des Nationalparks Harz während des Sommerhalbjahres. Zumeist werden sie draußen in der praktischen Besucherbetreuung anzutreffen sein. Sponsor und Commerzbank-Filialleiter Thorsten Raschdorf aus Wernigerode überreichte den beiden Wernigeröder Praktikanten für ihr "Praktikum für die Umwelt" deshalb auch gerne einen gepackten Rucksack. Im niedersächsischen Teil des Nationalpark Harz kommen bald noch zwei weitere "Praktikanten für die Umwelt" an – wir werden sie an dieser Stelle ebenfalls vorstellen.

"Ideen nach vorn" - gemäß diesem Motto engagiert sich die Commerzbank seit 1990 auch für den Naturschutz. Sie finanziert das "Praktikum für die Umwelt" auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit EUROPARC Deutschland, dem in Berlin ansässigen Dachverband der deutschen Großschutzgebiete. Das Projekt hat in den vergangenen 16 Jahren über 900 jungen Menschen interessante und wichtige Erfahrungen geboten und gleichzeitig den deutschen Großschutzgebieten umfangreiche Aktivitäten in der Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht. Die Praktikanten informieren Urlauber und Einheimische über die Einmaligkeit und den Wert der Schutzgebiete und unterstützen die dortigen Mitarbeiter tatkräftig bei deren Informations- und Bildungsarbeit. Dabei können sie Erfahrungen "vor Ort" sammeln und wichtige Kontakte für ihre weitere berufliche Laufbahn knüpfen.

Das Praktikum, das sich an Studenten aller Fachrichtungen richtet, wurde im Jahr 2000 mit dem Internationalen Sponsoring-Award ausgezeichnet.
Grundlage der Partnerschaft zwischen EUROPARC und Commerzbank ist eine klare Arbeitsteilung: EUROPARC Deutschland fällt die Entscheidung über die Verteilung der Praktikumsplätze sowie die Inhalte der Praktika und ist dafür verantwortlich, dass die Praktikanten fachlich gut betreut werden und geeignete Unterkünfte erhalten. Die Commerzbank zahlt jedem Praktikanten ein monatliches Gehalt von 255 Euro und kommt für die Unterbringung auf. Jährlich findet im April eine Einführungstagung für die Praktikanten und im Herbst eine Abschlusstagung für die Betreuer der Praktikanten statt – die Kosten übernimmt der Sponsor.


Projekt "Jugend sucht Wildnis" gestartet

Jüngst startete der Nationalpark Harz sein neues Umweltbildungsprojekt "Jugend sucht Wildnis" im neuen Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg mit einer öffentlichen Präsentation. In diesem neuen Projekt wird der Nationalpark Harz in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) sein Bildungsangebot für Jugendliche erweitern.
Der Wildnisaspekt dient als zentraler Punkt, um Jugendliche erlebnisorientiert und nachhaltig an Natur und Naturschutzfragen heranzuführen. Das Projekt soll als auch als fester Bestandteil der Jugendsozialarbeit rund um den Harz und darüber hinaus etabliert werden.

Wildheit ist angesagt in der Jugend - und es gibt sie auch noch und zunehmend wieder in der Natur - die Wildnis. Waren Sie schon einmal im länderübergreifenden Nationalpark Harz? Sind Sie schon einmal dem schwingenden Lauf der Bäche gefolgt, haben dem Auerhuhn gelauscht und nach Luchsspuren gesucht? Zugegeben, ganz unberührt sind auch die Harzer Wälder natürlich nicht, aber der Nationalpark ermöglicht bereits jetzt in wesentlichen Teilen eine dynamische und prozessorientierte wilde Entwicklung der Natur, die auch wir Menschen entdecken und hautnah miterleben können. Darauf baut das Nationalparkhaus Altenau Torfhaus mit seinem neuen Projekt "Jugend sucht Wildnis".

"Besonders in der Jugend ist das Zusammentreffen mit natürlicher Wildnis persönlichkeitsfördernd und charakterstärkend", so der Projektleiter Dipl.-Biol. Jens Halves. Schon lange arbeitet der Nationalpark mit Jugendlichen, hauptsächlich Schulklassen, zusammen. Das neue Programm soll die Heranwachsenden auch in ihrer Freizeit erreichen und legt seine Betonung auf den Wildnisaspekt für außerschulische Jugendgruppen. Nicht umsonst ist Wildnis mythenumrankt und vielfältig diskutiert. Dem will das Projekt begegnen und Jugendliche frühzeitig an wilde Natur und das eigene Erleben von Wildnis heranführen. "Wildnisbildung soll das Ursprüngliche vermitteln, die dynamischen Prozesse der Evolution verständlich machen, um vor allem die Lebensansprüche nicht-menschlicher Lebewesen anzuerkennen, verstehen und respektieren zu lernen und letztendlich auch die Überlebenschancen der Menschheit zu erhöhen", so Jens Halves weiter. Im Projekt "Jugend sucht Wildnis" arbeiten regionale Bildungspartner mit dem Nationalpark Harz in einem Netzwerk zusammen.
Kooperationspartner sind das Jugendamt Salzgitter, die Heinz-Sielmann-Stiftung - Gut Herbigshagen, das Jugendumweltnetzwerk JANUN e.V., die Natur- und Wildnisschule Ralph Müller und das Kinder- und Erholungszentrum Güntersberge. Die Partner bündeln ihr Wissen, um Wildnisbildungsangebote in der Region zu etablieren. Dafür wird ausgeklügeltes zielgruppenspezifisches Werbematerial den Interessen der Jugendlichen angepasst. Ein Video wird entstehen, eine neue Internetdarstellung soll geschaffen werden und Party-Postkarten sollen die Jugendlichen zum mitnehmen und weiter forschen animieren. "Aktion"
und "Chillout", so signalisieren die Werbeträger, liegen in diesem Nationalparkprojekt eng beieinander.

Das Zusammenspiel der fachkompetenten Projektpartner dient der zielgruppenspezifischen Konzeption und Durchführung von komplexen Wildnisbildungsprogrammen und ihrer langfristigen Etablierung in der Region und schafft eine breite Basis des Informationsaustausches. Alle Jugendeinrichtungen der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch darüber hinaus, sind angesprochen, sich an der Verwirklichung der Initiative zu beteiligen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Teamer der Kooperationspartner gezielt weitergebildet. Und das Bildungsziel ist
nachhaltig: denn hat man Wildnis im Nationalpark erst entdeckt, wird man auch im Alltag ihre Spuren finden.

Projekt-Ansprechpartner: Dipl.-Biol. Jens Halves, Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus, Torfhaus 21, 38667 Torfhaus, Tel. 05320/263, Fax 266,
e-mail: torfhaus@t-online.de, www.torfhaus.info.


"Einblicke und Ausblicke" in der Nationalparkverwaltung in Wernigerode

Mit der Neugestaltung der Flure im Gebäude "Lindenallee 35" wird eine weitere Aus- und Umbau-Etappe des traditionsreichen Waisenhauses abgeschlossen. Seit 1990 befindet sich hier die Nationalparkverwaltung "Hochharz", heute "Harz (Sachsen-Anhalt)" und ab 2006 wird hier der Hauptsitz der Nationalparkverwaltung Harz sein. Vorher war das Gebäude Sitz des Staatlichen Forstbetriebes Wernigerode. Mit einer plakativen Gestaltung haben sich nun die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert. Zugleich sind für Besucher auch "Schaufenster in den Nationalpark" geschaffen worden. Sowohl Landschaftsfotos als auch wissenschaftliche Tagungsposter vermitteln Eindrücke von der Nationalparkarbeit. Die ausgewählten Fotos verdankt die Schutzgebietsverwaltung zum großen Teil dem Naturfotografen Wilfried Störmer. Er hat die Schulungen zum ehrenamtlichen Waldführer beider bisherigen Nationalparke im Harz besucht und möchte mit seinen Natureindrücken dazu beitragen, dass der sichtbare Teil der fusionierenden Nationalparkverwaltung ihrer wachsenden Bedeutung entspricht.


Weg zur Nationalpark-Fusion endgültig frei

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke hat sich erfreut über die Verabschiedung des Staatsvertrages geäußert. "Damit ist Weg zur Fusion der Nationalparke im Harz endgültig frei", sagte Wernicke am 11.11.2004.

Wernicke dankte dem Parlament für die zügige Beratung und das Vertrauen. "Damit wird deutlich, wir sind überzeugt vom Erfolg des gemeinsamen Nationalparks. 15 Jahre nach dem Mauerfall schaffen wir damit ein symbolträchtiges Stück Einheit."

Seit dem letzten Treffen des Nationalpark-Direktoriums am 9.11.2004 steht auch der Zeitplan für die weiteren Schritte der Zusammenführung. So sollen noch in diesem Jahr wichtige Personalentscheidungen (Stellvertretender Nationalparkleiter und Öffentlichkeitsarbeit) getroffen werden. Im Dezember werden auch die Urkunden für den gemeinsamen Staatsvertrag zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ausgetauscht. Im Februar könnten sich bereits die beiden Landeskabinette mit dem Gesetzentwurf zum gemeinsamen Nationalpark befassen. Die Fusion der beiden Schutzgebiete soll Ende 2005 abgeschlossen sein.


RUZ Nationalpark Harz in Kontakt mit dänischem Umweltzentrum

Das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz unternahm jüngst im Rahmen seines Projektes „Schulen für lebendige Flüsse“ mit seinen Mitarbeitern und Vertretern von kooperierenden Schulen aus der Harzregion eine Studienfahrt nach Dänemark. Ziel war das Umweltzentrum Esrum Møllegård im dänischen Landkreis Frederiksborg Amt in Nordseeland.

Der Kontakt zwischen den Umweltzentren wurde von der Deutsch-Dänischen Gesellschaft Harz e.V. hergestellt, die im Rahmen des Freundschaftsvertrages zwischen dem Landkreis Goslar und dem Amt Frederiksborg tätig ist.

Die Fahrt diente dem Erfahrungsaustausch zwischen beiden Umweltzentren und der Vorstellung des Harzer RUZ-Projektes „Schulen für lebendige Flüsse“, um eine internationale pädagogische Zusammenarbeit aufzubauen.

„Die Ergebnisse der meeresbiologischen Untersuchungen sowie die dänischen Vorträge zum kritischen Zustand von Nord- und Ostsee zeigten uns, wie wichtig es ist, unsere Flüsse, die unmittelbar in diese Meere entwässern, sauber und ökologisch lebendig zu halten“, so der Leiter des RUZ, der Bad Harzburger Lehrer Wolfdietrich Barkowski.

Über die Zusammenarbeit beider Zentren hinaus wird ein Austausch zwischen dänischen und deutschen Schulen angestrebt, die mit den beiden Zentren zusammenarbeiten und sich mit dem Thema Wasser pädagogisch befassen wollen.

Schüler können im Projekt „Schulen für lebendige Flüsse“ fächer- und grenzüberschreitend arbeiten und insbesondere lernen, naturwissenschaftliche Arbeitstechniken anzuwenden und ihre eigenen Sprachfertigkeiten zu entwickeln. Durch die Einrichtung eines Chatraumes in der RUZ-Internetseite www.ruz-nph.de soll die Möglichkeit gegeben werden, sich schnell miteinander auszutauschen.

Interessierte Schulen können sich mit dem RUZ Nationalpark Harz in Verbindung setzen unter Tel. 0 53 22 / 92 86 44, e-mail barkowski.ruz.harz@t-online.de .


Botanische Forschungsergebnisse von 15 Jahren vorgestellt

Nach mehr als einjähriger Vorbereitungszeit wertete der Nationalpark Hochharz Ende Oktober 2004 mit einer wissenschaftlichen Tagung die erfolgreiche botanische Arbeit der letzten 15 Jahre aus. Sowohl die Nationalparkwissenschaftler aus dem Harz als auch namhafte Botaniker aus Halle, Dresden und Görlitz berichteten über die Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte. Ein Höhepunkt der Tagung war zweifellos die Vorstellung der kommentierten Artenliste aller Gefäßpflanzen des Hochharzes, die von Dr. Hans-Ullrich Kison und Joachim Wernecke erarbeitet wurde, sowie die Darstellung der Vegetationskarte des Nationalparkgebietes durch Dr. Gunter Karste. Herr Prof. Dr. R. Schubert sprach über die langen Traditionen der geobotanischen Forschung im Harz an der Martin-Luther-Universität Halle, die sich bis heute fortsetzen. Weitere Spezialisten berichteten über die kritischen Sippen von Habichtskraut und Löwenzahn im Brockengebiet. Die Tagung wurde außerdem bereichert durch mehrere Posterpräsentationen zu botanischen Projekten im Hochharz und Harzvorland. Die Tagung fand am 29. Oktober 2004 im historischen Rathaus der Stadt Wernigerode statt und wurde von ca. 150 Teilnehmern besucht - sowohl Botaniker und Pflanzenkartierer als auch Naturschützer, Nationalparkranger, Waldführer und andere Freunde des Nationalparks waren gekommen. Mit der Nationalparkfusion wird jetzt eine Weichenstellung für die noch bessere Bearbeitung und für neue Forschungsaufträge des größeren Gebietes auch im niedersächsischen Harz vorbereitet. Die bisher abgeschlossenen Arbeiten bieten die hervorragende Grundlage für die Bewältigung dieser neuen Anforderungen. Ziel bleibt es, den hohen wissenschaftlichen Qualitätsstandard des Nationalparks zu erhalten.

Prof. Dr. Schubert, Dr. Uwe Wegener und Frau Dr. Schubert bei der Begutachtung von Wassermoosen im Nationalpark


Neuer Farn im Nationalpark

Mitte Oktober 2004 trafen sich die ehrenamtlichen Kartierer von Tier- und Pflanzenarten in den Harzer Nationalparken. In diesem Jahr brachte das Expertentreffen ein besonders erfreuliches Ergebnis: Der Botaniker Hans-Jürgen Czichowski aus Bad Harzburg hatte schon vor einiger Zeit einen ungewöhnlichen Farn im nördlichen Teil des Nationalparks in Sachsen-Anhalt entdeckt, den er seinen Expertenkollegen bei dieser Gelegenheit vorführen konnte. Gemeinsam kam man zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Exemplar um den Schwarzstieligen Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum) handelt, eine bisher aus dem Harz nicht bekannte Art. In Niedersachsen ist dieser seltene Farn vom Aussterben bedroht, in Sachsen-Anhalt ist dieser Farn seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts verschollen. Für die Mitarbeiter der beiden Schutzgebietsverwaltungen ist dieser Fund ein weiterer Beweis für die große Bedeutung der Nationalparke für den Artenschutz. Und natürlich werden die Kartierungen in dem nunmehr einheitlichen Nationalpark mit gleicher Intensität fortgesetzt! Seit Gründung der beiden Schutzgebiete, vielfach aber auch schon länger, erfassen Botaniker und Zoologen hier ehrenamtlich die Tier- und Pflanzenwelt. Ihre Artenkenntnisse liefern nicht nur den beiden Nationalparkverwaltungen wichtige Informationen für deren Naturschutzarbeit, sondern die von ihnen erhobenen Daten fließen darüber hinaus auch in die bundes- und landesweiten Erfassungsprogramme von Flora und Fauna ein. Sie sind zum Beispiel die Grundlage für die Feststellung der Gefährdung von Arten. Die Ehrenamtlichen Kartierer waren schon immer Länder übergreifend in den Nationalparken unterwegs, weshalb auch schon seit mehreren Jahren die Jahrestreffen zum Erfahrungs- und Informationsaustausch von den beiden Nationalparkverwaltungen gemeinsam ausgerichtet werden. Im jährlichen Wechsel traf man sich bisher mal im Nationalpark Hochharz und mal im Nationalpark Harz. Dabei wird in Vorträgen aus der Arbeit der Nationalparkverwaltungen sowie der Kartierer berichtet, und eine Geländeexkursion rundet die Veranstaltung ab.


Nationalpark-Kooperation mit dem Ev. Kindergarten Sankt Andreasberg

Aufgeregt stehen die Kinder in einem Kreis um Ursel Morgenstern und hören ihr gespannt zu. Die Mitarbeiterin des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg führt eine Hausführung durch und erzählt der Gruppe des Evangelischen Kindergartens Sankt Andreasberg dabei von den Tieren, die es im Harz einmal gab.

Der Rundgang durch das Nationalparkhaus ist der Auftakt einer Kooperation zwischen den beiden Einrichtungen. Im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg gab es schon lange die Absicht, eine Zusammenarbeit mit Kindergärten der Region aufzubauen. Nun hat es durch den persönlichen Kontakt einer Mitarbeiterin zum Kindergarten geklappt. "Auch die Erzieher sind sehr interessiert an der Zusammenarbeit und wir können gegenseitig viel voneinander lernen", erzählt Ursel Morgenstern. Sie wird mit Anne Gille und Jennifer Kellner, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Nationalpark Harz absolvieren, die Kinder betreuen.

Als nächstes Projekt steht eine Wanderung durch den Nationalpark mit allen 40 Kindern auf dem Programm. In drei Altersgruppen aufgeteilt, finden dann in regelmäßigen Abständen vormittags Veranstaltungen mit den Kindern statt. Dies können dann weitere kurze Wanderungen, aber auch Bastelvormittage sein, je nach Wetterlage und Altersstufe. Im nächsten Jahr soll dann ein etabliertes Umweltbildungsprogramm mit den
älteren Kindern durchgeführt werden. Die Kinder werden dabei von den beiden FÖJ-Mitarbeitern betreut. "Ich denke, dass man schon früh damit beginnen kann, den Kindern die natürlichen Zusammenhänge zu erklären und ihnen zu zeigen, wie sie ihre Sinne in der Natur einsetzen können. Dabei führen wir natürlich kindgerechte Aktivitäten durch, die den Kindern Spaß machen sollen", erklärt Ursel Morgenstern. Sie führte schon eine Projektwoche mit Schülern der Grundschule Sankt Andreasberg durch. Diese wurden über das Thema "Fairer Handel" und "Kinderarbeit in Entwicklungsländern" informiert und gestalteten eine Wandzeitung mit fair gehandelten Produkten. Auch die Zusammenarbeit mit der Grundschule soll nun ausgebaut werden.
 
Die Angestellte freut sich schon auf die kommenden Monate. "Für mich ist es immer schön, mit Kindern zu arbeiten, denn sie sind sehr interessiert und mitteilungsbedürftig. Und vielleicht sind sie ja später einmal stolz darauf, dass es in Sankt Andreasberg ein Nationalparkhaus gibt", meint Ursel Morgenstern.


Das neue gastronomische Luchs-Gütesiegelprojekt


Den kompletten Flyer finden Sie hier als pdf-Datei.


Nina Wenzel und Thomas Malkmus neue Praktikanten für die Umwelt 2004

Durch die Initiative von Commerzbank und EUROPARC Deutschland erhalten jedes Jahr rund 60 Studenten verschiedener Fachrichtungen die Möglichkeit, ein "Praktikum für die Umwelt" zu absolvieren. Sie arbeiten dabei für Großschutzgebiete in ganz Deutschland in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Das Umweltbildungsteam des Nationalparks Harz wird in diesem Jahr von Anfang August bis Ende November von Nina Wenzel und Thomas Malkmus tatkräftig unterstützt.

Die Geographin Nina Wenzel schrieb ihre Diplomarbeit über das Thema "Umweltbildung in Naturparken" und war damit gut vorbereitet für ihre Tätigkeit im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg. Sie informiert dort die Besucher über den Nationalpark und führt spannende Naturerlebniswanderungen für Schulklassen durch. "Bei den bisherigen Wanderungen war mir aufgefallen, dass sie oft noch zu informationslastig waren. Ich wollte die Führungen erlebnisorientierter gestalten", erzählt Nina Wenzel. In einer Projektgruppe hat sie daraufhin ein neues Konzept für Naturerlebniswanderungen erstellt. Das Konzept wird auch schon umgesetzt und von Schülern wie Lehrern gut aufgenommen. "Gut gefallen haben mir auch die Informationsveranstaltungen, die der Nationalpark für alle Praktikanten anbietet. So lerne ich die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen und kann mich mit Kollegen aus dem Bereich Umweltbildung austauschen", freut sich die Berlinerin.

Thomas Malkmus arbeitet im Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus. Vom Commerzbank-Praktikum erfuhr er durch seinen Bruder, der bereits ein solches Praktikum absolviert hatte. Der Diplom-Biologe hat sein erstes Staatsexamen für Gymnasien in Biologie und Chemie bereits bestanden und wollte vor dem Referendariat mit Kindern und Jugendlichen direkt in der Natur arbeiten. Er führt Walderlebnisführungen für Schulklassen aus der nahegelegenen Jugendherberge Torfhaus durch. "Dabei merkt man schnell, welche Spiele für welche Altersgruppe geeignet sind. Ich konnte im Umgang mit Kindern und Jugendlichen schon viel Erfahrung durch meine Tätigkeit hier sammeln", berichtet der 29jährige. Er führte schon ein einwöchiges Wildnis-Camp für eine Schulklasse aus Wuppertal durch. Zur Zeit arbeitet Thomas Malkmus an einem Programm für eine Jugendgruppe, die im Oktober 2004 eine Woche im Nationalpark verbringen wird. "Von einer Schulklasse, die im August hier war, habe ich gerade ein tolles Dankschreiben mit Fotos erhalten. So etwas motiviert natürlich sehr für die weitere Arbeit", freut sich Thomas Malkmus.

Das "Praktikum für die Umwelt" entstand 1990 in der Zusammenarbeit der Nationalparke und der Commerzbank. Damit unterstreicht die Bank ihr Engagement für den Umweltschutz und zeigt, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen müssen. In den vergangenen Jahren haben so bereits ca.900 Praktikanten die Chance bekommen, Erfahrungen im Bereich der Umweltbildung zu sammeln, die ihnen für ihren späteren Beruf zugute kommen.


Im Nordharz gelangen erste Fotos von wilden Jungluchsen

Bereits im Sommer 2002 wurden im Harz die ersten jungen Luchse seit wohl mehr als 200 Jahren in freier Wildbahn geboren. Nach den Informationen der Nationalparkverwaltung Harz führten damals drei der im Rahmen des Luchsprojektes Harz ausgewilderten Luchsinnen Junge. Auch im Jahr 2003 wurden zwei führende Luchsinnen in den Forstämtern Elend, Sachsen-Anhalt und in der Stadtforst Goslar, Niedersachsen bestätigt. Mehrere Versuche der Mitarbeiter des Harzer Luchsprojektes, mit Hilfe von Fotofallen Nachweise der Jungtiere zu ermitteln, schlugen allerdings fehl.

In diesem Jahr jedoch konnte im Nordharz bereits im Juli eine Luchsin mit ihrem Nachwuchs bestätigt werden. Es stellte sich die Frage, welche der ausgewilderten Luchsinnen die Jungtiere zur Welt gebracht hatte. Trotz einiger Hinweise, dass das Tier mit einer Ohrmarke ausgestattet sei, fehlte letzte Klarheit über die Identität der Luchsin sowie die Anzahl und den körperlichen Zustand ihrer Jungen. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Forstbeamten und Jägern im Gebiet wurden daher an geeigneten Plätzen wiederum einige Fotofallen installiert. Die Forscher hofften darauf, so auswertbare Bilder von den zufällig vorbeilaufenden Luchsen zu erhalten.
Jedoch waren alle Versuche viele Wochen lang erfolglos und nur Waschbären oder Wildschweine zeigten sich auf den Bildern. Dann jedoch half den Forschern das Glück. Zufällig konnte ein Forstbeamter im Gebiet der Luchsfamilie im Vorbeifahren beobachten, wie eine Luchsin ein erbeutetes Reh über eine Waldschneise in Deckung zog. Wenige Stunden später suchten und fanden die Luchsforscher das tote Reh versteckt unter jungen Buchen. Eine Fotofalle wurde in der Nähe installiert und in den folgenden Tagen mehrfach kontrolliert. Alle Arbeiten wurden so vorsichtig wie möglich durchgeführt, um die Luchse auf keinen Fall zu stören. Und tatsächlich, als die Luchsfamilie abends zu der Beute zurückkehrte, wurde diesmal der Einsatz belohnt. Insgesamt entstanden mehr als vierzig Fotos. Die Luchsin konnte damit anhand ihrer Ohrmarke zweifelsfrei als ein im Jahr 2003 ausgewildertes Tier aus dem Zoo Osnabrück identifiziert werden und auch ihre drei Jungen waren ein ums andere Mal auf den Bildern zu sehen.

Fotos von wildlebenden Luchsen sind selten und Bilder von Jungluchsen eine Sensation, zumal der Luchs in Deutschland derzeit nur in wenigen Gebieten, wie z.B. dem Bayerischen Wald, dem Erzgebirge oder dem Pfälzer Wald vorkommt. Erstmals in der gesamten Ausrottungs- und Wiederansiedlungsgeschichte des Luchses im Harz ist es damit gelungen, Jungtiere in freier Wildbahn zu fotografieren. Die Bilder belegen eindrucksvoll den positiven Verlauf der Harzer Luchswiederansiedlung als wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Großkatze in Mitteleuropa.

Da Luchse ihren Nachwuchs fast ein Jahr lang führen, wird die Familie voraussichtlich noch bis zum März oder April zusammen bleiben. Nach der Trennung von der Mutter müssen Jungluchse auf der Suche nach einem eigenen Revier oft über sehr lange Distanzen abwandern. Krankheiten und Hunger bedrohen dabei die noch unerfahrenen Tiere und führen dazu, dass oftmals weniger als die Hälfte aller Jungtiere eines Jahres die Geschlechtsreife erreichen.

