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Aktuell 2020


Rucksackübergabe an die erste Commerzbank-Praktikantin im Nationalpark Harz 2020

Celia Pinnau heißt die erste diesjährige Umweltbildungs-Praktikantin im Nationalpark Harz,  deren Stelle von der Commerzbank gefördert wird. Sie arbeitet im Natur-Erlebniszentrum HohneHof bei Drei Annen Hohne.  Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet Studentinnen und Studenten die einmalige Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für die spätere Berufswahl zu erwerben. Im Zuge des Praktikums werden praxisnahe Inhalte aus den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung vermittelt – vom Watzmann über den Harz bis zum Wattenmeer. Im Mittelpunkt stehen die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft: Energie, Umwelt und Klimaschutz. Celia Pinnau studiert im 3. Semester Ökosystemmanagement an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihren Rucksack mit den nötigen Umweltbildungsutensilien bekam sie vom Wernigeröder Filialleiter der Commerzbank Andreas Prescher im Beisein der Betreuerin Irmtraud Theel vom HohneHof überreicht.

 

Celia Pinnau schrieb uns: „Durch mein Studium habe ich viel zu tun mit den zentralen Umweltthemen. Leider fehlt mir dort noch ein wenig die praktische Umsetzung des Wissens. Gerne würde ich einen Einblick in den praktischen Naturschutz bekommen. Umwelt- und Naturschutz sind Themen, die mich nun schon länger interessieren und sehr nahe gehen. Da ich mich auch beruflich in diese Richtung orientieren möchte, würde ich mich sehr freuen, in Form eines Praktikums in diesen Bereich schauen zu dürfen. Besonders interessiere ich mich auch für den Bereich Waldpädagogik und Umweltbildung, weshalb ich mich für die oben genannten Einsatzbereiche entschieden habe. Schon immer habe ich gerne im Team gearbeitet. Auch die Arbeit mit Kindern bereitet mir viel Freude, was ich während eines Praktikums an einer Schule in Ghana herausfinden konnte. Sehr nah geht mir auch das Thema Nachhaltigkeit, daher beteilige ich mich zusätzlich am Zertifikatsprogramm „Studium Oecologicum“, das von der Universitöt Göttingen angeboten wird. In den dazugehörigen Kursen und Seminaren beschäftigen sich Studierende aller Fakultäten mit den Herausforderungen unserer Zeit, unter dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Ökologie. Durch den fakultätsübergreifenden Ansatz entstehen interessante Diskussionen über Themen wie den Klimawandel und Ressourcenknappheit, mit unterschiedlichen Lösungs- und Denkansätzen jeder Fakultät. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur. Da ich in Göttingen lebe, bin ich häufig im Nationalpark Harz unterwegs um dort zu wandern und habe mich auch thematisch im Zuge des Moduls "Angewandter Naturschutz" schon mit Aufbau und Entwicklung des Waldes im Harz auseinandergesetzt. Über die Möglichkeit, dieses Wissen noch zu vertiefen, würde ich mich sehr freuen!“. Diese Gelegenheit konnten wir ihr im Nationalpark Harz bieten, wenn auch die Corona-Lage in diesem Jahr alles schwieriger gemacht hat als sonst.

 

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bringt frischen Wind in das Studium zahlreicher Studenten, die den Prüfungsstress und Uni-Alltag für ein mehrmonatiges Praktikum in den schönsten Landschaften Deutschlands hinter sich lassen wollen und mal etwas Neues ausprobieren möchten. Weitere Informationen gibt es in www.umweltpraktikum.com. Die Arbeit der Praktikanten ist dabei im Nationalpark Harz sehr vielfältig – von geführten Wanderungen über Gespräche zum Thema Borkenkäfer und die Beantwortung der Frage „Stirbt der Wald“ über Mitarbeit an Forschungsprojekten bis hin zur Vorbereitung und von Junior-Ranger-Fahrten und Camps ist fast alles dabei.

 

Seit dem Start 1990 hat sich das Commerzbank-Umweltpraktikum zu einer nicht mehr wegzudenkenden Größe im gesellschaftlichen Engagement der Bank entwickelt. Zahlreiche Praktikanten haben bisher in den teilnehmenden Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. Die Absolventen bringen ihre Erfahrungen dort ein, wo sie sich bewegen – sei es in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft oder Umwelt. Vielen Teilnehmern hat das Umweltpraktikum den Einstieg ins Berufsleben geebnet.

 

Anl. Foto: Commerzbank-Filialleiter Andreas Prescher übergibt den Rucksack an Celia Pinnau; mit dabei Irmtraud Theel, die für die Umweltbildungsarbeit im HohneHof zuständig ist; Foto Freddy Müller.


Blütenmeer von Rotem Fingerhut am Hohnepfahl bei Drei Annen Hohne

Wer vom Natur-Erlebniszentrum HohneHof in Richtung Hohnepfahl unterwegs ist, sieht auf der großen Freifläche, die durch Sturm und Borkenkäfer an der Nationalparkgrenze entstanden ist, ein purpurfarbenes Blütenmeer des Roten Fingerhutes.

Doch daneben ist noch viel mehr zu sehen. Gepflanzte Buchen und Erlen stehen noch im tiefen Gras, lassen aber schon den neuen, naturnahen Wald erahnen. 

