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Aktuell 2022


Luchsin Pamina ist tot

Das 17 Jahre alte Tier musste in der vergangenen Woche wegen einer Erkrankung eingeschläfert werden.

 

Wernigerode, 27. September 2022. Die älteste Luchsin, die im Nationalpark-Luchsgehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg gehalten wurde, musste in der vergangenen Woche eingeschläfert werden. Die 2005 geborene Pamina kam als noch sehr junge Luchsin in den Harz. Sie stammte aus dem Heimattiergarten Fürstenwalde bei Berlin und war von der Biologin Melanie Nehring im Rahmen eines Förderprojektes in Rheinland-Pfalz mit der Flasche großgezogen worden.

Da damals lange keine dauerhafte artgerechte Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden konnte, erklärte sich der Nationalpark Harz bereit, das handzahme Tier zu übernehmen. 2006 zog die Luchsin zusammen mit dem ebenfalls sehr jungen Männchen Tamino in einen neu gestalteten Gehegeteil an der Rabenklippe ein. Im Mozartjahr 2006 war es nur naheliegend, dass auch ihr Partner einen Namen aus der Operette „Die Zauberflöte“ erhielt.

Pamina war 2009 wegen eines Knochenturmors operiert worden

2009 wurde Pamina wegen eines Knochentumors unter der Schädeldecke an der Tierärztlichen Hochschule Hannover operiert. Die Operation verlief recht gut, dennoch blieben leichte motorische Beeinträchtigungen zurück, die sich im Laufe der Jahre nach und nach verschlechterten.

Tamino kam 2018 bei einem Sturm ums Leben, bei dem mehrere große Bäume entwurzelt wurden und in das Luchsgehege hineinfielen. Seither lebte die gehandicapte Pamina allein in ihrem Gehege. Zuletzt wollte sie dann allerdings nicht mehr fressen. Bei einer Untersuchung im Pfotenland in Harlingerode wurde festgestellt, dass die Luchsin unter erheblichen entzündlichen Veränderungen im Kiefer und im Hals-Rachenraum litt und trotz Behandlung von einer Verbesserung nicht mehr auszugehen war.

Das Luchs-Schaugehege an der Rabenklippe

Das Luchs-Schaugehege an der Rabenklippe ist Teil des Wiederansiedlungsprojekts für Luchse im Harz. Im Rahmen des Harzer Luchsprojektes wurden zwischen Sommer 2000 und Herbst 2006 im Nationalpark Harz insgesamt 24 Luchse (9 Männchen und 15 Weibchen) in die Freiheit entlassen. Alle ausgewilderten Tiere sind Gehege-Nachzuchten aus europäischen Wildparks, die vor der Freilassung in einem vier Hektar großen Auswilderungsgehege im Nationalpark in den neuen Lebensraum eingewöhnt worden waren.

Inzwischen hat sich der Luchs im Harz wieder etabliert und es liegen aus nahezu allen Teilen des Mittelgebirges Luchsbeobachtungen vor. Im Sommer 2002 gelang erstmals der Nachweis von wildgeborenen Jungtieren im Harz. Seither kam in jeder Saison Nachwuchs zur Welt – Schätzungen ergeben insgesamt rund 200 in freier Wildbahn geborene Luchse in den ersten 15 Jahren nach Projektstart.

Einzelne Tiere konnten bereits etliche Kilometer außerhalb des Harzes beobachtet werden und haben beispielsweise im hessischen Kaufunger Wald bei Kassel und im niedersächsischen Solling neue Bestände gegründet. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind Harzer Luchse mittlerweile außerhalb des Harzes unterwegs.

Weitere Informationen zum Harzer Luchs-Projekt gibt es auf der Internetseite www.luchsprojekt-harz.de/   

FOTO: Die 2005 geborene Pamina kam als noch sehr junge Luchsin in den Harz. Sie stammte aus dem Heimattiergarten Fürstenwalde Da damals lange keine dauerhafte artgerechte Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden konnte, erklärte sich der Nationalpark Harz bereit, das handzahme Tier zu übernehmen. Foto: Nationalpark Harz


Vortrag Dr. Friedhart Knolle: 6.000 Jahre Bergbau im Harz und der Wandel von der Natur- zur Kulturlandschaft

Wernigerode. Im Rahmen der Sonderausstellung des Harzmuseums Wernigerode "KLIMA - MENSCH - VERÄNDERUNG - LANDSCHAFT IM WANDEL" hält der Geologe Dr. Friedhart Knolle am 30.9.2022 um 18.00 Uhr den öffentlichen Vortrag: "6.000 Jahre Bergbau im Harz und der Wandel von der Natur- zur Kulturlandschaft".



Der Harzraum ist eines der ältesten Bergbau- und Industriegebiete Mitteleuropas. Schon vor 6.000 Jahren gab es hier Feuersteinbergwerke und in der Bronzezeit vor über 3.500 Jahren begann der Abbau von Kupfermineralen. Sogar Kriege wurden um diese Schätze geführt – nach Ansicht einiger Forscher war es der Metallreichtum, der Karl den Großen im Zuge der Sachsenkriege veranlasste, den Harzraum dem Fränkischen Großreich einzuverleiben. Später brachte insbesondere die Gewinnung von Blei, Kupfer und Silber eine Blüte der Stadt Goslar und der Oberharzer Bergstädte. Dieser Reichtum an bergbaulicher Kultur und Fachwerk ist noch heute zu erleben – nicht umsonst sind die Städte Goslar und Quedlinburg, der Rammelsberg und auch die Oberharzer Wasserwirtschaft sowie die Luther-Gedenkstätten in Eisleben heute Teil des UNESCO-Welterbes der Menschheit.

Doch der Bergbau hatte eine Kehrseite – Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie die Luft und auch Flora, Fauna und der Mensch wurden hier über lange Zeit stark mit Metallen belastet, insbesondere im Umfeld von Clausthal-Zellerfeld, Goslar und Langelsheim. Tiere und Pflanzen wurden ausgerottet und die artenreichen Buchen- und Mischwälder des Harzes wichen artenarmen Fichtenmonokulturen. Diese Tatsache stellt die Kehrseite des UNESCO-Welterbes im Harz dar.

Raubbau und Naturlandschaft – und trotzdem eine chancenreiche Zukunft – wie passen diese Nutzungskonflikte zusammen? Folgen Sie dem Referenten Dr. Friedhart Knolle, auf einer Zeitreise durch 6.000 Jahre Bergbaugeschichte im Harz. Eintritt frei, zahlreiche Gäste sind herzlich willkommen.

Foto: Förderwagen an der ehemaligen Grube Drei Kronen und Ehrt bei Elbingerode-Rübeland, Foto Scheffler.


Klimaschutz und Digitalisierung als Themen für die Zukunft in den Nationalen Naturlandschaften

Berlin/Bayerisch Eisenstein, den 22. September 2022. Nationale Naturlandschaften e. V. schaffte auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung wichtige Impulse für eine digitale Besucherlenkung in den Nationalen Naturlandschaften und positioniert sich als Umsetzungspartner zur Förderung des natürlichen Klimaschutzes.
Das diesjährige Jahrestreffen der Mitglieder von Nationale Naturlandschaften e. V., dem Dachverband der deutschen Nationalparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete bot neben gebietsübergreifenden Themen der Großschutzgebiete und Vereinsaktivitäten Raum für das Thema „Digitale Besucherlenkung in den Nationale Naturlandschaften“, um im Dialog mit Akteuren des digitalen Marktes Chancen der Digitalisierung für den Naturschutz auszuloten.

Die Nationalen Naturlandschaften ziehen für Naturschutz, Klimaschutz und ein nachhaltiges Leben an einem Strang

Viele Schutzgebiete stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Vom Nationalpark Wattenmeer im Norden Deutschlands bis hin zur Biosphärenregion Berchtesgadener Land im Süden kämpfen die Gebiete mit ähnlichen Problemen: Hochwasser und Dürren in Verbindung mit Waldbränden, Fischsterben und verschiedene Tierseuchen oder auch das Fehlen von dringend benötigten qualifizierten Ranger*innen beschäftigen die Nationalen Naturlandschaften bundesweit. Für das aktuelle „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums steht das Bündnis der Nationalparke, Wildnisgebiete, Naturparke und Biosphärenreservate bereits mit eigenen Umsetzungsflächen und Projektideen in den Startlöchern. Im Rahmen des Aktionsprogramms sollen bis 2026 vier Milliarden Euro in den Klimaschutz investiert werden. Auf einem Drittel der Fläche Deutschlands bieten sich die 140 Nationalen Naturlandschaften als Umsetzungspartner an und freuen sich, wenn hier großflächig Lösungsansätze erprobt werden können, die der gesamten Gesellschaft auf dem Weg in die Klimaneutralität helfen.


Bildunterschrift: Vertreter*innen der deutschen Großschutzgebiete auf der Mitgliederversammlung der
Nationalen Naturlandschaften im Nationalpark Bayerischer Wald ©Nationale Naturlandschaften e. V.

 

Digitale Besucherlenkung in den Nationalen Naturlandschaften – Herausforderungen in Chancen wandeln

Die Zeiten, in denen Schutzgebiete ausschließlich dem Erhalt der Natur dienen, haben sich gewandelt. Auch im Naturschutz hat die Digitalisierung Einzug gefunden. Die vielfältigen Herausforderungen, die das Thema mit sich bringt, beschäftigen die Schutzgebiete tagtäglich. Nicht erst seit, aber speziell durch die Corona-Pandemie haben viele Menschen die Natur vor der Haustür wieder schätzen gelernt. Digitale Kartendienste und Reiseführer-Apps ermöglichen heutzutage jedem unmittelbar ein passendes Naturangebot zu finden. Lange hat der Naturschutz den digitalen Wandel nicht bedient, mit der Konsequenz, die Besuchenden in den teils sensiblen Naturschutzbereichen nicht lenken und naturverträgliches Verhalten nicht steuern zu können. Dies stellt die Nationalen Naturlandschaften zum Teil auch heute weiterhin vor große Herausforderungen.

Nationale Naturlandschaften e. V. möchte den Übergang von einfachen analogen Faltkarten und Schildern hin in eine digitale Zukunft begleiten. Als Mittler zwischen den Schutzgebieten und den digitalen Plattformen möchte der Verein Lösungsansätze für die komplexen Herausforderungen finden. Die Fachtagung diente dazu, einen Dialog mit den Akteuren zu führen, Synergien und Potenziale mit den Kooperationspartnern aufzudecken und Raum für einen Austausch untereinander zu schaffen. Ein wichtiges Ziel für die Nationalen Naturlandschaften ist es, gemeinsam fit für die Zukunft zu werden und Herausforderungen in Chancen für den Naturschutz wandeln zu können.

Über das Bündnis Nationale Naturlandschaften

Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) sind das Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Gemeinsam mit den Menschen bewahren sie auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands faszinierende Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft mit Zuversicht nachhaltig. Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ sind die Verbände Nationale Naturlandschaften e. V. und Verband Deutscher Naturparke e. V.

Kontakt:
Nationale Naturlandschaften e. V.
Pfalzburger Str. 43/44 | D-10717 Berlin
Tel. + 49 (0)30 288 78 82-0
www.nationale-naturlandschaften.de
info@nationale-naturlandschaften.de

Bildunterschrift: Vertreter*innen der deutschen Großschutzgebiete auf der Mitgliederversammlung der Nationalen Naturlandschaften im Nationalpark Bayerischer Wald ©Nationale Naturlandschaften e. V.


Großzügige Spende soll helfen, bedrohte Pflanzen auf dem Brocken vor dem Aussterben zu bewahren

Wilfried Störmer, langjähriger Waldführer im Nationalpark Harz, setzt sich aktiv für den Schutz der Naturräume im Harz ein.

Wernigerode, 23. September 2022. Anfang des Jahres spendete Wilfried Störmer aus Bad Harzburg, langjähriger Waldführer im Nationalpark Harz, der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN) zweckgebunden für Biotop- und Artenschutzmaßnahmen auf dem Brocken eine beträchtliche Geldsumme. Der bescheidene Spender bat darum, die genaue Summe nicht zu nennen. Diesen Wunsch möchten die GFN und die Nationalparkverwaltung dem Spender gerne erfüllen.

Mit dem überwiesenen Geld soll auch langfristig sichergestellt werden, dass Pflanzenarten wie die Brockenanemone, das Brockenhabichtskraut oder auch selten Seggen-Arten vor dem Aussterben bewahrt werden.

Aktiver Waldführer, engagierter Naturschützer, passionierter Fotograf



Seit der Ausweisung des Nationalparks und dem Beginn der Wiederinstandsetzungsarbeiten im Brockengarten 1990, ist Herr Störmer regelmäßiger Gast auf dem höchsten Harzberg. Als aktiver Waldführer des Nationalparks ist er aber deutlich mehr als ein Gast. Er setzt sich aktiv für den Schutz der Naturräume im Harz im Allgemeinen und für die konsequente Umsetzung des Prozessschutzes im Nationalpark im Speziellen ein. Als passionierter Fotograf war er an der Entstehung der Bände 6 und 7 „Die Pflanzengesellschaften des Nationalparks Harz“ und am Band 19 „Die Flora des Nationalparks Harz“ aus der Schriftenreihe des Nationalparks beteiligt.

Daher bedankt sich der Leiter des Nationalparks Harz, Dr. Roland Pietsch, indem er mit Herrn Störmer eine besondere Exkursion durch die Naturdynamikzone des Nationalparks unternahm. Die GFN und der Nationalpark Harz bedanken sich aber nicht nur für die Geldspende, sondern auch für sein allgemeines Naturschutzengagement.

Die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V.

Zur Unterstützung der Nationalparkverwaltung Harz und ihrer Projekte wurde die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN) gegründet. Die GFN unterstützt die Umweltbildungsaktivitäten im Harzer Nationalpark und seinen Nationalparkhäusern, die Kinder- und Jugendgruppenarbeit, die Herausgabe von Umweltbildungsmaterialien und -publikationen und vieles mehr. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite unter www.gfn-harz.de/


FOTO: Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (li.) bedankte sich bei Wilfried Störmer mit einer besonderen Exkursion durch die Naturdynamikzone des Nationalparks.
Foto: Gunter Karste, Nationalpark Harz


Zeit für Seele und Sinne im Nationalpark Harz

Natur und Gesundheit auf Torfhaus




Torfhaus. – In der Zeit vom 24. September bis 29. Oktober startet das Nationalpark-Besucherzentrum ein neues Angebot, das Naturerleben mit Entschleunigen und Wohlfühlen kombiniert. Mit allen Sinnen in die wilde Natur um Torfhaus eintauchen, voller Aufmerksamkeit in der Naturdynamik des Nationalparks „baden“, ist das Motto der Veranstaltung, die jeweils samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr in Torfhaus stattfindet.

„Sich selbst überlassene Natur sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken lässt uns aus dem Gedankenkarussell aussteigen und öffnet den Zugang zu unserer eigenen Natur und Wahrnehmung“, verspricht Ina Schoppe, Natur-Resilienz-Trainerin und Leiterin der Veranstaltung. Inspiriert von ihrem Bundesfreiwilligendienst im TorfHaus entwickelte die Naturwissenschaftlerin das Programm mit dem Ziel, Seele und Sinnen mit sanften Impulsen Zeit und Raum zu geben und so Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Auch eine Heidelbeere spielt bei der Exkursion eine wichtige Rolle.

Die Leiterin des Besucherzentrums TorfHaus, Heike Albrecht-Fechtler, freut sich über diese kreative, gesundheitsbezogene Facette der Nationalpark-Bildungsarbeit.

Es werden nur kurze Stecken zurückgelegt (max. 5 km). Warme und bequeme Kleidung sowie Rucksackverpflegung werden daher empfohlen. Das Programm ist kostenpflichtig.

Zeitraum: 24.09. bis 29.10.2022 jeweils Samstag
Dauer: 10.00-14.00 Uhr
Alter: ab 16 Jahren empfohlen
Teilnehmerzahl: mindestens 6 bis maximal 12 Teilnehmende
Treffpunkt: Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, Torfhaus 8, 38667 Torfhaus
Anmeldung: E-Mail: post@torfhaus.info
Telefon: 05320-33179-0

Kosten: € 30,- pro Person


FOTO: Heidelbeere im Nationalpark harz ,Foto: Sebastian Berbalk


Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof lädt am Samstag zum Aktionstag „Herbstanfang“ ein

Das HohneCafe sorgt an diesem Tag mit einer herbstlichen Leckerei für das leibliche Wohl der Gäste.


Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof lädt am Samstag, 24. September,
von 11 bis 16 Uhr zu einem Aktionstag „Herbstanfang“ ein.

Wernigerode, 20. September 2022. Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof lädt am Samstag, 24. September, von 11 bis 16 Uhr zu einem Aktionstag „Herbstanfang“ ein. Der Sommer ist zu Ende und die Natur bereitet sich auf die kalte Jahreszeit vor. Die Tiere fressen sich ein Speckpolster an oder sammeln Nahrungsvorräte, um den Winter zu überstehen. Doch geschieht in dieser Zeit noch viel mehr in der Wildnis des Nationalparks Harz. An den meisten Bäumen erreichen die Samen jetzt ihre volle Reife. Gemeinsam mit den Besucher*innen will das Team des Natur-Erlebniszentrums HohneHof ergründen, auf welche Weise die Samen verbreitet werden und welchen Einfluss dies auf die natürliche Entwicklung des Waldes hat.

Neben den Bäumen treiben auch viele Pilze mit Vorliebe im Herbst ihre Fruchtkörper aus dem Boden. Das nehmen wir zum Anlass, um einen genaueren Blick auf ihre geheime und rätselhafte Lebensweise zu werfen. Sind Pilze Pflanzen oder Tiere? Warum geht es Bäumen besser, wenn sie eine Partnerschaft mit Pilzen eingehen und was ist ein Hexenring? Beim Herbstquiz rund um den HohneHof können die Besucher*innen ihr Naturwissen testen und in der Werkstatt bei der Gestaltung eines Pilzes ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das HohneCafe sorgt an diesem Tag mit einer herbstlichen Leckerei für das leibliche Wohl der Gäste.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter www.nationalpark-harz.de/de/besucherzentren/hohnehof/


Foto: Verena Marten, Nationalpark Harz


Brand am Königsberg im Harz: Brandfläche vermessen - Auswertung ergibt Fläche von maximal 12 Hektar

Wernigerode, 16. September 2022. Im Rahmen ihrer intensiven Nachbereitung hat die Nationalparkverwaltung Harz auch die Fläche des Brandes Anfang des Monats entlang der Strecke der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) vermessen. Eine Befliegung mit einer Drohne und anschließender Auswertung der Luftbilder hat eine Fläche von maximal 12 Hektar ergeben.

Der Leiter der Nationalparkverwaltung, Dr. Roland Pietsch: „Der Brand ist in der Region nachvollziehbarer Weise mit großer Sorge wahrgenommen worden. Während einer Einsatzlage ist dabei durch die Rettungskräfte verständlicherweise nur eine grob überschlägige Schätzung möglich. Umso wichtiger ist es, transparent, offen und faktenbasiert über die abschließend betroffene Fläche zu informieren.“

Die Nationalparkverwaltung Harz hatte den über insgesamt acht Tage andauernden Löscheinsatz nach eigenem Angebot und in enger Abstimmung mit der Einsatzleitung rund um die Uhr unter anderem mit dem Einsatz mehrerer schwerer Forstmaschinen, die kurzfristig aus umliegenden Forstbetrieben zusammengezogen wurden und Wege zu breiten Brandschutzschneisen erweitert haben, unterstützt. In schwierigem und steilem Gelände wurden damit Zuwegungen zum Brandgebiet angelegt. Mehrere Mitarbeiter waren zur direkten Unterstützung der Brandbekämpfung eingesetzt, haben Brandbereiche für die Feuerwehren zugänglich gemacht und Brandherde zur Löschung aus der Luft und vom Boden von Bewuchs freigeschnitten, Ranger*innen haben die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und Besucher*innen über die Lager informiert. Zur Orientierung im Gelände am Boden und aus der Luft wurden den Einsatzkräften geeignete Karten bereitgestellt sowie Einsatzkräfte von ortskundigen Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung in Rahmen von Erkundungen und der Brandbekämpfung in unübersichtlichem und unwegsamem Gelände eingewiesen und geführt. Die Einsatzleitung wurde hinsichtlich der besonderen Herausforderungen des Geländes, wie die Gefahr des Übergreifens des Brandes auf die Moorbereiche auf dem Kamm des Königsberges, sensibilisiert, was im Wesentlichen auch verhindert werden konnte.

Nationalparkverwaltung unterstützt Einsatz

Zu Beginn des Ereignisses hatte sich die Nationalparkverwaltung Harz zügig mit mehreren Kleinbussen im Pendelverkehr am Transport mehrerer hundert Besucher*innen beteiligt, die durch die Sperrung der Bahnstrecke wegen des dortigen Brandes vom Brocken aus mit der Bahn nicht mehr ihre Zielorte zu erreichen vermochten und hat damit für Besucher*innen und Einsatzkräfte im viel befahrenen Einsatzgebiet Sicherheit hergestellt. Von Sonntag bis Freitag hatte die Nationalparkverwaltung gemäß der Absprache mit der Einsatzleitung mit mehreren Mitarbeitern, ausgerüstet mit Wärmebildkameras und Löschrucksäcken zur Identifikation und Löschung evtl. verbliebener Glutnester, durchgehend im Schichtdienst die Brandwache übernommen, die entlang der Bahnstrecke durch die Brandfläche patrouillierte. Die Nationalparkverwaltung selbst war über die gesamte Einsatzzeit im Einsatzgebiet präsent und für die Einsatzkräfte ansprechbar war.

Wie bereits im Rahmen der letzten Lagebesprechung in großer Runde mit den Verantwortlichen aller Einsatzkräfte sowie über die sozialen Medien zum Ausdruck gebracht, „bedanke ich mich im Namen der gesamten Nationalparkverwaltung nochmals ganz herzlich und mit großem Respekt für den nach unserer Wahrnehmung so großartigen und so gut organisierten Einsatz aller Kräfte“, sagt der Leiter der Nationalparkverwaltung.Dem verletzten Feuerwehrmann wünschen wir weiterhin schnelle, gute und vollständige Genesung und bedauern den Unfall während des Einsatzes zutiefst.“ 

Abschließend betonte der Nationalparkleiter noch einmal die Notwendigkeit einer sachlichen Debatte nicht nur über die Brandursache, sondern auch über die Frage der nun notwendigen nächsten Schritte: „Wir werden uns als Nationalparkverwaltung konstruktiv in die Nachbereitung in den entsprechenden Expertenrunden einbringen, damit wir den Schutz der Natur in unserem Nationalpark mit dem Schutz der Menschen in einen guten Ausgleich bringen können.“ 

FOTO: Vermessenes Luftbild der Brandfläche (© Nationalparkverwaltung Harz)


Wandersportevent Brockenaufstieg move4life hilft dem Nationalpark Harz mit Baumspendenaktion –

Wanderleidenschaft trifft aktiven Naturschutz – 1.109 junge Bäume gespendet

Wernigerode – Göttingen – Goslar. Seit 2002 organisieren der Göttinger Veranstalter move4life und seine beiden Initiatoren Nicolai Fleischer und Daniela Reichhardt das Wandersportevent Brockenaufstieg. Von Göttingen aus führt die Tour über insgesamt 87 km bis auf den höchsten Berg im Nationalpark Harz. Was als spontane Idee unter Freunden begann, entwickelte sich zu einem professionell organisierten Wandersportevent mit rund jährlich 500 begeisterten Teilnehmern.



Auch im Jahr 2022 fand wieder ein Brockenaufstieg statt, das Jubiläum 20 Jahre Brockenaufstieg sollte sinnstiftend mit einer Baumspendenaktion verbunden werden. Denn zwar endet der Brockenaufstieg in einer ganz besonderen und großartigen Natur, die es jedoch zu schützen gilt und die eine ganz besondere Entwicklung durchmacht. Die Nationalparkwälder sind im Umbruch. Vor allem die Fichtenwälder der Hochlagen haben durch die Klimakrise infolge der Dürrejahre eine Entwicklung mit viel Totholz genommen, was immer wieder zu besorgten Fragen führt. Dabei ist der Wald hier nur in einer außerordentlich dynamischen Phase seiner Entwicklung. Jede alte Fichte, die vergeht, macht Platz für die Waldverjüngung. So bilden sich neue Wälder, die strukturreicher und bunter als die Vorgänger aus der Zeit des Wirtschaftswaldes sind. Ganz im Sinne des Prinzips „Natur Natur sein lassen“ entwickeln sich hier wieder wilde Wälder, einem Urwald ähnlich.

Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete.

Daher hatte der Brockenaufstieg 2022 eine Baumspendenaktion durchgeführt, um dem Harzer Nationalparkwald zu helfen.

Die großartige Spendenbereitschaft der Wanderteilnehmer des Brockenaufstiegs resultierte daraus, dass diese bei der jährlichen Wanderung die Veränderungen im Harz hautnah miterlebt haben und helfen wollten.

Bei dieser Spendenaktion kamen insgesamt 2.218,- Euro zusammen, was 1.109 jungen Bäumen entspricht, die nun gepflanzt werden können. Die Aktion lief über die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V., den Förderverein des Nationalparks. Die größten Spenden kamen von Nicolai Fleischer, dem Baugeschäft August Fröhlich, Quattek & Partner und La Romantica (alle Göttingen), Christian Protzel (Peine) und dem Brockenwirt. Wir bedanken uns ganz herzlich!

2023 macht der Brockenaufstieg eine Pause, der nächste Event findet 2024 statt. Wir freuen uns drauf!

Foto: Spendenübergabe auf dem Brocken. Foto: Brockenaufstieg move4life


Andreas-Kunstpreis geht an Leon Friederichs - Die 28. Kunstausstellung „NATUR – MENSCH“ ist eröffnet.

St. Andreasberg, 12. September 2022. Am Freitag, d. 9.9.2020, wurde in der Rathausscheune in Sankt Andreasberg die Kunstausstellung Natur – Mensch zum 28. Mal feierlich von Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Bürgermeister Wolfgang Langer eröffnet.

Umweltminister Olaf Lies richtete sich mit einem Video-Grußwort an die Gäste. Unter seiner Schirmherrschaft werden bis zum 29.10.2022 40 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei/Skulptur von Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland in Sankt Andreasberg zu sehen sein. In Rathaus-Scheune, anliegendem alten Rathaus und Martini-Kirche können sie täglich von 11 bis 17 Uhr erlebt werden.

Höhepunkt der Vernissage war die Verleihung des Andreas-Kunstpreises.

Den mit 2.000€ dotierten Andreas-Kunstpreis erhält in diesem Jahr Leon Friederichs für seien Holzschnitt „Teppich“.
Der in Borghorst in Westfalen geborene Künstler studiert seit 2018 in Leipzig Grafik und Design. 2022 absolvierte er ein Auslandssemester an der Hochschule der Schönen Künste in Paris.

Anlässlich des Andreas-Kunstpreises 2022 erhält den 2. Platz im Wert von 700€ Erik Seidel für seine Skulptur „Letzter Morgen II “.
Der in Leipzig lebende Künstler hat an der Hochschule für Bildenden Künste Dresden studiert und hat seit 2002 selbst eine Lehrtätigkeit inne. Bis 2015 dozierte er an der Oxford Summer School im Fachbereich Holzschnitt und Lithografie. Seine Intension ist es, sich wirklichkeitsbezogene Themen des Menschseins zu nähern. Die Zerstörung der Umwelt und damit der Lebensgrundlage allen Lebens bewegen ihn in seinem Schaffen.

Samira Alizadeh Ghanad aus Hamburg überzeugte mit ihrem Animationsfilm Die Vermenschlichung die Jury und erhält den 3. Platz, dotiert mit 300€.
Die aus Teheran stammende Künstlerin studierte Grafikdesign an der University of Pune in Indien bevor sie von 2017 bis 2021 an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg ihren Abschluss als Bachelor of Fine Arts machte. Seit 2016 nimmt sie an Gruppenausstellungen in Hamburg teil und war auf dem Kurzfilmfestival „Klappe auf“ Regisseurin.
Mitempfinden mit der Natur und Empathie mit einem Baum, das war ihr Ziel und Motivation bei der Planung dieses Filmes. Nicht das „Geheimnis“ des Baumes zu lüften, sondern der Versuch im “Charme“ des Baumes schweben, steht im Zentrum, so die Künstlerin.

Die Jury aus Vertretern der Bildenden Kunst und der Veranstalter hat aus 270 Bewerbungen von professionellen Künstlern internationaler Herkunft die diesjährige Ausstellung NATUR – MENSCH zusammengestellt. Für die bewährte Konzeption sorgte wieder der Kurator Detlef Kiep.



Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine stiftet auch in diesem Jahr die Kunstpreise und führt damit die erfolgreiche Kooperation mit dem Nationalpark Harz und der Stadt Braunlage fort. Sie würdigt damit die Kunstaustellung als eine regional bedeutsame Kulturveranstaltung.

Ein wichtiger und langjähriger Unterstützer der Natur-Mensch-Ausstellung ist der Regionalverband Harz. In seiner Funktion als niedersächsischer Landschaftsverband für das Gebiet des Landkreises Goslar fördert er die Kunstausstellung mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Und auch Bergstadtverein Sankt Andreasberg, Städtischen Betriebe Braunlage und Braunlager Tourismus- und Marketinggesellschaft sind mit hohem Engagement am Gelingen dieser Ausstellung beteiligt.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren erschienen, um die spannenden Kunstwerke anzuschauen. Die Arbeiten nationaler und internationaler Künstler vermittelten dem Betrachter auf beeindruckende Weise das Zusammen- oder auch Gegenspiel von Natur und Mensch – Mensch und Natur.



In diesem Jahr wird wieder nach langer Pause auch wieder ein Publikumspreis vergeben. Alle Gäste der Natur-Mensch-Ausstellung sind eingeladen bis zum 29.10.2022, ihrem Favoriten eine Stimme zu geben.

Die Ausstellung kann täglich von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter https://www.nationalpark-harz.de/de/kunstkultur/kunst-natur-mensch/



FOTO 1: Andreas-Kunstpreisträger Leon Friederichs mit Bürgermeister Wolfgang Langer, Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Ortsvorsteher und Nationalparkbeirat Karl-Heinz Plosteiner (von links). Foto: Tobias Brabanski

FOTO 2: Der preisgekrönte Holzschnitt „Teppich“ hängt in der Martini-Kirche. Foto: Tobias Brabanski


Naturschutz/Landwirtschaft

NABU-Statement zu Waldbrand im Nationalpark Harz

Entfernen von Totholz widerspricht Nationalpark-Kriterien und Nationalpark-Gesetz

Hannover – Seit vergangenem Samstagnachmittag versuchen Einsatzkräfte ein Großfeuer am Brocken im Harz unter Kontrolle zu bringen. Mehrere politische Stimmen fordern jetzt, Totholz zu entfernen, da dies ein Brandbeschleuniger sei. Bei seinem gestrigen Besuch im Harz hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies dieser Forderung eine Absage erteilt und spricht sich dagegen aus, Brandschneisen im geschützten Nationalpark Harz zu schlagen.

