Linktipp

Aktuell Archiv 2015

Noch bis zum 15. Januar für das Commerzbank-Umweltpraktikum 2016 bewerben

Wernigerode. Derzeit läuft wieder die Ausschreibung für das Umweltpraktikum 2016 der Commerzbank. Naturbegeisterte Studierende können sich wieder für das „Open-Air“-Semester bewerben, das die Bank auch im kommenden Jahr Studierenden aller Fachrichtungen anbietet. Der Bewerbungszeitraum für die bis zu 70 Plätze des Umweltpraktikums läuft bis zum 15. Januar 2016. Auch der Nationalpark Harz ist mit 4 Plätzen dabei – in Sankt Andreasberg, Torfhaus und Wernigerode.

 

An 25 Standorten zwischen Watzmann und Wattenmeer werden die Praktikanten ein mehrmonatiges Praxissemester in Deutschlands schönsten Naturlandschaften absolvieren und können in den teilnehmenden Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten – auch im Harz – ihre Leidenschaft für Natur und Umwelt mit praktischen Tätigkeiten verbinden.

 

Ziel des Commerzbank-Umweltpraktikums ist die Sensibilisierung von Studierenden für nachhaltige Entwicklung und das Aufzeigen von beruflichen Perspektiven im Natur- und Umweltschutz. Im Fokus dieser Ausbildung stehen praxisbezogene Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Arbeitsabläufe der Schutzgebiete. Dabei realisieren die Studierenden eigene Projekte in der Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Besucherbetreuung. Die Commerzbank unterstützt mit einem Praktikantenentgelt und sorgt für die Unterkunft. Die Schutzgebiete übernehmen die fachliche Betreuung der Studierenden.

 

Das Commerzbank-Umweltpraktikum hat sich seit den Anfängen im Jahre 1990 kontinuierlich zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Engagement der Commerzbank entwickelt. In den 25 Jahren seit Bestehen haben mehr als 1.400 Praktikanten in den Schutzgebieten einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. Die Absolventen tragen ihre Erfahrungen in Bereiche der Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Umwelt. Für viele Teilnehmer gab das Commerzbank-Umweltpraktikum den Anstoß für ihre spätere
Berufswahl.

 

Die Bewerbung um einen Praktikumsplatz ist ausschließlich online möglich: www.umweltpraktikum.com

 

 

Die Praktikantin Dominika Czastková berichtet

 

„Ich war 2015 im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus eingesetzt. Mein Aufgabenbereich war sehr bunt. Ich durfte an vielen Führungen teilnehmen, bevor ich meine erste eigene Führung durchgeführt habe. Ich habe die Besucher und Wanderer im Besucherzentrum beraten, nicht nur wie sie am besten zum Brocken kommen, sondern auch warum der Nationalpark ist wie er ist und warum man in der Kernzone nichts gegen den Borkenkäfer unternimmt. Am meisten Spaß haben aber selbstverständlich die Führungen gemacht, weil jede Führung besonders und neu ist, obwohl man vielleicht immer das gleiche erzählt.

 

Weiterhin habe ich an vielen Exkursionen und Fortbildungen teilgenommen, die ich teils selbst organisiert hatte. Das war eine sehr große Bereicherung für mich und mein Wissen, welches ich dann weitergeben konnte. Ich habe mich in der Zeit, in der ich im Harz war, auch viel kreativ betätigen können. Dies wurde auch vom Kollegium geschätzt, was mich für das Thema Wald und Umweltbildung weiter motivierte. Meine „Tuchspiele“ wurden schließlich zu meiner Begeisterung aktiv auch bei den Führungen eingesetzt.

 

In der folgenden Aufzählung habe ich einige Aktivitäten und Themen zusammengestellt, mit denen ich mich in meiner Zeit im Nationalpark beschäftigt habe: Erlebniswanderungen Brocken, Eckersprung und Oderbrück, Der Ruf der Wildnis – Auf den Spuren der Wölfe, Wir erforschen den wilden Wald, Unterwegs mit Boris Borkenkäfer, Barfußwanderung, Das Moor – Von Hungerkünstlern und „Moorleichen“, Die Rückkehr des Luchses in den Harz, Das Grüne Band – vom Todesstreifen zur Lebenslinie, Wildnis macht stark (dreitägiges Wildniscamp für Lehramtsstudenten), Ein Baum ist ein Wunder – Ein Wald bewirkt Wunder.

 

Die Zeit, die ich bei meinem Praktikum verbracht habe, die Tage, in denen ich unterwegs sein konnte, ob mit Gruppen, mit Freunden, mit Kollegen oder allein, bei Sturm oder Sonne – das alles hat mich stark bereichert. Auch die Abende, welche wir beim Tee, gemeinsamem Kochen und Backen verbracht haben, waren Tage, die für mich sehr viel bedeutet haben und an die ich mich noch lange erinnern werde. Egal, ob es draußen regnete, was es oft tat, oder ob die Sonne schien, was eher selten war – mein Team war immer für mich da, immer bereit mir zu helfen und mich zu unterstützen. Hiermit möchte ich ein Dankeschön an alle richten, die mir dieses Praktikum überhaupt ermöglicht haben und weiterhin an alle, die dafür gesorgt haben, dass es zu den besten Zeiten meines Lebens gehört.“ 

Anl. Fotos frei mit dieser PI: Dominika Czastková bei der Umweltbildung; Fotos: Nationalpark Harz.


Nationalparkverwaltung erinnert an Feuerwerksverbot

Zum Schutz der Natur darf auch zum Jahreswechsel im Nationalpark kein Feuerwerk gezündet werden

Wernigerode.Im Nationalpark Harz gilt zum Schutz der Natur ganzjährig ein Verbot, Feuerwerkskörper zu zünden. An diese Bestimmung, die sich in den beiden Nationalparkgesetzen für Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gleichermaßen findet, erinnert die Nationalparkverwaltung Harz und bittet alle Bürger, sie zum Schutz der Tiere und Pflanzen strikt einzuhalten – nicht nur auf dem Brocken, sondern grundsätzlich auf allen Flächen des Schutzgebiets.


Für die im Winter ohnehin oft am Limit befindliche Tierwelt, sind sowohl das Knallen als auch die Licht- und Blendwirkung von Feuerwerkskörpern ernst zu nehmende Gefährdungen. Anders als Verkehrsgeräusche oder Beunruhigungen entlang von stark frequentierten Wegen, an die sich die Tiere mehr oder weniger gut gewöhnen können, werden diese plötzlich und heftig auftretenden Störungen als hochgradige Bedrohung erkannt. Diese den Tieren völlig unbekannten Erscheinungen können zu plötzlichem Fluchtverhalten, unkoordinierten Reaktionen und am Ende zu lebensbedrohenden Gefährdungen führen. Haustierhalter wissen, dass selbst unsere an Zivilisationslärm gewöhnten Hunde und Katzen teilweise panisch reagieren. Die Blendwirkung von Feuerwerksraketen kann bei Vögeln sogar zu einem Verlust des Orientierungsvermögens führen. Das sollten wir den Wildtieren ersparen.

Die Nationalparkverwaltung Harz wünscht allen Bürgern einen guten und umweltfreundlichen Rutsch in ein gesundes neues Jahr 2016!

Über 1000 Termine und Veranstaltungen - Naturerlebnisprogramm 2016 des Nationalparks Harz erschienen

Wernigerode. Soeben erschienen ist das Naturerlebnis-Programm 2016 des Nationalparks Harz. Erneut werden über 1000 Termine und Veranstaltungen angeboten. Für Naturbegeisterte gibt es im Nationalpark Harz zusammen mit Nationalpark-Rangern, Förstern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nationalparkhäuser zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Fledermaus-Exkursion, Wolf-Vortrag oder ein Naturerlebnis für die ganze Familie – thematisch ist für jeden etwas dabei.

Sie möchten nach Ihrem Feierabend die Natur erleben, am Lagerfeuer Interessantes erfahren oder in der Dämmerung den Stimmen der Natur lauschen? Unter der Rubrik „After-Work-Naturerlebnisse“haben wir auch in diesem Jahr wieder spannende Veranstaltungen in den frühen Abendstunden zusammengestellt.

Ab sofort ist das neue Naturerlebnis-Programm „Unterwegs im Nationalpark Harz 2016“ auch als Download verfügbar. Alle Termine sind außerdem in der Rubrik Veranstaltungen einsehbar. Mit Hilfe der Suchfunktion können Besucherinnen und Besucher schon jetzt ihre Ausflüge für das Jahr 2016 in den Nationalpark planen.

Das gedruckte Programm ist in allen Nationalparkhäusern und Informationsstellen, bei den Rangern und in zahlreichen Tourist-Infos der Region erhältlich. Es kann auch bei der Nationalparkverwaltung Harz unter Tel. 03943/5502-31 oder E-Mail unterwegs@nationalpark-harz.de bestellt werden.

Das Programm enthält nicht nur unsere Veranstaltungstermine, sondern sehr viele Zusatzinformationen über all das, was der Nationalpark darüber hinaus zu bieten hat, angefangen bei den Nationalparkhäusern, den Nationalpark-Partnern und Nationalparkgemeinden bis hin zu öffentlichen Verkehrsanbindungen, Umweltbildung und vielem mehr.


UNSER HARZ Dezember: Das bewegte Leben des Fliegers Willy Steinkrauß und seine waghalsige erste Winterlandung im Februar 1927 auf dem Brocken; Nachrichten vom Harz vor 100 Jahren (1915); Serienabschluss „Der geteilte Harz 1946 - 1989 – Der Wind der Veränderung“

Clausthal-Zellerfeld. Mit vier zusätzlichen Seiten erscheint UNSER HARZ im Dezember 2015. Zwei lange Artikel, zwei kleine Geschichten und der letzte Teil der Grenzserie sowie eine Menge Buchvorstellungen haben es notwendig gemacht.

Der erste Artikel befasst sich mit Willy Steinkrauß, der im Februar 1927 bei tiefem Schnee auf dem Brocken landete. Er gehörte zu den Menschen, die – bedingt durch ihre frühe Kriegslaufbahn – den Anschluss an das zivile Leben verloren hatten und nach dem Krieg versuchten, sich mit den dort erworbenen Fähigkeiten, in seinem Fall dem fliegerische Können, durchzuschlagen. Der Autor Dr. Gerd Kley schildert das Leben des Fliegers und lässt ihn bei der Beschreibung seiner Winterlandung auf dem Brocken selbst zu Wort kommen.

Im zweiten langen Bericht zeichnen die von Hans-Heinrich Hillegeist zusammengetragenen Nachrichten aus dem Harz vor 100 Jahren ein lebendiges Bild der damaligen Zeit. Manches Bekannte taucht auf, auch etliches, das heute skurril anmutet. Natürlich war auch das Jahr 1915 vom Kriegsgeschehen geprägt, was sich in zahlreichen Mitteilungen widerspiegelt bis dahin, dass Harzer Köhler nach Nordfrankreich geschickt wurden, um dort Holzkohle zum Beheizen der Schützengräben herzustellen in diesem, wie auch mehrfach anklingt, sehr schneereichen Winter.

Die kleine Anekdote „Augenblicke“ mag vielleicht dazu animieren, besondere Augenblicke im neuen Jahr bewusster wahrzunehmen. Und ein weiterer Streich des Harzwichtels Emeril samt dem schönen Bild, das Dieter Utermöhlen dafür gezeichnet hat, findet auch noch Platz in diesem Dezemberheft, das traditionsgemäß auch noch etliche Buchrezensionen liefert.

Die letzte Folge der Grenzserie der beliebten Autorin Wiebke Kock befasst sich mit dem Wind der Veränderung, woher kam er?


Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am 10. Dezember 2015 geschlossen

Torfhaus. Aufgrund einer internen Fortbildung bleibt das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am Donnerstag, den 10. Dezember geschlossen.
Wir bitten alle Gäste um Verständnis.

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist in den Wintermonaten

dienstags bis sonntags (an Feiertagen und in den Ferien auch montags)

von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet.

Das Zentrum bietet mit seiner interaktiven Ausstellung spannende Einblicke in die sagenumwobene Bergwildnis des Nationalpark Harz und in das Grüne Band. Auch das Nationalpark-Kino und die vielfältigen Angeboten im Nationalpark-Laden laden zum Verweilen ein.

Foto: Hans-Georg Mendel


Buchneuerscheinung „Im Anflug auf Planquadrat Julius-Caesar – Flugzeugabstürze des 2. Weltkrieges im nördlichen Harzvorland“

Gernrode. Die nördöstliche Harzregion ist, mit Ausnahme von Halberstadt, recht glimpflich durch den 2. Weltkrieg gekommen, was die eigentlichen Kriegshandlungen betrifft. Dieser grauenhafte Weltkrieg, der 60 bis 70 Millionen Tote gefordert hat – hinzu kamen unzählige Vermisste, Invaliden, Witwen und Waisen – hat unermessliches Leid über die Menschheit gebracht. Daran muss immer wieder erinnert werden.

Das Autorenteam Bernd Sternal aus Gernrode und Werner Hartmann aus Halberstadt hat sich mit den Auswirkungen des Luftkrieges im Planquadrat J-C auseinandergesetzt. Zuvor hatte Ortschronist Hartmann in Jahrzehnte langer Arbeit deutsche sowie alliierte Flugzeugabstürze in diesem Luftraumabschnitt recherchiert. 112 davon werden in diesem Werk vorgestellt, von weiteren Abstürzen sind leider keine Informationen mehr verfügbar. Dennoch ist wohl ein interessantes kleines Buch entstanden, das versucht, ein trauriges Stück Zeitgeschichte aufzuarbeiten, von dem in naher Zukunft keine Zeitzeugen mehr vorhanden sein werden. Im Anhang des Buches werden nach Schilderung der Geschehnisse noch die zum Einsatz gekommenen deutschen sowie alliierten Flugzeuge kurz dargestellt.

Das Buch ist mit einer farbigen doppelseitigen Karte sowie 32 Schwarz-Weiß-Fotos und Abbildungen ausgestattet, die einen Eindruck von dieser Zeit vermitteln, die erst etwas mehr als 70 Jahre zurückliegt.

Gestaltet und herausgegeben hat dieses Buch mit farbig-strukturiertem Paperback-Einband der Verlag Sternal Media in Gernrode. Verlag und Hersteller ist die Books on Demand GmbH, Norderstedt. Das Buch hat 75 Seiten und ist unter ISBN 978-3-7392-1834-2 überall im Buchhandel zu erwerben oder zu bestellen oder auch online unter http://www.buch.sternal-media.de und kostet 12,90 Euro. Auch eine E-Book Version ist demnächst im Handel erhältlich.


Sankt Andreasberg: Schwebendes Dach am Oderteich

Sankt Andreasberg. Einige Autofahrer, die am Freitag, den 27. November 2015 morgens über den Damm des Oderteiches fahren wollten, wurden Zeuge eines besonderen Schauspiels: Das kleine Dach, das für die Instandhaltungsarbeiten am Damm des Oderteiches schon vor einiger Zeit von den Harzwasserwerken komplett vom Striegelhaus abgenommen und in der Nähe zwischengelagert worden war, schwebte nun – am Haken eines kleinen Krans – über die Dammkrone, um wieder an seinen angestammten Platz montiert zu werden. Dort wird es zukünftig, wie schon in der Vergangenheit, diese wichtige wasserwirtschaftliche Einrichtung, die Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, vor den Einflüssen des wechselhaften Oberharzwetters schützen.

Ein solches Unterfangen hat in der langen Geschichte des Oderteiches vermutlich noch nie stattgefunden und vielleicht wird es das auch nie wieder geben. Das Ereignis fand in winterlicher Pracht statt - die ersten Schneefälle der Saison hatten die Landschaft zuvor „weiß garniert“.

Foto: Thomas Appel, NABU, Nationalparkhaus Sankt Andreasberg


Eingeschränktes Nationalpark-Angebot am 8.12.2015

Nationalparkhäuser in Ilsenburg, Schierke und am Scharfenstein bleiben am Dienstag, dem 8.12.2015 geschlossen
Wernigerode. Aus innerbetrieblichen Gründen sind die Angebote des Nationalparks am Dienstag, dem 8.12.2015 nur eingeschränkt verfügbar.Die Nationalparkhäuser in Ilsenburg und Schierke bleiben ebenso geschlossen wie die Rangerstation am Scharfenstein. Außerdem entfällt die Rundwanderwegführung auf dem Brocken um 12 Uhr.


Alle anderen Besuchereinrichtungen stehen den Gästen wie gewohnt zur Verfügung und freuen sich auf Ihren Besuch.


Weihnachtszeit am HohneHof

Wernigerode. Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof erwartet auch in der Vorweihnachtszeit viele Besucher. Die große Feuerschale und heiße Getränke laden auch bei niedrigen Temperaturen zum Verweilen ein.

Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders wird am Samstag, den 12. Dezember ab 11.00 Uhr dann auch der große Backofen in Aktion sein, wo alle Gäste zum Mitmachen und Ausprobieren herzlich eingeladen sind. Dazwischen kann auch gebastelt oder der neue Natur-Beobachtungskalender im Haus eingeweiht werden.

Wer dann bis kurz vor dem Weihnachtsfest noch keine Geschenk-Idee hat, der kann am Samstag, den 19. Dezember ab 11.00 Uhr unter sachkundiger Anleitung Weihnachtsgeschenke aus Naturmaterial selbst gestalten. Verschiedene Angebote für jede Altersgruppe bieten allen Gästen die Chance noch ein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk zu finden. Anfragen oder Anmeldung dazu sind unter Tel. 039455 / 8640 möglich.

Am Montag, den 7. Dezember sowie am 24., 25. und 31.12. ist das Natur-Erlebniszentrum geschlossen. An allen anderen Tagen freuen wir uns auf unsere großen und kleinen Gäste!


Pressemitteilung des BUND e.V. zu "Natürlich Schierke" - Ausverkauf der Natur im Harz

Die ganze Welt redet vom Klimawandel, aber in Wernigerode und Braunlage wird er ignoriert / BUND fordert Oberbürgermeister Gaffert auf, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sein Amt demokratisch auszufüllen / „Geheimdiplomatie“ hinter verschlossenen Amtsstuben muss endlich beendet werden.

Magdeburg, 2015-12-01: Während in Paris und der ganzen Welt über Wege verhandelt wird, wie man den Irrweg der globalen Erwärmung beenden kann, wird im Harz munter und unter Ausblendung der Fakten an Wintersportgebieten geplant. Obwohl der Winter von Jahr zu Jahr immer stärker ausfällt. Deutlich zu sehen in diesen Tagen im Dezember 2015 an schneearmen Wäldern bei Schierke und Braunlage. So musste der Saisonstart am Wurmberg – wie schon in den vergangenen Jahren – erneut verschoben werden. Und ob es weiße Weihnachten gibt, ist mehr als unsicher in diesem wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Diese klaren Fakten führen die Wintersportpläne des Wernigeröder Oberbürgermeisters Peter Gaffert immer mehr ad absurdum. Hier sollen Millionen Euro investiert werden und 40 ha Wald abgeholzt werden für eine Planung, die kalte Winter benötigt. In Braunlage ist man schon weiter. Hier setzt jetzt die vom BUND schon früh befürchtete Salamitaktik ein. „Es soll ein Antrag auf Verdopplung der Wasserentnahme aus der Warmen Bode in Braunlage vorliegen, nur um die Schneekanonen auf dem Wurmberg bedienen zu können, und auch der geplante Bau noch eines weiteren Großparkplatzes bei Braunlage mit der Folge der Vernichtung weiterer 5 Hektar gesunden Waldes ist nur auf der Agenda, weil dem Projekt Wurmberg von Anfang an ein vernünftiges und länderübergreifendes Verkehrskonzept fehlte“, so Dr. Friedhart Knolle, Sprecher des BUND-Regionalverbands Westharz. Überhaupt findet länderübergreifende Planung zwischen Wernigerode und Braunlage nicht statt – jeder plant gegen jeden.

Auch betriebswirtschaftlich machen die Planungen immer weniger Sinn. Schneekanonen benötigen zur erfolgreichen Beschneiung – 4 Grad Celsius, und nicht wie vom Seilbahnbetreiber angegeben NULL Grad Celsius, obwohl das immer noch im Internet behauptet wird.

„Und all das“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND in Sachsen-Anhalt, „ohne dass die Bevölkerung ehrlich und mit allen Zusammenhängen darüber informiert wird“.

Im Gegenteil. Oberbürgermeister Gaffert, die Wurmberg-Seilbahn GmbH mit Geschäftsführer Nüsse und der potentielle Investor des Traum(a)s „Natürlich Schierke“ machen der Bevölkerung nach wie vor weiß, dieses unmögliche Projekt habe eine realistische Zukunft.

„Da hilft auch eine Ortsbegehung, um die anerkannten Naturschutzverbände einzuwickeln, nichts“, so Wendenkampf weiter. „Der Klimawandel ist auch für alles Geld der Welt nicht aufzuhalten und eine intransparente Politik des Oberbürgermeisters wird Recht und Gesetz nicht außer Kraft setzen, im Gegenteil“.

Oliver Wendenkampf
Landesgeschäftsführer

BUND Sachsen-Anhalt e.V.
Olvenstedter Straße 10
39108 Magdeburg
Tel.: +49 391 56 30 78-0
Fax: +49 391 56 30 78-29
landesgeschaeftsstelle@bund-sachsen-anhalt.de


Bewerbungsstart für das Commerzbank-Umweltpraktikum 2016

Von Friedhart Knolle und Dominika Czastková 

Ab sofort können sich naturbegeisterte Studierende wieder für das „Open-Air“-Semester bewerben, das die Commerzbank auch im kommenden Jahr Studierenden aller Fachrichtungen anbietet. Der Bewerbungszeitraum für die bis zu 70 Plätze des Umweltpraktikums läuft bis zum 15. Januar 2016.

An 25 Standorten zwischen Watzmann und Wattenmeer werden die Praktikanten ein mehrmonatiges Praxissemester in Deutschlands schönsten Naturlandschaften absolvieren und können in den teilnehmenden Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten – auch im Harz – ihre Leidenschaft für Natur und Umwelt mit praktischen Tätigkeiten verbinden. 

Ziel des Commerzbank-Umweltpraktikums ist die Sensibilisierung von Studierenden für nachhaltige Entwicklung und das Aufzeigen von beruflichen Perspektiven im Natur- und Umweltschutz. Im Fokus dieser Ausbildung stehen praxisbezogene Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Arbeitsabläufe der Schutzgebiete. Dabei realisieren die Studierenden eigene Projekte in der Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Besucherbetreuung. Die Commerzbank unterstützt mit einem Praktikantenentgelt und sorgt für die Unterkunft. Die Schutzgebiete übernehmen die fachliche Betreuung der Studierenden. 

Das Commerzbank-Umweltpraktikum hat sich seit den Anfängen im Jahre 1990 kontinuierlich zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Engagement der Commerzbank entwickelt. In den 25 Jahren seit Bestehen haben mehr als 1.400 Praktikanten in den Schutzgebieten einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. Die Absolventen tragen ihre Erfahrungen in Bereiche der Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Umwelt. Für viele Teilnehmer gab das Commerzbank-Umweltpraktikum den Anstoß für ihre spätere Berufswahl. 

Die Bewerbung um einen Praktikumsplatz ist ausschließlich online möglich: www.umweltpraktikum.com

 

Die Praktikantin Dominika Czastková berichtet 

„Ich war 2015 im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus eingesetzt. Mein Aufgabenbereich war sehr bunt. Ich durfte an vielen Führungen teilnehmen, bevor ich meine erste eigene Führung durchgeführt habe. Ich habe die Besucher und Wanderer im Besucherzentrum beraten, nicht nur wie sie am besten zum Brocken kommen, sondern auch warum der Nationalpark ist wie er ist und warum man in der Kernzone nichts gegen den Borkenkäfer unternimmt. Am meisten Spaß haben aber selbstverständlich die Führungen gemacht, weil jede Führung besonders und neu ist, obwohl man vielleicht immer das gleiche erzählt. 

Weiterhin habe ich an vielen Exkursionen und Fortbildungen teilgenommen, die ich teils selbst organisiert hatte. Das war eine sehr große Bereicherung für mich und mein Wissen, welches ich dann weitergeben konnte. Ich habe mich in der Zeit, in der ich im Harz war, auch viel kreativ betätigen können. Dies wurde auch vom Kollegium geschätzt, was mich für das Thema Wald und Umweltbildung weiter motivierte. Meine „Tuchspiele“ wurden schließlich zu meiner Begeisterung aktiv auch bei den Führungen eingesetzt.  

In der folgenden Aufzählung habe ich einige Aktivitäten und Themen zusammengestellt, mit denen ich mich in meiner Zeit im Nationalpark beschäftigt habe: Erlebniswanderungen Brocken, Eckersprung und Oderbrück, Der Ruf der Wildnis – Auf den Spuren der Wölfe, Wir erforschen den wilden Wald, Unterwegs mit Boris Borkenkäfer, Barfußwanderung, Das Moor – Von Hungerkünstlern und „Moorleichen“, Die Rückkehr des Luchses in den Harz, Das Grüne Band – vom Todesstreifen zur Lebenslinie, Wildnis macht stark (dreitägiges Wildniscamp für Lehramtsstudenten), Ein Baum ist ein Wunder – Ein Wald bewirkt Wunder.  

Die Zeit, die ich bei meinem Praktikum verbracht habe, die Tage, in denen ich unterwegs sein konnte, ob mit Gruppen, mit Freunden, mit Kollegen oder allein, bei Sturm oder Sonne – das alles hat mich stark bereichert. Auch die Abende, welche wir beim Tee, gemeinsamem Kochen und Backen verbracht haben, waren Tage, die für mich sehr viel bedeutet haben und an die ich mich noch lange erinnern werde. Egal, ob es draußen regnete, was es oft tat, oder ob die Sonne schien, was eher selten war – mein Team war immer für mich da, immer bereit mir zu helfen und mich zu unterstützen. Hiermit möchte ich ein Dankeschön an alle richten, die mir dieses Praktikum überhaupt ermöglicht haben und weiterhin an alle, die dafür gesorgt haben, dass es zu den besten Zeiten meines Lebens gehört.“


Die Stieglitzecke im Nationalpark Harz und der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016

Wernigerode - Sankt Andreasberg. Vor der Schutzhütte an der "Stieglitzecke“ im Nationalpark Harz zwischen Sankt Andreasberg und Clausthal-Zellerfeld zeigt hier Eva Schulz, die derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim NABU im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg absolviert, das Poster vom „Vogel des Jahres 2016“ – dem Stieglitz.