Und noch etwas gibt es zu entdecken - die Freiflächensituation wird von Pionierbaumarten besiedelt. Die Birken sind schon gut sichtbar, aber auch Weiden und Aspen stellen sich ein. Durch ihr rasches Wachstum bieten sie einen guten Schutz für empfindlichere Baumarten wie die Buche. 

Der neue Wald kommt.

Fotos: Sabine Bauling


Mit den Umweltverbänden in den Südharzer Gipskarst – erfolgreiche Exkursion zum „KZ im Karst“

Der Südharz ist eine naturräumliche Einheit von geologischer Vielfalt mit hervorragender Bedeutung für den Naturschutz. Vom westlichen Harzrand bei Badenhausen (Niedersachsen, Landkreis Göttingen) über den Landkreis Nordhausen (Thüringen) bis zum südöstlichen Harzrand bei Pölsfeld (Sachsen-Anhalt) erstreckt sich auf 100 km Länge ein zusammenhängender Zechsteinstreifen.

Typisch sind großflächige Ausstriche von verkarstetem Gipsgestein. Die hohe Gesteinslöslichkeit hat in geologisch kurzer Zeit eine Karstlandschaft geschaffen, die in Europa und darüber hinaus einzigartig ist. Dennoch sind nur Teile der Landschaft geschützt und der Rohstoffabbau, insbesondere auf Gips, bedroht Kernstücke dieser Landschaft, die bisher nur unzureichend geschützt ist, obwohl sie zu den Hotspots der biologischen Vielfalt gehört.

  

Mit den BUND-Gruppen Göttingen, Nordhausen und Westharz, dem NABU Osterode, der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen und den NaturFreunden Göttingen haben sich vier Naturschutzverbände der Region zusammengetan, der Bevölkerung die Schönheit, Eigenart und Vielfalt, aber auch die Nutzung und Gefährdung der Gipskarstlandschaft des Südharzes auf Exkursionen und Wanderungen nahezubringen.

Die jüngste Wanderung bei Ellrich in Thüringen begann auf dem Bahnhofsvorplatz Ellrich, wohin einige Teilnehmer umweltfreundlich mit der Bahn angereist waren, und führte in die Lebensräume und Gipsabbaugebiete am Grünen Band zwischen Thüringen und Niedersachsen. Interessant war neben dem Thema des Gipsabbaus und der Renaturierung das in Niedersachsen viel zu wenig bekannte Gelände des ehemaligen Außenlagers Ellrich-Juliushütte des KZ Mittelbau-Dora. Es liegt heute unmittelbar im Grünen Band und war ein vom 2. Mai 1944 bis zum 6. April 1945 bestehendes Außenlager für durchschnittlich 8.000 männliche Konzentrationslager-Häftlinge mitten im Gipskarst. Die Häftlinge und auch die Wachmannschaften waren in Gebäuden des ehemaligen Gipswerks Juliushütte untergebracht. Auch ein Krematorium existierte. Von dort erwanderte die Gruppe die Lebensräume des Gipskarstgebietes bei Juliushütte. Auch die Alternativen zur Landschaftszerstörung wurden angesprochen, denn Recyclinggips kann den heutigen Gipsabbau überflüssig machen. Die Führung erfolgte durch Dr. Friedhart Knolle und Dr. Ralph Mederake.

BUND-Kreisgruppe Göttingen und BUND-Regionalverband Westharz
www.bund-goettingen.de
www.bund-westharz.de


Borkenkäfer und Wurmtrocknis – wie hängt das zusammen? UNSER HARZ Juni 2020 ist erschienen

Aus dem Inhalt:

 

- Justus Teicke & Katharina Malek: Der Bruch des Oberen Schalker Teichdammes im Juli 2017

- Klaus Schröter: Wo der Fingerhut seine Kerzen anzündet ...

- Rudolf Zietz: 1839 war der König von Hannover in Herzberg am Harz

- Helga Kunze: Naturschützer

- Eva Bandt: Man kann et ja mal verseuken

- Nationalparkforum: Ein brisantes Thema historisch aufbereitet – Fichtensterben und „Wurmtrocknis“

 

Der Sommer kommt mit großer Blühfreude auf uns zu. In den höheren Lagen erfreuen Flieder und Pfingstrosen Nase und Auge, in den tieferen Lagen Rosen und Holunder, neben vielen Wildblumen und Sträuchern. Deshalb habe ich extra für die Juni-Ausgabe den Artikel von Klaus Schröter über den Roten Fingerhut ausgewählt. Den Fingerhut als Heilmittel sollte man den Fachleuten überlassen, doch „Schafgarwe, Kauhblaumenbläder, Zipolln un veelerlei Kruut uut Holt und Wiesche“ sind altbewährte, in Vergessenheit geratene Heilpflanzen. „Man kann et ja mal verseuken“, meint Eva Bandt in ihrem Beitrag. Ebenfalls in diese Jahreszeit (auch wenn sie rund ums Jahr im Einsatz sind) passt der Artikel von Helga Kunze über die Naturschützer.