Für weitere Informationen und das Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Herrn Anders, Tel. 0170/206 1123.


Fledermäuse in Ilsenburg geortet

Etwa 20 Teilnehmer erlebten bei der "Nacht der Fledermäuse im Nationalpark Hochharz" ein abwechslungsreiches Programm rund um diese faszinierenden Säugetiere. Bernd Ohlendorf, Leiter der Landesreferenzstelle für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt in Roßla, präsentierte den Anwesenden Spannendes aus dem Leben dieser fliegenden Säugetiere. Dabei ging er auf wesentliche Unterschiede der in Sachsen-Anhalt vorkommenden Fledermausarten ein - beispielsweise, dass Fledermäuse über 40 Jahre alt werden können und dass die kleinste heimische Art, die Zwergfledermaus, nur drei Gramm, die größte, das Große Mausohr, aber rund 40 Gramm schwer wird. Mehr als ein Dutzend verschiedene Fledermausarten konnten dabei dank einer Leihgabe des Museums Heineanum Halberstadt in Form von Präparaten begutachtet werden. Weiter gab es auch lebende Fledermäuse zu bestaunen. Zunächst wurden zwei Pflegetiere der Roßlaer Landesreferenzstelle gezeigt, die zur Freude besonders der jüngeren Teilnehmer auch für "Streicheleinheiten" zur Verfügung standen. Als es schließlich mit fortschreitender Dämmerung immer dunkler wurde, wanderten die Wissenschaftler sowie Teilnehmer an der Ilse und den nächstgelegenen Teichen entlang - es war nun an der Zeit, nach freilebenden Fledermäusen Ausschau zu halten. Und tatsächlich konnten einige Wasserfledermäuse bei der Jagd nach Insekten gesichtet und dank Ultraschall-Detektor auch hörbar gemacht werden. Fünf Wasserfledermäuse sind sogar in das im Laufe des Abends errichtete Fangnetz geflogen und konnten daraufhin für wissenschaftliche Zwecke vermessen, beringt und anschließend wieder frei gelassen werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die sowohl die Fledermausexperten als auch die Besucher gemacht haben, war man sich schnell einig, auch im nächsten Jahr wieder eine ähnliche Aktion anzubieten. Dann wahrscheinlich ein paar Wochen früher, denn in kühlen Septembernächten fliegen viele der Beutetiere bereits nicht mehr.


9. Klasse aus Wuppertal zum GEO-Camp 2004 im Nationalpark Harz

Konzentriert sitzen die Jungen und Mädchen in kleinen Gruppen an ihren Miskroskopen. Sie haben in der näheren Umgebung Tiere und Pflanzen eingesammelt und bestimmen diese nun mit Bestimmungsbüchern. Ist das nun ein Wurm oder eine kleine Larve? Unterscheiden sie sich überhaupt? Lehrer Norbert Jacob kann weiterhelfen und erläutert seinen Schülern die Unterschiede.

Der Klassenlehrer des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums in Wuppertal hatte seine Klasse für den Schülerwettbewerb des Magazins GEO ( www.geo.de/artenvielfalt ) zum Tag der Artenvielfalt angemeldet. Dabei waren die Schüler der 9. Klasse aufgerufen, ein Stück Natur vor der eigenen Haustür möglichst genau zu untersuchen und die Ergebnisse anschließend zu dokumentieren. Die Klasse wählte dafür den schuleigenen Garten mit Teich. Mit verschiedenen Experten wurden diese Lebensräume untersucht und die Ergebnisse anschließend auf einer CD-ROM präzise dargestellt. Zusätzlich bauten die Schüler aus Draht und Pappmaché einen „Evolutionsbaum“, in dem der gesamte Stammbaum des Tier- und Pflanzenreichs dargestellt ist. Mit ihrer Arbeit hatte sich die Klasse schließlich durchgesetzt und den 1. Preis gewonnen – ein Wildniscamp im Nationalpark Harz.

Das Erforschen verschiedener Lebensräume war dabei nur ein Teil des Wildniscamps im September 2004 im Sankt Andreasberger Ortsteil Sonnenberg mitten im Nationalpark Harz. Das vom Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus ausgearbeitete Programm beinhaltete auch eine Nachtwanderung und einen „magischen Abend“. Die Schüler sollten die Wildnis hautnah spüren und legten sogar einen eigenen Wildnis-Parcours an. Darüber hinaus fanden Informationsveranstaltungen statt - die Jugendlichen lernten dabei die Aufgaben und Ziele des Nationalpark Harz kennen.


Naturreisen mit dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus

Windumtoste Berggipfel, Klippen, steile Hänge mit Felsschutt, knorrige Windflüchter im Kampf gegen die Elemente – all das zeichnet nicht allein die Alpen aus. Im Harz, nur gut 200 Kilometer von der Nordseeküste entfernt, wird es schon mal stürmischer als an der Zugspitze, mit Böen bis zu 280 km/h. Kein Wunder, dass der Brocken als einziger Mittelgebirgsgipfel Deutschlands von Natur aus waldfrei ist. Zahlreiche Relikte der letzten Eiszeit, deren nächste Verwandte in den Alpen oder in der Tundra Skandinaviens zu Hause sind, zeugen bis heute von dem rauen Klima. Sogar ganz eigene Arten – wie die endemische Brockenanemone – hat die Evolution hier hervorgebracht. Gerade im Herbst präsentieren sich die Buchenwälder rund um Bad Harzburg oder im Ilse- oder Siebertal in bunter Farbenpracht. Auf den Mooren leuchten die rosafarbenen Heideblüten mit der dunkelrot verfärbten Rasigen Haarsimse um die Wette, während die Sonne in den Tautropfen der Spinnweben glitzert. Das Wasser sammelt sich in unzähligen Bächen und stürzt durch schroffe Schluchten zu Tale. In den alten Bergfichten des Brockenurwaldes bildet sich frühmorgens bereits der erste Raureif. An klaren Herbsttagen geht der Blick von den Harzgipfeln weit ins Land, während sich in den Tälern die weißen Nebelbänke nur langsam auflösen.

Dass man sich in einem Nationalpark bewegt, ist bereits heute unübersehbar. Schon nach acht bzw. zwölf Jahren Entwicklungszeit finden sich Zeugen der natürlichen Sukzession, des ungestörten Werdens und Vergehens. Umgefallene Baumstämme, vermoderndes Holz als Lebensraum für Tiere und Pilze, laubreicher Jungwuchs anstelle der einst aufgeforsteten Fichten – überall holt sich die Natur das zurück, was ihr der Mensch durch jahrhundertelange Nutzung genommen hat. Die Wildnis hält wieder Einzug – und das mitten in Deutschland. Selbst der alte Harzer „Meister Pinselohr“, der Luchs, ist nach fast 200 Jahren auf samtenen Pfoten in den Norden Deutschlands zurück gekehrt.

Der Harz zieht ganzjährig Besucher an: Norddeutsche, Niederländer und Dänen, für die der Harz das nächstgelegene „echte“ Mittelgebirge ist; aber auch internationale Gäste, die dem Geheimnis der Hexen am „Blocksberg“ auf die Schliche kommen wollen. Wenn sie stattdessen auf Sperlingskäuze stoßen, die im Wald nach Beute jagen, oder am Gipfel auf die seltene Ringdrossel, so ist das wohl kein schlechter Ersatz.

Um die Natur des Harzes in ihrer Vielfalt und Eigenart entdecken zu können, bieten die Mitarbeiter der beiden Nationalparke Führungen und Erlebnisprogramme an. So nehmen Sie die Mitarbeiter des BUND-Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus mit auf eine Wanderung zu „Moorleichen, Hungerkünstlern und Irrlichtern“. Hier lernen Sie Spezialisten wie den fleischfressenden Sonnentau kennen, die in der stets nassen und nährstoffarmen Umgebung zu überleben wissen. Wer es noch wilder mag, der kann sich in das Reich der Luchse wagen und ihnen an den Rabenklippen Aug’ in Aug’ gegenüber treten. Mit viel Muße können Sie ihre eigenen „Wege in die Wildnis“ finden, sich der entstehenden Waldwildnis z.B. im Rahmen eines naturtouristischer Komplettangebotes nähern. Erlebnis- und Selbsterfahrungselemente bieten eine ungewohnte Sicht auf die Wildnis und helfen, die Zusammenhänge – im Wortsinn – zu begreifen. Mit verbundenen Augen lernen Sie einen Baum aus der Nähe kennen oder tasten sich barfuß durch den Wald, sind als Wildnisforscher unterwegs oder lauschen in der Dämmerung den Stimmen des Waldes. Wer die Harzer Wildnis auf eigene Faust erkunden möchte, dem bieten vor allem die Nationalparkhäuser Altenau-Torfhaus und Sankt Andreasberg, das Brockenhaus und das Hohnehaus mit ihrem fachkundigen Personal die Möglichkeit, sich über die Natur und die Nationalparke zu informieren. Dabei helfen interaktive Ausstellungselemente und Multi-Media-Präsentationen. Das Brockenhaus bietet zusätzlich Bilder und Dokumente zur jüngeren deutschen Geschichte. Das BUND-Nationalparkhaus Sankt Andreasberg entführt Sie in die Zeit des Bergbaus und zeigt gleichzeitig Wege in die Zukunft für Mensch und Natur auf. Im BUND-Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus werden die Harzer Hochmoore, die natürliche Walddynamik und der Lebensraum Totholz näher beleuchtet.

Anreise: Mit „Fahrtziel Natur“, einer Initiative der Deutsche Bahn AG in Kooperation mit führenden Umweltschutzverbänden, sind die Nationalparke über die Bahnhöfe Bad Harzburg, Goslar, Ilsenburg und Wernigerode (im Norden) oder Herzberg und Bad Lauterberg (im Süden) zu erreichen. Zahlreiche Busse (z.B. die Linie 850 Bad Harzburg–Torfhaus–Braunlage), die Harzer Schmalspurbahnen und sogar eine Erdgasbuslinie erschließen den Nationalpark.

REISETIPPS

  • Im Reich der Luchse: 3 Übernachtungen im DZ inkl. HP: Mit geführten Wanderungen in die Waldwildnis, Bustransfer und Besuch des Luchsgeheges an den Rabenklippen, einem Entspannungsbad in der Sole-Therme und einer Seilbahnfahrt auf den Burgberg; Preis: 229 Euro pro Person, nächster Termin: 11.-14.11.2004 (weitere Termine nach Absprache). Reservierung und Buchung: Hotel Tannenhof, Nordhäuser Str. 6, 38667 Bad Harzburg, Tel. 05322/9688-0, Fax -99, e-Mail solehotels@bad-harzburg.de, Internet www.solehotels.de. Gästezahl min. 8, max. 20, Buchung bis 14 Tage vor Reisebeginn möglich.
  • Von Hungerkünstlern, Moorleichen und Irrlichtern: Führung durch die Ausstellung des Nationalparkhaus mit anschließender geführter Ganztagswanderung mit Erlebniselementen. Weitere Halb- und Ganztagesprogramme, Termine und Preise auf Anfrage, ab 8 Personen. Anmeldung: BUND-Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Fordern Sie unsere Naturreise-Broschüre an - Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus, Tel. 05320/263, Fax 05320/266, e-mail torfhaus@t-online.de

WEITERE INFORMATIONEN


Harz-Wanderbus zu Besuch bei den Juniorrangern

Am 4. September war in der Nationalparkgemeinde Herzberg-Lonau (Landkreis Osterode) Tag der offenen Tür beim Sommerfest der Kinder- und Jugendgruppen des Nationalparks Harz. Rund um die Rangerstation gab es ab 14 Uhr viel zu erleben. Bei einer Malaktion unter dem Motto "Mit dem Harz-Wanderbus im Nationalpark Harz unterwegs!" gab es tolle Preise für das schönste bunte Wanderbusbild zu gewinnen. Als erster Preis lockte beispielsweise ein Gutschein für die Teilnahme am Nationalpark-Wildnis-Camp 2005 (Kinder ab 8 Jahre). Eine kleine Fotoausstellung gab einen Einblick in das diesjährige Wildniscamp.

Wer wollte, konnte mit dem bunt beklebten Harz-Wanderbus des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen (VSN) eine kleine Tour zum Auerhuhngehege unternehmen und sich dort die imposanten Tiere ansehen und mehr über sie erfahren. Parallel dazu fand eine Rallye für die Mitglieder der Kinder- und Jugendgruppen des Nationalparks statt, bei der Geschicklichkeit beim Bogenschießen oder Zapfenwerfen und viel Nationalparkwissen gefragt war. Bei der jährlichen Auszeichnungsaktion wurden auch in diesem Jahr wieder drei Kinder als neue Juniorranger ausgezeichnet werden und dürfen nun die betreuenden Ranger bei ihrer Arbeit unterstützen. Wer sich für die Arbeit der Kinder- und Jugendgruppen interessierte und mit den Kindern und Rangern ins Gespräch kommen oder vielleicht selbst aktiv werden mochte, war in Lonau an diesem Tag genau richtig.


Zwei der in Lonau 2004 neu ausgezeichneten Harzer Nationalpark-Juniorranger

Wer mehr über den Wanderbus erfahren oder "Natur pur" ohne Auto im Harz erleben möchte, findet in einer Broschüre alle wichtigen Infos. Sie kann kostenlos angefordert werden unter der VSN-Info-Nummer 0551-99 80 99. Im Internet unter www.vsninfo.de  gibt es sie zum Ansehen und Ausdrucken. Der "VSN-Harz-Wanderbus" fährt an allen Wochenenden bis zum 24. Oktober 2004.


Ministerpräsidenten Wulff und Böhmer unterzeichnen Staatsvertrag zum Nationalpark Harz

Die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, Wolfgang Böhmer und Christian Wulff, haben am 28.8.2004 in Thale den Staatsvertrag "Nationalpark Harz" unterzeichnet. Damit sollen die Nationalparke "Hochharz" auf sachsen-anhaltischer und "Harz" auf niedersächsischer Seite zum gemeinsamen Nationalpark Harz zusammengeführt werden. Einen entsprechenden Beschluss hatten die Landesregierungen in ihrer gemeinsamen Kabinettssitzung am 11. Mai 2004 in Wernigerode gefasst.

Mit dem Zusammenwachsen der Nationalparke werde die künstliche Trennung des Naturraumes überwunden, betonten die Ministerpräsidenten übereinstimmend. "Der Harz ist ein zusammenhängender Lebensraum sowohl für die Menschen als auch für die Tiere und Pflanzen. Wir wollen diesen gemeinsam voranbringen. Auch im gemeinsamen Nationalpark Harz sollen die hohen Naturschutzstandards beibehalten werden", sagte Ministerpräsident Böhmer. "Wir erwarten, dass die gesamte Harzregion vom gemeinsamen Nationalpark profitieren wird. Unter einheitlicher Leitung soll die Natur weiterentwickelt, die Umweltbildung gestärkt und der Tourismus weiter gefördert werden", unterstrich Ministerpräsident Wulff. "Der Staatsvertrag ist ein sehr erfreulicher Schritt bei der Vollendung der inneren Einheit und beispielhaft für die gute Zusammenarbeit der Nachbarländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt", betonten Böhmer und Wulff.

Die Zusammenführung der beiden Nationalparke soll bis spätestens Ende 2005 abgeschlossen sein. Sitz des gemeinsamen Nationalparks Harz mit einheitlicher Leitung und Öffentlichkeitsarbeit wird Wernigerode in Sachsen-Anhalt sein. Eine Außenstelle wird in Oderhaus, einem Ortsteil von St. Andreasberg, installiert. Das Gebiet des gemeinsamen Nationalparks Harz umfasst den bisherigen sachsen-anhaltischen Nationalpark Hochharz (8.871 Hektar) und den niedersächsischen Nationalpark Harz (15.832 Hektar). Er hat eine Gesamtfläche von 24.703 Hektar.

Mit der Zusammenführung werde eine einheitliche naturschutzfachliche Arbeit auf hohem Niveau für den gesamten Naturraum Harz möglich. Vorgesehen sei, die beiden bestehenden, in Teilen unterschiedlich gefassten Nationalparkgesetze durch weitestgehend gleich lautende Nationalparkgesetze bis spätestens Ende 2005 zu ersetzen, erklärten die Ministerpräsidenten. Ferner müsse über die Rechtsform der künftigen einheitlichen Nationalparkverwaltung entschieden und die bestehenden Nationalparkverwaltungen in diese einheitliche Nationalparkverwaltung überführt werden. Auch solle ein einheitlicher Nationalparkbeirat gebildet werden.

Die Ministerpräsidenten dankten dem bisherigen Leiter des Nationalparks Harz, Wolf-Eberhard Barth, und dem bisherigen Leiter des Nationalparks Hochharz, Peter Gaffert, für die geleistete Arbeit. Außerdem wünschten sie dem designierten neuen Leiter Andreas Pusch viel Erfolg für seine zukünftige Arbeit. Pusch wird seine Tätigkeit nach Ratifizierung des Staatsvertrages durch die beiden Landtage aufnehmen.


Hochharz-Nationalparkleiter Peter Gaffert verabschiedet

Seit über 10 Jahren leitete Peter Gaffert in der Nachfolge des ersten Leiters Hubertus Hlawatsch den Nationalpark Hochharz und hat in dieser Zeit viel erreicht. Wenn man bedenkt, wie kritisch die Öffentlichkeit dem jungen Nationalpark Hochharz gegenüberstand, als Peter Gaffert die Leitung übernahm, kann man einschätzen, wie viel seitdem erreicht wurde.

Im Zuge der bevorstehenden Nationalparkfusion wurde Peter Gaffert am 26.8.2004 verabschiedet. Sichtlich bewegt dankte er seiner Belegschaft und allen Mitstreitern dafür, dass er in den zurückliegenden zehn Jahren den Nationalpark habe mit aufbauen dürfen. Ab 1.9.2004 übernimmt Gaffert die Leitung der Biosphärenreservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz in Roßla (Landkreis Sangerhausen, Sachsen-Anhalt). Sein Nachfolger, der Harzburger Andreas Pusch, wird den Chefsessel in Wernigerode voraussichtlich Anfang November 2004 übernehmen.

Bis Peter Gaffert sich jedoch am 26.8. für die zahlreichen guten Wünsche für die neue berufliche Aufgabe bedanken konnte, gab es in zahlreichen Reden fast 90 Minuten lang ausschließlich Positives über den scheidenden Leiter der Nationalparkverwaltung Hochharz zu hören. Die Belegschaft hatte dazu eingeladen und zahlreiche regionale Vertreter aus Verwaltung, Politik und Vereinen und Verbänden in die Nationalparkverwaltung Hochharz in der Lindenallee gebeten. Allen Reden gemeinsam war die Anerkennung für die konstruktive und verlässliche Arbeit von Peter Gaffert und sein stetes Streben nach einem bestmöglichen Kompromiss im Sinne des Nationalparks und der Region.

Ministerialdirigent Peter Wenzel vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt überbrachte die Grüße der Ministerin Petra Wernicke und einen Dank für den scheidenden Leiter. Dass sich so viele Gäste - darunter der Wernigeroder Landrat, zahlreiche Bürgermeister, die Geschäftsführer von Europarc Deutschland und HVV, Leiter mehrerer Kurverwaltungen, die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz, die HSB-Chefetage, der Brockenwirt und viele andere eingefunden hatten, sei sichtbarer Beweis für den beruflichen Erfolg von Peter Gaffert, schätzte Wenzel ein. Freimütig erklärte er, dieser Termin in Wernigerode sei "kein Anlass zum Feiern". Wenzel erinnerte daran, dass der Start Gafferts von großen Anfangskonflikten begleitet war - er nannte die Brockenbahn und die Bebauungspläne auf dem Gipfel. Andererseits zeugten das Brockenhaus, die Rangerstation Scharfenstein und die Pläne für ein "bauliches Eingangstor zum Nationalpark in Schierke" von den Visionen des bisherigen Nationalparkchefs und seinen Erfolgen. Peter Wenzel forderte auf der "erweiterten Belegschaftsversammlung", dem neuen Nationalparkchef Andreas Pusch aufgeschlossen und hilfreich zu begegnen, damit die Sache Peter Gafferts in dessen Sinne erfolgreich fortgeführt werden könne. Wenzel betonte, im gemeinsamen Nationalpark werde es keine Aufweichung der Standards und keinen "Aldi-Naturschutz" geben.


Stapelburg ist zweiter Nationalparkort am Nationalpark Hochharz

Am 14.8.2004 nahm Stapelburgs Bürgermeister Heinz Rettig die Urkunde zum "Nationalparkort" von Abteilungsleiter Peter Wenzel aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt entgegen. Die Nordharz-Gemeinde am Rand des Nationalparks Hochharz hatte sich seit längerer Zeit um diese formelle Anerkennung der bereits praktizierten Partnerschaft mit dem Nationalpark bemüht. Stapelburg hatte im März 2004 die Anerkennung als "Nationalparkort" nach § 16 des Nationalparkgesetzes Hochharz beim zuständigen Ministerium in Magdeburg beantragt. Im Februar hatte sich der Gemeinderat in einem 6-Punkte-Vertrag zur Unterstützung der Ziele und Grundsätze des Nationalpark Hochharz offiziell verpflichtet. Tatsächlich trägt die Kooperation zwischen Gemeinde und Schutzgebiet aber schon lange Früchte. Deshalb war es für Stapelburg kein Problem, die für die Anerkennung notwendigen Punkte zu erfüllen.

Erster Punkt des Vertrages ist die Verpflichtung des Ortes zu den Nationalparkgrundsätzen. Dieser Verpflichtung war Stapelburg bereits aus eigenem Antrieb nachgekommen. So hatte die Gemeinde den Nationalpark während der Diskussionsphase um das Nationalparkgesetz stets unterstützt und sich für die Belange des Naturschutzes eingesetzt. Seither grenzen die Flächen der Gemeinde unmittelbar an das Schutzgebiet. Die Zusammenarbeit des Waldkindergartens mit dem Nationalparkrangern ist ein weiteres Beispiel. Außerdem beteiligt sich Stapelburg aktiv an den Entwicklungs- und Gesprächsrunden im Nationalpark-Beirat und in der "Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten". Der zweite Punkt besagt, dass die Gemeinde Basisinformation zum Nationalpark in eigene Veröffentlichungen aufnimmt, z.B. bei der Tourismuswerbung. Dies wurde bereits in den Informationstafeln und -kästen im Ort umgesetzt. Im Gemeindeblatt wird demnächst über die Partnerschaft berichtet werden. Gemäß des dritten Punktes wird der Ort Möglichkeiten schaffen, eine Beschilderung als Nationalparkort im Corporate Design des Schutzgebietes aufzustellen. Im Rahmen der Urkundenverleihung erhielt die Gemeinde Stapelburg ihr erstes "Nationalparkort"-Eingangsschild; weitere gemeinsame Signale werden folgen. Die öffentliche Dokumentation der Entwicklung des Nationalparkortes und der Kooperation zwischen Gemeinde und Nationalpark stellt den vierten Vertragspunkt dar. Die Mitarbeit in der "Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten" und die Mitarbeit im Nationalparkbeirat gemäß § 15 NlpG LSA werden daher regelmäßig als Beiträge im Aushang und im Gemeindeblatt Stapelburgs sowie in den Internetseiten des Nationalpark Hocharz erscheinen. Punkt fünf fordert regelmäßige Arbeitsgespräche mit der Nationalparkverwaltung, um gemeinsame Aktivitäten zu planen und umzusetzen. Ansätze hierzu sind die regelmäßige Einbindung der Nationalparkverwaltung in das Burgfest, ein inzwischen fertiger Wald-Unterstand für den Waldkindergarten, gemeinsame Wanderungen von Stapelburg in den Nationalpark mit dem Heimatverein und das Entwerfen der "Basisinformation" zum Nationalparkort gemeinsam mit dem Heimatverein, um diese den Vermietern von Fremdenzimmern zur Verfügung zu stellen. Die aktive Mitarbeit im Nationalpark-Beirat zur Profilierung als Nationalparkort ist in Punkt sechs vereinbart, stellt aber in den Personen von Bürgermeister Heinz Rettig und der Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Nordharz Hannelore Striewski schon lange eine feste Größe in der Zusammenarbeit dar.

1998 war die Stadt Ilsenburg erster Nationalparkort geworden. 2001 wurde die Auszeichnung im § 16 des Nationalparkgesetzes Hochharz festgelegt. Stapelburg war aufgrund seiner Lage im Eckertal nahe Niedersachsen als möglicher Standort für ein Nationalpark-Informationszentrum im Gespräch. Die Fusionspartner Nationalpark Hochharz (Sachsen-Anhalt) und Nationalpark Harz (Niedersachsen) setzen in der Zusammenarbeit mit den Anliegerkommunen und deren Ausweisung als Nationalparkorte bzw. Nationalparkgemeinden ganz ähnliche Konzepte ein.