Eine Wanderung im Nationalpark Harz von diesem Startpunkt aus wird anlässlich der Ernennung des Stieglitz´ zum „Vogel des Jahres“ besonders empfohlen. Anschließend bietet es sich an, das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg zu besuchen. Hier kann man sich über die durch den Bergbau geprägte Historie des Oberharzes informieren mit all den Einflüssen und Folgen, die sich daraus für die Natur ergaben.

     

Wer sich eingehender mit dem historischen Verhältnis zwischen den Menschen und den Vögeln im Harz befassen möchte, der kann z.B. im Shop des Hauses das Buch „Mensch und Vogel im Harz“ von Friedel Knolle erwerben, das die Geschichte des Vogelfangs und der Vogelzucht im Harz zum Inhalt hat.

Gegenüber, beim Bergwerksmuseum „Grube Samson“, ist den historisch interessierten Vogelfreunden auch der Besuch des „Harzer Roller Kanarien-Museum“ zu empfehlen (bis zum 20. Dezember an Sonntagen geschlossen). Die Harzer Bergleute nutzten die Vögel nicht nur als „Biosensoren“, die sie unter Tage vor "schlechten Wettern" warnten. Sie entwickelten aus der Kanarienzucht auch einen bedeutenden Nebenerwerb und exportierten die Vögel in alle Welt.

Fotos: Thomas Appel, NABU


Aktuelle Harz-Zeitschrift 2015 erschienen – Beiträge zur Harzgeschichte von den Burgen Falkenstein und Scharzfels über Quedlinburg und die Bergbaugeschichte bis zu den Harzer Volkstrachten

Wernigerode. Soeben erschien im Lukas-Verlag Berlin der 67. Jahrgang der Harz-Zeitschrift für das Jahr 2015, die für den in Wernigerode Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e. V. von Dr. Bernd Feicke herausgegeben wird. Die Zeitschrift hat eine lange Geschichte – sie erschien erstmals 1868. Dr. Feicke verabschiedet sich mit diesem Band und übergibt die Redaktion in jüngere Hände.

Der aktuelle Band beschäftigt sich mit mehreren historischen Fachdisziplinen zahlreicher Orte aus dem gesamten Harz. So untersucht Christof Römer die Anfänge der Gründung des Bistums Halberstadt und Klaus Garcke geht der Frage nach, ob die Gebeine des Heiligen Servatius nach Quedlinburg gelangt sind. Udo Münnich beschäftigt sich mit der Herkunft der Ritter von Rode als zeitweiliger Inhaber des Falkensteins. Hans-Günther Griep geht der Baugeschichte des Marstalls in Goslar nach. Numismatiker dürfte der Beitrag von Paul Lauerwald zum münz- und geldpolitischen Engagement der Reichsstadt Nordhausen von 1715 bis 1803 interessieren. Die Montangeschichte des Oberharzes widerspiegelt sich in den Beiträgen von Hans-Heinrich Hillegeist zu den Zusammenhängen um die Zerstörung der Burg Scharzfels 1761, von Hans-Georg Dettmer zur Bedeutung von Héron de Villfosse, „Napoleons Mann im Harzer Revier“, und von Axel Wellner zum Bergmedikus Dr. J. F. W. Böhmer (1754-1788), erster Ehemann der zentralen Frauengestalt der deutschen Romantik Caroline Michaelis-Böhmer-Schlegel-Schelling. Bernd Feicke beschäftigt sich mit der Baugeschichte und den Bewohnern des Rektorhauses des Gymnasiums Eisleben sowie deren Bedeutung für das 18. Jahrhundert. Die Kostümbildnerin Doris Garscha-Friedrich berichtet über Stickereien an Harzer Volkstrachten und ihre Wurzeln. Schließlich stellt Falko Rost historisierende Kirchenneubauten des 19./20. Jahrhunderts im ehemaligen Kreis Blankenburg vor. Eine Zeitschriftenschau für den Harz, Berichte zu Veranstaltungen des Harz-Vereins und zahlreiche Rezensionen, darunter zum Band 5 des Urkundenbuches des Hochstiftes Halberstadt, der die in den 1880er Jahren erschienenen vier Bände abschließt, und zum dreibändigen Häuserbuch Quedlinburgs des diesjährigen Denkmalpflegepreisträgers Sachsen-Anhalts, Karlheinz Wauer, runden den Jahrgang ab.

Der mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Band kann über den örtlichen Buchhandel oder den Lukas-Verlag http://www.lukasverlag.com  bestellt werden.

Herausgeber und für Rückfragen:
Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V.
Bernd Feicke
Straße des Friedens 269
06502 Thale
Tel. 03946/6318
berndfeicke@web.de


Ersatz der Roten Brücke im Ilsetal - wichtig für den Ilsenburger Wandertourismus

Wernigerode - Ilsenburg. Die Rote Brücke an der Bremer Hütte im Ilsetal ist in die Jahre gekommen und muss aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.

Bevor mit dem Neubau begonnen werden kann, wird die alte Brücke abgerissen. Wanderer, die aus Richtung Ilsenburg den Bremer Weg nutzen, werden deshalb gebeten, ab der Brücke am Heinrich Heine-Denkmal auf den Heinrich Heine-Weg auszuweichen, der weiterhin ungehindert genutzt werden kann. Die Umleitung ist ausgeschildert.

Nach dem Abriss der alten Brücke wird eine Behelfsbrücke für Fußgänger errichtet. So kann im Winter bei Glätte auf dem Heinrich Heine-Weg wieder der Bremer Weg genutzt werden.

Foto: Nationalpark Harz


UNSER HARZ November 2015: Fliegerhorst Goslar: Vom Kriegsende über „Kalten Krieg“ und „Wende“ zur Nachnutzung. Kreisübergreifende Arsenbelastung von Sankt Andreasberg bis in die Oderaue im Landkreis Osterode am Harz. Ein Mauerrest erinnert an ein untergegangenes Dorf: Einiges über die Ruine Mötlingerode am Feldbrunnen (zwischen Osterode und Dorste) – vor 25 Jahren wurde dort ein Denkstein aufgestellt. Der geteilte Harz, 1945 - 1989, Teil 7: Die Propstei Blankenburg. Nationalpark-Tag des NIG Bad Harzburg – Erlebniswanderung auf dem Naturmythenpfad Braunlage

Clausthal-Zellerfeld. Schon bald nach Kriegsende zog sich die US-Army aus Goslar gemäß den bereits 1943 zwischen den Besatzungsmächten vereinbarten Gebietsaufteilungen zurück und die Briten übernahmen Goslar und damit auch den Fliegerhorst. Dieser Flughafen wurde von ihnen nicht mehr benötigt und daher unbrauchbar gemacht – das Rollfeld wurde mit Wohnraum für die durch Flüchtlinge stark angewachsene Bevölkerung bebaut. Detailliert wird von Dr. Donald Giesecke und Günter Piegsa im ersten Beitrag des Heftes die sich anschließende wechselvolle Nutzung des Areals beschrieben – erst durch britische Einheiten, später durch Einheiten der neu gegründeten Bundeswehr. Nach Abzug der Bundeswehr steht nun wieder eine neue Nutzung dieses Areals an.

Bereits 1550 ist die erste Schmelzhütte im Sankt Andreasberger Ortsteil Silberhütte belegt. Im 19. Jh. entstand auf dem Hüttengelände ein Arsenikwerk. Ausgelöst durch Recherchen aufgrund von Krebserkrankungen in der dort lebenden Bevölkerung wurde den Schadstoffbelastungen im Umfeld der Hütte nachgegangen. Die erstaunlichen Ergebnisse mit Arsen- und Schwermetall-Auswirkungen bis weit in den Landkreis Osterode am Harz hinein sind in unserem zweiten Artikel von Dr. Friedhart Knolle veröffentlicht.

Am Feldbrunnen, wo die Straße nach Uehrde abzweigt, thront auf der Anhöhe ein alter Mauerrest. Was es mit diesem auf sich hat, schildert Ingrid Kreckmann im dritten Beitrag des Hefts.

Im 7. Teil der Serie über den geteilten Harz schreibt Wiebke Kock über die Propstei Blankenburg. Auch die Situation vieler Kirchengemeinden wurde durch die innerdeutsche Grenze beeinflusst, waren doch viele sowohl im Osten wie im Westen jetzt von ihrer Landeskirche abgetrennt. Finanziell ging es den Kirchen im Osten schlecht und damit auch ihren Angestellten, was durch die Aktion „Kirchlicher Bruderdienst“ abgemildert werden sollte.

Im Nationalparkforum schildert Ralf Zumbruch seinen ersten Einsatz als Nationalpark-Waldführer, den er mit einer 5. Klasse des Niedersächsischen Internatsgymnasiums Bad Harzburg auf dem Naturmythenpfad in Braunlage verbracht hat.

Auf der Heftrückseite präsentiert sich das Museum Burg Falkenstein.

Das ganze Heft steht unter https://www.researchgate.net/profile/Friedhart_Knolle 

auch im Internet und kann dort ausnahmsweise kostenlos heruntergeladen werden.



UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC- Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12; Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1


Neuer Nationalparkpartner „Romantischer Winkel“ in Bad Sachsa

Der »Romantische Winkel« SPA & Wellness Resort ist ein privat geführtes Fünf Sterne-Wellnesshotel im Südharz. Seit 35 Jahren ist das Haus gewachsen und wird heute von Nora und Josef Oelkers geführt. Es achtet seit vielen Jahren auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Viabono, der bundesweite Nachhaltigkeits-Zertifizierer in der Reise- und Tourismusbranche, bescheinigte daher jetzt dem Wellnesshotel die Klima-Effizienzklasse A. Damit darf sich der Romantische Winkel als klimafreundliches Wellnesshotel bezeichnen. Das Engagement der Hotelinhaber beschränkt sich in Sachen Klimaschutz nicht nur auf die CO₂-Einsparung beim Kauf regionaler Lebensmittel. Das Hotel produziert dank eines eigenen Blockheizkraftwerks Strom und Wärme selbst und spart damit pro Jahr rund 230 Tonnen Kohlendioxid ein. Zusätzlich wird die gesamte Abwärme aus den Kühlhäusern des Hotels genutzt, um die 2014 neu erstellte Hotelauffahrt im Winter schnee- und eisfrei zu halten. In den nächsten Jahren wollen Nora und Josef Oelkers weiter in das Energiesystem des Hotels investieren. So soll beispielsweise das Hotelrestaurant eine Teilklimatisierungsanlage, d.h. Adiabatik-Kühlung erhalten, und auch die Lüftungsanlagen im Schwimmbad sowie in der Hotelküche sollen durch neue und energieeffizientere Anlagen ersetzt werden. Der „Romantische Winkel“ ist Gewinner des Mittelstandpreises 2013 und wurde mehrfach für sein eigens entwickeltes Wellnesskonzept „RoLigio“ mit der Wellness Aphrodite ausgezeichnet.

Für die Mehrheit der Menschen ist intakte Natur ein wesentlicher Bestandteil des Urlaubs. Die Gäste von heute wählen ihr Reiseziel unter anderem auf der Grundlage ökologischer Kriterien aus. Umweltorientierte Qualität und Genuss haben im Tourismus Zukunft. Nationalpark-Partnerbetriebe werden ökologisch vorbildlich geführt und fühlen sich mit der einzigartigen Naturlandschaft des Harzes in besonderem Maß verbunden. Mit dieser Initiative fördert der Nationalpark Harz den nachhaltigen Tourismus in der Region und trägt dazu bei, ihn weiterzuentwickeln. Die Häuser sind Teil des deutschlandweiten Nationalpark-Partner-Projektes. Es sind Gastgeber, die sich die Nationalpark-Philosophie auf ihre Fahne geschrieben haben – sie identifizieren sich mit den Zielen des Nationalparks Harz und nutzen das Partner-Logo als Qualitätszeichen im Marketing, treten für die Kooperation mit dem Nationalpark ein, bieten Qualität an, die durch Zertifikate nachgewiesen wird und sich an nachhaltiger Betriebsführung orientiert, und unterstützen die umweltfreundliche Mobilität in der Nationalparkregion Harz durch Service und Information. Weitere Informationen: www.nationalpark-harz.de/de/partner/1_start/index.php


Wegesanierung im Nationalpark Harz

Wernigerode. Die Nationalparkverwaltung Harz führt ab 5./6. November 2015 im Sandbrinktal oberhalb von Schierke Sanierungsarbeiten an Waldwegen durch.

Auf einer Gesamtlänge von mehr als einem Kilometer werden von der Sandbrinkstraße und dem sog. Toten Weg bituminöse Tragdeckschichten entfernt. Sie müssen als Sondermüll entsorgt werden. Das wurde dringend erforderlich, da durch Verschleiß dieser Deckschichten bitumenhaltiges Material mehr und mehr in den sensiblen Naturraum abgetragen wird.

Die Arbeiten sind zeitlich so eingetaktet worden, dass sie nach der Hauptwandersaison (Ferienzeit) und vor der beginnenden Wintersaison stattfinden.

Während der Arbeiten, die auch die Sanierung der Wasserführung an den Wegen beinhalten, wird eine Wegesperrung erforderlich. Es wird örtlich auf Ausweichmöglichkeiten hingewiesen.

Die Nationalparkverwaltung bittet um Verständnis für diese Maßnahmen, die zügig umgesetzt werden sollen.


Nationalpark und Mountainbiker agieren gemeinsam – Wegenetz und Arbeitseinsatz

Wernigerode. In den letzten Jahren hatten öffentliche Diskussionen über die Vereinbarkeit von Wandern und Mountainbiking im Nationalpark Harz und auch in anderen Waldgebieten des Harzes immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Auch bundesweit wird diese Debatte in praktisch allen touristisch genutzten Waldgebieten geführt.

 

Lösungen finden sich nur im direkten Gespräch. Im Gebiet des heutigen Nationalparks Harz haben diese Abstimmungsgespräche eine lange Tradition – auch bei der Entwicklung des heutigen Loipensystems ebneten zahlreiche Gespräche den Weg zur heutigen Kooperation. In jüngster Zeit verlief die Entwicklung von Konflikten hin zur vertrauensvollen Kooperation beim Thema Geocaching ähnlich.

Ein vergleichbarer Durchbruch konnte auch beim Thema Mountainbiking erreicht werden. Einige der beliebtesten Wege und Pfade verlaufen zumindest teilweise über das Gebiet das Nationalparks Harz. Aus unterschiedlichen Gründen wurden einige Wege im sachsen-anhaltischen Teil des Nationalparks bereits im Jahre 2012 für Mountainbiker gesperrt, d.h. die Räder müssen dort ggf. geschoben werden. Weitere Sperrungen im niedersächsischen Teil waren seit längerer Zeit notwendig und in Planung.

In zahlreichen Gesprächen und auf einer Ortsbegehung der kritischen Wege mit Nutzungskonflikten wurden zwischen den Interessenvertretern der betroffenen Nutzergruppen geeignete und tragbare Wege des Vorgehens gefunden. Dabei wurden die Anforderungen der einzelnen Nutzergruppen in einer konstruktiven, offenen, fruchtbaren und freundlichen Atmosphäre diskutiert und Lösungen besprochen, deren Umsetzung auch die DIMB-IG Harz zustimmte. Nun wird noch der Nationalpark-Beirat im November darüber beraten.

Die Vertreter der Mountainbiker wissen, dass dieser geplante Kompromiss einige Grundvoraussetzungen an sie stellt, die in den sog. Trail Rules schon festgelegt wurden und die für verantwortungsvolle Mountainbiker selbstverständlich sind: die Natur und Fußgänger haben immer Vorrang! Die Einhaltung der "Trail Rules" der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) und des Wegeplans haben auf Nationalparkgebiet elementare Bedeutung für die Zukunft der Freizeitbeschäftigung Mountainbiking – diesem Grundsatz stimmten alle Gesprächsteilnehmer zu.

  

Zur Konkretisierung der künftigen Zusammenarbeit der Mountainbiker wurde nun ein gemeinsamer Arbeitseinsatz zur Beseitigung von Wegeschäden am Acker bei Altenau-Torfhaus durchgeführt. Er fand am Wolfswarter Fußweg statt. 20 engagierte Mountainbiker hatten zugesagt, die gemeinsam mit Rangern des Nationalparks und Mitarbeitern des Nationalpark-Revierförsters Klaus-Dieter Schultze geschuftet haben, um Wasserabschläge herzustellen, damit der arg in Mitleidenschaft gezogene Weg wieder in Ordnung kommt. Der Erfolg kann sich sehen lassen und hat auch symbolischen Charakter – miteinander geht’s besser als gegeneinander.

Anl. Fotos frei mit dieser PI; Aufnahmen: Jan Zander


HarzNATUR 2015 - Gewinner des Fotowettbewerbs stehen fest - Gewinner Joachim Gleichmann aus Clausthal-Zellerfeld – Fotoausstellung mit den besten Motiven im Nationalparkhaus Ilsetal in Ilsenburg – Nationalpark-Kalender ab sofort im Handel

Wernigerode. Jüngst wurden die drei Gewinner des Fotowettbewerbs „HarzNATUR 2015“ ausgezeichnet. Der Nationalpark Harz hatte zusammen mit der Jungfer Druckerei und Verlag GmbH aus Herzberg zum vierten Mal einen Fotowettbewerb ausgeschrieben. Schirmherr des Wettbewerbs ist der Schauspieler und engagierte Umweltschützer Hannes Jaenicke. 

Beim Wettbewerb sollen Motive von Tieren, Pflanzen oder Landschaften aus dem nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands mit der Kamera eingefangen werden. Geheimnisvolle Waldbilder, schroffe Felsen, rauschende Bäche und jahreszeitliche Farbenpracht können dabei ebenso in Szene gesetzt werden wie eine Vielzahl spannender und zum Teil seltener Tierarten. 

Gesucht wurden Bilder in drei Kategorien:
A. Es rennt, fliegt oder krabbelt – Kleine und große Tiere des Nationalparks
B. Sagenumwobene Bergwildnis – Landschaften des Nationalparks
C. Kleine Welt am Wegesrand – Makroaufnahmen 

Die Jury hatte auch in diesem Jahr die schwere Aufgabe, aus den zahlreich eingereichten Fotos die besten auszuwählen. Im Haus der Vereine in Ilsenburg wurden nun die Gewinner der drei Kategorien durch Roger Mellinghausen, Gesellschafter der Jungfer Druckerei, und Meike Hullen, Leiterin des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Harz, ausgezeichnet. 

Der erste Preis in der Kategorie B und der Gesamtsieg gingen an Joachim Gleichmann aus Clausthal-Zellerfeld für sein Foto „Sommergewitter über dem Hochmoor des Bruchbergs“, auf dem sich stimmungsvoll beeindruckende Gewitterwolken über der Harzer Landschaft auftürmen. Das Foto „Wildschweinrotte beim Prüfen des Windes“ von Stefan Völkel aus Bad Berleburg errang in Kategorie A den ersten Platz. Passend zur Jahreszeit gewann Marko König aus Bad Hersfeld mit der Aufnahme „Herbstlorchel“ die Kategorie C. 

Eine Ausstellung mit 45 der schönsten Bilder ist bis zum 8.1.2016 im Nationalparkhaus Ilsetal in Ilsenburg zu sehen. Die Sonderausstellung ist dienstags bis sonntags von 8.30 – 16.30 Uhr (montags außer an Feiertagen Ruhetag) geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weiterhin wurden die 14 besten Bilder des Wettbewerbs für den Nationalpark-Kalender 2016 ausgewählt. Dieser ist zum Preis von 14,95 € ab sofort in allen Verkaufsstellen des Nationalparks und in zahlreichen Buchhandlungen erhältlich. Der Erlös des Kalenders kommt dem Harzer Luchsprojekt zugute (www.luchsprojekt-harz.de), das in diesem Jahr auf eine 15-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann. Bestellt werden kann der Kalender auch beim Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus unter post@torfhaus.info oder Telefon 05320/33179-0. 

Der Nationalpark Harz und die Jungfer Druckerei und Verlag GmbH Herzberg kooperieren seit 2010 im Zusammenhang mit dem Fotowettbewerb und dem Kalender „HarzNATUR“. Für die Jungfer Druckerei ist die Vermeidung von Emissionen und die Verbesserung der Effizienz wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Mit einem erdgasbetriebenen Turbinenkraftwerk als Kernstück einer Pilotanlage übernimmt die Druckerei eine Vorreiterrolle und etabliert einen neuen Standard in der Druckbranche.


Schüler sammeln für wilde Katzen - IGS Heidberg aus Braunschweig übergibt Spende für das Luchsprojekt des Nationalparks Harz

Wernigerode – Bad Harzburg. Regen und Wind schreckte die Klasse 6.3 der IGS Heidberg aus Braunschweig nicht ab. Zusammen mit ihren Tutoren Andrea Stichnoth und Anton Komrowski machten sich die 25 Jungen und Mädchen kürzlich auf den Weg nach Bad Harzburg, um erst das Haus der Natur und anschließend das Luchsgehege zu besuchen. Mit im Gepäck war eine Spende für das Luchsprojekt Harz. 

Projektorientierte Arbeit stellt einen wesentlichen Bestandteil des Unterrichts an der IGS Heidberg dar, daher wurden im vergangenen Sommer verschiedene Unterrichtsvorhaben zum Thema „Tiere“ durchgeführt. Höhepunkt dabei war ein Präsentationsnachmittag für die Eltern, bei dem u.a. selbstgefertigte Produkte verkauft und Spenden für Tiere gesammelt wurden.

Da das Klassentier der Klasse 6.3 der Luchs ist, beschlossen die Schüler kurzerhand, ihre Spende den Harzer Luchsen zukommen zu lassen. 

Gelegenheit dazu bot sich beim Besuch des Luchsgeheges, der vom Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz pädagogisch und fachlich begleitet wurde. Auf diese Weise erfuhren die Schüler eine Menge Wissenswertes über die Lebensweise und den Lebensraum des Luchses. Trotz des Wetters waren sich am Ende alle einig: Ein Besuch des Nationalparks Harz lohnt sich in jedem Fall! 

Informationen zu dieser und weiteren RUZ-Veranstaltungen erhalten Interessierte unter folgenden Kontaktmöglichkeiten: 

Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ)
Nationalpark Harz
Thomas Schwerdt (Leiter)
Tel. 05582-91 64 18 oder 05322-53006
Mobil 0170-9124473
E-Mail RUZ@Nationalpark-Harz.de
www.ruz-nph.de
www.facebook.com/RUZ.Nationalpark.Harz 

Anl. Foto: Am Luchsgehege überreichen Schüler der IGS Heidberg ihre Spende an den Nationalpark Harz


Kolloquium am 12.11.2015 in Drübeck mit den Themen Waldforschungsflächen und Webspinnen des Nationalparks Harz

Wernigerode. Zu Ehren des 65. Geburtstages von Dr. Hans-Ulrich Kison, dem stellvertretenden Leiter des Nationalparks Harz und Leiter des Fachbereichs Naturschutz, Forschung, Dokumentation, lädt der Nationalpark ein zu dem Kolloquium „Forschung im Nationalpark Harz“ am 12.11.2015 um 13 Uhr im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck.

Die Vorträge des Kolloquiums beschäftigen sich mit dem Schwerpunktthema „Waldforschungsflächen als zentraler Baustein der Forschung im Nationalpark Harz“. Außerdem wird der Band 13 aus der Schriftenreihe des Nationalparks „Die Webspinnen des Nationalparks Harz“ vorgestellt.

Nationalparke bieten die Möglichkeit, die natürliche Entwicklung der Lebensräume langfristig im Gebiet zu beobachten und zu dokumentieren. Zentraler Baustein dafür sind im Nationalpark Harz vier Waldforschungsflächen (WFF), die unterschiedliche Waldlebensräume repräsentieren. Sie umfassen sowohl naturnahe Wälder – Bodensaurer Buchenwald (WFF Mittelberg bei Lonau), Hochlagen-Fichtenwälder (WFF Bruchberg, Brockenosthang) – als auch Waldbereiche, in denen zuvor Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt wurden bzw. aktuell noch werden (WFF Eckertal-Meineckenberg). Auf diesen Flächen werden im regelmäßigen Turnus von zehn Jahren Untersuchungen nach gleicher Methodik durchgeführt. Erfasst werden u.a. Vegetation, Waldzusammensetzung und -struktur, Flechten, Pilze aber auch die Fauna, insbesondere die Wirbellosen mit dem Schwerpunkt Käfer und Spinnen, wozu verschiedene Fallen- und Fangmethoden eingesetzt werden. Ziel ist es, möglichst umfassend die floristische und faunistische Entwicklung im Zusammenhang mit der Waldentwicklung auf diesen Flächen zu dokumentieren und ökologische Zusammenhänge zu analysieren.

Die Konzeption der langfristigen Beobachtungen mittels der Waldforschungsflächen geht auf Dr. Hans-Ulrich Kison zurück, anlässlich dessen 65. Geburtstages Methodik und bisherige Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt werden.

Gleichzeitig freuen wir uns, Ihnen den 13. Band unserer Schriftenreihe „Die Webspinnen des Nationalparks Harz“ von Dr. Hans-Bert Schikora vorstellen zu können. Als überaus erfolgreiche Jäger und Fallensteller spielen Spinnen eine wichtige Rolle im Ökosystem und haben durch teils sehr spezifische Lebensraumansprüche auch einen hohen Indikatorwert für die Abschätzung des Erhaltungszustands und die Entwicklung ihrer Lebensräume. Deshalb wurde dieser Tiergruppe seit Nationalparkausweisung besondere Beachtung geschenkt. Im Teil Sachsen-Anhalt hatte sich Dr. Peter Sacher als Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung bereits über viele Jahre hinweg der Erforschung der Spinnenfauna gewidmet. Dr. Hans-Bert Schikora hat nunmehr die Webspinnenfauna insbesondere der Moore, der Blockhalden sowie ausgewählter Waldstandorte einschließlich der Waldforschungsflächen für die gesamte Fläche erfasst, so dass der Nationalpark Harz heute wohl zu den arachnologisch am besten untersuchten Schutzgebieten Deutschlands zählt. Insgesamt wurden bisher 420 Webspinnenarten nachgewiesen, die im aktuellen Band der Schriftenreihe beschrieben und durch hervorragende Fotos abgebildet werden.

Zu unserem Kolloquium im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck möchten wir Sie ganz herzlich einladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der neue Band der Schriftenreihe ist im Rahmen des Kolloquiums erhältlich.