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, begrüßt die Haltung des Umweltministers: „Brandschneisen, Abholzung sowie das großflächige Räumen von Totholz widersprechen den Kriterien eines Nationalparks und dem Nationalpark-Gesetz. Zudem ist Totholz kein Brandbeschleuniger, sondern ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem Wald. Es bewahrt den Waldboden und die Krautschicht vor schnellem Austrocken und wirkt so als natürlicher Schutz vor Waldbränden. Des Weiteren bildet Totholz eine wertvolle Humusschicht und bietet unzähligen Organismen wie Pilzen und Insekten einen Lebensraum.“

Der Landesvorsitzende betont: „Totes Holz gefährdet den Wald nicht, sondern stärkt seine natürlichen Abwehrkräfte. Nicht Wälder mit abgestorbenem Holz sind anfällig für Brände, sondern dichtstehende Nadelholzplantagen, dessen Streu und Holz meist durch nicht natürliche Ursachen schnell in Brand geraten können. Im Nationalpark Harz kann der Wald sich auf natürliche Weise zu einem widerstandfähigen Mischwald entwickeln – dies ist zwingend notwendig, um den Wald zukünftig krisenfest und widerstandsfähiger gegen Waldbrände zu machen.“

NABU NIEDERSACHSEN PRESSEMITTEILUNG | NR 102/22 | 7. SEPTEMBER 2022


28. Kunstausstellung Natur-Mensch  -

Verleihung des Andreas-Kunstpreises am 9.9.2022

Wernigerode, 05. September 2022. Am 9. September wird die Kunstausstellung NATUR-MENSCH zum 28. Mal in der Rathausscheune in Sankt Andreasberg eröffnet. Und auch zum 28. Mal wird der von der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine gestiftete Andreas-Kunstpreis verliehen. Ein Preis, um den sich in diesem Jahr 270 Künstlerinnen und Künstler beworben haben.  

40 Kunstwerke wurden von der Jury ausgewählt und sind in Sankt Andreasberg vom 10. September bis 29. Oktober 2022 ausgestellt. Die Schirmherrschaft hat auch in diesem Jahr der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies übernommen.  Im Fokus der Ausstellung steht neben der hochkarätigen Kunst von professionellen Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland die vielfältige Auseinandersetzung mit dem Thema MENSCH und NATUR.

Die Beteiligung von Künstlerinnen und Künstlern aus allen fünf Erdteilen in den letzten Jahren verdeutlicht, das Thema ist universell. Kunst ist international und macht nicht an nationalen Grenzen halt. Seit 28 Jahren beteiligen sich Künstler aus aller Welt. 

Das Verhältnis MENSCH und NATUR wird in den Kunstwerken in zahlreichen Facetten behandelt, die sich auch in den Aufgaben des Nationalparks wiederfinden.  

Seit jeher haben wir Menschen nicht nur einen rationalen Blick auf die Natur, vielmehr definiert uns geradezu die emotionale und künstlerische Annäherung an unsere Umwelt. Die Kunstausstellung NATUR-MENSCH setzt genau da an und rückt mit den Mitteln der Kunst die Vielschichtigkeit des Themas ins Zentrum. 

Ebenfalls weltweit relevant und im Nationalpark Harz seit Jahren dominant sind naturgemäß Fragen des Klimawandels und der damit einhergehenden Veränderungen des Waldbildes im Harz. Der Nationalpark Harz bietet mit dem Ansatz, ein unversehrtes Waldökosystem zu schaffen und zu schützen und dabei gleichzeitig eine nachhaltige regionale Entwicklung voranzutreiben, seine eigene Antwort, die zunehmend Gehör findet. 

NATUR-MENSCH ist in der Öffentlichkeit ein sehr emotionales Thema, dem der Nationalpark neben seiner wissenschaftlich-fundierten Information auch mit den Mitteln der Kunst begegnet. Die Werke reflektieren die tägliche Arbeit des Nationalparks Harz, der in seinem Bestreben, Natur Natur sein zu lassen, die Natur sich selbst und ihren eigenen Gesetzen überlässt, und unsere Haltung zu dieser Natur und unsere Rolle darin ständig zu hinterfragen und neu zu definieren. 

Dabei greift der Nationalpark auf regionale Kooperationen zurück. Der regelmäßige Austausch mit Landräten und Bürgermeister*innen der Nationalparkregion, mit Vereinen, Unternehmen und weiteren regionalen Akteuren im Nationalpark-Beirat und die enge Zusammenarbeit mit touristischen Akteuren in der Nationalpark-Partnerschaft sind wichtige Bausteine der Nationalparkkommunikation. Unsere Nationalpark-Informationszentren und -Häuser werden stets weiterentwickelt und sind wertvolle Anlaufstellen für Einwohner und Gäste, um ins Gespräch zu kommen; so auch die Organisation von Informationsveranstaltungen für Einwohner und Gäste wie die jüngst stattgefundenen WaldWandelTage.  

Die Kunstausstellung NATUR-MENSCH ist von 10. September bis 29. Oktober 2022 täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Die Jury der Kunstausstellung NATUR-MENSCH

Detlef Kiep – Maler und Grafiker aus Hohegeiß 
Dr. Peter Peinzger – Maler und Philosoph
Jens Kilian - Maler und Leiter der Akademie der freien Künste Düsseldorf
Klaus Müller - Maler
Jana Wielgoß - Malerin
Thomas Velte - Maler und Grafiker, BBK Landesverband
Bürgermeister Wolfgang Langer - Stadt Braunlage
Meike Hullen - Nationalparkverwaltung Harz 

Mit großer Betroffenheit haben wir die Nachricht vom Tod von Karl Oppermann am 12. August vernommen. Der in Wernigerode geborene Künstler war über viele Jahre ein sehr engagiertes Mitglied der Jury, hat damit zum hohen Niveau des Wettbewerbs beigetragen und sich um das Gelingen der Kunstausstellungen verdient gemacht. Wir sprechen seiner Familie unsere Anteilnahme aus und werden sein Andenken in Ehren halten.

 

Der Nationalpark Harz 

Der Nationalpark Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier eine geschützte Zuflucht. 

Die länderübergreifende Nationalparkverwaltung Harz hat ihren Sitz in Wernigerode. Sie ist für die Fläche des Nationalparks auch untere Naturschutzbehörde, Wald- und Jagdbehörde.


Bildung ist mehr als Wissen - Leitbild für Bildungsarbeit in den Nationalen Naturlandschaften verabschiedet

Berlin/Wernigerode, 31. August 2022. Das direkte Naturerlebnis, die Erfahrung der Verbindung von Landschaft und Kultur sowie die Mitwirkung an der nachhaltigen Gestaltung der Gesellschaft sind die Grundlage der Bildungsarbeit in den Nationalen Naturlandschaften (NNL). Erstmals hat jetzt das Bündnis der deutschen Großschutzgebiete, dem auch der Nationalpark Harz angehört, ein Leitbild für die Bildungsarbeit vorgelegt, das der Orientierung der Verwaltungen oder Geschäftsstellen der Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete dienen soll. In Kooperation mit einer Vielzahl von Bildungsakteur*innen soll die Bildungsarbeit nicht nur Wissen vermitteln, sondern Horizonte erweitern.

Auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands wecken die Nationalen Naturlandschaften (NNL) mit ihrer Bildungsarbeit Begeisterung und Wertschätzung für Natur und Nachhaltigkeit und schaffen Naturverbundenheit und Umweltbewusstsein. Das jetzt in der Arbeitsgruppe Bildung erarbeitete Leitbild setzt erstmals bundesweit einheitliche Rahmenrichtlinien im Bildungsbereich der NNL, die regelmäßig evaluiert und angepasst werden sollen, um aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich aufzugreifen und eine hohe Qualität zu sichern.

Im Rahmen der Leitbildentwicklung war auch der Nationalpark Harz beteiligt. Stephanie Plate und Thomas Schwerdt nahmen seitens der Nationalparkbildung bei den Online-Treffen der Arbeitsgruppe teil und konnten somit den Prozess von der Konzeption bis zur Formulierung des Leitbildes begleiten und daran mitwirken.

Mit den Bildungsangeboten der NNL sollen möglichst viele Menschen Freude in und mit der Natur erleben. Durch diese positiv prägenden Erlebnisse werden Motivation und Begeisterung geweckt, faszinierende Natur zu bewahren und mit Zuversicht die Zukunft nachhaltig sowie klimaneutral zu gestalten. Damit fördern NNL nicht nur zukunftsfähiges Denken und Handeln für Mensch und Natur, sondern geben auch Impulse hin zu nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderungen.

Die NNL greifen im Rahmen ihrer Bildungsarbeit auf unterschiedliche Kompetenzen und Bildungskonzepte zurück. In die Angebote fließen Konzepte wie Wildnisbildung, Natur-, Erlebnis- und Museumspädagogik. Die Umsetzung erfolgt u.a. in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Akteur*innen.

Für die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) sind die NNL als Motoren, Impulsgebende und Kooperationspartner nicht nur für ihre Regionen, sondern auch für die Bildungslandschaften der Länder und darüber hinaus für ganz Deutschland bedeutsam. Bildungsarbeit der NNL ist Baustein u.a. zur Erreichung der Nationalen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Umsetzung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und zur Umsetzung der Sustainable Development Goals der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Agenda 2030.



Über das Bündnis Nationale Naturlandschaften:

Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) sind das Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Gemeinsam mit den Menschen bewahren sie auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands faszinierende Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft mit Zuversicht nachhaltig. Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ sind die Verbände Nationale Naturlandschaften e. V. und Verband Deutscher Naturparke e. V.

www.nationale-naturlandschaften.de

FOTO: Ranger*innen bei der Bildungsarbeit in den Nationalen Naturlandschaften (Foto: Arnold Morascher)


Internationales Musikfest Goslar: Natur und Musik einzigartig kombiniert

Das Blechblasensemble „BRASSerie“ konzertiert am Donnerstag, 1. September OPEN AIR im Kurgastzentrum.

 

Wernigerode, 29. August 2022. Natur und Musik auf einzigartige Weise zu verbinden und für das Publikum greifbar zu machen, das ist das Konzept des Internationalen Musikfestes Goslar / Harz: Unter dem Titel „MUSIC FOR FUTURE“ stellt sich das Festival den dringlichen Fragen unserer Zeit und widmet sich den Themen Natur, Klima und Nachhaltigkeit – erstmalig in Kooperation mit dem Nationalpark Harz.

Nach einem gelungenen Konzertabend in der Klosterkirche Ilsenburg mit rund 100 Gästen am 24. August gibt es für Musikliebhaber einen weiteren Termin am kommenden Donnerstag, 1. September, im wunderschönen Park des Kurgastzentrums Braunlage: Dort spielt das preisgekrönte Blechblasensemble „BRASSerie“ open air aus seinem Programm „Fanfare for hope“. Dabei widmen sich die Künstler musikalisch ganz der Natur und stellen dem Hummelflug Auszüge von Beethovens 6. Sinfonie gegenüber.

Die Zuschauer können ab 17.30 Uhr einen kurzweiligen Abend erleben, bei dem sie neben dem Musikgenuss auch aus erster Hand, nämlich von Rangern des Nationalparks, etwas über die Natur und die Tierwelt des Harzes erfahren können. Die Ranger erläutern an einem Infostand, welcher Wandel sich derzeit in der Natur in unserem direkten Umfeld vollzieht.

 

Informationen zur Veranstaltung:

Halsbrecherische Arrangements virtuoser Stücke, bekannte Melodien laut interpretiert und ruhige einfühlsame Momente, das sind die Spezialitäten der BRASSerie. OPEN AIR erleben Sie im Rahmen des Internationalen Musikfests Goslar das vielfach ausgezeichnete Blechbläser-Ensemble im Kurgastzentrum Braunlage – erstmalig in Kooperation mit dem Nationalpark Harz.

So erfahren Sie ab 17.30 Uhr am Infostand des Nationalparks aus erster Hand von Rangern etwas über die Tierwelt des Harzes, um anschließend einem Konzert der Extraklasse zu lauschen.

Die preisgekrönte Blechblas-Ensemble „BRASSerie“ mit Björn Bein, Manuel Viehmann (beide Trompete), Matthias Berkel (Horn), Konstantin Päßler (Posaune) und Karl Berkel (Tuba) konzertiert auf renommierten Festivals wie dem Schleswig- Holstein Musikfestival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau Musik Festival. Mit seinem Programm „Fanfare for hope“ widmet es sich musikalisch ganz der Natur und stellt dem Hummelflug Auszüge von Beethovens 6. Sinfonie gegenüber.

Erleben Sie einen kurzweiligen Abend mit einer einzigartigen Kombination von Natur und Musik im wunderschönen Park des Kurgastzentrums Braunlage.

Konzerttermin: Do, den 1.9.2022, 17.30 Uhr: Natur vorm Konzert- Ranger klären auf

19.00 Uhr: Fanfare for Hope | Open Air Konzert - BRASSerie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.musikfest-goslar.de, Tickets ab 25 Euro im Vorverkauf oder an der Abendkasse, Ermäßigungen möglich, Zuhörer:innen bis 16 Jahre zahlen für eine Karte 5 Euro.

FOTO: Nach einem gelungenen Konzertabend in der Klosterkirche Ilsenburg mit rund 100 Gästen gibt es für Musikliebhaber einen weiteren Termin am kommenden Donnerstag, 1. September, im wunderschönen Park des Kurgastzentrums Braunlage. Foto: Frank Steingaß, Nationalpark Harz


Wildbienenkoffer gibt spannende Einblicke in die Welt und das Leben der nützlichen Insekten

FÖJler Paul Barisch hat neues Bildungsangebot des HohneHofs entwickelt. Projekt wurde von Umweltstiftung SUNK gefördert.

Wernigerode, 25. August 2022. Der besorgniserregende Rückgang der Insektenbestände in Deutschland hat in den vergangenen Jahren große öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Viele Menschen sind besorgt wegen eines vielerorts zu beobachtenden Verschwindens von Schmetterlingen oder Wildbienen, die neben anderen Insektenarten wie Schwebfliegen oder Käfern als Bestäuber auch für den Menschen und unsere landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion unersetzlich sind. Bei Besucherinnen und Besuchern des Nationalparks Harz, die hier die Informations- und Bildungsangebote nutzen, ist ein gewachsenes Interesse am Leben der Insekten und deren Entwicklung festzustellen. Das zeigte sich beispielsweise im Mai beim gut besuchten Aktionstag zur Artenvielfalt am Natur-Erlebniszentrum HohneHof, bei dem die Insekten auf der Hohnewiese im Mittelpunkt standen.

Eine wertvolle Ergänzung des Bildungsangebots zum Thema Insekten hat Paul Barisch, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) am HohneHof absolviert, mit Unterstützung von Verena Marten, Verantwortliche für die Umweltbildung am HohneHof, und dem Regionale Umweltbildungszentrum des Nationalparks Harz (RUZ) zusammengestellt: Einen Wildbienenkoffer.

Koffer enthält Informationsmaterial und praktische Ausrüstungsgegenstände

Dieser enthält neben Informationsmaterial über die Tiere wie Literatur, Bestimmungshilfen und Lern- und Faktenkarten über Wildbienen und Hummeln auch praktische Ausrüstungsgegenstände, etwa Becherlupen oder ein digitales Mikroskop. Da sich dieses Bildungsangebot insbesondere an Kinder und Jugendliche richtet, sind auch spielerische Elemente wie eine niedliche Modell-Biene aus Plüsch und ein Bestäubungsspiel enthalten. Im Rahmen des Projektes wurde auch das Wildbienenhotel am HohneHof überarbeitet. Hier lassen sich die Wildbienen beim Eintragen von Pollen beobachten.

Paul Barisch ist selbst fasziniert von den Bienen, hat bei sich daheim schon mehrere kleine „Bienenhotels“ aufgebaut. „Das sind coole Insekten und sehr wichtig als Bestäuber. Und es ist spannend, sie zu beobachten“, sagt er. Im Rahmen seines FÖJ hat er dann auch das große Bienenhotel am HohneHof erneuert. Dabei sei ihm die Idee für den Bienenkoffer gekommen, der zum Beispiel bei Exkursionen mit Schulklassen eingesetzt werden kann. Der Koffer enthält auch ein eigenes Handbuch für die sinnvolle Verwendung des Lehrmaterials und ein spezielles Konzept für eine vierte Klasse. Er selbst habe bei der Arbeit an dem Koffer viel Neues über Wildbienen gelernt und auch Fehler bei der Konstruktion seiner früheren Bienenhotels erkannt, sagt Paul. „Ich wusste nicht, dass es so viele verschiedenen Arten gibt, mit ganz speziellen Anpassungen an bestimmte Pflanzen.“

Dieses Projekt wurde von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) finanziell mit 855 Euro, 90 Prozent der Herstellungskosten, gefördert. Paul Barisch hat den Bienenkoffer bereits beim Rangertag am HohneHof erfolgreich getestet. Er soll auch im Rahmen des Ferienprogramms des Natur-Erlebniszentrums eingesetzt werden. Und künftig können Schulklassen spezielle Angebote zum Thema Wildbienen buchen, kündigt Verena Marten an. 

Weitere Informationen zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof gibt es unter www.nationalpark-harz.de/de/besucherzentren/hohnehof/ 

FOTO: FÖJler Paul Barisch präsentiert den Inhalt des Wildbienenkoffers. Hinter ihm steht das Wildbienenhotel am HohneHof, das im Rahmen des Projektes überarbeitet wurde.

Foto: Verena Marten, Nationalpark Harz


Forschungsergebnisse zeigen Rückgang des Gartenschläfers im Mittelgebirge

BUND lädt zur Gartenschläfer-Tagung in Goslar ein

Im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ untersuchen BUND, Justus-Liebig-Universität Gießen und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Lebensweise der Gartenschläfer. Nach drei Jahren intensiver Forschung konnten nun erste Erkenntnisse zum Vorkommen der Schlafmäuse und zu den Gründen für den Bestandsrückgang gefunden werden. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbrauchersicherheit gefördert.



„Der Gartenschläfer ist in seinem natürlichen Habitat Wald nur noch selten zu finden – wir scheinen gerade Zeuge eines Aussterbens im Mittelgebirge zu sein“, stellt BUND-Artenschutzexpertin Andrea Krug fest. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schlafmaus mittlerweile überwiegend im urbanen Raum im Südwesten Deutschlands vorkommt, wo es ausreichend Nahrung und strukturreiche Lebensräume gibt. In Niedersachsen konnte der Gartenschläfer hingegen nur noch im Harz nachgewiesen werden, weshalb diese Region für den Schutz der Art von besonderer Bedeutung ist. „Ob in Wald oder Stadt – den Gartenschläfern setzt vor allen der Einsatz von Pestiziden und chemischen Mitteln zur Bekämpfung von Nagetieren zu. Hinzu kommt der großflächige Lebensraumverlust durch das Waldsterben sowie abnehmende Naturräume im Siedlungsbereich. Durch das Insektensterben verlieren sie zudem eine ihrer Nahrungsgrundlagen“, so Krug weiter.

Anhand der neuen Erkenntnisse werden jetzt passende Schutzmaßnahmen entwickelt. So sollen unter anderem Rückzugsräume durch Pflanzungen von Waldsäumen, das Zulassen von verwilderten Flächen oder Nistkästen geschaffen werden. Vor allem aber gilt es, die Menschen noch stärker für den Natur- und Artenschutz zu bewegen, indem sie auch für kleine Tierarten in ihrer Region sensibilisiert werden und aktiv eigene Schutzmaßnahmen im Garten oder am Haus umsetzen.

Mehr Bewusstsein für den Schutz dieser bedrohten Art soll die Gartenschläfer-Tagung am 2. September von 11-16 Uhr im Kreishaus Goslar schaffen. Die Forschungsergebnisse und geplanten Schutzmaßnahmen für den Gartenschläfer werden von Fachleuten vorgestellt. Anschließend können Teilnehmende über die Umsetzbarkeit der Maßnahmen gemeinsam diskutieren. Die Tagung mit Workshop richtet sich an interessierte Bürger*innen. Anmeldungen unter www.bund-niedersachsen.de/gartenschlaefer.

Hintergrund:
Obwohl die Schlafmaus eine heimische Art ist, ist sie bislang kaum erforscht. Seine Bestände in Europa und auch in Deutschland sind in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Mit dem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ möchten die Projektpartner herausfinden, wie dem Gartenschläfer geholfen werden kann. Das Projekt wird in Niedersachsen auch durch die Bingo-Umweltstiftung gefördert.

Weitere Informationen:
www.bund-niedersachsen.de/gartenschlaefer/
www.gartenschlaefer.de
biodiversität - schützen.nutzen.leben: Spurensuche Gartenschläfer (bfn.de)
 


UNSER HARZ August 2022 erschienen

Inhalt:

  • Uwe Fricke: Zwischenergebnis aus der Lenkungsgruppe Waldbrandbekämpfung
    im Harz
  • Volkmar Hering: Kieselhölzer im Ilfelder Becken bei Werna-Appenrode –
    Achate im Südharz, Teil 3
  • Karl Sanders: Schicksal des ehemaligen Brockenwirtes Carl Eduard Nehse
    geklärt
  • Nationalpark-Forum: Beim Umweltpraktikum gewinnen Studierende
    praxisbezogene Einblicke in die Aufgaben und Arbeitsabläufe des
    Nationalparks

Auch wenn derzeit die Waldbrandgefahr im Harz nicht mehr gar so hoch ist, sind Brände noch immer ein brisantes Thema. Im ersten Halbjahr sind
schon doppelt so viele Feuer ausgebrochen, wie im gesamten Vorjahr. Vor welchen Problemen die Feuerwehren in dem unwegsamen Gelände des Harzes
stehen und wie sie sie lösen berichtet Uwe Fricke, Kreisbrandmeister des Landkreises Goslar, in seinem Beitrag „Zwischenergebnis aus der
Lenkungsgruppe Waldbrandbekämpfung im Harz“. Nicht angesprochen wird, wie Wanderer gewarnt werden können, denn dies ist keine originäre
Aufgabe der Feuerwehr. Da Warn-Apps wie NINA (vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) im Harz wegen mangelnder
Funkabdeckung teilweise nicht funktionieren, müssen andere Lösungen gefunden werden, etwa mobile Lautsprecher.

Einen spannenden Artikel trägt Volkmar Hering bei, der seine Reihe über Achate im Südharz mit einem Beitrag über „Kieselhölzer im Ilfelder
Becken bei Werna-Appenrode“ fortsetzt. Die Kieselhözer geben einen Einblick in die Flora des Rotliegend, in dem große evolutionäre
Übergänge in der Pflanzenwelt stattgefunden haben.

Einen Nachtrag zu seinem Bericht über den Hobby-Meteorologen C.E. Nehse liefert Karl Sanders. Mit Informationen, die Gerd Kley beigetragen hat,
konnte nun das Lebensende des ehemaligen Brockenwirtes aufgeklärt werden.

Der Pressesprecher des Nationalpark Harz, Martin Baumgartner, stellt die aktuellen Praktikanten und Praktikantinnen des Commerzbank-Umweltpraktikums vor, wobei er dessen Hintergründe und die vielfältigen Aufgaben und die Motivationen der Teilnehmenden darstellt.

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag:

     Fischer & Thielbar GmbH
     Telefon (0 53 23) 25 33.


Rinder weiden auf dem Brocken
Harzer Rotes Höhenvieh von Brockenbauer Thielecke unterstützt erneut Biotoppflege auf dem Brockengipfel

Wernigerode, 16. August 2022. Seit gestern weiden wieder Rinder auf der Brockenkuppe. Zehn Jungtiere der alten Rasse Harzer Rotes Höhenvieh wurden von Brockenbauer-Familie Thielecke auf den Brocken gebracht. Damit wird der Versuch zur Biotoppflege auf der Brockenkuppe durch Beweidung fortgesetzt. „Ziel ist es nach wie vor, den Bestand seltener Pflanzenarten der Brockenkuppe wie der Brockenanemone zu erhöhen“, so Dr. Gunter Karste, der im Nationalpark Harz für das Projekt zuständig ist.

 

In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass die Rinder kleine konkurrenzfreie Flächen schaffen, indem sie nicht nur das Gras fressen, sondern auch die Grasnarbe durchtreten. Das ist für den Biotopschutz vorteilhaft, denn so entstehen relativ schnell grasfreie Sonderstandorte, auf denen sich die deutschlandweit nur hier natürlich vorkommenden Brockenanemonen aber auch weitere seltene Arten wie Alpen- und Brockenhabichtskraut besonders gut entwickeln können.

Die Beweidung soll daher nicht nur in diesem Jahr, sondern auch zukünftig fortgesetzt werden. Für diesen Biotoppflegeversuch wurde eine Fläche auf der Nordwest-Seite des Berges ausgewählt. In rund zwei Wochen werden die Rinder wieder vom Berg geholt.

Zudem wird auch in Zukunft die auf den nicht beweideten Flächen gebildete Biomasse auf dem Brocken durch den Landschaftspflegeverband Harz gemäht und abgefahren. Auf diese Art und Weise werden die konkurrenzstarken Gräser auch auf diesen Flächen geschwächt und es entsteht Raum, um die bedrohten Arten des Brockenplateaus vor dem Aussterben zu bewahren.

FOTO: Ankunft der Rinder auf der Brockenkuppe. Sie helfen bei der Biotoppflege und schaffen Lebensraum für seltene Pflanzenarten. Foto: Gunter Karste


Einen Tag wilder - Studentin erprobt neues Erlebnisprogramm auf Torfhaus

Torfhaus, 16. August 2022. In der Zeit vom 18. August bis zum 24. September 2022 bietet das Nationalpark-Besucherzentrum ein neues Erlebnisangebot an. Jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag bietet die Studentin Malin Herke (Bildung für nachhaltige Entwicklung) ein Tagesprogramm an, dessen Konzept sie im Rahmen ihrer Masterarbeit entwickelt hat. Die Führung startet um 10:00 Uhr in Torfhaus und richtet sich an Menschen ab 16 Jahren.

„Bedeutet das Sterben der Fichten das Ende des Waldes oder den Anfang für die Wildnis im Nationalparks Harz?“ Diese und andere Fragen werden die Teilnehmenden im Wildniserlebnis-Gelände rund um Torfhaus ergründen. „Wir werden uns mit viel Kreativität und Fingerspitzengefühl mit der Natur auf Torfhaus verbinden“, so die Studentin Malin Herke. Die Leiterin des Besucherzentrums Heike Albrecht-Fechtler freut sich über neue Impulse, die die jungen Freiwilligen immer wieder in die Nationalpark-Bildungsarbeit einbringen. Bei der Führung sollen keine weiten Strecken zurückgelegt werden, sondern die Teilnehmenden haben Muße, sich den Details zu widmen, die sonst am Wegesrand ungesehen zurückbleiben. Eine Rucksackverpflegung wird empfohlen. Das Programm ist nicht kostenpflichtig; es wird aber um eine Spende für den BUND gebeten. 

Informationen

Zeitraum:      18.08-24.09.2022 jeweils Donnerstag, Freitag und Samstag

Dauer:          10.00-16.30 Uhr

Alter:            ab 16 Jahren empfohlen

Teilnehmerzahl:        mindestens 5 bis maximal 10 Teilnehmende

Treffpunkt:    Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, Torfhaus 8, 38667 Torfhaus

Anmeldung:   E-Mail: post@torfhaus.info, Telefon: 05320-33179-0

Kosten:         Spenden erbeten

 

Hintergrundinformationen

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz mit einem breiten Angebot an Führungen, Exkursionen und Seminaren. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen e.V. in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist Einsatzstelle für bis zu 3 BFDler:innen, zwei FÖJler:innen und bei Bedarf weitere Praktikant:innen.

 

Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Auf mittlerweile fast 75 % der Fläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

Neben dem Naturschutz zählt die Bildungsarbeit zu den gesetzlichen Aufgaben eines Nationalparks, um die Natur erlebbar und verständlicher zu machen.

 

FOTO: Bildunterschrift: Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus: Trittstein in die Wildnis des Nationalparks Harz, Foto: Heike Albrecht-Fechtler


Waldbrand bei Schierke gelöscht
Nationalpark-Mitarbeiter*innen übernehmen Brandwache – Herzlicher Dank an alle Einsatzkräfte für den engagierten Einsatz und die gute Kooperation

Wernigerode, 16. August 2022. Am frühen Sonntagmorgen (14.8.) konnten die Einsatzkräfte „Feuer aus“ für den am Donnerstag (11.8.) ausgebrochenen Waldbrand zwischen Drei Annen Hohne und Schierke vermelden. Zwischenzeitlich war ein rund 4 Hektar großes Gebiet nahe der Bahnschienen der Harzer Schmalspurbahnen von dem Brand betroffen. Zahlreiche Einsatzkräfte aus nah und fern kämpften gegen die Flammen, ab Freitag kamen zudem mehrere Löschhubschrauber zum Einsatz.

Die Nationalparkverwaltung hatte den Löscheinsatz unter anderem mit sechs großen Forst-Maschinen unterstützt, die sie kurzfristig auch aus benachbarten Forstbetrieben zusammenziehen konnte. Die sogenannten Harvester und Forwarder räumten mehrere bis zu 50 m breite Bereiche rund um die Brandstelle frei und legten so Brandschutzschneisen und Zugänge zur Erreichung von Brandherden an. Am Donnerstag leistete der Nationalpark zudem maßgebliche Unterstützung beim Transport von Besuchern, die wegen der brandbedingten Einstellung des Zugverkehrs vom Bahnhof Schierke zurück nach Wernigerode gebracht werden mussten.

Am Sonntagmorgen übernahm der Nationalpark nach dem offiziellen „Feuer aus“ die Nachsorge des Brandes mit einer Brandwache. Insgesamt zwölf Nationalpark-Mitarbeiter*innen überwachen in drei Schichten noch bis mindestens Dienstagabend die Brandstelle rund um die Uhr. Sie sind ausgestattet mit Wärmebildkameras und Löschrucksäcken. Diese hatten sich bereits bei früheren Bränden bewährt. Auch diesmal konnten die Kolleg*innen bereits mehrere Glutnester frühzeitig erkennen und selbst löschen.

Die Nationalparkverwaltung bedankt sich herzlich bei allen Einsatzkräften und Unterstützern für ihre engagierte Arbeit. Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch dazu: „Wir bedanken uns ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit den vielen Feuerwehren aus nah und fern und deren Einsatzleitungen, den Teams der eingesetzten Löschhubschrauber, dem Waldbrandteam, dem Landkreis Harz, der Stadt Wernigerode und für die Unterstützung der benachbarten Forstbetriebe, eingesetzten Forst-Unternehmen sowie des Campingplatzes am Schierker Stern“.

Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit herrscht im Nationalparkgebiet eine hohe Waldbrandgefahr. Der gestrige Regen bringt nur kurzzeitig Entspannung. Die Nationalparkverwaltung bittet daher eindringlich alle Gäste des Schutzgebietes, sich zur Prävention weiterer Waldbrände an die geltenden Regeln zu halten und potentielle Brände oder Rauchentwicklung schnellstmöglich über die Notrufnummer 112 zu melden.

Regeln zur Waldbrandprävention:

  • Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet strikt verboten
  • Müll mit nach Hause nehmen
  • Kein Parken von Autos über trockenem Gras, da von den heißen Katalysatoren Brandgefahr ausgeht.
  • Alle Zufahrtswege zu den Wäldern ständig für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Waldbrände oder unklare Rauchentwicklung an Notrufnummer 112 melden

FOTO 1: Die Nationalparkverwaltung Harz unterstützte die von Kommune und Landkreis koordinierten Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten unter anderem mit der Räumung von Brandschneisen und Zugängen zum schwierigen Gelände mit schweren Forst-Maschinen  

FOTO 2: Zahlreiche Einsatzkräfte aus nah und fern waren beim Waldbrand zwischen Drei Annen Hohne und Schierke im Einsatz. Die Nationalparkverwaltung dankt allen Unterstützern für den hochengagierten Einsatz und die gute Zusammenarbeit   

Fotos: Roland Pietsch


Herzberg am Harz - belastetes Sieberwasser und Mühlengraben 10.8.2022 - die Papierfabrik Herzberg hat ihre Kläranlage nicht im Griff

Herzberg am Harz. Seit Monaten versagt die Kläranlage der Papierfabrik und seit Monaten versuchen wir, mit Kontakten zur Firma bis hin zur Geschäftsführung, mit dem Landkreis Göttingen, dem NLWKN und auch anderen Zuständigen weitere Informationen zu bekommen. Es heißt seit Juni, man sei an der Sache dran und suche aktiv nach einer Lösung. Doch die wird offenbar nicht gefunden.