Auszug aus dem Nationalparkgesetz Hochharz:

§ 16 NlpG LSA: Nationalparkort

(1) Städte und Gemeinden, deren Gebiet sich über Nationalparkflächen erstreckt oder unmittelbar an solche angrenzt und die durch Satzungen oder Vertrag sich den Grundsätzen des Nationalparks verpflichten, können nach Anerkennung durch das für den Naturschutz zuständige Ministerium die Bezeichnung "Nationalparkort" führen. Nationalparkorte sollen als Lebens- und Wirtschaftsraum für die Bevölkerung bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Gesamtökologie des Nationalparks und seiner Umgebung entwickelt werden.
(2) Die Bezeichnung "Nationalparkort" kann entsprechend Absatz 1 aberkannt werden, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 1 mindestens ein Jahr lang nicht erfüllt wurden.


FD Andreas Pusch neuer Leiter für gemeinsamen Nationalpark Harz

Der aus dem Harz stammende 49-jährige Leiter des Forstamtes Danndorf (bei Wolfsburg), Forstdirektor Andreas Pusch, wird Chef des gemeinsamen Nationalparks Harz mit Sitz in Wernigerode. Darauf haben sich die zuständigen Ministerien von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geeinigt.
Damit setzte sich der niedersächsische Bewerber nach einem ausführlichen Bewerbungsverfahren gegenüber seinen Mitbewerbern aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen durch.

Wichtigste Aufgabe für den künftigen Nationalparkchef ist die Zusammenführung der beiden Parke und die nachhaltige Entwicklung der Nationalparkregion Harz.

Die Einrichtung der gemeinsamen Dienststelle in Wernigerode erfolgt nach der Unterzeichnung des Staatsvertrags durch die Ministerpräsidenten Wulff und Böhmer am 28. August 2004.


Der Harz-Wanderbus fährt wieder

Vom 10. Juli bis 24. Oktober 2004 fährt wieder der beliebte Harz-Wanderbus des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen - in diesem Jahr mit optimierter Streckenführung. Der Nationalpark Harz unterstützt den Harz-Wanderbus und hat attraktive Wanderwegebeschreibungen und Fotos für die Begleitbroschüre zur Verfügung gestellt. Unter anderem wird in diesem Jahr auch Torfhaus im Nationalpark angefahren, aber auch Osterode, Herzberg, Sieber, Sankt Andreasberg, Braunlage, Hohegeiß, Walkenried, Neuhof, Bad Sachsa, Bad Lauterberg und Scharzfeld, um die wichtigsten Haltepunkte zu nennen. Sie fahren mit Bussen der RBB. Weitere Informationen, Fahrplan, Routenkarte, Preisliste und die Wanderwegebeschreibungen finden Sie unter www.vsninfo.de zum Download. Die Broschüre mit den Abfahrtszeiten und vielen Wandervorschlägen ist auch in den Nationalparkhäusern und bei der Nationalparkverwaltung Harz erhältlich.


Harzer Nationalparke und Deutsche Bahn geben neue Broschüre zum nachhaltigen Reisen heraus

Die Nationalparke Harz und Hochharz und weitere 14 exotische Reiseziele in Deutschland werden in einer neuen Broschüre beschrieben, die das Projekt Fahrtziel Natur gemeinsam mit dem Nationalparken Harz und Hochharz gerade länderübergreifend herausgegeben hat. Auf 35 Seiten werden die Harzer Nationalparke und anderen Schutzgebiete beschrieben; auch eine ausklappbare Doppelseite mit einer Übersichtskarte des bald vereinigten Nationalparks Harz findet sich in dem Heft. So kann man sich schon heute orientieren, wie der länderübergreifende Park einmal aussehen wird. Das Projekt Fahrtziel Natur ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Bahn mit Umweltverbänden; es geht nun schon in die vierte Saison und hat sich erheblich erweitert. Mit der Aufnahme des Naturparks Frankenwald werden jetzt insgesamt 16 Gebiete in zehn Regionen präsentiert. Mittlerweile sind 11 von 15 deutschen Nationalparken bei Fahrtziel Natur dabei.

Die Bahn, die vier großen deutschen Umweltverbände BUND, NABU, VCD und WWF und die Großschutzgebiete treten gemeinsam für einen nachhaltigen Tourismus ein. Die Kooperation zielt darauf, den nachhaltigen Tourismus im Inland zu fördern, die Großschutzgebiete als attraktive Reiseziele bekannter zu machen und mehr Freizeitverkehr auf die Schiene zu bringen. Reisen mit den umweltfreundlichen Verkehrsträgern Bahn, Bus, Fahrrad und Schiff sind ein wichtiger individueller Beitrag im Sinne des Ökotourismus.

Gerade in den neunziger Jahren wurden in Deutschland zahlreiche Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke eingerichtet. Dies stellte einen enormen Fortschritt bei dem Vorhaben dar, wertvolle Landschaften zu bewahren. Einige dieser Gebiete werden schon seit langer Zeit intensiv touristisch genutzt. An einigen Brennpunkten wird der Schutz der Natur durch hohe Besucherzahlen und intensiven Kraftfahrzeugverkehr gar in Frage gestellt. Die Schönheit, "Exotik" und Einzigartigkeit anderer Regionen harren dagegen noch ihrer Entdeckung - natürlich auf die umweltfreundliche Art.

Die großen Schutzgebiete der von "Fahrtziel Natur" beworbenen Regionen sorgen dafür, dass die einmalige Natur auch für künftige Generationen erlebenswert bleibt. Besucher werden dabei nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, sie sind in den Schutzgebieten jederzeit willkommen. Die meisten von Ihnen wissen: Ein bisschen Rücksichtnahme und behutsame wirtschaftliche Nutzung sichert auch künftig die Bedeutung dieser Gebiete als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen - und die Möglichkeiten zur Erholung.

"Fahrtziel Natur" führt Sie in die schönsten Naturlandschaften Deutschlands und konzentriert sich dabei auf sechzehn Großschutzgebiete in zehn Regionen. Dazu gehören (von Nord nach Süd): Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Nationalpark Jasmund, Biosphärenreservat Südost-Rügen, Müritz-Nationalpark, Naturpark Uckermärkische Seen, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Nationalparke Harz und Hochharz, Nationalpark Hainich, Nationalpark Sächsische Schweiz, Naturpark Frankenwald, Nationalpark Bayerischer Wald, Naturpark Bayerischer Wald und Nationalpark Berchtesgaden.

Die 173 Bahnhöfe/Haltepunkte in den Regionen werden täglich von über 945 Zügen - darunter rund 100 Fernzüge - der Deutschen Bahn angefahren. Die Busunternehmen der Bahn sowie regionale Betreiber von Bahnen, Bussen und flexiblen Liniendiensten sorgen für direkte Anschlüsse und regionale Mobilität. Das vorhandene Angebot bietet bereits heute eine Vielzahl attraktiver, schneller, preisgünstiger und sicherer Alternativen zum eigenen PKW. Durch umfassende bundesweite Information können sich interessierte Schutzgebietsbesucher von der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrssystems überzeugen.

"Fahrtziel Natur" wirbt mit attraktiven Ausflugstipps einschließlich Fahrrad- und Wanderwegen für den Besuch der Schutzgebiete und nennt dazu die Reisemöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Vordergrund stehen dabei alltagstaugliche Informationen über Ziele und Anreise, die den Besuchern einen möglichst uneingeschränkten Naturgenuss ermöglichen sollen. Die Planung der Reisen wird mit der "Adressen genauen" Fahrplanauskunft am linken Rand des Internet-Auftritts ( www.fahrtziel-natur.de ), die auch viele Ausflugsziele in der Nähe von Haltepunkten der öffentlichen Verkehrsmittel namentlich kennt, ganz einfach gemacht.

Der Markt naturbezogener Reiseangebote im Inland wächst. Nach Einschätzung der fünf Träger von "Fahrtziel Natur" sind dabei aber noch längst nicht alle Potenziale ausgeschöpft. Umfassende Informationen über die Angebote auf der Homepage von "Fahrtziel Natur" und in den Faltblättern soll die Leistungen regionaler Anbieter einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt machen, potentiellen Kunden die Buchung erleichtern und die regionalen Anbieter fördern. Nicht zuletzt tragen die Touristen, die vom PKW auf die umweltfreundliche Bahn umsteigen, auch zur Stabilisierung und Verbesserung des Angebots auf der Schiene bei. Die Träger von "Fahrtziel Natur" arbeiten mit den jeweiligen Landesverwaltungen, Tourismusorganisationen, Schutzgebietsverwaltungen, Verkehrsunternehmen, Gebietskörperschaften und weiteren Organisationen zusammen. Einige wurden zwischenzeitlich schon zu "Partnern von Fahrtziel Natur". Umweltverbände, die Schutzgebietsverwaltungen und lokale Tourismusorganisationen bieten vor Ort ein umfassendes Angebot für die umweltverträgliche Freizeitgestaltung. Nähere Angaben enthalten die Gebietsbeschreibungen im Internet und die regionalen Faltblätter.

Der private PKW ist für die Angebote unter dem Dach von "Fahrtziel Natur" jedenfalls entbehrlich - und ins Flugzeug muss sich auch niemand setzen. Neben unvergesslichen Reiseeindrücken bleibt das gute Gefühl: Ausflüge und Urlaubsreisen in die Regionen von "Fahrtziel Natur" sind ein Stück angewandter Klimaschutz.

Die Broschüre ist in den Harzer Nationalparkhäusern oder über den Nationalpark Harz, Oderhaus, 37444 Sankt Andreasberg, e-mail info@nationalpark-harz.de , kostenlos erhältlich.


Erster Harzer Luchsnachwuchs 2004

Seit dem Start des Harzer Luchsprojektes im Jahr 2000 nehmen die Projektmitarbeiter in jedem Sommer Meldungen von Luchsen aus dem Harzgebiet mit besonderer Spannung entgegen - könnte sich doch in jeder Meldung ein Hinweis auf vorhandene Jungtiere verbergen. Während der diesjährigen Paarungszeit der Luchse, zwischen Februar und April, hatte es einige Hinweise auf Paarbildungen bei den sonst einzelgängerischen Tieren gegeben. Luchsinnen bringen ihren Nachwuchs nach einer Tragzeit von rund zehn Wochen in Felshöhlen oder an anderen geschützten Plätzen zur Welt. Die Jungtiere sind zunächst blind und öffnen nach ca. 14 Tagen die Augen. Erst danach besteht die Möglichkeit, dass eine Luchsin mit ihren Jungen beobachtet werden kann.

Anfang Juli 2004 sorgte im Niedersächsischen Forstamt Clausthal eine Luchsin durch ein sehr auffälliges Verhalten für einige Aufregung. Die Katze hatte einen Altdeutschen Schäferhund auf einem Wanderweg attackiert. Erst das Herbeieilen des Besitzers vertrieb das Tier zurück in das Unterholz. Zwar trug der Hund nur einige Kratzer davon, dennoch konnten sich der herbeigerufene Revierförster und ein Mitarbeiter des Nationalparks zunächst keinen Reim auf dieses höchst ungewöhnliche Verhalten machen, bis ganz in der Nähe ein Jäger eine Luchsfamilie, bestehend aus einer Katze mit drei Jungen, beobachtete und die Meldung sofort begeistert an den Revierförster weiterleitete. Offenbar hatte die Luchsin mit dem aggressiven Verhalten versucht, ihren Nachwuchs gegen den vermeintlichen Gegner zu schützen. Möglicherweise handelt es ich bei der Katze um ein erst im Sommer 2003 ausgewildertes Tier.

Die Nachricht zeigt einmal mehr, dass es den ausgewilderten Luchsen offenbar gelingt, in ihrem neuen Lebensraum Fuß zu fassen. Schon im Jahr 2002 war erstmals Nachwuchs bei den Harzer Luchsen bestätigt worden und auch im Sommer 2003 konnten zwei führende Luchsinnen beobachtet werden. Dennoch ist zu bedenken, dass die natürliche Sterblichkeit bei Jungluchsen in der Regel sehr hoch ist. Die Jungen werden von der Mutter fast ein Jahr lang geführt und sind erst danach in der Lage, auf sich allein gestellt zu überleben. Es muss also zunächst einmal abgewartet werden, ob die jetzt beobachteten Tiere auch den kommenden Herbst und Winter meistern werden. Dann könnten Spuren im Schnee weiteren Aufschluss über das Schicksal der Jungluchse geben.

Nach wie vor ist die Nationalparkverwaltung Harz (Tel. 05582/9189-0) dankbar für die Weiterleitung jeder Luchsbeobachtung, da nur so fortlaufend Informationen über das Verbreitungsgebiet und das Verhalten der wiederangesiedelten Tiere ermittelt werden können. Es wird jedoch darum gebeten, dass insbesondere Jungtiere auf keinen Fall gestört und allenfalls aus großer Distanz beobachtet werden sollten.


Neue Fairverkehr-Fahrplankarte Deutschland

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. hat jüngst in Kooperation mit Europarc Deutschland die Fahrplankarte "Deutschland" neu herausgebracht.
Sie enthält auf der Rückseite alle deutschen Nationalparke sowie Fernwanderwege und Übernachtungshäuser. Die Verbreitung der Fahrplankarte soll einen Beitrag zur Förderung des umweltschonenden Freizeitverkehrs auch in den Nationalparken leisten.

Hier finden Sie die neue Fahrplankarte:

Für die Region Harz gibt es auch die regionale Fahrplankarte "Weser-Fulda", die sich ebenfalls auf der genannten Homepage findet.

Die Verlinkung der neuen Karte auf möglichst vielen Webseiten ist erwünscht - bitte nutzen Sie dazu das auf der o.a. Seite stehende Banner.


Kunst-Achse Harz-Eifel mit Kooperationsvertrag besiegelt - Kunst-Jury hat getagt

Die Unterzeichner strahlen Freude aus, und angesichts der nun in Oderhaus nach Monate langer Vorbereitung erfolgten Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Harz und dem neuen Nationalpark Eifel können sie das auch.

Im Rahmen der Vorbereitungen zur bereits 10. Kunstausstellung „Natur – Mensch“ im Nationalpark Harz unterzeichneten am 2. Juli 2004 für den Nationalpark Eifel Verwaltungsleiter Peter Joerißen und der Geschäftsführer des neuen Fördervereins Kunst und Natur im Nationalpark Eifel, Hajo Hoffmann, sowie für die Nationalparkregion Harz der Sankt Andreasberger Stadtdirektor Hans-Joachim Grogorenz und der Leiter des Nationalparks Harz, Dr. Wolf-Eberhard Barth, einen Kooperationsvertrag. In dem Dokument sind die gemeinsamen Ziele, Aktivitäten und Aufgabenverteilungen geregelt.

Es ist das übergeordnete Ziel aller Nationalparke „Menschen für die Natur, ihre ökologischen Eigengesetze und schließlich für die Bedeutung der Natur als Fundament der menschlichen Daseinsvorsorge zu sensibilisieren“, heißt es in der Präambel des Vertrages und weiter: „die Kunst gewissermaßen als Botschafterin zur Vermittlung der Nationalpark-Philosophie einzubinden. Künstlerinnen und Künstler … sind prädestiniert, im Rahmen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit der Nationalparke eine besondere Mittlerrolle zu übernehmen, um die alte Beziehung der Bevölkerung zur Wildnis und zur Natur als unsere Lebensgrundlage wieder neu mit Leben zu erfüllen.“

Der Nationalpark Eifel hat, wie schon der Nationalpark Harz vor rund 10 Jahren, zusammen mit dem Förderverein Kunst und Natur im Nationalpark Eifel die Grundidee zur Einbindung der Künstler ebenfalls in seiner Gründungsphase aufgegriffen, was jetzt zur vertraglichen Festschreibung einer langfristigen, partnerschaftlichen Kooperation führte. Der Vertrag sieht u. a. vor, dass „sowohl die Ausstellungen weiterentwickelt als auch weitere Kunst-Aktionen und der Dialog mit den Künstlern gefördert werden.“ Konkret ist bereits festgelegt, die Ausstellung in Sankt Andreasberg zukünftig vier Wochen zu zeigen und dann die Exponate dem Förderverein Kunst und Natur im Nationalpark Eifel zur dortigen Präsentation zu übergeben.

Die Vorauswahl bei den eingereichten Werken erfolgt durch eine fachkompetente Gesamt-Jury; über die Preisvergabe entscheidet in Harz und Eifel jeweils eine regionale Jury. Weitere Aktionen für Literatur, Film und Theater befinden sich bei den Vertragspartnern bereits in der Planung.

Die Gesamt-Jury absolvierte in Oderhaus bereits ein Marathon-Programm - 400 Künstler aus Deutschland, Europa und Übersee hatten 700 Werke aus den unterschiedlichsten Kunstrichtungen eingereicht. Es war ein hartes Stück Arbeit für die 12-köpfige Gesamt-Jury, denn jedes Werk musste vorgestellt, diskutiert und über Aufnahme oder Ablehnung entschieden werden. Das Ergebnis steht nun fest und wird ab 3. Oktober 2004 in der Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg öffentlich zu besichtigen und zu begutachten sein.

Insgesamt wurden 158 Werke von 126 Künstlern angenommen, darunter auch Künstler aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Tschechien, USA und der Volksrepublik China. Für die Wanderausstellung in die Eifel haben sich bisher 114 Künstler angemeldet.

Am Samstag, den 2.10.2004 wird die 10. Kunstausstellung um 19 Uhr mit der Vernissage in der Rathaus-Scheune von Sankt Andreasberg eröffnet; sie endet mit der Finissage am 30.10.2004 in der Andreas-Kirche der Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg.


Harzer Charta-Prozess macht Fortschritte - Protokoll des 6. Forums liegt vor

Die Nationalparkregion Harz engagiert sich für ein Länder übergreifendes touristisches Leitbild, das den Nationalparkgedanken als Kapital versteht, und erarbeitet Maßnahmen zur nachhaltigen touristischen Entwicklung.

Das Harzer Charta-Projekt verläuft bislang wie ursprünglich geplant. Die beim 4. Forum gegründeten Arbeitsgruppen haben in der Zwischenzeit getagt und sowohl die offenen Kernfragen bearbeitet als auch Projektvorschläge entwickelt. Ziel des 5. Forums war es, diese Vorschläge vorzustellen, zu diskutieren und gegebenenfalls zu präzisieren. Beim 6. Forum wurden offene Fragen zu den Projektvorschlägen geklärt, Schwerpunktprojekte ausgewählt und weitere Arbeitsschritte besprochen.

Das Protokoll des 6. Forums finden Sie HIER.

Wenn Sie sämtliche Protokolle und weitere Hintergrundinformationen zum Harzer Charta-Prozess suchen, finden Sie diese auf der Webseite www.nationalpark-hochharz.de


RUZ-Projekt "Schulen für eine lebendige Rhume" erfolgreich gestartet

Das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz startete jüngst in Badenhausen im Landkreis Osterode am Harz das Projekt "Schulen für eine lebendige Rhume" mit einer Informationsveranstaltung an der Söse. Gekommen waren TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Schulformen der Rhumeregion, LehrerInnen von Grund-, Haupt-, Real-, Sonderschulen und Gymnasien aus Clausthal, Duderstadt, Northeim, Badenhausen, Dorste und Osterode, der Gewässerwart des Angelvereins Osterode, ein Stromerzeuger aus Dorste und ein Vertreter des Rhumeverbandes.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung und der Vorstellung notwendiger Arbeitsmaterialien führten die knapp 20 Teilnehmer an der Söse eine chemische, biologische und strukturelle Bewertung dieses Flusses durch. Das Ergebnis lag in den meisten Bewertungen bei 2 oder 3 der fünfstufigen Bewertungsskala.

In den nach Schulformen gemischten Guppen wurden die Arbeitshefte 1, 2 und 3 für verschiedene Altersstufen und Bestimmungshilfen in Form von Arbeitskärtchen verwendet. Viele der anwesenden LehrerInnen hatten langjährige Erfahrungen in der chemischen und biologischen Untersuchung von Fließgewässern, konnten sich also gut auf neue Geräte und die etwas andere Fragestellung in den Arbeitsheften konzentrieren.

Die Strukturgüte war bisher jedoch von den meisten TeilnehmerInnen nicht als Bewertungskriterium verwendet worden. Daraus ergab sich dann auch am Ende der Wunsch nach einer weiteren Veranstaltung, auf der gezielt die Bewertung der Strukturgüte-Bestimmung geübt werden soll. Sie wird am Dienstag, den 2. September 2004 um 15 Uhr stattfinden. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Ein weiterer Inhalt dieses nächsten Treffens wird die Einbindung des Projekts in den Biologie-, Chemie- und Erdkundeunterricht der Schulen sein.

Viele LehrerInnen sagten zu, mit ihrer Schule an diesem Projekt teilzunehmen. Diese Schulen werden also jährlich mindestens mit einer Klasse einen Bach oder Fluss in Schulnähe untersuchen. Die Ergebnisse sollen auf der Webseite des RUZ Nationalpark Harz ( www.ruz-nph.de ) unter "Schulen für lebendige Flüsse" veröffentlicht und bei einem Treffen vorgestellt werden. Sollte eine Schule für ihren Abschnitt eine Renaturierungsmaßnahme planen, kann sie sich mit dem Rhumeverband in Verbindung setzen, um die rechtlichen Vorgaben besser kennen zu lernen.

Machen Sie auch mit! Wir arbeiten bereits mit vielen Schulen und Kooperationspartnern aus der öffentlichen Verwaltung und privaten Vereinen zusammen.

Kontakt Osterode: Studienrätin Erika Schulze, Osterode, Tel. 05522/75624.

Kontakt RUZ allgemein: Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz, Obere Krodostr. 11, 38667 Bad Harzburg, Tel./Fax 05322 53006, mobil 0170 912 44 73, nach Dienstschluss Tel. 05322/9286-44, Fax -45, e-mail barkowski.ruz.harz@t-online.de , Webseite www.ruz-nph.de


Nationalpark-Waldeinsatz der BBS II Osterode in Torfhaus

Seit einigen Jahren besteht eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Berufsbildenden Schule Osterode (BBS) II und dem Nationalpark Harz. In diesem Jahr lief ein Projekt mit dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus, wo Gestaltungsmaßnahmen auf dem Außengelände stattfanden. Dieses Projekt fand im Rahmen eines Schüleraustausches mit der polnischen Partnerschule Zespol Szkol Zawodowych w Wolowie aus Poznan statt.

Nachdem im Mai 2004 bereits Sitzelemente auf einer neu gestalteten Ebene hinter dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus aufgebaut wurden, wurden dort anschließend die Fundamente für eine neue, sechs Meter lange Holzwippe installiert. Die Holzarbeiten an der Wippe und die Arbeiten an einer großen Holzstele wurden im Juni 2004 beendet.

Für die Schüler der BBS II Osterode stellte das Projekt eine gute Gelegenheit dar, nicht nur Werkstücke im Unterricht zu erstellen, sondern tatsächlich praktische Arbeiten von bleibendem Wert durchzuführen. Der Nationalpark Harz dankt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern und insbesondere ihrem Lehrer Georg Windus dafür ganz herzlich!

Die BBS II Osterode ( www.bbs2osterode.de ) ist ein Regionales Kompetenzzentrum des Landkreises Osterode am Harz.



Waldkindergarten-Ausstellung im Haus der Natur Bad Harzburg

Am 6.7.2004 um 11.30 Uhr wird im Haus der Natur in Bad Harzburg eine neue Ausstellung im Foyer des Nationalpark-Waldkindergartens Bad Harzburg eröffnet - hierzu ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Acht Jahre ist es nun schon her, seit die Waldgruppe des Bad Harzburger Kindergartens Bahnhofstraße 6B gegründet wurde, doch die Idee ist noch älter. Schon seit Jahren schwebte dem engagierten Team des Kindergartens vor, hier im Harz ein Kindergarten-Naturerlebnisprojekt zu starten.

Vor über dreißig Jahren wurden die ersten europäischen Waldkindergärten in Dänemark gegründet, wo sie mittlerweile zum pädagogischen Alltag gehören. Von diesem Konzept angeregt entstand 1993 der erste deutsche Waldkindergarten in Flensburg. Das Interesse der Medien war sehr groß, so dass die Idee schnell verbreitet wurde. Inzwischen gibt es fast 100 solcher oder ähnlicher Einrichtungen in Deutschland, in denen die Kinder den ganzen Vormittag im Wald oder anderen Naturräumen verbringen.

Zwei Jahre nach der 1994 erfolgten Gründung des Nationalparks Harz war es dann auch im Harz soweit. Ausgelöst durch eine Anregung unseres RUZ Nationalpark Harz sprang der Funke endgültig über und im März 1996 kam es zur Gründung der Waldgruppe im Kindergarten Bahnhofstraße 6B – die „Harzburger Waldis“ waren geboren.

Alle Beteiligten in der Stadt Bad Harzburg und im Nationalpark Harz zogen an einem Strang – schnell war ein Waldspielgelände für den Waldkindergarten im Stübchental bei Bad Harzburg ausgewählt und das Gelände vom Nationalpark Harz auch mit einem wettersicheren Unterstand ausgerüstet. Dabei half uns der langjährige Nationalparkförderer Öffentliche Versicherung Braunschweig. 1999 konnten wir sogar den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski für das Projektes interessieren – er kam zu Besuch.


Neues Luchsbuch erschienen

Nach langem Warten ist nunmehr endlich wieder ein Luchsbuch in deutscher Sprache erschienen - es ist das einzige am Markt. Die beiden Autoren Robert Hofrichter und Elke Berger haben über den heimlich und auf leisen Pfoten in unsere Wälder zurückkehrenden Luchs ein sehr gutes und lesenswertes Buch abgeliefert.