Fotos: Araniella opisthographa von Hans-Bert Schikora / Waldforschungsfläche am Brockenosthang von Ute Springemann


UNSER HARZ Oktober: Bekannte Musiker weltweit schätzen Bässe aus dem Harz – 25 Jahre E-Bass-Manufaktur in Clausthal-Zellerfeld; Flugplatz Goslar – vom zivilen Flughafen zum militärischen Fliegerhorst Goslar 1927-1945; Vor 180 Jahren brannte es auf dem Brocken; Zum 175. Todesjahr von Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840), der die Ordnung der Fledermäuse mit dem wissenschaftlichen Namen CHIROPTERA prägte; Der geteilte Harz 1945–1989, Teil 6; Nationalparkforum: NS-Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in den Westharzwäldern – auch im heutigen Nationalpark

Clausthal-Zellerfeld. Die E-Bassmanufaktur Gerald Marleaux in Clausthal-Zellerfeld, die sich weltweit schon längst einen Namen gemacht hat und bekannte Musiker beliefert, feiert im Oktober ihr 25jähriges Betriebsjubiläum – Grund genug, diesen Betrieb einmal vorzustellen.

Als 1925 mit dem Bau des zivilen Goslarer Flugplatzes begonnen wurde, hatte er außer den Flugtagen in den ersten Jahren noch wenig Bedeutung. Unter Umgehung des Versailler Vertrages wird er zwischen 1935 und 1937 zum Fliegerhorst ausgebaut und in der Folge mit militärischen Einheiten belegt. Im Krieg fanden von hier aus einige bedeutendere Operationen statt, bis er im August 1944 von der amerikanischen Luftwaffe bombardiert wurde. Bauweise und Bedeutung des Goslarer Fliegerhorstes werden hier detailliert vorgestellt.

Hatte der schwedische Naturforscher Linné die Fledermäuse noch in der Familie der Menschen und Affen eingeordnet, so wurde bald darauf von dem vor 175 Jahren verstorbenen Johann Friedrich Blumenbach, der an der Göttinger Universität promoviert und fast 60 Jahre lang gelehrt hatte, der für ihre Gattung heute noch gültige Ordnungsname „CHIROPTERA“ eingeführt.

In den Jahren 1957 bis 1961 durften Ostdeutsche nach Westdeutschland reisen und umgekehrt. Viele Begegnungen fanden in dieser Zeit statt, getragen von der Hoffnung und dem Bekenntnis, wieder ein Volk werden zu müssen. Doch es wurde noch ein langer Weg …

Im Nationalparkforum wird die endlich begonnene Aufarbeitung der Geschichte der Kriegsgefangenen in der Forstwirtschaft des Westharzes vorgestellt. Holz war ein kriegswichtiger Rohstoff und so hatte praktisch jedes Harzer Forstamt ein eigenes Kriegsgefangenenlager. Dieser wichtige Beitrag steht unter https://www.researchgate.net/profile/Friedhart_Knolle auch im Internet und kann dort kostenlos heruntergeladen werden.

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC- Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12; Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1.

Anlage: Die MTV-Hütte Oderteich, heute Hummel-Maaß-Hütte genannt, war im 2. Weltkrieg ein Lager für kriegsgefangene Franzosen und Russen. Foto Siegfried Wielert


Brockengartensaison am 15.10.2015 beendet

Wernigerode – Brocken. Am kommenden Donnerstag den 15.10.2015 findet um 14 Uhr, falls der Garten nicht eingeschneit ist, die letzte Brockengartenführung in dieser Saison statt.

Damit geht ein ereignisreiches Brockengarten-Jahr zu Ende. Der 1890 gegründete Brockengarten feierte in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Der Nationalpark Harz nahm dies gemeinsam mit den Universitäten Halle und Göttingen zum Anlass, ein Festsymposium im Kloster Drübeck auszurichten. Den Organisatoren war es dabei wichtig, den zahlreichen Teilnehmern des Symposiums zu verdeutlichen, dass Botanische Gärten vielfältige Aufgaben besitzen. Hierzu zählen neben der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit auch der Naturschutz und die Forschung, die in Botanischen Gärten durchgeführt wird. Dies wurde auch im Vortragsprogramm deutlich. Es referierten am 8. Juni in Drübeck Wissenschaftler aus Basel, Mainz, Halle, Göttingen, München, Frankfurt (Main) und Wernigerode über die Evolution der Hochgebirgsflora, die Geschichte von Alpengärten in Europa, die Umweltbildung in alpinen Gärten und den Einfluss des Brockengartens auf die Artenzusammensetzung und Entwicklung des Brockenvegetation. Am 9. Juni wurden drei Exkursionen von den Kollegen aus Halle, Göttingen und Wernigerode zum Brockengarten durchgeführt.

Insgesamt wurden vom 13. Mai bis 13. Oktober trotz des zum Teil sehr heißen Sommerwetters ca. 6250 Nationalparkbesucher durch den Brockengarten geführt. In der Gartensaison 2015 wurden ca. 3670 Brockenbesucher von den Mitarbeitern des Brockengartens durch die Anlage begleitet. Hinzu kommen 16 Sonderführungen für Fachleute, Studenten und Schüler, an denen insgesamt 430 Personen teilnahmen. Auch in diesem Jahr bot der Brockengarten am Tag des offenen Denkmals eine Sonderführung an. Außerdem begleiteten die Nationalparkranger ca. 2150 Gäste durch die Anlage. Dies erfolgte meist an den Wochenenden in Kombination mit der Brocken-Rundwegführung.

Eine weitere wesentliche Aufgabe des Brockengartens ist die Umsetzung von Artenschutz- und Biotoppflegemaßnahmen. In diesem Jahr unterstützte uns dabei erstmalig der Landschaftspflegeverband Harz e.V. Durch kontinuierlichen Biomasseentzug werden die wüchsigen Gräser der Brockenkuppe geschwächt und gleichzeitig die Bergheiden gefördert. Da die Brockenanemone, die deutschlandweit am Naturstandort nur auf dem höchsten Harzberg vorkommt, lediglich in den Bergheiden eine Überlebenschance hat, tragen diese Maßnahmen zum Erhalt und zur Erhöhung der Biodiversität bei.

Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch 2015 verschiedenen Universitäten im Rahmen von Qualifikationsarbeiten und Geländepraktika den Brockengarten in Anspruch.

Dass der Harz auch für ausländische Gäste ein attraktives Urlaubsgebiet ist, wird auch im Brockengarten deutlich. So besuchten uns Gäste u.a. aus Dänemark, Schweden, Südkorea, Japan, Russland, Belgien, Bulgarien und den Niederlanden.

Im vergangenen Jahr waren die so genannten Wellensittich-Enziane (Gentiana farreri) am letzten Gartentag schon verblüht. In diesem Jahr können sich unsere Gartenbesucher diese prächtigen Enziane aus dem Hochland von Tibet noch in voller Blüte ansehen.

Foto des Brockengartens im Spätherbst, Foto Dr. Gunter Karste.




Ehrensache Natur!
7.10.2015, Nationalpark Harz: Pflanzaktion mit Behinderten im Pflanzgarten des Brockengartens, Lindenallee 35, Wernigerode

Wernigerode. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Taten für den Naturschutz in den Nationalen Naturlandschaften“ finden derzeit 25 Ehrenamtsprojekte statt. Anlässe sind das Jubiläum „25 Jahre Nationalpark-Programm“ und die Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2015.

Zwei gute Gründe also, verstärkt aktiv zu werden. Am 1. Oktober 1990 wurde der Nationalpark Hochharz im Rahmen des DDR-Nationalparkprogramms gegründet, verabschiedet von der seinerzeit ersten demokratisch gewählten DDR-Regierung. Die bundesweite „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ wird organisiert von Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement/BBE. In diesem Rahmen finden Freiwilligeneinsätze in den Nationalen Naturlandschaften Deutschlands statt, d.h. in den Nationalparken, Biosphärenreservaten und Naturparken. Auf diese Weise können Naturschutz und Ehrenamt verbunden werden.

Auch der Nationalpark Harz beteiligt sich an dieser Aktion. Im Harz wird der 1. Oktober als Hochharz-Gründungdatum nicht gefeiert und stattdessen das 10-jährige Jubiläum der Fusion der beiden Nationalparke Hochharz und Harz zu Beginn 2016 begangen.  

In diesem Sinne möchten wir Sie für den 

7. Oktober 2015, 10 Uhr, Lindenallee 35, Wernigerode 

in die Nationalparkverwaltung Harz herzlich einladen. Im weitgehend unbekannten Anzuchtgarten des Brockengartens, der sich nämlich auf der Liegenschaft der Nationalparkverwaltung in Wernigerode befindet, werden gemeinsam mit Behinderten der Lebenshilfe und ihren Betreuern Heiderißlinge der Besenheide (Calluna vulgaris) in Stecklingssubstrat eingeführt – ohne diese vorbereitenden Arbeiten wäre der Brockengarten gar nicht in seiner ganzen Pflanzenpracht zu bewundern.  

Dr. Gunter Karste, der Leiter des Brockengartens, wird die Aktion betreuen und wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns die Ehre geben würden, bei dieser sicherlich fotogenen Aktion dabei zu sein. 

Ihre Anmeldung erleichtert unsere Planung.


UNSER HARZ September 2015: Das Offizierscasino des Fliegerhorstes Goslar: Architektonische Besonderheiten – ursprüngliche Funktion – ungewisse Zukunft, Einiges über die Vogelbeere, die auch Eberesche genannt wird, Eishockey im Harz … vom Eisteich zum Eisstadion – Erfolgreiche Ausstellung im Heimatmuseum Braunlage und nachgefragte Broschüre, Viel Wissenswertes vom „Hospital“ Ellrich, Wie steht es um den Wald? Die 13. Bundeswaldinventur, Serie Der geteilte Harz, 1945–1989 – Teil 5, Totholz ist Leben – und unverzichtbar im natürlichen Wald

Clausthal-Zellerfeld. Das Offizierscasino auf dem ehemaligen Goslarer Fliegerhorst ist in die Schlagzeilen geraten, weil das denkmalgeschützte Gebäude nicht in das Nutzungskonzept der derzeitigen Eigentümer des Areals passt und abgerissen werden soll. Der erste Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte und Bedeutung des Fliegerhorst-Ensembles und speziell des Offizierscasinos und beschreibt seine aufwendige Ausstattung.

Als weitere Baumart wird die Eberesche vorgestellt - ihr Wuchs, ihr Vorkommen bis hoch in den Norden und ihre mystische, praktische und medizinische Bedeutung.

Von Ende März bis Anfang Juni dieses Jahres war im Heimatmuseum Braunlage die Sonderausstellung „Eishockey im Harz … vom Eisteich zum Eisstadion“ zu sehen. Sie stellte – wie dies auch die dazu erschienene Broschüre tut – die Entwicklung dieser Sportart im Harz vor bis hin zur immerhin erfolgten Bewerbung um die Anwartschaft für die Winterolympiade 1936.

Nicht nur von dem Kirchen-Kleinod aus dem 14./15. Jahrhundert, auch vom ehemaligen Hospital in Ellrich gibt es eine Menge zu berichten über deren Geschichte, ihre Kostbarkeiten und das Leben der früheren sog. Hospitaliten.

Innerhalb der europäischen Staaten ist Deutschland das Land, das den größten Holzvorrat aufweist. Der Bericht über die 13. Bundeswaldinventur liefert neben Fakten über Waldveränderungen in den letzten 10 Jahren auch Auskünfte über Waldverteilung, Holzverwendungen, Waldumbau, Klimaauswirkungen und volkswirtschaftliche Größenordnungen der Holzindustrie.

Im 5. Teil der Serie über den geteilten Harz wird die Lage im Zonenrandgebiet geschildert, die für den Harz eine schwierige Zeit bedeutete. Wege endeten plötzlich, das Wandergebiet war eingeschränkt, auch touristische Förderprojekte, oft in Form unsäglicher Bettenburgen, konnten daran nichts ändern, ebenso wenig die Deutschlandwanderung des damaligen Bundespräsidenten 1979 mit ihren Harzer Etappen. Etwas Erleichterung brachte der „Kleine Grenzverkehr“, jedoch nur für Autofahrer, da mit den öffentlichen Verkehrsmitteln große Umwege gemacht werden mussten, die direkten Verbindungen bestanden ja nicht mehr.

Das Nationalparkforum klärt darüber auf, was Totholz (ein Bild stehenden Totholzes befindet sich diesmal auch auf der Titelseite) für den Wald bedeutet.


Waldinventur im Nationalpark Harz hat begonnen

Wernigerode. In diesen Tagen beginnen im Nationalpark die Außenaufnahmen zur Waldinventur mit dem sperrigen Namen „Aufnahme der Waldstrukturen als permanente Stichprobeninventur an fest vermarkten Probepunkten“.


An ca. 2.400 Probepunkten von je 500 Quadratmetern werden auf den knapp 25.000 ha des Nationalparks Bäume und Holz „unter die Lupe“ genommen – so z.B. stehende Bäume je nach Baumart, Höhe und Durchmesser, aber auch die Verjüngung am Waldboden und das Totholz. Weiterhin werden verschiedene Kleinstrukturen wie Baumhöhlen, Blitzrinnen oder abgerissene Äste aufgenommen. Diese Inventuraufgabe erwächst aus dem Nationalparkplan. Sie ist wichtig, um die Waldentwicklung im Nationalpark beurteilen zu können.
Mit dieser Erstaufnahme wird der aktuelle Waldzustand quantitativ beschrieben und dokumentiert – sowohl in der Naturdynamikzone, d.h. der Kernzone, wo kein menschlicher Eingriff mehr erfolgt, als auch in der Naturentwicklungszone, wo der Mensch noch aktiv eingreifen darf.


Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein – sind doch nach mehr als 20 Jahren Nationalparkgeschichte bereits vielfältige Entwicklungen sichtbar. Deutlich wird bei genauem Hinschauen, dass Wald nicht einfach eine Ansammlung vieler Bäume ist, sondern sich sehr vielgestaltige Bilder zeigen.


„Immer wieder hören wir von Forstexperten aus wirtschaftenden Forstbetrieben, dass im Nationalpark Harz mittlerweile ganz besondere Waldbilder zu sehen sind, die es anderswo so nicht gibt und auch gar nicht geben kann. Daraus können zukünftig Sichtweisen und Anregungen für die naturnahe Waldbewirtschaftung abgeleitet werden“, so Sabine Bauling, die für die Waldentwicklung im Nationalpark Harz zuständige Fachbereichsleiterin. Die Waldentwicklung im Nationalpark Harz und ihre fachliche Aufnahme hat daher auch Bedeutung für die Forschung sowohl in Natur- wie in Wirtschaftswäldern.


Noch spannender werden die Ergebnisse der Wiederholungsaufnahmen in zehn Jahren sein. Neben der fortschreitenden Entwicklung in der Naturdynamikzone hin zur Wildnis werden sich die Ergebnisse der Waldumwandlungsmaßnahmen zeigen.


Wissenschaftlich begleitet wird die Waldinventur im Nationalpark Harz durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen.

 

--------------------

Totholz im Wald – Grundlage für neues Waldleben

--------------------


Der hohe ökologische Wert von Totholz und seine Bedeutung für die Biodiversität im Wald stehen in Zusammenhang mit dessen enormer Formenvielfalt. Dabei kann es sich um stehende oder liegende Baumstämme handeln, um ganze Bäume oder um Teile davon wie abgestorbene Äste oder Baumstrünke oder gar um Asthaufen am Boden.

 

Stehendes Totholz
… spielt bei der Erhaltung der Artenvielfalt im Wald eine sehr wichtige Rolle, weil tote Bäume zahlreiche Funktionen als Habitat, Nahrungsquelle, Nistgelegenheit, Rückzugsgebiet, Sitzwarte usw. aufweisen. Auch verschiedenste Insekten nutzen sie als Lebensraum, darunter viele Arten, die Trockenheit und Wärme lieben. Deshalb benötigen diese südexponiertes und vorzugsweise gut besonntes Totholz. Das Vorkommen höhlenbrütender Arten ist insbesondere vom Stammdurchmesser abhängig. Ein dicker Stamm kann einer größeren Anzahl Arten als Brutort dienen, und dies über einen längeren Zeitraum hinweg. Stehende Totholzstämme sind zudem im wahrsten Sinne des Wortes „lebende Vorratskammern“ für Vögel und Säugetiere, die sich von den zahlreichen im Totholz heranwachsenden Insekten ernähren. Raubvögel nutzen das stehende Totholz zudem gern als Ansitz.


Liegendes Totholz
… wird vor allem durch sein Zersetzungsstadium geprägt. Jede Phase des Holzabbaus hat ein besonderes Artenspektrum. Gewisse Organismen, die das liegende Totholz besiedeln, tragen zusätzlich zu seinem Zerfall bei. Dies ist beispielsweise bei holzabbauenden Pilzen oder bei zahlreichen Insekten der Fall. Auch Wirbeltiere profitieren von liegendem Totholz: Eidechsen nutzen den sich schnell erwärmenden Untergrund für ein Sonnenbad. Am Boden lebende Kleinsäuger (z.B. Mäuse oder Spitzmäuse), Reptilien und Amphibien finden darin enge Gänge als Unterschlupf, um sich vor Prädatoren zu schützen. Spalten und Höhlen bieten auch Futter in Form von Pilzen, Pflanzen und Wirbellosen. Liegendes Totholz ist insbesondere für Amphibien wie den Feuersalamander während ihrer terrestrischen Phase unentbehrlich, da das angenehm feuchte Mikroklima sie vor dem Austrocknen schützt. Im Wurzelwirrwarr auf einer jüngeren Windwurffläche brüten Amsel, Zaunkönig und Nachtigall. Und auf liegenden Stämmen im fortgeschrittenen Zerfallsstadium verjüngen sich Bäume im Gebirgswald – die sogenannte „Kadaververjüngung“, auch „Moderholzverjüngung“ genannt.


Baumstrünke
… entstehen durch Holzeinschlag oder durch den Zusammenbruch eines Baumes. Das an der Schnitt- bzw. Bruchfläche freigelegte Holz erleichtert im Holz lebenden Organismen den Zugang erheblich, vor allem Pilzen und Insekten. Im Wald sind vermodernde Baumstrünke ein gutes Keimsubstrat für Jungbäume. Zudem helfen hohe Baumstrünke, den Schnee zurückzuhalten und der Erosion vorzubeugen, indem sie die Bodenrauigkeit erhöhen. Im Frühling taut der Schnee rund um das Totholz schneller ab.

 

Wurzelteller und Asthaufen
… sind ebenfalls wichtige Totholzelemente, bringen Struktur in den Wald und bieten Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien Unterschlupf.

 

Foto: Totholz und Wildnisentwicklung mit Moderverjüngung (junge Fichten wachsen auf dem Totholzstamm) im sogenannten Brockenurwald, Foto Jürgen Steimecke.


Neue Wanderschutzhütte im Nationalpark Harz an der Bärenbrücke bei Braunlage

Braunlage. Die alte Wanderschutzhütte des Harzklubs an der Bärenbrücke im beliebten Wandergebiet der Warmen Bode bei Braunlage war in die Jahre gekommen und musste ersetzt werden. So nahm es der Nationalpark Harz in die Hand, eine neue Hütte zu errichten.

In den letzten Wochen hat die Nationalpark-Werkstatt Oderhaus in Form ihres Leiters Ulrich Schulze und seiner Mitarbeiter Jürgen Heisecke und Hansi Lange die neue Sechseck-Schutzhütte an der Bärenbrücke im Nationalpark-Revier Torfhaus bei Braunlage errichtet. Dabei wurde eine neue Dachtechnik angewendet: Die Nationalpark-Mitarbeiter verringerten zunächst den Dachneigungswinkel des bisherigen Baustils, um durch die Abflachung des Dachs die Möglichkeit zu haben, ein Gründach aufzubringen.

Allen Wanderern in diesem Gebiet am Rande des Nationalparks zum Wurmberg steht nun wieder eine attraktive Schutzhütte zur Verfügung. Sie ist übrigens nach Alfred Rieche benannt, einem früheren Vorsitzenden des Harzklub-Zweigvereins Braunlage.

Anl. Foto frei mit dieser PI: Der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Braunlage, Albert Baumann (3. v.l.), freut sich gemeinsam mit Nationalpark-Mitarbeitern über die Einweihung der neuen Alfred Rieche-Hütte. Foto: Nationalpark Harz.


UNSER HARZ August 2015:
Queste, Erichsburg, Kamax Osterode, Fledermäuse und Umweltpraktikum im Nationalpark Harz

Clausthal-Zellerfeld. In diesem Jahr wurde in Questenberg für die Queste ein neuer Stamm angebracht, wie dies seit den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts in unregelmäßigen Abständen von 4 - 25 Jahren belegt ist. Ernst Kiehl schreibt anlässlich dieses Ereignisses, das diesmal nach 15 Jahren stattfand, über die Symbolik, die Bäume und bestimmte Zeichen in unseren Bräuchen verkörpern.

Wahrscheinlich in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts wurde die Erichsburg errichtet, deren Überreste an der Straße zwischen Güntersberge und Gernrode noch heute von dieser kriegerischen Zeit in Deutschland zeugen. Bei Mägdesprung, an der ehemaligen Heerstraße von Gernrode nach Harzgerode, liegt die Ruine der Heinrichsburg - auch sie verbunden mit vielen Geschichten von Raub und Totschlag, die Horst Lange neben den nachgewiesenen Geschichtsdaten zu diesen beiden Burgen zusammengetragen hat.

Sowohl der dritte als auch der vierte Bericht führen uns nach Osterode am Harz, einmal in dankbarer Erinnerung an eine Lehrzeit in den 1950er Jahren bei den Kamax-Werken und ganz aktuell auf den Spuren invasionsartiger Einflüge einer unserer kleinsten Fledermausarten in dortige Gebäude.

Der vierte Teil der Serie über den geteilten Harz beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten, Nachrichten von West nach Ost und umgekehrt auszutauschen und beschreibt Ilse Behrens, die mit ihrer 1952 gegründeten Zeitschrift „Heimatfreund“ versuchte, nach dem Verlassen ihrer Heimatstadt Halberstadt eine Verbindung zwischen Ost und West zu halten.

Seit 25 Jahren gibt es nun das Commerzbank-Umweltpraktikum, das in diesem Zeitraum über 1.400 Praktikant(inn)en ein Open-air-Semester ermöglicht hat, etlichen davon auch im Nationalpark Harz. Zwei derzeitige Praktikantinnen werden mit ihrer Arbeit hier vorgestellt.

Anl. Foto frei mit dieser PI: Commerzbank-Praktikantin Miriam Witte (links) in Aktion mit Kindern und Jugendlichen, Eltern und Rangern. Foto Nationalpark Harz.<


Der Borkenkäfer macht keine Sommerferien

Wernigerode – Braunlage-Oderhaus. In den letzten Tagen hat sich auch im Nationalpark Harz an Fichten sog. „Stehendbefall“ durch den Fichtenborkenkäfer gezeigt, d.h. scheinbar gesunde und grüne Bäume werden vom Borkenkäfer befallen. Das ist allerdings für diese Jahreszeit nichts Ungewöhnliches.

Der oft kalte und sehr trockene Frühling und der sich ähnlich zeigende Frühsommer haben dafür gesorgt, dass der erste Anflug der Käfer später erfolgte als in den Vorjahren. Es zeichnete sich aber bereits 2014 ab, dass die Käferpopulation im Ansteigen ist und der Käferflug in Teilen recht intensiv war.

Für den Nationalpark Harz bedeutet das, dass sich die Entwicklungen in der Naturdynamikzone (Kernzone) in den Fichtenwäldern der Hochlagen beschleunigen, wo keine menschlichen Eingriffe außer Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht mehr erfolgen.

Dadurch sind spannende Entwicklungen erkennbar, denn tote Bäume sind nicht gleichbedeutend mit totem Wald. Am Waldboden regt sich vielfältiges Leben und das neue Licht, das in den Lücken des Waldes einfällt, ermöglicht vielen Pflanzen neues und verstärktes Wachstum. Kleine Fichten, Ebereschen und Birken, begleitet von Beersträuchern, Gräsern, Moosen und Flechten, entwickeln sich zu neuen, naturnäheren Wäldern.

Aber auch im Nationalpark Harz wird der Borkenkäfer bekämpft. Das Borkenkäfermanagement des Nationalparks konzentriert sich derzeit auf den 500 m breiten Sicherheitsstreifen an den Rändern des Nationalparks zu den Nachbarwäldern. In diesen Bereichen und auch in Teilen der Naturentwicklungszone der mittleren Lagen wird entdeckter Befall mit Borkenkäfern sofort bekämpft, d.h. die Bäume werden gefällt, aus dem Wald gebracht und schnellstmöglich abgefahren. Ist erst einmal Stehendbefall an noch grünen Bäumen erkannt worden, ist schnelles Handeln nötig, denn die Entwicklung der Borkenkäfer vom Ei zum Jungkäfer geht rasch vonstatten.

Die Überwachung der Borkenkäferentwicklung im 500 m-Sicherheitsstreifen ist gut organisiert. In 31 „Claims“ sind Revierleiter und besonders geschulte Forstwirte mindestens einmal wöchentlich unterwegs, um frische Befallsherde festzustellen und die Sanierung zu organisieren. Das erfolgt in enger Abstimmung mit den benachbarten Forstrevieren der Forstämter am Rande des Nationalparks Harz.

In diesem Jahr gibt es bei unseren im Monitoring eingesetzten Borkenkäferschlitzfallen eine kleine Neuerung, nämlich einen Gittereinsatz, der verhindern soll, dass sog. „nützliche“ Käfer wie z. B. der Ameisenbuntkäfer in die Falle geraten.

Im Nationalpark Harz werden keine Insektizide eingesetzt und die Bekämpfungsmaßnahmen oft maschinell durchgeführt. Besucher im Nationalpark werden deshalb die eine oder andere Forstmaschine oder einen Holz-LKW zu Gesicht bekommen, wofür wir alle Besucher und Wanderer um Verständnis bitten.


Harzer Gipfeltreffen von Praktikanten und Bankern – 25 Jahre Commerzbank-Umweltpraktiku#m im Nationalpark Harz

Goslar-Wernigerode-Quedlinburg.  Im Jahr 2015 feiert ein einzigartiges Sponsoring-Projekt – das Umweltpraktikum der Commerzbank – sein 25-jähriges Jubiläum. Der damals neu entstandene Nationalpark Hochharz war bereits seit 1991 an diesem Projekt beteiligt und erhielt dadurch in seiner Aufbauarbeit durch engagierte junge Leute Unterstützung in der Biotop-Kartierung. Mit anfänglich 3 Praktikumsstellen für jeweils 8 Monate konnten umfangreiche Daten gesammelt werden, was durch die wenigen Mitarbeiter der damaligen Nationalpark-Verwaltung allein nicht möglich gewesen wäre.