 

Die trockenen Jahre 2018 und 2019 haben uns schon öfter beschäftigt, so auch dieses Mal wieder mit einer Rezension im Nationalparkforum zur einer Abhandlung über die „Wurmtrocknis, d.h. die Borkenkäferplage. Hier wird ein auch heute brisantes Thema historisch aufbereitet, denn je wärmer es wird und je mehr die Winter ausfallen, desto besser vermehrt sich der Fichtenborkenkäfer. Im Jahr davor, erinnern wir uns, gab es reichlich Regenfälle – in „Unser Harz“ gab es dazu einen Bericht über die Überschwemmungen in Goslar. Von Justus Teicke und Katharina Malek erhielt ich den Artikel zum „Bruch des Oberen Schalker Teichdammes im Juli 2017“, in dem die Gefahren ehemaliger Stauanlagen, aber auch Einblicke in ihre Bauweise aufgezeigt werden.

 

 

Rudolf Zietz berichtet über ein Ereignis in Herzberg, das 1839 die Gemüter bewegte: König Ernst August I. von Hannover besuchte die Stadt auf seiner Reise in den Harz.

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):

- Altenau: GLC-Touristinformation

- Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark

- Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16

- Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus

- Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage

- Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr.-Willi-Bergmann-Str. 11.

 

Fotos: Titelbild und ein Borkenkäfer in seiner "Rammelkammer", Foto Sabine Bauling.


Buchen und Heidelbeersträucher werden durch den Johannistrieb wieder grün

Wernigerode. Viele Buchen und die Heidelbeersträucher  hatten nach den Spätfrösten Mitte Mai ein trauriges Bild abgegeben.

Mittlerweile regt sich frisches Grün. Die Heidelbeere regeneriert sich von unten heraus, überall sind die frischen Blättchen erkennbar. An den frostgeschädigten Buchen ist nun das Phänomen „Johannistrieb“ erkennbar. Einige Baumarten, so auch Buchen, Eichen und Ahorn, sind in der Lage, durch einen zweiten Trieb Fraß- und auch Frostschäden an den ersten Blättern zu kompensieren. Dabei treiben Knospen, die eigentlich für das Folgejahr angelegt wurden, bereits jetzt aus. Weil das um den Johannistag herum passiert, wird diese Erscheinung „Johannistrieb“ genannt. Ergiebige Niederschläge in diesen Tagen begünstigen diese Entwicklung. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass der Johannistrieb für die Bäume sehr kräftezehrend ist, so Sabine Bauling, die im Nationalpark Harz für den Wald zuständige Fachbereichsleiterin.

 

  
Eisheilige 2020, links Buchen-, rechts Heidelbeererfrierungen und neues Grün.

 

Der Johannistag ist am 24. Juni – dieses Datum spielt in Land- und Forstwirtschaft und im Gartenbau eine große Rolle. So endet an diesem Tag die Spargel- und Rhabarberernte, Hecken erhalten den „Johannisschnitt“.  Für die Menschen ist es ein besonderes Datum, weil nun kurz nach der Sommersonnenwende die dunkle Jahreszeit näher rückt. Vielerorts wird das mit Johannisfeuern begleitet, ein Sprichwort sagt: „Ist Johannis geboren, gehen die langen Tage verloren“.

 

Fotos: Sabine Bauling.


Der Himmelsberg darf kein zweiter Kuhberg werden

Erfurt/ Nordhausen. Am 26.3.2020 hat die in Walkenried ansässige Gipsfirma Saint-Gobain-Formula die Erweiterung des Naturgipsabbaus im Südwest- und Ostteil des Bewilligungsfeldes „Woffleben/ Himmelsberg“ beantragt. Der BUND Thüringen fordert die Thüringer Landesregierung auf, sich an ihr Regierungsversprechen zu halten und dem Antrag eine klare Absage zu erteilen.

„Der Himmelsberg darf kein zweiter Kuhberg werden“, fordert Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Das Unternehmen hat gerade am Kuhberg begonnen, einen neuen Steinbruch zu erschließen. Trotzdem ist seine Gier nicht befriedigt. Jetzt soll der bestehende Steinbruch in Woffleben zusätzlich dazu erweitert werden – und das ausgerechnet in Flächen hinein, die als ‚Tabuflächen‘ definiert waren. Jetzt ist das Landesbergamt, das in die Zuständigkeit des Grünen Umweltministeriums fällt, gefordert, den Antrag abzulehnen. Die Thüringer Landesregierung hat Neuverritzungen auch in ihrem aktuellen Regierungsvertrag eine Absage erteilt. Daran sollte sie sich jetzt messen.“

Die geplanten Erweiterungsflächen wurden nach Angaben des Verbandes im Planfeststellungsverfahren von 2013 als sogenannte „Tabuflächen“ vom Naturgipsabbau ausgeschlossen. Sie sollten nach Abwägung aller Belange dauerhaft der Kompensation bestehender Abbauflächen dienen. Konkret handle es sich hier um Karstformen, die als „geschützte Biotope“ eingestuft sind. Hoffmann: „Jetzt hat das Unternehmen einfach so seine Meinung geändert – und dass, obwohl der aktuelle Hauptbetriebsplan noch bis zum 31.12.2021 läuft. Eine behördliche Genehmigung dieser Erweiterung würde das ganze Planfeststellungsverfahren von damals jetzt ad absurdum führen.“