In der Schweiz, in Österreich, im südlichen Deutschland sowie im norddeutschen Harz gibt es wieder einige, langsam wachsende Luchspopulationen. Nur wenige Menschen werden diesen heimlichen Jäger je in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, und doch fasziniert die größte Wildkatze Europas viele Menschen. Diese Faszination ist eine sehr wichtige Grundlage des Schutzes dieser Tiere, und die Autoren schaffen es mühelos, den Leser in den Bann dieser Katzenart zu ziehen.

Alles Wissenswerte über den Luchs und seine Lebensweise findet sich hervorragend illustriert in diesem Buch. Welche Räume sind überhaupt „luchstauglich“, und wo in Europa ist er noch heute verbreitet? Welche Probleme stellen sich den Projekten einer gezielten Wiederansiedlung des Luchses und welche Auswirkungen hat ein stabiler Luchsbestand auf die anderen Wildtiere, die Jagd, auf Schafbauern und Almwirtschaft? Nicht nur aus der Sicht der Wildbiologie und Verhaltensforschung werden diese Fragen beantwortet, auch alle Betroffenen – Jäger, Bauern, Förster, Naturschützer – kommen zu Wort.

Auch die Harzer Luchse finden Erwähnung in diesem neuen Luchsbuch und auch die alte Luchs-Migrationsachse Tschechien - Elbe - Harz wird dargestellt. U.a. über diese schon von Stubbe erforschte Achse haben die Harzer Luchse perspektivisch Anschluss an die tschechische Luchspopulation.

Mit faszinierenden Bildern und informativen Texte ist dieses Buch DAS Luchsbuch schlechthin - ihm ist eine 2. Auflage nur zu wünschen. In dieser könnte das Harzer Luchsprojekt mit dem nunmehr seit Jahren bewährten Kooperationsmodell mit der Niedersächsischen Landesjägerschaft ggf. etwas ausführlicher dargestellt werden, denn nur MIT den Jägern wird es gelingen, diese faszinierende Tierart in unseren Landen wieder dauerhaft anzusiedeln.

Der Autor Dr. Robert Hofrichter ist Zoologe/Biologe, freier Journalist, Naturfotograf und Mitarbeiter am Zoologischen Institut der Universität Salzburg, und durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. Die Autorin Elke Berger ist Journalistin.

Robert Hofrichter und Elke Berger: DER LUCHS - Rückkehr auf leisen Pfoten. Leopold Stocker-Verlag, Graz - Stuttgart 2004. 160 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 16,5 x 22 cm, Hardcover. Verkaufspreis € 19,90. ISBN 3-7020-1041-6. Bestellung über den Buchhandel oder online unter http://www.stocker-verlag.com/index.php/hybris/detail/1243


Wissenschaftlicher Beirat würdigt die Ergebnisse 10jähriger Naturschutzarbeit im Nationalpark Harz - für Nationalparkfusion auf hohem naturschutzfachlichen Niveau

Am 17. Juni 2004 kam der gemeinsame Wissenschaftliche Beirat der Nationalparke Harz und Hochharz zu seiner 10. Sitzung in Oderhaus zusammen. Dieser Fachbeirat, bestehend aus 12 Wissenschaftlern der Fachgebiete Wildbiologie, Geobotanik, Limnologie, Geologie, Waldökologie, Landschaftspflege und Zoologie, wurde bereits 1995 als Länder übergreifendes Gremium, das beide Nationalparkverwaltungen in wissenschaftlichen Fragen beraten soll, eingerichtet. Die Geschäftsführung und der Tagungsort liegen im jährlichen Wechsel in Niedersachsen bzw. in Sachsen-Anhalt. Schwerpunktthema der diesjährigen Sitzung war die Vorstellung und Diskussion der wichtigsten Arbeitsergebnisse nach 10 Jahren Nationalpark Harz aus den Bereichen Waldumbau, Naturschutz, Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Es wurde einhellig festgestellt, dass der Nationalpark Harz in den 10 Jahren seines Bestehens Herausragendes geleistet hat, sowohl was den Schutz der wertvollen Natur angeht, als auch bezüglich der Renaturierung von durch den Menschen veränderten Lebensräumen (z.B. Waldumbau, Wiedervernässung von Mooren). Aber auch die Ergebnisse der sehr Praxis bezogenen wissenschaftlichen Arbeit wie z. B. Erfolgskontrollen der Renaturierungsmaßnahmen oder Bestandsaufnahmen der Pflanzen- und Tierwelt mit zum Teil spektakulären Erkenntnissen wurden ebenso gewürdigt wie die breit gefächerte und mit großem Engagement betriebene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit und die Aktivitäten zur Förderung der Nationalparkregion.

Daneben beschäftigte sich der Beirat natürlich auch mit der geplanten Fusion der beiden Nationalparkverwaltungen. Der gemeinsame Wissenschaftliche Beirat hat auf der wissenschaftlichen Ebene von Anfang an ein Zeichen für eine enge fachliche Zusammenarbeit der beiden Schutzgebietsverwaltungen gesetzt. Ziele und Maßnahmen der beiden Verwaltungen wurden hier diskutiert, mit entwickelt und unterstützt. Vor diesem Hintergrund wünschen sich die Mitglieder des Beirats eine Fusion der Parke, die deren engagierte und fachlich allgemein anerkannte Arbeit stärkt und weiter voran bringt. Keinesfalls dürfe die Zusammenlegung nur unter Einsparaspekten, die zu einer Qualitätsverschlechterung führen müssten, erfolgen. Auch dürften denkbare Kompromisse in organisatorischen und verwaltungsstrukturellen Fragen nicht zu einer Herabsetzung der Arbeitseffektivität führen.


Niedersächsische Außenstelle der Nationalparkverwaltung Harz wird Oderhaus

Sankt Andreasberg-Oderhaus soll Außenstelle der Verwaltung im gemeinsamen Nationalpark Harz werden. Darüber informierte der Niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander das Kabinett. Mit der Entscheidung für die Zusammenlegung der Nationalparke im Harz hatten die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Mai 2004 beschlossen, dass Wernigerode Sitz der Verwaltung wird. Zugleich entschieden sie, dass es eine Außenstelle der Nationalparkverwaltung in Niedersachsen geben solle. Dies wurde auch in dem im Mai 2004 von beiden Kabinetten beschlossenen Staatsvertragsentwurf festgehalten. "Es ist sinnvoll und effektiv, dass viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter in Oderhaus, einem Ortteil von Sankt Andreasberg tätig sein können", sagte der Niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Diese Lösung sei kostengünstig, da das bestehende, moderne Gebäude der bisherigen niedersächsischen Nationalparkverwaltung und die vorhandene Infrastruktur, wie beispielsweise die dortige Werkstatt, weiter genutzt werden könne. "Und für Oderhaus sprechen auch die Interessen der Steuerzahler."

Die Außenstelle werde für praktische Naturschutzaufgaben, wie sie etwa von den Rangern wahrgenommen werden, und Forstamtsfunktionen im gesamten Nationalpark zuständig sein. Von dort würden zukünftig die praktischen Einsätze gesteuert. "Durch diese Arbeit wird konkret dafür gesorgt, dass die hohen Naturschutz-Standards beibehalten und umgesetzt werden. Ferner gilt es, weitere Biotope wie Moore und Fließgewässer zu renaturieren und weiter zu entwickelt", sagte Sander. "In diesen Tagen geht dem Landtag der Entwurf eines Staatsvertrag zur Zusammenführung der beiden Harzer Nationalparke zur Unterrichtung zu, der die Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte bilden wird", so der Minister. "Auf die Stellenausschreibungen für die gemeinsame Leitung der derzeitigen Nationalparkverwaltungen und der künftig einheitlichen Verwaltung haben sich aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen insgesamt 13 Personen gemeldet, für die Öffentlichkeits-, Informations- und Bildungsarbeit 5 Personen." Möglichst bald werde man mit dem Auswahlverfahren beginnen. Sowohl die gemeinsame Leitung als auch der Pressesprecher werden ihre Arbeit von Wernigerode aus wahrnehmen.


2. deutscher Juniorranger-Cup vom 11.-13.6. im Nationalpark Hochharz

Es ist soweit: 25 Mannschaften aus ganz Deutschland treten beim zweiten Juniorranger-Cup in Drei-Annen-Hohne an, um ihr Naturwissen und ihre Geschicklichkeit auf die Probe zu stellen. Die acht- bis 14jährigen werden auf einer Wettkampfstrecke von zweieinhalb Kilometern ihr Orientierungsvermögen einsetzen, um sich an fünf Stationen zu messen. Sind es die Spuren und Zeichen der Waldtiere, die sie wissen müssen? Oder sollen sie Gestalt und Namen von Bäumen erkennen? Die Stellen im Gelände kennen, an denen sie am liebsten wachsen? Wer kann mit Karte und Kompass umgehen? Welches Kraut nützt wofür? Nationalpark-Ranger und Organisator Robby Meißner aus Schierke verrät nur Eines: "Wir achten darauf, daß für alle Altersgruppen etwas dabei ist! Uns geht es darum, für die Teilnehmer eine abenteuerliches Wochenende zu gestalten. Der Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen der Juniorranger ist uns das Wichtigste!" Meißner betreut zusammen mit Rangerin Birgit Patzelt die Schierker Juniorranger. Seine Kollegen Martin Strube und Kai Montag haben außerdem Juniorranger-Gruppen in Ilsenburg und Darlingerode aufgebaut.

Das Konzept der Juniorranger gibt es in vielen Schutzgebieten, um den Kindern und Jugendlichen vor Ort die heimatliche Natur näher zu bringen, als es die oft nur eintägigen Schulklassenfahrten zulassen. Dabei betreuen die Nationalpark-Ranger ihre Schützlinge über Jahre hinweg mit umfangreichen Programmen. Wie gut sich alle Juniorranger in der "sagenumwobenen Bergwildnis" des Harzes auskennen, möchten sie am kommenden Wochenende zeigen!

Untergebracht sind die 130 Teilnehmer im Jugendwaldheim Drei-Annen. Gesponsert wird der zweite Juniorranger-Cup von den Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt ÖSA, vom Rotary Club Quedlinburg, von Blankenburger Wiesenquell und von der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. Der erste Juniorranger-Cup war 2003 vom Nationalpark Bayerischer Wald für 16 Mannschaften ausgerichtet worden. Dabei waren auch zwei Teams aus dem Harz vertreten.

Programm:
Jugendwaldheim Drei-Annen
10 Uhr: Begrüßung durch Nationalparkleiter Peter Gaffert; Überreichen eines Spenden-Schecks des Rotary Club Quedlinburg an die Gesellschaft zur Förderung des Nationalpark Harz e.V.
10.30 - 13.30 Uhr: Wettkampfparcours in der Nähe des Jugendwaldheims
16 Uhr: Siegerehrung


Eröffnung des Erlebnispfades „Mit Waldfreunden unterwegs“ im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg

Am kommenden Donnerstag, den 10. Juni 2004, um 15 Uhr findet die Eröffnung des Erlebnispfades für Kinder und Familien „Mit Waldfreunden unterwegs“ im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg statt.

Der Erlebnispfad erschließt speziell Kindern im Vor- und Grundschulalter die Themen der Dauerausstellung dieses Nationalparkhauses in spielerischer Weise. Zwei Waldfreunde, die Eule und der Maulwurf, begleiten die Kinder durch die Ausstellung. Mitmach- und Sinnes-Stationen sowie ein neu gestalteter Kinderbereich - „Luchsis Streifgebiet“ mit einer Hör-Höhle zum Geschichten hören - laden ab kommenden Donnerstag zum Spielen und Entdecken ein. Zur Eröffnungsveranstaltung wird es für alle großen und kleinen Kinder ein buntes Programm geben. Die Veranstaltung ist öffentlich und Besucher jeden Alters sind herzlich willkommen!

Nach Grußworten des Sankt Andreasberger Stadtdirektors Hans-Joachim Grogorenz und des Nationalparkleiters Dr. Wolf-Eberhard Barth gibt es Einlagen des Waldkindergartens Bad Harzburg, der 3. Klasse der Glück Auf-Grundschule Sankt Andreasberg und der Nationalpark- Jugendgruppe „Die Wölfe“. Ab 15.30 Uhr findet die Eröffnung des Erlebnispfades durch die anwesenden Kinder statt. Aktionen rund um den Erlebnispfad sind u.a. das Malen von Tiermasken, Kinderschminken, eine Quiz-Rallye und andere Spielangebote. Kinderbowle, Kuchen und Kaffee stehen bereit. Um 16 Uhr hält Ole Anders, der Luchsspezialist des Nationalparks Harz, einen Luchsvortrag für die anwesenden Kinder und Familien. Um 16.30 Uhr findet die Auflösung des Quiz und die Bekanntgabe der Gewinner statt.

Der Erlebnispfad für Kinder im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg wurde von der Commerzbank-Praktikantin Wiebke Warmbold im Rahmen des "Praktikums für die Umwelt" 2003/2004 entwickelt und konnte mit finanzieller Unterstützung der Umweltlotterie Bingo-Lotto realisiert werden. Beiden Förderern gilt unser Dank.

Der Pfad ist ab dem 10.6.2004 täglich innerhalb der normalen Öffnungszeiten des Hauses geöffnet (im Sommerhalbjahr 9 – 17 Uhr). Kontakt: Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1, 37444 Sankt Andreasberg, Tel. 05582/92 30-74, Fax –71, e-mail: nationalparkhaus.st-andreasberg@bund.net . Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Toter Luchs von Königshütte stammt nicht aus dem Harzer Auswilderungsprojekt

Der am späten Abend des 17. Mai 2004 in Königshütte (Sachsen-Anhalt) zu Tode gekommene Luchs stammt eindeutig nicht aus dem Harzer Auswilderungsprojekt, wie die beiden Nationalparkverwaltungen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mitteilen. Das stark abgemagerte und sehr geschwächt wirkende Tier hielt sich lange Zeit im Hauseingangsbereich eines Königshütter Einwohners auf und war schließlich bei dem Angriff auf die nachbarliche Hauskatze von deren Besitzer getötet worden. Mitarbeiter der beiden Verwaltungen hatten den toten Luchs in Gewahrsam genommen. Untersuchungen mit einem Chip-Lesegerät durch die Nationalparkverwaltung Harz und den Wernigeröder Tierarzt Rainer Kabelitz ergaben, dass das Tier einen Mikrochip trägt und es sich also um ein Zootier handeln muss. Eine Ermittlung seiner Herkunft durch das Niedersächsische Landesamt für Ökologie, zuständig für Kennzeichnungsfragen, war dennoch nicht möglich, weil es sich offensichtlich um einen veralteten bzw. in Deutschland nicht gebräuchlichen Chiptyp handelt.

Die Nationalparkverwaltung Hochharz kündigte an, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Die Freilassung von Zootieren, die nicht in der Lage sind, in der Natur zu überleben, und durch ihre zu enge Gewöhnung an den Menschen vor diesem keinerlei Scheu zeigen, ist kein Kavaliersdelikt, wie der Vorfall in Königshütte nur zu deutlich vor Augen führte. Letztendlich gehen solche unüberlegten Aktionen auf Kosten des jeweiligen Tieres: der Königshütter Luchs war offenbar kurz vor dem Verhungern (er wog nur noch 8,1 kg), und seine Vertrautheit gegenüber Menschen hat ihn das Leben gekostet. Falls der Besitzer des Tieres jemals gefunden werden sollte, darf er sich neben einer rechtlichen Auseinandersetzung auch auf finanzielle Forderungen seitens der beteiligten Behörden einstellen. Hat das Ereignis doch Mitarbeiter verschiedenster Behörden beschäftigt, die zu klären versuchten, was es mit dem Tier auf sich hatte und wie mit ihm weiter zu verfahren ist. Dem Harzer Luchsprojekt erweist man mit solchen Aktionen einen Bärendienst. Hier werden zwar auch Gehegetiere frei gelassen, doch werden diese nach strengen Kriterien ausgewählt und in einem speziellen, sehr naturnahen Auswilderungsgehege auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Diese Tiere sind in der Lage, in der Natur zu überleben, und sie verhalten sich gegenüber Menschen erheblich scheuer. Zwar hat es unter den ausgewilderten Tieren inzwischen auch einige Todesfälle durch Krankheit und Verkehr gegeben, auf der anderen Seite wurde jedoch auch bereits mehrfach Nachwuchs in freier Wildbahn beobachtet. Verständlicherweise werden solche Tiere wie der Königshütter Luchs von Außenstehenden automatisch dem offiziellen Harzer Auswilderungsprojekt zugerechnet. Sie sind für ein Leben in Freiheit jedoch völlig ungeeignet und schaden der Akzeptanz des Projektes ganz erheblich. Die beiden Nationalparkverwaltungen machen deshalb nochmals nachdrücklich darauf aufmerksam, dass solche illegalen Aktionen in jedem Falle strafrechtliche Folgen haben und künftig unbedingt unterbleiben müssen.

In diesen Tagen werden 2 neue Luchse von der Nationalparkverwaltung Harz in die Freiheit entlassen, die den Luchs-Bestand im Harz und seinem Umland aufstocken und dessen genetische Basis verbreitern sollen.


Zusammenführung der Harzer Nationalparke beschlossen

Aus dem sachsen-anhaltischen Nationalpark Hochharz (8.871 Hektar) und dem niedersächsischen Nationalpark Harz (15.832 Hektar) wird der gemeinsame "Nationalpark Harz" mit einer Fläche von 24.703 Hektar. Dies erklärten Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen, und Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, im Anschluss an die gemeinsame Kabinettssitzung am 11.5.2004 in Wernigerode. "Mit der Zusammenführung wird eine einheitliche naturschutzfachliche Arbeit auf hohem Niveau für den gesamten Naturraum Harz möglich. Wo die Natur keine Grenzen kennt, wollen wir diese Grenzen auch abbauen", erklärten die Ministerpräsidenten. Mit dem Beschluss der Landesregierungen beginne nun der Prozess der Zusammenführung der Nationalparke. Ziel sei eine gemeinsame, länderübergreifende, einheitliche Verwaltung, die auf der Grundlage weitgehend gleich lautender Nationalparkgesetze in beiden Ländern arbeite.

Sitz des gemeinsamen Nationalparks wird Wernigerode. Der "Nationalpark Harz" erhält eine einheitliche Leitung, die von Wernigerode aus wahrgenommen werden soll. Die Stelle der Leitung werde in Kürze ausgeschrieben, kündigten die Ministerpräsidenten an. Neben dem Hauptsitz in Wernigerode, der wie die Nationalparkhäuser auch als 'Schaufenster' dienen soll, wird es eine Außenstelle mit praktischen Naturschutzaufgaben, wie sie etwa von den Rangern wahrgenommen werden, und Forstamtsfunktionen in Niedersachsen geben. Über den Standort dieser Außenstelle ist noch nicht entschieden.

Sobald im Anschluss an diese Kabinettssitzung Umweltministerin Petra Wernicke (Sachsen-Anhalt) und Umweltminister Hans-Heinrich Sander (Niedersachsen) die Landtage über den Beschluss der Landesregierung unterrichtet haben, wird ein Staatsvertrag zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unterzeichnet werden. Der Entwurf des Staatsvertrages war von einem Nationalparkdirektorium unter der Leitung der Staatssekretäre Christian Eberl (Niedersachsen) und Hermann Onko Aeikens (Sachsen-Anhalt) erarbeitet worden. Vom Nationalparkdirektorium sind auch Leitsätze für den Prozess der Zusammenführung entwickelt worden, die die Kabinette bei ihrer gemeinsamen Sitzung ebenfalls beschlossen haben. Zuvor hatten die Nationalparkbeiräte und die örtlichen Personalräte Gelegenheit, ihre Vorstellungen zur Zusammenführung der Nationalparke in die Diskussion einzubringen.

Die rechtlichen Grundlagen für die weitere Zusammenführung der Nationalparke sollen bis spätestens 31.12.2005 gelegt sein. Ein Konzept dazu soll das Nationalparkdirektorium bis Ende 2004 vorlegen. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage der Rechtsform des zukünftigen gemeinsamen "Nationalparks Harz" geklärt.

"Vereinheitlicht wird die fachliche Arbeit. Klar ist, dass die hohen Naturschutz-Standards beibehalten werden. Weitere Biotope wie Moore und Fließgewässer sollen renaturiert und weiter entwickelt werden. Außerdem sollen die Möglichkeiten der naturnahen Erholung im Nationalpark einheitlich weiterentwickelt und so neue Impulse für den Tourismus und den Sport im Gesamtharz gegeben werden", unterstrichen die Ministerpräsidenten Böhmer und Wulff. "Historisch und ökologisch ist der Harz schon lange ein einheitliches Gebiet. Mit dem neuen "Nationalpark Harz" fügen wir jetzt endlich zusammen, was zusammen gehört", sagte Wulff. Sein Amtskollege Böhmer: "Der Beschluss für einen gemeinsamen Nationalpark Harz ist ein wichtiger und erfolgreicher Schritt bei der Vollendung der Einheit."


Hasseröder Naturpreis 2004 - jetzt bewerben!

Zum fünften Mal ruft die Hasseröder Brauerei in Verbindung mit den beiden Harzer Nationalparken alle privaten Naturschützer der Region auf, sich für den "Hasseröder Naturpreis 2004" zu bewerben. Die Brauerei stiftet insgesamt 5.000 Euro für den Schutz der Natur. Der Auslobungszeitraum läuft noch bis zum 19. Juni 2004. Die Bewerbungsunterlagen sind anzufordern bei: InfoRelations e. K., Zehdenicker Str. 12 a, 10119 Berlin, Tel. 0 30/44 01 56 40, E-Mail:
naturpreis@inforelations-berlin.de  oder hier downloaden:
http://www.hasseroeder.de/community/naturpreis.html

Hier die Gewinner des Hasseröder Naturpreises 2003:

1. Preis: 2.500 Euro: Förderverein Numburg e. V. aus Sachsen Anhalt. Das Projekt besteht seit Februar 2002 und beschäftigt sich mit der Sicherung, Schaffung und Vernetzung von Fledermausquartieren. Die Numburg liegt zwischen Kelbra und Auleben am Südrand der Talsperre Kelbra. Die Quartiergebäude der Numburg wurden im Rahmen des Projektes gesichert und saniert und fledermausgerecht ausgebaut; insgesamt stehen nun 858 m2 Dachfläche für den Fledermausschutz zur Verfügung. Ein erster Erfolg zeigt sich seit April/Mai 2003. Ca. 90 Große Abendsegler nutzen seitdem den ausgebauten Dachboden als Rast- und Zwischenquartier.

2. Preis: 1.500 Euro: Holger Wentzel aus Georgenthal (Thüringen). Mit seinem Garten- und Naturlehrpfad hat Holger Wentzel aus Georgenthal einen wohlverdienten zweiten Preis in Höhe von 1 500 Euro erlangt. Das seit 1996 bestehende Projekt beschäftigt sich mit der Umgestaltung einer unbewirtschafteten Fläche zu einem Garten- und Naturlehrpfad. Seit 1999 ist der Garten zu bestimmten Zeiten bzw. nach Vereinbarung öffentlich und kostenlos zugänglich. Unter http://Holger.Wentzel.bei.t-online.de
kann man alle Informationen zum Lehrpfad abrufen.

3. Preis: 1.000 Euro: Die Naturstation Thale (Sachsen-Anhalt). Die Station hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern den Wald erlebbar zu machen und die Natur nahe zu bringen. Neben naturbezogenen Projekttagen werden Lehrpfade angelegt, Ausstellungen gestaltet und zu Orts- und Betriebsjubiläen Wissenstests für Alt und Jung organisiert. Zukünftig soll die Arbeit mit Kindern intensiviert und die Ausstattung der Station verbessert werden. Angestrebt wird die Stärkung der ökologischen Verantwortung bei Kindern, Jugendlichen und Bürgern. Soviel Engagement im Kinder- und Jugendbereich erhält den dritten Platz und damit 1 000 Euro.

Sonderpreis: 250 Euro: Gnadenbauernhof in Thüringen. Der Sonderpreis ging an einen Gnadenbauernhof in Thüringen. Frau Susanne Kruschwitz aus Hainrode hat es sich zum Lebensinhalt gemacht, alten und kranken Tieren ein zuhause zu geben. Pferde, Katzen, Hunde und ein Reh fühlen sich auf ihrem Hof wohl und dürfen hier ihren Lebensabend genießen.


Wanderprogramm 2004 des NABU Goslar liegt vor

Das neue Wanderprogramm des NABU Goslar liegt vor und kann HIER HERUNTERGELADEN WERDEN. Die Angebote des NABU Goslar decken ein weites Spektrum ab; das Programm bietet ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen mit unterschiedlichen Themen, so z.B. Wanderungen mit dem Forstmann, Kräuterspaziergänge, Familienspaziergänge, botanische Wanderungen und auch eine Exkursion in die Einhornhöhle.
Für die Wanderungen ist angepasste Kleidung und gutes Schuhwerk erforderlich. Der NABU ist langjähriges Mitglied der GFN und hat unseren Förderverein von Anfang an unterstützt.