Seit 1992 wurde das Projekt dann über die Dachorganisation der deutschen Großschutzgebiete FÖNAD koordiniert. Damit erhöhte sich auch die Zahl der Schutzgebiete, die an diesem Projekt beteiligt waren. Der Nationalpark Hochharz war dann mit drei Praktikumsstellen zu je 6 Monaten weiterhin Partner in diesem Projekt. Bald nach der Einrichtung der Nationalpark-Informationsstelle des in Planung befindlichen Nationalparks Harz in Niedersachsen war diese seit 1993 ebenfalls Nutznießer dieser großzügigen Unterstützung. Seit 1992/1993 verlagerte sich der inhaltliche Schwerpunkt des Praktikums zunehmend auf Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Im Rahmen des Praktikums konnten sich die beiden Nationalparke durch eine gut strukturierte Umweltbildungsarbeit zunehmend besser in der Region etablieren und immer mehr Bewohner und Gäste für die Idee des Nationalparks begeistern.

Einsatzstellen für Praktikanten waren neben den Nationalparkverwaltungen auch die Nationalparkhäuser bzw. Besucherzentren TorfHaus und Sankt Andreasberg. Nach der Fusion der beiden Nationalparke wurden die Praktikanten-Einsatzmonate reduziert, doch bis heute erhält der Nationalpark jährlich 12 Praktikumsmonate, die auf insgesamt vier Einsatzstellen aufgeteilt sind.

In den zurückliegenden Jahren waren bis heute im Bereich des ehemaligen Nationalparks Hochharz und der jetzigen Einsatzstelle im Natur-Erlebniszentrum HohneHof, im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, im Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg und im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg über 100 Praktikanten im Einsatz. Dabei waren unter anderem auch zwei Praktikanten aus den USA, eine Praktikantin aus der Ukraine, ein junge Frau aus Chile, ein Praktikant mit rumänischen Wurzeln und die jetzige Praktikantin im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus stammt aus Tschechien. Damit konnten die Praktikanten die Arbeit ihrer Einsatzstellen bereichern und auch die internationale Ausstrahlung der Nationalparkidee unterstreichen. Bis heute gibt es zu vielen dieser Praktikanten noch einen engen Kontakt und regelmäßige Besuche.

Das Jubiläum war für den Nationalpark Harz und auch den Regionalverband Harz e.V., der vor zwei Jahren ebenfalls als Einsatzstelle des Praktikums anerkannt wurde, Anlass für eine Feierstunde mit gemeinsamem Rückblick auf erfolgreiche 25-jährige Praktikums- und Nationalpark-Geschichte. Der Dank ging an die drei anwesenden regionalen Commerzbank-Filialdirektoren aus Wernigerode (Andreas Prescher), Goslar/Bad Harzburg (Roland Wolf) und Quedlinburg (Torsten Liebau) sowie die regionale Pressereferentin Sabine Schanzmann-Wey aus Leipzig.

Doch der Dank wurde nicht nur von Nationalparkleiter Andreas Pusch und Isabel Reuter als Vertreterin des Regionalverbands Harz ausgesprochen. Erfreulicherweise waren zahlreiche ehemalige Commerzbank-Praktikanten aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar Österreich gekommen, die in spannenden Berichten von ihrem Praktikum und dem sich anschließenden Berufsleben erzählen. Das Praktikum – darin waren sich die Praktikanten Bianca Hesse, Sandra Meckbach-Wolter, Claudia Mothes, Konrad Nickschick, Henning Rattenholl und Wiebke Warmbold einig, hatte so wichtige und prägende Erfahrungen vermittelt, dass es bei den meisten den beruflichen Werdegang mitbestimmte. Ebenfalls dabei waren die diesjährigen Praktikanten Carla Harringer und Annika Schröder (Sankt Andreasberg), Miriam Witte (Wernigerode/HohneHof) und Caroline Pöpel (Quedlinburg).

Anl. Foto frei mit dieser PI: Die drei Commerzbank-Filialdirektoren aus Goslar, Wernigerode und Quedlingburg mit Praktikanten und Betreuern. Foto: Ingrid Nörenberg.


Wenn Lernen nebenbei geschieht: Schnitzeljagd mit Karte und GPS-Gerät - Grundschüler begeben sich auf Bildungsschatzsuche im Nationalpark Harz

Wernigerode – Bad Harzburg. Saskias Blick wechselt zwischen GPS-Gerät und dem Waldweg, der vor ihr liegt. „Wir haben’s gleich geschafft, nur noch 12 Meter“, verkündet sie ihren beiden Mitschülern. Wenig später hält die Gruppe strahlend eine grüne Kunststoff-Dose in den Händen. Der Inhalt: ein kindgerechter Arbeitsauftrag, bei dem Bildkarten den jeweiligen Nationalpark-Regeln zugeordnet werden sollen. Kurz darauf wird die Dose am Wegrand wieder versteckt und das nächste Ziel angepeilt: Dieses Mal jedoch nur mit einer vereinfachten Landkarte.

 

Die Jungen und Mädchen gehen in die 2. Klasse der Grundschule Sudmerberg. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Kathrin Liebich und den anderen Schülern der Klasse haben sie sich auf eine besondere Schnitzeljagd ins „Kalte Tal“ nach Bad Harzburg begeben. Entwickelt wurde die Tour von der Lehramtsanwärterin Julia Nicolai in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit geht sie der Frage nach, wie sich Grundschüler im Gelände orientieren können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Vergleich zwischen Karten- und GPS-Nutzung.

 

„Es ist spannend zu beobachten, wie die Kinder mit dieser Herausforderung umgehen. Einige Stationen sind nur mit der Karte, andere nur dem GPS-Gerät zu finden. Die Orientierung steht im Vordergrund, aber auch Fachwissen, Lesekompetenz oder die Fähigkeit zum Arbeiten in der Gruppe werden gestärkt“, erklärt Julia Nicolai. Berührungsängste mit den GPS-Geräten gibt es nicht, schließlich wurde die Handhabung bereits im Unterricht mit den Kindern geübt. Die Stationen selbst beschäftigen sich mit verschiedenen naturbezogenen Themen, darunter auch dem Bestimmen von Bodenlebewesen, dem Erkennen von Tierstimmen oder Sammeln von Spuren. Durch den Reiz der Schatzsuche und die abwechslungsreichen Stationen geschieht das Lernen fast nebenbei.

 

„Es wird eine Vielzahl von Kompetenzen bei den Schülern gefördert“, fasst RUZ-Leiter Thomas Schwerdt zusammen und führt aus: „Die Schüler lernen vernetzt zu denken und bedienen sich dabei ganz unterschiedlicher Materialien und Methoden. Wenn man den Spaß der Kinder dabei sieht, ist das ein Teil der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.“ Das Programm wird zukünftig in das Angebot des RUZ Nationalpark Harz integriert und steht nach den Sommerferien Grundschulklassen des 2. bis 4. Jahrgangs zur Verfügung.

 

Anl. Fotos frei mit dieser PI: 1.) Die Kompassnadel verrät es: Die Richtung stimmt! 2.) Ein kurzer Vergleich: Das Versteck muss ganz in der Nähe sein. Fotos: RUZ Nationalpark Harz.

 

Informationen zu dieser und weiteren RUZ-Veranstaltungen erhalten Interessierte unter folgenden Kontaktmöglichkeiten:

 

Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz
Thomas Schwerdt (Leiter)
Tel. 05582-91 64 18 oder 05322-53006
Mobil: 0170-9124473
E-Mail: RUZ@nationalpark-harz.de


UNSER HARZ Juli -
Das Uralt-Regionale und das Modern-Globale Böse – Wilhelm Raabe, die Harzheimat und der Fortschritt, Die Katholische Kapelle „Maria vom Schnee“ in Hahnenklee-Bockswiese, Serie „Der geteilte Harz, 1945–1989“ Teil 3, Nationalparkforum: Neue Themenhefte in „Leichter Sprache“ übergeben

Autor Reinhart Maurer schildert in Kurzvorstellungen einige Beispiele aus Wilhelm Raabes reichhaltigem schriftstellerischem Werk. Wilhelm Raabe, Nachfahre Harzer Bergleute, die allerdings schon lange im nördlichen Harzvorland lebten, kannte den Harz und blieb – abgesehen von einigen jahrelangen Aufenthalten in Berlin und Stuttgart – mit seinen Wohnorten in Wolfenbüttel und hauptsächlich Braunschweig, in dessen Nähe. Immer wieder taucht der Harz in seinen Erzählungen auf, oft unheilvoll, Enge und beschränktes Denken oder wilde Naturgewalten thematisierend, oftmals allegorisch für schon sehr früh wahrgenommene Gefahren gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen.

Um ein nicht so altes, jedoch leider heute nicht mehr existierendes Gebäude handelt es sich im zweiten Beitrag, der die kleine katholische Kirche „Maria vom Schnee“ in Hahnenklee-Bockswiese vorstellt, wie sie im August 1928 nach vielen anfänglichen Schwierigkeiten eingeweiht werden konnte. Doch bereits in den 1950er Jahren zeichnete sich ab, dass die kleine Kirche zu klein war für die angewachsene Gemeinde und die sie besuchenden Tourist(inn)en und im März 1974 fand ihr Abschiedsgottesdienst statt, einen Tag, bevor mit ihrem Abriss begonnen wurde.

Der 3. Teil der Serie über den geteilten Harz schildert die wechselvolle Geschichte des Brockens und das Nationalparkforum stellt neue Themenheft in leichter Sprache vor, die aus einer Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe entstanden sind.


Brockengranit und Plattentektonik – 500 Mio. Jahre Harzgeschichte

Rainer Müller und Hans Joachim Franzke (2014): Oberharz. Tiefe Gruben und hohe Rücken. Streifzüge durch die Erdgeschichte.
144 S., edition Goldschneck im Quelle und Meier Verlag, Wiebelsheim (ISBN: 978-3494015316)

---------------------

Clausthal-Zellerfeld. Die Autoren, Dr. Rainer Müller und Dr. Hans Joachim Franzke, sind zwei ausgewiesene Experten im Hinblick auf die Erdgeschichte des Oberharzes. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Bergbaugeschichte gelten der Harz und speziell der Oberharz als geologisch gut erforscht, wofür eine kaum noch zu übersehende Fachliteratur spricht. Dass diese dem geologisch interessierten Laien in der Regel nur schwer zugänglich ist, ist verständlich. Umso anerkennenswerter ist die von Müller und Franzke didaktisch gut aufbereitete Darstellung eines komplexen Sachverhalts – und dies ohne Konzession im Hinblick auf die fachwissenschaftliche Exaktheit.

Selbstverständlich wird auch der neueste Forschungsstand referiert, ein z.B. für die bisherige Theorie über die Entstehung der Oberharzer Erzgänge aufregendes Thema. Der Brocken ist eben nicht an allem „Schuld“! Und auch die moderne Plattentektonik wird erläutert – ohne sie ist die Harzgeologie gar nicht zu verstehen.

Um „Streifzüge“ durch die Oberharzer Erdgeschichte unternehmen zu können, greift man in Zukunft am besten zu dieser handlichen Veröffentlichung in Form eines Taschenbuchs. Dies ist auch ein Verdienst des Herausgebers dieser Reihe, Dr. Gunnar Meyenburg.

Den gesamten Harz kennzeichnet „Landschaftliche Vielfalt auf engstem Raum“, was, wie im einleitenden Kapitel dargestellt, auf die besonderen geologischen Strukturen zurückzuführen ist. Klar werden vier Bereiche benannt und voneinander abgegrenzt: Oberharz, Hochharz, Mittelharz und Unterharz. Im nördlich gelegenen Mittelgebirge unterscheiden sich die klimatischen Verhältnisse und daraus folgend auch Flora und Fauna deutlich von seinem Umland, und die Autoren wecken im Wanderer die Neugier auf zum Teil seltene und vorwiegend im Ober- und Hochharz vorkommende Pflanzengesellschaften.

Der Leser spürt das Anliegen der Autoren, klarzumachen, dass die Oberflächengestalt, aber auch die heutige Kulturlandschaft Oberharz geologisch und klimatisch bedingt sind. Schließlich ist die durch den jahrhundertelangen Bergbau geprägte Kulturlandschaft einschließlich des Oberharzer Wasserwirtschaftssystems, der markanten Zeugen des Bergbaus, der Behörden, der Technischen Universität, ja der Bergstädte selbst eine direkte Folge von „500 Millionen Jahre Erdgeschichte“.

Diese wird in einem anschaulichen Überblick dargestellt, bevor die Autoren den Leser auf die „Streifzüge durch die Regionen des Oberharzes“ führen – wiederum orientiert an den geologischen Einheiten – Oberharzer Devonsattel, Clausthaler Zone, Iberg-Winterberger Riff, Oberharzer Diabaszug, Acker-Bruchberg-Zug, Brockenpluton mit Granit und Gabbro und westlicher Harzrand bei Seesen.

Es gibt schon viele Bücher und Broschüren zur Harzgeologie, doch sie sind teilweise überholt. Die Plattentektonik hat auch die Harzgeologie revolutioniert. Ein solches modernes „Wanderbuch“ auf der Basis des neuesten geologischen Wissens ist bisher nicht auf dem Markt.

Besonders erwähnenswert sind die in sehr guter Wiedergabequalität illustrierenden Fotos, geologischen Profile, Blockdiagramme und geologischen Schnitte und farblich abgesetzten Erläuterungen von Oberharzer Spezifika. Im Inneren des vorderen Einbanddeckels auf einer Karte des Oberharzes verzeichnete „Aufschlüsse und Zeugnisse des Altbergbaus“, die auf den Seiten 133 ff. näher beschrieben werden, belegen die Vielfalt der Oberharzer Natur- und Kulturlandschaft.

Also: Den Führer in die Tasche stecken und loswandern! Es lohnt sich.

Rezension: Helmut Radday und Friedhart Knolle


Unser Harz Juni 2015:
Harzer Berg-, Hütten- und Waldarbeiter in den Befreiungskriegen 1813/1815; „Die Harzluft bekommt mir sehr gut“ – Die Anfänge des Fremdenverkehrs in Wolfshagen; Der Nationalpark Harz – Eine Herausforderung für die Feuerwehr; Waldecker Eisenhütten produzierten für die Harzer Eisenindustrie 1755 – 1775; Zur Genese der CUTEC; Serie: Der geteilte Harz, 1945 – 1989 – Harzer Persönlichkeiten schildern die Anfänge der Grenze; Nationalparkforum: Bei Seesen, Nordhausen und Quedlinburg gesichtet – Der Biber kehrt in die Harzregion zurück

Clausthal-Zellerfeld. Vor 200 Jahren, am 18. Juni 1815, tobte die Schlacht bei Waterloo, in der die Alliierten Napoleon besiegten. Der damalige Berghauptmann von Meding hatte Harzer Berg- und Hüttenleute aufgerufen, sich dem Befreiungskampf anzuschließen, was viele auch taten. Erst 50 Jahre später wurde noch lebenden notleidenden Kriegsveteranen eine Beihilfe gewährt. Die dafür vom Hannoverschen Ministerium der Finanzen und des Handels angeforderten Verzeichnisse aus dem Harz erzählen von den damals Beteiligten.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Harzer, sich dem Fremdenverkehr zu öffnen und ihre schöne Landschaft dafür herzurichten und anzupreisen, und die Touristen kamen, wie eine zu Beginn des 20. Jh. geschriebene Postkarte belegt. In dieser Zeit ist die Kurzgeschichte „Fräulein Elsa und die Sommerfrische“ angesiedelt. 

Der Nationalpark Harz bietet für die Feuerwehr – hier exemplarisch dargestellt am Bad Harzburger Raum – besondere Herausforderungen. Da es in den letzten Jahren zu keinen nennenswerten Bränden gekommen ist, wurden Waldbrand-Löschfahrzeuge gegen größere Einsatzwagen ausgetauscht, die wiederum auf den sukzessive zurückgebauten Waldwegen nur bedingt einsatzfähig sind. Darüber hinaus muss wegen der nur wenigen Löschwasser-Entnahmestellen der Wassertransport gewährleistet sein. Anlässlich des Deutschen Wandertages, der im letzten Jahr in Bad Harzburg stattfand, hatte sich die örtliche Feuerwehr Bad Harzburg mit einem Konzept um die Lösung der vorhandenen Löschprobleme bemüht. 

Für eine kurze Zeitspanne, von 1755 bis 1775, hatte das Clausthaler Bergamt die bei Willingen gelegene Strycker Hütte gepachtet, um die ebenfalls unter seiner Verwaltung stehenden Sollinger Hütten wirtschaftlicher betreiben zu können. Wie der Betrieb dort aussah, ist hier detailliert aufgeführt; aufgrund verschiedener Gegebenheiten lief er jedoch nicht rentabel, so dass nach 20 Jahren der Pachtvertrag nicht verlängert wurde. 

Am 11. Juni feierte das Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH (CUTEC) sein 25jähriges Jubiläum. Zur Entstehungsgeschichte dieser Einrichtung hat Werner Grübmeyer einige Fakten zusammengetragen. 

Im 2. Teil der neuen Serie über den geteilten Harz lässt die Autorin drei Harzer Persönlichkeiten zu Wort kommen, die über die Umstände dieser Grenze berichten. 

Informationen über den Biber, der heute wieder mit über 10.000 Exemplaren in Deutschland vertreten ist, liefert das Nationalparkforum. Auch am Nord- und Südharzrand ist er wieder angekommen.

Foto des in der Harzregion wieder angekommenen Bibers von Tim Schwarzenberger


 

Landkreis Goslar grundsätzlich gegen Wasserschutz

>>> Verfahren nach 35 Jahren immer noch nicht eröffnet - Pressemitteilung hier >>>

 


Neue Commerzbank-Umweltpraktikanten im Nationalpark Harz – Carla Harringer in Sankt Andreasberg und Miriam Witte im Natur-Erlebniszentrum HohneHof

Wernigerode – Sankt Andreasberg. Dominika Czastkova, Carla Harringer, Annika Schröder und Miriam Witte sind die vier Commerzbank-Umweltpraktikanten des Jahres 2015 im Nationalpark Harz.

Carla Harringer kommt aus Altenberg bei Linz (Österreich). Sie ist bis Ende Juli 2015 im Nationalpark-Bildungszentrum in Sankt Andreasberg tätig. Nach der Teilnahme am 5-tägigen Einarbeitungsprogramm der Commerzbank-Umweltpraktikanten im Nationalpark Bayerischer Wald arbeitet sie im Harz bei der Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung des viertägigen Wildniscamps für die Junior-Ranger-Gruppen mit. Weiterhin unterstützt sie regelmäßig die Jugendranger bei der Vorbereitung und Durchführung der Gruppennachmittage der Junior-Ranger-Gruppen und einer Schul-AG. Ergänzend ist sie auch im Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Nationalpark Harz im Programm „Fließgewässer“ tätig und auch bei der regelmäßigen Vorbereitung und Durchführung der Nationalpark-AG einer Grundschule, bei der Umweltbildungsarbeit in einem Seniorenheim und einem Kindergarten ist sie aktiv dabei. „Ich freue mich, hier im Nationalpark Harz so ein vielfältiges Aufgabenspektrum zu haben“, sagt sie.

Miriam Witte hat bereits als Goldschmiedin gearbeitet und möchte sich beruflich umorientieren – sie strebt ein Studium im Bereich Naturschutz, Landschaftsnutzung und Umwelt an. Sie sagt: „Es ist mir wichtig, zuvor etwas Praxisluft zu schnuppern und den „Alltag“ eines solchen Berufs zu erleben. Besonders interessieren mich dabei die Nationalparke, die Wildtieren einen Wohnort geben, ursprüngliche Natur und Wildnis bewahren und den Menschen näherbringen.“ Eingesetzt ist sie am Hauptsitz des Nationalparks Harz und im Natur-Erlebniszentrum HohneHof.

Annika Schröder und Dominika Czastkova werden ihr Praktikum erst im Verlauf der kommenden Wochen antreten.

2015 ist für das Praktikum ein ganz besonderes Jahr, denn es feiert Jubiläum. Der Schutz der Natur und damit des Menschen und seiner Lebensgrundlagen ist eine der wichtigsten Aufgaben zur Sicherung unserer Zukunft. Vor diesem Hintergrund entstand 1990 das Commerzbank-Umweltpraktikum als gemeinsames Projekt der deutschen Nationalparke und der Commerzbank. 50 Studentinnen und Studenten erhalten jährlich die Möglichkeit, ein mehrmonatiges Praktikum in einem der 25 teilnehmenden Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate zwischen Nordsee und Alpen zu absolvieren.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet den Praktikanten die einmalige Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für die spätere Berufswahl zu erwerben. Im Zuge des Praktikums werden praxisnahe Inhalte aus den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung vermittelt – in Schutzgebieten in ganz Deutschland vom Watzmann über den Harz bis zum Wattenmeer.

Die Commerzbank unterstützt mit einem Praktikumsentgelt und Unterkunft, die Schutzgebiete sorgen für die fachliche Betreuung und die Praktikanten tragen tatkräftig zum Umwelt- und Naturschutz bei. Bewerben können sich Studierende aller Fachbereiche aus Deutschland und der EU.

Seit vor über 25 Jahren die Idee entstand, hat das von der UNESCO ausgezeichnete Programm mehr als 1.400 Praktikanten ein Open-Air-Semester ermöglicht. Vielen Teilnehmern hat das Umweltpraktikum den Einstieg ins Berufsleben geebnet.
Weitere Informationen: www.umweltpraktikum.com

Anl. Fotos: 1) Miriam Witte (links) mit ihrer Betreuerin Irmtraud Theel, Foto Dr. Friedhart Knolle; 2) Miriam Witte in Aktion mit Rangern und Jugendlichen, Foto Irmtraud Theel.


Rumänische Umweltpädagogen besuchen Nationalpark Harz

Wernigerode – Sankt Andreasberg. Es war kein alltäglicher Besuch im Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz: Kürzlich traf eine Gruppe von rumänischen Umweltpädagogen – unter ihnen Vertreter von Umweltverbänden, Universitäten, Schulen und dem Nationalpark „Königstein“ – im Harz ein, um sich über Veranstaltungen mit Schulklassen zu informieren. 

Die Reise war Teil eines vom Umweltbildungszentrum SCHUBZ in Lüneburg initiierten und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes zur Gründung eines ersten Umweltbildungszentrums in Rumänien. 

Neben Programmen zu den Themen „Wolf“ und „Luchs“ standen auch die Präsentation der Aktivitäten der Juniorranger und der Projekte zur Wildnisbildung im Mittelpunkt. Selbst aktiv werden konnten die Teilnehmer bei der praktischen Erprobung von Untersuchungen zur Waldentwicklung im Nationalpark Harz sowie bei einer der GPS-Entdeckertouren des RUZ.

Das Besuchsprogramm im Harz ist Bestandteil der vom SCHUBZ Lüneburg organisierten Summer School, an der die elf rumänischen Gäste ganz unterschiedliche Angebote der Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) an verschiedenen unterschiedlichen Niedersächsischen Umweltbildungszentren kennengelernt haben. „Das Ziel ist es, mit den Eindrücken der Besuchsreise bis zum Jahresende 2016 in Siebenbürgen am Rande der Karpaten ein erstes rumänisches Umweltbildungszentrum nach niedersächsischem Vorbild zu entwickeln“, so Frank Corleis, der als Leiter des SCHUBZ das Projekt angeschoben hatte. „Damit ergeben sich auch neue Möglichkeiten für den Austausch zwischen Niedersachsen und Rumänien, da schon im nächsten Jahr eine Summerschool in Rumänien geplant ist, wo auch die Lehrkräfte aus dem RUZ Nationalpark Harz als Bildungsexperten teilnehmen werden“, so Corleis.

„Ein für alle Beteiligten sehr lohnenswerter Austausch“, resümiert RUZ-Leiter Thomas Schwerdt den Besuch der rumänischen Gäste. Mit vielfältigen Eindrücken reiste die Gruppe anschließend weiter ins Waldpädagogikzentrum Reinhausen, um sich die dortigen Angebote darstellen zu lassen.

Für Rückfragen:
Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz
Thomas Schwerdt (Leiter)
Tel. 05582-91 64 18 oder 05322-53006
Mobil: 0170-9124473
E-Mail: RUZ@nationalpark-harz.de  

Foto: Die Gruppe vor dem Internationalen Haus Sonnenberg in Sankt Andreasberg: Foto: RUZ Nationalpark Harz.


Sonderausstellung "Island: Feuer, Eis & Abenteuer“

Nach der Eröffnung der neuen Sonderausstellung "Island: Feuer, Eis & Abenteuer“ am 18.6.2015 um 18 Uhr
im Nationalparkhaus Ilsetal, ist diese Ausstellung bis zum 30.9.2015
Di - So von 8.30 - 16.30 Uhr (montags nur an Feiertagen)
geöffnet und eintrittsfrei.

Gezeigt werden eindrucksvolle Fotos von Jens Bachmann und Tore Straubhaar, die zu Fuß, auf Skiern und per Rad
in Island im ungestümen Nordmeer unterwegs waren.


Altlasten und Schwermetalle im Harz – eine Gesundheitsgefahr? Vortrag Dr. Friedhart Knolle auf dem 7. Braunlager Naturheilkundetag am 31. Mai 2015

Braunlage. In dieser Woche begann die Sanierung der Arsen-Altlast an der Halberstädter Straße in Goslar-Oker - dadurch hat das Thema „Altlasten“ auch überregional wieder Aufmerksamkeit. Nach 3000 Jahren Metallgewinnung gibt es heute keinen Bergbau im Harz mehr. Doch für die Umwelt hat er bis heute gravierende Folgen: die Altlasten sind noch da und die Flusslandschaften des Harzvorlandes bis hin nach Bremen sind mit Schwermetallen belastet. Denn bei der Gewinnung und Verarbeitung der Metalle wurden die Böden über Jahrhunderte mit Schwermetallen wie Blei, Zink und Cadmium angereichert. Und das Niederschlagswasser, das durch die Halden strömt, in denen die Abfallprodukte der Hütten lagern, nimmt die Schwermetalle auf und transportiert sie zu Innerste und Oker. Aber nicht nur zu diesen Flüssen – im ganzen Vor- und Oberharz sind die Böden belastet.

Wo genau findet sich diese Belastung? Wer ist betroffen und was wird dagegen gemacht? Was kann man zu den Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung sagen? Auf diese Fragen geht der Harzer Geologe und Referent Dr. Friedhart Knolle ein, der am kommenden Sonntag

--------------------------

31. Mai 2015 um 15.45 Uhr im Kurhaus Sankt Andreasberg, Konferenzraum

---------------------------

einen öffentlichen Vortrag zu diesem Thema hält. Der Eintritt ist frei.