Kritik übt der Verband auch an der „Salami-Strategie“ von Saint-Gobain. Anträge auf Abbaugenehmigen würden immer wieder „scheibchenweise“ gestellt, um Verfahren möglichst einfach zu halten. So würden nur die zuständigen Behörden als Träger öffentlicher Belange beteiligt und nicht die anerkannten Naturschutzverbände oder die Öffentlichkeit. Hoffmann: „Auch wenn das rechtlich einwandfrei sein mag, ist das Unternehmen scheinbar zu feige, sich der öffentlichen Debatte zu stellen.“

Nach Einschätzung des BUND Thüringen würde Saint-Gobain jetzt sein „wahres Gesicht“ zeigen. Hoffmann: „Das Unternehmen setzt seinen Raubbau auf Raten ohne Rücksicht auf Verluste fort.“ Offensichtlich sabotiere es den konstruktiven Thüringer Gipsdialog, den Ministerpräsident Bodo Ramelow im letzten Herbst ins Leben gerufen hatte. „Unter diesen Umständen kann ein Miteinander von Industrie und Naturschutz kaum noch stattfinden“, so Hoffmann weiter. „Statt an einer Zukunft für die Region Südharz ist Saint-Gobain scheinbar nur an den eigenen Gewinnen interessiert. Dem muss die Thüringer Landesregierung endlich ein Ende setzen!“


Foto: Blick auf den schutzwürdigen Himmelsberg, Aufnahme Michael Reinboth.


Waldwandel am Brocken erleben und verstehen
Weitere Themeninseln und Multimedia-Station im Nationalparkhaus Schierke installiert

Rund um den Brocken zeigt sich der Waldwandel in seiner ganzen Intensität. Die dramatischen Veränderungen werfen bei vielen Brockengästen Fragen auf. Deshalb entstanden 2019/2020 eine Multimedia-Station im Nationalparkhaus Schierke und insgesamt vier Themeninseln entlang der Brockenstraße. Die noch ausstehenden Infopunkte wurden in den letzten Tagen installiert. So können sich interessierte Brockenwanderer nun direkt und umfassend zu den Waldbildern informieren, die ihnen aktuell auf ihrer Wanderung zum Gipfel begegnen. Anhand von Panoramafotos und passenden Sichtachsen lässt sich die voranschreitende Entwicklung hin zur Wildnis an den jeweiligen Standorten zudem künftig gut vergleichen.

 

 

Foto: Themeninseln wie die an der Schluftwasser-Kurve erklären Brockenwanderern die Hintergründe des Waldwandels im Nationalpark Harz (Foto: Mandy Gebara)

 

Unter dem Motto „Baustelle Natur – Hier baut die Natur die neue Wild­nis“ erlauben die Themeninseln Einblicke hinter die Kulissen des aktuell rasant beobachtbaren Waldwandels und erläutern, warum tote Bäume im Nationalpark nicht das Ende des Waldes, sondern den Beginn der neuen Waldwildnis einläuten. Sie erklären, warum und wo der Nationalpark noch in Naturgeschehnisse eingreift, warum mancherorts Laubbäume gepflanzt werden, was bei der Borkenkäfersicherung geschieht oder warum nach Verkehrssicherungsmaßnahmen manchmal halbe Bäume an den Weg­rändern verbleiben. Auch ein Blick auf die Besonderheiten des Brockenurwaldes fehlt natürlich nicht.

 

Als Startpunkt für die Wanderung empfiehlt sich ein Besuch im direkt an der Brockenstraße gelegenen Nationalparkhaus Schierke. Neben zahlreichen Infos rund um den Brocken können sich Besucher an einer neuen Multimedia-Station zum Waldwandel mit Infofilmen, Tourenvorschlägen und zahlreichen Hintergrundfakten auf ihre Brockenwanderung einstimmen. Wer möchte, kann dabei gleich noch einen der neuen Sonderstempel der Harzer Wandernadel für das Abzeichen „Wildnis-Entdecker“ einsammeln. 

 

Die erste Themeninsel befindet sich gleich hinter dem Nationalparkhaus auf einer barrierefrei zugänglichen Infoplattform. Weitere folgen kurz vor der Schluftwasser-Kurve, am sogenannten „Kino“ und an der Einmündung des Goetheweges auf die Brockenstraße.

 


Foto: Themeninsel am Abzweig Goetheweg mit Informationen zum Brockenurwald und Mooren (Foto: Claudia Mothes)

 

Auf dem Gipfel angekommen, lohnen sich ein Besuch im Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus mit seiner großen Multimedia-Ausstellung zum Waldwandel, ein Besuch im Brockengarten und eine der am 1. Juli wieder startenden Touren mit dem Ranger um die Brockenkuppe. Auch hier erfährt man viel Wissenswertes und es winkt jeweils ein Stempel der Harzer Wandernadel für angehende „Wildnis-Entdecker“. Für Brockengarten und Ranger-Führung ist aktuell jedoch eine Voranmeldung nötig und die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 10 Personen begrenzt. Der rund 1,6 Kilometer lange Brocken-Rundweg mit seinen Infotafeln zur besonderen Fauna und Flora der Brockenkuppe ist aber auch ohne Rangerbegleitung sehr empfehlenswert.

 

Zusatzinfos

 

Brockengarten

Eine Besichtigung des Brockengartens mit dem Brockengärtner ist ab dem 22. Juni wochentags um 11:30 und 14:00 Uhr möglich. Voranmeldung notwendig unter 01 70/5 70 90 15. Maximal 10 Personen, Teilnahme kostenfrei.