Wieder Natur-Erleben-Kurse im Internationalen Haus Sonnenberg

Das Internationale Haus Sonnenberg in der Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg bietet wieder seine beliebten Natur-Erleben-Kurse für Jugendgruppen, Schulklassen und Erwachsene an. "Natur erleben, entdecken, verstehen" - unter diesem Motto steht dieses Angebot, das neben den Tagungen und Seminaren, die im Internationalen Haus Sonnenberg durchgeführt werden, immer beliebter wird. So nutzen zahlreiche Gruppen und Schulklassen aus vielen Ländern das Angebot für einen interessanten und lehrreichen Wochenaufenthalt mitten im Nationalpark Harz. Die Teilnehmer können in Ein- und Mehrbettzimmern untergebracht werden; sämtliche Häuser sind auch für Behinderte mit Rollstühlen zugänglich;
Tagungs- und Gruppenräume, Werk- und Freizeiträume sind vorhanden. Viele Möglichkeiten bestehen auch für Sport und Spiel, zum Wandern sowie zu Exkursionen in die nähere Umgebung. Bitte fordern Sie den Sonderprospekt an - Kontakt:

Internationales Haus Sonnenberg
Jugendbildungsreferentin Claudia Hauck
Tel. 05582/944-116
Fax 05582/944-100
http://region.tu-clausthal.de/ihs
e-mail: Sonnenberg@tu-clausthal.de


Brockengartensaison 2004

Der Brockengarten hat erneut seine Pforten geöffnet. Jetzt können die Brockengartenbesucher regelmäßig montags bis freitags um 11.30 und 14 Uhr von den Brockengärtnern durch die Anlage geführt werden. Auch an den Wochenenden ist die Besichtigung des Gartens im Anschluss an die Rundwanderwegführung durch die Nationalpark-Ranger möglich. Zusätzlich werden botanisch-gärtnerisch interessierte Gruppen nach Anmeldung (03943/5502-20 und 0170/570 9015) durch die Anlage geführt werden. Der während des Winters mit Fichtenzweigen bedeckte Brockengarten ist davon wieder befreit worden. Die Frühjahrsinstandsetzung schloss auch das Herrichten der Wege, das Auffüllen der Pflanzpolster mit Substrat, das Entfernen von Konkurrenten und das Abstreuen der Anlage mit Granitgrus ein. Wie in den vergangenen 14 Jahren konnten in den ersten beiden Maiwochen damit die Spuren des Winters beseitigt werden.


Bundesweites Klimabündnis 2004 verbindet die Harzer Nationalparke

Das bundesweite Klima-Bündnis veranstaltet im Vorfeld der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien in Bonn (1. - 4. Juni 2004) eine Klimastaffel, die vom 10. Mai bis 1. Juni quer durch alle Bundesländer verläuft. Der Staffelstab, in dem sich die Klimastaffel-Deklaration befindet, wird am 1. Juni an den Bundesumweltminister und die Teilnehmer der Konferenz übergeben. Weit über 3500 Kilometer werden zurückgelegt. Neben den Landeshauptstädten sind vorbildliche Solaranlagen, Windparks, Erdwärme-, Wasser- und Biomassekraftwerke zentrale Etappenziele der Klimastaffel. So soll die Staffel die Chancen regenerativer Energiesysteme aufzeigen und öffentlichkeitswirksam neue Energien für eine nachhaltige Zukunft freisetzen. Die Aktion für den Klimaschutz stützt sich auf Kommunen sowie Initiativen, Verbände, Institutionen, Schutzgebiete, Prominente und lokale Medien. Auch die Harzer Nationalparke beteiligten sich.

Am 14. Mai 2004 fand am Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus die Staffelübergabe statt. Der Staffelstab kam aus dem Niedersächsischen Umweltministerium. Der Leiter des Nationalparks Harz, Leitender Forstdirektor Dr. Wolf-Eberhard Barth, übernahm ihn und gab ihn an die Mitarbeiter des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) im Nationalpark weiter mit dem Auftrag, ihn den Kollegen des Nationalparks Hochharz zu überbringen.

Für interessierte Bürger führte das Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus an diesem Tag eine parallele Wanderung zum Thema Klima und Klimaschutz im Nationalpark Harz, thematisiert an den Mooren und der Verbindung von Waldentwicklung und Klima, durch. Diese Wandergruppe begleitete die Staffeldelegation bis zur Übergabe an den Nationalpark Hochharz und erfuhr auf dem Rückweg am Quitschenberg und am Großen Torfhausmoor noch viel spannendes zum Thema Klima. Am folgenden 15. Mai 2004 wurde der Staffelstab auf dem Marktplatz von Wernigerode vom Nationalpark Hochharz an den Wernigeroder Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann übergeben; von dort tourte der Stab weiter nach Magdeburg.

Radrennradfahrer des Bremer Teams "Enora" hatten den Staffelstab, in dem sich eine Klimadeklaration befindet, die von allen Länder-Umweltministern und Senatoren unterschrieben wird - zuvor von Bremen nach Hannover gebracht. Vom Hauptbahnhof aus legten dort Staatsekretär Eberl, die Umweltdezernenten von Stadt und Region Hannover, Hans Mönninghoff und Axel Priebs, Gotelind Alber vom Klima-Bündnis, Marlene Potthoff von der Klimaschutzagentur Hannover und ein Vertreter von enercity mit dem "enercity-ConferenceBike" - begleitet von einer phantasievoll verkleideten Göttinger 6. Schulklasse - eine kurze Etappe zum Platz der Weltausstellung zurück. Dort unterzeichnete Eberl in Vertretung von Umweltminister Hans-Heinrich Sander die Länderdeklaration. Stadt und Region Hannover gaben zusätzlich eine eigene Klimaschutzerklärung ab. Anschließend wurde der Staffelstab mit einem von Volkswagen gesponserten 3-Liter-Diesel-Lupo mit "sun fuel"-Tankfüllung in den Nationalpark Harz gebracht.

Weitere Informationen siehe in www.klimastaffel.de


1. Mountainbike-Routennetz im Harz eingeweiht

Am 3.4.2004 wurde das erste Mountainbike-Routennetz des Harzes in Wernigerode eingeweiht. Mit einem Startschuss gab die Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt Petra Wernicke die 145,6 km MTB-Routen für die über 100 anwesenden Radler frei, bevor sie sich selbst per Tandem von der Qualität des neuen Wegeangebotes überzeugte. „Dies ist für mich ein Beispiel der guten Zusammenarbeit hier vor Ort, die der Nationalparkregion und damit uns allen zugute kommt“ freute sich die Umweltministerin. „Solch hochwertige und schnelle Erfolge der Kooperation in der Nationalparkregion, wie wir sie heute präsentieren, können wir als Bürger uns von unseren Verwaltungen sicher nur wünschen.“ Zur Zusammenarbeit der beiden Harzer Nationalparke betonte Wernicke: „Schon jetzt haben wir Wert darauf gelegt, die bearbeiteten Radfahrerrouten länderübergreifend und im Hinblick auf eine bevorstehende Fusion der Nationalparke auch im Einvernehmen zu gestalten. Der niedersächsische Nationalpark Harz steuerte für dieses Routennetz Wege zwischen Eckertalsperre und Dreieckigem Pfahl bei. Die Verknüpfungspunkte mit geplanten Routennetzen im Landkreis Goslar wurden mit den dortigen Planern bereits besprochen“.

Der Bürgermeister der Stadt Wernigerode Ludwig Hoffmann und der Geschäftsführer des Harzer Verkehrsverbandes Michael Lücke hatten zuvor die Bedeutung dieses ersten und seit Jahren vom Tourismus erwarteten Angebotes für den Fahrradtourismus betont. Das heute präsentierte Tourennetz gilt als Kristallisationspunkt für ein künftiges Angebot auf dem wachsenden Sektor des Harzer Fahradtourismus. Lücke wies im Namen des HVV darauf hin, dass die künftig im Harz verwendete Mountainbike-Beschilderung einheitlich gestaltet werden solle. Die im Nationalpark Hochharz eingesetzten Schilder mit dem Mountainbiker-Piktogramm wurden von der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen FGSV bereits 1997 unter Beteiligung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs ADFC, der Deutschen Initiative Mountainbike DIMB, des Deutschen Alpenvereins DAV und des Alpenforschungsinstitutes entwickelt. Das Netz aus fünf Mountainbike- und fünf Radwanderrouten wurde im Rahmen des Projektes „MobiHarz“ zwei Jahre lang entwickelt. Neben der Stadt Wernigerode, dem Nationalpark Hochharz und dem Dortmunder Büro „Planersocietät“ hatten sich zahlreiche Gemeinden und Radsportler eingebracht. Das vom Nationalpark Hochharz entwickelte Fahrradangebot richtet sich speziell an Natururlauber mit sportlichen Ambitionen. Die Touren steuern hierbei die Attraktionen des Hochharzes an - u. a. Brocken, Ilsestein, Zeterklippen, Trudenstein, Eckertalsperre, Ilsefälle und Rangerstation am Scharfenstein werden von den Ausgangspunkten der Rundkurse von Ilsenburg, Drei Annen Hohne und Schierke aus erreicht. Ein für Radfahrer handliches Heft stellt jede Route mit Steckbrief, Höhenprofil, Karte im Maßstab 1:50.000 und Navigationstabelle vor. Zu jeder Tour werden außerdem die Highlights aus Natur und Kultur beschrieben. Das Heft ist in der Touristinformation Wernigerode und den Harzer Nationalparkhäusern erhältlich.


Entwurf des Staatsvertrages für Nationalparkfusion steht

Die Fusion der beiden Nationalparke im Harz rückt in greifbare Nähe. Das von den beiden Umweltstaatssekretären von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen geleitete Nationalparkdirektorium schloss seine Arbeit zum Staatsvertrag erfolgreich ab. "Mit der Ausarbeitung des Entwurfs für einen Staatsvertrag sind die entscheidenden Vorarbeiten zur Fusion beider Nationalparke im Harz geleistet. Es wird Aufgabe der Kabinette sein, am 11. Mai 2004 über den Staatsvertrag zu befinden. Der anspruchsvolle Zeitplan kann eingehalten werden", erklärten die beiden Staatssekretäre Dr. Christian Eberl (Niedersachsen) und Dr. Hermann Onko Aeikens (Sachsen-Anhalt) im Anschluss an die 7. Sitzung des Direktoriums in Drei-Annen-Hohne.

Der Staatsvertrag soll auf der gemeinsamen Kabinettssitzung der Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen am 11. Mai 2004 in Wernigerode von den Ministerpräsidenten unterzeichnet werden.

Anschließend werden sich die beiden Landesparlamente mit dem Zustimmungsgesetz befassen. Nach dessen Verabschiedung – voraussichtlich im Sommer 2004 – kann dann die neue gemeinsame Leitung des Nationalparks die Arbeit aufnehmen. Zugleich beginnt die Arbeit am neuen gemeinsamen Nationalparkgesetz, das spätestens zum 31. Dezember 2005 in Kraft treten soll.

Zu den wesentlichen Inhalten führten Eberl und Aeikens aus:

In das Zustimmungsgesetz soll – wie schon bekannt – die gemeinsame Bezeichnung "Nationalpark Harz" aufgenommen werden. Damit wird dem deutlich überwiegenden Votum beider Nationalparkbeiräte gefolgt.

Der Nationalpark wird von einer einheitlichen Leitung geführt werden, die die Facharbeit gebietsspezifisch koordiniert, schrittweise vereinheitlicht und eine gemeinsame Außenwirkung entfaltet.

Um die fachliche Arbeit zusammenzuführen, soll ein aus beiden Umweltverwaltungen zu bildendes Aufsichtsgremium für die gemeinsame Leitung eingesetzt werden.

Für die Mitarbeiter beider Parkleitungen wird es nach Auffassung der Staatssekretäre mit der Fusion keine gravierenden Änderungen geben. Wie bisher ist eine dezentrale Aufgabenwahrnehmung an verschiedenen Standorten vorgesehen.

Aeikens und Eberl erklärten übereinstimmend: "Die Fusion beider Nationalparke ist für alle ein Gewinn. Rund 14 Jahre nach der deutschen Einheit erleben wir ein Stück echter Wiedervereinigung, das keine Sieger und Besiegte - sondern allein Gewinner kennt. Darauf können die Menschen in der Region und alle Besucher des Harzes stolz sein."


10 Jahre Nationalpark Harz – der Tätigkeitsbericht 2003 liegt vor

10 Jahre Nationalpark-Arbeit werden im umfangreichen Tätigkeitsbericht
2003 der Nationalparkverwaltung Harz, der jetzt erschienen ist, dokumentiert. Ausgewiesen zum 1.1.1994, kann nunmehr eine erfreuliche Bilanz in Hinsicht auf die geleisteten Arbeiten dieses Harzer Großschutzgebietes gezogen werden.

150 km Fließgewässerrenaturierung, rund 435.000 Teilnehmer an ca. 20.700 Bildungsveranstaltungen und 338,6 ha wiedervernässte Moorfläche – Zahlen, die erahnen lassen, welcher Gewinn für die Natur, die nachhaltige Regionalentwicklung und das Naturverständnis in der Bevölkerung hinter dem steckt, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Harz in den vergangenen 10 Jahren geleistet haben.

Der aktive Waldumbau und der Waldschutz waren auch im Jahr 2003 Schwerpunkte der Arbeiten in den zehn Revierförstereien des Nationalparks Harz, der vor wenigen Monaten die internationale Anerkennung der IUCN erhielt. Rund 50 Prozent der Wälder werden heute bereits sich selbst bzw. der Naturdynamik überlassen.

Ein wichtiger Schwerpunkt im Artenschutz bleibt das sehr erfolgreich verlaufende Luchs-Wiederansiedlungsprojekt.

Der Tätigkeitsbericht kann ab sofort bei der Nationalparkverwaltung Harz, Oderhaus, 37444 Sankt Andreasberg, Tel. 05582/9189-43, bezogen werden. Er liegt auch in den Harzer Nationalparkhäusern und im Nationalpark-Bildungzentrum Sankt Andreasberg aus.


Landesforst und Nationalpark Harz erheben kleine Gebühr zur Wegeunterhaltung für die KVG-Erdgasbusse

Auf den touristischen Saisonverkehrslinien 866 Bad Harzburg – Kästeklippen und 875 Bad Harzburg – Molkenhaus – Rabenklippe wird ab 1.4.2004 für den Erhalt der privaten, nicht öffentlichen Straßen bzw. Waldwege, die diese Linien befahren dürfen, eine Tagesgebühr in Höhe von 50 Cent pro Fahrgast erhoben. Kinder unter 12 Jahre sind davon befreit.

Darauf haben sich die Niedersächsische Landesforstverwaltung, vertreten durch das Niedersächsische Forstamt Clausthal, die Nationalparkverwaltung Harz und der Betreiber der beiden Linien, die Kraftverkehrsgesellschaft mbH Braunschweig (KVG), verständigt. Hintergrund ist u. a. die vollständige Erneuerung der Fahrbahnen nach Abschluss der Bauarbeiten an der Eckertalsperre und die sehr einseitige Belastung der Waldwege durch die schweren Busse. Die Unterhaltung der Wege und Straßen verursacht erhebliche Kosten, die aber durch die bereits von der KVG und anderen Anrainern seit vielen Jahren bezahlten Nutzungsentschädigungen nicht gedeckt werden können. Eine kleine Umlage auf die Fahrgäste war folglich für die Nutzung der Wegstrecken mit den Saisonverkehren zu den Ausflugslokalen im Wald nicht mehr aufzuhalten.

Die KVG ist damit beauftragt, diese Gebühr bei Fahrtantritt in ihren Bussen von den Kunden zusätzlich zum normalen Verkehrstarif einzuziehen. Der ausgehändigte Tagesbeleg ist rückseitig im Entwerter zu entwerten und für die Rückfahrt aufzubewahren. Die Kunden leisten damit einen wertvollen Beitrag, dass sie weiterhin mit den Buslinien die reizvollen Ziele im Nationalpark Harz ganz bequem erreichen und als Wanderer einen guten Wege- und Straßenzustand vorfinden können. Folgende im Verbundtarif Region Braunschweig festgelegte Fahrpreise werden auf diesen Linien zur Anwendung gebracht: Eine Einzelfahrt kostet 1,70 Euro bzw. 0,85 Euro für Kinder (6 - 11 Jahre), wer häufiger mit den Bussen in Bad Harzburg in der Preisstufe 1 (eine Zone) fährt, hat 4er- oder 10er-Karten und fährt folglich noch preiswerter und zwar für 1,50 Euro bzw. 1,44 Euro/Fahrt. Die Fahrsaison 2004 endet auf den Linien 866 und 875 am 14.11.2004. Auf beiden Linien werden bis zu 35.000 Fahrgäste pro Saison mit den umweltfreundlichen Erdgasbussen der KVG befördert.

Weitere Infos zu diesen Linien auch im Internet unter www.kvg-braunschweig.de und telefonisch unter Rufnummer 05322 / 52017.


Bilanz des Harzer Luchs-Projektes 2003

Das Luchs-Wiederansiedlungsprojekt des Nationalparks Harz verlief auch im Jahr 2003 sehr erfolgreich. Im Laufe des Sommers 2003 wurden fünf neue Luchse ausgewildert. Alle Tiere waren zuvor mit einer Ohrmarke individuell kenntlich gemacht worden. Hinweise auf Nachwuchs im Freiland gibt es zudem aus dem Forstamt Elend, Sachsen-Anhalt und aus der Goslarer Stadtforst.

Im Jahr 2003 konnten 203 ausreichend abgesicherte Luchsnachweise im Harz und in dessen Umland gesammelt und ausgewertet werden. Die Anzahl der Meldungen liegt damit ähnlich hoch wie in den beiden voran gegangenen Jahren. Besondere Beachtung fand im Herbst 2003 die Abwanderung eines männlichen Luchses in das nördliche Harzvorland. Nach wochenlanger Wanderung durch zum Teil intensiv genutzte Agrarlandschaften erreichte der Luchs schließlich das Waldgebiet Elm bei Braunschweig. Aber auch aus dem Solling liegen einzelne Luchsnachweise vor. Hierbei könnte es sich um einen Luchs handeln, der bereits Anfang 2001 den Harz verließ und vermutlich bei Northeim die Autobahn 7 querte.

Anfang 2004 gingen weitere Luchsnachweise aus dem Harzvorland bei der Nationalparkverwaltung ein. So konnte unmittelbar westlich der Autobahn 7 im Forstamt Alfeld ein Luchs beobachtet werden und auch im Raum Blankenburg und im Schauener Holz, bei Stapelburg, zeigte sich jeweils ein Luchs außerhalb des Harzes.

Im Jahr 2003 wurde auch eine Diplomarbeit zweier Studentinnen der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden, Fachbereich Forstwirtschaft, abgeschlossen. Frau Hülsmann und Frau Orlich analysierten u. a. Beutereste der Harzer Luchse, ermittelten durch das Ausgehen von Spuren im Schnee Informationen über die Luchse und fertigten mit Hilfe von Fotofallen Bilder von Luchsen und verschiedenen anderen Tierarten an, die die Luchsbeute nutzten. Gegenstand der Arbeit war außerdem eine Auswertung der Höhenlagen der einzelnen Luchsmeldungen. Die Studentinnen konnten so nachweisen, dass keine winterliche Verschiebung der Luchsstreifgebiete in die klimatisch günstigeren Tieflagen des Harzes stattfindet und die Raubkatzen offenbar im Jahresverlauf recht gleichmäßig alle Höhenlagen des Mittelgebirges nutzen.

Aufgrund dieser positiven Entwicklung entschieden die Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Niedersächsische Umweltministeriums und der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. gemeinsam, dass im Jahr 2004 im Harz einige weitere Luchse freigelasssen werden sollen, um die vorhandenen Verluste auszugleichen und eine breitere genetische Basis für die entstehende Luchspopulation zu sichern.


Gemeinsamer Nationalpark Harz kommt - Fahrplan ist abgestimmt

Die Fusion der beiden Nationalparke im Harz kommt in Fahrt. Das Nationalparkdirektorium hat auf seinen jüngsten Sitzungen den weiteren Fahrplan abgestimmt. Auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen am 11. Mai 2004 soll den beiden Kabinetten von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein Staatsvertrag und das dazugehörige Zustimmungsgesetz als erster Schritt eines Zwei-Stufen-Planes zur Entscheidung vorgelegt werden.

Im Staatsvertrag sollen sowohl eine gemeinsame Leitung beider Nationalparke mit Leiter und Stellvertreter und gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit als auch ein gemeinsamer Name, ein gemeinsamer Sitz und Aussagen zu den Aufgaben der gemeinsamen Leitung enthalten sein. Die beiden Nationalparkbeiräte wurden jüngst gebeten, zur Frage des gemeinsamen Namens eine Diskussion zu führen - sie sprachen sich mit klarer Mehrheit für den Namen "Nationalpark Harz" aus. Für diesen Namen sprachen sich auch die Personalräte beider Harzer Nationalparke aus. Es ist auch der Name, den die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. seit ihrer Gründung 1990 immer favorisiert hat. - Die Nationalparkbeiräte sollen künftig ebenfalls gemeinsam tagen.

In einem zweiten Schritt sollen die Nationalparkgesetze angeglichen und bis 2005 eine Vollfusion der beiden Nationalparke erreicht werden.

Das Direktorium ergänzte die im Juli 2003 beschlossenen Leitsätze zur Zusammenführung der beiden Nationalparke auf Anregung des HVV um einen Leitsatz zur Bedeutung des Nationalparktourismus.

Das Nationalparkdirektorium ist ein Gremium unter Leitung der beiden Umweltstaatssekretäre aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Dr. Christian Eberl und Dr. Hermann Onko Aeikens.


Neues Tourismusleitbild für Schierke

Wie soll die touristische Zukunft Schierkes aussehen? Wie kann das Potenzial des Nationalpark Hochharz noch besser genutzt werden? Welche Angebote für welche Gäste sollen im Mittelpunkt stehen? Welche Projekte sollen gemeinsam angepackt werden? Wie kann die Zusammenarbeit vor Ort und in der Region verbessert werden? Die Beantwortung dieser und anderer Fragen steht im Mittelpunkt eines jetzt beginnenden Vorhabens in Schierke. Ziel ist die Erarbeitung eines Tourismusleitbildes, d.h. eines Rahmens der zukünftigen touristischen Entwicklung einschließlich zugehöriger zentraler Projekte. Das Leitbild soll am Runden Tisch bzw. in Foren erarbeitet werden. An diesen Tourismus-Foren werden engagierte Schierker Akteure aus unterschiedlichen Bereichen teilnehmen - aus Tourismus, Naturschutz, Verkehr, Einzelhandel, Politik etc. Im Interesse einer effektiven Arbeit muss die Zahl der Forumteilnehmer auf maximal 25 begrenzt werden. Die Leitbild-Erarbeitung ist eingebettet in ein im Sommer 2003 gestartetes Modellprojekt des Bundes, an dem sich die beiden Harzer Nationalparke, der Harzer Verkehrsverband und die angrenzenden Kommunen beteiligen. Hierbei geht es vorrangig um die Schaffung der Beitrittsvoraussetzungen zur "Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten" - einer europäischen Auszeichnung für Großschutzgebiete, die sich in besonderer Weise für einen wirtschaftlich ergiebigen und zugleich ökologisch verträglichen Tourismus einsetzen. Das Teilprojekt in Schierke wurde initiiert, da der Ort unmittelbar an den Nationalpark grenzt, den zentralen Zugang zum Brocken bildet und es langjährige - inzwischen überwundene - Konflikte mit dem Nationalpark gab.

Mit der Projektdurchführung ist das Hamburger Büro Kontor 21 betraut, das über langjährige Erfahrungen mit der Tourismusentwicklung in Natur- und Nationalparken verfügt und zugleich für das Gesamtvorhaben zur "Europäischen Charta" verantwortlich ist. Die Erarbeitung des Leitbildes für Schierke soll bereits im September 2004 abgeschlossen sein. Erster Schritt ist eine Analyse der Ist-Situation durch Kontor 21. Hierzu zählen u.a. auch Interviews mit Verantwortlichen vor Ort. Nach Abschluss der Analyse wird Anfang April 2004 das erste Tourismus-Forum stattfinden. Über den Fortgang des Projektes wird regelmäßig auf der Schierker Internetseite
( www.schierke-am-brocken.de ) und in der Presse informiert.


Berliner Forscherteam untersuchte Besucherlenkung am Oderteich

Der Nationalpark Harz setzt auf „sanfte Besucherlenkung" und zum Mitmachen motivierende Umweltbildung. Und das mit wachsendem Erfolg: in den 10 Jahren Nationalpark Harz konnte sich durch das umweltfreundliche Verhalten der Besucher die Natur in weiten Bereichen deutlich erholen. Dies wiederum ist erlebbar durch die Besucher.

Zur Überprüfung einiger Maßnahmen fand im August 2003 eine Besucherbefragung statt. Die ausgewerteten Ergebnisse wurden jetzt von der federführenden Berliner Forscherin Nicola Moczek vorgestellt. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem umweltpsychologischen Institut PSY:PLAN, Berlin, der Initiative Psychologie im Umweltschutz (IPU) und dem Nationalpark Harz waren vor Ort 127 Besucher ausführlich befragt worden.

Zwei Drittel der befragten Besucher waren Urlauber, viele davon verbrachten mehrere Tage im Harz und waren schon mehrfach in der Region im Urlaub. Die meisten kamen zum Wandern und um die Natur zu genießen. Insgesamt zeigte sich, dass sich der Großteil der Besucher eindeutig mit den Zielen des Nationalparks identifiziert und bereit ist, sich an die besonderen Regeln im Nationalpark zu halten. Die wilde Natur und die Einzigartigkeit der Region lockt sie an, sie sind bereit, diese aktiv zu schützen.