Anl. Grafik frei mit dieser PI: Schwermetallbelastung aus dem Harz bis in die Nordsee - hohe Cadmiumgehalte in Innerste und Oker.


Pflanzaktion für den neuen Wald – aktive Waldentwicklungsarbeiten im Nationalpark Harz am Natur-Erlebniszentrum HohneHof

Wernigerode. Der Nationalpark Harz gehört mit einer Größe von knapp 25.000 Hektar zu den größten Waldnationalparken Deutschlands. Auf über der Hälfte dieser Fläche – der Kernzone – bleibt die Natur in ihrer Entwicklung schon ganz sich selbst überlassen. Hier geht es um den Schutz von natürlicher Dynamik, die viele Überraschungen bereit hält und nicht planbar ist. Faktoren wie Sturm, Schneebruch, Klimaveränderungen oder andere Veränderungen können diesen Entwicklungsprozess maßgeblich beeinflussen. Das ist ein spannender Prozess, der durch den Nationalpark beobachtet und wissenschaftlich begleitet wird.

Solche Flächen werden in unserer intensiv genutzten Landschaft immer seltener und üben eine große Faszination auf die Menschen aus. In bereits 16 Nationalparken in Deutschland sind Nationalpark-Kernzonen zu beobachten – am bevorstehenden Pfingstwochenende wird als jüngster Park der Nationalpark Hunsrück-Hochwald eingeweiht.

Diese natürliche Dynamik in den Kernzonen kann aber noch nicht auf der gesamten Nationalparkfläche zugelassen werden. Zu sehr ist der Harz in seiner Geschichte vom Menschen und der vielfältigen Nutzung der Landschaft geprägt. Im Nationalparkplan werden die erforderlichen Maßnahmen und Initialleistungen festgeschrieben, die noch bis zum Jahr 2022 notwendig sind, um eine Starthilfe für die künftige eigenständige natürliche Entwicklung zu geben. Insbesondere in der Naturentwicklungszone des Nationalparks sind noch umfangreiche Waldentwicklungsmaßnahmen notwendig, um die Waldbestände zu stabilisieren und zu renaturieren, bevor auch sie in die Kernzone aufgenommen werden können.

Zu dieser Entwicklung trägt auch die Pflanzung von Buchen am Natur-Erlebniszentrum HohneHof bei. Dabei wurden wir von Kindern der Klasse 3a der Grundschule „Anne Frank“ aus Halberstadt tatkräftig unterstützt. Mit Begeisterung wurden von den Kindern 100 Buchen gepflanzt, deren Entwicklung von ihnen bei künftigen Nationalparkbesuchen beobachtet werden soll. Zum Abschluss dieser Pflanzaktion wurde am Natur-Erlebniszentrum HohneHof auch noch der Baum des Jahres – ein Feldahorn – gepflanzt.

Anl. Foto frei mit dieser PI; Foto Freddy Müller, Nationalpark Harz


BUND Westharz tagte in Walkenried – Weitere Zerstörung der Walkenrieder Gipskarstlandschaft verhindern

Walkenried. Jüngst tagte der auch für den Landkreis Osterode am Harz zuständige BUND-Regionalverband Westharz in Walkenried. Er führte eine Begehung der Gipsabbau-Gebiete Röseberg-Mitte und Röseberg-Ost durch und diskutierte im Anschluss daran mit Anwohnern und einem Vertreter des Gipswerks Saint Gobain Formula den heutigen und künftigen Umfang des Gipsabbaus und der Rekultivierungsmaßnahmen zwischen Ellrich und Tettenborn. 

Die Beteiligten stellten fest, dass der laufende Abbau im Steinbruch Röseberg-Mitte nicht nur die unmittelbaren Anwohner belastet, sondern auch viele weitere Walkenrieder durch den dabei entstehenden Lärm. Außerdem wird das Ortsbild durch das Abbaufeld erheblich beeinträchtigt. Der Abbau soll allerdings im Jahr 2016 enden. Danach wird die Fläche mit Abraum aus dem neuen Abbaufeld Röseberg-Ost verfüllt. Was dabei vorgesehen ist, wurde durch den Vertreter des Gipswerks erläutert, der auch anbot, den BUND bei anstehenden Fragen zur Rekultivierung zu beteiligen. 

Das neue Abbaufeld Röseberg-Ost wird, wenn nicht aufgepasst wird, das Ortsbild in unmittelbarer Nähe des Klosters Walkenried optisch und akustisch erheblich beeinträchtigen. Der Abbau wird sich hier über rund 20 Jahre erstrecken. Da er genehmigt ist, geht es hier um die Begrenzung des eintretenden Schadens. Mögliche Maßnahmen hierzu wurden an Ort und Stelle erörtert. 

Der langfristig gesehen wohl kritischste Punkt des Gipsabbaus in Walkenried ist die Tatsache, dass der Abbau in allen Steinbrüchen rund um Walkenried bald an die Grenzen der Naturschutzgebiete stoßen wird. Neben dem Röseberg hier auch noch der Steinbruch oberhalb der Juliushütte, der Steinbruch Kahler Kopf und der Steinbruch im Mehholz zu nennen. Dies bedeutet im Klartext: Wenn diese Grenzen beibehalten werden, kann bei Walkenried kein weiterer Gips mehr abgebaut werden. 

Beim BUND läuten daher die Alarmglocken. Man werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, die heutigen Grenzen der Naturschutzgebiete beizubehalten und nicht, wie bei Röseberg-Ost geschehen, diese aufzuheben oder zu verschieben. Es gelte, so der Vorsitzende des BUND Westharz, Knut Haverkamp, wachsam zu sein und zu bleiben, um weiteres Unheil für die Südharzer Gipskarstlandschaft zu vermeiden. 

Mit den anwesenden Vertretern der vom Gipsabbau ebenfalls betroffenen BUND-Kreisgruppe Nordhausen wurden eine enge Kooperation und ein ständiger Informationsaustausch in dieser Frage vereinbart. Im Rahmen dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit der BUND-Gruppen bestand Konsens darüber, dass die Bemühungen zur Entwicklung eines Biosphärenreservats in der schutzwürdigen und sensiblen Südharzlandschaft wieder aufgenommen werden sollen.

Foto: Röseberg West, Foto: Dr. Reiner Cornelius


21. Mai 2015: André-Mouton-Platz in Goslar-Oker mit Todesmarsch-Stele und Gedenktafeln wird eingeweiht

Goslar. Bereits im Jahr 2012 hatte der Rat der Stadt Goslar den Projektfeststellungsbeschluss zur ganzheitlichen Umgestaltung des Hundemarktes in Oker gefasst. Hierzu wurden in der Folge u. a. Gebäude durch die Stadt Goslar erworben, zurückgebaut und das Areal durch Baumpflanzungen zu einem Platzcharakter umgestaltet.

Im Rahmen dieser Umgestaltung wurde vom Rat der Stadt Goslar ebenfalls beschlossen, auch die Stelen und Gedenktafeln, welche am Bahnhof Oker an den „Großen Harzer Todesmarsch“ von Osterode am Harz nach Goslar-Oker erinnerten, an den neu gestalteten Hundemarkt zu verlegen.

Per Beschluss vom 1. April des vergangenen Jahres sollte der neue Platz nach dem französischen Zwangsarbeiter (KZ Mittelbau-Dora) in „André-Mouton-Platz“ umbenannt werden. Nach der nun erfolgten Verlegung der Todesmarsch-Stele und Gedenksteine und dem damit in Gänze abgeschlossenen Umbau wird der „André-Mouton-Platz“ im Rahmen eines gemeinsamen Gedenktermins am
----------------------

Donnerstag, 21. Mai 2015, um 11:45 Uhr auf dem André-Mouton-Platz

----------------------
offiziell eingeweiht.

Zur Einweihung wird es einen musikalischen Beitrag der Adolf-Grimme-Gesamtschule, ein Grußwort des Initiators der Mouton-Erinnerungsarbeit, Dr. Reinhard Roßdeutscher sowie ein Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Goslar geben. Weitere Anwesende werden sein: Vertreter des Vereins Spurensuche Harzregion e.V., der Schulleiter der Adolf-Grimme-Gesamtschule, Jens Liesenberg, eine Abordnung von Schülern um den Rektor der André- Mouton-Realschule, Harald Buchholz, die ehemalige Kulturausschuss-Vorsitzende Annelies Tschupke sowie der engagierte Bürger Jens Kloppenburg.
Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Anl. Foto frei mit dieser PI, Foto Frank Jacobs, Spurensuche Harzregion e.V.


Naturerlebnis gegen Ferien-Langeweile

Wernigerode. Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof in Drei Annen Hohne ist in den Pfingstferien auf viele große und kleine Besucher vorbereitet. So sind am Sonntag 17. Mai ab 11.00 Uhr alle kreativen Naturfreunde eingeladen, um sich beim Filzen viele Anregungen zum Verarbeiten von Naturmaterial holen möchten.

Am Montag 18. Mai startet dann unter der Überschrift „Wunderbare Pflanzenwelt“ ein Erlebnisprogramm für die ganze Familie. Treff für alle Interessierten ist um 11.00 Uhr am Eingang zum Löwenzahnpfad.

Wer sich eine etwas anspruchsvollere Wanderung zutraut, der ist am Mittwoch 20. Mai ab 11.00 Uhr zu einer Erkundung des einzigartigen Lebensraumes der Moore eingeladen. Beginn dieser Wanderung ist direkt am Natur-Erlebniszentrum.

Zu einem Naturerlebnis ganz besonderer Art wird am Freitag 22. Mai um 20.00 Uhr eingeladen. Hier startet am Wandertreff auf dem Parkplatz Drei Annen Hohne ein Abendspaziergang, bei dem man die Dämmerung bis zum Eintritt der Dunkelheit mitten im Wald erleben kann. Hier wird beobachtet, wie die Natur schlafen geht oder einige Tiere erst jetzt auf Beutejagd gehen. Neben Naturbeobachtungen geht es hier auch um ein besinnliches und nachdenkliches Genießen der Abendstimmung im Nationalpark. Dieser Abendspaziergang ist für Kinder und Erwachsene geeignet und findet an der Feuerschale am Natur-Erlebniszentrum HohneHof einen stimmungsvollen Abschluss. Die Mitnahme von Taschenlampen für den Rückweg wird empfohlen! Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 039455 / 8640 wäre für unsere Vorbereitungen hilfreich!

Natürlich hat das Natur-Erlebniszentrum auch an allen anderen Tagen von 10.00 bis 17.00 Uhr für seine Gäste geöffnet. Fragen Sie ruhig auch nach speziellen Angeboten für Ferienkinder!


Hilfe für Nepal - Vom Brocken zum Mount Everest

Brocken - Braunschweig. Der gemeinnützige Verein Friends For Life aus Braunschweig hat mit einer symbolischen Wanderung zum Brocken und dem Hissen buddhistischer Gebetsfahnen auf dem Gipfel-Stein einen Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Nepal gestartet. Der Verein, dem Ausdauersportler aus der Region Braunschweig angehören, verknüpft seit mehr als zehn Jahren sportliche Aktionen mit karitativen und sozialen Zwecken. Zu den jüngsten Projekten gehört der Versuch, den Harz durch Hilfsmaßnahmen und einen interkulturellen Dialog mit dem höchsten Gebirge der Welt, dem Himalaya in Nepal, zu verbinden.

Das mittel- und langfristig angelegte ehrenamtliche Hilfsprojekt trägt den Titel "From Brocken to Everest". Unterstützung kommt auch aus dem Raum Göttingen. Mitglieder des dortigen Vereins Ausdauersport für Menschlichkeit (ASFM), der jährlich im Februar die legendäre "Brocken-Challenge" als Benefizlauf veranstaltet,  beteiligten sich an der Brocken-Wanderung, an der auch Yangjor Lama, ein Sherpa aus Nepal, teilnahm. Mehr als 30 Aktive machten mit bei der Gebetsfahnen-Wanderung, die am Torfhaus-Parkplatz begann und endete.

"Wir wollen einzelnen Familien und Dörfern in entlegeneren Regionen Nepals beim Wiederaufbau zerstörter Häuser helfen. Die Spenden werden persönlich und vor Ort übergeben, damit sie zielgerichtet ankommen und nicht versickern", betont der Initiator von "From Brocken to Everest", Dr. Michael Strohmann. Der 56-Jährige hat den Verein Friends For Life (www.ffl-extremsport.de) 2004 mitgegründet und ist seither dessen 1. Vorsitzender. "Der Harz ist unser bevorzugtes Trainingsrevier, unser Läuferherz hängt am Brocken und seinen Nachbarbergen. Wir sind davon überzeugt, dass sich eine Brücke schlagen lässt von einer Bergregion zur anderen, sogar sehr facettenreich und trotz offenkundiger Verschiedenheiten", sagte Strohmann. So könnte es beim Dialog mit den Menschen in Nepal zum Beispiel darum gehen, ob und wie die Weltkulturerbe-Stätten des Harz-Raumes eine Patenschaft und damit Verantwortung für die Bewahrung und den Wiederaufbau des teilweise zerstörten Weltkulturerbes zu F�
 �ßen des Himalaya übernehmen könnten.

Mehr zu der Hilfsaktion Harz-Himalaya und zum Spendenkonto findet sich im Internet auf Facebook, dort wurde eine Seite unter dem Titel "From Brocken to Everest" eingerichtet.

Foto: Michael Strohmann
 


Neue Themenhefte in Leichter Sprache
Themenhefte „Bach, Graben, Fluss“ sowie „See und Teich“ für Behinderte mit Lernschwierigkeiten an Schüler der Liv-Ullmann-Schule Wernigerode übergeben

Wernigerode. Kürzlich wurden am Natur-Erlebniszentrum HohneHof in Drei Annen-Hohne zwei Themenhefte in Leichter Sprache durch den Nationalpark Harz und die Lebenshilfe Wernigerode, die beide an der Erarbeitung der Themenhefte mitgewirkt haben, an Schülerinnen und Schüler der Liv-Ullmann-Schule Wernigerode übergeben.

Das Projekt „Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser“ wurde von EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, initiiert. Das Projekt fußt auf einer seit 2009 bestehenden Kooperation zwischen EUROPARC Deutschland und der Bundesvereinigung Lebenshilfe im Rahmen des Freiwilligenprogramms „Ehrensache Natur“. In den ersten Jahren bestanden die gemeinsamen Aktionen vor allem in praktischen Arbeitseinsätzen zum Wohle der Natur. Darauf fußend gibt es seit Jahren eine gute Zusammenarbeit zwischen den Partnern. So haben der Nationalpark Harz und die Lebenshilfe Wernigerode gGmbH neben dem Bau und der dem Anbringen von Nisthilfen auch gemeinsame Arbeitseinsätze im Bereich der Gewässerpflege organisiert. 

Das jetzige Projekt „Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser“ fördert das Naturwissen und -bewusstsein sowie das Engagement für Naturschutz und biologische Vielfalt in der Zielgruppe Menschen mit geistiger Behinderung. Ein Baustein dieses Projekts war die Erarbeitung von Themenheften in Leichter Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung zu den Wasserlebensräumen „Bach, Graben und Fluss“, „See und Teich“ sowie „Meer und Küste“. Durch Lernangebote in Leichter Sprache zu verschiedenen Wasserlebensräumen in Nationalen Naturlandschaften werden Menschen mit geistiger Behinderung darin unterstützt, Natur(schutz)wissen und Kompetenzen zu erwerben, zu vertiefen und in der Praxis anzuwenden. Da zukünftig auch der Lebensraum Wasser im Natur-Erlebniszentrum HohneHof des Nationalparks Harz durch Lernangebote, auch für Menschen mit Behinderung, mehr an Bedeutung gewinnen soll, war der HohneHof ein guter Ort für die Übergabe der Themenhefte.

Das Projekt „Lebensraum Wasser“ wurde mit dem Förderpreis des Deutschen Naturschutzpreises 2013 ausgezeichnet, der vom Bundesamt für Naturschutz als Träger und Jack Wolfskin als Stifter ausgelobt wird. Es ist Teil des Vorhabens „Vielfalt (er)leben ohne Barrieren“ zur Weiterentwicklung von Barrierefreiheit und Inklusion in Nationalparken, Biosphärenreservaten und Naturparken in Deutschland. Förderer dieses Vorhabens ist die Aktion Mensch. 

Die Themenhefte sind unter „Ungehindert engagiert“  herunterzuladen. 

Foto frei mit dieser PI, Foto Irmtraud Theel.


Kristalltherme sichert Schwalbennester - NABU berät für friedliches Miteinander

Altenau. Schon lange brüten zahlreiche Mehlschwalben genau über dem Außenbecken der Kristalltherme. „Die Gäste freuen sich darüber, aber hin und wieder fällt auch etwas herab“, erklärt Annette Akbulut, die im Haus für Marketing und Kundenbetreuung zuständig ist. Daniel Dürholt, Schichtleiter Bereich Bad/Sauna, ist selbst beim NABU aktiv, hat die Hilfe initiiert, und die Situation gemeinsam mit Walter Wimmer, NABU-Regionalgeschäftsführer, begutachtet. Es wurde entschieden, dass unter den Nestern ein breiteres Brett mit dem nötigen Abstand angebracht werden soll, um „Herabfallendes“ aufzufangen, damit es nicht am Beckenrand oder gar im Becken landet.
Noch ehe der Brutbetrieb der Mehlschwalben begann, hat Daniel Dürholt mit seinen Kollegen Kristopher Karnovsky, Siegfried Eilers und Jan Vennemann die Arbeiten ausgeführt. An der Kristalltherme brüten noch an weiteren Stellen Mehlschwalben, doch die meisten anderen Nester sitzen an Stellen, an denen sie weniger stören. Akbulut: „Uns sind die Schwalben wichtig, deshalb war es uns den geringen Aufwand wert.“ Nun hoffen alle auf eine schöne Badesaison und erfolgreich brütende Schwalben.

Fotos: Daniel Dürholt begleitet die Arbeiten von Kristopher Karnovsky, Siegfried Eilers und Jan Vennemann an den Schwalbennestern (Foto: Annette Akbulut).


Saisonstart 2015 im Brockengarten

Wernigerode – Brocken. Wie in den vergangenen 25 Jahren können sich Pflanzenfreunde, Brocken- und Nationalparkbesucher ab Mitte Mai wieder auf die Besichtigung des Brockengartens freuen. In diesem Jahr findet die erste Gartenführung am Mittwoch, dem 13. Mai 2015 um 11.30 Uhr statt. Eine Vielzahl von Felsenblümchen, Primelgewächsen, Steinbrecharten, Veilchen, seltenen Mannsschildarten und natürlich auch Brockenanemonen blühen bereits.

 

Bis Mitte Oktober werden im Anschluss Gartenbesichtigungen montags bis freitags um 11.30 und 14.00 Uhr angeboten. Mit einer Ausnahme: Am Montag, dem 8. Juni 2015 wird der Brockengarten 125 Jahre alt. Da zur Feier des Tages ein Festsymposium im Kloster Drübeck stattfindet, entfallen die Gartenbesichtigungen an diesem Tag.

 

An den Wochenenden ist die Besichtigung des Gartens in Kombination mit der Rundwanderwegführung um 11.00 Uhr und 13.00 Uhr durch einen Ranger möglich. Zusätzlich werden botanisch-gärtnerisch interessierte Gruppen in der Woche, aber auch an den Wochenenden nach Anmeldung unter 0170 5709015 und 03943 55022-0 durch die Anlage begleitet.

 

Da der Witterungsverlauf im Winter 2014/15 günstig war, gab es in diesem Winter vergleichbar wenige Ausfälle unter den kultivierten Arten. Kritisch im Frühjahr sind kalte, schneefreie und sonnige Tage. Der Sonnenschein animiert die Pflanzen zum Wachsen. Da bei gefrorenem Boden aber kein Wasser zur Verfügung steht, vertrocknen sie. Diese Situation hatten wir in diesem Jahr nicht.

 

Die Instandsetzungsarbeiten, die im Frühjahr notwendig sind, damit die Pflanzen gut gedeihen, begannen am 22. April, mussten aber mehrfach unterbrochen werden. Eine kontinuierliche Betreuung der Anlage ist erfahrungsgemäß erst ab Anfang Mai möglich. Die ersten Tätigkeiten sind das Einpflanzen von im Winter hoch gefrorenen Pflanzen, das Reinigen der Anlage, die Instandsetzung der Wege und die Versorgung der Pflanzen mit frischem Substrat.

 

Anl. Foto frei mit dieser PI: Blick in den Brockengarten, Foto Dr. Gunter Karste.


Arbeitseinsatz auf dem Brocken und im Brockengarten – die Brockengartensaison 2015 kann beginnen

Wernigerode - Brocken. Am vergangenen Wochenende fand der traditionelle Brockengarten-Arbeitseinsatz der ehrenamtlichen Naturschutzhelfer statt. Er ist eine Gemeinschaftsaktion der Nationalparkverwaltung Harz und des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), Kreisverband Harz. 

Wie in den vergangenen 25 Jahren wurden Besucherlenkungseinrichtungen repariert, die für die Besucherlenkung der zahlreichen Gäste unverzichtbar sind. So war es bisher möglich, das Entstehen von direkten Schäden an der einzigartigen Flora und Fauna der Brockenkuppe zu verhindern. 

Damit Charakterarten der Brockenkuppe wie die Brockenanemone oder das Brockenhabichtskraut nicht verloren gehen, werden die Standortbedingungen von den ehrenamtlichen Helfern verbessert, indem sie die wüchsigen, konkurrenzstarken Gräser entfernen und die für den Brocken typische Besenheide pflanzen. In diesen Heideflächen fühlen sich die Brockenanemonen besonders wohl. 

Insgesamt wurden immerhin über 700 Heidepflanzen in die Erde gebracht. Die Tatsache, dass sich alljährlich Ehrenamtliche in ihrer Freizeit für den Erhalt seltener Pflanzenarten der Brockenkuppe einsetzen, ist erfreulich und kann nicht genug gewürdigt werden. 

Wenn der Schnee getaut ist, kommen häufig Dinge zum Vorschein, die nicht auf den Brocken gehören. Müllsammeln hört folglich leider zum Standardprogramm dieser Gemeinschaftsaktion von NABU und Nationalpark. Alle Brockenbesucher werden daher gebeten, keine Abfälle zurückzulassen und den Hinweisen der Beschilderung und der Ranger zu folgen.

Das Ergebnis dieser alljährlichen Naturschutzeinsätze kann sich sehen lassen – dort wo ehemals das Reitgras Dominanzbestände bildete und nicht eine einzige Brockenanemone zu finden war, blühen wieder über 600 Pflanzen dieser Art, wenn die Wetterbedingungen günstig sind. 

Anl. Foto der Aktiven des Brocken-Arbeitseinsatzes frei mit dieser PI. Foto: Dr. Gunter Karste.


UNSER HARZ Mai:
Großer Gasthof in Ballenstedt; Spatzen – „Konservativ bis in die Knochen …“; Mit Eseln durch den Harz; Neue Serie: Der geteilte Harz 1945–1989, Teil 1; Internationale Tagung zur Bergbaugeschichte in Sangerhausen; Nationalparkforum: Die Ilse

Clausthal-Zellerfeld. Bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Ballenstedt von Fürst Viktor Friedrich ein gewaltiges Zeug- und Jagdhaus unterhalb des Schlosses errichtet, das sich heute nach wechselvoller Geschichte als der „Große Gasthof“ präsentiert. Horst Lange hat die jahrhundertealte Geschichte dieses Bauwerks in vielen Details zusammengetragen. 

Ganz offensichtlich liebt die zweite Autorin, Ingrid Kreckmann, die Spatzen, deren munteres Treiben sie mit warmherzigen Schilderungen beschreibt und über die sie eine Menge Informatives zu berichten hat. 

Was sich mit Eseln im Harz erleben lässt, schildert recht lustig der dritte Beitrag von Sylvia Bruni Nowak, bevor die neue Serie von Wiebke Kock über den von 1945 bis 1989 geteilten Harz beginnt, zunächst mit einer Einführung und einem Bericht über das Kreuz des deutschen Ostens. 

Schon jetzt wird der Internationale Montanhistorik-Workshop, der im nächsten Jahr in Sangerhausen-Wettelrode stattfinden wird, angekündigt, damit möglichst viele Menschen daran teilnehmen können, handelt es sich hier doch um einen besonderen Ort des historischen Kupferschieferbergbaus, der wohl im jetzigen Umfang nicht mehr lange zugänglich sein wird. 

Das Nationalparkforum informiert diesmal ausführlich über die Ilse und ihre Bewohner – Autor ist der Fließgewässerexperte des Nationalparks Harz, Otfried Wüstemann. Durch verschiedene Baumaßnahmen, die einst zur Energiegewinnung und für Mühlen genutzt wurden, können einige Tierarten nicht mehr an ihre gewohnten Laichplätze gelangen. Manche Fische haben sich angepasst, anderen soll durch Fischtreppen an den Wehren geholfen werden, auch neuer Besatz findet statt, doch muss dies in ausgewogenem Maße geschehen, um autochthone Fischbestände nicht zu gefährden. 

Auf der Rückseite präsentiert sich im Monat Mai die Einhornhöhle bei Scharzfeld. 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12; Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1. 

Anl. Foto der Ilse von Otfried Wüstemann frei mit dieser PI.


Gedenkveranstaltung am 8.5.2015 am KZ-Gedenkstein Baßgeige

Goslar. Am kommenden Freitag jährt sich der Tag der Kapitulation und damit der Befreiung vom Nationalsozialismus zum siebzigsten Mal. Aus diesem Anlass lädt das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus am 8.5. um 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung ein.

Nahe des Ortsausganges von Goslar in Richtung Hahndorf befand sich von 1940 bis 1942 das Außenkommando Goslar des KZ Buchenwald. Die Häftlinge leisteten u.a. auf dem benachbarten Fliegerhorst Zwangsarbeit.

Für den dort vom heutigen Verein Spurensuche Harzregion e.V. errichteten Gedenkstein hatte das Christian von Dohm-Gymnasium 2004 die Patenschaft übernommen und auch an der Gedenkveranstaltung zum 8.5. beteiligen sich SchülerInnen des CvD. Unterstützt von ihrer Geschichtslehrerin K. Kniep werden 4 Zehntklässlerinnen Texte vortragen, die versuchen, das Geschehene begreifbar zu machen und einen Bezug herzustellen zur eigenen Verantwortung im Hier und Jetzt. Musikalische Unterstützung erfährt die Veranstaltung ebenfalls von einem Schüler der CvD. Für die Stadt Goslar wird Bürgermeister A. Siebe ein Grußwort beitragen. Erster Stadtrat B. Siebert hat seine Teilnahme angekündigt. Zum Gedenken an an 70 Jahre Kriegsende und die Befreiung von faschistischer Herrschaft wird ein Gebinde niedergelegt werden.