 

Rangerführung Brocken

An 1. Juli starten die täglichen, rund einstündigen Exkursionen mit dem Ranger um die Brockenkuppe wieder. Voranmeldung notwendig über das Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus (Tel. 03 94 55/5 00 05). Neuer Startpunkt und neue Startzeit: Eingang Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus täglich 12:30 Uhr, Teilnehmerbegrenzung 10 Personen, Teilnahme kostenfrei.

 

Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus

Ausstellung und Gastronomie haben täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass in die Ausstellung 16:30 Uhr. Eintritt kostenpflichtig.

 

Nationalparkhaus Schierke

Geöffnet täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr, Eintritt kostenfrei.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Wandernadel Wildnis-Entdecker: https://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2020/2020_06_10_Wandernadel-Wildnis-Entdecker/

Weitere Informationen zum Waldwandel zur Wildnis im Nationalpark Harz

https://www.nationalpark-harz.de/de/waldwandel-zur-Wildnis/Waldwandel-zur-Wildnis/


Der Brockengarten öffnet nächste Woche wieder - Mit Voranmeldung sind Brockengarten-Besichtigungen ab 22. Juni und Rundwegsführungen mit dem Ranger ab 1. Juli wieder möglich

Brocken. Der botanische Garten auf der waldfreien Kuppe des Brockens besteht seit 1890 und beherbergt heute rund 1500 teilweise sehr seltene oder vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten aus allen Hochgebirgen der Erde. Ab dem kommenden Montag öffnet der Brockengarten nach dem Corona-Lockdown nun wieder seine Pforten für Besucher.

 

Wochentags ist ab dem 22. Juni eine Besichtigung mit dem Brockengärtner um 11:30 und 14:00 Uhr möglich. Neu ist die für die Besichtigung notwendige Voranmeldung unter der Telefonnummer 01 70 - 5 70 90 15 und die Erfassung von Kontaktangaben in einem Teilnehmerbogen. Die Teilnehmerzahl ist auf je 10 Personen begrenzt. Der Treffpunkt zur Besichtigung bleibt der Eingang zur Wetterwarte südlich des Bahnhofs. Dort befindet sich auch eine neue Sonderstempelstelle zum Brockengarten.

 

An Wochenenden und Feiertagen kann der Brockengarten ab dem 1. Juli zudem wieder im Rahmen der dann wieder startenden Brocken-Rundwegsführungen mit dem Ranger besichtigt werden. Für die beliebte rund einstündige Exkursion rund um die Brockenkuppe ist ebenfalls unbedingt eine Voranmeldung notwendig, denn auch hier ist die Teilnehmerzahl vorerst auf 10 Personen begrenzt. Die Anmeldung kann über das Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus (Tel.  03 94 55 - 5 00 05) erfolgen. Anders als bisher starten dort auch die Sommer-Führungen. Damit auch mit der Brockenbahn anreisende Besucher den neuen Startpunkt bequem erreichen können, startet die Rundwegsführung mit 12:30 Uhr nun ein wenig später.

 

Am letzten Juni-Wochenende ist eine Besichtigung des Brockengartens mit dem Ranger um 11:30 und 14:00 Uhr ohne Brocken-Rundwegsführung möglich. Treffpunkt ist der Eingang zur Wetterwarte.  Voranmeldung unter Tel. 01 70 5 70 90 15, auch hier gilt eine maximale Teilnehmerzahl je 10 Personen.

 

Wenn möglich, sollte der für Rundwegsführungen und Brockengarten-Besichtigungen notwendige Teilnehmerbogen vorab auf https://www.nationalpark-harz.de/corona heruntergeladen und ausgefüllt zur Veranstaltung mitgebracht werden.


Naturschönheiten am Waldboden im Nationalpark Harz

Auch in Oberharz zeigen sich bei genauem Hinsehen wunderschöne Pflanzen, die oft erst auf den zweiten oder dritten Blick zu sehen sind. Neben der neuen Waldgeneration, die immer einen Blick wert ist, wachsen auch Orchideen. Unter den absterbenden Fichten blüht beispielsweise das Kleine Zweiblatt – neue Artenvielfalt im sich wandelnden Fichtenwald des Nationalparks Harz.

 

Die unscheinbaren Pflanzen, die meist nur ca. 10 cm groß werden, bevorzugen einen schattigen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Daher trifft man die zierlich Pflanze oft an langsam fließenden Bächen und in ähnlichen Lebensräumen an. Der Blütenstand besteht häufig aus ca. 10 winzig kleinen grünen bis weinroten Blüten, die nur bei genauer Betrachtung  zu erkennen sind, so der Nationalpark-Waldführer Wilfried Störmer.

 

Bitte beachten Sie aber das Wegegebot im Nationalpark – die offiziellen Wanderwege dürfen zum Schutz der Natur nicht verlassen werden. Diese Regel gilt auch in den Naturschutzgebieten. Aber insbesondere der faszinierende Waldwandel und auch manche Pflanze sind vom Weg aus zu beobachten und zu fotografieren, so der im Nationalpark Harz ehrenamtlich aktive Waldführer und Fotograf Wilfried Störmer.

 

 

Foto Wilfried Störmer, Grafik Mandy Gebara.