Überraschend war das Ergebnis, dass etliche Besucher die vielen Informationseinrichtungen im Harz nicht kennen. Nur knapp jeder zweite war schon einmal in einem der Nationalparkhäuser, sechzig Prozent war noch nie bei einem der Tierschaugehege bei Luchs oder Auerhuhn. Hier sieht die Leiterin des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg, Stephanie Glagla-Dietz noch ein großes Entwicklungspotenzial. Sie bietet in ihrem Haus nicht nur eine spannende Ausstellung, die durch die wechselhafte Geschichte des Harz führt und die Ziele des Nationalparks erläutert, sondern auch über 2500 umweltfreundliche und fair gehandelte Artikel zum Verkauf an. Mit ein wenig Geduld und Zeit können Besucher hier viel über die Natur und ihre Dynamik sowie über die Notwendigkeit einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung – Übereinkommen über die Biologische Vielfalt und Agenda 21 – erfahren. Sie können sich Tipps für ihren Aufenthalt im Harz holen und kostenloses Info- und Kartenmaterial erhalten. Zur Erhöhung der Bekanntheit der Nationalparkhäuser sowie anderer Einrichtungen und Angebote wünscht sie sich eine engere Zusammenarbeit aller Akteure im Tourismus der Nationalpark-Region Harz - "davon könnten wir alle profitieren".

Die Befragung zeigte auch, dass das ambitionierte Wegekonzept der Nationalparkleitung aufgeht. Der Rundwanderweg um den Oderteich z. B. lockt viele Besucher an. Der Bohlensteg am östlichen Ufer ist eine sehr beliebte Attraktion mit sicherer Lenkungsfunktion an einem wertvollen Hangmoor. Aber es gibt auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. So ist an einigen Stellen am westlichen Seeufer die Beschilderung und die Wegeführung noch nicht optimal. Einige Wegabschnitte sind schwer passierbar, manchmal fehlen Sitz- und Aussichtspunkte.

Das Nationalpark-Team nimmt die Ergebnisse der Besucherbefragung sehr ernst. „Bis zum Ende der Schneeschmelze werden wir jetzt verschiedene Varianten zur Verbesserung der Punkte erarbeiten. Im Frühjahr beraten wir diese vor Ort und werden die Maßnahmen noch vor Einsetzen der großen Besucherströme umsetzen", fasst Nationalparkleiter Dr. Wolf-Eberhard Barth den Plan zusammen.


Sonderbeilage zum GEO-Spezial anläßlich des Tages der Artenvielfalt 2003

Diese Sonderbeilage zum GEO-Spezial anläßlich des Tages der Artenvielfalt
2003 in den beiden Harzer Nationalparken stellt Ihnen die GFN gern kostenlos zur Verfügung - wir bitten lediglich um Portokostenerstattung.

Das Heft enthält Beiträge zu folgenden Untersuchungsregionen des Tages der Artenvielfalt 2003: Ostsee - Kieler Förde, Erftstadt, Kaisten, Zentralschweiz - Pilatus, Bamberg - Bergstadt, Montebelluna, Heidenheim, Ostwestfalen - Bielefelder Senne, Weikendorf, Schnackenburg, Braunschweig - Hamsterhabitat, Monschau, Kongsfjord, Obersteiermark - Naturpark Grebenzen, München - Lerchenauer See, Bitterfeld, Dresden, Eisenhüttenstadt - Oderwiesen, Freiburg, Berlin sowie Nationalparke Harz und Hochharz. Darüber hinaus enthält das Heft die Artenliste der 2003 in den beiden Harzer Nationalparken gefundenen 2088 Tier- und Pflanzenarten.

Bestellungen per e-mail über info@nationalpark-harz.de - bitte vergessen Sie nicht, Ihre Postadresse anzugeben.

 


Bekanntestes Brockenbuch in 9. Auflage erschienen - Wolfram Richter: Der Brocken – ein deutscher Berg: Bilder – Texte – Dokumente

Der Göttinger Wolfram Richter begann sich bereits 1987 dem Brocken heimatkundlich zu widmen. Entsprechend der damaligen politischen Lage im geteilten Deutschland wurde daraus eine spannende Forschung. 8 Auflagen dieses Buches mit jeweils aktualisierten und erweiterten Texten konnten bis 1997 erscheinen – und die Nachfrage nach dem Buch ist bis heute anhaltend groß. Im Februar 2004 erschien nun die 9. Auflage – erweitert um neue Themen der jüngsten Zeitgeschichte, die politisch mit dem Brocken in Zusammenhang stehen.

Das Buch liefert z.B. neue Fakten zu den Kapiteln „Der Brocken - ein Sensationsberg?“; „Der Brocken und seine politischen Touristen“; „Ein Totalitär-Reservat der DDR“; „Zwölf Jahre Brockendiplomatie“; „Der Brocken und sein Alpengarten“; „Der Brocken liegt im Zentrum des Nationalparks Harz“ und „Zwei Berge mit Gemeinsamkeiten – Fujiyama und Brocken“. Aber auch anderen Themen im Zusammenhang mit dem höchsten Harzberg widmet sich das Buch, z.B. Erschließung des Brockens, Brockenblicke mit historischen Texten, Briefe und Grüße, Postgeschichte und Philatelie, Fernsehsender, Brockenbahn, Werbewirkung, Sport und Rekord, Krieg, russisches Militär, Humor – es gibt kaum ein Brocken-Thema, das der Autor nicht bearbeitet hat, wobei er die Nationalparkentwicklung vom ersten Tag an immer gebührend berücksichtigt hat. - Ein Verzeichnis mit über 360 Stichworten und Namen von Personen hilft bei der inhaltlichen Erschließung des Buches.

Richters Brockenbuch entwickelte sich von einer bescheidenen Broschüre mit 100 Seiten und 104 Abbildungen in 1. Auflage zu einem beachtlichen Buch mit 228 Seiten und 270 Abbildungen in 9. Auflage – ein Muss für den Büchertisch des Harzfreundes!

Wolfram Richter: Der Brocken – ein deutscher Berg: Bilder – Texte – Dokumente.- 9. Aufl., 228 S., 270 Abb. in Farbe und Schwarz-Weiß, Piepersche Druckerei und Verlag GmbH, Clausthal-Zellerfeld 2004. 22,80 €, ISBN 3-923605-04-8.


Auf zu neuen Ufern! Studenten haben 2004 die Chance, ein bezahltes Praktikum in den Harzer Nationalparken zu absolvieren!

Nationalparke sind weit mehr als nur Gebiete, die unter besonderem Schutz stehen. Egal ob es die Steilufer, Strände und Dünen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft oder die weitläufigen, geheimnisvollen Wälder in den Harzer Nationalparken sind, alle deutschen Nationalparke bieten ein einzigartiges Naturerlebnis.

Um diese letzte Wildnis in Deutschland zu erhalten und zu schützen, bieten die Commerzbank und Europarc Deutschland interessierten und motivierten jungen Leuten die Möglichkeit, in faszinierenden Landschaften in ganz Deutschland ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum zu absolvieren. Voraussetzungen sind Interesse an Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Spaß am Umgang mit Menschen.

Seit 1990 konnten mehr als 850 Praktikantinnen und Praktikanten während ihres Praktikums in einem Großschutzgebiet nicht nur wertvolle Erfahrung sammeln, sondern auch eigene Projekte und Ideen in der Umweltbildung umsetzen.

Das gemeinsame Projekt von Commerzbank und Europarc Deutschland, dem Dachverband der Großschutzgebiete in Deutschland, wurde 2001 mit dem Internationalen Sponsoring Award ausgezeichnet. Seit nunmehr vierzehn Jahren unterstreicht die Commerzbank mit diesem Praktikum ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung und demonstriert gesellschaftliche Verantwortung. "Dieses Projekt ist sicherlich eines der erfreulichsten Kooperationsmodelle zwischen Ökonomie und Ökologie in Deutschland", sagt Dr. Eberhard Henne, der 1. Vorsitzende von Europarc Deutschland, über das "Praktikum für die Umwelt".

Wie vielfältig die Erfahrungen und Eindrücke der Praktikantinnen und Praktikanten waren, zeigen die zahlreichen Abschlussberichte. Für einige von ihnen war der Aufenthalt in einem Nationalpark weit mehr als ein Praktikum: "So bot mir die breite Aufgabenpalette meiner größtenteils der Naturerfahrung gewidmeten Tätigkeit viele neue bereichernde Erfahrungen und Erlebnisse. Das Praktikum vermittelte mir ein neues und besseres Lebensgefühl", berichtet Sabine Bergmann von ihrem Praktikum in einem Nationalpark.

Bemerkenswert ist, dass das Projekt auch über Deutschland hinaus bekannt ist. So absolvierte Oliver Stauffer aus Bedford, New York, 2003 Jahr ein dreimonatiges Praktikum im Naturpark Bayerischer Wald. In einem fremden Land mit anderen Praktikantinnen und Praktikanten eine Aufgabe gemeinsam zu bewältigen und Mitmenschen, insbesondere Kinder, für die Natur zu begeistern, zählte für ihn dabei zu seinen wichtigsten Erfahrungen.

Auch in diesem Jahr bieten die Commerzbank und Europarc Deutschland rund 40 Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen die Möglichkeit, in 22 Großschutzgebieten die Natur zu erleben und mit ihr zu arbeiten - auch in den Harzer Nationalparken.

Weitere Informationen finden sich unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de .


"Elm-Luchs" streift durch die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt

Der Luchs, der erstmals am 9.11.2003 bei Bornum nahe Königslutter (Landkreis Helmstedt) beobachtet werden konnte, hat seinen Weg nach Norden fortgesetzt. Inzwischen liegt eine weitere Sichtbeobachtung aus der Nähe von Rotenkamp vor. Auch gibt es jetzt Bilder des Tieres, die mit einer sog. Fotofalle bei Berklingen nahe Schöppenstedt (Landkreis Wolfenbüttel) gemacht wurden. Das Gerät wird an Orten aufgestellt, an denen der Luchs oft beobachtet wurde. Mit Hilfe eines Bewegungsmelders, der mit einer Fotokamera verbunden ist, werden dann vorbeilaufende Tiere automatisch abgelichtet. Da der Elm-Luchs eine weiße Ohrmarke im linken Ohr trägt, konnte das Tier einwandfrei identifiziert werden. Es handelt sich um ein einjähriges männliches Tier, das im August 2003 im Nationalpark Harz ausgewildert wurde.

Der Elm-Luchs tappte bereits mehrfach in die Kamerafalle. Um auch in Zukunft die Wanderung des Luchses verfolgen zu können, bittet die Nationalparkverwaltung um die Weiterleitung von Sichtbeobachtungen oder anderer Bestätigungen des Luchses. Diese können unter 05582/9189-0 gemeldet werden; weitere Ansprechpartner sind der zuständige Revierförster bzw. das Forstamt.

Luchse sind keine Gefahr für den Menschen. Nur in seltenen Fällen greifen Luchse unbewachte Weidetiere bis zur Größe eines Schafes an. Sollte es dennoch zu Schäden kommen, werden verlorene Tiere entsprechend des Marktwertes finanziell ersetzt. Private Jagdausübungsberechtigte erhalten für die Meldung von Wildtieren, die nachweisbar von einem Luchs erbeutet wurden, einen Pauschalbetrag von 50,- Euro. Voraussetzung ist die schnelle Begutachtung durch einen Mitarbeiter des Luchsprojektes.

Offenbar hat der Elm-Luchs bereits im September 2003 den Harz bei Bad Harzburg verlassen. Der Grund dafür könnte die Verdrängung durch ein bereits etabliertes Luchsmännchen sein. Nach ausgiebigen Wanderungen durch das Harzvorland hat der Jährling vermutlich im Oderwald die A 395 überquert, um sich in Richtung Nordosten dem Elm zu nähern. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Tier auf der Suche nach Artgenossen seinen Weg nach Norden weiter fortsetzt oder auch zum Harz zurückkehrt.

Entgegen anders lautender Meldungen ist jedoch nicht beabsichtigt, den Luchs wieder einzufangen. Weite Wanderungen einzelner Individuen sind die Voraussetzung für den Erhalt größerer Tierarten in unserer Landschaft, da nur so geeignete Lebensräume oder Verbindungswege zwischen bislang getrennten Vorkommen erschlossen werden können.


Gemeinsamer Nationalpark kommt – Direktorium stimmt Fahrplan ab

Die Fusion der beiden Nationalparke im Harz kommt in Fahrt. Das Nationalparkdirektorium hat auf seiner jüngsten Sitzung den weiteren Fahrplan abgestimmt. So soll in einer gemeinsamen Kabinettssitzung von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Frühjahr 2004 den beiden Kabinetten ein Staatsvertrag und das dazugehörige Zustimmungsgesetz als erster Schritt eines Zwei-Stufen-Planes zur Entscheidung vorgelegt werden.

Im Staatsvertrag sollen sowohl eine gemeinsame Leitung beider Nationalparke mit Leiter, Stellvertreter und Öffentlichkeitsarbeit als auch ein gemeinsamer Name, ein gemeinsamer Sitz und Aussagen zu den Aufgaben der gemeinsamen Leitung enthalten sein.

Die beiden Nationalparkbeiräte sollen schnellstmöglich gebeten werden, zur Frage des gemeinsamen Namens eine Diskussion zu führen. Das Nationalparkdirektorium möchte die Nationalparkbeiräte auch ermuntern, künftig gemeinsam zu tagen.

In einem zweiten Schritt sollen die Nationalparkgesetze angeglichen und bis 2005 eine Vollfusion der beiden Nationalparke erreicht werden.

Zugleich verständigte sich das Direktorium darauf, die im Juli beschlossenen Leitsätze zur Zusammenführung der beiden Nationalparke um einen Leitsatz zur Bedeutung des Tourismus zu ergänzen.

Das Nationalparkdirektorium ist ein Gremium unter Leitung der beiden Umweltstaatssekretäre aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Dr. Christian Eberl und Dr. Hermann Onko Aeikens. Es kam am 12.11.2003 in Drübeck bei Ilsenburg zu seiner vierten Sitzung zusammen.


Harzer Luchsprojekt erhält Artenschutzpreis

Der vom Artenschutzkreis Deutschland einmal jährlich vergebene Preis ging in diesem Jahr in den Harz, um die Arbeit des Nationalparks Harz für das Harzer Luchsprojekt zu unterstützen. Am 30.10.2003 überreichte Carl-Hans Adrian am Sitz der Nationalparkverwaltung Harz in Sankt Andreasberg-Oderhaus den Artenschutzpreis 2003 für das Luchsprojekt in Gestalt eines 5.000-Euro-Schecks. Adrian ist der Vorsitzende des Artenschutzkreises Deutschland, der mit seiner jährlichen Preisstiftung ausgewählte Bemühungen zur Erhaltung gefährdeter Arten in ganz Deutschland auszeichnet und unterstützt. Ebenfalls anwesend war der stellvertretende Hauptgeschäftsführer vom Zentralverband des Kürschnerhandwerks, Helmut Knieriemen.

Die rund 180 Mitglieder dieses Verbandes sind die Spender des Preisgeldes. Mit der jährlichen Spende will der Zentralverband des Kürschnerhandwerks, die Mutterorganisation des Artenschutzkreises auf seine Sorge um die Natur aufmerksam machen, denn dem Verband ist der Artenschutz von jeher schon im eigenen Interesse ein großes Anliegen. "Der Preis ist für uns eine große Hilfe und eine wertvolle Anerkennung", so Dr. Wolf-Eberhard Barth, der Leiter des Nationalparks Harz.


Deutsch-russisches Jugend-Camp "Wege in die Wildnis" in der Jugendherberge Torfhaus

Nationalparke sind Bühnen, die uns tiefer in die Natur blicken lassen und uns lehren, was sie für die Seele des Menschen bedeutet. Unter diesem internationalen Ansatz stand das erstmals veranstaltete deutsch-russische Jugend-Camp vom 19. bis 26. Oktober im Nationalpark Harz.

Die offizielle Eröffnung des Camps fand am 20. Oktober in der Jugendherberge Torfhaus statt. Willkommensgrüße wurden ausgerichtet durch Meinfried Striegnitz, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie, Prof. Dr. Johann Schreiner, Alfred Toepfer-Akademie für Naturschutz, und die Nationalparkverwaltung Harz.

Das einwöchige Jugend-Camp, veranstaltet im Rahmen der internationalen Partnerschaft des Landes Niedersachsen mit der Region Perm, wurde vom Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus unter der Regie des BUND durchgeführt; zahlreiche Besuchstouren in der Nationalparkregion Harz und auch zum Weltkulturerbe Goslar-Rammelsberg standen auf dem Programm, aber es war auch viel Raum für einen Austausch zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Umgang mit und der Bedeutung von Natur in beiden Ländern vorhanden. Das Programm konnte mit großem Erfolg abgeschlossen werden.


Erstes Harzer Nationalpark-Forum der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus

Am 16.10.2003 trafen sich in Wernigerode knapp 30 Vertreter der Nationalparkregion - Kurdirektoren, Stadträte, Landkreisvertreter und Hoteliers saßen mit den Nationalparken Harz und Hochharz am runden Tisch. Moderator Thomas Wilken vom Hamburger KONTOR 21 war vom Bundesamt für Naturschutz beauftragt worden, die Ergebnisse einer Stärken-/Schwächen-Analyse der Nationalparkregion zu präsentieren. Ein Team von Tourismus- und Naturschutzexperten hatte zuvor Monate lang die beiden Harzer Nationalparke und ihre Anliegergemeinden unter die Lupe genommen. Zu Tage kamen einige Überraschungen, aus denen das Forum dann auch die ersten Ansätze für künftiges gemeinsames Handeln in der Nationalparkregion formulierte. Die Verbesserungen könnten von aktuelleren und übersichtlicheren Internet-Informationen über verstärkte Angebote von Natur-Urlaubspauschalen bis hin zu landkreisübergreifenden öffentlichen Personenverkehr reichen. Was denn genau und mit welchem konkreten Ziel angefasst werden soll, wird beim zweiten Charta-Forum im Dezember erörtert werden.

Träger der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten ist die Föderation EUROPARC als Dachverband der europäischen Natur- und Nationalparke. Das Zertifikat steht für einen Tourismus, der sich an der Philosophie der Nachhaltigkeit orientiert. Zugleich geht es darum, in der Region einen Konsens zwischen allen relevanten Partnern zu erzielen. So begrüßt insbesondere der Harzer Verkehrsverband als Länder übergreifende touristische Dachorganisation des Harzes das Charta-Vorhaben und bringt sich als engagierter Partner der Nationalparkregion ein. Das Protokoll der Sitzung finden Sie hier.


Outputs of the World Parks Congress 2003

Following the World Parks Congress in September 2003 we would like to inform you that the final documents (in English, Spanish and French) on the outcome of the Congress can be found in the internet on the WPC website at www.iucn.org/themes/wcpa/wpc2003 on the right side under "Outputs of the WPC".


Rekord-Brockengartensaison 2003

Über 8000 Besucher besichtigten in 2003 den Brockengarten im Nationalpark Hochharz im Rahmen der angebotenen Führungen. Der überdurchschnittlich sonnige Sommer hat auch auf dem höchsten im Norden wesentlich hierzu beigetragen. Die Zahl der angemeldeten Führungen stieg damit auch in diesem Jahr. Nationalpark-Botaniker Dr. Gunther Karste freut sich: "Da sich die Attraktivität des Gartens kontinuierlich erhöht und die Anlage auch in Fachkreisen immer bekannter wird, ist es kein Wunder, dass die Nachfrage steigt!" Zusammen mit Brockengärtner Holger Bührig und den Nationalpark-Rangern betreute er die Besuchermassen auch an Wochenenden und Feiertagen. Neben den zahlreichen interessierten Wanderern trugen 41 Spezialführungen für Biologiestudenten, Gymnasiasten, Botaniker, Naturschützer und Gärtner und die große Zahl der ausländischen Gäste aus Chile, Nordamerika, den Niederlanden, Frankreich, England, Belgien, Polen, Georgien, Türkei, China und Japan zur Besuchersteigerung bei. Aufgrund der ungewöhnlich warmen Witterung in den Sommermonaten blühten allerdings auch Arten, die normalerweise Ende April bzw. Anfang Mai ihre Blüten zeigen, noch sehr spät. So hatten zum Beispiel der Tüpfel-Enzian Gentiana punctata oder auch die Stengellose Lichtnelke Silene acaulis zum zweiten mal innerhalb der Vegetationszeit ihre Blüten ausgebildet. Das Bedürfnis der Brockenbesucher, die 1890 gegründete Anlage in Augenschein zu nehmen, war bei schönem Wetter auch im Oktober noch ungebrochen. Besonders reizvoll waren in dieser Zeit die zahlreichen Blüten des so genannten "Wellensittich-Enzians" Gentiana sino ornata. Ist diese asiatisch verbreitete Enzianart verblüht, wird der Garten winterfest gemacht, indem u.a. die Beete mit Fichtenzweigen abgedeckt werden. Der Schauteil des Brockengartens, der nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten bepflanzt wurde, vermittelte den Gartenbesuchern einen Eindruck von der Hochgebirgsflora der Welt. So waren hier Arten aus Asien, Amerika, dem Kaukasus, Süd-, Mittel- und Nordeuropa zu bestaunen. Der Brockengarten ist aber nicht nur eine wichtige Informationseinrichtung des Nationalparks Hochharz - er ist auch eine Stätte der Forschung und des praktischen Narturschutzes. So wurden auch 2003 zum Beispiel mehrere hundert Brockenanemonen an den Naturstandort ausgebracht. Die Brockenanemone, die das Frühjahr auf dem Brocken im Mai und Anfang Juni ankündigt, blühte in diesem Jahr - stets in Einzelexemplaren - die gesamte Saison über. Die Winterpause für die Brockenanemone und den Brockengarten endet Mitte Mai 2004, nachdem die Hexen Walpurgis den letzten Schnee vom Brocken gefegt haben.


Aktueller Newsletter von Fahrtziel Natur

Die Deutsche Bahn unterstützt die Harzer Nationalparke im Rahmen des Projektes "Fahrtziel Natur". Hier finden Sie den neuesten Fahrtziel-Natur-Newsletter mit folgenden Themen:

  • Werbekampagne: Herbst im NP Sächsische Schweiz
  • Präsenz beim Thüringentag und beim BahnTag
  • Neuer Aufkleber
  • NP Hainich: Übergabe bundeseigener Flächen an den Freistaat Thüringen
  • NP Sächsische Schweiz: Gastgeberverzeichnis online
  • Eine Woche NP Berchtesgaden zu gewinnen
  • Angebot: Herbst im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

9. Kunstausstellung NATUR - MENSCH unter Schirmherrschaft des Niedersächsischen Umweltministers in Sankt Andreasberg erfolgreich beendet

Im Oktober 2003 waren in der Andreasberger Rathaus-Scheune und den beiden Kirchen der Bergstadt und Nationalparkgemeinde erneut viele spannende Kunstwerke aus allen Sparten der Kunst - Malerei, Grafik, Fotoart und Plastiken - zu besichtigen.

350 Bewerber mit 560 Kunstwerken, u. a. aus Island, USA und Südafrika, hatten sich dieses Jahr für die 9. Kunstausstellung NATUR - MENSCH, ausgerichtet von der Nationalparkgemeinde und Bergstadt Sankt Andreasberg und dem Nationalpark Harz, beworben. Davon hat die Kunstjury, der 5 renommierte Künstler und 4 Vertreter der Bergstadt Sankt Andreasberg und dem Nationalpark angehören, insgesamt 134 Künstler mit 167 Werken angenommen, darunter sehr viele hochwertige Werke bundesweit und international anerkannter Künstler.


"Bedenkenträger", Bronze, 79 cm, von Tina Heuter, Aachen

Regional bekannte Künstler, von denen die angenommenen Werke stammen, sind z.B. Eike Geertz und Barbara Ehrt aus Goslar sowie Joachim Hettwer aus Bad Lauterberg und Dieter Utermöhlen aus Herzberg. Aus Touques, der französischen Partnerstadt von Sankt Andreasberg, waren Philippe Brosse und Serge Perkowsky dabei. Der Andreas-Kunstpreis des Nationalparks Harz und der Bergstadt St. Andreasberg ging dieses Jahr an die Aachener Bildhauerin Tina Heuter. Zur Eröffnung der Kunstausstellung in der Rathausscheune nahm die 35-jährige Künstlerin den Preis aus den Händen von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander entgegen. Die Preisträgerin setzte sich mit drei „Bedenkenträgern“ aus Bronze durch, gefolgt von Eugen Kisselmann aus Bad Wünnenberg mit dem Triptychon „Zum ewigen Kampf verurteilt“ (Öl/Leinwand), Bernd Bunk aus Sandhatten mit der „Vogelmetamorphose Hommage à Brâncusi“ (V2A-Stahl), dem Duo Dasenbrock und Grunge-Dirkens aus Vinte mit dem Bild „Über normal Null“ (Mischtechnik) sowie Helga und Ivo Neuber aus Dötlingen mit „GLEICHgeWICHTig“, einer Installation vorwiegend aus Naturmaterialien. Den Publikumspreis erhielt Petra Weidemann aus Aachen mit ihrer Inszenierung „Gestaltungsmittel – Nahrungsmittel“ aus Gemüse und Sperrholz.