Die Veranstaltung soll zu einer lebendigen Erinnerungskultur beitragen, die nicht nur zurück schaut, sondern auch die Gegenwart in den Blick nimmt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Gedenkstein befindet sich an der Einmündung der Stapelner Straße in die Grauhöfer Landwehr.


Spurensuche Harzregion e.V. hilft bei der Wiederentdeckung der Gadenstedter Stele

Ilsede - Gadenstedt. Am Samstag, den 9. Mai 2015 um 15:00 Uhr wird die wiedererrichtete Stele an der St. Andreaskirche in Gadenstedt, 31246 Ilsede eingeweiht. Das Denkmal ist ergänzt um eine Informationstafel, die in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. erstellt wurde. Damit erinnert der Ort in würdiger Form an das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen auf der Ilseder Hütte. Der Kreisheimatbund Peine e. V., der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., die St. Andreas-Kirchengemeinde Gadenstedt, die Heimatgruppe Gadenstedt e.V. und die Initiativgruppe „Gadenstedter Stele“ laden zu dieser Veranstaltung herzlich ein.

Zu der Feierstunde sind Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, des Landkreises, der ausrichtenden Organisationen und der Nachfolge-staaten der UdSSR - Ukraine und Russland - eingeladen. Der Historiker Dr. Jens Binner wird in einer kurzen Einführung über die Hintergründe der Zwangsarbeit bei der Ilseder Hütte informieren, Herr Landrat Einhaus und ein Vertreter des russischen Generalkonsulats werden Grußwort sprechen. Im Anschluss gibt es im Gemeindehaus der Kirchengemeinde die Möglichkeit für einen informellen Austausch. Eine kleine Ausstellung, basierend auf Originaldokumenten, gibt Aufschluss über die Menschen und Schicksale hinter den Namen der Verstorbenen auf der Gadenstedter Stele.

70 Jahre nach Kriegsende ist die Erinnerung an die Zwangsarbeiter der Ilseder Hütte weitgehend verdrängt. Vergessen ist auch, dass es im Bolzberg in Gadenstedt einen Friedhof gegeben hat, auf dem 17 sowjetische Kriegsgefangene beigesetzt waren. Sie wurden Opfer der Arbeits- und Lebensbedingungen beim Hochofenwerk in Groß Ilsede. Dabei hat es im Bolzberg seit 1945 sogar ein Denkmal in Form einer Stele mit den Namen der Toten gegeben. Das Denkmal galt seit der Umbettung der Toten nach Clausthal-Zellerfeld 1963 als verschollen. Interessierte Bürger aus Gadenstedt haben die Stele jedoch mit Hilfe von Mitgliedern und Unterstützern der Spurensuche Harzregion e.V. wieder ausfindig machen können. Sie lagerte in drei Teile zerbrochen auf dem Bauhof in Clausthal-Zellerfeld. In den letzten Monaten wurde die Stele nach Gadenstedt zurückgeholt und wiederhergestellt.

Näheres hierzu:
https://www.facebook.com/events/426015347573757/
http://issuu.com/gleitz/docs/0430_ilsede_16_seiten/10


Die Zahl der Luchse im Harz - Auswertung von 268 Luchs-Bildern aus dem Harzer Fotofallen-Monitoring

Wernigerode. Es gehört zu den eher anspruchsvollen Aufgaben eines Forschers, die Größe einer Wildtierpopulation zu bestimmen. Beim Eurasischen Luchs erschwert die relative Seltenheit der Tierart dieses Vorhaben zusätzlich. Allerdings haben Luchse auch einen wesentlichen Vorteil – die großen Katzen sind anhand ihrer Fellzeichnung unterscheidbar. Dies hatten sich die Forscher im Nationalpark Harz unlängst zunutze gemacht und die Katzen mit den Pinselohren gezählt.

Bereits im vergangenen August wurden in einem großen Teil des Harzes an 60 systematisch verteilten Standorten insgesamt 120 Kameras aufgebaut. Die Niedersächsischen Landesforsten, der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und auch private Jäger unterstützten das Projekt und wirkten teils tatkräftig bei der Auswahl der Standorte mit. 100 Tage lang fotografierten die Geräte die Wildtiere des Harzes und nahmen auch 268 Bilder von Luchsen auf. Das Bildmaterial wurde nun ausgewertet. Es zeigt 15 selbstständige Luchsindividuen. Darunter sechs führende Weibchen, zwei erwachsene Männchen, ein einjähriges Weibchen und sechs weitere Individuen, deren Alter und Geschlecht nicht mit ausreichender Sicherheit bestimmt werden konnte. Außerdem wurden bei den Weibchen insgesamt 12 abhängige Jungluchse festgestellt.

Das Untersuchungsgebiet, das überwiegend im Westharz liegt, umfasst 746 Quadratkilometer und entspricht damit gut einem Drittel der 2200 Quadratkilometer großen Harzfläche. Mittels moderner statistischer Modelle errechneten die Forscher für das Untersuchungsgebiet eine Dichte von 2,1 selbstständigen Luchsen pro 100 Quadratkilometer bzw. 3,8 Luchsen pro 100 Quadratkilometer bei Berücksichtigung der Jungtiere.

Auf Einladung des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt e.V. stellte der Nationalpark Harz die Zahlen am vergangenen Mittwoch in Harzgerode vor. An dem Termin nahmen Vertreter der Niedersächsischen Landesjägerschaft e.V. und von Forst- und Jagdbehörden teil. Die Runde betonte noch einmal die große Bedeutung aussagekräftiger und transparenter Bestandeszahlen, um die Entwicklung der Harzer Luchspopulation dokumentieren und bewerten zu können. Es sei wünschenswert, dass das Fotofallen-Monitoring auf weitere Teile des Harzes ausgedehnt wird. Bislang bestehen in Sachsen-Anhalt Datenschutzbedenken gegen eine Ausweitung des Untersuchungsgebietes.

Die Harzer Luchspopulation beschränkt sich allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr auf die Grenzen des nördlichsten deutschen Mittelgebirges. Vielmehr ist eine deutliche Ausbreitungstendenz der Pinselohren festzustellen. Auch im Kaufunger Wald und im Hils brachten Luchse in den vergangenen Jahren Jungtiere zur Welt.

Fotofallenbild


Totfund einer Wasseramsel mit Ring - Wasseramsel fliegt gegen Fenster

Lebensweg führte von Immenrode nach Lobmachtersen

Immenrode/Lobmachtersen. Einen solchen Vogel hatte Werner Strube jun. noch nicht gesehen – „ganz braun mit einem Weißen Latz“. Was da offensichtlich an einer Fensterscheibe seines Hauses am Nordrand von Lobmachtersen (Stadt Salzgitter) zu Tode gekommen war, ist eine Wasseramsel. Dieser kleine Vogel ist an sich schon spannend, denn es ist der einzige Singvogel, der seine Nahrung unter Wasser erbeutet. Dazu lässt sich die Wasseramsel von der Strömung in schnell fließendem Wasser auf den Gewässergrund drücken, wo sie Kleintiere jagt.

Besonders spannend ist der Fund jedoch, weil der Vogel einen Ring trägt und dieser dem aufmerksamen Finder sofort auffiel. Der nun informierte NABU teilte den Fund sogleich Herwig Zang aus Goslar mit, der als langjähriger Vogelforscher in verschiedene Beringungsprogramme eingebunden ist. Das Ergebnis folgte auch Minuten später: Der Vogel mit der Nummer 7752353 war von Paul Kunze, einem Mitstreiter Zangs, am 10. April 2012 als Jungvogel an der Wedde bei Immenrode im Landkreis Goslar beringt worden.

Somit ist der Vogel drei Jahre alt, also längst erwachsen und sollte eigentlich mitten im Brutgeschäft stecken. Was ihn nach Lobmachtersen trieb, ist allerdings völlig unklar. Die nächstgelegensten Brutplätze liegen an der Innerste, ganz im Süden Salzgitters. Hier erreicht die Wasseramsel zugleich die Nordgrenze des Vorkommens im und um den Harz herum. Weiter nördlich ist sie allenfalls auf dem Durchzug eher unregelmäßig an verschiedenen Gewässern zu finden.

Auch wenn viele Fragen offen bleiben, so trägt der Fund doch wieder ein Mosaiksteinchen zum Gesamtwissen über die Wasseramsel bei. „Jeder Wiederfund eines beringten Vogels bringt uns neue Informationen und hilft letztlich auch dabei, die Vögel in unserer Kulturlandschaft besser zu verstehen und schließlich auch zu schützen, resümiert Walter Wimmer vom NABU, der den Fund weitergeleitet hat und endet mit einem Aufruf: „Darum ist es wichtig, dass jeder Fund eines beringten Vogels mit der Ringnummer und den genauen Fundumständen weitergemeldet wird.“

Wer einen beringten Vogel findet, kann diesen entweder vor Ort dem NABU melden oder die Funddaten direkt online auf der Seite des Institutes für Vogelforschung www.ifv-vogelwarte.de eingeben.

Foto: Diese in Salzgitter-Lobmachtersen verunglückte Wasseramsel wurde im April 2012 als Jungvogel an der Wedde bei Immenrode, Lkr. Goslar, beringt (Foto Walter Wimmer).


Müllsammelaktion von über 100 Geocachern im Nationalpark Harz am 30.4.2015

Wernigerode – Torfhaus. Das Verhältnis von Geocachern zum Naturschutz war nicht immer ohne Spannung. Speziell in Naturschutzgebieten und Nationalparken ist es nur erlaubt, Caches unmittelbar an Wegen zu verstecken. Auch ist es natürlich tabu, Geocaches in Spechthöhlen, an Horstplätze seltener Brutvögel oder in Moore zu legen, wo die Natur Schaden nehmen kann.

Es gilt also, Vorurteile zu überwinden und neue Kooperationen zu entwickeln. Daher hat sich im Harz der Hannoveraner Geocaching-Experte und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel, mit dem Nationalpark Harz zusammengetan, um eine gemeinsame Umweltaktion zu starten.

Konkret geht es darum, der freien Natur, die die Grundlage des Geocachens ist, etwas zurückzugeben – es wird am 30.4.2015 einen ganzen Tag lang mit vereinten Kräften Zivilisationsmüll im Nationalpark Harz gesammelt. International werden solche Aktionen von den Geocachern CITO-Aktionen genannt – „Cache in, trash out“ oder sinngemäß auf Deutsch: Wer einen Cache in die Natur einbringt, soll als Ausgleich auch Müll wieder herausbringen.

Das Harzer Walpurgistreffen der Geocacher (www.cacherban.de) findet bereits zum 10. Mal statt, und 2015 zum 5. Mal unter dem Vorzeichen des Naturschutzes gemeinsam mit dem Nationalpark. Zu diesen Jubiläen gibt es dieses Jahr sogar einen Sonderstempel der Harzer Wandernadel. Bisher haben sich ca. 120 Geocacher fest angemeldet, bis zu 200 werden erwartet. Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Bundesgebiet.

In Absprache mit dem Nationalpark wurden verschiedene Sammelgebiete definiert, in denen die Geocacher die Hinterlassenschaft vieler Nutzer dieser einmaligen Landschaft einsammeln und zu 10 zentralen Sammelpunkten bringen, wo die prallen Müllsäcke von Revierförstern und Rangern des Nationalparks entgegen genommen werden. Die Aktion startet ab 11 Uhr am Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus (www.torfhaus.info), wo das Arbeitsmaterial und eine Überraschung direkt von den Organisatoren in Empfang genommen werden können. Um 18 Uhr findet der CITO-Event mit einem gemeinsamen Essen in der Bavaria Alm seinen Ausklang, wo auch erstmalig die neue Walpurgis-Coin erworben werden kann.

Besonderer Dank geht an dieser Stelle an die vielen Sponsoren der Aktion, namentlich (in alphabetischer Reihenfolge) cacher-center, cachepodcast, CacheZone, Cache-Kontor, GEOParadise, Garmin, Globetrotter, gocacher, LaserLogoShop, Lost-Place-Shop, LostPlaces4theKingz, dem Team um Taschen-Cito.de, der Harzer Wandernadel und natürlich dem Nationalpark mit seinen unermüdlichen Rangern!

Foto: Geocacher sammeln Zivilisationsmüll am Brocken. Foto Markus Gründel.


Themenhefte „Bach, Graben, Fluss“ und „See und Teich“ in Leichter Sprache für Behinderte mit Lernschwierigkeiten für die Schüler der Liv-Ullmann-Schule Wernigerode

zur Übergabe der o.g. Themenhefte durch den Nationalpark Harz und die Lebenshilfe Wernigerode, die beide an der Erarbeitung der Themenhefte mitgewirkt haben, möchten wir Sie gern einladen:

Zeit: Donnerstag, den 23.4. 2015 um 14:00 Uhr
Ort: Natur-Erlebniszentrum HohneHof in Drei Annen-Hohne

Das Projekt „Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser“ wurde von EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, initiiert. Das Projekt fußt auf einer seit 2009 bestehenden Kooperation zwischen EUROPARC Deutschland und der Bundesvereinigung Lebenshilfe im Rahmen des Freiwilligenprogramms „Ehrensache Natur“. In den ersten Jahren bestanden die gemeinsamen Aktionen vor allem in praktischen Arbeitseinsätzen zum Wohle der Natur. Darauf fußend gibt es seit Jahren eine gute Zusammenarbeit zwischen den Partnern. So haben der Nationalpark Harz und die Lebenshilfe Wernigerode gGmbH neben dem Bau und der dem Anbringen von Nisthilfen auch gemeinsame Arbeitseinsätze im Bereich der Gewässerpflege organisiert.

Das jetzige Projekt „Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser“ fördert das Naturwissen und -bewusstsein sowie das Engagement für Naturschutz und biologische Vielfalt in der Zielgruppe Menschen mit geistiger Behinderung. Ein Baustein dieses Projekts war die Erarbeitung von Themenheften in Leichter Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung zu den Wasserlebensräumen „Bach, Graben und Fluss“, „See und Teich“ sowie „Meer und Küste“. Durch Lernangebote in Leichter Sprache zu verschiedenen Wasserlebensräumen in Nationalen Naturlandschaften werden Menschen mit geistiger Behinderung darin unterstützt, Natur(schutz)wissen und Kompetenzen zu erwerben, zu vertiefen und in der Praxis anzuwenden. Da zukünftig auch der Lebensraum Wasser im Natur-Erlebniszentrum HohneHof des Nationalparks Harz durch Lernangebote, auch für Menschen mit Behinderung, mehr an Bedeutung gewinnen soll, ist der HohneHof ein guter Ort für die Übergabe der Themenhefte.

Das Projekt „Lebensraum Wasser“ wurde mit dem Förderpreis des Deutschen Naturschutzpreises 2013 ausgezeichnet, der vom Bundesamt für Naturschutz als Träger und Jack Wolfskin als Stifter ausgelobt wird. Es ist Teil des Vorhabens „Vielfalt (er)leben ohne Barrieren“ zur Weiterentwicklung von Barrierefreiheit und Inklusion in Nationalparken, Biosphärenreservaten und Naturparken in Deutschland. Förderer dieses Vorhabens ist die Aktion Mensch.


Freiwilliger Einsatz im Nationalpark – Pflanzen für einen naturnahen Bergwald

In den Wochen vom 19.4. - 2.5.2015 pflanzt die Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“ gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt e.V. im Revier Rehberg des Nationalparks Harz insgesamt 5000 standortheimische Buchen und Schwarzerlen im Voranbau. Ziel ist es, den ökologischen Umbau instabiler Fichtenwälder hin zu natürlichen Buchenmischwäldern zu fördern.

Unter der Anleitung der ProjektförsterInnen Anna Helms und Matthäus Holleschovsky sowie unter der Regie der Revierleiter des Nationalparks Harz werden über 40 Freiwillige aus ganz Deutschland Rotbuchen unter den lichten Schirm der labilen Fichten-Althölzer pflanzen und Schwarzerlen in Feuchtbereichen und im Umgriff von Bächen setzen. Um eine natürliche Entwicklung des Waldes in der Waldentwicklungszone der Fichtenwälder im Nationalpark Harz möglich zu machen, ist es weiterhin nötig, Initialpflanzungen mit standortsheimischen Laubhölzern durchzuführen.

Ein wichtiges Anliegen dieser Einsatzwochen ist es, den Nationalparkgedanken und die Bedeutung sowie die Vielfalt unserer Wälder erlebbar zu machen. Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, dazu: „Die Teilnehmer lernen aktiv die wichtigen Funktionen des Waldes und seine Artenvielfalt kennen und leisten in dieser abwechslungsreichen Wochen einen persönlichen Beitrag zu dessen Erhalt.“

Engagement der Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“

Seit 2010 unterstützt die Umweltstiftung Yves Rocher zusammen mit dem Bergwaldprojekt e.V., welches seit 20 Jahren mit Freiwilligeneinsätzen für den Wald vor Ort ist, dieses wichtige Vorhaben des Nationalparks. Bei den Einsatzwochen 2010 bis 2014 wurden bereits insgesamt 25 000 standortsheimische Laubbäume gepflanzt, um die ökologische Waldentwicklung zu fördern.

Das Engagement der Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" im Nationalpark Harz ist Teil der Kampagne "50 Millionen Bäume". Die "Fondation Yves Rocher" hat sich mit dieser Wiederaufforstungs-Kampagne dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 weltweit 50 Millionen Bäume zu pflanzen. Rund 35 Millionen Bäume hat die Stiftung der Kosmetikmarke Yves Rocher bereits gepflanzt. Zum Beispiel in Indien, Brasilien, Senegal und Äthiopien.

Ziel: Natur Natur sein lassen

Der Mensch lernt so das Nationalparkmotto „Natur Natur sein zu lassen“ aus erster Hand! Für diese wichtigen Ziele engagiert sich die Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“ gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt e.V. und dem Nationalpark Harz auch in der Zukunft!

Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2000 Menschen in die Natur. 2015 finden 90 Projektwochen an 45 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt.
Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den TeilnehmerInnen die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.

Weitere Informationen
Kontakt am Projektort
1. Woche: Bergwaldprojekt e.V., Projektleiterin Anna Helms
0151/15851076
2. Woche: Bergwaldprojekt e.V., Projektleiter Matthäus Holleschovsky
Tel. 0157/73817286
Umweltstiftung Yves Rocher
Sabine Fesenmayr, Leiterin Public Relations & Developpement Durable
Tel. +49 711 7834-155, Fax +49 711 7834-400
Email: Sabine.Fesenmayr@yrnet.com

Nationalpark Harz
Dr. Friedhart Knolle, Presse, Marketing & Regionalentwicklung
Tel. 03943/5502-32 & 0170/22 09 174
e-mail info@nationalpark-harz.de
www.nationalpark-harz.de 

Peter Naumann
Projektförster und Öffentlichkeitsarbeit Bergwaldprojekt e.V.
Tel. 0831/ 512 7635, Mobil 0171/ 207 2265
presse@bergwaldprojekt.de  , www.bergwaldprojekt.de 
 


Schwalben-Wanderausstellung des NABU zu Besuch in der Nationalparkverwaltung in Wernigerode

Wernigerode. Zum Thema Schwalben und schwalbenfreundliche Häuser wird im Foyer der Nationalparkverwaltung Harz in Wernigerode seit dem 15.4.2015 eine Wander-Ausstellung des NABU präsentiert. Die Ausstellung kann von Mo – Fr zu den Bürozeiten besichtigt werden.

Zusammen mit den NABU-Gruppen in Sachsen-Anhalt zeichnet der NABU-Landesverband jetzt ab Mai landesweit wieder schwalbenfreundliche Hausbesitzer und ihre Immobilie mit einer Plakette aus.

Bewerben können sich Hausbesitzer, die die wendigen Flugkünstler dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich um ein Wohnhaus, Bauernhof oder Industriegebäude handelt.

Der NABU-Kreisverband Harz ruft alle Schwalbenfreunde auf, bei der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ mitzumachen. Wer mit den Schwalben in enger Nachbarschaft lebt oder deren Ansiedlung fördert, kann sich um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben.

Das Bewerbungsformular kann auf der Internetseite des NABU Sachsen-Anhalt herunter geladen werden. Der ausgefüllte Antrag ist zusammen mit Fotos des Hauses einzuschicken an den

NABU-Landesverband Sachsen Anhalt
https://sachsen-anhalt.nabu.de/aktionen-und-projekte/aktionen/schwalbenfreundlicheshaus.html
Schleinufer 18a
39104 Magdeburg

oder an die

NABU-Kreisgruppe Harz
Kapitelsberg 36
38855 Wernigerode.

Anl. Foto frei mit dieser PI, Foto: Nationalpark Harz.


UNSER HARZ April: Vor siebzig Jahren: Todesmärsche im Harz; Brauchtum und seltsame Berufe im Oberharz – alte und neue Bräuche auf hoher Ebene; Goethe im Kopf und Uta im Herzen; Offener Brief: Das Bodetal bei Thale; EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland; Die Stolberger Damenkapelle; Mobilität mit dem Harzer Urlaubs-Ticket HATIX – warum nicht auch in Niedersachsen?

Clausthal-Zellerfeld. Vor 70 Jahren im April gab es im Harz die brutalen Todesmärsche, an die noch an vielen Orten Stelen oder Gedenktafeln erinnern. Mehr als alle Fakten kann vielleicht die hier vorgestellte Geschichte das unfassbare Grauen dieser Todesmärsche vermitteln.

Harzer Brauchtum: Was ist echt, auch in dem Sinne, dass es heute noch Inhalt hat und gelebt wird, was ist „Folklore“ für die Touristen und was ist inzwischen überholt? In Bildern und kurzen Begleittexten werden die Harzer Bräuche hier beschrieben und reflektiert.

Rolf Denecke, der über lange Zeit auch als Schriftleiter dieser Zeitschrift fungierte, hat sich auch selbst schriftstellerisch betätigt, nicht nur in historischen Schriften, sondern auch als Erzähler und Lyriker. Finden Sie hier Anregungen, seinem Werk zu begegnen.

In einem Offenen Brief wenden sich die Naturschutzverbände des Kreises Harz und die länderübergreifende GFN gegen eine Verschandelung des schönen Bodetals durch eine geplante weithin sichtbare Aussichtsplattform mit Baumwipfelpfad.

Eine weitere Information der regionalen Naturschutzverbände schließt sich an, da gegen Deutschland ein EU-Vertragsverletzungsverfahren anliegt wegen unzureichenden Naturschutzes, wovon auch Wälder in der Region Braunschweig und dem Harz betroffen sind. Auch Niedersachsen verstößt gegen EU-Recht und deutsche Gesetze, um Schäden von geschützten Lebensräumen und Tierarten fernzuhalten - eine Information von Karl-Friedrich Weber.

Im letzten Teil der Serie über die Stolberger Damenkapelle wird erläutert, was einen Kuhhirten ausmachte, außerdem folgt ein Kapitel über die Ziegenhaltung in Stolberg.

Das Nationalparkforum berichtet über die durchschlagenden Erfolge für den Harzer Busverkehr mit dem HATIX-Touristenticket, leider bislang noch immer nur in Sachsen-Anhalt. Eine Ausweitung dieser Initiative auf Niedersachsen und Thüringen wäre sehr wünschenswert. Warum hat die Politik die Grundlagen für solch ein erfolgreiches nachhaltiges Verkehrsmodell insbesondere für die Harzgäste noch nicht geschaffen?

Auf der Rückseite von UNSER HARZ stellen sich im Monat April die Höhlenwohnungen in Langenstein vor.

Foto des Busses "Der Ilsetaler" im System des HATIX , Foto Harzer Verkehrsbetriebe.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12; Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1


Sensationelle Wende - Peter Gaffert verzichtet im laufenden Wahlkampf auf Winterberg-Skialpinum

Wernigerode. Sensationelle Wende: Peter Gaffert hat sich anders entschieden - nach den Erfahrungen vom niedersächsischen Wurmberg erklärt er:

"Ich glaube nicht, daß es Sinn macht, in Schierke alpinen Wintersport zu etablieren. Die Voraussetzungen sind nicht gegeben. Es gäbe noch stärkeren Verkehr und es käme nicht mehr Geld in die Kassen".

>>> das war nur ein Zitat aus 1994. Tempora mutantur - und die Menschen mit ihr. >>> siehe hier


EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland

Königslutter, den 25.03.2015 - Arbeitsgemeinschaft Wälder der Region Braunschweig der Naturschutzverbände BUND, NABU, Greenpeace

Unzureichender Naturschutz auch in Wäldern der Region Braunschweig hat jetzt die EU-Kommission veranlasst, ein Vertragsverletzungsverfahren wegen unzureichender Sicherung durch Unterschutzstellung von Natura-2000-Gebieten einzuleiten. Am Ende könnten eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof und erhebliche Strafzahlungen auch für Niedersachsen stehen.
Seit Jahren verstößt auch Niedersachsen in dramatischer Weise gegen EU-Recht und deutsche Gesetze. Dabei geht es nicht nur um die unzureichende Sicherung dieser Schutzgebiete durch Naturschutzverordnungen, sondern auch um die bereits eingetretenen Schäden an geschützten Lebensräumen und Populationen streng geschützter Tierarten.
Insbesondere die alten Eichen- und Buchenwälder in den Schutzgebieten des Netzes Natura-2000 der Region Braunschweig haben sich nach Erkenntnissen der AG Wälder in ihrem Erhaltungszustand stark verschlechtert. Großkahlschläge, Entwässerungen, Totholznutzung und Bodenzerstörungen durch die Forstwirtschaft vor allem im öffentlichen Wald sind Ausdruck dieser Übernutzung.
Für Natura-2000-Gebiete existieren ganz überwiegend bisher weder rechtskonforme Schutzverordnungen, noch abgestimmte Managementpläne, wie sie durch die europäische FFH-Richtlinie seit zwei Jahrzehnten vorgeschrieben sind. Die derzeitige forstwirtschaftliche Nutzung ist demzufolge weder ordnungsgemäß, noch entspricht sie in den überwiegenden Fällen einer guten fachlichen Praxis.
„Eine derartige Situation wäre für mich noch vor Jahren undenkbar gewesen“, so der Sprecher der AG Wälder und ehemalige Forstbeamte Karl-Friedrich Weber. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass Beamte des Landes auch rechtskonform handeln. Schließlich haben sie einen Diensteid geleistet, in dem sie sich verpflichtet haben, nach Recht und Gesetz zu arbeiten.“
Die Verbände BUND, Greenpeace und NABU, die sich in der AG Wälder zusammengeschlossen haben, fordern alle verantwortlichen Institutionen auf, diesen unerträglichen Zustand unverzüglich zu beenden.