Waldbrandwarnstufen-Schilder zur Besucherinformation installiert

Wernigerode - Oderhaus. Zur besseren Information unserer Besucherinnen und Besucher werden derzeit an allen Nationalpark-Informationsstellen, Nationalparkhäusern und Rangerstationen Tafeln mit den aktuellen Waldbrandgefahrenstufen angebracht.

Die Waldbrandgefahrenstufen stellen die aktuelle Gefährdungslage für Waldbrände dar. Die jeweilige Gefahrenstufe wird  vom Deutschen Wetterdienst auf Grundlage von Wetter- und Vegetationsdaten ermittelt und täglich um 8.00 Uhr aktualisiert.

Einen aktuellen Überblick der jeweiligen Waldbrandlage bietet auch die DWD-Seite www.agrowetter.de 

Foto: Nationalpark Harz


Borkenkäferbekämpfung an der Nationalparkgrenze

Wernigerode - Braunlage-Oderhaus.In den kommenden Wochen wird der Borkenkäfer an der Grenze des Nationalparks im 500 m- Sicherungsstreifen intensiv bekämpft. Nach den massiven Käferflugereignissen in den letzten Tagen - die letzte große Welle war zu Pfingsten - beginnen die Borkenkäfer ihre Entwicklung in den stehenden grünen Bäumen. Bis zum Ausflug der neuen Käfergeneration dauert es etwa 6 Wochen. In diesem engen Zeitfenster muss das Holz aufgearbeitet und aus dem Wald transportiert werden, damit die neue Käfergeneration nicht erneut weitere Fichten besiedeln kann. Zu beachten ist, dass der Borkenkäfer nicht im Totholz aktiv ist, wie viele Bürgerinnen und Bürger immer noch annehmen, sondern dass diese Käferentwicklung in noch grünen und scheinbar "gesunden" Fichten stattfindet.

Das bedeutet, dass besonders in Schwerpunktbereichen dieser Arbeiten immer wieder Wegesperrungen erfolgen müssen, die aus Sicherheitgründen dringend beachtet werden müssen. Außerdem wird ein verstärkter Holztransport auch im weiteren Umfeld dieser Bereiche stattfinden. Besonders betroffen sind die Bereiche Acker/Lonau, Bärenbrücke bis B 4 und B 27, im Norden der Linienweg, Grenzweg und Wiesenweg sowie in Sachsen-Anhalt der Bereich Glashüttenweg, Eschwegestraße, Kiesgrubenweg und Kirchstieg. Insbesondere die Radfahrer werden um besondere Beachtung gebeten, so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz.

Foto Nationalpark Harz


Nationalparkhaus Ilsetal und Rangerstation Scharfenstein ab Samstag wieder geöffnet

Wernigerode – Ilsenburg. Ab dem kommenden 13. Juni 2020 ist das Nationalparkhaus Ilsetal wie gewohnt und mit einer neuen Sonderausstellung wieder geöffnet. Hinweise zum Betreten des Hauses sind im Eingangsbereich ausgehängt (Klingeln, Einlass einzeln oder in Familiengruppen, Desinfektionsmittel ist vorhanden, Tragen eines MNS, Kontaktdaten hinterlegen); die Ranger steht für Fragen gern bereit. Die Toiletten können leider nicht benutzt werden.

Die aktuelle Fotoausstellung trägt den Titel „Nationalpark Bayerischer Wald – Deutschlands ältester Nationalpark". Zerklüftete Gipfel und glitzernde Bergbäche – die Naturfotografen Steffen Krieger, Fritz Eichmann und Stefan Sempert stellen 33 ihrer schönsten Momentaufnahmen dieser grenzenlosen Waldwildnis aus. Die Ausstellung soll dem Betrachter vor Augen führen, wie sich die Wälder des Nationalparks Bayerischer Wald unbeeinflusst und frei entwickeln dürfen. Die Natur mit ihrer Vergänglichkeit, Schaffenskraft und Eigenständigkeit soll einladen, diese intensiv zu spüren und ihr neu zu begegnen. In der vielfältigen Landschaft mit zerklüfteten Gipfeln, glitzernden Bergbächen, Eiszeitseen, Hochmooren und urwüchsigen Wäldern sind viele seltene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten beheimatet. Die wildromantische Natur dieses Hotspots der Biodiversität lockt jedes Jahr hunderttausende Naturfreunde in die Waldregion Ostbayerns. Die Fotografen wohnen am Rande des Parks. Ihr Atelier ist der Nationalpark, wo sie als ehrenamtlicher Waldführer, als Funktionär im Verein ProNationalpark oder als Mitarbeiter des Schutzgebiets den Besuchern im persönlichen Kontakt die Aufgaben und Ziele sowie die Einrichtungen und landschaftlichen Höhepunkte des Nationalparks näher bringen und dabei Begeisterung für diese wilde Waldnatur wecken.

Ab dem 13. Juni ist ebenfalls die Rangerstation und Rasthütte Scharfenstein wieder geöffnet, jedoch zunächst nur an den Wochenenden. Das gewohnte Imbiss- und Informationsangebot wird vorgehalten, die Gäste können aber nur im Außenbereich sitzen. Die Besucher müssen ihre Kontaktdaten hinterlegen. Ein Hygienekonzept lässt auch die Benutzung der Toiletten zu.