Für Rückfragen zur 10. Kunstausstellung 2004 steht Ihnen Fr. Dähne unter 05582/9189-41 oder cordula.daehne@npharz.niedersachsen.de zur Verfügung.


Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in Sachsen-Anhalt stellte sich vor

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservates Südharz e.V. hatte der Verein mit der BR-Aufbauleitung "Karstlandschaft Südharz" in Sachsen-Anhalt ein interessantes Rahmenprogramm "Rund um das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz" ausgearbeitet. Durch Mitarbeiter der Aufbauleitung wurde am Vormittag des 25.10.2003 aus der Arbeit der Verwaltung vor Ort berichtet. Auf einer Wanderung durch die Wälder der Kernzone des Alten Stolberges wurde dargestellt, wie Konflikte mit Privatwaldflächen gelöst werden.

Nach einem Mittagessen bei einem der "Biosphärengastwirte" (Gaststätte Thyra-Fuchs, Uftrungen) wurden die BesucherInnen in den Räumen der Biosphärenreservatsverwaltung begrüßt. Ein Kurzvortrag berichtete über die aktuelle Situation der Ausweisung des BR Karstlandschaft Südharz; der Antrag an die UNESCO wird derzeit vorbereitet. Ein Rundgang durch die neue Ausstellung zur Karstlandschaft bot interessante Exponate und Modelle u.a. zu den geologischen Besonderheiten der Karstlandschaft. Im Anschluss daran fand die GFB-Jahreshauptversammlung statt, zu der Interessenten ebenfalls eingeladen waren - die Tagesordnung umfasste u.a. Berichte und Ausspachen zu den Themen Ausstellung Natur-Harz-Infostelle im Kurpark Bad Sachsa, Öffentlichkeitsarbeit, Internetaktivitäten, Themenwanderungen, Rotvieh-Projekt, FFH-Gebiete, Gipsabbau und Flächentausch- Projekte.

Wer die hochinteressante Karstlandschaft in der Region Berga - Uftrungen erwandern möchte, dem sind folgende Unterkünfte zu empfehlen: "Landhaus Blei" (Hotel-Restaurant) in Berga, Tel. 034651/489-0, www.landhaus-blei.de (EZ ab 39,- Euro), oder Ferienhaus Haselhai (Appartements auch incl. Frühstück) in Uftrungen, Tel. 034653/92189, www.ferienhaus-haseltal.de, ab 30,-Euro pro Nacht. Weitere Informationen siehe www.karstwanderweg.de


Nationalparke unter Klima-Stress - WWF-Report dokumentiert Klimawandel

Der Klimawandel macht bedrohten Tieren und Pflanzen in Nationalparken inzwischen genauso zu schaffen wie die Wilderei. Auf dem World Parks Congress im südafrikanischen Durban legte der WWF im September 2003 einen neuen Report vor, in dem die Auswirkungen des Klimawandels auf Schutzgebiete dokumentiert werden. Die Veränderungen des Lebensraumes stellen viele Parkverwaltungen inzwischen vor nahezu unlösbare Aufgaben. "Gegen illegale Jäger können wir Anti-Wilderer-Brigaden einsetzen, gegen den Klimawandel sind auch die besten Ranger machtlos", beklagt Regine Günther vom WWF Deutschland.

Der Bericht verdeutlicht, dass seltenen Arten wie dem Golden Toad, einer endemischen Amphibienart in Costa Rica oder dem Edelweiß in den europäischen Alpen immer weniger Rückzugsgebiete bleiben. Zum Überleben brauchen sie bestimmte klimatische Bedingungen. Sind diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben, ist das meist das Aus für die betroffene Art. Von der arktischen Tundra in Kanada bis zu australischen Korallenriffs oder in südafrikanischen Nationalparkens: Die klimatischen Veränderungen zeigen sich mittlerweile in Schutzgebieten rund um den Globus. Erhöhte Temperaturen und Wetterextreme hinterlassen in den Parks immer deutlichere Spuren.

Die Naturschutzorganisation appelliert an die verantwortlichen Politiker in aller Welt, ihren Treibhausgasausstoß konsequent zurückzufahren. Nur so könne der Klimawandel begrenzt werden. Klimaforscher gehen davon aus, dass der Kohlenstoffanteil in der Atmosphäre seit 420.000 Jahren niemals so hoch war wie heute. Dem Energiesektor kommt beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle zu. Knapp 40 Prozent der CO2-Emissionen entstehen durch die Stromerzeugung. Deshalb fordert der WWF ein Umsteuern auf saubere Energien. "Wenn wir den Klimawandel nicht erfolgreich bekämpfen, müssen wir viele Naturschutzerfolge der vergangenen Jahrzehnte abschreiben", mahnte Dr. Claude Martin auf dem World Parks Congress in Durban.


GEO-Spezial zum Tag der Artenvielfalt 2003

Nunmehr liegt es vor - das GEO-Septemberheft zum Tag der Artenvielfalt in den Harzer Nationalparken. Darin befindet sich als Spezialbeilage das Magazin zum GEO-Tag 2003 mit der Artenliste "Was im Harz lebt: 2088 Tiere und Pflanzen".

Auf Initiative von GEO trugen Wissenschaftler und Laien während des 5. GEO-Tages der Artenvielfalt am 14. Juni zusammen, was in deutschen Landen kreucht, wächst und fleucht. Eine große Schar von Experten inventarisierte Fauna und Flora entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Dabei kamen auch verschollene Arten zutage.

Das Heft enthält fantastische Bilder vom biologischen Großeinsatz in den Nationalparken Harz und Hochharz und entlang des gesamten Grünen Bandes. Und das Heft zeigt alle Ergebnisse: Was haben die Projekte des GEO-Tags der Artenvielfalt zu Tage gefördert?

Der GEO-Tag der Artenvielfalt 2003 wurde im Harz wesentlich gefördert über die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. mit Mitteln der Karl Oskar-Koenigs-Stiftung Nationalparke, Grafenau.

Weitere Informationen auch unter www.geo.de/artenvielfalt


Wie der Luchs in den Harz zurückkehrt - Nächste Dia-Vorträge

Seit mehr als drei Jahren wird nunmehr intensiv an der Wiederansiedlung des Luchses im Harz gearbeitet. Im Rahmen dieses Deutschland weit einmaligen Projektes wurden bereits 17 Luchse in die Freiheit entlassen; 2002 wurden mindestens 3 Harzer Jungluchse in Freiheit geboren - erstmals seit 200 Jahren; 2003 konnten bislang 2 Jungtiere bestätigt werden.

Der Harzer Luchsexperte Dipl.-Forsting. Ole Anders, berichtet in öffentlichen Vorträgen aus erster Hand von den Ergebnissen des Harzer Luchsprojektes und geht auch auf die Probleme ein, die sich bei der Arbeit mit den Luchsen ergeben. Die Zuhörer sind herzlich eingeladen, sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen. Der Eintritt ist frei; Informationsmaterial zum Luchsprojekt liegt aus.
Luchs-Links

www.pinselohren.de Informative Luchsseite mit Diskussionsforum
www.luchs.de Luchs-Beraternetz im Pfälzerwald
www.pfaelzerwald-luchs.de Luchse im Pfälzerwald
www.biosphere-vosges-pfaelzerwald.org Luchse im Pfälzerwald
www.luchsprojekt.de Luchse im Bayerischen Wald
www.der-luchs.de Luchse im Schwarzwald
www.kora.ch Schweizer Raubtiermanagement


Aktuelles GFN-Mitgliederrundschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe GFN-Mitglieder,

mit diesem Schreiben möchte ich Sie wieder einmal über unsere Arbeit informieren. Zunächst in eigener Sache: wir haben - den Empfehlungen unseres Dachverbandes Europarc Deutschland folgend -unseren Briefkopf und auch unsere Webseite www.gfn-harz.de den bundesweiten CD-Empfehlungen für Nationalparke angepasst, das "N" steht für die weltweite Nationalpark-Familie, enthält aber auch das Natur-N.

Derzeit geht das Commerzbank-Praktikum 2003 zu Ende - das wichtigste Sponsoring-Projekt, das die GFN für beide Nationalparke abwickelt - viel Arbeit für Cordula Dähne, Irmtraud Theel und auch Juliane Hentze, welche die Hauptarbeit im Büro leisten - dafür ein herzliches Dankeschön!

Beide Nationalparke haben vor kurzem ihre aktuellen Tätigkeitsberichte herausgebracht - der Nationalpark Harz für 2002 und der Nationalpark Hochharz für 2001/2002 - Bestellungen bitte direkt bei den beiden Nationalparkverwaltungen oder per email über uns.

Unser aktuellstes Thema jedoch ist die von beiden Landesregierungen geplante Vereinigung der Harzer Nationalparke - in den Medien wird darüber breit berichtet, sodass es hieße Eulen nach Athen tragen, das Thema hier erneut darzustellen. Um Ihnen aber einige Originalinformationen zu geben, liegt das Eckpunktepapier der Staatssekretäre bei, das Grundlage der weiteren Arbeiten ist. In Kürze wird eine weitere Sitzung des Nationalpark-Direktoriums stattfinden, das eine gemeinsame Kabinettssitzung beider Bundesländer inhaltlich vorbereitet. Der Prozess der Vereinigung soll in ca. 3 Jahren abgeschlossen sein. Wir haben als länderübergreifender Verein unsere Hausaufgaben zu diesem Projekt sozusagen schon gemacht. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, stehen Ihnen die Nationalparke und auch unser Vorstand jederzeit zur Verfügung.

Eine weitere Beilage betrifft das Projekt "GEO-Tag der Artenvielfalt 2003" - wesentlich finanziert über die GFN mit Mitteln der Karl Oskar-Koenigs-Stiftung Nationalparke - dafür an dieser Stelle ein herzlicher Dank an Eva Pongratz - ohne ihre Hilfe hätte das Projekt nicht stattfinden können!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Friedhart Knolle
1. Vorsitzender


Beliebte Nationalparkkappen in den Harzer Nationalparkhäusern wieder erhältlich

Aufgrund der großen Nachfrage sind sie jetzt wieder erhältlich - die beliebten, Schatten spendenden Nationalpark-Kappen.

Im neuen Design mit Luchsmotiv und dem Nationalpark Harz-Logo versehen, können die Kappen in den Nationalparkhäusern Altenau-Torfhaus und Sankt Andreasberg sowie im Haus der Natur in Bad Harzburg zum Preis von 12,50 € käuflich erworben werden.


Die neue Nationalpark-Kappe, präsentiert von FÖJlerin Carolin Ziese, Nationalparkhaus Sankt Andreasberg


Neuer Wanderführer von Manfred Dittmann durch die Harzer Nationalparke

Der neueste Nationalpark-Wanderführer stammt von dem Braunlager Autor Manfred Dittmann und erschien im Sommer 2003. Der Führer stellt unter dem Titel "Nationalparke Harz und Hochharz - Der Wanderführer" 30 verschiedene Routen durch die beiden Harzer Nationalparke vor. Sie führen von den am Schutzgebiet liegenden Nationalpark-Gemeinden in den Park hinein, oder gehen von den wichtigsten Ausgangpunkten innerhalb des Parks aus. Am Anfang jeder Tour werden die einzelnen Etappen der Strecke, wichtige Themen, Länge, Schwierigkeitsgrad, Einkehrmöglichkeiten und Besonderheiten aufgeführt. Zur besseren Orientierung sind die Touren auf farbigen Kartenseiten skizziert.

Die Streckenbeschreibungen der Wandertouren erschließen die bedeutendsten Lebensräume der beiden Nationalparke - von den Buchenwäldern der nördlichen und südlichen Randlagen bei Bad Harzburg und Lonau über Buchen-Fichten-Mischwälder und Bergfichtenwälder geht es bis oberhalb der Waldgrenze. Ursprüngliche Klippen und Bockhalden, naturnahe Bergbäche und einzigartige Hochmoore können vom Wanderer in den Harzer Nationalparken bewundert werden. In hervorgehobenen Absätzen werden spezielle Natur-Themen, die bei der jeweiligen Tour von Bedeutung sind, näher erläutert.

Das Buch erschien bei der Pieperschen Verlagsgesellschaft in Clausthal-Zellerfeld und wurde vom Harzklub-Zweigverein Braunlage herausgegeben. Erhältlich ist der Wanderführer in allen Nationalparkhäusern und im Buchhandel.

Manfred Dittmann ist seit Gründung des Nationalparks Harz 1994 als ehrenamtlicher Nationalpark-Waldführer tätig. Das Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg führt seitdem Fortbildungsveranstaltungen zu allen den Nationalpark betreffenden Themenbereichen durch. Nach dem Absolvieren einer bestimmten Anzahl von Fortbildungen kann man die Qualifikation zum Nationalpark-Waldführer für je ein Jahr erhalten. Dittmann selbst meint: "Obwohl ich ausgebildeter Biologielehrer bin, haben mir diese Fortbildungsveranstaltungen bei der Erstellung des Buches sehr geholfen." Das neue Wanderbuch ist bereits das fünfte Buch des Braunlager Autors Manfred Dittmann. Neben Büchern zur Eisenbahngeschichte des Harzes schrieb Dittmann einen bekannten Wanderführer für die Umgebung der Stadt Braunlage, der bereits in der 2. Auflage erschienen ist.


Harzer Nationalparke auf dem Weg zur europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus

Die Nationalparke Harz und Hochharz wollen sich als Tourismusmagnet weiter profilieren und streben die Aufnahme in die Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus an.

Träger der Europäischen Charta ist die Förderation EUROPARC als Dachverband der europäischen Natur- und Nationalparke. Das Zertifikat steht für einen Tourismus, der sich an der Philosophie der Nachhaltigkeit orientiert. Zugleich geht es darum, in der jeweiligen Region einen Konsens zwischen allen relevanten touristischen Partnern zu erzielen. So begrüßt insbesondere der Harzer Verkehrsverband als Länder übergreifende Dachorganisation des Harzes das Charta-Vorhaben und bringt sich als engagierter Partner der Nationalparkregion ein.

Derzeit sind 13 europäische Natur- und Nationalparke dem Charta-Netzwerk angeschlossen, darunter die drei deutschen Vertreter Naturpark Frankenwald (Bayern), Steinhuder Meer (Niedersachsen) und Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern).

Weitere Informationen: www.european-charter.org


Über den Harzer Hexenstieg durch die beiden Harzer Nationalparke

In Osterode beginnt der den ganzen Harz überquerende „Harzer Hexenstieg“ - ein Wanderweg, der (fast) alle Schönheiten des Harzes zeigt. Er führt über 5 Etappen von Osterode über Torfhaus und den Brocken bis hinab ins Bodetal nach Thale.

Die beiden Harzer Nationalparke haben auf diesem Stieg viel zu bieten. Gleich 3 Wander-Anlauf- und Informationsstellen warten auf Ihren Besuch. Hier können Sie attraktive Ausstellungen und Tonbildschauen erleben, Wanderinformationen zu Besonderheiten rechts und links der Route erfahren, Wanderutensilien kaufen und künftig auch Routenauskünfte zum Harzer Hexenstieg bekommen.

Sie wandern, von Osterode aus dem Naturpark und Landschaftsschutzgebiet Harz kommend, im Nationalpark Harz zunächst über den sagenhaften und streckenweise fast alpin anmutenden Magdeburger Stieg bis Torfhaus; Harzer Hexenstieg-Wander-Servicestelle: Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus gegenüber dem Großparkplatz, www.torfhaus.info

Unser Weg führt weiter über den berühmten Goetheweg in den Nationalpark Hochharz und auf den Brocken; Harzer Hexenstieg-Wander-Servicestelle: Brockenhaus, www.brockenmuseum.de

Weiter geht es den Brocken hinab über den Glashüttenweg nach Drei-Annen-Hohne; Harzer Hexenstieg-Wander-Servicestelle: Hohne-Haus, www.nationalpark-hochharz.de

Hier verlassen Sie den Nationalpark Hochharz und weiter geht es durch den Naturpark Harz bis nach Thale.

Viel Spaß bei Ihrer Wanderung auf dem Harzer Hexenstieg in den beiden Harzer Nationalparken!


Jugendliche aus acht Nationen pflegten Ehrenfriedhof Oderbrück

Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge war in diesem Jahr im Nationalpark Harz aktiv. Wie passen diese beiden Themen zusammen? Heute steht nicht mehr die Fürsorge für die Gräber und die Angehörigenbetreuung im Mittelpunkt der Arbeit des Volksbundes, sondern die Mahnung zum Frieden durch Jugendarbeit. Der Volksbund ist der einzige Kriegsgräberdienst der Welt, der eigenständige Jugend- und Schularbeit durchführt.

Im Juli 2003 fand in Goslar erstmals ein Jugendcamp statt, dessen Teilnehmer sich unter dem Leitwort „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ neben einem umfangreichen Rahmenprogramm auch um den Ehrenfriedhof Oderbrück im Nationalpark Harz kümmerten. Und das mit aktiver Unterstützung der Stadt Goslar, der Nationalparkverwaltung Harz und der Bundeswehr, die sich sonst um den Friedhof kümmert und diesmal unter anderem für den Transport der Workcamp-Teilnehmer von Goslar zuständig war.

Die jungen Leute im Alter zwischen 16 und 24 Jahren stammten aus der Russischen Förderation, Moldawien, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei und Italien und wurden von Verantwortlichen aus Deutschland und Polen betreut. Meist stammen die ausländischen Teilnehmer aus Orten, wo der Volksbund sich um Friedhöfe gefallener Soldaten kümmert; oft kamen während dieser Betreuungseinsätze im Ausland die ersten Kontakte zustande, wie die Leiterin des Workcamps Ana Lena Hillmer berichtete. Ihre Beweggründe für die Arbeit auf der Kriegsgräberstätte, deren Tote bei den letzten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges im Harz Mitte April 1945 ums Leben kamen, liegen neben historischem Interesse auch darin, Deutschland im Rahmen der Völkerverständigung kennen zu lernen. Leider fehlen zu diesem Zwecke in den Workcamps in Deutschland deutsche Jugendliche - die gehen lieber in Camps im Ausland, so dass die gut Deutsch oder Englisch sprechenden Teilnehmer in Goslar – bis auf die Betreuer - weitgehend unter sich blieben.


Leitsätze für die Zusammenlegung der Harzer Nationalparke entwickelt

Als Grundlage für die geplante gemeinsame Kabinettssitzung von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Herbst 2003 hat das Nationalparkdirektorium am 3.7.2003 in Sankt Andreasberg die nachstehenden Leitsätze für die Zusammenführung der Nationalparke "Hochharz" und "Harz" entwickelt. Das Direktorium - bestehend aus den beiden Umwelt-Staatssekretären Niedersachsens und Sachsen-Anhalts sowie den Nationalparkleitern -  wird den Landesregierungen empfehlen, diese Grundsätze zu beschließen und damit den Rahmen für das weitere Vorgehen abzustecken:

  1. Durch die Zusammenführung der Nationalparke "Hochharz" und "Harz" sollen die Bewohner und die Besucher der Harzregion das Gefühl der Einheit und der einheitlichen Behandlung der beiden Gebietsteile erhalten. Sie soll das Miteinander im Gesamtgebiet stärken und Anstöße für gemeinsames regionales Handeln liefern.

  2. Der angestrebte gemeinsame Nationalpark soll so ausgestaltet werden, dass er von den Menschen vor Ort, aber auch von den Bediensteten, angenommen und mitgetragen wird.

  3. Um die Einheit der Nationalparke zu unterstreichen, soll ein gemeinsamer Name gefunden werden.

  4. An dem räumlichen Zuschnitt der Nationalparkfläche und den in der Vergangenheit erreichten Qualitätsstandards wird festgehalten.

  5. Es wird gemeinsam das Ziel weiterverfolgt, im Sinne der internationalen Kriterien der World Conservation Union (IUCN) die Gebietsentwicklung und insbesondere die Waldentwicklung so zu gestalten, dass in einem Zeitraum von etwa 20 bis 30 Jahren mindestens 75 Prozent der gemeinsamen Nationalparkfläche ein hohes Maß an Naturnähe aufweisen und sich natürlich weiterentwickeln können.

  6. Bei der Waldbehandlung sollen Unterschiede in den Herangehensweisen, die durch spezifische Standortfaktoren und unterschiedliche Waldstrukturen bedingt sind, respektiert werden.

  7. Mit der Zusammenführung der Nationalparke soll mittelfristig eine Senkung des finanziellen und personellen Gesamtaufwandes erreicht werden.

Darüber hinaus hat das Direktorium das Ziel formuliert, die rechtlichen Bestimmungen für einen gemeinsamen Nationalpark in einem gemeinsamen Nationalpark-Gesetz zu regeln, das von beiden Landtagen verabschiedet werden soll.


Naturreisen mit dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus


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5. GEO-Tag der Artenvielfalt - über 2000 Arten nachgewiesen - Neufund eines Pilzes für Norddeutschland

Am 14. Juni 2003 waren die Nationalparke Harz und Hochharz Schauplatz der größten europäischen Feldforschungsaktion in Sachen Natur. Der "GEO-Tag der Artenvielfalt" wurde im fünften Jahr von der Zeitschrift GEO und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ausgerichtet und widmete sich diesmal dem "Grünen Band", dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen, der sich fast 1.400 Kilometer lang mitten durch Deutschland windet. Von der Lübecker Bucht über Harz und Rhön bis zum Frankenwald verbindet er eine Vielzahl unterschiedlicher Naturräume und bildet den größten Biotopverbund Deutschlands.


Torfmosaikjungfer (Foto Kathrin Baumann)

In den beiden Harzer Nationalparken wurden insgesamt 10 Untersuchungsgebiete unter die Lupe genommen: das Eckertal mit zwei Untersuchungsflächen, die Feuersteinwiesen bei Schierke, das Gebiet Scharfenstein/Brocken-Nordhang, die Brockenkuppe, das obere Odertal mit seinen Blockschutthalden, das Gebiet des Oderteiches, der Sonnenberg, die Südharzer Buchenwälder bei Lonau und verschiedene Sonderstandorte wie Moore, Blockhalden und die Achtermannkuppe.

An der ehrenamtlichen Aktion in den beiden Nationalparken Harz (Niedersachsen) und Hochharz (Sachsen-Anhalt) nahmen rund 140 Personen teil. Gefunden wurden nach den bisherigen Auswertungen über 1.450 Pflanzen- und Tierarten, darunter auch selten gewordene Arten wie das Große Mausohr, eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart. Zudem gab es einen Neufund bei den Pilzarten. Der Pilz Phragmotrichum chailletii wurde bei der Aktion erstmals in Norddeutschland nachgewiesen.


Biologe bei der Arbeit
(Foto Nationalpark Harz)

GEO-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede: "Der Grad des Erfolges des GEO-Tages der Artenvielfalt bemessen wir nicht primär an der Zahl der gefundenen Arten, sondern an der Zahl der an dieser Aktion beteiligten Menschen. Wir können sagen, dass wir dem Ziel, Menschen für den Naturschutz und die Biodiversität zu begeistern und das Wissen um die Relevanz von Natursystemen zu fördern, mit dem heutigen Tag in den beiden Nationalparken Harz und Hochharz wieder ein großes Stück näher gekommen sind."

Meike Hullen, wissenschaftliche Leiterin der Nationalparkverwaltung Harz: "Wir können heute nur vorläufige Ergebnisse präsentieren - die komplette Auswertung wird ca. zwei bis drei weitere Wochen dauern. Wir haben allein 153 Moosarten gefunden mit der Tendenz zu epiphytischen Moosen (Baummoosen), was zeigt, dass die Luft wieder etwas sauberer geworden ist, allein vier Bartflechtenarten wurden gefunden. Weiterhin wurden entdeckt und bestimmt: 11 Säugetierarten; 75 Vogelarten, u.a. Schwarzstorch und Wanderfalke; ca. 200 Käferarten, die noch exakt bestimmt werden müssen, ca. 50 Hautflügler, ca. 80 Spinnenarten, 520 Farn- und Wiesenpflanzenarten. Eine Besonderheit sind zwei Arten von Hochmoorlibellen, die vom Aussterben bedroht sind; insgesamt wurden 6 Libellenarten in den Mooren gefunden."

Dr. Uwe Wegener, wissenschaftlicher Leiter der Nationalparkverwaltung Hochharz, ergänzt: "Wir fanden 520 Arten von Gefäßpflanzen - mit den nachbestimmten Arten werden es insgesamt vermutlich ca. 600 sein. Darüber hinaus ca. 70 wassergebundene Insekten, 10 Heuschreckenarten, max. 150 Hautflügler, max. 30 Schwebfliegenarten, ca. 45 Molluskenarten, max. 200 Käfer- und ca. 150 Schmetterlingsarten. Alle diese Ergebnisse sind aber nur als vorläufig zu betrachten, endgültige Ergebnisse werden unter www.geo.de/artenvielfalt veröffentlicht".

Satellitengebiete auf dem Grünen Band

Neben der Zentralveranstaltung zum "GEO-Tag der Artenvielfalt" in den Harzer Nationalparken gab es weitere Aktionen an insgesamt sieben Standorten auf dem Grünen Band: Dassower See (Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein), im Biosphärenreservat Schaalsee (Mecklenburg Vorpommern/Schleswig-Holstein), in der Landgraben-Dumme-Niederung bei Salzwedel (Sachsen-Anhalt/Niedersachsen), im Großen Bruch (Sachsen-Anhalt/Niedersachsen), im Unteren Eichsfeld (Thüringen/Niedersachsen), im Gebiet Schlechtsarter Schweiz/Haßberge/Grabfeld (Thüringen/Bayern) sowie im Mittelvogtländischen Kuppenland (Sachsen/Bayern).