Verantwortlich i.S.d. Pressegesetzes:
Karl-Friedrich Weber
Sprecher der AG Wälder der Region Braunschweig


500 Mio. Jahre Harzgeschichte in 50 Minuten – der GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen stellt sich vor

Clausthal-Zellerfeld. Der Harz und sein nördliches Vorland sind in ihrer Entstehungsgeschichte und der heutigen Erscheinung weltweit einzigartig. Wegen der Vielfalt auf engstem Raum liegt hier „Die klassische Quadratmeile der Geologie“. Doch der geologische Untergrund ist nicht nur einfach da, sondern er entscheidet über die hier lebenden Pflanzen und Tiere, und von ihm hängt das menschliche Tun ab – seit Jahrtausenden. Reiche Erzvorkommen führten schon früh zu intensivem Bergbau. Nationalpark, Naturpark und UNESCO-Welterbe sind nur einige Prädikate in der Region.

Der Geologe Dr. Friedhart Knolle stellt diese reichhaltige Geologie, aber auch den GeoPark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen vor, im dem er seit langem aktiv mitarbeitet.

Zeit: Donnerstag, 26.3.2015, 19:00 Uhr
Wo? Museumscafe Sti(e)lbruch, Bäckerstraße 7, 38678 Clausthal-Zellerfeld

Foto: Geologie und Bergbau hängen im Harz eng zusammen. Foto Horst Scheffler


Gut besuchte Rangertagung im Nationalpark Harz – War der erste Ranger der Welt ein Harzer?

Braunlage - Sankt Andreasberg. Etwa 140 Teilnehmer waren in die Tagungsstätte Internationales Haus Sonnenberg in Sankt Andreasberg gekommen – bisheriger Rekord in der Geschichte des Verbands. Vom 18. - 20. März 2015 stand das Tagungsmotto „Die Rückkehr von Luchs und Wolf – eine neue Herausforderung für den Naturschutz“ im Mittelpunkt der Fachtagung 2015 des Bundesverbands Naturwacht e.V. Schirmherr war Minister Stefan Wenzel, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

An die Begrüßung der Tagungsteilnehmer im Internationalen Haus Sonnenberg durch dessen Geschäftsführer Horst Weiher, Gustl Bock und Henning Möller, die beiden Leiter der Nationalparkwacht Harz, und Frank Grütz, den 1. Vorsitzenden des Bundesverbands Naturwacht e.V., schlossen sich eine Halbtagesexkursion in das Odertal, die Mitgliederversammlung und ein Abendvortrag von Dr. Friedhart Knolle an.

Am nächsten Tag überbrachte Ministerialrat Norbert Burget, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Grußworte für beide Länder-Umweltministerien, also auch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt – im Nationalpark Harz ist diese länderübergreifende Arbeit bereits Normalität. Anschließend sprachen Stefan Grote, Bürgermeister der Stadt Braunlage, Andreas Pusch, der Leiter des Nationalparks Harz, Werner Grübmeyer, der Vorsitzende des Nationalpark-Beirats, und Meike Hullen, für die Ranger zuständige Fachbereichsleiterin im Nationalpark Harz.

Die großen Beutegreifer standen dann am Nachmittag auf dem Programm. Über das Harzer Luchsprojekt vom Beginn bis zu den aktuellen Entwicklungen referierte Ole Anders, der Leiter des Luchs-Wiederansiedlungsprojekts, gefolgt von Thomas Schwerdt und Norbert Rinke vom Regionalen Umweltbildungszentrum Nationalpark Harz, die handlungsorientierte Stationsarbeit zum Wolf vorstellten. Über die Rückkehr der großen Beutegreifer als Herausforderung und Chance für Ranger referierte Jochen Grab, der Leiter des Nationalparkdienstes im Nationalpark Berchtesgaden. „Märchen und Wirklichkeit – der Umgang mit dem Wolf in der Praxis“ war das Thema von Nico Brunkow, Ranger im Naturpark Schlaubetal, Brandenburg. Der Umgang mit dem Wolf ist praktisch überall unproblematisch – das berichtete auch der Geschäftsführer des Verbandes, Jan Brockmann, aus der Lüneburger Heide im Rahmen der Pressegespräche. Der Schweizerische Nationalpark und seine 100-jährige Geschichte stand im Mittelpunkt d
es Referats von Fadri Bott, Leiter der Nationalparkwacht im Schweizerischen Nationalpark. Es schloss sich ein Regionaler Abend an, an dem die Tagungsteilnehmer die Tafel mit ihren regionalen Köstlichkeiten deckten.

Der abschließende Freitag war mit Fachexkursionen gefüllt – Themen waren die großräumigen Prozessschutzflächen im Eckertal entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzgebietes mit Besichtigung des Luchsgeheges und des Hauses der Natur in Bad Harzburg, weitgehend unberührte Buchen-Naturwaldflächen bei Herzberg-Lonau im Südharz mit Besichtigung des Schaugeheges für Auer- und Birkhühner und der Rangerstation Lonau sowie der Goetheweg zum Brocken mit Besichtigung des Brockenhauses und Erläuterungen zur deutsch-deutschen Grenzgeschichte und zum Mauerfall und Abstieg über den Königsberger Weg nach Schierke.

Interessante historische Aspekte brachte Werner Grübmeyer, der Vorsitzende des Nationalpark-Beirats, in die Tagung ein. Er erinnerte daran, dass im Harz bereits 1990 in einer konzertierten Aktion auf dem Brocken und auf dem Goetheweg die ersten Ranger – damals noch Hochharzwacht bzw. Brocken-Naturschutzwarte genannt – eingesetzt wurden, um den Besucherstrom zum und auf dem Brocken zu betreuen. Die Grenzöffnung stellte hier gemeinsame deutsch-deutsche Aufgaben, die schon sehr früh gemeinsam bewältigt wurden. Er blickte dann weiter zurück in die Geschichte auf „Rocky Mountain Harry“, wie der erste Nationalparkranger der Welt, Harry Yount, genannt wurde. Aber war Harry auch der erste Naturwächter? Offenbar nein. Werner Grübmeyer lenkte die Aufmerksamkeit auf die nahegelegene Baumannshöhle in Rübeland, eine der ältesten Schauhöhlen der Welt. Besucher sind spätestens im 16. Jh. nachgewiesen und erste Führungen gab es im 17. Jh. Als Fürst Rudolf August von Braunschw
eig und Wolfenbüttel feststellte, dass Schäden durch Tropfstein-Diebstahl und Verunstaltungen den Wert der Höhle erheblich beschädigten, ließ er den Eingang mit einem Tor verschließen und wies per Erlass dem Rübeländer Bergmann Hans Jürgen Becker das alleinige Privileg zu, zukünftige Höhlenführungen zu veranstalten. Wenn man so will, war die Höhle damit das erste Naturdenkmal und Becker der erste Ranger in einem Schutzobjekt, vielleicht sogar der erste weltweit. Denn neben den Führungen musste er für den Erhalt der Schönheit dieser Tropfsteinhöhle sorgen und jedermann zur Bestrafung anzeigen, der sich unberechtigt in der Höhle aufhielt. Nun war zwar der Begriff „Naturschutz“ damals noch nicht kreiert, aber die Unterschutzstellung der Höhle geht aus der Bestallungsurkunde hervor, die der Herzog am 10. April 1668 ausstellte. Sie enthielt alle Regelungen einer modernen Naturschutz-Verordnung: Beschreibung des Schutzobjekts, des Schutzzwecks, Aufstellung der verbo
tenen Handlungen, Androhung bestimmter Strafen und Zuweisung der Zuständigkeit.

Foto der Tagungsteilnehmer von Jan Brockmann


Fünftes Sankt Andreasberger Kräuterseifenseminar

Donnerstag, 9. April 2015, 10:00 Uhr bis ca. 13:00 Uhr
Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1

Lernen Sie das einfache Herstellen von tollen Kräuterseifen mit heimischen Kräutern auf der Basis von Bio-Kernseife!
Viele Heimische Wildkräuter, aber auch Gartenpflanzen, lassen sich bestens für selbstgemachte Seifen verwenden, wenn man sie kennt und einzusetzen weiß.
Leitung: Joachim Garella, der Oberharzer Seifensieder
Kosten pro Person 25,- €.
Darin enthalten: Einführungsvortrag, ca. 250 g. selbst hergestellte Kräuterseife, Mittagsimbiss und Getränke.
Anmeldung und Info: Tel. 05582/923074
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, sollten sich Interessierte rechtzeitig anmelden.

Fotos: Auch Schafgarbe lässt sich prima für Seife verwenden (Foto: Walter Wimmer).


Was bleibt 70 Jahre nach der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora? – Der Verein „Jugend für Dora“ e.V. startet sein Gedenkprojekt „Fahnen der Erinnerung“

Nordhausen. Vor 70 Jahren befreiten amerikanische Truppen das KZ Mittelbau-Dora. Aus diesem Anlass organisiert der Verein Jugend für Dora e.V. in der zweiten Aprilwoche ein Gedenkprojekt zur Erinnerung an die ehemaligen Außenlagerstandorte des Lagerkomplexes Mittelbau.

Unter dem Titel „Fahnen der Erinnerung“ setzen die Mitglieder des Vereins erstmals in allen Gemeinden, in denen zwischen 1944 und 1945 KZ-Außenlager eingerichtet waren, sichtbare Gedenkzeichen. Ab 7. April 2015 stellen sie an zentralen Orten insgesamt 31 „Fahnen der Erinnerung“ in einem einheitlichen Design auf. Ergänzend geben 35 Bodenaufkleber historische Informationen zu den jeweiligen Außenlagern und den Todesmärschen im Zuge ihrer Räumung. Mit diesem Projekt wird erstmals und gleichzeitig auf alle ehemaligen Außenlagerstandorte in der gesamten Harzregion öffentlich aufmerksam gemacht.


Ziel dieses Projekts, das in allen Gemeinden gleichzeitig stattfinden wird, ist es, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die geografische Ausdehnung des KZ-Komplexes Mittelbau zu schaffen. Damit wird auch die Allgegenwärtigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen im ländlichen Raum deutlich. Der Verein zeigt mit diesem Projekt, dass das Gedenken an die Befreiung der Mittelbau-Lager nicht nur den Ort der heutigen KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, sondern die gesamte Harzregion betrifft.


Besonders fre
uen sich die Vereinsmitglieder über die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Doris-Wuppermann-Stiftung sowie durch fast alle beteiligten Gemeinden. Mit diesem Engagement machen sie öffentlich deutlich, dass sie sich der Geschichte der KZ-Außenlager vor Ort als Teil ihrer Regionalgeschichte bewusst sind und das Gedenken an das Leid der Häftlinge bewahren.

Über den Verlauf des Projekts informiert der Verein „Jugend für Dora“ e.V. ab sofort auf einer eigens angelegten Internetseite: Unter
www.fahnendererinnerung.wordpress.com können alle die Anbringung der Fahnen und Bodenaufkleber aktuell mitverfolgen. Zudem stellt der Verein am Sonntag, 12. April 2015 um 15 Uhr die Ergebnisse des Projekts im Bürgerhaus der Stadt Nordhausen öffentlich vor. Zu dieser Veranstaltung sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Foto: “Jugend für Dora” e.V. - Einige Mitglieder des Vereins “Jugend für Dora” mit der ersten “Fahne der Erinnerung” am ehemaligen Lagerbahnhof des KZ Mittelbau-Dora.


UNSER HARZ März: Großfeuer Harzburger Hof – Gute Einsatzvorbereitung zahlt sich aus! Neues von der Baumannshöhle: Entdeckung, Bernhard Lange und die NS-Zeit; Amtsstube und Ritterhaus – Erinnerungen an ein vergessenes Stück Alt-Walkenried; Die Stolberger Damenkapelle Teil 8 – Rinderhaltung in Stolberg; Nationalparkforum: Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle ist Kooperationspartner des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Clausthal-Zellerfeld. Im Mai jährt sich der Brand des Harzburger Hofs, der kurz zuvor häufig in den Schlagzeilen aufgetaucht war, weil sein derzeitiger Besitzer dieses denkmalwürdige Gebäude herunterkommen ließ. Nachdem es schon kleinere Zimmerbrände gegeben hatte, war von der Feuerwehrleitung Bad Harzburg ein Einsatzplan für einen Brandfall angeregt worden, der zum Glück zur Verfügung stand, als es schließlich tatsächlich zu diesem Großbrand kam. Veröffentlicht ist hier vom Autor Uwe Fricke der Einsatzbericht der Bad Harzburger Feuerwehr über die Abläufe am 21. Mai 2014 und in den Tagen danach.

Als man in der NS-Zeit ein passendes Datum für eine 400-Jahr-Feier in Rübeland suchte, wurde kurzerhand das Jahr 1536 als Entdeckungsjahr der Baumannshöhle erfunden – ebenso willkürlich wie vorher auch der Name ihres Entdeckers. Denn der „Bergmann Baumann“ hat ebenso wenig gelebt wie der „Ritter Ramm“ in Goslar. Doch wann wurde die Baumannshöhle tatsächlich entdeckt? Schon 1668 musste sie wegen Raubbaus unter Schutz gestellt werden, im 18. Jh. war sie neben dem Brocken die bekannteste Attraktion des Harzes, im Krieg war sie Luftschutzraum erster Qualität, auch Rüstungsproduktionsort? Die Antwort auf diese Frage gibt der Autor Dr. Friedhart Knolle.

Das Gerichtsgebäude in Walkenried, das heute die Samtgemeinde beherbergt, hatte zwei Vorgänger, wie der Exkurs von Fritz Reinboth in die Ortsgeschichte Walkenrieds belegt.

Im 8. Teil der Serie über die Stolberger Damenkapelle wird über die Art der Rinderhaltung speziell in Stolberg berichtet, wo es noch heute eine „Kuhviehhaltende Gemeinde“ gibt.

Das Nationalparkforum berichtet noch einmal über das Jugendwaldheim
Brunnenbachsmühle und wie dort die Partnerschaft mit dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ umgesetzt wird.

Neuigkeiten aus dem Harz und eine Literaturschau runden das Heft ab.


Schülerinnen und Schüler auf die Rückkehr der Wölfe vorbereiten - Bildungsangebot des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Nationalpark Harz findet großen Anklang

Wernigerode – Sankt Andreasberg. Der Wolf ist im Harz angekommen – zumindest in der Presselandschaft. Emotional geht es oft zu, wenn rund um eine mögliche Rückkehr des großen Beutegreifers diskutiert wird. Keine Überraschung, denn in Niedersachsen mehren sich die Hinweise auf Einzeltiere oder Rudel mit Welpen. Es scheint daher eine Frage der Zeit zu sein, wann der Wolf auch in der Harzregion nachgewiesen wird.

Um im Vorfeld Aufklärungsarbeit jenseits von Klischees und Vorurteilen zu betreiben, hat das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz eine Stationsarbeit entwickelt, an Hand derer Schülerinnen und Schüler das Leben der Wölfe erforschen können.
Das Programm wird derzeit für die Klassenstufen 3/4 sowie 5/6 angeboten und ist so konzipiert, dass sich die Inhalte an den Kerncurricula orientieren.

Neben der Lebensweise des Wolfes beschäftigen sich die Schüler auch mit dem Körperbau, den Sinnesleistungen, dem Jagdverhalten sowie mit der Rolle des Wolfes im Märchen. Schutzmaßnahmen für Nutztiere und das Verhalten gegenüber Menschen werden ebenfalls thematisiert. „In der Diskussion um die Rückkehr des Wolfes ist eine sachgerechte Aufklärung unerlässlich, fernab von Dramatisierung oder andererseits auch romantischen Vorstellungen. Gerade Schüler gehen sehr offen an die Thematik heran und wollen sich ihr eigenes Bild vom Wolf machen“, erläutert Thomas Schwerdt, Leiter des RUZ.

Seit Beginn des Programms vor zwei Jahren haben bereits über 600 Schülerinnen und Schüler das Wolfsprogramm des RUZ kennengelernt. Die stetig steigende Nachfrage ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bedarf nach einem Bildungsangebot rund um den Wolf auch in den Schulen der Region gesehen wird.

Foto: Thomas Schwerdt


Offener Brief zum Schutz des Bodetals

Gemeinsam handeln für den unverbauten Erhalt einer einmaligen Naturschönheit Sachsen-Anhalts – das Bodetal bei Thale!

Das Durchbruchstal der Bode bei Thale ist durch wildromantische Felsformationen und steile Schluchtwälder, durch seltene Pflanzen und Tiere charakterisiert und durch die Kraft der wilden Bode gestaltet. Mit mehreren Wanderwegen ist diese für die deutschen Lande  nördlich der Alpen einmalige Naturlandschaft gut für den sanften Tourismus erschlossen. Der gewaltige Felsenkessel ist Natur pur und ungeachtet der Nähe von pulsierendem Verkehr, geschäftigem Wirtschaftsleben und randnahem Massentourismus bislang frei geblieben von  technischer  Verbauung und Vernutzung durch den Menschen. Genau das macht den einmaligen Wert der Bodetallandschaft bei Thale aus. Nachhaltig wirtschaften bedeutet, diese unverbaute Naturlandschaft auch für kommende Generationen zu erhalten, die bestehenden umweltrechtlichen Grenzziehungen für Massentourismus nicht niederzureißen. 

Der unverbauten Ur-Natur des Bodetals droht  jetzt ganz große Gefahr. Nur wenige Meter vom Steilabhang des Roßtrappenplateau bzw. von der  Naturschutzgebietsgrenze entfernt soll ein technisches Großbauwerk errichtet werden – eine Aussichtsplattform von mehr als  100 m Länge, die von 11 Stahlstützen mit einer Höhe von 10 bis 25 m getragen wird. Planerisch wird von jährlich 36 000 bis 48 000 Nutzern dieses Aussichtspunkts ausgegangen. Bedingt durch seine Funktion ist dieses Bauwerk nicht durch Baumkronen des Harzwaldes verdeckt, sondern es wird – wenn es realisiert wird – von allen Aussichtspunkten rings um den Felsenkessel des Bodetals das Bild der unverbauten Naturlandschaft zerstören und verdeutlichen, dass man sich hier über die Natur hinweg setzt und z. B. das schützende Bauverbot in einem Landschaftsschutzgebiet leichtfertig aufgehoben hat, um wirtschaftlichen Bestrebungen nachzugeben, die weniger Umweltbildungsziele, sondern Ziele des Massentourismus verfolgen. 

Um Zustimmung für den Bau der geplanten Aussichtplattform erhalten zu können, wurde diese durch den Vorhabensträger in das „Gewand“ eines Baumwipfelpfades gekleidet, der Wissen über naturnahe Waldwirtschaft und vor allem Natur- und Umweltschutz vermitteln soll. Diese Argumentation macht es nich jedem leicht zu erkennen, dass es sich im konkreten Fall um einen „Etikettenschwindel“ handelt. Die Realisierung des Vorhabens am vorgesehenen Standort  würde das Gegenteil von nachhaltigem Natur- und Umweltschutz darstellen. Es würde dem Ansehen von Sachsen-Anhalt dauerhaft schaden und  dem richtig verstandenen Naturtourismus Abbruch zufügen.  

Wir – die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung der Naturschutzverbände des Harzkreises - sprechen uns daher gegen dieses Vorhaben aus. Wir richten an alle Entscheidungs- und Verantwortungsträger sowie an alle Bürger unseres Kreises in dieser Angelegenheit den Appell: Lassen Sie nicht zu, dass  eine für ganz Deutschland einmalige  Naturlandschaft durch ein nicht notwendiges technisches Großbauwerk im hohen Maße irreversibel geschädigt wird. Lassen Sie nicht zu, dass der bestehende Landschaftsschutz entwertet oder aufgehoben und ein europäisches Arten-Schutzgebiet in seiner Funktionsfähigkeit beschädigt wird. Lassen Sie sich bei Ihren Entscheidungen vom Grundsatz der Nachhaltigkeit leiten – unsere Naturreichtümer müssen auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen. Korrigieren Sie schon getroffenen Entscheidungen, die diesem Grundsatz nicht entsprechen. Wir fordern die Landesregierung auf, in keiner  Form  Landeswaldflächen für das Bauvorhaben zur Verfügung zu stellen bzw. dafür Landeswald zu verkaufen.

Wernigerode, den 21. Februar 2015

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands e. V. (BUND), KG Harz 

M. Jede

Bund  für Natur und Umwelt e. V.
(BNU) 


Dr. W. Wandelt

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), KG Harz


Dr. G. Karste

Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e. V. (GFN) 

T. Schwarzenberger


Vögel und Vogelforschung im Nationalpark Harz

Caren Pertl, die Ornithologin des Nationalparks nimmt uns mit in die Vogelwelt des Nationalparks Harz. Sie stellt die besonderen Arten des Harzes ebenso vor wie laufende Monitoringprogramme und deren aktuelle Ergebnisse. Uns erwartet ein Abend voller Spechte, Eulen, Kreuzschnäbel und anderer „Juwelen“ wie Schwarzstorch, Wanderfalke und Ringdrossel.

Ort: Nationalparkhaus, Erzwäsche 1, Sankt Andreasberg
Zeit: Freitag, 27. Februar, 19.30 (ca. 1,5h)
Eintritt freiwillige Spende

Fotos: Zur Beringung gefangene Ringdrossel auf dem Brocken (Foto Caren Pertl)
Ringdrossel auf dem Brocken (Foto Kim Stey)


UNSER HARZ Februar: „Stolberg im Talgrund, wie prangst du so traut“ – Volksmusikpflege in Stolberg/Harz; Einiges über die Goldschmiedefamilie Uder, die im 17. und 18. Jahrhundert in Osterode tätig war, sowie einen kostbaren Pokal; Der Vergangenheit verpflichtet, in die Zukunft gewandt – Museumsarbeit im Spannungsfeld von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; „Die Stolberger Damenkapelle“, Teil 7, Gneis – das Gestein des Jahres 2015 gibt es auch im GeoPark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen

Clausthal-Zellerfeld. Lieder und Tänze hatten in Stolberg eine lange Tradition, die noch etliche Jahre nach der Wende gelebt wurde, bis sie schließlich aufgrund von Überalterung durch veränderte wirtschaftliche Verhältnisse und Mobilität zum Erliegen kam. Heute zeugt davon noch die „Straße der Lieder“, der Weg zwischen dem Schindelbruch-Resort und dem Josephskreuz, mit einzelnen Stationen, an denen zum Verweilen und Singen eingeladen wird. Ein Bericht von Ernst Kiehl, Quedlinburg.

In Osterode war eine namhafte Goldschmiedefamilie ansässig. Über ihr Leben und ihre Werke hat die Autorin Ingrid Kreckmann eine Fülle an Informationen zusammengetragen, besonders auch über das Arbeiten mit Gold und Silber.

Museumsarbeit wird besonders interessant und anschaulich, wenn sie den Bezug zwischen gestern, heute und morgen vermittelt. Das Oberharzer Bergwerksmuseum stellt sich zu diesem Ansatz immer wieder neue Fragen – Helmut Radday hat dazu einen spannenden Beitrag geliefert.

In der Serie über die Stolberger Damenkapelle von Siegfried Oppermann wird diesmal die Rinderhaltung im Harz historisch beleuchtet.

Das Nationalparkforum berichtet über den Gneis, der zum Gestein des Jahres erklärt wurde. Es gibt ihn im Harz als Eckergneis, wo seine Entstehung vor ca. 400 Mio. Jahren begann. Im Umland sind auch ortsfremde Gneise zu finden - als Großgeschiebe oder Findlinge aus den skandinavischen Eismassen der Eiszeiten. Ein Bericht von Heinz-Gerd Röhling, Hans-Joachim Franzke und Friedhart Knolle.

Anl. Foto mit geologischen Karten und Rissen zur Verbreitung des Eckergneises im Nationalpark Harz und einem Handstück dieses wohl ungewöhnlichsten Gesteins des Harzes von H.-J. Franzke frei mit dieser PI.


NAJU Osterferienfreizeit im Harz – Pressemitteilung – 10.02.2015
Die geheimnisvollen Arboletier - 3 Tage Wildnisfreizeit vor Ostern

Sankt Andreasberg– In den Osterferien, vom 26.03. bis 28.03.2015, lädt die NAJU Niedersachsen Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren im Rahmen des Projektes „Wildwärts - Kinder und Jugendliche unterwegs in der Natur“ zu einer rätselhaften Naturfreizeit in den Harz ein.
Wer sind die Arboletier und warum brauchen sie unsere Hilfe? Schaffen wir es, das Rätsel zu lösen, sie zu finden und ihnen zu helfen? Drei Tage lang werden wir viel im Wald sein und uns mit Abenteuerkarte und Kompass gerüstet auf Spurensuche der Arboletier begeben. Jeder kann seinen geheimen Lieblingsplatz entdecken, einen Schatz finden und - die Arboletier kennen lernen. Wenn es kalt wird, besuchen wir das Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, das vom NABU betrieben wird. Außerdem werden am Lagerfeuer leckere Wald-Mahlzeiten zubereitet.
Die Kosten für die Freizeit betragen 30 € (25 € für NAJU-Mitglieder) - inklusive pädagogischem Programm, Übernachtung und Verpflegung. Die Freizeit wird gefördert von Aktion Mensch und der Hanns R. Neumann Stiftung.

Für Anmeldungen oder bei Fragen melden Sie sich bitte telefonisch bis zum 23.02. unter 0511-9110530 oder per E-Mail info@naju-niedersachsen.de bei der NAJU Landesgeschäftsstelle.

HINTERGRUND NAJU Niedersachsen
Die NAJU ist die eigenständige Jugendorganisation des Naturschutzbundes NABU. Sie ist eine der größten Jugendumweltorganisationen Deutschlands; in Niedersachsen beträgt die Mitgliederzahl derzeit über 9.100. Alle Mitglieder sind im Alter bis 27 Jahre. Die NAJU Niedersachsen gliedert sich in 66 Kinder- und Jugendgruppen, die auf Kreis- oder Ortsebene aktiv sind. Hierbei engagiert sich die NAJU für Natur- und Umweltschutz-Programme, die von den Kindern und Jugendlichen erfolgreich durchgeführt werden. Des Weiteren kooperiert die NAJU mit zahlreichen Schulen und anderen Kinder- und Jugendorganisationen.