Ebenso öffnet das Nationalparkhaus Schierke ab 13. Juni wieder regulär täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr mit neuer Bild- und Tonschau speziell zum Waldwandel. Die Toiletten können leider nicht benutzt werden. Es gelten die gängigen Abstands- und Hygieneregeln.

Foto von Frank Glitsch


Mit der Harzer Wandernadel den Nationalpark Harz entdecken
Der Wildnis beim Wachsen zuschauen und waschechter „Wildnis-Entdecker" werden

Mit dem neuen Begleitheft "Nationalpark Harz" der Harzer Wandernadel werden Entdeckungstouren in einem der größten Waldnationalparke Deutschlands nun noch spannender. Rund 40 reguläre Stempelstellen, acht Sonderstempelstellen und zahlreiche jährlich wechselnde Aktionsstempel für Exkursionen oder Mitmachaktionen warten auf fleißige Stempelsammler.

 

 

Für insgesamt 33 Stempelabdrücke gibt es eines der beliebten Wanderabzeichen zum Anstecken – den brandneuen „Wildnis-Entdecker". Ganz nebenbei erfahren Interessierte zahlreiche Zusammenhänge und Hintergründe zum aktuellen Waldwandel und können auf ihren Wanderungen die Rückkehr der Wildnis in Regie der Natur hautnah erleben. Auf rund 10 % der Harzfläche darf sich die Natur im Nationalpark Harz in vielen Bereichen frei nach ihren eigenen Regeln entfalten.

 

Das neue Begleitheft ist eine Kooperation von Nationalpark Harz und dem Verein „Gesund älter werden im Harz“, dem Projektträger der beliebten Harzer Wandernadel. „Uns war es wichtig, den Gästen Zusammenhänge und Hintergründe des Waldwandels im Harz zu erklären“, erläutert Wandernadel-Vereinschef Klaus Dumeier bei der Präsentation der neuen Hefte am Dienstagmorgen. „Das Heft soll Lust auf das genauere Hinschauen und Entdecken machen“, ergänzt Mandy Gebara vom Nationalpark Harz. „Hier bei uns im Schutzgebiet entsteht gerade eine neue Wildnis in Echtzeit! Und gerade beim Wandern kann man dabei hautnah dabei sein und dem Wirken der Natur über die Schulter schauen“. Da man den Prozess des natürlichen Waldwandels am besten über einen längeren Zeitraum verfolgen sollte, ist das neue Stempelangebot über mehrere Jahre angelegt. Die Aktionsstempel für Exkursionen in die entstehende Wildnis tragen Jahreszahlen, sodass man die Tour mit einem neuen Stempel im nächsten Jahr wiederholen und die vielen kleinen Veränderungen entdecken kann.

 

Wer den Waldwandel zwischendurch auch digital verfolgen will, dem empfehlen die Verantwortlichen unter anderem die Facebook-Seite „Besonders Harz – Wald im Wandel“ vom angehenden Nationalpark-Wanderführer Danilo Hartung. Er dokumentiert seine ausgedehnten Wandertouren durch die erwachende Wildnis mit zahlreichen Bildern und hat mit seiner Ortskenntnis und zahlreichen Fotomotiven einen wichtigen Teil zum neuen Nationalpark-Begleitheft beigetragen. Als Dankeschön durfte er den allerersten Stempel in ein druckfrisches Exemplar drücken.

 

Das neue Begleitheft „Nationalpark Harz“ mit den genauen Spielregeln für den „Wildnis-Entdecker“ und Platz für alle Stempelabdrücke gibt es ab sofort im Onlineshop und Servicebüro der Harzer Wandernadel, in den Nationalpark-Besucherzentren Brockenhaus und TorfHaus, im Natur-Erlebniszentrum HohneHof sowie in Kürze in vielen weiteren Besuchereinrichtungen des Nationalparks Harz und der ganzen Harz-Region. Information zu den aktuellen Aktionsstempeln 2020 gibt es unter www.nationalpark-harz.de/harzerwandernadel.


Förderung der Zwergstrauchheiden auf der Brockenkuppe

Die sogenannte Brockenanemone-Heidekraut-Heide oder das Anemono micranthae-Callunetum, wie der Pflanzensoziologe sagt, ist eine höchst schutzwürdige Pflanzengesellschaft, die deutschlandweit nur im Harz auf dem Brocken vorkommt.

 

Wie es der Name verrät, kommen in dieser Pflanzengemeinschaft die Brockenanemone (Pulsatilla alpina ssp. alba) und die Besenheide (Calluna vulgaris) gemeinsam vor.

 

 

Im Gegensatz zu anderen Heideflächen, zum Beispiel in der Lüneburger Heide, wo der Wald verdrängt wurde und die Heide sich ausbreitete, benötigt man auf dem Brocken keine Heidschnucken, die die Besenheide kurz halten und damit immer wieder verjüngen. Dies erledigen auf dem Brocken der permanente Wind und Sturm, vor allem im Winter, wenn Schnee und Eis über die Flächen geblasen werden.  Es handelt sich um eine Bergheidengesellschaft, die natürlicherweise nur oberhalb der Waldgrenze am Brocken vorkommt.