Am Dassower See (Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein) waren die Forscher begeistert von den Funden, u.a. einem Schwalbenwurz, der hier seit fast 100 Jahren als ausgestorben galt. Die Keiljungfer, die sehr selten geworden ist, hat sich wieder erfreulich vermehrt. 1174 Arten wurden nachgewiesen, darunter 495 Pflanzenarten und 46 Pilze.

In der Landgraben-Dumme-Niederung bei Salzwedel (Sachsen-Anhalt/Niedersachsen) waren 15 Experten zu Vogelkunde, Botanik, Amphibien, Fledermäusen, Schmetterlingen, Wasserökologie, Libellen und Heuschrecken aktiv: der Schwarzstorch war das Highlight, daneben Kraniche, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Neuntöter.

Großes Bruch (Sachsen-Anhalt/Niedersachsen): Highlights waren eine seltene Libelle (Rote Liste), die Helmazurjungfer und viele Vogelarten wie Braunkehlchen und Neuntöter, 120 Arten insgesamt.

Im Gebiet Schlechtsarter Schweiz/Haßberge/Grabfeld (Thüringen/Bayern) waren ca. 100 Experten vor Ort. Allein 400 Pflanzen-Arten wurden gefunden, darunter zwei besondere Pflanzenarten, u.a. die Borstige Glockenblume. Sieben Leuchtgruppen waren in der Nacht aktiv, daraus ergaben sich Funde von 130 Nachtfaltern und 40 Tagfaltern, darunter eine bereits als verschollen geltende Art. Gesamtzahl: 1400 gefundene Arten.

Mittelvogländisches Kuppenland (Sachsen/Bayern): 21 Experten; Fledermäuse und Falter, knapp 800 Arten nachgewiesen auf einer Länge von 20 km. U.a. Fundes des Eulenfalters, der vom Aussterben bedroht ist. 38 Tagfalter, besonders erwähnenswert der Schneckenfalter, weil seine Population stark im Rückgang begriffen. Highlight: eine Hummel, die seit 50 Jahren in Sachsen nicht nachgewiesen wurde.

Resümee des BUND

Dr. Kai Frobel vom BUND: "Die heute gesammelten Daten sind ein weiteres Element, um das Grüne Band für den Naturschutz zu erhalten und damit ein Signal, dass man es in Deutschland mit dem Naturschutz ernst meint."

Prof. Dr. Gerhard Kneitz, Mitglied des BUND-Vorstandes und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des BUND: "Das Grüne Band ist aus der Idee entstanden, mit dem ehemaligen Grenzstreifen ein verbindendes Biotopelement und Schutzgebiete zu entwickelt. Die Verbindung von Schutz des Grünen Bandes mit der GEO-Aktion war ein wichtiger Schritt, der gute Stimulationen ausgelöst hat."


Blick in das Eckertal (Foto Klaus Leidorf)

GEOlino

Aber nicht nur die Erwachsenen waren am 5. GEO-Tag der Artenvielfalt im Harz aktiv, sondern auch die Nationalpark-Kinder- und Jugendgruppen - und GEOlino war dabei.  Im Nationalpark Harz war eine Gruppe im Untersuchungsgebiet Odertal unterwegs. Nach der Aufnahme von physikalischen Gewässerdaten begann die Suche nach Fließgewässerarten - und die Gruppe wurde schnell fündig. Anhand der in der Oder nachgewiesenen Tiere konnten die Kinder eine gute bis sehr gute Gewässergüte im untersuchten Abschnitt der oberen Oder nachweisen. Als Abschlussgeschenk bekamen die kleinen Forscher von GEOlino einen Rucksack mit Becherlupe überreicht. Allen hat die Aktion prima gefallen!


GEOlino-Gruppe in Aktion
(Foto Rainer Gödert)

   
Phragmotrichum chailletii

Weitere Informationen über den am GEO-Tag der Artenvielfalt im Harz und Norddeutschland erstmals nachgewiesenen Pilz Phragmotrichum chailletii finden Sie unter www.sysoek.de/artenvielfalt/artenvielfalt.htm


Der neue Pilz Phragmotrichum chailletii
(Foto Christoph Hahn)


Den GEO-Tag-Forschern auf der Spur mit dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus

"Ihhhhh - 'ne Spinne!!!!" - solche entsetzten Ausrufe waren am 14. Juni, dem Tag der Artenvielfalt, der zum fünften mal von der Zeitschrift GEO, diesjährig gemeinsam mit dem BUND für Umwelt und Naturschutz e.V. ausgerichtet wurde, sicher nicht zu hören. Denn die Laien-Forscher, die sich frühmorgens zu einer Veranstaltung des Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus - einem Gemeinschaftsprojekt der Nationalparkverwaltung Harz und dem BUND-Landesverband Niedersachsen e.V.- einfanden, wollten den richtigen Forschern einmal auf die Finger sehen und an der Erfassung der kleinen und großen Lebewesen in den beiden Harzer Nationalparken teilhaben. Für ausreichend flüssige Exkursionsversorgung an diesem heißen Tag sorgte - wie auch bei der Eröffnungsveranstaltung des GEO-Tages, der abschließenden Pressekonferenz und der Versorgung der Wissenschaftler im Gelände - der langjährige Förderer des Nationalparkhauses, die Mineralwasserfabrik HARZER GRAUHOF BRUNNEN.

Nach der Vorstellung diverser Fanggeräte und unterschiedlicher Erfassungsmethoden ging's mit dem Biologen Jens Halves und Bestimmungsbüchern hinaus in die wilde Harznatur. Wissenschaft zum Anfassen war das Thema der 6-stündigen Exkursion. Was macht man mit einem Exhaustor, einem Klopfschirm, einem Streifkäscher oder einer Barberfalle und welche Tiere werden mit welchem Gerät erfasst? Mit Hilfe der Bestimmungsbücher wurden Springschwänze, Schnellkäfer, Schlupfwespen, Rossameisen, Laufkäfer und Wolfspinnen bestimmt, eine Erdkröten und einige Vogelarten wurden gesichtet. Am Oderteich trafen die Laien-Forscher auf die Wissenschaftler, der dort im Rahmen des GEO-Tages eingesetzten Forschergruppe. Ein Käferforscher, der mit einem Klopfschirm Käfer von den unteren Baumzweigen fing, ließ sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Eine Botanikergruppe vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie stellte Geflecktes Knabenkraut, Augentrost und Harzer Labkraut vor und wusste viel zur Verbreitung und Ökologie der Pflanzen auf den sauren Böden der Harzer Hochlagen zu berichten. Viele Fragen wurden geklärt: Was ist eigentlich Biodiversität und von welchen Faktoren hängt Artenvielfalt ab?


Eine Erdkröte (Bufo bufo) wurde unter einem Stück Moderholz entdeckt (Foto Heike Albrecht)

   

Erschöpft aber zufrieden traf die Exkursionsgruppe am späten Nachmittag wieder in Torfhaus ein. Weitere Informationen zum GEO-Tag der Artenvielfalt und zum diesjährigen Thema "Das Grüne Band" entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze fanden die Exkursionsteilnehmer am gemeinsamen Infostand des Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus, der Nationalparkverwaltung Harz und der Zeitschrift GEO, der eigens zum GEO-Tag der Artenvielfalt auf dem Großparkplatz Torfhaus eingerichtet wurde. Hier konnten sich Parkplatzbesucher und Veranstaltungsteilnehmer über diese größte europäische Feldforschungsaktion, über eigene Beteiligungsmöglichkeiten sowie den bundesweiten Artenschutz informieren. Weitere Informationen zum GEO-Tag der Artenvielfalt in den beiden Harzer Nationalparken finden sich im Internet u.a. unter www.geo.de, www.dasgrueneband.info, www.bund.net und www.nationalpark-harz.de.


Info-Stand zum GEO-Tag der Artenvielfalt auf dem Großparkplatz Torfhaus (Foto Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus)

Text und Fotos: Heike Albrecht (Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus)


Commerbank-PraktikantInnen unterstützen Umweltbildung in den Harzer Nationalparken

2003 waren außer den bekannten "behuteten" Rangern noch sechs jüngere Gesichter unterwegs - es handelte sich hierbei um fünf junge, motivierte Studentinnen und einen Studenten, die in den Nationalparken Harz und Hochharz ihr "Praktikum für die Umwelt" absolvieren.

Schon seit 13 Jahren ermöglicht die Commerzbank bundesweit jungen Menschen die Möglichkeit, sich im "Praktikum für die Umwelt" in Schutzgebieten von der See bis zu den Alpen zu engagieren. So auch in diesem Jahr wieder in den Nationalparken Hochharz und Harz. Ihre Hauptaufgaben sind in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit angesiedelt. "Es liegt uns am Herzen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Schönheit der hiesigen Landschaft und Tierwelt zu begeistern" schwärmten die Praktikanten unisono. Umweltbildung bedeutet neben der Erwähnung der wichtigen Fakten zum Nationalpark vor allem Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen; bewusst zu hören, zu sehen, zu fühlen und zu schmecken, was Berge, Wald und Wiesen uns bieten. Aus diesem Grund führen sie individuelle Programme für Schüler/innen- oder Erwachsenengruppen durch.

Hier die PraktikantInnen des Nationalparks Hochharz 2003 (v.l.n.r.): Susana Bade, 25 Jahre, aus Valdivia, Chile, Dipl.-Landwirtin (Universidad Austral de Chile, Valdivia-Chile), Praktikantin für die Umwelt im Nationalpark Hochharz bis 30.9.2003; Stephan Bluhm, 29 Jahre alt, aus Halle/Saale, Student der Landespflege an der Hochschule Anhalt in Bernburg, Praktikant für die Umwelt im Nationalpark Hochharz bis 30.9.2003, und Claudia Gropp, 25 Jahre alt, aus Ilsenburg, Studentin der Fächer Deutsch als Fremdsprache, Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig, Praktikantin für die Umwelt im Nationalpark Hochharz bis 30.9.2003.


GFN fördert Erwerb der Geheilten Bergblume in Sankt Andreasberg

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde am 7.5.2003 die Skulptur "Geheilte Bergblume" von Hansjörg Pfluger vor dem Nationalparkhaus Sankt Andreasberg offiziell enthüllt. Die Skulptur entstand während des Afrikanisch-Deutschen Bildhauer-Events 2002 im Kurpark von Sankt Andreasberg und konnte aus zweckgebundenen Spendengeldern der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. angekauft werden. Die Veranstalter des Bildhauer-Workshops - der Regionalverband Harz, die Nationalpark-Gemeinde Sankt Andreasberg und der Nationalpark Harz - sind hocherfreut, dass die Skulptur so am Ort ihres Entstehens in Sankt Andreasberg verbleiben wird. Die Geheilte Bergblume will zeigen, dass sich Mensch, Natur und Technik auf künstlerischer Ebene besser vertragen, vielleicht sogar versöhnen könnten. Mit Hilfe der Technik, die durch die Metallteile an der Heilungsstelle symbolisiert wird, könnte eine zerstörte Natur vielleicht auch wieder zusammen gefügt werden. Die geheilte Blume wird zu einer mahnenden, um Hilfe rufenden Hand. Der Künstler Hansjörg Pfluger wurde 1939 in Wangen (Allgäu) geboren. Er studierte an der Fachhochschule für Gestaltung und an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen in Hannover und war danach bis 2000 im Schuldienst des Landes Niedersachsen tätig. Er lebt und arbeitet heute in Fuhrberg bei Hannover. Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens stehen hauptsächlich bildhauerische Arbeiten, wobei sein bevorzugtes Material Holz ist.


"Barrierefreie Freizeitgestaltung" in den Harzer Nationalparken im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003

Teilhabe verwirklichen, Selbstbestimmung ermöglichen und Gleichstellung durchsetzen sind die zentralen Botschaften für das Europäische Jahr 2003 der Menschen mit Behinderungen. Diese Zukunftsvisionen wurden auf dem Europäischen Behindertenkongress 2002 in Madrid formuliert. Auch in Deutschland wurde ein Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik eingeleitet. Statt ausgrenzender Fürsorge gilt für alle Menschen mit Behinderungen uneingeschränkte Teilhabe. Kernthemen sind vor allem das gemeinsame Beschulen behinderter und nichtbehinderter Kinder, eigenständige Wohnformen und politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. "Das Bildungssystem ist der erste Schritt zu einer einbeziehenden Gesellschaft", so lautet ein Kernsatz der Madrider Erklärung. Separierende Formen werden hiernach ausgeschlossen. Kontaktebenen und gemeinsames Beschulen behinderter und nichtbehinderter Schülerinnen und Schüler sind Kern einer einbeziehenden Bildung. Menschenrechte für alle sowie Chancengleichheit statt Fürsorge bleibt die zentrale Forderung. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht länger in der zweiten Reihe sitzen.

Der Internetauftritt www.ejmb2003.de dient als deutsche Informationsdrehscheibe im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen; sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an die für die deutsche Beteiligung zuständige Nationale Koordinierungsstelle beim Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS).

Auch in den Harzer Nationalparken bestehen schon zahlreiche Möglichkeiten der behindertenfreundlichen und "barrierefreien" Freizeitgestaltung.

Im Nationalpark Harz sind die Nationalparkhäuser Altenau-Torfhaus, Sankt Andreasberg und auch das neue Haus der Natur in Bad Harzburg barrierefrei eingerichtet; bei ersterem ist der hintere Hauseingang für Rollstuhlfahrer zu benutzen. Größtenteils sind auch schon behindertengerechte Toiletten vorhanden.

Auch im Nationalpark Hochharz bestehen barrierefreie Angebote, z.B. das Brockenhaus, das rollstuhlgerecht mit Fahrstuhl eingerichtet wurde. Behinderte Menschen zahlen nur einen ermäßigten Eintritt. Auch der benachbarte Brockengarten ist teilweise mit dem Rollstuhl erlebbar.

Die Nationalparkhäuser bieten interessante Ausstellungen, in denen die Besucher entdecken und mit allen Sinnen erleben können, was die Natur im Harz so einzigartig macht und warum Nationalparke in Deutschland und weltweit so wichtig sind. In den Verkaufsbereichen besteht die Möglichkeit, Bücher, Wanderkarten, Postkarten, Stofftiere und andere kleine Mitbringsel sowie umweltfreundliche und fair gehandelte Produkte zu erstehen. Darüber hinaus können Besuchergruppen in den beiden Nationalparkhäusern spannende Natur-Erlebnis-Veranstaltungen buchen.

Die Nationalpark-Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus, zwischen Sankt Andreasberg und Sonnenberg gelegen, ist über einen rollstuhlgerechten Weg - z.T. entlang des historischen Rehberger Grabens - erreichbar, der einen Einblick in den Nationalpark Harz ermöglicht. Nahe dem Rehberger Grabenhaus besteht eine herrliche Aussicht über das Odertal. In den Herbstmonaten finden direkt an der Gaststätte Wildtierfütterungen statt.

Mit dem Gasbus 875 von Bad Harzburg aus ebenfalls rollstuhlgerecht zu erreichen sind die Nationalpark-Waldgaststätten Molkenhaus und Rabenklippe. Die Gasbusse sind absenkbar und bieten auf diese Weise auch Rollstuhlfahrern einen einfachen Einstieg. Die beiden Nationalpark-Waldgaststätten liegen in den Buchenwäldern des Nordharzes.


Neue Ausgaben der Zeitschrift "Unser Harz" mit Nationalpark-Forum

Das Januar-Heft des 51. Jahrgangs der beliebten Harzer Heimatzeitschrift "Unser Harz" enthält wiederum zahlreiche Beiträge zur Harzer Heimatkunde. Das in der Heftmitte eingefügte Nationalpark-Forum 1/2003 enthält folgende Beiträge aus beiden Harzer Nationalparken: Wildtiere im Winter; Neue Leiterin im Haus der Natur Bad Harzburg; Neues Nationalpark-Luchsposter; Harzweite Luchs-Abfährtaktion - drei Jungtiere entdeckt; Bestens gerüstet für den Winter: Harzer Loipenkarte; "GEO-Tag der Artenvielfalt" 2003 in den Harzer Nationalparken; Erste offizielle Junior-Ranger des Nationalparks Hochharz tragen das Abzeichen mit der Ringdrossel. Die Harz-Nachrichten 1/2003 mit zahlreichen Kurznachrichten aus dem gesamten Harz und verschiedene Buchbesprechungen runden das interessante Heft ab.

Das Februar-Heft von Unser Harz enthält folgende Beiträge im Nationalpark-Forum 2/2003: Wandern wohin kein Auto fährt - die sechs Waldgaststätten im Nationalpark Harz laden ein (Hanskühnenburg, Rinderstall, Rehberger Grabenhaus, Sennhütte, Molkenhaus und Rabenklippe); Briefmarken-Sonderausstellung im Brockenhaus. Zudem ist das neue Nationalpark-Wanderprogramm 2003 abgedruckt.

Das März-Heft widmet sich im Nationalpark-Forum schwerpunktmäßig der Nationalparkgemeinde Herzberg-Lonau im Südharz und gibt Wandertipps, u.a. zum Auerhuhngehege des Nationalparks Harz bei Lonau.

Im April-Heft geht es um das Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle, die Einhornhöhle mit ihren Neandertalerfunden, die Nationalpark-Waldführer, Vorträge zum Luchs-Projekt, die NDR-Aktion "Langes Wochenende für den Naturschutz" sowie die Rasthütte und Rangerstation Scharfenstein.

Die geplante Vereinigung der beiden Harzer Nationalparke ist das Hauptthema des Mai-Heftes; weitere Beiträge: Wandertipp zu den Luchsen an der Rabenklippe, GEO-Tag der Artenvielfalt und Faszination Ausstellung - das Brockenhaus und die moderne Naturschutz-Kommunikation.

Im Juni-Heft wurden die neuen Commerzbank-PraktikantInnen des Jahres 2003 und das Praktikum für die Umwelt vorgestellt;  ein weiteres Thema sind die Angebote des Nationalparks für Menschen mit Behinderungen; ein Wandertipp beschreibt die Route von Sankt Andreasberg entlang des Rehberger Grabens zum Oderteich und nach Sonnenberg; den Abschluss bildet ein Beitrag über das Bergwald-Projekt im Nationalpark Harz.

Schwerpunkt des Juli-Heftes ist ein Beitrag über die Pilze des Nationalparks Harz; weitere Beiträge befassen sich mit der Freilassung von zwei weiteren Luchsen im Nationalpark Harz, dem 5. GEO-Tag der Artenvielfalt in den Harzer Nationalparken, der Broschüre "Naturreisen mit dem Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus" und der 39. Werkstatt für Kunst und Kunsthandwerk in der Nationalparkregion Harz.

Der Hauptbeitrag des August-Heftes ist die Beschreibung einer 45-km-Wanderung über den historischen Kaiserweg quer durch den Nationalpark Harz; Kurzberichte stellen den neuen Nationalpark-Wanderführer von Manfred Dittmann, den Tätigkeitsbericht 2002 des Nationalparks Harz, die Leitsätze zur Zusammenlegung der Harzer Nationalparke und das Projekt "Harzer Nationalparke und Europäische Charta für Nachhaltigen Tourismus" vor.

Die 9. Kunstausstellung NATUR - MENSCH 2003 und der Oberharzer Kunst-Herbst sind die beherrschenden Themen des September-Heftes; Kurzberichte zu den Themen "Harzer Nationalpark-Nachwuchs beim Juniorranger-Cup im Nationalpark Bayerischer Wald", "Offizielle Wanderkarte des Harzklubs e.V. in neuer Form erschienen" und "Jahresbericht 2001/2002 des Nationalparks Hochharz" runden die Beilage ab.

Das Oktober-Heft beschäftigt sich im Hauptbeitrag mit der Geologie der Nationalparkregion Harz; weitere Beiträge sind das Jugendcamp 2003 des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge in Goslar mit den völkerverbindenden Pflegearbeiten auf dem Ehrenfriedhof Oderbrück im Nationalpark Harz u.a. Themen.

Kommende Themen sind u.a. die Ergebnisse des GEO-Tages der Artenvielfalt 2003, die Geschichte des Nationalparks Harz und das neue Harzer Loipenpaket. Der Jahrgang 2004 wird sich schwerpunktmäßig mit Themen des 10-jährigen Jubiläums des Nationalparks Harz beschäftigen.

Die Zeitschrift "Unser Harz" erscheint im Verlag der Oberharzer Druckerei Fischer & Thielbar GmbH, Osteröder Str. 36, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323/2533, Fax 2534, fischerthielbar.clausthal@t-online.de. Einzelhefte dieser interessanten Zeitschrift sind direkt in der Oberharzer Druckerei erhältlich. Die Oberharzer Druckerei steht für Rückfragen gern zur Verfügung.


GFN zur Brockenverordnung

Mit großer Sorge haben wir von Absichten der Landesregierung Sachsen-Anhalts erfahren, die sog. "Brockenverordnung" zum Nationalparkgesetz Hochharz wieder außer Kraft zu setzen. Hiergegen hat die GFN bei der Landesregierung und allen im Landtag des Landes Sachsen-Anhalt vertretenen Parteien entschiedenen Protest vorgetragen.

Die im Jahre 2001 erlassene Brockenverordnung ist ein nach langem Ringen entstandener Kompromiss, mit dem alle Seiten - Ökonomie und Ökologie - gut leben können. Aber nicht nur das - auch die Besucher des Brockens sind mit dem jetzigen Zustand sehr zufrieden, wie wir immer wieder hören können. Auch bundesweite Umfragen zeigen, dass in den deutschen Nationalparken Einschränkungen zu Gunsten des nachhaltigen Tourismus und des Naturschutzes von einer sehr großen Mehrheit der Besucher - nach WWF-Umfragen 90% ! - akzeptiert werden.

Es stimmt zudem in der Sache überhaupt nicht, wenn einzelne Stimmen immer wieder behaupten, die Brockenverordnung führe zu einer unzumutbaren Härte für Brockenwirt, HSB und Telekom. Diese Aussagen sind erstaunlich - denn die in der Verordnung vorhandenen Spielräume wurden unseres Wissens bisher von keinem der drei genannten Nutzer überhaupt auch nur ausgeschöpft! Die diesbezüglichen öffentlich vorgetragenen Beschwerden aus dem wirtschaftlichen und politischen Raum entbehren daher jeder sachlichen Grundlage.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist auch die Glaubwürdigkeit des einzigen Nationalparks des Landes Sachsen-Anhalt. Die Aufhebung dieser Verordnung würde den als Schutzgebiet von europäischem Rang (Natura 2000-Gebiet) nach Brüssel gemeldeten Nationalpark Hochharz in seinem Schutzniveau ohne Not und ohne erkennbaren touristischen Nutzen - siehe oben - herabsetzen! Es wäre das völlig falsche Signal der neuen Landesregierung, den Status der höchsten Naturschutzkategorie des Landes Sachsen Anhalts, der zudem von allen Gästen akzeptiert wird, aufzuweichen.

Die GFN hat vor diesem Hintergrund eindringlich an alle Verantwortlichen appelliert, die Brockenverordnung in der bestehenden Form zu erhalten.


Luchsy - das Harzer Luchsmaskottchen

"Der Luchs ist ein alter Harzer" - mit diesem Slogan begannen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit für den Luchs, der vor etwa 200 Jahren im Harz ausgerottet wurde und nun im Zuge des Nationalpark-Luchsprojektes den Harz wieder erobern darf. Inspiriert durch dieses Motto, entwickelte die Harzer Firma Sternal Info-Tec aus Ballenstedt das Maskottchen "Luchsy" für die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. Möglichst naturgetreu und dennoch auch als Maskottchen geeignet - diesen beiden Ansprüchen wird "Luchsy" gerecht.

Luchsy ist z.B. im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg zu erwerben. Die kleine Version kostet 21 EUR, die große Version 45,50 EUR.


HARZPoint.de überreichte der GFN 3.000 EUR für das Harzer Luchsprojekt!

HARZPoint.de überreichte der GFN 3.000 EUR für das Harzer Luchsprojekt Goslar-Wernigerode. Zum Abschluss der Spendenaktion im HARZPoint unter Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel konnte der Leiter des Nationalparks Harz, Dr. Wolf-Eberhard Barth, 3.000 EUR für das Harzer Luchsprojekt entgegennehmen. "Diese Spende ist eine gute Hilfe für das Projekt und zeigt die wachsende Verbundenheit vieler Menschen mit dem Harzer Luchsen", so Friedhart Knolle, der Vorsitzende des Fördervereins der Harzer Nationalparke. Der HARZPoint ist ein nicht kommerzielles Internetportal von Studenten der Hochschule Harz und engagiert sich neben anderen Projekten zur Förderung des Regionaltourismus nun auch beim Naturschutz im Harz.

Weitere Informationen finden Sie unter www.harzpoint.de und www.nationalpark-harz.de


Wasserschutzgebiet Eckertalsperre verbindet beide Nationalparke

Seit dem 10.1.2002 gilt das Wasserschutzgebiet Eckertalsperre für das Wasserwerk Eckertal der Harzwasserwerke GmbH. Es gilt länderübergreifend, umfasst Teile der beiden Nationalparke Harz und Hochharz und beruht auf den beiden Wassergesetzen der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie auf einem Verwaltungsabkommen, das beide Länder am 13.6.1996 abgeschlossen haben.