Gestern war die Lage noch schlimmer als sonst, siehe Anlagen, so schaumig war das Sieberwasser und das abgeleitete Sieberwasser im Mühlengraben vorher nicht.
Es ist kein Wunder, dass die Anwohner vor Ort ungeduldig werden, denn es herrscht daher ja auch Badeverbot im beliebten Juessee.

Verschiedene Behörden sollen vorgestern zu einem Krisengespräch vor Ort gewesen sein und wir hören, dass auch die Zuständigen langsam die Geduld verlieren. Denn so kann es nicht weitergehen.

Wie die anliegenden Fotos zeigen, ist das Wasser im Herzberger Mühlengraben stark getrübt, schaumig und nach Chemie riechend.



Das Badeverbot am Jues bei dieser Hitze macht es nicht besser. Man beachte den schaumigen Einlauf des Mühlengrabens in den Juessee.

    

Die Firma hat offenbar ihre Kläranlage nicht im Griff oder die Kläranlage wird falsch bedient, denn die Jahre davor war die Lage durchaus besser.

Der Unmut vor Ort ist sehr groß und zahlreiche Bürger sind bereits zur Polizei gegangen bzw. haben sich an anderen Stellen beschwert. Doch bisher gibt es keine Besserung.


Glutnester gelöscht: Löschrucksack bewährt sich bei Waldbrandbekämpfung im Nationalpark Harz

Während einer Brandwache hat Nationalpark-Revierleiter Lukas Wachsmann das Wiederaufflammen eines Feuers verhindert.

 

Wernigerode, 22. Juli 2022. Um für die schnelle Bekämpfung kleinerer Waldbrände in der Anfangsphase gerüstet zu sein, hat die Harzer Nationalparkverwaltung Löschrucksäcke und Wärmebildkameras angeschafft. Damit sind die Dienstfahrzeugen der Revierleiter, Forstwirte und der Ranger bestückt. Das sich diese Ausrüstungsgegenstände als sehr nützlich erweisen, hat Revierleiter Lukas Wachsmann in dieser Woche festgestellt: Er konnte unter Einsatz von Kamera und Löschrucksack das gefährliche Wiederaufflammen eines bereits gelöschten Brandes im Revier Schierke in der Nacht von Montag auf Dienstag verhindern.

Wachsmann, der eigentlich das Revier Scharfenstein leitet, hatte nach einem Brand am Montagvormittag seinen Schierker Kollegen Olaf Eggert gegen 20 Uhr bei der Brandwache abgelöst. „Die Brandstelle war vormittags gemeldet worden und die Feuerwehr hatte das Feuer gelöscht. Nachmittags war es das erste Mal wieder aufgeflammt“, berichtet Wachsmann. Als er abends die Brandwache übernommen hatte, waren keine Glutnester mehr zu sehen. Er überwachte den Brandort weiter mit der Wärmebildkamera. „Plötzlich war ein erster heller Fleck im Sucher zu sehen. Ich habe mir die Stelle aus der Nähe angesehen und mit der Hand am Boden gefühlt und konnte schon die Wärme spüren. Ich bin sofort zum Auto gegangen und habe den Löschrucksack geholt. Als ich zurückkam, war schon eine kleine Rauchentwicklung zu sehen.“

Sieben Glutnester an abgelöschter Brandstelle entdeckt

Wachsmann entfernte mit einer Pflanzhacke zuerst das Erdreich über der Stelle, um an die Glut zu gelangen, und besprühte diese dann mit dem Wasser aus dem Löschrucksack. Doch damit war die Arbeit noch nicht getan: „Als ich die eine Stelle abgelöscht hatte, sah ich schon die nächste.“ Bis gegen 23.30 Uhr habe er insgesamt sieben Glutnester entdeckt – und das, obwohl die Brandstelle oberflächlich noch nass von den vorangegangenen Löscharbeiten der Feuerwehr war. „Aber der Boden ist so ausgedörrt, dass das Wasser abgelaufen ist und gar nicht an die versteckten Glutnester im Boden gelangt war.“ Rund eine Stunde lang konnte Wachsmann mit den 20 Litern Wasser, die der Löschrucksack fasst, nachlöschen. Das reichte für fünf Glutnester. Dann füllte er den Rucksack am nahegelegenen Schierker Bahnhof wieder auf.

Die Waldbrand-Ausrüstung habe sich sehr gut bewährt, so Wachsmann: „Ohne die Kamera hätte ich die aufkeimende Glutnester wahrscheinlich zu spät entdeckt.“ Die Glut hätte sich unterirdisch schon weiter ausbreiten können. Die Kombination aus Wärmebildkamera, Pflanzhacke und Löschrucksack habe bei der Feuerbekämpfung gut funktioniert. „Ohne diese wäre ich aufgeschmissen gewesen.“

Diese Situation zeigt auch, welch hohe Gefahr von mutmaßlich gelöschten Lagerfeuern ausgehen kann, die im Nationalpark auch deswegen generell verboten sind und was bei Zuwiderhandlung durch ein hohes Bußgeld geahndet wird. „Sollten Besucher beim Feuermachen ertappt werden, wird das teuer“, sagt Sabine Bauling, die für die Waldbehandlung zuständige Fachbereichsleiterin der Harzer Nationalparkverwaltung.

Die Nationalparkverwaltung trifft seit Langem Vorkehrungen zur Waldbrandbekämpfung: So finden regelmäßig Befahrungen mit den Feuerwehren im Nationalpark unter Begleitung der Revierleiter statt. Auch die Waldbrandkarten werden regelmäßig aktualisiert. Der Bahnparallelweg wurde im vergangenen Jahr zwischen Bahnhof Schierke und Brockenstraße ertüchtigt, diese Arbeiten werden derzeit fortgesetzt. Zudem wurden durch den Landkreis Harz und das Technische Hilfswerk (THW) große Löschwassertanks in der Nähe des Scharfensteins aufgestellt. Des Weiteren wurden temporäre Staustufen zur Löschwasserentnahme an Durchlässen von ganzjährig wasserführenden Gewässern eingebaut – dies wird Standard werden, wenn derartige Bauwerke errichtet oder saniert werden. Die Investition in Löschrucksäcke und Wärmebildkameras hat sich damit nun bereits ausgezahlt.

FOTOS: Nationalpark-Revierleiter Lukas Wachsmann demonstriert den Einsatz des Löschrucksacks an der Brandstelle. Foto: Nationalpark Harz


Nationalpark-Chef trifft Bürgermeister der Nationalpark-Städte zum ersten Jahresaustausch

Treffen diente dem Kennenlernen und dem Austausch über die Arbeit der Nationalparkverwaltung und Anliegen der Kommunen.

Wernigerode, 22. Juli 2022. Auf Einladung von Nationalpark-Leiter Dr. Roland Pietsch trafen sich die Bürgermeisterin und Bürgermeister der an das Schutzgebiet angrenzenden Städte zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch in Schierke. Das Treffen diente dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch über die Arbeit der Nationalparkverwaltung und Anliegen und Belangen der Kommunen. Die Gesprächsrunde mit anschließender Exkursion in das Nationalpark-Gebiet war der Auftakt für ein nun jährliches Treffen dieses Kreises.

Gastgeberin Christiane Hopstock, die Ortsbürgermeisterin von Schierke, begrüßte im dortigen Rathaus neben Dr. Pietsch die Oberbürgermeisterin von Goslar, Urte Schwerdtner, den zukünftigen Oberbürgermeister von Wernigerode, Tobias Kascha, in Vertretung des ausscheidenden Peter Gaffert, den Ilsenburger Bürgermeister Dennis Loeffke, Ronald Fiebelkorn, Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, Christopher Wagner, Bürgermeister von Herzberg am Harz, den Bad Lauterberger Bürgermeister Rolf Lange sowie weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltungen. Osterodes Bürgermeister Jens Augat wurde von der Stadtförsterin Rebecca Rathmann vertreten. Braunlages Verwaltungschef Wolfgang Langer kam aus terminlichen Gründen später nach Schierke.

Konstruktiv kritische Begleitung der Arbeit erwünscht

Dr. Pietsch lud die Bürgermeisterin und die Bürgermeister ein, sich mit Anliegen und Fragen jederzeit an ihn und die Nationalparkverwaltung zu wenden. Man werde versuchen, gemeinsam Lösungen für deren Anliegen zu finden, versprach er, betonte jedoch: „Wir sind nicht nur ein touristischer Magnet und ein touristischer Dienstleistungsbetrieb“ – ein Hinweis auf die vorrangige Bedeutung des Naturschutzes im Nationalpark, der mitunter in Konflikt zu anderen Ansprüchen und Nutzungswünschen steht. Er wünsche sich eine konstruktiv kritische Begleitung der Arbeit der Nationalparkverwaltung, so Pietsch weiter. „An dieser werden wir gemeinsam weiter wachsen.“

Zum Einstieg gab Pietsch Bürgermeisterin Schwerdtner und ihren Amtskollegen einen aktuellen Überblick über Aufgaben und Arbeit der Nationalparkverwaltung sowie die Entwicklung des Schutzgebietes und schnitt dabei auch die in der Öffentlichkeit kritisch begleiteten Themen Fichtensterben, Totholz und Waldbrandgefahr an. Auch lud er die Kommunen ein, sich dem Netzwerk der Nationalpark-Partner anzuschließen, die sich einem nachhaltigen und umweltgerechten Tourismus in der Harzregion verschrieben haben.

Themen, die aus dem Kreis der Bürgermeister angesprochen wurden, waren u. a. die Errichtung von Windenergieanlagen in Wäldern – innerhalb des Nationalparkgebietes gesetzlich ausgeschlossen – und der Wunsch nach einer verstärkten Anpflanzung von Laubbäumen entlang von Wegen, wo die Totholzkulisse für Besucher abschreckend wirke. Diese erfolge bereits, so Pietsch, wo es mangels natürlichen Verjüngungspotentials erforderlich erscheine. Auch nach der Anwesenheit von Wölfen im Nationalpark erkundigten sich die Bürgermeister. Pietsch erläuterte, dass immer mal wieder einzelne Tiere dokumentiert werden konnten, bislang aber noch kein Rudel festgestellt wurde.

Das Kommunikationsangebot des Nationalparkchefs und der offene Austausch in der Runde wurde von den Anwesenden begrüßt. Tobias Kascha sagte hinsichtlich des neuen Gesprächsformats: „So eine Konstellation haben wir uns gewünscht. Das sollten wir fortsetzen.“ Den Abschluss bildete eine kurze Exkursion ins Schutzgebiet entlang der Brockenstraße, bei der Pietsch weitere Erläuterungen zum Waldwandel gab und Fragen dazu beantwortete.

FOTOS: Den Abschluss bildete eine kurze Exkursion ins Schutzgebiet entlang der Brockenstraße, bei der Nationalpark-Leiter Dr. Pietsch (Mitte, 4. Von links) weitere Erläuterungen zum Waldwandel gab und Fragen dazu beantwortete. Fotos: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


Artenschutzmaßnahme im Nationalpark Harz: Lebensbedingungen für Brockenanemone verbessert

Mit Mitteln aus Artenschutzsofortprogramm des Landes Sachsen-Anhalt wurden Heideflächen auf Brocken vergrößert.

Wernigerode, 20. Juli 2022. Um seltene Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren, wurden vom Umweltministerium des Landes Sachsen Anhalt finanzielle Mittel im Rahmen des Artenschutzsofortprogramms zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln konnte u.a. im Nationalpark Harz auf dem Brocken der Flächenanteil der sogenannten subalpinen Zwergstrauchheiden erhöht werden, um zum Beispiel optimale Standortbedingungen für die Brockenanemone (Pulsatilla alpina ssp. Alba) zu schaffen. Da die Brockenanemonen und auch andere seltene Pflanzenarten des Brockens bevorzugt in diesen Heidegesellschaften vorkommen, wurden auf ausgewählten Flächen die Gräser entfernt und die Besenheide (Calluna vulgaris) gepflanzt.

Von 2019 bis heute sind von der Gärtnerei „Harzerfrischend“ in Bad Harzburg 17.500 Heidepflanzen angezogen worden. Das Stecklingsmaterial für die Anzucht stammte vom Brockenplateau und wurde von Nationalparkmitarbeitern geerntet. Es wurde somit autochthone „Brockenheide“ angezogen. Die durchgewurzelten Pflanzen wurden in einer guten Qualität geliefert und zum einen im Rahmen eines Arbeitseinsatzes mit Ehrenamtlichen, zum anderen durch Mitarbeiter des Nationalpark Harz auf die hierfür vorbereiteten Flächen gepflanzt. In der zweiten Juliwoche sind die letzten 1.000 Besenheiden von Nationalpark-Mitarbeiter Ingo Matscheroth gepflanzt worden.

Der Nationalpark Harz bedankt sich bei allen an dem Projekt Beteiligten, beim Umweltministerium des Landes Sachsen Anhalt und besonders bei der Gärtnerei „Harzerfrischend“, der Familie Pake aus Bad Harzburg, die 2.500 Pflanzen über den abgeschlossenen Vertrag hinaus spendete.

FOTO 1: Die Heidepflanzen wurden im Rahmen eines Arbeitseinsatzes mit Ehrenamtlichen sowie durch Mitarbeiter des Nationalpark Harz auf die hierfür vorbereiteten Flächen gepflanzt. In der zweiten Juliwoche sind die letzten 1.000 Besenheiden von Nationalpark-Mitarbeiter Ingo Matscheroth (Foto) gepflanzt worden. Foto: Gunter Karste, Nationalpark Harz,

FOTO 2: Von 2019 bis heute sind von der Gärtnerei „Harzerfrischend“ in Bad Harzburg 17.500 Heidepflanzen angezogen worden. Das Stecklingsmaterial für die Anzucht stammte vom Brockenplateau und wurde von Nationalparkmitarbeitern geerntet. Es wurde somit autochthone „Brockenheide“ angezogen. Foto: Gunter Karste, Nationalpark Harz


Am Natur-Erlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz hat das Ferienprogramm begonnen

Für Kinder und Jugendliche gibt es viele interessante Angebote und Aktionen zu Naturschutz-Themen.

Wernigerode, 18. Juli 2022. Am Natur-Erlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz hat das Ferienprogramm begonnen. Für Kinder und Jugendliche gibt es in den kommenden Wochen viele interessante Angebote und Aktionen zu Naturschutz-Themen.

Bei den täglichen Treffen mit dem Ranger erfahren die Teilnehmer:innen dort Spannendes rund um die Natur: Von Montag bis Freitag wird ab 11 Uhr gemeinsam geforscht, gespielt und gebastelt.

Am Mittwoch, 20. Juli, kommt die rollende Waldschule des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt zu Besuch zum HohneHof. Hier lassen sich Präparate heimischer Tierarten ganz genau unter die Lupe nehmen und das Fell von Wildtieren mit den eigenen Händen erspüren. Anhand der mitgebrachten Schädel samt Zähnen können die jungen Forscher herausfinden, von welchem Tier sie sind und wovon sich die Tiere ernähren. Bei einem Besuch an der rollenden Waldschule können die Teilnehmer:innen ihr Wissen über die Wildnis unter Beweis stellen und auch viel Neues erfahren. Beginn ist um 11 Uhr.

Am Montag, 25. Juli, gibt es eine spielerische Tour über den beliebten Löwenzahn-Entdeckerpfad. Beginn ist um 10.30, Dauer 2 bis 3 Stunden, Treffpunkt: Eingang Löwenzahn-Entdeckerpfad, Anmeldung unter: 039455/8640.

„Auf den Spuren der Waldbewohner“ ist das Motto einer Aktion am Dienstag, 26. Juli, und am Freitag, 29. Juli: In unseren Wäldern sind Wildtiere nicht immer einfach zu entdecken, jedoch gibt es viele Anzeichen für ihre Anwesenheit. Gemeinsam mit den Ranger:innen geht es auf die Suche nach Tierspuren rund um das Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Spielerisch lernen die Teilnehmer:innen den Lebensraum Wald und seine Bewohner kennen. Beginn 10 Uhr, Dauer: 3-4 Stunden, Treffpunkt: Drei Annen Hohne, Wandertreff am Parkplatz, Anmeldung unter 039455/8640.

Den Waldwandel mit dem Ranger entdecken können die Teilnehmer:innen bei einer Wanderung in die neu entstehende Waldwildnis des Nationalparks Harz am Mittwoch, 27. Juli. Sie erfahren dabei, warum sich der Wald so schnell und tiefgreifend verändert hat und was sich auf den jungen Waldflächen entdecken lässt. Beginn 10 Uhr, Dauer: 2-3 Stunden, Treffpunkt: Drei Annen Hohne, Wandertreff am Parkplatz, Anmeldung unter 039455/8640.

„Natur hautnah erleben“ heißt es am Donnerstag, 28. Juli, ab 10.30 Uhr. Spielerisch begegnen die Kinder und Jugendlichen der Natur, lernen sie kennen und schärfen gemeinsam alle Sinne, um die Wunder der Natur zu erleben und zu erspüren. Zum Ausklang der Veranstaltung können sie ihre Eindrücke in einer kleinen Bastelei aus Naturmaterialien einfangen und mit nach Hause nehmen. Dauer: 2-3 Stunden, Treffpunkt: Drei Annen Hohne, Wandertreff am Parkplatz, Anmeldung unter 039455/8640.

Die Veranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms am HohneHof sind auf der Internetseite des Nationalparks unter www.nationalpark-harz.de/de/veranstaltungen zu finden.

Weitere Informationen zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof gibt es unter www.nationalpark-harz.de/de/besucherzentren/hohnehof.

FOTO: Auf dem Löwenzahn-Entdeckerpfad kann man testen, ob man weiter springen kann als Hase, Eichhörnchen, Wildschwein oder Luchs. Foto: Nationalpark Harz


"UNSER HARZ" Juli 2022 erschienen

Inhalt:

  • Dr. Günter Gottschlich: Das Brocken-Habichtskraut und seine Geschichte
  • Fritz Reinboth: Westerwieda und Bramforst – zwei geheimnisvolle
    Flurnamen bei Wieda
  • Uwe Fricke: Das Wehrkopsloch bei Bodenstein – eine Lagerekonstruktion
  • Sabine Bauling: Reisighaufen im Wald – warum?
  • Ingrid Kreckmann: Die Filzige Klette – Arctium tomentosu – wird auch
    Bollenkraut genannt
  • Nationalpark-Forum: Kleine Insekten trotzen rauem Klima: Brockenplateau
    ist Heimat seltener und gefährdeter Zikaden

Der Juni ist ein wahrer Monat der Fülle und auch der Juli hat viel Freude zu bieten. Ich genieße die herrliche Blütenpracht, das Grün der
Bäume und die Sonnenstrahlen. Da passt der Beitrag von Günter Gottschlich über das „Brocken-Habichtskraut und seine Geschichte“
perfekt ins Heft. Diese Unterart des Schwärzlichen Habichtskrauts ist endemisch auf dem Brockenplateau, kommt also natürlicherweise nur dort
vor. Das wäre ihm fast zum Verhängnis geworden, als der Tourismus im späten 19. Jh. sprunghaft anstieg. Trittschäden und das massenhafte
Sammeln botanischer Besonderheiten ließen das Vorkommen vieler Brockenpflanzen drastisch schrumpfen. Und auch das nehme ich heute wahr:
Die Auswirkungen der Maßlosigkeit von uns Menschen, die Pflanzen und Tieren kaum Platz zum Überleben lässt. Das Brocken-Habichtskraut konnte
durch Schutzmaßnahmen erhalten werden, vielleicht gelingt uns das ja auch im größeren Stil?

Mit einer eher als Kosmopolit einzuordnenden Pflanze, der Filzigen Klette, befasst sich Ingrid Kreckmann und auch Frau Bauling beschäftigt
sich mit der Natur: In ihrem kurzen Beitrag erläutert sie die ökologische Funktion von Reisighaufen im Wald.

Fritz Reinboth wiederum geht „Zwei geheimnisvolle Flurnamen bei Wieda“ nach, der Bezeichnung Bramforst und Westerwieda. Die Lage der
Westerwieda ist auch daher bedeutsam, weil an ihren Ufern Glasmacher erwähnt werden.

Bei der Erforschung von Höhlen und Hohlräumen im Reinhäuser Wald und dem Harzvorland stieß Uwe Fricke auf das Wehrkopsloch, das nahe bei
Bodenstein gelegen haben soll. Gemeinsam mit Fritz Reinboth geht er dessen Lage sowohl in Literaturbeschreibungen als auch im Gelände nach.

Im Nationalparkforum geht es um Zikaden. Von dieser Insektenart gibt es etwa 600 Arten in Deutschland. Auf dem Brocken konnten jüngst 45 Arten
nachgewiesen werden, darunter elf, die bundesweit als gefährdet
angesehen werden.

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag:
Fischer & Thielbar GmbH
Telefon (0 53 23) 25 33.
UnserHarz@t-online.de


Nationalpark Harz beim Deutschen Naturschutztag: „Wildnis als Bildungschance“ vorgestellt

Nationalparkverwaltung beteiligte sich mit Vorträgen, Info-Stand und Exkursion im Schutzgebiet am Tagungsprogramm.

Wernigerode, 5. Juli 2022. Vom 28. Juni bis 2. Juli 2022 fand in Hannover der 36. Deutsche Naturschutztag unter dem Motto „Naturschutz jetzt! Natur. Landnutzung. Klima.“ statt. Deutschlands größter Naturschutzkongress wendet sich an alle im Naturschutz engagierten Personen aus Politik, Verwaltung, Planung, Ehrenamt und Wissenschaft und bietet in verschiedenen Veranstaltungsformaten hochkarätige und sachkundige Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis auf. Die renommierte Tagung ist Informations- und Diskussionsplattform gleichermaßen für junge Naturschutz-Einsteiger:innen wie erfahrene Expert:innen des gesamten Berufsfeldes Naturschutz und Landschaftsplanung.

Ebenso wie bereits 2016, als der Dt. Naturschutztag in Magdeburg stattfand, war der Nationalpark Harz auch in diesem Jahr mit mehreren Beiträgen aktiv an der Ausgestaltung der Tagung beteiligt: Drei Ranger standen durchgehend auf einem Informationsstand im Congress-Centrum Hannover für Fragen und fachliche Gespräche der Teilnehmer:innen zur Verfügung.

Ein eigener Programmpunkt widmete sich dem Thema „Vermittlung von Wildnis“. Hier referierte Thomas Schwerdt, Leiter der Nationalparkbildung, über „Wildnis als Bildungschance“. Neben einem allgemeinen Überblick über die verschiedenen Bildungsakteure und -programme des Nationalparks Harz lag der Schwerpunkt des Vortrages auf Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich durch Aufenthalte in einer zunehmenden, sukzessive entstehenden Wildnis im Rahmen von Bildungsaktivitäten bieten. Darüber hinaus konnten sich die Besucher:innen des Deutschen Naturschutztages an einem weiteren Informationsstand über das Partnernetzwerk des Nationalparks Harz informieren.

Exkursion durch den Nationalpark Harz

Den Abschluss bildete eine ganztägige Exkursion durch den Nationalpark Harz am 2. Juli, die 26 Naturschutzexpert:innen vom Eckertal bis zu den Höhen des Achtermanns mit allen Themen des Nationalparks bekannt machte: Waldentwicklung, Luchsprojekt, Moore, Besucherlenkung, Umweltbildung, Biodiversität, Nationalparkziele und deren Akzeptanz. Die Themen und auch die Erläuterungen der Fachleute aus der Nationalparkverwaltung, die die Exkursion leiteten, stießen bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Es ergaben sich daraus spannende Diskussionsbeiträge.

FOTO: Den Abschluss bildete eine ganztägige Exkursion durch den Nationalpark Harz am 2. Juli, die 26 Naturschutzexpert:innen vom Eckertal bis zu den Höhen des Achtermanns mit allen Themen des Nationalparks bekannt machte: Waldentwicklung, Luchsprojekt, Moore, Besucherlenkung, Umweltbildung, Biodiversität, Nationalparkziele und deren Akzeptanz.
Foto: Meike Hullen, Nationalpark Harz


Afrikanische Schweinepest: Nationalpark bittet alle Gäste um die Einhaltung wichtiger Verhaltensregeln

Im Schutzgebiet gibt es keine Fälle der Tierseuche. Die Nationalparkverwaltung ist aber für den Ernstfall vorbereitet.

Wernigerode, 12. Juli 2022. Die Afrikanischen Schweinepest (ASP) breitet sich weiter aus und hat erstmals Niedersachsen erreicht, wie das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Anfang des Monats berichtete. Der Ausbruch ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb im südlichen Landkreis Emsland festgestellt worden. In Sachsen-Anhalt sind bislang keine Fälle aufgetreten.

Auch im Gebiet des Nationalpark Harz gibt es keine Fälle von ASP, gleichwohl hat sich die Nationalparkverwaltung auf die Bekämpfung und Eindämmung der Tierseuche vorbereitet: In Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern der Landkreise wurden Bergeteams gebildet, die beim Fund von an ASP erkrankten oder verendeten Wildschweinen sofort tätig werden. Dafür werden spezielle Bergesets zum Beseitigen der infizierten Tierkörper vorgehalten

Menschen spielen bei Ausbreitung mitunter eine wichtige Rolle

Die Nationalparkverwaltung bittet alle Besucherinnen und Besucher des Schutzgebiets dringend um die Einhaltung wichtiger Verhaltensregeln, um eine Ausbreitung zu verhindern. Auch von Seiten der zuständigen Bundes- und Landesbehörden wird eine intensive Präventions- und Aufklärungsarbeit geleistet. Bei der Ausbreitung der Krankheit spielt der Mensch nämlich mitunter eine wichtige Rolle.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und bei den Tieren zu einer hohen Sterblichkeit führt. Für Menschen und andere Haus- und Nutztiere ist sie nicht gefährlich. Die Ansteckung kann im direkten Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen, aber auch indirekt über die Futteraufnahme oder durch Stoffe oder Gegenstände, welche Kontakt zu infiziertem Material hatten. Der Mensch kann zum indirekten Überträger werden, wenn er zum Beispiel virushaltige Wurst oder Fleisch unachtsam entsorgt. Das ASP-Virus ist sehr widerstandsfähig und kann in frischem, gefrorenem, gepökelten und geräuchertem Zustand überleben.

2020 trat die ASP erstmals in Deutschland, in Ostsachsen und Ostbrandenburg auf. Im vergangenen Jahr gab es einen Sprung in den Bereich Parchim, nahe der nördlichen Grenze von Sachsen-Anhalt. Mit dem Auftreten in Niedersachsen ist wiederum ein großer Sprung zu verzeichnen. Das alles deutet darauf hin, dass hier vermutlich der Mensch als Verbreiter aufgetreten ist.

Jetzt beginnt die Urlaubs- und Reisezeit. Viele Menschen kommen in den Nationalpark Harz.

Die Nationalparkverwaltung bittet die Besucherinnen und Besucher eindringlich, keine Speiseabfälle in der Natur zu entsorgen auch nicht in Abfallbehältern im Wald oder an Waldparkplätzen. Möglicherweise mit ASP infizierte Speiseabfälle können für Wildtieren als Futterquelle betrachtet werden und so für eine Einschleppung des Virus ins Parkgebiet führen. An vielen Waldeingangstafeln im Nationalpark wird durch nachfolgendes Plakat auf die Gefahrensituation hingewiesen:

ASP Plakat

 

Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest finden Sie unter anderem auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit:

https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/wildtiere_und_jagd/afrikanische-schweinepest-asp-172098.html

oder des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt:

https://mwl.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/veterinaerwesen/afrikanische-schweinepest/

FOTO: Ein Wildschwein im Nationalpark Harz, aufgenommen mit einer Fotofalle. Foto: Nationalpark Harz


Die Fledermäuse des Westharzes – eine Monographie des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar – erster Band erschienen

Die Harzregion ist ein wichtiger Lebensraum für die einzigen fliegenden Säugetiere hierzulande – die Fledermäuse. Seit knapp 13 Jahren planten die Harzer Fledermausforscher und -schützer, ihr Wissen zusammenzufassen und als Monographie herauszugeben. Die Arbeit über Grenzen hinweg hat im Harz eine lange Tradition und wir haben uns auch nicht durch das strikte DDR-Grenzregime und die Briefkontrollen der Stasi davon abbringen lassen, zusammenzuarbeiten. In der Biographie von Friedel Knolle, dem der Naturwissenschaftliche Verein viel zu verdanken hat, wird dieses Thema im vorliegenden Band aufgegriffen.

 

Eine erste Arbeitssitzung zur geplanten Monographie fand 2009 in Roßla statt. Leider kamen die Arbeiten nicht recht voran, zumal viele der Akteure damals noch voll im Arbeitsleben steckten. Zusätzlich starben dann zwei wichtige Protagonisten des Projekts – Dr. Reinald Skiba 2013 und Dr. Joachim Haensel 2014. Haensel hatte die Monographie als separaten Band der Zeitschrift Nyctalus fest eingeplant. Eine zweite Sitzung fand dann 2015 in Sankt Andreasberg statt – mit dem ernüchternden Ergebnis geringer länderübergreifender Fortschritte. Daraufhin fiel die Entscheidung, im ersten Schritt das Untersuchungsgebiet zunächst auf den niedersächsischen Teil des Harzes einschließlich des Nationalparkteils in Sachsen-Anhalt zu beschränken.

 

Das Werk erscheint in zwei Teilen – der erste Band liegt nunmehr vor. Er wurde von Thomas Dunz (Goslar), Dr. Friedhart Knolle (Goslar), Wolfgang Rackow (Osterode am Harz), Dr. Hildegard Rupp (Celle) und Siegfried Wielert (Goslar) bearbeitet und herausgegeben. Band 2 wird die Artkapitel enthalten.

 

Dieser erste Teil der Monographie stellt die Forschung in den Mittelpunkt, die Orte, an denen Fledermäuse gefunden werden, die sie für ihr Überleben brauchen, und ihren notwendigen Schutz durch Behörden, Forstämter und Nationalpark Harz bis hin zu aktuellen Erkenntnissen über Ektoparasiten und Zoonosen. Letzteres ist uns in den vergangenen Jahren schon bekannt geworden durch die Ausbreitung des Corona-Virus, den manche Forscher auf Fledermäuse von chinesischen Märkten zurückführen. Die vorliegende Arbeit zeigt aber auch, dass im 19. Jahrhundert schon viel Wissen über Fledermäuse vorhanden war. Die Kriege des 20. Jahrhunderts brachten die Forschungen auf diesem Gebiet jedoch vorübergehend zum Erliegen. Der Zusammenbruch der Fledermauspopulationen als Folge von Lebensraumzerstörungen wurde deshalb nur unzureichend dokumentiert, so dass Bemühungen zum Schutz der Tiere seit den 1960er Jahren zunächst damit verbunden waren, die Verbreitung einzelner Arten im Untersuchungsraum neu nachzuweisen.

 

 

Aus dem Inhalt

 

Agnes-M. Daub: Vorwort

 

Thomas Dunz, Friedhart Knolle, Wolfgang Rackow, Hildegard Rupp und Siegfried Wielert: Zum Geleit

 

Friedhart Knolle, Hildegard Rupp und Thomas Dunz: Naturraum Westharz mit Brocken und Harzvorländern

 

Hildegard Rupp: Quartäre Fledermausfaunen der Harzregion

 

Ralf Nielbock: Fledermaus-Knochenfunde aus der Einhornhöhle und dem Südharzer Zechsteinkarst

 

Wolfgang Rackow und Hildegard Rupp: Zur Geschichte der Fledermausforschung im Harz

 

Andrea Kirzinger: Fledermaus-Monitoring im Nationalpark Harz

 

Michael Lücke und Jörg Sonnabend: Praktischer Fledermausschutz in den Harzforstämtern der Niedersächsischen Landesforsten

 

Ingo Scheffler und Wolfgang Rackow: Ektoparasiten von Fledermäusen (Chiroptera) im Altkreis Osterode am Harz

 

Rainer Hartmann: Auswirkung von Umweltbelastungen auf Fledermäuse im Harz

 

Conrad M. Freuling, Antonia Klein und Thomas Müller: Fledermäuse und Tollwut

 

Friedhart Knolle und Hildegard Rupp: Friedel Knolle (1929–1997) – Mitbegründer des modernen Fledermausschutzes im niedersächsischen Harz

 

Die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Goslar und Göttingen sowie die Niedersächsischen Landesforsten und die Nationalparkverwaltung Harz haben bei den nötigen Arbeiten für diesen Band stets konstruktiv unterstützt. Ein besonderer Dank gilt darüber hinaus dem Naturwissenschaftlichen Verein Goslar für die Geduld und die Unterstützung bei der Herausgabe dieses Bandes. Letzterer übernahm dankenswerterweise gemeinsam mit dem NABU Osterode und der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz die Finanzierung des Drucks.