HINTERGRUND „Wildwärts-Kinder und Jugendliche unterwegs in der Natur“
Seit Mai 2013 führt die Naturschutzjugend NAJU Niedersachsen ein Modellprojekt durch, welches von Aktion Mensch e.V. gefördert wird, um Kinder wieder mehr in Kontakt mit der wilden Natur Niedersachsens zu bringen.
Anstatt ihre Freizeit beim Klettern in Bäumen oder Staudämme Bauen zu verbringen, haben Kinder heute oft Schulstress, verbringen den Tag in Betonwüsten oder hocken vor dem Computer. Dafür verantwortlich ist auch der Umstand, dass es zu wenige Angebote in der Natur gibt, die sich an Kinder richten. Grund dafür ist häufig, dass es an Menschen fehlt, die sich zutrauen, solche Angebote zu machen. Denn mit Kindern in die Natur zu gehen, bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Rechtliche Fragen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Akquise von Kooperationen und Finanzmitteln sind mehr als ein engagierter Ehrenamtlicher nebenbei leisten kann. Deshalb wurden im Rahmen des Projekts in vier Regionen vier Regiobetreuerinnen eingesetzt, die diese Unterstützung liefern und die Umweltbildungsarbeit vor Ort koordinieren.

Einen besonderen Aspekt des Projekts stellt die Inklusion dar. Das Modul „Natur für alle zugänglich machen“ bietet Multiplikatoren die Möglichkeit, Fähigkeiten zu erlernen, insbesondere Kinder mit Lernbehinderungen und Aufmerksamkeitsdefizitstörungen an ihren Umweltbildungsangeboten teilhaben zu lassen.

Foto des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg von Walter Wimmer frei mit dieser PI.


Nationalpark zählt Luchse – Bislang größtes Wildtierkameraprojekt des Harzes steht kurz vor dem Abschluss

Wernigerode. „Wie viele Luchse gibt es im Harz?“ Diese Frage hören die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung beinahe täglich. Eine einfache und nachvollziehbare Frage. Allerdings ist deren Beantwortung mehr als anspruchsvoll. Die dämmerungs- und nachaktiven Katzen entziehen sich durch ihre relative Seltenheit und die versteckte Lebensweise fast allen klassischen Zähl- und Schätzverfahren, die bei anderen Arten angewendet werden.

In der Diskussion um den Luchs im Harz hilft es nicht weiter, am Schreibtisch vage Bestandesschätzungen zu erstellen, sinnvoll sind nur klare Fakten. Seit September 2014 standen daher insgesamt 120 Wildtierkameras, auch Fotofallen genannt, an ausgesuchten Harzstandorten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Das Projekt wurde mit Fördermitteln aus beiden Bundesländern unterstützt. Das Untersuchungsgebiet von rund 800 Quadratkilometern sollte zunächst zu gleichen Teilen östlich und westlich der Landesgrenze liegen. Datenschutzbedenken aus dem Land Sachsen-Anhalt führten dann jedoch zu einer deutlichen Verschiebung nach Westen, so dass im Ostharz nur die Flächen des Nationalparks mit einbezogen werden konnten.

Das Ziel der Maßnahme war die systematische Erfassung des Luchsbestandes. Seit ein paar Jahren gibt es auf dem Markt zu erschwinglichen Preisen selbstauslösende Kameras zu kaufen, die vor allem bei Jägern zur Überwachung von Hirschen und Wildschweinen beliebt sind. In der Schweiz und im Bayerischen Wald erzielten Forscher damit zuletzt recht verlässliche Ergebnisse bei der Zählung der Luchse. Den Wissenschaftlern kommt zugute, dass Luchse über eine individuell sehr unterschiedliche Fleckenzeichnung verfügen. Auf Bildern können sie so sicher auseinander gehalten werden.

Nachdem die Qualität der Methode feststand, bereitete die Nationalparkverwaltung mehrere Jahre lang ein entsprechendes Projekt zur Bestandserfassung im Harz vor. Im Sommer 2014 war es dann so weit. Zusammen mit den Harzer Förstern und Jägern wurden 60 Kamerastandorte ausgewählt und ab September mit jeweils zwei Kameras bestückt, um gleichzeitig beide Körperseiten vorbeilaufender Luchse fotografieren zu können. Bis Januar 2015 entstanden insgesamt 4333 Tierbilder, darunter 268 Aufnahmen von Luchsen. „Eine sehr gute Ausbeute“, freut sich der Koordinator des Luchsprojekts Ole Anders.

„Zunächst hatten wir Sorge, dass sich die relativ wenig oder klein gefleckten Harzer Luchse nicht sicher genug unterscheiden lassen würden“. Aber eine erste Sichtung des Bildmaterials macht auch in diesem Punkt Hoffnung. „Wir müssen nun jedes einzelne Luchsbild mit allen anderen abgleichen, um dann aus dem Ergebnis eine statistisch abgesicherte Luchsdichte für unser Untersuchungsgebiet errechnen zu können“, so Anders. Diese Tätigkeit wird die Forscher noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Ganz nebenbei tappten eine Reihe anderer Tierarten in die Fotofallen. Rund 240 mal konnten Wildkatzen fotografiert werden. Außerdem entstanden etliche kuriose Bilder von neugierigen Füchsen, Hirschen, Wildschweinen und Co.

Anl. Foto frei mit dieser PI. Foto Nationalpark Harz. Weitere Fotos auf Nachfrage gern.


Mit oder ohne Schnee – Winterferien am HohneHof

Mit Beginn des Monats Februar beginnen für die Schulkinder in Sachsen Anhalt die Winterferien. Zwei Wochen lang ist Gelegenheit, um die Winterfreuden zu genießen. Leider lässt sich das Winterwetter noch nicht fest einplanen und somit lädt das Naturerlebniszentrum HohneHof zu einem vielfältigen Programm ein, das sowohl im Schnee, aber auch im warmen Haus viel Freude bereitet. So treffen sich alle kleinen Naturforscher am Dienstag, den 3. Februar um 11.00 Uhr am Parkplatz Drei Annen Hohne zu einer kleinen Wanderung rund um den HohneHof und gehen der Frage nach „Winterschlaf, Winterruhe oder Winterspack – wie überleben die Tiere des Waldes die langen Wintermonate?“ Die Wanderung endet am HohneHof, wo man sich dann wieder aufwärmen und stärken kann.
Am Mittwoch ist Ranger-Tag, wo man je nach Wetter und Interesse am und im HohneHof viel Wissenswertes erfahren und entdecken kann oder sich an der Feuerschale leckeres Stockbrot bereitet.
Am Donnerstag wird ab 11.00 Uhr zum Basteln und Papierschöpfen eingeladen. Wer hier Interesse hat sollte sich möglichst vorher unter der Telefon-Nummer 039455 / 8640 anmelden, doch sind auch Kurzentschlossene herzlich willkommen.
Ein ähnliches Programm wird auch in der zweiten Ferienwoche angeboten, doch sind kurzfristige Änderungen je nach Wetterlage noch möglich. Aktuelle Hinweise gibt es im Internet unter www.nationalpark-harz.de  oder bei Facebook. Wir freuen uns auf euren Besuch!

03.02.15 – 11:00 Uhr „Winterschlaf , Winterruhe oder Winterspeck?
Überlebensstrategien von Tieren im Winter“, Wanderung (2-3h), Treff am Parkplatz DAH

04.02.15 – 14:00 Uhr Rangertag am HohneHof

05.02.15 – ab 11:00 Uhr Papierschöpfen & Basteleien mit Naturmaterialien
Treff im Natur- Erlebniszentrum HohneHof

10.02.15 – 11:00 Uhr „Wanderung um den HohneHof“ oder „Bau von fantasievollen Schneefiguren“
Treff am HohneHof

11.02.15 – 10:00 Uhr   Tierspurensuche mit dem Ranger ( Beginn in Schierke )
- 14:00 Uhr Rangertag am HohneHof

12.02.15 – ab 11:00 Uhr Basteln und Spielen mit der ganzen Familie
Treff im Natur- Erlebniszentrum HohneHof


Neue Harzliteratur in der Baumannshöhle vorgestellt –
reges Interesse über und unter Tage in Rübeland und Elbingerode


Rübeland. Reges Treiben herrschte am 24. Januar in der Baumannshöhle, als auf Einladung des Landesamts für Geologie und Bergwesen (LAGB) und des Landesheimatbunds Sachsen-Anhalt neue Harzliteratur vorgestellt wurde – etwa 100 Teilnehmer waren gekommen. Cathleen Hensel, die Betriebsleiterin der Rübeländer Tropfsteinhöhlen, begrüßte die Teilnehmer im Goethesaal der Höhle. Für die Stadt Oberharz am Brocken sprach der stellvertretende Bürgermeister Roland Krebs ein Grußwort und stellte fest, dass kaum eine andere Stadt im Harz so vielfältig in ihrer Geschichte und Geologie sei – beherbergt sie immerhin gleich zwei Besucherbergwerke und zwei Schauhöhlen. Dr. Albrecht von Kortzfleisch, der Ehrenvorsitzende des Harzklubs, setzte diesen Gedanken in launigen Worten fort, war er doch gerade aus dem sog. Unterharz bei Goslar über den Oberharz bei Elbingerode in den Unterharz nach Rübeland gefahren – denn genau so gliedern die Geographen und Bergleute den Harz.

Kurt Schnieber, der Präsident des Landesamts für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, stellte sodann die geotouristischen Karten des Landes vor und natürlich insbesondere die neue Karte des Elbingeröder Komplexes. In ihr wird eines der geotouristisch und montanhistorisch attraktivsten Gebiete des Harzes in übersichtlicher Form dargestellt. Verzeichnet sind hier 140 Ziele, die den außerordentlichen Reichtum des Elbingeröder Komplexes an sehens- und schützenswerten geowissenschaftlichen und montanhistorischen Objekten auf vergleichsweise engem Raum abdecken. Genannt seien hier Schauhöhlen und Besucherbergwerke, Aufschlüsse devonischer Vulkanbauten und fossiler Korallenriffe oder Betriebe der Rohstoffwirtschaft. Bei der Zusammenstellung der Ziele standen diese Punkte im Vordergrund, an denen die Besucher geologische, montanhistorische oder kulturhistorische Objekte näher studieren können. Die neue Karte gibt damit Anregungen für Wanderungen, Exkursionen, Reisen und Besuchsplanungen, die ein gezieltes Kennenlernen dieser reizvollen Harzregion ermöglichen. Dr. habil. Helmut Weller von der Ernst Moritz-Arndt Universität Greifswald ergänzte den Vortrag mit einer spannenden Darstellung der Entstehungsgeschichte der Geologisch-Montanhistorischen Karte des Elbingeröder Komplexes – denn es dauerte Jahrzehnte, bis das heutige Wissen um die Geologie in einer Karte dargestellt war. Eine Veröffentlichung wäre in der DDR aufgrund der übertriebenen Geheimhaltung gar nicht möglich gewesen.

Anschließend präsentierten Cornelia Wewetzer und Prof. Dr. Eckhard Oelke vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt ein neues Buch. Es enthält das breite Spektrum des anhaltischen Harzes als Kulturraum und die Ergebnisse von zwei regionalgeschichtlichen Tagungen in Harzgerode 2011 und 2012. Die Ergebnisse von insgesamt 12 Vorträgen sind nun zusammengefasst im neuen Band 58 der Reihe des Landesheimatbunds „Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts“. Mit dem Schwerpunkt auf dem historischen Montanwesen beleuchten die neuen Forschungsergebnisse verschiedenste Facetten der wechselvollen Entwicklung dieses Raums vom Mittelalter bis zur jüngsten Vergangenheit. Hierbei wird deutlich, dass diese Region mit der Stadt Harzgerode und ihren Ortsteilen Mägdesprung, Alexisbad und Silberhütte sowie den Erz- und Spatlagerstätten bei Neudorf und Straßberg durchaus ein interessantes Gegenstück zum Oberharz darstellt.
Geologie, Bergbau und Kulturraum ergänzen sich im Harz ideal und führen immer wieder zu neuen Forschungsergebnissen – das stellte in seinem Schlusswort Dr. Bodo-Carlo Ehling vom LAGB fest.
Im Anschluss an die Vortragsveranstaltung fanden geführte Exkursionen durch die Baumannshöhle, in die Tagebaue und das Kalkwerk Rübeland der Fa. FELS sowie in die Besucherbergwerke Büchenberg und Drei Kronen & Ehrt statt.

Dr. Friedhart Knolle


Wärmstes Jahr auf dem Brocken seit Beginn der Aufzeichnungen – der Nationalpark Harz im Klimawandel

Wernigerode – Brocken. Das vergangene Jahr 2014 brach alle bisherigen Wärmerekorde: durchschnittlich 5,1 °C betrug die Lufttemperatur des Brockens. Dieser warme Winter 2014/2015 liegt im Klimatrend. Zwar gibt es immer noch Stimmen, die sagen „Hatten wir früher auch schon“. Aber das stimmt so nicht mehr – ein Blick auf die Temperaturkurve des Brockens lässt schnell klar werden: hier verändert sich etwas. Es wird immer wärmer.



Vorgeschichte

1896 wurde die erste Walpurgisnachtfeier auf dem Brocken veranstaltet. Im gleichen Jahr schrieb der schwedische Physiker Arrhenius, dass Treibhausgase, speziell CO2, das Klima der Erde verändern können – das bei der massenhaften Verfeuerung von Kohle und Öl freigesetzte Kohlendioxid werde die Temperaturen weltweit um bis zu 6 °C ansteigen lassen. Arrhenius sah das damals positiv – man rechnete mit Weinanbau in Nordeuropa und vielem mehr. Die kritischen Folgen wurden erst im darauffolgenden Jahrhundert klarer.

Wir wissen also schon sehr lange, wo die Ursache des Klimawandels liegt. Die Brockhaus-Enzyklopädie vermerkte 1970 unter dem Stichwort „Kohlendioxid“: „Die Zunahme des Kohlendioxidgehaltes der Luft, etwa 13 % in den letzten 100 Jahren, führt wegen verstärkter Absorption der von der Erdoberfläche abgestrahlten Infrarotstrahlung zu einer allmählichen Erhöhung der Durchschnittstemperatur der Lufthülle (etwa 0,5 °C in den letzten 100 Jahren)". Wir nennen es heute den Treibhauseffekt.

Bau der Wetterwarte

Der Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken erfolgte 1895 – seitdem haben wir verlässliche Klimadaten von diesem Berg und können den Klimawandel sehr genau verfolgen. Mehrere Institutionen messen im Harz, z.B. der Deutsche Wetterdienst (DWD), der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt (www.talsperren-lsa.de) oder die Harzwasserwerke (www.harzwasserwerke.de) – daher verfügen wir über eine gute Datengrundlage. Der DWD betreibt auf dem Brocken eine sog. Klimareferenzstation, d.h. eine mit Personal besetzte Station seines hauptamtlichen Messnetzes, die jahrzehntelange und ununterbrochene Klimabeobachtungen vorweisen kann. Insgesamt unterhält der DWD 12 solcher Klimareferenzstationen, die über einen langen Zeitraum (möglichst in den kommenden 100 Jahren) mit einheitlicher überwiegend konventioneller Messtechnik die Klimaveränderung erfassen sollen.

Stürme und Tropentage

Am 13. November 1972 brausten über das norddeutsche Flachland Windböen mit teilweise bis zu 170 km/h hinweg – diesem sog. „Niedersachsen-Orkan“ (Quimburga) fielen europaweit über 50 Menschen zum Opfer. Wie wir heute wissen, waren das deutliche Vorboten des Klimawandels – sie wurden damals nur noch nicht so interpretiert.

Bereits in den 1990er Jahren wurde im Rahmen der Borkenkäferdiskussionen im Harz angemerkt, dass in unserem Mittelgebirge die Zahl der Tropentage, d.h. der Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur von über 30 °C, zunimmt. Die aktuelle Borkenkäferentwicklung ist weltweit und auch im Harz hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Geschwindigkeit auch auf die globale Erwärmung zurückzuführen.

Warm wie nie…

2003 war es dann auf dem Brocken so warm wie noch nie. Die Wetterstation Brocken meldete am 12.8.2003 eine Maximaltemperatur von 28,2 °C – damit wurde die aus 1992 stammende Rekordtemperatur eingestellt. Bemerkenswert ist außerdem, dass dort an drei Tagen hintereinander die 25 °C-Marke überschritten wurde. Das hatte es auf dem Brocken noch nie zuvor gegeben. Der DWD nannte es das „Superjahr 2003“ – die Jahresmitteltemperatur aller deutschen Stationen war um 1,2° C wärmer als üblich und im Durchschnitt aller Stationen fielen 25 % Niederschlag weniger als im langjährigen Mittel.

2005 lagen auf dem Brocken die durchschnittlich gemessenen Temperaturen um 0,7 °C über dem statistisch zu erwartenden Wert. Am 20.7.2006 überschritt die Temperatur auf dem Brocken erneut die Marke von 28 °C. Insgesamt war der Juli 2006 der heißeste seit Menschengedenken registrierte Juli im Harz. Ebenfalls ungewöhnlich warm waren der Winter 2006/2007 und das Frühjahr 2007. Der April 2007 war der wärmste je auf dem Brocken gemessene April. 2011 war auf dem Brocken mit 4,8 Grad insgesamt 2 Grad zu warm und mit 1989 das wärmste Jahr seit 116 Jahren. Der 20. August 2012 war mit einer Spitzentemperatur von 29 °C der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Das vergangene Jahr 2014 brach den Wärmerekord: durchschnittlich 5,1 °C betrug die Lufttemperatur des Brockens.

Auch die bisher in zahllosen Brockenbüchern und anderen Veröffentlichungen über unseren höchsten norddeutschen Berg zitierten Durchschnittstemperaturen sind überholt. Heute liegt der Jahresdurchschnittswert bereits bei über 4 °C – und er steigt weiter.

Weitere Daten

Wer sich über die Harzer Messwerte informieren möchte, dem steht u.a. die Webseite www.wetteronline.de mit den Wetterstationen Braunlage und Brocken zur Verfügung. Benachbarte Stationen der engeren und weiteren Nationalparkregion sind z.B. Wernigerode, Quedlinburg und Osterode. Mit der Funktion „Rückblick“ kann man Messwerte der vergangenen Jahre abrufen.


Nationalparkhaus-Team rettet Zweifarb-Fledermaus

Braunlage/Sankt Andreasberg. Der Hilferuf kam aus der Jugendherberge Braunlage. Dort hatte sich eine Fledermaus verflogen, war ins Gebäude gelangt und hing nun hoch oben im Treppenhaus. Nachricht und Foto erreichten die Fledermaus-Experten Wolfgang Rackow vom NABU Osterode und Siegfried Wielert, die das Tier als Zweifarbfledermaus erkannten – die farbenprächtigste heimische Fledermaus-Art. Weil man sich im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg ebenfalls schon lange mit Fledermäusen beschäftigt, lag es nahe, von dort aus im Nachbarort zu helfen. So fuhren Ursel Morgenstern und Walter Wimmer mit kleinem Pappkarton und Handschuhen nach Braunlage. Eine Leiter war schnell geholt und Ursel Morgenstern konnte die Fledermaus – ein Männchen – vorsichtig von der Wand abnehmen. „Für solche Fälle haben wir unseren Fledermausstollen am Nationalpark haus“, erklärt die langjährige Leiterin von Fledermauswanderungen.

Unverzüglich wurde die Fledermaus im Stollen ausgesetzt, wo sie sich selbst krabbelnd einen Hangplatz an der Decke suchte. Eine knappe halbe Stunde später kreiste das Tier zur Mittagszeit bei Temperaturen um null Grad vor dem Stollenmundloch und flog dann in Richtung Süden davon. Zweifarb-Fledermäuse gehören zu den relativ kältetoleranten Arten, von denen bekannt ist, dass sie auch im Winter gelegentlich ihr Quartier wechseln, sodass sich die Experten um dieses Tier keine Sorgen machen.

„Grundsätzlich sind aber in Winterquartieren von Fledermäusen jegliche Störungen zu vermeiden, da der Energieverlust, der mit dem Aufwachen verbunden ist, durch fehlende Nahrung zum Tod der Tiere führen kann“, erklärt Ursel Morgenstern. Über diese und viele andere Aspekte rund um das Thema Fledermaus wird eine neue Dauerausstellung im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg informieren, die im Oktober dieses Jahres eröffnet wird.

Foto: Die befreite Zweifarb-Fledermaus in der Jugendherberge Braunlage (Foto Walter Wimmer).


Fischtreppen in Wernigerode – Regionale Vernetzung für praxisnahe Ausbildung: Wasserbau-Workshop beim Nationalpark Harz

Hildesheim – Wernigerode. So wie Autobahnen mit Fangzäunen den Wildwechsel für Rehe, Füchse und Hasen unmöglich machen, so können Querbauwerke in Flüssen und Bächen Fischen und aquatischem Kleingetier die nötigen Wanderungen buchstäblich ver„wehr“en. Wehre müssen gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie für Wanderungen von Fischen durchgängig gemacht werden, sonst droht ein Artensterben, weil die Wanderungen für viele Fische zum Lebenszyklus dazu gehören.

Der Nationalpark Harz mit Hauptsitz in Wernigerode versteht sich als Vorreiter ökologischen Denkens und Handelns. Was liegt da näher, als dort einen Workshop für Hildesheimer Bauingenieur-Studierende der HAWK (Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft) mit Vertiefungsrichtung „Wasser und Verkehr“ durchzuführen und sich diesem Thema intensiv zu widmen?

Schon im laufenden Wintersemester legte Prof. Dr.-Ing. Axel Stödter Studierenden der Fakultät Bauen und Erhalten Grundlagen der Flussrenaturierung nahe. Die Fischaufstiegsanlagen, landläufig als Fischtreppen bekannt, schaffen diese Möglichkeit und tragen zum Erhalt der Artenvielfalt in den Gewässern bei.

Professor und Studierende der HAWK fuhren für zwei Tage nach Wernigerode zur Nationalparkverwaltung Harz, um zunächst einen konsequenten, neuen Blick auf Ökosysteme und Umweltbelastungen zu erhalten, fachkundig vorgetragen von Dr. Friedhart Knolle, der dies mit konkreten Beispielen unterlegte. Nun folgte die Praxis: Die Hildesheimer erarbeiteten anschließend Lösungsvorschläge für Fischaufstiegen an Plänen, die ihnen für konkrete Stellen an den Gewässern der Region von Otfried Wüstemann, dem Fischsachverständigen des Fachbereichs Naturschutz beim Nationalpark Harz, bereitgestellt wurden. Wüstemann war es auch, der maßgeblich daran beteiligt war, dass nahezu 40 Fischtreppen in und um Wernigerode realisiert werden konnten, so dass er daraus geeignete Projekte für die Studierenden auswählen konnte.

Am Ende des Workshops stellten die Studierenden ihre Ergebnisse vor. Direkt danach schloss sich eine Exkursion an, die mehrere der Standorte in Augenschein nahm. Hier wurden die Studierenden erstmals mit den tatsächlich gebauten Lösungen der ihnen vorgelegten Standorte konfrontiert. Hier zeigte sich, dass die Studierenden aus der Vielzahl möglicher Lösungen oft diejenige favorisierten, die sie an den Gewässern auch vorfanden.

HAWK wie auch die Nationalparkverwaltung, deren wichtige Aufgabe neben der Fortentwicklung des Parks auch die Wissensvermittlung ist, werteten den Workshop als vollen Erfolg und wollen ihn bei sich bietender Gelegenheit wieder anbieten.

Anl. Fotos frei mit dieser PI, Fotos: Prof. Stödter:

Bild 1: Studierende des Fachs Wasserwirtschaft und Wasserbau an der HAWK in Hildesheim begutachten eine Fischaufstiegsanlage in dem Flüsschen Holtemme in der Ortslage von Wernigerode. Nationalparkmitarbeiter Otfried Wüstemann (2. von rechts) erläutert Planung, Bau und Betrieb.

Bild 2: Von dem Wehr an einer ehemaligen Schokoladenfabrik im Wernigeröder Stadtteil Hasserode wurden den Studierenden Pläne vorgelegt, anhand derer sie selbst eine Fischaufstiegsanlage planen konnten. Erst auf der Exkursion danach sahen sie die realisierte Lösung und konnten sie mit der eigenen vergleichen.


UNSER HARZ Januar 2015: Das Schickert-Werk in Bad Lauterberg – ein Kapitel Harzer Rüstungs- und Industriegeschichte; Novalis und der Harz; Spätburgunder aus Quedlinburg; Die Stolberger Damenkapelle 6; Ameisen und Luchse – das Haus der Natur in Bad Harzburg: Interaktive Walderlebnisausstellung mit Luchs-Info Harz und Formicarium

Clausthal-Zellerfeld. Die Firma Otto Schickert & Co. KG in Bad Lauterberg war in der NS-Zeit ein streng geheimes militärisches Projekt zur Herstellung von hochprozentigem Wasserstoffperoxid, das für verschiedene Einsatzmöglichkeiten in der Luftwaffe und der Marine benötigte wurde. Zahlreiche Zwangsarbeiter waren hier eingesetzt. Während sich in der Bevölkerung Bad Lauterbergs der Glaube hielt, dass in der Firma Seifenerzeugnisse hergestellt würden, bestand ab Januar 1945 sogar der Plan, hier chemische Kampfstoffe zu erzeugen – er wurde aber offensichtlich nicht mehr umgesetzt.

Novalis, oder, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, wurde auf Schloss Oberwiederstedt am östlichen Harzrand geboren. Obwohl jung gestorben, hat er viele schriftliche Zeugnisse und Denkanstöße hinterlassen und dem Harz das Lied „Der ist der Herr der Erde“ geschenkt.

Spätburgunder aus Quedlinburg – ein Text, der die „Republik Harz“ propagiert: Er bietet reichlich Denkanstöße für unsere Region.

Der 6. Teil der Serie über die Stolberger Damenkapelle beschäftigt sich mit der Rolle der Kuh als Zugtier und dem Geläut, das – kunstvoll gestimmt – Hütehilfe und Eigentum des Kuhhirten war.

Im Nationalparkforum wird das Haus der Natur in Bad Harzburg vorgestellt, das mit seiner interaktiven Walderlebnisausstellung, dem prächtigen Luchsdiorama, dem größten Formicarium Deutschlands, Filmen und nicht zuletzt seinem gut bestückten Shop immer einen Besuch – ganz besonders mit Kindern – wert ist.

Anl. Foto frei mit dieser PI: Nationalparkleiter Andreas Pusch in der Luchs-Informationsstelle im Haus der Natur. Foto: Nationalpark Harz.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1.