 

Er ist für 10,- Euro an der Kasse des Goslarer Museums oder zzgl. Versand bei Wolfgang Rackow per Email w.rackow@gmx.de zu erwerben.

 

Zitat: Naturwissenschaftlicher Verein Goslar (2022): Die Fledermäuse der Westharzregion. Teil 1: Naturraum und Forschungsgeschichte. – Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar, Bd. 14/1, 168 S., Goslar, ISSN 0176-2524

 

Foto: Friedel Knolle, Goslar: Harzer Nordfledermaus im Portrait,


WaldWandelTage: Für ein besseres Verständnis der sich verändernden Landschaft im Harz

Nationalpark Harz lädt ein zur öffentlichen Tagung am 9. Juli in Braunlage – mit Podiumsdiskussion und Sonderstempel.

Wernigerode, 29. Juni 2022. Der Nationalpark Harz veranstaltet am 9. Juli eine öffentliche Tagung „WaldWandelTage“ im Kurgastzentrum in Braunlage. Neben dem Fachpublikum sind insbesondere die Bewohner der Nationalparkregion, Besucher und die interessierte Öffentlichkeit dazu eingeladen. Die Nationalparkverwaltung will damit ein Angebot der sachlichen Information über die Veränderungen in den Harzer Wäldern machen und damit zum besseren Verständnis in der Öffentlichkeit beitragen. Bei dieser Veranstaltung gibt es auch einen Sonderstempel für die Harzer Wandernadel.

Im Rahmen der Tagung werden die vielfältigen Facetten des natürlichen Waldwandels – insbesondere auch unter den aktuellen klimatischen Entwicklungen – durch ein breit aufgestelltes Spektrum an Fachvorträgen namhafter Expert*innen sowie Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung Harz näher beleuchtet. Einer der thematischen Schwerpunkte dabei soll der Waldwandel in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sein. In einer anschließenden Podiumsdiskussion besteht für das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

In der Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen

Die Wälder im Harz durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel – hin zu großer Naturnähe der früheren großflächig monotonen Wirtschaftswälder. Doch die sich so rasch und so tiefgreifend verändernden Landschaftsbilder und die großflächig absterbenden Fichten im Harz ängstigen auch viele Menschen. Touristiker, Wirtschaftsbetriebe und Politiker in der Region machen sich Sorgen über mögliche Konsequenzen. In der öffentlichen Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen. Angesichts der derzeitigen öffentlichen Diskussionen zu Ursachen, Wirkungen und Chancen im Zusammenhang mit dem unter den aktuellen klimatischen Bedingungen rasant fortschreitenden Waldwandel sieht die Nationalparkverwaltung auf regionaler Ebene noch erheblichen Kommunikationsbedarf.

Die Vorträge halten Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Prof. Dr. Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Georg-August-Universität Göttingen, Dr. Peter Meyer, Leiter der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Hann. Münden, Dr. Katharina Tiebel, Expertin für Waldbau an der Technischen Universität Dresden, sowie Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, die den Waldwandel im Harz in der Außenperspektive beschreibet, Sabine Bauling, die für die Waldbehandlung zuständige Fachbereichsleiterin der Harzer Nationalparkverwaltung, und Naturschutzbiologin Anne Graser, Doktorandin an der Universität Göttingen, die über die Auswirkungen von Störungen in Wäldern auf Vögel und Nachtfalter berichtet.

Podiumsdiskussion und Exkursion in das Nationalparkgebiet

Eine anschließende Podiumsdiskussion soll ausreichend Raum für kritische Auseinandersetzungen mit dem anwesenden Fachpublikum, der interessierten Öffentlichkeit sowie regionalen Akteuren aus Politik und Wirtschaft bieten. Daran nehmen neben Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Prof. Dr. Ammer auch Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage, Andreas Meling, Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, und Ralf Grimpe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Wernigerode der IHK Magdeburg teil. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich hierbei mit Fragen einzubringen.

Zum Abschluss der Tagung haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Waldentwicklung im Nationalpark Harz im Rahmen einer geführten Exkursion am 10. Juli (mit Anmeldung) zum Achtermann noch einmal hautnah zu erleben. Dabei können sie die vielfältigen Aspekte einer neu entstehenden Wildnis entdecken.

Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben. Die Teilnahme an der Exkursion ist ebenfalls kostenfrei. Die Verpflegung am 9. Juli kann bei Bedarf individuell in der am Tagungsort befindlichen Gastronomie „Kartoffelscheune“ erfolgen. Jede/r Teilnehmende trägt die Kosten dafür selbst. Für die Teilnahme an der Exkursion am 10. Juli ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 6. Juli 2022 per E-Mail an: waldwandeltage@nationalpark-harz.de. Treffpunkt ist am Sonntag, 10. Juli, in Braunlage-Königskrug, Waldeingang am Waldhotel Achtermannstor (Parkmöglichkeit in der alten Schleife der B4) Beginn: 10.00 Uhr, Dauer ca. 2,5 bis 3 Stunden.

Das Tagungsprogramm am Samstag, 9. Juli 2022:

09.00 – 09.45 / Begrüßung durch Wolfgang Langer, Bürgermeister Stadt Braunlage,
Dr. Roland Pietsch, Leiter Nationalpark Harz, und Dr. Friedhart Knolle von der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN)

09.45 – 10.30 / Carola Schmidt, Harzer Tourismusverband e. V.:
Waldwandel im Harz in der Außenperspektive

10.30 – 11.15 / Dr. Katharina Tiebel, Technische Universität Dresden:
Natürliche Waldentwicklung unter aktuellen klimatischen Veränderungen

11.15 – 12.00 / Dr. Franz Leibl, Nationalpark Bayerischer Wald:
Natürliche Walddynamik im Bayerischen Wald

12.00 – 13.00 / Mittagspause

13.00 – 13.45 / Anne Graser, Universität Göttingen:
Auswirkungen veränderter Störungsregime in Wäldern auf die Biodiversität

13.45 – 14.30 / Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen:
Wälder im Klimawandel – Befunde und Prognosen

14.30 – 15.15 / Dr. Peter Meyer, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt:
Wie resilient ist der Wald des Nationalparks Harz im Klimawandel?

15.15 – 15.30 / Erfrischungspause

15.30 – 16.15 / Sabine Bauling, Nationalpark Harz: Waldsituation im Nationalpark Harz

16.15 - 17.30 / Podiumsdiskussion, moderiert von Oliver Stade (Goslarsche Zeitung)

FOTO: Waldwandel am Achtermann. Foto: Danilo Hartung


Deutscher Naturschutztag: Niedersachsens Naturlandschaften bieten Rahmenprogramm an

Auerhuhnsprechstunde, Luchsfütterung und Bergwildnis pur hat der Nationalpark Harz im Angebot. 

Wernigerode, 28. Juni 2022. In dieser Woche bis zum 3. Juli findet der Deutsche Naturschutztag (DNT) in Hannover statt. Unter dem Motto „Naturschutz jetzt! Natur. Landnutzung. Klima“ arbeiten Akteure aus Politik, Verwaltung, Planung, Ehrenamt und Wissenschaft an Fragen rund um Landnutzung, Biodiversität und Klimaneutralität. Themen, die auch die Niedersächsischen Naturlandschaften seit Langem beschäftigen. Die 14 Naturparke, zwei Nationalparke und zwei Biosphärenreservate Niedersachsens bieten deshalb ein gemeinsames Rahmenprogramm an.

Zu den Exkursionen bis zum 3. Juli sind das Fachpublikum des DNT, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Gäste in den Gebieten eingeladen. Im Naturpark Südheide Fledermäusen hinterher spüren, in Gummistiefeln den Nationalpark Wattenmeer erleben oder im Naturpark Münden die geheimnisvolle Welt der Moore erkunden: Das Programm ist so vielfältig wie die Großschutzgebiete selbst. Eins haben alle Veranstaltungen aber gemeinsam: Sie vermitteln Besucherinnen und Besuchern die Natur und zeigen das ganz konkret vor Ort für ihren Schutz getan wird.

Naturerlebnis-Programm im Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz bietet in seinem Naturerlebnis-Programm zahlreiche Führungen an, einige täglich, andere zu bestimmten Terminen: 

AUERHUHN-SPRECHSTUNDE
Die Nationalpark-Ranger beantworten während Fütterung und Pflege der Auerhühner die Fragen der Gäste. Das Gehege ist vom Lonauer Dorfgemeinschaftshaus im Ortszentrum über einen kurzen Fußweg durch die Lonauer Wiesen erreichbar. Am Auerhuhngehege befindet sich auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel. Uhrzeit: täglich 10 bis 11 Uhr; Dauer: 60 Minuten; Anmeldung: nicht erforderlich (Informationen unter 05521 72653)

MIT DEM RANGER EINMAL UM DIE BROCKENKUPPE
Erfahren Sie auf dieser rund einstündigen Rundwanderung mit dem Ranger um die Brockenkuppe Interessantes rund um Flora, Fauna, Meteorologie, Geologie, Mystik und die wechselvolle Geschichte des Berges. Uhrzeit: täglich 12.30 Uhr Dauer: 60 Minuten; Anmeldung unter Telefon 039455/50005. 

BROCKENGARTEN IM BLÜTENZAUBER
Besuchen Sie Deutschlands ältesten Hochgebirgsgarten mit rund 1.500 Arten aus allen Hochgebirgen der Erde. An Wochenenden und Feiertagen ist der Besuch des Brockengartens nur in Kombination mit der um 12:30 Uhr beginnenden Rundwegführung „Mit dem Ranger einmal um die Brockenkuppe“ möglich. Uhrzeit: täglich 11.30 Uhr sowie 14 Uhr; Dauer: 45 Minuten; Anmeldung: nicht erforderlich (Informationen unter 0170/5709015); Sonderführungen für Gruppen können unter Tel 03943/550220 oder 0170/5709015 vereinbart werden. 

01.07.2022 - BERGWILDNIS PUR – NATURERLEBNISSE MIT DEM RANGER
Auf dieser leichten Tour erfahren Sie viel Wissenswertes über den Nationalpark Harz und wandern durch die Kernzone des Naturschutzgebietes. Hier darf sich die Natur frei entwickeln und der Wandel zur neuen Wildnis ist an vielen Stellen bereits gut zu erkennen. Je nach Wetterlage bietet die weite, baumlose Hochmoorfläche des nahegelegenen Großen Torfhausmoores einen grandiosen Brockenblick oder mystische Nebelstimmung. Auch echte fleischfressende Pflanzen und weitere seltene Moor-Bewohner kann man vom Bohlensteg über das Moor gut entdecken. Und wer wollte nicht schon immer mal auf Goethes Spuren wandeln oder die gut erhaltenen Relikte der „Oberharzer Wasserwirtschaft“, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, erkunden?, Uhrzeit: 10 Uhr; Dauer: 180 Minuten; Länge: 7 km;
Anmeldung unter: 05320/269 oder
rangerstation-torfhaus@nationalpark-harz.de

01.07.2022 - WILDE HEIMAT – EIN ABENTEUER MIT FUCHS, ROTHIRSCH UND MEISTER GRIMBART
Tiere begleiten uns Menschen ein Leben lang. Oft handelt es sich hierbei um Haustiere. Doch wenn wir im heimatlichen Wald spazierengehen, können uns auch dessen Bewohner begegnen – oder zumindest zahlreiche Spuren. Uhrzeit: 14 Uhr; Dauer: 150 Minuten; Anmeldung unter: 05320/331790 oder
post@torfhaus.info 

02.07.2022 - MIT DEN RANGERN DURCH DIE HOCHLAGEN DES NATIONALPARKS
Die vom Nationalpark-Ranger geführte Entdeckertour führt von Braunlage aus durch das Wilde Bodetal hinauf zur „Bärenbrücke“. Sie erfahren Spannendes über den Nationalpark Harz und seinen Wald im Wandel. Uhrzeit: 9.30 Uhr; Dauer: 180 Minuten ; Länge: 6 km; Anmeldung: 05520/923039 oder
rangerstation-koenigskrug@nationalpark-harz.de 

02.07.2022 - LUCHSFÜTTERUNG
Das Luchsgehege an der Rabenklippe liegt in der Nähe von Bad Harzburg mitten im Wald. Zweimal in der Woche können Sie unseren Luchsen bei ihrer Mahlzeit zuschauen und dazu viel Wissenswertes über die sonst so scheuen Katzen erfahren. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Sie erreichen das Luchsgehege von Bad Harzburg aus über ausgewiesene Wanderwege. Die Strecke beträgt rund 4 Kilometer. Etwa 200 Höhenmeter sparen Sie, wenn Sie mit der Burgberg-Seilbahn von der Talstation Bad Harzburg auf den Burgberg fahren. Von April bis Anfang November verkehrt die KVG-Buslinie 875 zwischen Bad Harzburg und dem Luchsgehege an der Rabenklippe. Bei Gruppen ab 20 Personen ist für die Busfahrt eine Anmeldung unter 05322/52017 notwendig. Eine Anfahrt mit dem eigenen PKW ist nicht möglich! Uhrzeit: 14.30 Uhr; Anmeldung: nicht erforderlich

Die Veranstaltungen aller Niedersächsischen Naturlandschaften und Informationen zur Anmeldung finden Sie online unter www.niedersachsen.naturparke.de

Das sind die Niedersächsischen Naturlandschaften

Insgesamt gibt es in Niedersachsen 18 der Nationalen Naturlandschaften, die mehr als ein Viertel der Landesfläche ausmachen: Zahlenmäßig am häufigsten vertreten sind die 14 Naturparke: Die Lüneburger Heide ist der älteste, der Hümmling der jüngste, die Wildeshauser Geest der größte und das Bourtanger Moor-Bargerveen der kleinste Naturpark. Der Naturpark Münden liegt ganz im Süden und der Naturpark Elbhöhen-Wendland ganz im Osten des Landes. Das Steinhuder Meer und der Dümmer umgeben die größten Binnengewässer in Niedersachsen, im Naturpark Harz befindet sich der höchste Berg Niedersachsens. Die Südheide, der Elm-Lappwald, das Weserbergland, der Solling-Vogler und der Natur- und Geopark TERRA.vita komplettieren die Gruppe.

Dazu kommen zwei Biosphärenreservate – Modellregionen für nachhaltige Entwicklung – in der Elbtalaue und am Wattenmeer. Eine besonders hohe Schutzstufe erreichen die zwei Nationalparke im Harz und am Wattenmeer. Alle 18 Gebiete sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln entspannt zu erreichen. 

FOTO: Bergwildnis pur: Bei den Wanderungen mit den Ranger erfahren die Teilnehmer viel Wissenswertes über den Nationalpark Harz und wandern durch die Kernzone des Naturschutzgebietes.

Foto: Sebastian Berbalk, Nationalpark Harz


Renaturierungsprojekt: Juniorrangergruppe „Bären“ lässt Brachfläche hinter Supermarkt erblühen

Die Bad Harzburger Nationalpark-Juniorranger engagieren sich für den Umweltschutz in ihrer Heimatstadt.

Wernigerode, 22. Juni 2022. Die Bad Harzburger Nationalpark-Juniorranger-Gruppe „Bären“ engagiert sich für den Umweltschutz in ihrer Heimatstadt. Ob ausgeräumte Gärten oder asphaltierte Flächen: Gerade in den Siedlungs- und Gewerbegebieten in Städten wird es wildlebenden Tieren und Pflanzen oft schwer gemacht, einen Platz zum Leben zu finden. Dabei kann auch eine Brachfläche hinter einem Supermarkt in eine Oase für Vögel, Fledermäuse und Insekten verwandelt werden. Genau das haben die Juniorranger bei einem Renaturierungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Edeka-Markt in der Herzog-Wilhelm-Straße getan. Unterstützt wurden sie dabei auch von Tim Hackbeil, einem ehemaligen Juniorranger, der mittlerweile eine Firma für Garten- und Landschaftsbau betreibt.

„Können Sie mit Ihren Juniorrangern die zugewachsene Brachfläche hinter unserem Edeka in eine blühende Wiese mit freundlichen Lebensbedingungen für Vögel, Fledermäuse und Insekten umwandeln?“ Mit dieser Frage trat Torben Krone, Inhaber des Marktes in der Innenstadt von Bad Harzburg, im Juni 2021 an die Leitung der Juniorranger-Gruppe „Bären“, die Nationalpark-Ranger Carla Hoffmann und Patrick Preiß, heran. Es klang nach einem interessanten und sinnvollen Naturschutzprojekt. Die Jugendlichen waren sofort neugierig, was sie dort erwarten würde, und gingen voller Tatendrang ans Werk.

Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten gebaut und aufgehängt

Die Vorgehensweise bei der Umgestaltung wurde beraten und nach der gemeinsamen Aufnahme der Fläche wurde entschieden, welche Pflanzen entfernt, welche bleiben und was neu gesät werden sollte. Mit einem Banner wurden die Supermarkt-Kunden und die Anwohner über das Projekt informiert.

Ab vergangenem September begann dann die anstrengende Beräumung der Fläche: Scheinakazien wurden abgesägt, Mahonie und Efeu mühevoll während vieler Treffen ausgerodet. Als es Ende November nachmittags früh dunkel wurde, begannen die handwerklichen Tätigkeiten im Jugendgruppenraum am HarzWaldHaus: Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten wurden gebaut und anschließend auf der Fläche aufgehängt. Im Mai wurde das Gelände freigeschnitten und aus dem anfallenden Holz eine Hecke als Unterschlupf für Tiere aufgeschichtet. Tim Hackbeil, der die Juniorranger tatkräftig unterstützte, übernahm es, den vielen Wurzeln mit dem Bagger zu Leibe zu rücken und eine dem Standort angepasste Bodenschicht aufzubringen.

Ende Mai 2022 war es dann vollbracht: Die Renaturierungsarbeiten waren abgeschlossen. Alle Helfer versammelten sich an der Fläche und auch Torben Krone und Tim Hackbeil wurden zu diesem Treffen eingeladen. Patrick Preiß ließ bei dieser Gelegenheit das Projektjahr Revue passieren. Er bedankte sich bei Krone für die Gelegenheit, solch ein Naturschutz-Projekt in die Tat umzusetzen und auch für die Versorgung der Gruppe mit Getränken während der zum Teil schweißtreibenden Arbeiten. Tim Hackbeil dankte er für die praktische Unterstützung. Krone wiederum dankte den engagierten Jugendlichen und den beiden Nationalpark-Rangern für den engagierten Einsatz im Dienste der Artenvielfalt.

Blühwiese mit ein- und mehrjährigen einheimischen Pflanzen angelegt

Hackbeil hatte Saatgut für die Bepflanzung mitgebracht, dessen Zusammensetzung er den Juniorrangern erklärte: Kleine und große, runde und spitze, halbmond- und sternförmige Samen bilden die Grundlage für eine Blühwiese mit ein- und mehrjährigen einheimischen Pflanzen auf diesem schattigen und mageren Boden. Dann ging es an die Aussaat. Um die Samen anzudrücken, hatte Hackbeil eine Rasenwalze mitgebracht. Zusätzlich traten viele Füße bei einem Rätsel-Such-Spiel die Erde fest und die Jugendlichen lernten dabei gleich ein paar der Blumen kennen, die hier wachsen sollen. Nach dem abschließenden Wässern der Fläche heißt es nun: Abwarten, was die Natur daraus macht – welche Blumen kommen, welche Tiere sie als Nahrungsquelle nutzen und von wem die Nisthilfen bezogen werden.

In Erinnerung bleibt in jedem Fall eine tolle gemeinsame Aktion, die den Kindern und Jugendlichen viel Wissen über Blühpflanzen, Höhlenbrüter, Fledermäuse und Insekten brachte, welches bei den kommenden Treffen weiter vertieft wird.  Die Juniorranger ziehen eine durchweg positive Bilanz: „Es war abwechslungsreich und sehr schön, dass wir das erlernte Wissen auch umsetzen und vor Ort etwas Gutes für die Insekten tun konnten. Es entstand eine Fläche, der wir nun beim Entwickeln und Wachsen zusehen können. Eine Fläche, die Außenstehenden einen Denkimpuls gibt“, sagt Derya. Und auch Meral stellt zufrieden fest: „Ich fand das Projekt sehr gelungen, weil man etwas zentral vor Ort geschaffen hat, wo man jederzeit Fortschritte beobachten kann, ohne die Stadt zu verlassen und das Gelände frei zugänglich ist.“

Weitere Informationen über die Junior-Ranger gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter www.nationalpark-harz.de/de/naturspass-fuer-kids/juniorranger/ 

 

FOTO 1: Ab vergangenem September begann die anstrengende Beräumung der Fläche: Scheinakazien wurden abgesägt, Mahonie und Efeu mühevoll während vieler Treffen ausgerodet. Foto: Nationalpark Harz

FOTO 2: Die Juniorranger brachten Saatgut für eine Blühwiese mit ein- und mehrjährigen einheimischen Pflanzen aus. Foto: Nationalpark Harz

FOTO 3: Im Jugendgruppenraum am HarzWaldHaus wurden Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten gebaut. Foto: Nationalpark Harz


Besucher des HohneHofs erleben Insektenvielfalt als spannende Aktion mit Becherlupe und Bestimmungsbuch

Commerzbank-Umweltpraktikantin Lara Wöhlkens betreute Teilnehmer beim Aktionstag zur Artenvielfalt im Nationalpark.

 

 

Wernigerode, 21. Juni 2022. Ein richtiges „Jagdfieber“ stellte sich bei Teilnehmern an einem Aktionstag zur Artenvielfalt am Natur-Erlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz ein, berichtet Verena Marten, die dort für die Umweltbildung zuständig ist. Auf der nahegelegenen Hohnewiese galt es nämlich für die rund 150 interessierten Besucherinnen und Besucher, heimische Pflanzen- und Insektenarten zu bestimmen.

Ausgestattet mit Becherlupen machten sie sich an den Wegrändern der Wiese auf die Suche nach den kleinen Krabbeltieren und den vielen verschiedenen Wildblumen und Kräutern, die dort gedeihen. Die gefundenen Exemplare wurden gemeinsam mit einem Ranger und anderen Mitarbeitenden des HohneHofs bestimmt und auf Plakaten notiert, um so die große Vielfalt auf der Wiese darzustellen. Und viele der begeisterten Teilnehmer waren emsig bestrebt, immer noch eine weitere Art zu finden, die bislang nicht auf der Liste stand. Ziel dieses Aktionstages war es, auf die Artenvielfalt im Nationalpark Harz, deren Relevanz und die Vernetzung der Arten aufmerksam zu machen – was bei den Besuchern auf großes Interesse stieß.

 

 

Artenvielfalt auf der Wiese nicht auf den ersten Blick ersichtlich

Um die Betreuung und Begleitung der Gäste kümmerte sich auch Lara Wöhlkens, die derzeit ein Commerzbank-Umweltpraktikum beim Nationalpark Harz absolviert. „Ein junges Paar hat es richtig gepackt, die wollten gar nicht mehr aufhören, Insekten zu suchen“, schildert sie die Entdeckerfreude der Teilnehmer. Die beiden seien sehr stolz darüber gewesen, viele der auf einer Übersicht vorgestellten Arten gefunden zu haben. „Es waren auch sehr viele Kinder da und alle waren total begeistert.“ Bei den Kleineren sei es oft so gewesen, dass die Eltern ein Insekt gefangen hatten und das Kind es dem Ranger zum Bestimmen präsentierte. „Dann lief es zurück zu den Eltern, um stolz den Namen des Insekts zu verkünden“, erzählt Lara schmunzelnd. Eine besondere Motivation für die Mädchen und Jungen war es, die Steckbriefe für die gefundenen Arten auszufüllen. Angst vor Insekten und Spinnen, die auf der Wiese leben, habe keines der Kinder gehabt, betont Lara.

Die Artenvielfalt auf so einer Wiese sei vielen Menschen wohl auf den ersten Blick nicht ersichtlich, vermutet Lara. Auch sie selbst habe bei der Aktion und der Vorbereitung dazu einiges über die Arten gelernt. „Wir hatten bei einem Probesuchen schon einige Tiere gesammelt. Damit kannte ich mich gar nicht aus“, räumt sie ein. „Ich habe mir viel neues Wissen angeeignet. Zum Beispiel auch, wie man die einzelnen Tiere gezielt in einem Bestimmungsbuch finden kann.“

Lara hat Physik und Biologie auf Lehramt studiert. Nach dem Praktikum steht ihr Referendariat an, sie hat schon eine Stelle in Hamburg. Das Commerzbank-Umweltpraktikum zum Studienabschluss sei für sie eine willkommene Gelegenheit, vorher noch einige praktische Erfahrungen in der Umweltbildung zu sammeln. So habe sie festgestellt, dass man als Betreuerin bei so einer Aktion gar nicht alles selbst wissen muss: Etwas gemeinsam mit den Teilnehmern herauszufinden, sei für alle eine bereichernde Erfahrung.

Die Vermittlung von Informationen mache ihr Freude: „Ich habe vorher schon Führungen in Museen gemacht und auch Klassen unterrichtet. Hier am Hohnehof ist es aber ein ganz anderes Umfeld. Es ist schön, draußen zu arbeiten. Das würde ich gern in die Schule mitnehmen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder die Natur in ihrer Umgebung kennenlernen.“ Viele Kinder hätten nur wenig Berührung mit der Natur, das können man schon am Barfußpfad feststellen: „Das ist für viele Kinder eine völlig unbekannte Erfahrung.“ Viele Schulkinder hätten auch schon ein eigenes Smartphone mit Kamera. „Das gehört heute einfach dazu“, äußert sie sich verständnisvoll für diese Entwicklung. Es sei aber wichtig, die digitalen Medien und die Umwelterfahrung zu verbinden, findet sie. Das könne zum Beispiel mit Bestimmungs-Apps funktionieren.

Weitere Informationen zu den Angeboten am Natur-Erlebniszentrum HohneHof gibt es im Internet unter www.nationalpark-harz.de/de/besucherzentren/hohnehof/  

FOTO 1: Ranger Lennart Ender und Commerzbank-Umweltpraktikantin Lara Wöhlkens bei der Bestimmung eines Insekts in der Becherlupe. Foto: Verena Marten, Nationalpark Harz;

FOTO 2: Teilnehmer der Aktion am HohneHof beim Bestimmen von gefangenen Insekten. Foto: Verena Marten, Nationalpark Harz;

FOTO 3: Einer der Schmetterlinge, die auf der Hohnewiese zu finden sind: Ein gelbwürfeliger Dickkopffalter auf dem Wald-Storchenschnabel. Foto: Verena Marten, Nationalpark Harz;


Ehrenamtliche Unterstützung: Commerzbank-Umweltpraktikum entfaltet nachhaltige Wirkung

Ehemaliger Praktikant wechselte in den hauptamtlichen Naturschutz und engagiert sich auch weiter ehrenamtlich. 

St. Andreasberg, 15. Juni 2022. Bei einer Bergwiesenexkursion des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg führte Leonard Schmalhaus am vergangenen Samstag (11.06.2022) rund 30 interessierte Teilnehmer über die unter Naturschutz stehenden Bergwiesenflächen nördlich von Sankt Andreasberg. Der passionierte Botaniker berichtete nicht nur detailliert über die dort vorkommenden Pflanzenarten, sondern auch über die interessante Entstehungsgeschichte dieser einzigartigen Kulturlandschaft.

Von Juli bis September 2021 verbrachte Schmalhaus noch sein von der Commerzbank finanziell und organisatorisch gefördertes Umweltpraktikum im Nationalparkhaus, das vom NABU Niedersachsen betrieben wird. Nahtlos wechselte er dann zum hauptamtlichen Naturschutz und arbeitet seitdem beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover.

Vielfältiges Angebot des Nationalparkhauses wäre ohne ehrenamtlichen Unterstützer nicht möglich

Leonard Schmalhaus hält weiterhin Kontakt zu seiner ehemaligen Einsatzstelle und übernahm gerne die ehrenamtliche Leitung der Bergwiesenexkursion. Thomas Appel, Leiter des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg, ist über dieses Engagement hoch erfreut und betont, dass das vielfältige Angebot an Vorträgen und Exkursionen des Nationalparkhauses ohne die ehrenamtlichen Unterstützer überhaupt nicht möglich wäre. Das Commerzbank-Umweltpraktikum leistet daher seit vielen Jahren einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag zur dortigen Umweltbildungsarbeit, der weit über das reine Praktikum hinaus Wirkung entfaltet, betont Appel.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet den Praktikantinnen und Praktikanten die einmalige Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für die spätere Berufswahl zu erwerben.

Weitere Informationen: www.nationalpark-harz.de/de/mitmachen/Commerzbank-Umweltpraktikum

FOTO: Bei einer Bergwiesenexkursion des Nationalparkhauses Sankt Andreasberg führte Leonard Schmalhaus, ehemaliger Commerzbank-Praktikant im Nationalpark Harz (rechts, stehend), rund 30 interessierte Teilnehmer über die unter Naturschutz stehenden Bergwiesenflächen nördlich von Sankt Andreasberg. Foto: Thomas Appel, Nationalparkhaus Sankt Andreasberg,

FOTO: Der passionierte Botaniker Leonard Schmalhaus berichtete detailliert über die dort vorkommenden Pflanzenarten und zeigte den Teilnehmern unter anderem besondere Teufelskrallen. Foto: Thomas Appel, Nationalparkhaus Sankt Andreasberg


Neue Nationalpark-Partner ausgezeichnet

Die Partnerbetriebe haben sich einem nachhaltigen und umweltverträglichen Tourismus verschrieben.

Wernigerode, 14. Juni 2022. Nationalpark-Partner sind Anbieter aus der Harz-Region, die sich einem nachhaltigen und umweltverträglichen Tourismus verschrieben haben, mit den Zielen des Nationalparks Harz übereinstimmen und deshalb unter dem Motto „Im Herzen NaturVersteher“ eng mit ihm zusammenarbeiten: Gemeinsam aktiv für das Schutzgebiet und die Region. Im Rahmen des jüngsten Nationalpark-Partner-Treffens wurden kürzlich weitere Betriebe ausgezeichnet.

Der Wintersportverein Braunlage (WSV) mit seiner Abteilung Mountainbike ist ab sofort Teil des Partnernetzwerks und damit Botschafter des Nationalparks. Immer im Austausch mit den Gästen ist es dem WSV – federführende hier Mountainbikeguide Lars Adam – wichtiger denn je, über den Waldwandel und die Vorgänge in der Natur informieren zu können. Deshalb soll nun als Teil des Partner-Netzwerkes Fortbildungen im Fokus stehen und gemeinsame Angebote und Ideen entwickelt werden. Mit der Partnerschaft hat der WSV einen direkten Draht in die Nationalparkverwaltung für seine Anliegen und kann sich auch im Hinblick einer nachhaltigen touristischen Entwicklung der Region mit Gleichgesinnten im Netzwerk austauschen.

Bildungsstätte mitten im Nationalpark

Das Internationale Haus Sonnenberg in Sankt Andreasberg, bereits seit 2013 Nationalpark-Partner, hat die Kriterien schon zum dritten Mal erfüllt und seine Nachhaltigkeitsmaßnahmen ausgebaut. Damit wurde die Partnerschaft vom Vergaberat um weitere drei Jahre verlängert. Als Heimvolkshochschule und Europahaus bietet das Internationale Haus Sonnenberg (IHS) seit über 50 Jahren Bildungs- und Begegnungsveranstaltungen für Jugendliche, Erwachsene und Familien aus Europa und der ganzen Welt an. Darüber hinaus steht es als attraktive Tagungsstätte für Seminare, Konferenzen und Feiern zur Verfügung.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie das Zusammenleben der Menschen weltweit friedlich und verantwortungsbewusst nachhaltig gestaltet werden kann - aktuell eine sehr dringende Frage. In der Zusammenarbeit mit dem Nationalpark sind wichtige Eckpunkte des IHS-Bildungsprogramms ökologische Themen sowie Nachhaltigkeit. Das IHS wirbt für die Idee des Nationalparks als Bildungsstätte mitten im Nationalpark.

Auch das Schullandheim Torfhaus der Region Hannover ist bereits langjähriger Partner im Verbund mit dem Nationalpark Harz. Das Bildung- und Erlebnisprogramm ist eng mit der Umweltbildung des Nationalparks verbunden. Regelmäßig finden Veranstaltungen mit den Biologen des Nationalparkbesucherzentrums und den Rangern des Nationalparks statt. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Umweltorientierung und Regionalität hat das Schullandheim in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen umgesetzt und sich neu aufgestellt. Der Vergaberat hat mit der Entscheidung, die Nationalpark-Partnerschaft zu verlängern, das große Engagement der Mitarbeiter:innen des Schullandheims ausgezeichnet, sich für Natur- und Umweltschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen. 

Das Nationalpark-Partner-Treffen findet mehrmals im Jahr statt und dient dem Austausch mit weiteren Partnern und der Nationalparkverwaltung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen in der Nationalparkregion, im Nationalpark und die gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen, so auch die derzeitige Partnerausstellung im Umweltministerium in Hannover, die Präsentation auf dem Deutschen Naturschutztag und ein neues Poetry-Video.

Poetischer Film über die Schutzgebiete und ihre Partner in Deutschland

Anlässlich des bundesweiten Dialogforums der Partnerschaften der Nationalen Naturlandschaften „Nachhaltiges Netzwerk Leben" entstand ein neuer, erfrischender und poetischer Film über die Schutzgebiete und ihre Partner in Deutschland. In moderner Dicht- und Sprachkunst hat Sandra Da Vina die Schönheit und Vielfalt unserer Naturlandschaften, das nachhaltige Handeln der Partner, aber auch die gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung, dem Klimawandel entgegenzuwirken, beschrieben.

Das Video kann im Internet auf der Seite des Nationalparks angesehen werden:

www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2022/2022_05_24_Poetryfilm_Partnernetzwerk 

Weitere Informationen zu den Nationalpark-Partner gibt es im Internet unter www.nationalpark-harz-partner.de/nlppartner/de/start 

FOTO: Beim Treffen der Nationalpark-Partner. Foto: Nationalpark Harz


Fuhrleute im Harz, Roter Fingerhut und Neues aus dem Nationalpark Harz - UNSER HARZ Juni 2022 ist erschienen

Aus dem Inhalt:

Dr. Lutz Wille: Fuhrwesen und Fuhrleute im Harz

Rainer Kutscher: Fuhrleute aus Buntenbock und Lerbach

Eva Brandt: Endlich hat sick dat warme Wäder dorchesett

Ingrid Kreckmann: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) – eine typische Harzblume

Nationalparkforum: Freiwillig aktiv für den Nationalpark Harz: Viele Menschen beteiligen sich an Baumpflanzaktionen



Momentan merken wir wieder einmal, wie wichtig Mobilität ist, egal ob privat oder für die Wirtschaft. Das war natürlich auch schon früher so und an vielen Orten im Harz wird der entsprechenden historischen Gegebenheiten gedacht, etwa den Kiepenfrauen oder Eseltreibern. In diesem Heft widmen sich gleich zwei Autoren, jeder auf seine Art, dem Fuhrwesen im Harz. Dr. Lutz Wille gibt einen Überblick über „Fuhrwesen und Fuhrleute im Harz“, wohingegen Rainer Kutscher sich auf die „Fuhrleute aus Buntenbock und Lerbach“ konzentriert. Das Erstarken dieses Berufszweiges ebenso wie sein Verschwinden sind Ausdruck für die Entwicklungen (nicht nur) im Harz – die mit mehr Transport einhergehende Arbeitsteilung ebenso wie die voranschreitende Technologie, die mit der Einführung von Eisenbahn, Omnibus und Automobil das „Aus“ für Pferdefuhrwerke bedeutete.

Mit dem Maiwetter nicht ganz in Übereinstimmung zu bringen ist der Beitrag von Eva Brandt: „Endlich hat sick dat warme Wäder dorchesett“. Nach den heißen und trockenen Maitagen setzte zwar endlich Regen ein, doch es wurde auch wieder ungemütlich kalt. Die Kräuter und Blumen wachsen jedenfalls und laden dazu ein, Sträuße zu pflücken oder etwas für die Suppe mitzunehmen. Nicht in die Suppe gehört der Rote Fingerhut, über den Frau Kreckmann berichtet.

Dass das Wetter mehr als früher für Gesprächsstoff sorgt, liegt am Klimawandel, der im Harz so deutlich vor Augen steht (oder besser: fällt, wenn man die Bäume betrachtet). 83 % der Menschen befürchten, dass der Wald vertrocknet und stirbt, wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten. Dies führt zu einer Welle der Hilfsbereitschaft, wie Herr Baumgartner im Nationalpark-Forum darstellt. Viele Menschen beteiligen sich an Baumpflanzaktionen, ja es sei ein regelrechter „Volkssport“ geworden.

Vielleicht hilft ja das 9-Euro-Ticket, die verschiedenen Themen in der Gegenwart positiv zu gestalten: Weniger Spritverbauch, weniger Kosten, weniger CO2-Ausstoß. Wir jedenfalls erproben uns am Harzer Verkehrsnetz, um den Harz mit Fingerhut, Kräutern und Co. zu erkunden.

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.


Bildungsurlaub zum Harz im Wandel der Lebens- und Arbeitswelt vom 27.6. bis 1.7.2022 in Sankt Andreasberg – ein Seminar der Evangelischen Erwachsenenbildung Braunschweig

Der Harz, reich an Boden- und Naturschätzen, war immer schon im Wandel. Der Abbau von Erzen und ihre Verhüttung, das Anlegen von Gräben und Teichen und die Nutzung der Wasserkraft, die Holzwirtschaft, der Abbau und die Weiterverarbeitung von Gesteinen und vieles mehr haben ihn verändert. All dies war immer auch verbunden mit technischen Innovationen und gesellschaftlichem Wandel – und mit Natureingriffen.

 

Im Seminar wollen wir uns mit früheren wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Harzregion beschäftigen, aktuelle Herausforderungen kennen lernen und diskutieren, was sich aus früheren Veränderungen und Erfahrungen lernen lässt.

 

Referenten: Dr. Friedhart Knolle, Harzer Geologe und Naturschützer, und Michael Rudolph, Niedersächsische Landesforsten.

 

Veranstaltungsort: Die Veranstaltung findet im Internationalen Haus Sonnenberg in St. Andreasberg statt, www.sonnenberg-international.de

 

Veranstalter: Evangelische Erwachsenenbildung, Arbeitsgemeinschaft Braunschweig, Seminargebühr 350 €, Anmeldung: 05331/802 543, eeb.braunschweig@evlka.de


WaldWandelTage: Für ein besseres Verständnis der sich verändernden Landschaft im Harz

Der Nationalpark Harz veranstaltet eine öffentliche Tagung „WaldWandelTage“ am 9. Juli im Kurgastzentrum in Braunlage. 

Wernigerode, 09. Juni 2022. Die Wälder im Harz durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel. Die Ursachen sind offensichtlich: die menschenverursachte Klimakrise spielt eine wesentliche Rolle, aber auch das menschliche Wirtschaften in der Vergangenheit. Im Nationalpark Harz führt dieser radikale Umbruch zu einem nun sehr schnellen Wandel hin zu großer Naturnähe der früheren großflächig monotonen Wirtschaftswälder. So alarmierend die Ursachen sind, so positiv ist der Effekt für den Nationalpark und mittelfristig auch für dessen Landschaft. Doch die sich so rasch und so tiefgreifend verändernden Landschaftsbilder und die großflächig absterbenden Fichten im Harz ängstigen auch viele Menschen. Touristiker, Wirtschaftsbetriebe und Politiker in der Region machen sich Sorgen über mögliche Konsequenzen. In der öffentlichen Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen.

Angesichts der derzeitigen öffentlichen Diskussionen zu Ursachen, Wirkungen und Chancen im Zusammenhang mit dem unter den aktuellen klimatischen Bedingungen rasant fortschreitenden Waldwandel sieht die Nationalparkverwaltung auf regionaler Ebene noch erheblichen Kommunikationsbedarf. Aus diesem Grund veranstaltet der Nationalpark Harz eine öffentliche Tagung „WaldWandelTage“ am 9. Juli 2022 im Kurgastzentrum in Braunlage. Damit will die Nationalparkverwaltung ein Angebot der sachlichen Information machen und damit zum besseren Verständnis in der Öffentlichkeit beitragen.

Einladung an Bewohner der Nationalparkregion und interessierte Öffentlichkeit

Die „WaldWandelTage“ richten sich neben dem geladenen Fachpublikum besonders an die Bewohner der Nationalparkregion und die interessierte Öffentlichkeit. Im Rahmen der Tagung am 9. Juli 2022 im Kurgastzentrum Braunlage werden die vielfältigen Facetten des natürlichen Waldwandels – insbesondere auch unter den aktuellen klimatischen Entwicklungen – durch ein breit aufgestelltes Spektrum an Fachvorträgen namhafter Expert*innen sowie Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung Harz näher beleuchtet. Einer der thematischen Schwerpunkte dabei soll der Waldwandel in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sein.

Die Vorträge halten Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Prof. Dr. Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Georg-August-Universität Göttingen, Dr. Peter Meyer, Leiter der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Hann. Münden, Dr. Katharina Tiebel, Expertin für Waldbau an der Technischen Universität Dresden, sowie Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, die den Waldwandel im Harz in der Außenperspektive beschreibet, Sabine Bauling, die für die Waldbehandlung zuständige Fachbereichsleiterin der Harzer Nationalparkverwaltung, und Naturschutzbiologin Anne Graser, Doktorandin an der Universität Göttingen, die über die Auswirkungen von Störungen in Wäldern auf Vögel und Nachtfalter berichtet.

 

Podiumsdiskussion und Exkursion in das Nationalparkgebiet

Eine anschließende Podiumsdiskussion soll ausreichend Raum für kritische Auseinandersetzungen mit dem anwesenden Fachpublikum, der interessierten Öffentlichkeit sowie regionalen Akteuren aus Politik und Wirtschaft bieten. Daran nehmen neben Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Prof. Dr. Ammer auch Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage, Andreas Meling, Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, und Ralf Grimpe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Wernigerode der IHK Magdeburg teil.

Zum Abschluss der Tagung haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Waldentwicklung im Nationalpark Harz im Rahmen einer geführten Exkursion am 10. Juli (mit Anmeldung) zum Achtermann noch einmal hautnah zu erleben. Dabei können sie die vielfältigen Aspekte einer neu entstehenden Wildnis entdecken.

 

Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben. Die Teilnahme an der Exkursion ist ebenfalls kostenfrei. Die Verpflegung am 9. Juli kann bei Bedarf individuell in der am Tagungsort befindlichen Gastronomie „Kartoffelscheune“ erfolgen. Jede/r Teilnehmende trägt die Kosten dafür selbst. Für die Teilnahme an der Exkursion am 10. Juli ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 6. Juli 2022 per E-Mail an: waldwandeltage@nationalpark-harz.de. Treffpunkt ist am Sonntag, 10. Juli, in Braunlage-Königskrug, Waldeingang am Waldhotel Achtermannstor (Parkmöglichkeit in der alten Schleife der B4) Beginn: 10.00 Uhr, Dauer ca. 2,5 bis 3 Stunden.

 

Das Tagungsprogramm am Samstag, 9. Juli 2022:

09.00 – 09.45 / Begrüßung durch Wolfgang Langer, Bürgermeister Stadt Braunlage,
Dr. Roland Pietsch, Leiter Nationalpark Harz, und Dr. Friedhart Knolle von der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN)

09.45 – 10.30 / Carola Schmidt, Harzer Tourismusverband e. V.:
Waldwandel im Harz in der Außenperspektive

10.30 – 11.15 / Dr. Katharina Tiebel, Technische Universität Dresden:
Natürliche Waldentwicklung unter aktuellen klimatischen Veränderungen

11.15 – 12.00 / Dr. Franz Leibl, Nationalpark Bayerischer Wald:
Natürliche Walddynamik im Bayerischen Wald

12.00 – 13.00 / Mittagspause

13.00 – 13.45 / Anne Graser, Universität Göttingen:
Auswirkungen veränderter Störungsregime in Wäldern auf die Biodiversität

13.45 – 14.30 / Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen:
Wälder im Klimawandel – Befunde und Prognosen

14.30 – 15.15 / Dr. Peter Meyer, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt:
Wie resilient ist der Wald des Nationalparks Harz im Klimawandel?

15.15 – 15.30 / Erfrischungspause

15.30 – 16.15 / Sabine Bauling, Nationalpark Harz: Waldsituation im Nationalpark Harz

16.15 - 17.30 / Podiumsdiskussion, moderiert von Oliver Stade (Goslarsche Zeitung)

 

Informationen zur Veranstaltung gibt es auch auf einem Flyer, der zum Download auf der Internetseite des Nationalparks Harz in der Rubrik „Veröffentlichungen / Sonstiges“ bereitsteht: https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/sonstiges/2022_Waldwandeltage_Juli22_web.pdf

FOTO: Waldwandel am Achtermann. (Foto: Danilo Hartung)


Mitglieder des Nationalparkbeirats wählen ihren Vorsitz

Dr. Uwe Wegener wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Wolfgang Langer ist neuer stellvertretender Vorsitzender.

Wernigerode, 07. Juni 2022. Dr. Uwe Wegener ist weiterhin Vorsitzender des Harzer Nationalpark-Beirats. Die Mitglieder sprachen ihm bei der Wahl in der jüngsten Sitzung des Gremiums in der Nationalpark-Verwaltung in Wernigerode einstimmig das Vertrauen aus. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Wolfgang Langer, der Bürgermeister der Stadt Braunlage. Auch er wurde einstimmig und wie Wegener ohne Gegenkandidaten gewählt. Der Vorstand des Beirates wird turnusmäßig alle fünf Jahre neu bestimmt. An der Sitzung nahmen 36 der insgesamt 40 Mitglieder teil.

Es war die erste Sitzung, an der Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch – seit August 2021 im Amt – teilgenommen hat. Er berichtete den Mitgliedern über seine ersten zehn Monate an der Spitze der Nationalparkverwaltung und stellte geplante Vorhaben und die langfristigen Perspektiven und Ziele für die Entwicklung des Harzer Großschutzgebietes vor. In der Folge ergab sich eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern, in der es vor allem um das Thema Waldwandel mit seinen Herausforderungen und Chancen ging.

Vorsitzender Wegner sprach in seinem Beitrag über seine Vorstellung von der zukünftigen Arbeit dieses beratenden Gremiums. Die für den Nationalpark zuständigen Ministerien wurden durch Katrin Schneider (Umweltministerium Niedersachsen), Reinhold Sangen-Emden (Umweltministerium Sachsen-Anhalt) und Frank Specht (Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt) vertreten.

Anregungen für den Erhalt und die Entwicklung des Schutzgebietes

Der Nationalparkbeirat soll nach § 18 Nationalparkgesetz das Verständnis der ortsansässigen Bevölkerung für den Wert des Gebietes und die notwendigen Schutzmaßnahmen fördern. Er unterbreitet der Nationalparkverwaltung Anregungen für den Erhalt und die Entwicklung des Gebietes und vermittelt bei Interessenkonflikten. Im Beirat sind sowohl die Landkreise, Städte und Gemeinden der Nationalparkregion, als auch alle Interessengruppen vertreten, die durch die Thematik Nationalpark berührt sind, z.B. Naturschutzverbände, touristische Institutionen, Handwerks-, Industrie- und Handelskammern und viele mehr.

FOTO: Bei der Sitzung des Harzer Nationalpark-Beirats (von links): Reinhold Sangen-Emden (Umweltministerium Sachsen-Anhalt), Frank Specht (Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt), Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage und stellv. Vorsitzender, Dr. Uwe Wegener, Vorsitzender des Nationalpark-Beirats, Katrin Schneider (Umweltministerium Niedersachsen) und Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


Ab sofort wieder Schaufütterungen am Luchsgehege:
Zweimal in der Woche können Besucher:innen den Luchsen an der Rabenklippe bei ihrer Mahlzeit zuschauen.

Wernigerode, 31. Mai 2022. Das Luchs-Schaugehege an der Rabenklippe bietet die Möglichkeit, Luchse zu beobachten. Vier Luchse leben dort: Der größere von zwei Gehegeteilen wird von den drei im Jahr 2013 geborenen Luchsen Paul, Alice und Ellen bewohnt. Im 2006 zusätzlich eröffneten Gehegeteil von rund 1500 Quadratmetern lebt Pamina (*2005). Wenn die Tiere sich in der reizvollen und zerklüfteten Gehegelandschaft präsentieren, ist dies Garant für spektakuläre Fotos. Immer wieder einmal ist es auch Drehort für gelungene Filmaufnahmen. Allerdings bietet vor allem das große Gehege den Tieren auch zahlreiche Versteckmöglichkeiten, so dass sie nicht immer zu entdecken sind.

Im kleineren Gehegeteil ist die Chance einer „Luchssichtung“ jedoch recht groß. Die Fläche liegt an einem leicht geneigten Hang und kann von dessen Fuß aus in fast allen Teilen eingesehen werden. Dennoch bietet das Gehege ebenfalls eine sehr reizvoll gestaltete abwechslungsreiche Landschaft. Eine hoch gelegene Besucherplattform ermöglicht den „zaunfreien“ Blick auf weite Teile davon.

Viel Wissenswertes über die sonst so scheuen Katzen erfahren

Ab sofort finden auch wieder die Schaufütterungen statt: Zweimal in der Woche – mittwochs und samstags um 14.30 Uhr – können Besucher:innen den Luchsen im Schaugehege bei ihrer Mahlzeit zuschauen und dazu viel Wissenswertes über die sonst so scheuen Katzen erfahren. Erfahrene Nationalpark-Mitarbeiter beantworten bei dieser Gelegenheit auch Fragen zu den Harzer Luchsen und geben interessante Einblicke in deren Lebensweise.

Eine Anmeldung zur Luchsfütterung ist nicht notwendig. Gefüttert wird an beiden Gehegeklappen. Eine Lautsprecheranlage übermittelt die Informationen des fütternden Mitarbeiters in alle Bereiche des Gehege-Vorplatzes, so dass man auch weiter hinten alles gut verfolgen kann. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter https://www.nationalpark-harz.de/de/natur-erleben/luchsgehege sowie bei den Veranstaltungshinweisen unter https://www.nationalpark-harz.de/de/veranstaltungen/ in der Rubrik „Luchsfütterung“

FOTO: Erfahrene Nationalpark-Mitarbeiter beantworten bei den Fütterungen auch Fragen zu den Harzer Luchsen und geben interessante Einblicke in deren Lebensweise.

Foto: Ole Anders, Nationalpark Harz;


Die Partner-Netzwerke der niedersächsischen Nationalparke und Biosphärenreservate präsentieren sich

Umweltminister Olaf Lies eröffnet Ausstellung im Foyer des Niedersächsischen Umweltministeriums.

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Wernigerode, 30. Mai 2022. Mit einem Grußwort von Umweltminister Olaf Lies ist nun eine Ausstellung zu den Partner-Netzwerken des Nationalparks und der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer, des Nationalparks Harz und des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue im Foyer des Niedersächsischen Umweltministeriums eröffnet worden. Über die Zusammenarbeit der Großschutzgebiete mit ihren zertifizierten, nachhaltig wirtschaftenden Nationalpark- und Biosphärenreservats-Partnern informierten sich etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Niedersächsischen Landtag, dem Umweltministerium und aus den drei Regionen. Eine lebendige Diskussionsrunde zeigte die Vielfalt und die wertvolle Arbeit der Partner für die Schutzgebiete.

Das Themenspektrum reichte dabei von der Geschichte des bundesweiten Partner-Programms, an dem sich inzwischen bundesweit 30 Schutzgebiete beteiligen, über die Ziele und Motivationen der Partner und Schutzgebietsverwaltungen, bis zu den Austausch- und Vernetzungsaktivitäten in den Partner-Netzwerken. Eine besondere Rolle nahm dabei die Landschaftswerte-Richtlinie des Umweltministeriums ein, die auf die Förderung einzelner Partner, aber auch der Netzwerke im Ganzen, abzielt.

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Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli in Hannover zu sehen

Zwölf großformatige Roll-Ups sowie ein Tisch mit einer bunten Auswahl von Partner-Produkten stellten die vielseitigen und kreativen Ideen der Betriebe vor – von der Seife aus Alpaka-Wolle oder Nordsee-Schlick, über regionale Senf- und Honig-Spezialitäten bis hin zu Wurst- und Gemüseprodukten im Glas.

Die Ausstellung kann bis zum 27.06.2022 während der regulären Öffnungszeiten des Ministeriums besichtigt werden. Im Anschluss ist sie bis zum 01.07.2022 beim Deutschen Naturschutztag im Hannover Congress Centrum zu sehen. Am 30.06.2022 findet um 17.15 Uhr in diesem Rahmen ein „FreiRaum“ zum Thema „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ statt; die Teilnahme ist kostenlos. Hierzu laden wir herzlich ein.

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Weitere Informationen zu den Partner-Netzwerken:

https://www.nationalpark-partner-wattenmeer-nds.de/

https://www.nationalpark-harz-partner.de/

https://www.flusslandschaft-elbe.de/partnerbetriebe/

https://partner.nationale-naturlandschaften.de/ 

FOTO 1: Umweltminister Olaf Lies (l.) beim Grußwort zur Ausstellungseröffnung (Foto: Niedersächsisches Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz / MU)

FOTO 2: Diskussionsrunde zum Thema Partner-Netzwerke in Niedersachsen (Foto: MU) 

FOTO 3: Tisch mit Produkten von Nationalpark- und Biosphärenreservats-Partnern (Foto: NLPV/ A. Martin)


Spionage vom Brocken und anderen Harzbergen im Kalten Krieg

Bildvortrag von Dr. Friedhart Knolle. Über viele Jahrzehnte hinweg standen auf vielen Harzbergen in West und Ost Spionagetürme – nicht nur auf dem Brocken. Was wurde hier belauscht und welche Rolle spielten diese Anlagen im Kalten Krieg? Der Referent spricht über ein weitgehend ungeschriebenes Kapitel Harzgeschichte. Der Eintritt ist frei. Über Ihre Spende zur Unterstützung des Nationalparkhauses freuen wir uns sehr.

Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1, Sankt Andreasberg

Freitag, 27.5.2022 19:00

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Foto des Brockens aus der Zeit des Kalten Krieges mit seinen Geheimdienstanlagen, Aufnahme: BGS.


Große Pflanzaktion von Omexon-Beschäftigten: 5.000 Bäume im Nationalpark-Revier Hohne gesetzt„

Die Aktion wurde im Rahmen der Omexom Umwelt-Initiative organisiert. Es beteiligten sich rund 100 Mitarbeitende.

Wernigerode, 23. Mai 2022. Tatkräftige Unterstützung erhielt der Nationalpark Harz vor kurzem von rund 100 Beschäftigten des Unternehmensverbundes Omexon im Rahmen einer Umwelt-Initiative. Damit verbunden war auch eine Spende des Unternehmens zur Finanzierung der Aktion.

Der französische VINCI Konzern hilft nach eigenen Angaben in Deutschland dabei, die Energiewende ins Netz zu bringen: Seine Unternehmensmarke Omexom, ein Verbund mittelständischer Unternehmen, baut Stromnetze, schließt Windparks an und beteiligt sich am Ausbau der Elektromobilität. Auch außerhalb des Tagesgeschäfts bemüht sich das Unternehmen, für die Umwelt aktiv zu werden. „OUI“, ein großes französisches „Ja“ – so lautet der Name der Omexom Umwelt-Initiative, mit der Omexom seine Mitarbeitenden in Deutschland zu ökologischem Handeln aufruft

Verschiedene Laubbaumarten gepflanzt

Aktuelles Projekt: Eine Baumpflanzaktion im Nationalpark Harz. „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt!“ – so warben die Initiator:innen von „OUI“ für ihre Aktionsidee. Spontan sagten ca. 100 Mitarbeitende mit deren Angehörigen aus ganz Nord-, Mittel- und Ostdeutschland zu, bei dieser Aktion Mitte Mai dabei zu sein. Es ging dabei um die Pflanzung junger Bäume auf einer Fläche im Revier Hohne des Nationalparks Harz. Gepflanzt wurden – natürlich unter fachkundiger Anleitung – verschiedene Laubbaumarten, gezogen in lokalen Baumschulen aus Harzer Saatgut.

Das Ziel, die Marke von 5.000 neu gepflanzten Bäumen, war schneller erreicht, als erwartet. Während die Großen fleißig Setzlinge pflanzten, nahmen Ranger des Parks deren ca. 30 Sprösslinge mit auf Lern- und Entdeckungstour rund um das Erlebniszentrum HohneHof. Selbstverständlich pflanzten zum Schluss auch die Kleinen ihre Bäume.

Zum Projekt gehört nicht nur die Pflanzaktion, sondern auch die Übergabe eines Schecks in Höhe von 5.000 Euro an die Nationalparkverwaltung für die Kosten, die mit dieser „Starthilfe für den Wald von morgen“ verbunden sind. Denis Eckler von der Omexom GA Nord GmbH, der Organisator dieser Omexom Umwelt-Initiative, übergab den symbolischen Scheck zum Schluss der Aktion an den Revierleiter Martin Bollmann.

FOTO 1: Unter fachkundiger Anleitung pflanzten die Teilnehmer im Nationalpark-Revier Hohne verschiedene Laubbaumarten. Foto: Unternehmen,

FOTO 2: (v.l.) Denis Eckler, Leiter Operational Services der Omexom GA Nord GmbH und Initiator der Aktion, Martin Bollmann, Revierleiter im Nationalpark-Revier Hohne, und Franz Immig, Leiter Marketing-Kommunikation, Omexom Deutschland Distribution, Foto: Unternehmen


„Wir sind Natur – entdecken, erleben, verbunden fühlen“: Der 24. Mai ist der Europäische Tag der Parke

Nationalpark Harz lädt ein, bei verschiedenen Veranstaltungen die Naturschätze der Mittelgebirgslandschaft kennenzulernen.

Wernigerode, 16. Mai 2022. Der Nationalpark Harz gehört zu den wertvollsten Landschaften Europas: Als einer der 16 deutschen Nationalparke ist er ein international anerkanntes Naturschutzgebiet der höchsten Schutzkategorie. Als Lebensraum von europäischer Bedeutung ist er auch Teil des europaweiten Schutzgebietsystems „Natura 2000“. Anlässlich des „Europäischen Tags der Parke“ am 24. Mai lädt die Harzer Nationalparkverwaltung die Besucher/-innen des Großschutzgebietes, aber auch die Menschen, die in der Region leben, ein, bei verschiedenen Veranstaltungen vom 21. bis 25. Mai die Harzer Bergwildnis und die Naturschätze dieser einzigartigen und artenreichen Mittelgebirgslandschaft kennenzulernen.

Der Europäische Tag der Parke (engl. European Day of Parks) findet jährlich am 24. Mai statt und würdigt die europäischen Großschutzgebiete und deren Leistungen für die Gesellschaft. Jedes Jahr findet die Veranstaltung unter einem bestimmten Thema statt.

„Wir sind Natur – entdecken, erleben, verbunden fühlen“

Schutzgebiete sind ideale Orte, um die Natur zu entdecken und zu erleben. In einem immer stärker urban geprägten Europa können die Menschen sich an diesen Orten erden und fühlen, dass auch sie Teil der Natur sind. Unter dem Motto „Wir sind Natur – entdecken, erleben, verbunden fühlen“ zelebriert der diesjährige Europäische Tag der Parke die Bedeutung der Schutzgebiete in Europa als Orte der Entdeckungen und des Staunens, der Abenteuer und zugleich als Quelle der Erholung und Entspannung.

Auf mehr als einem Drittel der Landesfläche Deutschlands leisten die 104 Naturparke, 18 Biosphärenreservate, 16 Nationalparke sowie zwei zertifizierten Wildnisgebiete vereint als Nationale Naturlandschaften einen signifikanten Beitrag für Erholung, Naturerleben und naturverträglichen Tourismus in Deutschland. Die abwechslungsreichen und spektakulären Landschaften in den Nationalen Naturlandschaften wecken eine Vielzahl an Emotionen – Faszination, Freude und Staunen über die Vielseitigkeit, aber auch die kleinen und großen Wunder der Natur. Außerdem fungieren Schutzgebiete als Begegnungsorte, sie bieten grüne Räume für gemeinsame, unvergessliche Naturerlebnisse mit Freund/-innen oder Familie auf Wanderungen oder Fahrradtouren.

Naturerlebnis-Programm

Rund um den „Europäischen Tag der Parke“ hat der Nationalpark Harz eine Reihe von Angeboten und Veranstaltungen für seine Gäste im Naturerlebnis-Programm:

Be a Part of the Park

Samstag, 21.05.2022 / 09:00 Uhr

Werden Sie ein Teil des Nationalparks! Bei dieser sehr anspruchsvollen Ganztagswanderung für geübte Wanderer erfahren Sie vom Ranger, warum das Chaos im Nationalpark gewünscht ist. Nach der Fahrt mit dem Linienbus von Bad Harzburg nach Torfhaus (Kosten nicht inklusive) lernen Sie auf dem Weg zurück nach Bad Harzburg die verschiedenen Lebensräume des Nationalparks kennen und erfahren, warum der Borkenkäfer zu einem Wald im Wandel dazugehört.

Dauer: ganztags (ca. 15 km, Rucksackverpflegung empfohlen), Anmeldung: 05322/53001

 

„Internationaler Tag der Biodiversität“ - Aktionstag am Natur-Erlebniszentrum HohneHof

Sonntag, 22.05.2022 / 11:00 bis 16:00 Uhr

Der 22. Mai ist Internationaler Tag der Biodiversität. Die Artenvielfalt ist neben der genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Lebensräume ein Teilaspekt der Biodiversität. Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof lädt anlässlich dieses Tages zu vielfältigen Aktionen ein. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen einen Blick auf die Entwicklung und Bedeutung der Artenvielfalt im Nationalpark Harz werfen. Anmeldung: nicht erforderlich (Informationen unter 039455/8640)

 

Pflanzenvielfalt im Nationalpark Harz – geführte Wanderung im Hohnegebiet

Sonntag, 22.05.2022 / 11:00 bis ca. 13:00 Uhr

Begleiten Sie Botaniker Dr. Hans-Ulrich Kison auf einer geführten Wanderung im Hohnegebiet zum Thema „Pflanzenvielfalt im Nationalpark Harz“. Erfahren Sie, wie sich die Artenzahlen im Zuge des Waldwandels entwickeln und verändern, wie sich die Artenzusammensetzung der verschiedenen Lebensräume unterscheidet und welche botanischen Schätze unser Schutzgebiet beherbergt.

Dauer: circa 3 Stunden, Treffpunkt: Natur-Erlebniszentrum HohneHof, maximal 35 Personen, nur mit Anmeldung unter 039455/8640

 

Der Weg des Wassers – unterwegs mit dem Ranger

Dienstag, 24.05.2022 / 10:00 Uhr

Wasser ist ein prägendes Element im Nationalpark Harz. Folgen Sie bei dieser sehr anspruchsvollen Tour dem Weg des Wassers aus den Mooren über Bäche und historische Gräben.

Dauer: ca. 5-6 Stunden (ca. 8-10 km, Rucksackverpflegung empfohlen), Anmeldung: 039455/8640 oder hohnehof@nationalpark-harz.de

 

Mit dem Ranger den Nationalpark entdecken

Dienstag, 24.05.2022 / 10:30 Uhr

Erkunden Sie auf dieser anspruchsvollen Wandertour mit dem Ranger die Natur rund um Bad Harzburg und lernen Sie den Nationalpark Harz näher kennen. Tauchen Sie ein in die Wälder, die hier zur neuen Wildnis werden. Erfahren Sie, wie der Nationalpark den Wald auf dem Weg zur Wildnis unterstützt und wie die Luchse hier wieder heimisch geworden sind. Wunderbare Ausblicke, verschiedene Waldarten und allerlei kleine Wunder am Wegesrand warten nur darauf, entdeckt zu werden.

Eine Fahrt mit der Burgberg-Seilbahn oder der KVG-Buslinie 875 ist möglich (Kosten nicht inklusive).

Dauer: ca. 3,5 Stunden, Anmeldung: 05322 53001

 

Tag „de Luchs“ – Luchsvortrag

Mittwoch, 25.05.2022 / 10:00 bis 11:30 Uhr

Lust auf Luchse? Widmen Sie sich an diesem Tag doch einmal ganz intensiv den größten europäischen Katzen. Einen umfassenden Einstieg in das Thema bekommen Sie bei unserem Luchs-Vortrag. Unser Nationalpark-Ranger berichtet dabei ausführlich über aktuelle Forschungsergebnisse und das Leben der Harzer Luchse.

Für einen kompletten Tag „de Luchs“ empfehlen wir im Anschluss einen Besuch am Luchsgehege. Das Gehege ist zu Fuß oder mit dem Bus erreichbar. Die Ranger beraten Sie gerne. Dauer: ca. 1,5 Stunden, Anmeldung: 05322 53001 

Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.nationalpark-harz.de/de/veranstaltungen

 

Netzwerk der europäischen Schutzgebiete

Bereits seit 1999 organisiert die EUROPARC Federation den Europäischen Tag der Parke, der Europas Schutzgebieten alljährlich eine weitreichende Plattform bietet, um der Öffentlichkeit die Bedeutung der wertvollsten Landschaften Europas näherzubringen. Nationale Naturlandschaften e. V. unterstützen die europaweite Kampagne der EUROPARC Federation.

Die EUROPARC Federation ist die Dachorganisation der europäischen Großschutzgebiete. Der eingetragene Verein repräsentiert rund 400 Mitglieder in 37 Ländern und hat seinen Sitz in Regensburg. Als größtes Netzwerk der europäischen Schutzgebiete vertritt er deren Interessen und verleiht ihnen eine gemeinsame Stimme.

Der Verband unterstützt seine Mitglieder in der internationalen Zusammenarbeit beim Schutzgebietsmanagement und beim Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes in Europa. Mitglieder sind Schutzgebietsverwaltungen, Naturschutzbehörden, NGOs und teilweise auch gewerbliche und touristische Akteure in fast allen Ländern Europas. Nationale Naturlandschaften e. V. ist die deutsche Sektion der EUROPARC Federation.

Weitere Informationen unter www.nationale-naturlandschaften.de 

 

FOTO: Bei einer Wandertour mit dem Ranger können die Besucher/-innen des Nationalparks die Harzer Bergwildnis und die Naturschätze dieser einzigartigen und artenreichen Mittelgebirgslandschaft kennenlernen.

Foto: Sebastian Berbalk, Nationalpark Harz


Achtung: Junge Wildkatzen im Wald! BUND und NABU appellieren: Wildkätzchen bitte im Wald lassen

Frühlingszeit ist Jungtierzeit – auch bei der Europäischen Wildkatze. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnen in diesem Zusammenhang vor der Verwechslungsgefahr zwischen Haus- und Wildkatze. Immer wieder kommt es zu folgenschweren Verwechslungen, weil wohlmeinende Spaziergänger*innen junge Wildkatzen aus dem Wald mitnehmen.

 

„Jetzt im Mai werden die jungen Wildkatzen mobil und spielen gern vor ihrem Versteck. Diese Tiere sind nicht hilflos und verlassen – ihre Mutter ist nur auf Mäusejagd und kommt bald zurück“, sagt Andrea Krug, Wildkatzenexpertin beim BUND. Stoßen Wanderer*innen auf graugetigerte Kätzchen im Wald, sollten sie die Jungtiere in Ruhe lassen und sich zügig entfernen. Dann ist die Chance am höchsten, dass die Mutterkatze nicht irritiert wird und bald zurückkehrt.

 

Krug: „Wildkatzen sind streng geschützte Wildtiere, sie sind nicht zähmbar. Im Wald aufgesammelte Jungkatzen werden schnell sehr kratzbürstig. Bestenfalls werden sie dann als Wildkatze erkannt und landen in speziellen Auffangstationen. Doch nicht immer wird der Irrtum schnell erkannt.“ Landen die Wildkatzen in Privathaushalten oder Tierheimen, sind oft schwere Verhaltensstörungen die Folge. Und verboten ist die Haltung von Wildkatzen ohnehin.

 

Nur in seltenen Ausnahmefällen sind die aufgefundenen jungen Wildkätzchen im Wald tatsächlich in Not. Bei Unsicherheiten sollten Spaziergänger*innen zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zurückkehren, um die Situation erneut zu bewerten. Hat sich die Situation für die Wildkatze nicht verbessert, sollte man die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis, den BUND oder den NABU kontaktieren.

 

Neben der Verwechslungsgefahr mit Hauskatzen gibt noch ein weiteres Problem für junge Wildkatzen: Wildkatzenmütter brauchen naturnahe, vielfältige Wälder mit viel Totholz, um ihre Jungen sicher verstecken zu können. Finden sie keine natürlichen Verstecke, nutzen sie für ihre Jungen auch oft Holzstapel am Wegesrand. Werden die aufgeschichteten Baumstämme dann abtransportiert, kommen die Jungtiere oft um. Mittlerweile werfen viele Wildkatzenmütter auch immer öfter ein zweites Mal im Spätsommer. Während der Aufzuchtzeit zwischen März und September sollten geerntete Holzstämme in Wildkatzengebieten daher entweder ohne Lagerung sofort abtransportiert werden oder die Holzstapel liegengelassen werden. Auch sollte vermieden werden, Flächen mit umgestürzten Bäumen im Frühling und Sommer mit schwerem Gerät zu räumen, da Wildkatzen hier besonders gerne ihre Jungen verstecken. Da aktuell aufgrund von Dürre, Sturmschäden und Borkenkäferbefall viel Holz aus den Wäldern geholt wird, ist diese Problematik von besonderer Bedeutung.

 

Hintergrund

 

Graugetigerte Hauskatzen sehen Wildkatzen oft sehr ähnlich. Unsere Hauskatzen stammen jedoch nicht von dieser, sondern von der Afrikanischen Falbkatze ab. Erst die Römer brachten die Hauskatzen zu uns. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Wildkatze schon Zehntausende von Jahren in unseren Wäldern. Hauptmerkmale der erwachsenen Wildkatzen sind ihr sehr buschiger Schwanz mit klar abgesetzten dunklen Ringen und die verwaschene Zeichnung auf cremefarbenen Fell. Oft wirkt sie auch etwas größer und massiger als eine Hauskatze. Bei Jungtieren ist die Unterscheidung allerdings noch schwieriger. Sehr auffällig ist aber ihr Verhalten: Wildkatzen sind ausgesprochen scheu, wild und heimlich. Nachdem sie vor hundert Jahren bei uns fast ausgerottet war, kehrt die Wildkatze mittlerweile in viele ihrer ursprünglichen Lebensräume zurück.

 

Mehr Informationen: www.bund-niedersachsen.de/wildkatze

Flyer „Wildkätzchen gefunden – was nun?“: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/wildkatze/wildkatze_handlungsleitfaden_achtung_verwechslungsgefahr.pdf

 

Bei Rückfragen: Andrea Krug, Projektkoordinatorin „Rettungsnetz Wildkatze“, BUND Niedersachsen, Tel. (0176) 343 914 84, Andrea.Krug@nds.bund.net; in der Harzregion: Wildkatzenbotschafter Thorsten Brunke und Jeannette Spaniel, Tel. 0172/417 5413, wildkatzen@brunke-vienenburg.de; Wildkatzengehege Bad Harzburg, Tel. 05322/75330.


Informationstafeln geben Einblick hinter die Kulissen der „Baustelle Natur“ im Nationalpark Harz

Neue Themeninseln zum Wald im Wandel zur Wildnis wurden installiert. WaldWandelWeg und Urwaldstieg wieder geöffnet.

 

Wernigerode, 12. Mai 2022. Waldbilder mit vielen toten Fichten sieht man mittlerweile vielerorts, nicht nur im Harz. Dennoch werfen das Ausmaß und die Rasanz des aktuellen Waldwandels in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge bei vielen Gästen Fragen auf. Seit 2019 wurden daher an stark frequentierten Bereichen des Nationalparks Harz Themeninseln zum Waldwandel installiert. Die zweisprachigen Informationstafeln erlauben Besucher/-innen einen Blick hinter die Kulissen der „Baustelle Natur“ im international anerkannten Schutzgebiet und beantworten Fragen rund um die aktuellen Waldbilder und die Zukunft des Nationalparkwaldes. Fotos und Sichtachsen laden ein, einen direkten Vergleich der sich über die Zeit verändernden Landschaften zu ziehen.

Im Nationalpark Harz darf die Natur sich frei entfalten – nach ihren ganz eigenen Regeln. Auch ehemaliger Wirtschaftswald wandelt sich wieder zum wilden Naturwald. Tote Fichten sind Zeichen dieses Wandels und wichtige Lebensgrundlage für viele Lebewesen. Zwischen ihren Silberstämmen wächst eine neue Wildnis heran, denn die toten Bäume sind nicht das Ende des Waldes – sie läuten den Beginn einer neuen Waldwildnis ein.


Insgesamt elf Themeninseln finden interessiert Gäste im Nationalparkgebiet. Die neueste wurde jetzt am HohneHof fertiggestellt, zwei weitere, an der Bremer Hütte und an der Rangerstation Scharfenstein, werden demnächst aufgebaut. Neben insgesamt vier Stationen an der Brockenstraße finden sich weitere Infobereiche auf dem Brockenrundweg, am Achtermann, am Quitschenberg und hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus.
 

Neue Sonderstempelstelle am Natur-Erlebnispfad Urwaldstieg

Der Frühling beginnt in den Harzer Hochlagen immer etwas später. Dafür zeigt er sich aber in einer bescheidenen und einzigartigen Schönheit. Zahlreiche Wanderwege, wilde Landschaften und besondere Kleinode der erwachenden Natur warten darauf, entdeckt zu werden. Auch die über den Winter aus Sicherheitsgründen gesperrten Natur-Erlebnispfade WaldWandelWeg bei TorfHaus und Urwaldstieg an der Brockenstraße sind seit ein paar Tagen wieder geöffnet. Am Urwaldstieg erwartet die Gäste zudem eine neue Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel, welche auch für die Wandernadel "Wildnis-Entdecker" zählt. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter www.nationalpark-harz.de/de/natur-erleben/natur-erlebnispfade/

FOTO: Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (links) mit Forstwirtschaftsmeister Kai Montag, der letzte Hand an die neuen Informationstafeln „Baustelle Natur“ beim am HohneHof anlegt.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


 

Der Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2021 ist erschienen

Das Schwerpunktthema des aktuellen Berichts ist „Freiwillig aktiv für den Nationalpark“.

Wernigerode, 11. Mai 2022. Der Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2021 liegt vor. Der rund 100 Seiten umfassende Bericht gibt eine umfassende Darstellung der Arbeit der Nationalparkverwaltung. Unter dem Titel „Freiwillig aktiv für den Nationalpark“ wird im Schwerpunktthema des Heftes über die Baumpflanzaktionen mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern berichtet.

Es ist der erste Tätigkeitsbericht, dem der neue Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch ein Vorwort vorangestellt hat. Er geht darin auf einige besonders wichtige Handlungsfelder ein, auf denen im zurückliegenden Jahr Fortschritte erzielt, Projekte erfolgreich abgeschlossen und neue Vorhaben auf den Weg gebracht wurden, wie zum Beispiel das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Waldbrandgefährdung und Waldbrandvorbeugung in Mittelgebirgen Deutschlands am Beispiel der Region des Nationalparks Harz“ zusammen mit der Technischen Universität Dresden.

Zuversicht, dass der Harz „abwechslungsreicher, vielfältiger, bunter“ wird

Pietsch hat in seinen ersten Monaten im neuen Amt einen optimistisch stimmenden Eindruck von der Region und vom Großschutzgebiet im Harz gewonnen, wie er schreibt – trotz oder vielleicht auch gerade angesichts der großen Herausforderungen, mit denen die Nationalparkverwaltung in den letzten Jahren der Ägide seines Vorgängers Andreas Pusch umzugehen hatte.

Pietsch stellt fest: „Hinsichtlich des Waldwandels durch das großflächige Fichtensterben auch im Nationalpark Harz bemerke ich inzwischen einen Wandel in der Außenwahrnehmung. Die lange durchaus berechtigten Sorgen und Ängste der Bevölkerung, der Kommunen, der vom Tourismus abhängigen Unternehmen und Touristiker weichen langsam der Zuversicht, dass der Harz abwechslungsreicher, vielfältiger, bunter und damit auch für Naherholung und Tourismus interessanter werden könnte wie seit Jahrhunderten nicht mehr. Ein zukünftiges Alleinstellungsmerkmal für den Harz?“


Foto: Die Nationalparkverwaltung bietet bereits seit mehreren Jahren Baumpflanzaktionen an, bei denen sich Freiwillige engagieren können. Die Nachfrage ist stets sehr groß, die Termine sind schnell ausgebucht. 2021 beteiligten sich mehr als 700 Menschen. Es wurden insgesamt über 37.000 junge Laubbäume, überwiegend Buchen, von Freiwilligen gepflanzt. Foto: Jens Hundertmark, Nationalpark Harz

Große Nachfrage nach Angeboten, sich für den Naturwald zu engagieren

Die große Verbundenheit vieler Menschen – nicht allein der Einheimischen – mit dem Nationalpark Harz kommt besonders im aktiven, ehrenamtlichen Engagement für den Naturschutz und den „Naturwald von morgen“ zum Ausdruck. Nicht nur im Rahmen des „Radio Brocken Baum-Schenkens“ herrschten ganzjährig der Wunsch und eine große Bereitschaft der Bevölkerung, über Pflanzaktionen den Waldwandel durch Einbringung zukünftiger Samenbäume in die vorherigen, teils großflächigen Fichten-Plantagen im Nationalpark zu unterstützen. So wurden insgesamt über 37.000 junge Laubbäume, überwiegend Buchen, von Freiwilligen im Nationalpark gepflanzt.

Die Nationalparkverwaltung macht bereits seit mehreren Jahren Angebote, bei denen sich Freiwillige engagieren können. Die Nachfrage ist stets sehr groß, die Termine sind schnell ausgebucht. 2021 beteiligten sich mehr als 700 Menschen – vom Kindergartenkind über Konfirmandengruppen bis zum Chefarzt und Stadtwerke-Manager.

Umweltfreundlicher Tourismus: Nationalpark-Partner-Netzwerk neu ausgerichtet

Mit dem Jahrestreffen 2021 fand im September die konzeptionelle Neuausrichtung des Nationalpark-Partner-Netzwerks, gefördert durch die Niedersächsische Richtlinie „Landschaftswerte“ in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, ihren Abschluss. Als vielfältige und lebendige Gemeinschaft von ausgewählten, nationalparkorientierten touristischen Akteuren agieren die Nationalpark-Partner umweltfreundlich, um aktiv die Natur zu schützen und die Region nachhaltig zu entwickeln.

Im Tätigkeitsbericht dargestellt werden auch die Naturschutzarbeiten der Renaturierung und des Artenschutzes sowie der Waldentwicklung, weiterhin die Arbeit der Werkstätten, des Wildtiermanagements und des digitales Datenmanagements. Wichtige Themen sind auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Besucherinformation und -lenkung sowinternationalen Kontakten sowie zur Arbeit des Fördervereins. Den Abschluss bildet ein Verzeichnis der im oder mit dem Nationalpark durchgeführten wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeiten, Werkverträgen, ehrenamtlichen Kartierungen, externen Projekte sowie der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Mitarbeiter und von Partnern.

Der Tätigkeitsbericht 2021 kann auf unserer Internetseite in der Rubrik „Veröffentlichungen“ unter https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/ heruntergeladen werden. 


Vorbereitung für den Saisonbeginn am 16. Mai: Freiwillige im Arbeitseinsatz am Brockengarten

Die Ehrenamtlichen haben Heidepflanzen in die Erde gebracht, Instandsetzungsarbeiten ausgeführt und Müll gesammelt.

Wernigerode, 10. Mai 2022. Pünktlich zur Saisoneröffnung am kommenden Montag, 16. Mai, haben am vergangenen Samstag 26 freiwillige Helfer/innen den Brockengarten herausgeputzt. Der Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Harz e.V. und der Nationalpark Harz haben diesen alljährliche Arbeitseinsatz auf der Brockenkuppe erneut organisiert. In den beiden Vorjahren musste dieser Termin coronabedingt leider ausfallen.

Es wurden nun wieder, wie auch in den Jahren zuvor, Besucherlenkungseinrichtungen und der Zaun des Brockengartens repariert. Des Weiteren wurden 2500 autochthone (=einheimische) Heidepflanzen in die Erde gebracht und weitere Pflanzflächen vorbereitet. Und leider mussten die Teilnehmer/innen auch wieder einiges an Müll in der Fläche einsammeln.

Von den Pflegemaßnahmen profitieren seltene Pflanzen 

Von den Pflegemaßnahmen der brockentypischen Bergheiden-Vegetation profitiert nicht nur die Besenheide selbst, sondern auch Pflanzenarten die deutschlandweit nur auf dem Brocken vorkommen. Dazu zählen die Brockenanemone (Pulsatilla alpina ssp. alba), die Starre Segge (Carex bigelowii), die Scheiden Segge (Carex vaginata) und das weltweit nur auf dem Brocken vorkommende Brockenhabichtskraut (Hieracium nigresens ssp. bructerum).

Mit diesem traditionellen Arbeitseinsatz Anfang Mai wird indirekt auch der „Startschuss“ für den Beginn der Brockengartensaison gegeben. In den ersten beiden Maiwochen werden Frühjahrsinstandsetzungsarbeiten durchgeführt, so dass der Garten dann ab Mitte Mai, in diesem Jahr am 16. Mai um 11.30 Uhr, den Brockenbesuchern im Rahmen der 1. Gartenführung in einem ansprechenden Zustand präsentiert werden kann.

 

Gartenbesichtigungen: Montag bis Freitag finden ab dem 16. Mai 2022 um 11.30 Uhr und um 14.00 Uhr Gartenbesichtigungen statt. An den Wochenenden kann man sich den Brockengarten in Kombination mit der Rundwegsführung, die um 12.30 Uhr beginnt, anschauen. Auch Sonderführungen sind nach Anmeldung unter Telefon 0170/ 570 90 15 möglich.

FOTO 1: Die freiwilligen Helfer/innen haben unter anderem 2500 autochthone Heidepflanzen in die Erde gebracht und weitere Pflanzflächen vorbereitet. Foto: Gunter Karste, Nationalpark Harz,

FOTO: Die Teilnehmer/innen des Arbeitseinsatzes auf der Brockenkuppe, den der Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Harz e.V. und der Nationalpark Harz organisiert haben. Foto: Gunter Karste, Nationalpark Harz


Der Nationalpark Harz hat eine neue Linde für den Burgberg in Stapelburg gestiftet

Ein Sturm hatte die etwa 300 Jahre alte Linde auf dem Burgberg umgeworfen. Nun wurde feierlich ein Ersatz eingepflanzt.

 

Wernigerode, 04. Mai 2022. Ein heftiger Sturm hatte im Winter die etwa 300 Jahre alte Linde auf dem Burgberg in Stapelburg umgeworfen. Viele Stapelburger waren darüber sehr traurig, stand der alte Baum doch im Mittelpunkt dieses beliebten Treffpunktes der Gemeinde und war über Generationen eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Die Interessengemeinde (IG) Burgberg hat sich deshalb für eine Neupflanzung eingesetzt und sammelte dafür bereits Spenden.

Der Nationalpark Harz hat nun als Zeichen der Verbundenheit mit dieser Nationalparkgemeinde eine neue Winterlinde gestiftet, die in einer Gemeinschaftsaktion mit der Gemeinde Stapelburg von einer Baumschule in Göttingen abgeholt und am vergangenen Wochenende feierlich auf dem Burgberg eingepflanzt wurde. An diesem Festakt nahmen neben Ortsbürgermeister Detlef Winterfeld und Ulrich Leßmann, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, auch Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und der Ilsenburger Nationalparkrevierleiter Jörg Müller teil, der die Initiative zu dieser Unterstützung ergriffen hatte.

Pietsch sagte zu diesem Anlass: „Mit Stapelburg und seinem Burgberg mit der alten mächtigen Linde verbinde ich schöne Eindrücke während meines ersten Besuchs in der Region vor Antritt meines Amtes. Dieser ganz besondere Platz, der von den Gemeindemitgliedern so liebevoll gestaltet und gepflegt wird, verdient Anerkennung und Unterstützung unserer Partner-Gemeinde. Deswegen haben wir hier sehr gerne ausgeholfen.“

Den Baum setzten Mitglieder der IG Burgberg in die Erde, Kinder aus dem Ort vergruben dort auch eine Zeitkapsel. Forstmitarbeiter des Nationalparks sicherten den neuen Baum am nächsten Tag noch mit Seilen und wässerten ihn.

FOTO 1: Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (3.v.li.) und Nationalparkrevierleiter Jörg Müller (2.v.li.) mit Ortsbürgermeister Detlef Winterfeld (links) und Ulrich Leßmann, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Burgberg (2.v.re., am Mikrofon) bei der feierlichen Pflanzung der neuen Linde auf dem Burgberg in Stapelburg. Foto: Andreas Weihe

FOTO 2: Den Baum setzten Mitglieder der IG Burgberg in die Erde. Foto: Andreas Weihe


Geocacher-Aktion im Nationalpark: „Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, den Müll einzusammeln“

Geocacher trafen sich zu Walpurgis wieder zum Müllsammeln im Harz. Die Aktion gibt es schon seit mehr als 10 Jahren.

Wernigerode, 02. Mai 2022. 15 große Säcke Müll kamen beim diesjährigen Walpurgis-Treffen der Geocacher im Nationalpark Harz zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen stets am 30. April ins Großschutzgebiet, um hier entlang der Wanderwege Abfall einzusammeln, den andere Parkbesucher:innen achtlos in die Natur geworfen haben. Bereits seit mehr als 10 Jahren gibt es diese Aktion, ins Leben gerufen vom Hannoveraner Geocaching-Experten und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel.

„Wir tun was für unser Spielfeld“, bringt Gründel das Motto auf den Punkt. Denn beim Geocaching – einer Art globales Suchspiel – geht es darum, mit Hilfe von GPS-Koordinaten bestimmte Orte zu finden, an denen die sogenannten Geocaches versteckt sind. Der Gedanke dahinter ist es, den Suchenden einen besonderen Ort zu zeigen. Auch im Nationalpark Harz warten zahlreiche Caches darauf, entdeckt zu werden. In einem sensiblen Schutzgebiet wie einem Nationalpark ist die Naturverträglichkeit der Caches und der damit zusammenhängenden Versteck- und Suchaktionen besonders wichtig. Deshalb arbeiten Geocaching-Akteure und der Nationalpark Harz seit vielen Jahren zusammen.

„Müllsack und Greifer haben wir immer dabei.“ 

In diesem Jahr kamen corona-bedingt deutlich weniger Mitstreiter:innen zu der Müllsammel-Aktion als in den Vor-Pandemie-Jahren, als der Organisator bis zu 250 Teilnehmende zählte. Doch die, die dabei waren, legten sich umso mehr ins Zeug – zum Beispiel Steffi und Axel aus Peine. Das Ehepaar ist viel im eigenen Wohnmobil unterwegs und war am Samstag für die Aktion nach Torfhaus angereist. „Wir machen das seit zwei Jahren auf jeder Wanderung“, sagt Axel mit Blick auf den blauen Müllsack in seiner Hand: „Müllsack und Greifer haben wir immer dabei.“ Es sei ihnen aufgefallen, dass der Müll in der Landschaft immer mehr zunehme. „Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, den Müll einzusammeln“, sagt Steffi. Sie wollen mit gutem Beispiel vorangehen: „Man schafft ja auch bei anderen Wanderern, die uns beim Müllsammeln sehen, ein Bewusstsein für das Problem.“

Von den fast allgegenwärtigen Schutzmasken und Hundekotbeuteln über Verpackungsmüll, Taschentücher und Feuchttücher bis hin zu einem Backblech, einer kaputten Puppe und einem leeren Kanister holten die 15 Teilnehmer:innen  – leider – wieder einen großen Haufen Müll aus dem Schutzgebiet.

Als „Hotspots“ erwiesen sich dabei die Parkplätze. Und teilweise fanden sich dort sogar volle Müllsäcke, die mit Ästen bedeckt unter Bäumen versteckt wurden. Erfreulich sei jedoch, so Gründel, dass die abgesuchten Waldwege relativ unvermüllt waren. Die Resonanz von anderen Wanderern sei sehr positiv gewesen, berichtete er: Viele haben sich für den freiwilligen Einsatz im Schutzgebiet bedankt, einige hätten versichert, dass sie ihren eigenen Müll immer wieder mitnehmen würden. Leider gilt das nach wie vor nicht für alle Besucher des Nationalparks Harz.  

FOTO 1: Die Geocacher wollen mit ihrer Sammelaktion im Nationalpark Harz mit gutem Beispiel vorangehen und andere Wanderer auf das Müllproblem in der Natur aufmerksam machen.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz

FOTO 2: Insgesamt 15 große Säcke Müll haben die Teilnehmer:innen beim diesjährigen Walpurgistreffen rund um Torfhaus gesammelt. Foto: M. Gründel,


Wieder massenhafter Amphibientod im Landkreis Goslar – wir brauchen eine Zeitenwende im Amphibienschutz

In den letzten Wochen wurden in vielen Straßenabschnitten insbesondere in regenreichen Nächten leider wieder unzählige Erdkröten, Molche und Frösche überfahren. So kann es nicht weitergehen! Verschiedene Amphibienarten werden mittlerweile in ihrem Fortbestand stark gefährdet, auch ehemals häufige Arten wie z.B. der Grasfrosch. Wir brauchen eine Zeitenwende im Amphibienschutz, auch im Landkreis Goslar.

 

Der Artenschutz ist im Bundesnaturschutzgesetz zwar als Aufgabe definiert, es fehlen aber umfassende, strenge Verbote und Handlungsanweisungen für Behörden. Der Artenschutz umfasst als Aufgabe den Schutz der Tiere und Pflanzen wildlebender Arten und ihrer Lebensgemeinschaften vor Beeinträchtigungen durch den Menschen und die Gewährleistung ihrer sonstigen Lebensbedingungen und den Schutz der Lebensstätten und Biotope der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten – so das Gesetz. In der Praxis zuständig sind die Naturschutzbehörden, die den Amphibienschutz an Straßen jedoch nur als „freiwillige“ Aufgabe definieren.

 

Nach Auffassung der drei großen Naturschutzvereine im Landkreis Goslar muss die Aufgabe „Artenschutz an Straßen“ durch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und durch die Naturschutzbehörde des Landkreises verpflichtend erfüllt werden.

Bisher wird die Hauptlast der Aufgabenerfüllung seit Jahrzehnten auf engagierte Bürgerinnen und Bürger übertragen. Lediglich das erforderliche Material wird behördlicherseits gestellt. Die ehrenamtlichen Helfer werden aber nicht jünger, die kräftezehrende Arbeit, auch bei Dunkelheit, kann nicht jeder leisten und da auf den Straßen oft sehr schnell gefahren wird, um nicht zu sagen, gerast wird, kommt das freiwillige Ehrenamt hier auch oft in Gefahr.

 

 

Errichten von temporären und mobilen Amphibienschutzzäunen

 

Zu Beginn der Amphibienwanderungen im Frühjahr werden die Schutzzäune an einer oder zwei Straßenseiten errichtet. Diese Zäune sind ca. 40 - 50 cm hoch und werden so eingegraben, dass die Tiere nicht darunter hindurch auf die Straße gelangen können. Zusätzlich werden in Abständen von ca. 15 - 20 m Eimer bündig mit der Erdoberfläche eingegraben. Die dort hineingefallenen Tiere werden dann sicher auf die andere Straßenseite gebracht – eine gefährliche Arbeit.

Diese Maßnahme ist sehr effektiv, stellt aber aufgrund des hohen Zeitaufwandes und einer ständig notwendigen Betreuung keine befriedigende Lösung des Problems mehr dar. Damit ist die Methode auf Dauer auch nicht nachhaltig. Die älteren Helfer finden zumeist keine jüngeren Nachfolger:innen.

Straßensperrungen 

 

Straßen können während der Amphibienwanderungen gesperrt werden. Straßensperrungen sind zwar effektiv, lassen sich aber aufgrund der starken Frequentierung der meisten Straßen leider nicht überall verwirklichen. Im Landkreis Goslar ist bislang lediglich eine Straße betroffen. Es handelt sich hierbei um die Gemeindestraße, die zwischen Astfeld und Langelsheim nach Wolfshagen abzweigt.

Schaffen von Ersatzlaichgewässern

 

Das Anlegen von Ersatzlaichgewässern setzt in der Regel geeignete Lebensräume voraus, die nicht von Straßen zerschnitten werden. Diese Alternative existiert und muss mit Leben gefüllt werden.

 

Amphibientunnel in Verbindung mit Leiteinrichtungen 

 

Ziel muss es sein, die Amphibien langfristig und ohne großen personellen Aufwand sicher auf die andere Straßenseite zu bringen. Bei dieser Maßnahme wird die Straße von Tunneln unterquert, zu denen die Tiere durch entsprechende Leiteinrichtungen geführt werden. Im Landkreis Goslar wurde diese Schutzmaßnahme zum Beispiel bei der B 6n in Höhe der Sieben Teiche bei Goslar ergriffen. Weiterhin gibt es jeweils einen Tunnel in Vienenburg am Krähenholz und zwischen Wöltingerode und Weddingen. An der L 515 im Bereich der Innerstetalsperre wurden auf Betreiben der NABU-Kreisgruppe Goslar zwar umfangreiche Leiteinrichtungen für die Frösche, Kröten und Molche gebaut, aber noch keine Amphibientunnel. Insofern werden hier trotzdem noch Ehrenamtliche für die Erfüllung der Artenschutzaufgabe gebraucht.

Insofern fordern die Umweltvereine eine Zeitenwende, d.h. größere finanzielle und personelle Anstrengungen der Behörden, Übernahme von Verantwortung und Entlastung des Ehrenamts.

 

BUND Westharz, Dr. Friedhart Knolle (0170 22 09 174) und Marco Rehberg, www.bund-westharz.de

 

NABU Goslar e.V., Wolfgang Moldehn und Annett Jerke, www.nabu-goslar.de

 

Natur- und Umwelthilfe Goslar, Hubert Spaniol, www.nu-goslar.de

 

Anl. Foto von Regine Schadach, Aufnahme aus diesem Frühjahr vom Krähenholz zwischen Goslar und Vienenburg


Botschafter der Nationalpark-Region: Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer zeigen Gästen die Naturschätze

Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch zeichnet erfolgreiche Absolventen des ZNL-Lehrgangs 2021/2022 aus.

Wernigerode, 26. April 2022. In der vergangenen Woche wurden die Absolventen des Lehrgangs „Zertifizierte/-r Natur- und Landschaftsführer/-in“ (ZNL) ausgezeichnet. Elf Teilnehmende des Lehrgangs des Jahres 2021/2022 haben die Prüfung Anfang April erfolgreich abgeschlossen und wurden nun offiziell als Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer/-innen des Nationalparks Harz anerkannt. Die Auszeichnung übernahmen Dr. Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks Harz, und Mira Franzen, Projektkoordinatorin bei der Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz Niedersachsen.

Seit dem Jahr 2020 bietet der Nationalpark Harz eine regelmäßige Ausbildung zum/zur zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/-in an – mit dem Ziel, diese bundesweit anerkannte Ausbildung in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks fest zu etablieren. Neuaufnahmen in das bisherige Waldführer-Programm sind nicht mehr vorgesehen. Das Programm wird aber weitergeführt, denn auch das Engagement der Ehrenamtlichen Waldführer/-innen ist weiterhin ein wichtiger Baustein der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks Harz.

 

Intensives Fortbildungsprogramm des Nationalparks Harz 

Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer/-innen (ZNL) zeigen die Schätze ihrer Region und verstehen sich als deren Botschafter. Sie lernen Natur und Landschaft ihrer jeweiligen Region den unterschiedlichsten Zielgruppen erfolgreich zu präsentieren. Die ZNL vermitteln eindrucksvolle Naturerlebnisse, aber auch Heimat- und Kulturgeschichte in ihren Führungen. Die Ausbildung zum/zur Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/-in basiert auf den Vorgaben des BANU (Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsakademien), die zuständige Bildungsakademie in Niedersachsen ist die Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz mit Sitz in Schneverdingen.

Die Ausbildung dauert im Nationalpark Harz knapp ein Jahr, wobei die Teilnehmenden an einem intensiven Fortbildungsprogramm des Nationalparks teilnehmen (70 Zeitstunden). Dieses bietet den Anwärter/-innen einen tiefen Einblick in die Themen des Nationalparks. Neben den naturkundlichen Grundlagen der Region werden durch den vorgegebenen Rahmenstoffplan des BANU auch Themen abgedeckt, die sich mit regionaler Wirtschaftsentwicklung, dem Begriff der Nachhaltigkeit und weiteren Naturschutzthemen beschäftigen. Auch verschiedenste methodische Ansätze wie beispielsweise Kommunikationsmodelle werden in Workshops gelehrt und in Übungen praktisch angewandt.

Nach erfolgreicher Prüfung (Hausarbeit, mündliche und schriftliche Prüfung) können zertifizierte Natur- und Landschaftsführer/-innen Gästeführungen im Nationalpark veranstalten – hierbei sind sie selbstständig oder im Auftrag des Nationalparks unterwegs. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil des Partnernetzwerkes des Nationalparks Harz. Sie nehmen jedes Jahr an Fortbildungen des Nationalparks teil und sind somit immer nah an den aktuellen Entwicklungen des Nationalparks dran.

Die Absolvent/-innen des Lehrgangs „Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer/-in im Nationalpark Harz“ des Jahres 2021/2022:

  • Sara Wegrzyk (Landkreis Goslar)

  • Volker Dübner (Landkreis Harz)

  • Maren Knust (Landkreis Goslar)

  • Jens Dunemann (Landkreis Goslar)

  • Corinna Jahr (Landkreis Helmstedt)

  • Annika Giesbert (Landkreis Goslar)

  • Matthias Nusser (Landkreis Wolfenbüttel)

  • Susanne Herschel (Region Hannover)

  • Katharina Schüle-Rennschuh (Landkreis Göttingen)

  • Aghiad Zuriek (Landkreis Goslar) 

FOTO: Bei der Auszeichnung: Dr. Roland Pietsch, Leiter Nationalpark Harz (links), und Mira Franzen von der Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz (rechts) mit den erfolgreichen Absolventen sowie Renate Roth (7.v.l.), Annika Schröder (4.v.r.) und Stephanie Plate (2.v.r.) von der Nationalpark-Bildung.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


Aufräumarbeiten an Wanderwegen laufen auf Hochtouren, aber zu Ostern noch Beeinträchtigungen

Heinrich-Heine-Weg kann rechtzeitig zu den Osterfeiertagen freigeben werden.
Andere Wege müssen leider gesperrt bleiben.

Wernigerode, 13. April 2022. Die Aufräumarbeiten an den von Sturmschäden betroffenen Wanderwegen im Nationalpark Harz laufen auf Hochtouren. In dieser Woche ist unter anderem ein Schreitbagger in schwierigem Gelände im Einsatz, um umgestürzte und beschädigte Bäume zu beseitigen. Diese schwere Maschine wird dort eingesetzt, wo es für Menschen zu gefährlich wäre, die Äste und Baumstämme per Hand und Motorsäge zu zerkleinern.

Viele Wege konnten durch die Nationalpark-Forstwirte und weiteres Fachpersonal inzwischen wieder geöffnet werden. Auch die Fäll- und Sicherungsarbeiten am Heinrich-Heine-Weg an den Ilsefällen konnten abgeschlossen werden. An einer Stelle hatte der vorletzte Sturm eine Buche samt Wurzelteller umgeworfen. Dieser Abschnitt ist nun leicht terrassiert. Der Heine-Weg ist wieder komplett freigegeben – allerdings ist es nach wie vor ein schwierig zu begehender Weg, Wanderer sollten dies unbedingt bedenken.

 

Großteil der Wanderwege von Unwettern stark in Mitleidenschaft gezogen

Leider war es witterungsbedingt – der letzte Schnee schmilzt mancherorts erst jetzt – und aufgrund der Verhältnisse im Wald nicht möglich, alle Wanderwege rechtzeitig bis zu den Osterfeiertagen freizuräumen. Ein Großteil der Wanderwege wurde von den Unwettern im Februar, aber auch vom jüngsten Orkantief stark in Mitleidenschaft gezogen. Wegesperrungen waren aus Sicherheitsgründen unvermeidlich. Die Nationalparkverwaltung bittet um Verständnis, dass es weiterhin Beeinträchtigungen und Einschränkungen des Wegenetzes im Schutzgebiet gibt. Besucher werden gebeten, die örtlichen Sperrungen zu beachten.

Aktuelle Informationen dazu finden sich auf unserer Internetseite unter:

https://www.nationalpark-harz.de/de/startseite/Wegesperrungen_Aktuell/  

FOTO: In dieser Woche ist unter anderem ein Schreitbagger in schwierigem Gelände im Einsatz, um umgestürzte und beschädigte Bäume zu beseitigen. Foto: Martin Bollmann, Nationalpark Harz


UNSER HARZ April 2022 ist erschienen

Inhalt:
Klaus Schröter: Der Sonnabend im Harz
Dr. Christoph Unger: Damals im April
Claus Jähner: Die Gedenkstätte Oderbrück: Ehrenfriedhof, Kriegsgräberstätte, Friedensmahnung
Ingrid Kreckmann: Der Steinsame: Blaurote Blüten und steinharte Früchte an langen Rispen
Klaus Gregor: Die Tragödie des letzten Förstermordes im Riesengebirge (Karkonosze) 1877
Nationalparkforum: In der Harzer Unterwelt auf der Suche nach schlafenden Fliegern


Was weder der katholischen Kirche noch der französischen Besatzung durch Napoleon I gelang, ist durch die Maßnahmen seit dem ersten Auftreten von Covid19 gelungen: Keine Feuer zu Ostern!
Doch in diesem Jahr werden die Haufen wieder aufgeschichtet und so manches Harzer Herz schlägt damit wieder höher. Ob diese Feuer nun am Ostersonnabend oder am Ostersonntag abgebrannt werden, hängt von der Region ab. Warum sie im Harzraum aber auf keinen Fall am Samstag brennen, erläutert Klaus Schröter in seinem Beitrag „Der Sonnabend im Harz“, in dem er sich Gedanken über Alltagssprache und regionale Identität macht.

Mit zwei Artikeln möchte ich der Ereignisse am Ende des Zweiten Weltkrieges gedenken: Christoph Unger hat Auszüge aus dem Tagebuch des Gefreiten Fröhliche Ostern und Friedrich Palm, der mit seinem Fahrradzug gegen die vorrückenden Amerikaner kämpfte, in seinem Bericht „Damals im April“ zusammengestellt. Um die Kriegsgräberstätte Oderbrück geht es bei Claus Jähner, der sowohl ihre Bedeutung als auch die Veränderung der Erinnerungskultur in den Blick nimmt.

An eine persönliche Tragödie, die zu jener Zeit in ähnlicher Form Menschen in vielen Wäldern Deutschlands getroffen hat, erinnert Klaus Gregor. Er berichtet über den Mord an dem Förster Wilhelm Frey im Riesengebirge.

Frühlingshaft geht es bei einer Entdeckung von Frau Kreckmann zu, die in der Nähe von Ührde ein Vorkommen des eher seltenen Blauroten Steinsamen gefunden hat.

Das Nationalparkforum schaut hingegen noch auf die Winterschläfer, in diesem Fall auf die Fledermäuse in ihren Winterquartieren. Siegfried Wielert, der im letzten Heft schon über die Fledermäuse in der Bärenhöhle berichtet hat, erweist sich auch bei der Zählung der nachtaktiven Säuger als Experte auf diesem Gebiet. Martin Baumgartner informiert über die Ergebnisse der Auszählung und zeigt auf, wie überaus wichtig der Harz für die Fledermauspopulation eines Umkreises von mindestens 250 km um das Gebirge herum ist.

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag:
Fischer & Thielbar GmbH
Telefon (0 53 23) 25 33.
 


Der Feldlerche zuliebe: Hunde bitte immer an der Leine lassen: In Wald und Flur gilt von 1. April bis 15. Juli die Leinenpflicht

Goslar. Endlich ist es wieder soweit – im Frühling gönnen sich Hundebesitzer mit dem „besten Freund des Menschen“ wieder den dringend benötigten Auslauf in der freien Natur. Dabei heißt es nicht selten „Leinen los“. Doch Vorsicht – hier droht Gefahr! Die Goslarer Umweltverbände BUND, NABU sowie Natur- und Umwelthilfe Goslar appellieren an alle Hundebesitzer: „Lassen Sie Ihren Hund bitte an der Leine!“

 

 

Während der Brut- und Aufzuchtzeit des Nachwuchses sind Vögel und andere wildlebende Tiere besonders störempfindlich. Da kann ein freilaufender Hund großen Schaden anrichten, wenn sein Jagdtrieb erwacht und die Rufe von Herrchen oder Frauchen unbeachtet bleiben.

 

Rehkitze, aber auch der Nachwuchs der bodenbrütenden Vogelarten sind derzeit besonders gefährdet. Ein typischer Bodenbrüter ist zum Beispiel die Feldlerche. Ihr Bestand schrumpft in den letzten Jahrzehnten bedrohlich.

Wie im letzten Jahr mehren sich bei den Verbänden wieder Anfragen von Bürgern, die sich über mangelnde Kontrolle und Umsetzung der gültigen gesetzlichen Regelungen beschweren. Hier appellieren die Verbände an alle Hundebesitzer, die Festlegung der derzeitigen Hundeanleinpflicht zu beherzigen, und an alle zuständigen Kommunen, stärkere diesbezügliche Kontrollen durchzuführen, denn was nützen die besten Gesetze, wenn deren Einhaltung nicht überwacht wird!

 

Hundebesitzer, die ein Herz für die wilden Tiere haben, lassen beim Spaziergang ihren Liebling an der Leine. Freien Auslauf gibt es in der Brut- und Setzzeit nur im heimischen Garten oder auf ausgewiesenen Flächen in Städten und Gemeinden, die für Parks und Grünanlagen gesonderte Regelungen schaffen können.

 

Im Nationalpark Harz gilt übrigens - wie auch in Naturschutzgebieten - eine ganzjährige Leinenpflicht.

 

Foto: Der Bodenbrüter Feldlerche ist auch durch freilaufende Hunde gefährdet; Foto Manfred Delpho.


Zu Ostern dreht sich am HohneHof alles um das Thema „Vögel – ihre Eier und Nester“

Im Ferienprogramm des Natur-Erlebniszentrums gibt es verschiedene Angebote und Aktionen rund um die Vogelwelt.

Wernigerode, 11. April 2022. Am Natur-Erlebniszentrum HohneHof gibt es für die Besucherinnen und Besucher zu Ostern einiges zu erleben. Auch der beliebte Löwenzahn-Entdeckerpfad ist ab sofort wieder geöffnet.

In diesem Jahr dreht sich in den Osterferien bei verschiedenen Aktionen alles um das Thema „Vögel – ihre Eier und Nester“.  Beim Treff mit unserem Ranger – täglich von 11 bis 16.15 Uhr – geht es zum Beispiel um die Frage, warum manche Eier einfarbig und andere gesprenkelt sind. Und welcher Vogel im Nationalpark Harz das kleinste Ei legt. Die Teilnehmer/innen erfahren auch, wie viele verschiedene Arten von Nesttypen man unterscheiden kann – und wie viele davon im Nationalpark zu finden sind.

 

Ein Vogelnest untersuchen und nachbauen 

Ein Vogelnest nachbauen und dabei die Materialien, die auch den Vögeln zur Verfügung stehen, zu verwenden, ist die Aufgabe bei einer Aktion, die von 12. bis 16. April in der Zeit zwischen 11 und 16.15 Uhr veranstaltet wird. Das fertige Nest kann zu Ostern zuhause unter einem Busch oder einem Baum versteckt werden – vielleicht legt der Osterhase ein Ei hinein?

Ein echtes Vogelnest wird am 13. und 16. April genauer unter die „Lupe“ genommen. Vogelschützer weltweit beobachten, dass Vögel vermehrt Müll wie etwa Plastikfolie oder Schnüre für den Bau ihrer Nester verwenden. Plastikteile können zur Gefahr für die jungen Vögel werden, wenn sie sich darin verfangen oder diese mit Nahrung verwechseln. Die Teilnehmer/innen an dieser Aktion untersuchen ein Vogelnest und helfen dabei festzustellen, ob und wieviel Plastik die Vögel im Nationalpark für den Bau ihrer Nester verwenden. Treffpunkt ist dafür am Natur-Erlebniszentrum HohneHof von 11 bis 16.15 Uhr. Anmeldung unter 039455/8640 oder per Mail an hohnehof@nationalpark-harz.de.

Bis 18. April können die Besucher/innen des HohneHofs täglich zwischen 11 bis 16.15 Uhr an einem Osterquiz teilnehmen. Dabei gilt es, die versteckten HohneRaben zu finden und ihre Fragen zu beantworten. Beim Quiz können die Teilnehmer/innen ihr Wissen testen und viel Interessantes über die Frühlingsnatur im Nationalpark Harz erfahren. Wer an der Verlosung teilnimmt, kann mit etwas Glück ein tolles Naturbuch gewinnen.

Eine Familienwanderung mit dem Thema „Wildtiere und ihr Einfluss auf den Wald“ wird am morgigen Dienstag, 12. April, veranstaltet. Vom Rothirsch über die Rötelmaus bis hin zum Borkenkäfer – alle Tiere hinterlassen nicht nur ihre Spuren im Wald, sondern haben auch einen Einfluss auf die Waldentwicklung. Ein Ranger führt die Teilnehmer/innen auf dieser leichten, 5 km langen Rundtour und erklärt dabei viel Wissenswertes über den Wald und seine Bewohner. Dauer: ca. 3-4 Stunden (Strecke 5 km), Treffpunkt: Wandertreff (Parkplatz) Drei Annen Hohne. Anmeldung unter 039455/8640 oder per Mail an hohnehof@nationalpark-harz.de  (Dies ist eine Veranstaltung mit Sonderstempel). 

Für Besucher/innen gelten am HohneHof folgende Corona-Regelungen: Bitte tragen Sie im Rahmen unserer Veranstaltungen einen Mundschutz. Bei den Angeboten gilt eine maximale Teilnehmer-Zahl, es ist daher mit Wartezeiten zu rechnen. 

FOTO: Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Foto: Mandy Gebara, Nationalpark Harz,

Rotkehlchen, Singdrossel, Kleiber und Buchfink waren die häufigsten Sänger am Abend

Dr. Gunter Karste vom Nationalpark Harz hat die Teilnehmer einer Vogelstimmenwanderung ins Zwölfmorgental geführt.


Wernigerode, 08. April 2022. Morgens und abends ist der Vogelgesang für menschliche Zuhörer besonders stimmungsvoll. Die musikalische Aktivität unserer heimischen Singvögel wird auch von der Umgebungshelligkeit beeinflusst. Die verschiedenen Vogelarten beginnen zu unterschiedlichen, aber jeweils regelmäßigen Zeitpunkten im Verlauf der Morgendämmerung mit ihrem Gesang. Vogelkundler haben aus dieser „Pünktlichkeit“ der gefiederten Sänger die „Vogeluhr“ abgeleitet. Die Frühaufsteher unter den Singvögeln sind Garten- und Hausrotschwanz, die sich schon mehr als eine Stunde vor Sonnenaufgang bemerkbar machen. Vielen Menschen, die morgens früh rausmüssen, dürfte auch der melodische Gesang der Amsel vertraut sein. Sie gehört auch zu den Letzten, die abends noch ein Lied anstimmen, ebenso wie das Rotkehlchen. Und sogar nachts singen manche Vögel, wie zum Beispiel die Nachtigall.

Den Gesang der heimischen Singvögel hat Dr. Gunter Karste vom Nationalpark Harz kürzlich den Teilnehmern einer der Vogelstimmenwanderungen erläutert, die nach einer zweijährigen, corona-bedingten Pause in diesem Jahr wieder stattfinden. Seit vielen Jahren bietet der Nationalpark Harz in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkhochschule Harz, dem Harzklub Zweigverein Wernigerode und dem NABU-Kreisverband Harz zwei ornithologische Wanderungen an: Vogelstimmen des Abends im April ab 18 Uhr und Vogelstimmen des Morgens im Mai ab 4.30 Uhr.



Ornithologischer Lehrpfad auf dem Weg zur Harburg

Die Wanderrouten variieren. In diesem Jahr startete die Gruppe mit Dr. Karste die abendliche Wanderung am Schanzenhaus im Zwölfmorgental. Das Wetter spielte allen schlechten Prognosen zum Trotz einigermaßen mit. Auf dem Weg zur Harburg installierte die Familie Ahrendt einen ornithologischen Lehrpfad, der dazu einlädt, die abendliche Tour noch einmal ganz in Ruhe für sich allein Revue passieren zu lassen. Die ansprechenden Tafeln machen es dem Interessierten möglich, sich den Gesang des dargestellten Vogels über einen QR-Code anzuhören. So kann man sich aus der Vielzahl der Vogelstimmen am Tafelstandort die abgebildete Art „herausfiltern“.

Bei der Vogelstimmenexkursion am Mittwoch, 6. April, konnten immerhin 15 Vogelarten gezählt werden, berichtet Dr. Karste. Das waren allerdings deutlich weniger als bei der Vorexkursion, bei der 25 Arten gezählt wurden. „Obwohl die Teilnehmerzahl mit 38 Personen sehr hoch war, gelang es, selbst das relativ leise singende Rotkehlchen zu hören. Das Rotkehlchen, die Singdrossel, der Kleiber und der Buchfink waren auch am häufigsten wahrzunehmen“, berichtet er. „Aber auch der Schwarzspecht, der Buntspecht und ein Sperber, der die ganze Singvogelgesellschaft erregte, konnten registriert werden.“

An der Vogelartenzusammensetzung erkennt man, dass die Wanderroute um die Harburg sehr abwechslungsreich ist, sagt Karste: Lebensraumvielfalt bedeutet oft auch Artenvielfalt. Neben Buchen- und Eichenwäldern trifft man u.a. auch auf Feldgehölze, Hochstaudenfluren und auf die Zwölfmorgentalwiese.


Die Mai-Exkursion „Vogelstimmen des Morgens“ findet am Samstag, 21.05., statt und startet um 4.30 Uhr am Parkplatz hinter dem Forsthaus am Armeleuteberg (keine Anmeldung erforderlich).

Zwei weitere Vogelexkursion „Vogelstimmen entdecken mit dem Biologen Dr. Hermann Martens“ beginnen am Sonntag, 01.05., um 6.00 Uhr, sowie Samstag, 11.06., um 8.00 Uhr am Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus (Anmeldungen erforderlich unter Telefonnummer 05320-331790 oder post@torfhaus.info. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt).


Nähere Informationen dazu sowie zu weiteren Veranstaltungen sind in unserem Natur-Erlebnisprogramm 2022 sowie auf unserer Internetseite in der Rubrik „Tierbeobachtungen“ unter https://www.nationalpark-harz.de/de/veranstaltungen/  zu finden.



FOTO 1: Auch das relativ leise singende Rotkehlchen war zu hören.
Foto: Dr. Gunter Karste, Nationalpark Harz,



FOTO 2: Insgesamt 38 Teilnehmer waren der Einladung zur abendlichen Vogelstimmenwanderung im Zwölfmorgental gefolgt.
Foto: Dr. Gunter Karste, Nationalpark Harz,



FOTO 3: Der Kleiber gehörte zu den am häufigsten zu hörenden Sängern.
Foto: Dr. Gunter Karste, Nationalpark Harz,



FOTO 4: Auch ein Schwarzspecht machte auf sich aufmerksam.
Foto: Dr. Gunter Karste, Nationalpark Harz,


Termine für Pflanzaktionen im Nationalpark Harz

Bei unseren Baumpflanzaktionen können Naturfreund*innen Starthilfe für die wilden Naturwälder von morgen geben.

Wernigerode, 25. März 2022. Der Nationalpark Harz ist einer von 16 Nationalparks in Deutschland. In diesen Großschutzgebieten besteht das Ziel, die Flächen der Naturdynamik zu überlassen und keine menschlichen Eingriffe vorzunehmen. Bereits auf mehr als 70 Prozent des Nationalparks Harz übernimmt die Natur schon die Regie. In den übrigen Bereichen geben wir ihr noch „Hilfe zur Selbsthilfe“. Zum Beispiel mit der Pflanzung von Laubbäumen, dort wo Samenbäume für deren Rückkehr in ihre angestammten Areale fehlen.

Bei unseren öffentlichen Baumpflanzaktionen können engagierte Naturfreund*innen Teil dieser Starthilfe für die wilden Wälder von morgen werden. 

Hier einige wichtige Informationen zu den Pflanzaktionen:

▪ Von den Treffpunkten wird mit dem PKW weiter zu den Pflanzflächen gefahren.

▪ Die Gesamtgruppengröße ist auf 20 Personen beschränkt.

▪ Teilnehmende sollten für die Pflanzaktion 3-4 Stunden reine Arbeitszeit einplanen.

▪ Robuste Arbeitskleidung, festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe sind mitzubringen und Voraussetzung für eine Teilnahme.

▪ Arbeitsgeräte und Pflanzen stellt der Nationalpark.

▪ Verpflegung bringen die Teilnehmenden selbst mit.

▪ Kosten für die Teilnahme entstehen nicht.

Interessierte können sich per E-Mail für die Pflanzaktionen anmelden. Sie sollen dabei bitte ihren vollen Namen, ihren Wunschtermin und eine Telefonnummer für Rückrufe angeben. Ansprechpartner rund um offene oder gruppenspezifische Pflanzaktionen im Nationalpark Harz ist Nationalpark-Mitarbeiter Carsten Dicke. Er ist erreichbar unter der E-Mail-Adresse Carsten.Dicke@npharz.de

Alle aktuellen Termine und Infos zur Anmeldung gibt es hier:

https://www.nationalpark-harz.de/de/mitmachen/Pflanzaktionen

Die nächsten Termine sind:

02.04.22 Scharfenstein, 9.00 Uhr, Treffpunkt: Waldhotel Ilsenburg

08.04.22 Oderhaus, 13.00 Uhr, Treffpunkt: B 4, Königskrug Parkplatzschleife

09.04.22 Oderhaus, 9.00 Uhr, Treffpunkt: B 4, Königskrug Parkplatzschleife

09.04.22 Oderhaus,13.00 Uhr, Treffpunkt: B 4, Königskrug Parkplatzschleife

22.04.22 Schierke, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Parkplatz Drei Annen Hohne, Bahnhof

22.04.22 Schluft, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Lonau, Nationalpark-Infostelle, DGH

22.04.22 Bruchberg, 13.00 Uhr, Treffpunkt:  B 4, untere Einfahrt Bastesiedlung

23.04.22 Schuft, 9.00 Uhr, Treffpunkt: Lonau, Nationalpark-Infostelle, DGH

23.04.22 Schluft, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Lonau, Nationalpark-Infostelle, DGH

23.04.22 Bruchberg, 9.00 Uhr, Treffpunkt:  B 4, untere Einfahrt Bastesiedlung

23.04.22 Bruchberg, 13.00 Uhr, Treffpunkt:  B 4, Untere Einfahrt Bastesiedlung

30.04.22 Torfhaus, 9.00 Uhr, Treffpunkt:  Waldparkplatz Jermerstein nördlich Braunlage (zwischen Königskrug und Braunlage, Abfahrt Braunlage-Nord)

30.04.22, Torfhaus, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Waldparkplatz Jermerstein nördlich Braunlage (zwischen Königskrug und Braunlage, Abfahrt Braunlage-Nord) 

Wir müssen leider darauf hinweisen, dass die Durchführung der oben genannten Veranstaltungen stark von der zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen Lage der Corona-Pandemie und den entsprechenden Verordnungslagen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt abhängen wird.

FOTO: Bei einer öffentlichen Pflanzaktion im Revier Schluft.

Foto: Jens Hundermark


Waldführerinnen und Waldführer: Ausgezeichnete Kenner des Nationalparks Harz

Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch überreichte in Sankt Andreasberg die „Jahresplaketten“ an die Ehrenamtlichen.

 

St. Andreasberg, 22. März 2022. In der vergangenen Woche wurden die ehrenamtlichen Waldführerinnen und Waldführer des Nationalparks Harz im Seminarraum des Bildungszentrums in Sankt Andreasberg ausgezeichnet. Pandemiebedingt war dies die erste Zusammenkunft seit dem Jahr 2019. Somit freuten sich die Ehrenamtlichen sowie auch die Mitarbeiterinnen des Bildungszentrums besonders darüber, dass der neue Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch die Übergabe der Jahresplaketten an die Ehrenamtlichen übernahm.

Zuvor informierte Dr. Pietsch sie in einem Kurzvortrag über die aktuellen Entwicklungen im Nationalpark. Bei einem Umtrunk fand am Abend ein entspannter Ausklang der Veranstaltung statt, wobei Dr. Pietsch und die Bildungsmitarbeiterinnen mit den Waldführerinnen und Waldführern ins Gespräch kamen.

 

Das Waldführer-Programm des Nationalparks startete bereits 1994

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr insgesamt 13 ehrenamtliche Waldführerinnen und Waldführer: Klaus Benninghoff, Regina Biallas, Cornelia Dietz, Maren Knust, Matthias Lenz, Detlef Maus, Hans-Georg Mendel, Wolfgang Rudolph, Wilfried Störmer, Klaus Wachtendorf. Nicht anwesend waren Volker Dübner, Rainer Koch und Carolin Lorenz.

Das Waldführer-Programm des Nationalparks Harz startete bereits im Jahr 1994. Einige der Ehrenamtlichen sind schon seit vielen Jahren dabei und somit wahre Kenner des Nationalparks, insbesondere wenn es um die Beobachtung der spannenden Entwicklungen des Naturraumes im Nationalpark Harz seit dessen Gründung geht. Aktuell sind noch 35 Waldführerinnen und Waldführer registriert.

Die Waldführerinnen und Waldführer nehmen jährlich an verschiedenen Fortbildungen teil, welche durch den Nationalpark Harz angeboten werden. Sie erhalten in Form der „Jahresplakette“ ihre Anerkennung, wenn sie eine bestimmte Anzahl an Fortbildungen besucht haben.  

FOTO: Bei der Auszeichnung der ehrenamtlichen Waldführerinnen und Waldführer in St. Andreasberg. Links Nationalpark-Leiter Dr. Roland Pietsch.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


Waldbrandgefahr steigt – Besucher des Nationalparks sollen unbedingt Verhaltensregeln beachten

Waldbrände sind in unseren Mittelgebirgen fast nie auf natürliche Ursachen zurückzuführen.

Wernigerode, 21. März 2022. Die aktuelle Hochdruckwetterlage beschert uns Frühlingswetter mit viel Sonne. Doch gerade jetzt ist die Waldbrandgefahr im Harz besonders hoch – auch weil in den kommenden Tagen bis Anfang April nicht mit Niederschlägen zu rechnen ist. Insbesondere die trockene Vegetation des Vorjahres ist im Frühjahr leicht entzündlich. Hohe Sonneneinstrahlung und austrocknender Wind, momentan aus östlichen Richtungen, sowie eine geringe Luftfeuchtigkeit erhöhen das Risiko.

Seit vergangenem Freitag, dem 18. März, gilt bereits für den Landkreis Harz Waldbrandgefahrenstufe 2, Tendenz rasch steigend.

Waldbrände sind in unseren Mittelgebirgen fast nie auf natürliche Ursachen zurückzuführen. Die Nationalparkverwaltung bittet daher alle Besucherinnen und Besucher zur Prävention von Waldbränden unbedingt folgende Regeln zu beachten:

- Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet verboten.

- Müll muss mit nach Hause genommen werden.

- Das Parken von Autos über trockenem Gras ist zu vermeiden, da von den heißen Katalysatoren Brandgefahr ausgeht.

- Halten Sie alle Zufahrtswege zu den Wäldern ständig für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge frei.

- Wenn ein Waldbrand oder unklare Rauchentwicklung entdeckt wird, bitte umgehend die 112 anrufen.  Eine Orientierung dazu können die Notfallrettungspunkte der Forstverwaltungen und GPS-Koordinaten auf dem Handy sein.

Erfahrungsgemäß halten sich nicht alle Gäste an diese Regeln und daher ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger mithelfen, Fehlverhalten zu beobachten und auch zu korrigieren. Bitte sprechen Sie Ihre Mitwanderer an, wenn Sie bemerken, dass sich jemand ggf. unwissentlich falsch verhält. Das kann vielleicht sogar Menschenleben retten!

Die Folgen von Waldbränden sind für die Tier- und Pflanzenwelt verheerend: Es werden viele, vor allem kleine Lebewesen wie Insekten getötet, aber auch Nester von Bodenbrütern und Lebensräume langfristig zerstört. 

FOTO: Eine verbrannte Fläche am Hirtenstieg, das Foto stammt aus dem Jahr 2018. Die Folgen von Waldbränden sind für die Tier- und Pflanzenwelt verheerend.

Foto: Martin Struve, Nationalpark Harz


Komplexe Maßnahme: Nationalparkverwaltung bereitet schwierige Bergung von Totholz im Ilsetal vor

Heinrich-Heine-Weg muss weiterhin gesperrt bleiben,
parallel verlaufende Straße ist entlang der Ilsefälle jedoch frei begehbar.

Wernigerode, 10. März 2022. Im Flussbett der Ilse im Bereich der Ilsefälle hat sich Totholz und Astwerk aus den angrenzenden abgestorbenen Fichtenbeständen angesammelt und teilweise verkeilt. Es soll zum vorbeugenden Hochwasserschutz entfernt werden. Das hat die Nationalparkverwaltung Harz im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins mit der Stadt Ilsenburg Ende des vergangenen Jahres angeboten.

Die konkrete Planung der komplexen Maßnahme hat daraufhin begonnen. Erste Fachfirmen haben die Ilsefälle besichtigt, um Konzepte zu einer möglichen Technik für die in diesem Gelände unter infrastrukturellen und Sicherheitsaspekten schwierige Bergung des Holzes zu entwickeln. Seitens der Nationalparkverwaltung befindet sich das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung in Abstimmung.

 

Brut- und Setzzeit der geschützten Wasseramsel muss abgewartet werden 

Die Umsetzung der Maßnahme wird wegen der notwendigen umfangreichen Vorbereitung, den aktuellen Witterungsverhältnissen und zu beachtenden Belangen des Naturschutzes, vor allem der Brut- und Setzzeit, hier besonders der seltenen und besonders geschützten Wasseramsel, jedoch erst im Spätsommer erfolgen können.

Da zudem auch weiterhin umstürzende und abrutschende Baumstämme vom darüberliegenden Hang auf den Pfad – den sogenannte Heinrich-Heine-Weg – zu fallen drohen und eine potenzielle Gefahr für Besucherinnen und Besucher darstellen, muss der beliebte Wanderweg durch das Ilsetal an den Ilsefällen entlang derzeit leider noch gesperrt bleiben. Die Nationalparkverwaltung bittet dafür um Verständnis und Beachtung. Es wird versucht, den Hang so bald wie möglich zu beräumen, um den Weg darunter wieder freigeben zu können. Die Sicherungsmaßnahmen dafür haben bereits begonnen.

Die auf der anderen Hangseite direkt parallel dazu verlaufende Ilsetal-Straße ist zur Wanderung entlang der Illsefälle jedoch frei begehbar.

FOTO:Der Heinrich-Heine-Weg muss derzeit leider noch gesperrt bleiben, weil umstürzende und abrutschende Baumstämme auf den Pfad zu fallen drohen. Derzeit laufen dort die Sicherungsmaßnahmen.

Foto: Martin Baumgartner, Nationalpark Harz


UNSER HARZ Februar 2022 ist erschienen –

NS-Bauernhochschule, Bärenhöhle bei Goslar, Zwangsarbeit in Bad Harzburg und der Feuersalamander im Nationalpark

Aus dem Inhalt: Carsten Grabenhorst: Die Bauernhochschule Goslar am Standort Klubgartenstraße; Siegfried Wielert: Die „Bärenhöhle“, eigentlich „Beckers Grube“, bei Goslar, Friedhart Knolle: Zwangsarbeit und Einsatz von Kriegsgefangenen in Bad Harzburg; Dr. Karl Sanders: Ein Gedenkblatt Rambergs zur Eröffnung des Brockenhauses 1800; Nationalparkforum: Der Feuersalamander im Nationalpark Harz.

 

 

Derzeit wird in Goslar, wieder einmal, über die Bedeutung eines Denkmals aus der Zeit des Nationalsozialismus gestritten. Schon der Fliegerhorst wurde in seiner Bedeutung als historische Stätte nicht wirklich gewürdigt, nun wird über das Gebäude der ehemaligen Bauernhochschule in der Klubgartenstraße 9 debattiert. Dass diesem Gebäude eine besondere Stellung in der ehemaligen „Reichsbauernstadt“ zukommt, erläutert der Braunschweiger Historiker Carsten Grabenhorst. Es ist damit besonders schützenswert als Lern- und Erinnerungsort.

 

Anders als dieses Gebäude sind die Spuren der ehemaligen Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager kaum noch zu finden, so auch bei Bad Harzburg. Friedhart Knolle geht den vorhandenen Spuren nach und bringt uns damit die damaligen Geschehnisse in Erinnerung. Aus seinen Ausführungen wird deutlich, wie eng verzahnt die grausame Arbeits- und Vernichtungsmaschinerie mit dem „normalen“ Alltag war.

 

Wie geschichtsträchtige Orte eine gänzlich neue Bestimmung erfahren, zeigt Siegfried Wielert in seinem Artikel über „Beckers Grube“, heute als „Bärenhöhle“ bei Goslar bekannt. Dieses Bergwerk stammt aus einer Zeit, in der um Goslar herum Schiefer abgebaut wurde und entstand als untertägiger Abbauort. Heute ist es ein wichtiger Ort für den Naturschutz, da die Höhle bedrohten Fledermausarten als Winterquartier dient.

 

Auch im Nationalparkforum geht es um eine bedrohte Tierart, die allerdings im Harz noch ein recht großes Verbreitungsgebiet hat: den Feuersalamander. Otfried Wüstemann gibt einen Einblick in dessen Lebensweise, seine Bedrohung und Schutzmöglichkeiten.

 

Karl Sanders widmet sich in einem kurzen Beitrag der Entwicklung des Brockenpanoramas, das eine besondere Herausforderung für die kartografische und künstlerische Darstellung ist. Zur Eröffnung des Brockenhauses 1800 widmet sich Ramberg, den Lesern und Leserinnen bestens bekannt durch die Serie über sein Harz-Album, diesem Thema mit einem Gedenkblatt.

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.


Nationalparkverwaltung hat umgestürzte Bäume an der Landesstraße 100 entfernt

Nach den heftigen Stürmen laufen im Nationalpark Harz notwendige Aufräumarbeiten an Straßen und Wegen auf Hochtouren.

Wernigerode, 28. Februar 2022. Nach den heftigen Stürmen der vergangenen Tage laufen auch im Nationalpark Harz die notwendigen Aufräumarbeiten an Straßen und Wegen auf Hochtouren. So wurden etwa die Loipenstrecken bereits wieder freigeräumt und auch schon wieder gespurt, wenn die Schneelage dies zuließ.

Das umfangreiche Wegenetz im Parkgebiet konnte jedoch noch nicht vollständig überprüft und – wo erforderlich – von umgestürzten Bäumen befreit werden, vor allem in den Hochlagen. Diese Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass Parkbesucher sich weiterhin auf Einschränkungen einstellen müssen.

 

Wurzelstöcke drohten, auf die Straße zu stürzen 

Am vergangenen Donnerstag wurden an der Landesstraße 100 im Landkreis Harz, am sogenannten „Eiskeller“ an der Wormke-Querung, umgestürzte Bäume entfernt. Durch den Sturm waren dort mehrere starke Douglasien entwurzelt und über die Straße geworfen worden. Nach dem Aufschneiden der Straße drohten die anhängenden, losen Wurzelstöcke, von den Felsen auf die Straße zu stürzen – eine akute Gefahr für den Straßenverkehr. Deshalb wurde unter Vollsperrung mit schwerer Technik – so ein Wurzelstock wiegt mehrere Tonnen – die Gefahr beseitigt.

Leider gibt es immer wieder Verkehrsteilnehmer, die Sperrungen nicht akzeptieren wollen. Während der Arbeiten sind ca. 50 Fahrzeuge durch die Sperrung gefahren und haben damit sich und andere in Gefahr gebracht. 

FOTO: Am vergangenen Donnerstag wurden an der Landesstraße 100 im Landkreis Harz, am sogenannten „Eiskeller“ an der Wormke-Querung, umgestürzte Bäume entfernt.

Foto: Olaf Eggert, Nationalpark Harz


Junior-Ranger aus Bad Harzburg sammeln Müll

Unbekannte hatten den Treffpunkt der Kinder mit Abfall übersät.

Wernigerode, 25. Februar 2022. Die Junior-Ranger aus Bad Harzburg wollten ihren Augen nicht trauen: Unbekannte hatten ihren beliebten Treffpunkt, das Gelände des Waldkindergartens, total zugemüllt. Der ganze Platz und die kleine Hütte der Kinder waren übersät mit leeren Flaschen, Scherben, Zigarettenkippen und anderem Abfall. Eigentlich wollte die „Luchs“-Gruppe – so heißt eine der beiden Junior-Ranger-Gruppen aus Bad Harzburg – dort ihren Nachmittag verbringen und sich mit dem Thema „Was machen die Tiere im Winter?“ beschäftigen. Stattdessen fühlten sie sich wie auf einer illegalen Müllkippe. „Das ist so gefährlich mit den Scherben – gerade dort wo Kinder spielen. Und auch für die Tiere im Wald!“, stellten die Junior-Ranger empört fest.


Die Junior-Ranger aus Bad Harzburg bei der Aufräumaktion mit ihrer Betreuerin, Nationalpark-Rangerin Carla Hoffmann.

Doch das wollten die jungen Naturschützer nicht tatenlos hinnehmen und beschlossen spontan, den Müll zu beseitigen. „Das können wir aufsammeln“, fassten sie den Entschluss und verabredeten, sich dort für eine große Aufräumaktion zu treffen. Gesagt, getan, kamen sie vor Kurzem zum Umwelteinsatz zusammen, diesmal ausgestattet mit Handschuhen und Müllgreifern. Nicht nur in der Fläche, sondern auch schon am Parkplatz wurden mit viel Elan Flaschen, Masken, Zigarettenschachteln, Feuerwerkskörper und mehr eingesammelt.

„Beschämend für die Verursacher“

Nationalpark-Rangerin Carla Hoffmann, Leiterin der beiden Junior-Ranger-Gruppen „Luchse“ und „Bären“ in Bad Harzburg, freut sich zwar über das große Engagement ihrer Schützlinge, doch ist sie auch schockiert über die Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen, die ihren Abfall in die Natur werfen: „Es ist schon verrückt, dass engagierte Menschen den Müll von Anderen aufräumen müssen. Aber besonders beschämend für die Verursacher finde ich, wenn Kinder ihn für sie aufsammeln.“

Nach rund einer Stunde war die Arbeit getan und die Kinder zu Recht stolz auf ihre Leistung. Doch für wie lange? Denn es war keineswegs der erste derartige Vorfall. Auch die Kinder der Waldgruppe des Bad Harzburger Kindergartens Bahnhofstraße 6b, die regelmäßig das Gelände besuchen, haben schon mehr als einmal mit ihren Erzieherinnen und Erziehern den Müll auf dem Waldkindergartenplatz eingesammelt.

Die Junior-Ranger richten den dringenden Appell an alle Menschen, die sich in der Natur bewegen und den Nationalpark Harz besuchen, ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen, anstatt ihn achtlos in die Umwelt zu werfen – egal ob Zigarettenkippe, Bonbonpapier, Klopapier oder Essensverpackung. „Behandeln Sie den Wald wie Ihr Zuhause – oder möchten Sie all den Müll auf Ihrem Sofa haben?“, fragen sie die Erwachsenen.

FOTO: Die Junior-Ranger aus Bad Harzburg bei der Aufräumaktion mit ihrer Betreuerin, Nationalpark-Rangerin Carla Hoffmann.

Foto: Nationalpark Harz


Aktuelle Harz-Zeitschrift 2021 erschienen – Beiträge zur Harzgeschichte

Soeben erschien im Lukas-Verlag Berlin der 73. Jahrgang der Harz-Zeitschrift für das Jahr 2021, die für den in Wernigerode ansässigen Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e. V. von Dr. Jörg Brückner herausgegeben wird. Die Zeitschrift hat eine lange Geschichte – sie erschien erstmals 1868, dem Gründungsjahr des Vereins.

 

Der aktuelle Band beschäftigt sich mit historischen Fachthemen zahlreicher Orte aus dem gesamten Harz. Sechs Hauptbeiträge zur Harzgeschichte enthält die Ausgabe. Zum Zusammenhang von Markt, Münze und Münzprägung im hohen ­Mittelalter dargestellt an Nordhausen und den Südharzgrafschaften berichtet Paul Lauerwald. Es folgt der Beitrag von Udo Münnich: Der Willianweg – eine mittelalterliche Harzquerung? Bauarchäologie im Kloster Ilsenburg. Das Refektorium aus dem 12. Jahrhundert – Befunde der Estriche und Luftheizungsanlagen, Funktionskonzept des ­Refektoriums – das ist das Thema von Heinz A. Behrens. Über den Sarg im Brusttuch in Goslar steuert Sieglinde Bauer einen Aufsatz bei. Mit Bergbauversuchen auf Zinnober und Quecksilber im Walkenrieder Forst bis 1621 befasst sich der nachfolgende Beitrag von Erhard Jörn und den Schluss macht Fritz Reinboth mit Betrachtungen zum Südharzer Alabaster, der gern mit Marmor verwechselt wird, selbst von Fachleuten.

 

Eine Literaturschau und Rezensionen sowie Berichte der Arbeitskreise des Harz-Vereins runden den Band ab. Er ist mit zahlreichen Abbildungen illustriert, hat einen Umfang von 160 Seiten und kann über den örtlichen Buchhandel oder den Lukas-Verlag http://www.lukasverlag.com bestellt werden.

 

Vereinsgeschichte

 

Im April 1868 wurde in Wernigerode der Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V. gegründet. Schon von Anfang an sollte er die Geschichtsinteressen aller am Harz beteiligten Menschen und Orte bündeln. Seit 1868 erscheint auch die durch den Harz-Verein herausgegebene Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde e.V., seit 1948 Harz-Zeitschrift genannt.

 

Der Harz-Verein hat eine wechselvolle Geschichte, die zunächst sehr stark mit seinen prägenden Vorstandsmitgliedern verknüpft war. Bedeutende Vorstandsmitglieder waren u.a. der 1. Vorsitzende, Graf Botho zu Stolberg-Wernigerode, der gräfliche Bibliothekar und Archivar Eduard Jacobs, der Wernigeröder Amtsgerichtsrat Walter Grosse, der Ehrenvorsitzende Karl Wolfgang Sanders, der den Verein nach dem 2. Weltkrieg wieder ins Leben rief, der langjährige Kustos am Braunschweigischen Landesmuseum Christof Römer sowie viele weitere Persönlichkeiten, die weit über die Geschichte des Harzes hinaus von Bedeutung sind.

 

Der Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V. arbeitet länderübergreifend in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen – konsequenterweise ist er denn auch beim Vereinsregister Braunschweig registriert und unterhält seine Geschäftsstelle seit 2000 bei der Schloß Wernigerode GmbH. Der Verein gibt eine Monografien-Reihe heraus – die Forschungen zur Geschichte des Harzgebietes (kurz Harz-Forschungen). Diese bündeln immer wieder besondere Fragestellungen und Interessen, die das Harzgebiet betreffen. Gegenwärtig unterhält der Harz-Verein mehrere Arbeitskreise:

  • zur Archäologie des Harzes, geleitet von Hans-Jürgen Grönke in Nordhausen,
  • zur Landesgeschichte mit Kirchen- und Klostergeschichte, geleitet von Dr. Monika Lücke in Nauendorf bei Halle,
  • zur Montangeschichte, geleitet von Hans-Heinrich Hillegeist und Dr. Wilfried Ließmann in Göttingen,
  • zur Rechtsgeschichte, geleitet von Dr. Dieter Pötschke in Bad Doberan
  • und zur Zeitgeschichte in der Verantwortung von Dr. Friedhart Knolle in Goslar in Verbindung mit dem Verein Spurensuche Harzregion e.V.

Zehn Mitarbeiter des Nationalparks Harz absolvieren erfolgreich Naturschutzlehrgang

Der dreimonatige Kurs umfasste neben Vorträgen und Exkursionen
auch praktische nationalparkspezifische Arbeiten in den Revieren.

Wernigerode, 24 Februar 2022. Zehn Mitarbeiter des Nationalparks Harz haben erfolgreich einen dreimonatigen Naturschutzlehrgang absolviert und vor Kurzem von Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und der für die Waldbehandlung zuständigen Fachbereichsleiterin Sabine Bauling ihre Urkunden erhalten.

Die Teilnehmer des Naturschutzlehrgangs, neun Forstleute und ein Ranger, haben sich in insgesamt 560 Stunden im Rahmen von Vorträgen und Exkursionen, aber auch bei praktischen nationalparkspezifischen Arbeiten in den Revieren intensiv mit Themen wie Waldentwicklung, Wildbestandsregulierung, Verkehrssicherung oder Besucherlenkung befasst. Die Inhalte umfassten ein breites Spektrum, etwa Laubbaumpflanzungen und Betreuung von Freiwilligeneinsätzen, Waldschutzmaßnahmen wie zum Beispiel Hordengatterbau, außerdem Neophytenbekämpfung, Fledermausquartiere und Insektenmonitoring.

Die erfolgreichen Teilnehmer

Die erfolgreichen Teilnehmer heißen Patrick Deppe, Forstwirt im Revier Schluft, Sebastian Breuer, Forstwirt Revier Torfhaus, André Öhne, Forstwirt Revier Torfhaus, Tobias Heber, Forstwirt Revier Schierke/Hohne, Marius Schwentzek, Forstwirt Revier Schierke/Hohne, David Nagel, Forstwirt, Revier Schierke/Hohne, Olaf Gärtner, Forstwirt, Revier Ilsenburg, Stephanie Foellmer, Forstwirtin Jugendwaldheim, Sebastian Lammert, Forstwirt im Revier Schluft, inzwischen nicht mehr beim Nationalpark tätig, und Ranger Finn Mischur.

Im Rahmen der Urkundenübergabe erhielt außerdem Forstwirt Kai Montag seinen Meisterbrief als Forstwirtschaftsmeister. Er ist in der Nationalparkwerkstatt im Drängetal in Wernigerode tätig.

Hinweis zu den Fotos: Aus organisatorischen Gründen musste die Übergabe der Urkunden an verschiedenen Terminen in St. Andreasberg, am Hohnehof und am Sonnenberg erfolgen.

FOTO 1: Urkundenübergabe am Nationalparkhaus in St. Andreasberg mit Fachbereichsleiterin Sabine Bauling (rechts) sowie (von links) Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch, Forstwirtschaftsmeister Kai Montag und Revierförster Jens Geffert.

FOTO 2: Bei der Urkundenübergabe am Hohnehof mit Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch (links).

FOTO 3: Bei der Urkundenübergabe am Sonnenberg mit Revierförster August Bock (rechts)

(Fotos: Nationalpark Harz)


Wanderweg von Ilsenburg zum Froschfelsen wieder freigegeben.
Der ehemalige Borkenkäferpfad wurde von Totholz beräumt.

Er wird zukünftig als WildnisStieg Ilsenburg eine touristische Bereicherung.

Wernigerode, 18. Februar 2022. Der Wanderweg von Ilsenburg zum Froschfelsen, der ehemalige Borkenkäferpfad, ist wieder offiziell freigegeben. Dieser Weg war lange Zeit gesperrt, wurde dann zwischenzeitlich bis zur Bäumlersklippe wieder geöffnet und ist nun auch im oberen Abschnitt von Totholz beräumt worden.

Die Forstleute des Nationalparks haben in Zusammenarbeit mit einem beauftragten Unternehmen seit Herbst 2021 abgestorbene und umgestürzte Fichten entlang des Weges beseitigt. Dabei kam unter anderem ein Schlepper zum Einsatz, der die abgestorbenen Bäume an langen Seilen umriss und dann aus dem Areal herauszog. Die letzten Arbeiten, die im vergangenen Herbst nicht mehr ausgeführt werden konnten, wurden in diesem Januar erledigt. „Der Weg ist jetzt wieder sicher und auf voller Länge begehbar“, sagt der zuständige Nationalpark-Revierleiter Jörg Müller.


Die Forstleute des Nationalparks haben in Zusammenarbeit mit einem beauftragten Unternehmen seit Herbst 2021 abgestorbene und umgestürzte Fichten entlang des Weges beseitigt.
Foto: Kai Bauer, Nationalpark Harz


Ein vielfältiger Wald hat sich zwischen den abgestorbenen Fichten entwickelt

Der Weg diente lange als sogenannter Borkenkäferpfad der Information und Aufklärung über das Wirken dieser Insekten im Nationalpark. Eine Folge von Borkenkäferbefall ist das Absterben von geschwächten Fichten – im Naturwald ein ganz natürlicher Prozess, der zur Verjüngung des Waldes beiträgt. Der Vorgang konnte an diesem Weg gut veranschaulicht werden. Es gab auch einige Schautafeln und Installationen dazu. Jedoch ging von den abgestorbenen Bäumen, die auf den Weg zu stürzen drohten, irgendwann eine Gefahr für Wanderer aus, weshalb der Weg gesperrt werden musste.

Künftig soll der Pfad als WildnisStieg Ilsenburg mit Installationen und Informationstafeln die neue Wildnis am Meineberg in den Fokus rücken. Nach dem Absterben der Fichten hat sich hier rasch ein vielfältiger Wald zwischen den abgestorbenen Fichten entwickelt – Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Der neue Pfad wird eine touristische Bereicherung in unmittelbarer Stadtnähe werden. Die Planungen dafür sind im Gange.


FÖJ im Nationalpark Harz: Praktische Arbeit im Naturschutz und persönliche Weiterentwicklung
Das Bewerbungsverfahren für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr hat im Januar begonnen.

Wernigerode, 17. Februar 2022. Junge Leute im Alter zwischen 18 und 26, die sich für die Natur, Umwelt und Menschen interessieren, können sich im Nationalpark Harz für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bewerben. Das Bewerbungsverfahren beginnt im Allgemeinen Mitte Januar und ist im Juni eines jeden Jahres beendet. Das FÖJ selbst beginnt nach Absprache im August oder September.

Der Nationalpark Harz bietet zwei FÖJ-Plätze am Natur-Erlebniszentrum HohneHof in Sachsen-Anhalt, in Niedersachsen jeweils eine FÖJ-Stelle im Nationalpark-Bildungszentrum und im Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle sowie je zwei im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg und im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus an.

In unseren verschiedenen Besuchereinrichtungen bietet sich so ein Jahr lang die Gelegenheit, sich in der Praxis für Natur und Umwelt einzusetzen, persönlich weiterzuentwickeln und beruflich zu orientieren.

 

Vielfältige und abwechslungsreiche Aufgaben 

Zu den vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgaben der FÖJler gehört dabei neben der Besucherbetreuung vor allem das selbständige Entwickeln und Durchführen von Naturerlebnisveranstaltungen mit Schulklassen und anderen Besuchergruppen. Dabei stehen natürlich erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite. Die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit werden mit Seminarangeboten zu ökologischen Fragen und Zusammenhängen ergänzt.

Der Nationalpark Harz ist ein länderübergreifender Nationalpark mit einem Teil in Sachsen-Anhalt und einem Teil in Niedersachsen. Die FÖJ-Einstellungsverfahren unterscheiden sich deshalb in den beiden Bundesländern. Für das Land Sachsen-Anhalt gibt es Informationen bei der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz (SUNK) (http://www.sunk-lsa.de/) und für das Land Niedersachsen bei der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz (NNA) (http://www.nna.niedersachsen.de/foej/). Auf diesen beiden Internetseiten sind alle wichtigen Informationen zu den Einsatzstellen und zum jeweiligen Bewerbungsverfahren zusammengefasst. Eine Bewerbung ist über das jeweilige Internetformular möglich.

Weitere Informationen zum FÖJ gibt es im Nationalpark-Bildungszentrum unter Telefon 05582 – 9164-0 oder per E-Mail an biz@nationalpark-harz.de.

Eine Zusammenstellung zu den Möglichkeiten von Freiwilligendiensten im Nationalpark Harz finden Interessierte auch auf der Webseite des Nationalparks Harz unter https://www.nationalpark-harz.de/de/mitmachen/oeko-jahr-bfd. 

FOTO 1: Eine der Aufgaben im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres im Natur-Erlebniszentrum HohneHof: Die Führung einer Kräuterwanderung im Nationalpark.

(Foto: Mandy Gebara, Nationalpark Harz, Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich).

FOTO 2: Ein FÖJler leitet ein Experiment im Rahmen der Umweltbildung an. Im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus gibt es zwei FÖJ-Stellen (Foto: Archiv NBZ TorfHaus, Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung)


Anhaltende Sturmlage in den nächsten Tagen! Warnung vor dem Betreten der Wälder!
Gefahr durch abbrechende Äste, umstürzende Bäume und vereiste Wege

In den kommenden Tagen ist insbesondere für die Hochlagen sehr stürmisches Wetter angesagt. Bereits am heutigen Dienstag, 15. Februar, warnt der Deutsche Wetterdienst vor Sturmboen und später auch vor orkanartigen Böen für den Brocken. Für die kommenden Tage wird vor anhaltenden starken Sturmlagen teilweise bis ins Tiefland insbesondere am Donnerstag und Samstag gewarnt. Bitte verfolgen Sie die weitere Wetterentwicklung in den kommenden Tagen sehr aufmerksam! Bleiben Sie achtsam und bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr!



Während des Sturmes und auch in den ersten Tagen danach sollte auf Waldbesuche unbedingt verzichtet werden. Bitte nehmen Sie die Warnungen ernst! Durch das stürmische Wetter besteht im Wald eine akute Gefahr für Leib und Leben, weil Äste herunterfallen oder sogar Bäume abbrechen und entwurzelt werden können.

In den Hochlagen mit Schneelage ist zudem durch den angesagten Regen verstärkt mit vereisten Wegen zu rechnen. Die Kombination von Sturm und Eis auf den Wegen ist besonders gefährlich.

Wir bitten die Besucher*innen auch in den nachfolgenden Tagen um besondere Aufmerksamkeit. Wir bemühen uns, mit Bäumen oder Baumkronen zugebrochene Wege zeitnah wieder zu öffnen. Da unsere Mitarbeiter*innen aber bei Sturm ebenfalls nicht im Wald arbeiten dürfen, können einzelne Wege vorübergehend unbegehbar sein. Bitte achten Sie deshalb auch auf Sperrungshinweise im Gelände.


Buchneuerscheinung: Krautige Pflanzen des Harz-Waldes

Gernrode. Die Lebensräume der Harzer Wälder bestehen aus vielen Komponenten: Flora, Fauna, Pilze, Einzeller und vieles mehr. Alle diese Lebewesen wirken zusammen und bilden ein Ökoystem.

 

In diesem Buch wendet sich der Autor Bernd Sternal den „Krautigen Pflanzen“ des Waldes zu. Diese Pflanzen weisen kein sekundäres Dickenwachstum auf und sie verholzen nicht. Sie können einjährig, zweijährig oder mehrjährig sein. Nach der Blüte sterben sie ab und wenn sie nicht einjährig sind, überdauern sie im Boden.

 

Die krautigen Pflanzen sind Kohlendioxid-Speicher und -Verbraucher zugleich, sie jedoch darauf zu reduzieren wäre viel zu wenig. Früher stellten viele dieser Pflanzen auch eine Nahrungsquelle für die Menschen dar. Zudem sind sie Futterpflanzen für viele Tiere, insbesondere auch Insektenlarven. Die krautige Bodenvegetation ist eng in die kurzfristigen Stoffkreisläufe des Ökosystems Wald eingebunden. Ihre organische Masse vergeht noch im selben Jahr, in dem sie gebildet wurde. Bei vielen ökologischen Fragestellungen gelten die krautigen Bodenpflanzen als Zeigerpflanzen. Es wird vermutet, dass mehrjährige krautige Pflanzen in Symbiosen mit anderen Lebewesen des Waldes stehen.

 

Jede einzelne Art verfügt über eine Vielzahl chemischer Verbindungen. Die bedeutendsten Inhaltsstoffe sind Alkaloide, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Kumarin, Kieselsäuren, Flavonoide, Mineralstoffe, Phenole, Saponine, Tannine, Vitamine, Öle sowie Stärke- und Eiweißverbindungen.

 

Schon früh in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit wurde die heilende Wirkung zahlreicher Kräuter erkannt. Die Pflanzenmedizin bestimmte über Jahrtausende die medizinischen Möglichkeiten der Menschen und noch heute werden zahlreiche Pflanzen und deren Wirkstoffe als Drogen zur medizinischen Behandlung eingesetzt.

 

Im Buch werden 44 krautige Pflanzen vorgestellt und jede davon ist mit einer farbigen Aquarellzeichnung von Angela Peters illustriert. Weitere 48 schwarz-weiße Zeichnungen vervollständigen die Illustrationen.

Gestaltet und Herausgegeben hat dieses Buch der Verlag Sternal Media in Gernrode. Das Buch hat einen Softcover-Einband und 188 Seiten, es erscheint im Querformat von 17 x 22 cm. Es hat die ISBN 978-3-7557-6138-9 und kostet 23,99 Euro; das entsprechende E-Book kostet 9,49 Euro.  Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich oder zu bestellen; Onlinebestellungen können bei Amazon oder über die Verlagsseite https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Bernd+Sternal  vorgenommen werden.


A.S.F.M. e.V. aus Göttingen engagiert sich für den Wald in der Klimakrise
Junge Buchen für den Nationalpark Harz von der Brocken-Challenge

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete.

Auch der Verein A.S.F.M. (Ausdauersport für Menschlichkeit) e.V. in Göttingen, der den jährliche Ausdauerlauf „Brocken-Challenge“ veranstaltet, hat die Herausforderung angenommen und engagiert sich für den Wald im Nationalpark Harz. Da die diesjährige Challenge leider Corona zum Opfer fiel, wurden Interessierte aufgerufen, in diesem Jahr nach freiem Ermessen Freizeitsport zu treiben und eine Spende für den guten Zweck im Wald zu überweisen. Insgesamt 4.000,- Euro kamen mit Hilfe dieser tollen Spendenaktion zusammen und wurden in Form von 2000 jungen Buchen im Nationalpark Harz am Eingang des Naturmythenpfades bei Braunlage gepflanzt. Dieser Pflanzort liegt an der Route der Brocken-Challenge – so war es mit dem Spenderverein gemeinsam beschlossen worden.

Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion hilft A.S.F.M. dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln. Dafür danken wir dem Verein und der Brocken-Challenge ganz herzlich!

Spendenscheckübergabe an Dr. Friedhart Knolle vom Nationalpark-Förderverein GFN e.V. in Göttingen, Foto A.S.F.M./Brocken-Challenge.


Dezemberheft 2021 von UNSER HARZ ist erschienen –
Starkschneefall, Harzer Lieder, der Gewöhnliche Beifuß und die Nationalpark-Partner – wieder ein rundes Heft zum Jahresende 

Aus dem Inhalt

 

- Uwe Fricke: Das Starkschneefallereignis im Februar 2021

- Ernst Kiehl: „Heute lasst uns singen, jetzt zum Neuen Jahr, Glück und Segen bringen, jetzt und immerdar!“

- Dr. Karl Sanders: Wernigerode, Hedwigsburg und Wolfenbüttel: die bewegte Geschichte des Gnomons von Johann Friedrich Penther

- Inge Müller: Vom Spatzen, der das Fliegen lernte

- Ingrid Kreckmann: Der Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) – ein heimisches Gewürz

- Nationalparkforum: Die Nationalpark-Partner setzen sich für nachhaltigen, umweltschonenden Tourismus und Naturschutz ein

 

Über den ersten Schnee in diesem Jahr, passend zum Adventsbeginn, freuten sich nicht nur die Kinder im Harz. Still und leise, wie in dem bekannten Weihnachtslied, bedeckte er die teilweise noch herbstlich gefärbten Büsche und legte eine weiße Decke über die Landschaft. Dass das auch ganz anders gehen kann, daran erinnert Uwe Fricke in seinem Beitrag „Das Starkschneefallereignis im Februar 2021“, das nicht nur den Harzrand in Atem gehalten hat.

 

Ernst Kiehl erfreut uns mit einem Artikel über ein Neujahrslied mit dem schönen Gruß „Heute lasst uns singen, jetzt zum Neuen Jahr – Glück und Segen bringen, jetzt und immerdar!“ Auch wenn heute keine Kinder mehr zum „Heischegang“ ziehen, kann man sich diesen Worten nur anschließen!

 

Dr. Karl Sanders berichtet über die Geschichte des Gnomons von Johann Friedrich Penther. Diese sehr besondere Sonnenuhr stand zunächst im gräflichen Lustgarten in Wernigerode, wurde zu Gunsten der notleidenden Bevölkerung öffentlich versteigert und gelangte schließlich nach Wolfenbüttel, wo sie heute vor dem Haupteingang der Herzog August Bibliothek zu bestaunen ist.

 

Einen Rundflug der besonderen Art unternimmt der Spatz Piri in einer Geschichte von Inge Müller. Sinnbildlich dürfen auch wir alle Gefahren des Lebens überstehen und uns letztlich im Kreise unserer „Mitspatzen“ wieder finden.

Frau Kreckmann berichtet in einem kurzen Beitrag über den Gewöhnlichen Beifuß und im Nationalparkforum geht es um ein Treffen der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ im Harz. Auch der Nationalpark Harz hält Kontakt mit seinen Partnern, die nachhaltigen Tourismus fördern und sich für den Naturschutz einsetzen.

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Übergang ins Neue Jahr!

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 2533.