 

 

Will man die hier vorkommende Brockenanemone vor dem Aussterben bewahren, muss man die Vergrasung des Berges verringern und den Anteil der Heideflächen erhöhen. Im Rahmen des Umweltsofortprogramms des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen-Anhalt wurden Fördermittel zur Verfügung gestellt, um Brockenflächen für die Bepflanzung vorzubereiten und  die Anzucht von 15.000 Heidepflanzen in Auftrag geben zu können. Die Bad Harzburger Gärtnerei Pake, die den Zuschlag hierfür bekam, erhielt autochthones Stecklingsmaterial vom Brocken und schaffte es, von September 2019 bis Mai 2020 5.000 kräftige Pflanzen heranzuziehen. 2021 und 2022 werden noch einmal je 5.000 Pflanzen geliefert, so Dr. Gunter Karste von der Nationalparkverwaltung Harz, der für den Brockengarten verantwortlich ist.

 

 

 

Den Transport der Heidepflanzen übernahm der Mitarbeiter des Nationalparks Harz Reinhard Hamann und das Pflanzen der Heide erledigten größtenteils die Nationalparkmitarbeiter Ingo Matscheroth und Marzel Drube, die zusammen mit Holger Bührig zum Brockengartenteam gehören.

 

Schaut man sich die Heideflächen auf dem Brocken an, die im Rahmen ehrenamtlicher Arbeitseinsätze entwickelt wurden, so stellt man fest, dass sich der Aufwand lohnt. Der größte Teil des heute noch vorhandenen Bestands an Brockenanemonen kommt genau auf diesen Flächen vor.

 

Zum Abschluss der Pflanzaktion hat sich die Gärtnerei Pake bereit erklärt, die letzten 500 Heidepflanzen mit den Betriebsgärtnerinnen auf dem Brocken zu pflanzen. Das wird bald stattfinden.

 

Fotos: Dr. Gunter Karste


Mit den Umweltverbänden in den Südharzer Gipskarst – Exkursionsreihe wird gestartet – erste Wanderung am 7. Juni 2020 bei Osterode

Der Südharz ist eine naturräumliche Einheit von geologischer Vielfalt mit hervorragender Bedeutung für den Naturschutz. Vom westlichen Harzrand bei Badenhausen (Niedersachsen, Landkreis Göttingen) über den Landkreis Nordhausen (Thüringen) bis zum südöstlichen Harzrand bei Pölsfeld (Sachsen-Anhalt) erstreckt sich auf 100 km Länge ein zusammenhängender Zechsteinstreifen.

 

 

Typisch sind großflächige Ausstriche von verkarstetem Gipsgestein. Die hohe Gesteinslöslichkeit hat in geologisch kurzer Zeit eine Landschaft extremer Verkarstungsintensität mit einer Vielfalt an Gipskarsterscheinungen geschaffen, die in Europa und darüber hinaus einzigartig ist. Dennoch sind nur Teile der Landschaft geschützt und der Rohstoffabbau, insbesondere auf Gips, bedroht Kernstücke dieser Landschaft, die bisher nur unzureichend geschützt ist, obwohl sie zu den Hotspots der biologischen Vielfalt gehört.

 

Mit dem BUND Göttingen und Westharz, dem NABU Osterode, der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen und den NaturFreunden Göttingen haben sich vier Naturschutzverbände der Region zusammengetan, Ihnen die Schönheit, Eigenart und Vielfalt, aber auch die Nutzung und Gefährdung der Gipskarstlandschaft des Südharzes auf Exkursionen und Wanderungen nahezubringen.

 

Erste Wanderung am 7. Juni 2020

 

Der erste Termin findet am kommenden Sonntag den 7. Juni 2020 statt. Ab 14 Uhr führen Ursula Schäfer und Philipp Küchler durch die Gipskarstgebiete am ehemaligen Standortübungsplatz Osterode am Blossenberg. Treffpunkt sind die Solarflächen auf Höhe Klingenhagener Weg 8 in Osterode (am Hof Heisecke vorbei). Der ehemalige Standortübungsplatz stellt das größte zusammenhängende Grünlandgebiet im niedersächsischen Gipskarst dar. Auf der Wanderung sollen die vielfältigen artenreichen Wiesen mit ihren Karstformen erkundet werden, so trockene und feuchte Bachtäler, Karrenfelder und Erdfallseen. Im angrenzenden Wald finden sich natürliche Laubwälder mit steilen Hängen und seltenen Farnen in den Felswänden. Die Wegstrecke ist etwa 5 Kilometer lang und mittelschwer. Auch der Gipsabbau und die Alternativen zur Landschaftszerstörung werden angesprochen.

 

Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Festes Schuhwerk, Ferngläser und Wanderverpflegung werden empfohlen. Zur Einhaltung der Corona-Auflagen bitten wir um vorherige Anmeldung beim BUND Göttingen unter 0551/56156 oder mail@bund-goettingen.de

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

BUND-Kreisgruppe Göttingen
www.bund-goettingen.de
www.facebook.com/bund.goettingen
Geiststraße 2, 37073 Göttingen
Tel. 0551/56156
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 bis 12:00 Uhr oder nach Absprache

 

Foto von Philip Küchler: Die Erdfall-Landschaft des Blossenbergs.


Die Rückkehr der Luchse - Genetische Langzeitinventur der ausgewilderten Harzluchse belegt positiven Trend

Frankfurt, 29.5.2020. In enger Zusammenarbeit haben Forscher*innen des Nationalparks Harz und des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt die genetische Struktur der Harzluchse seit ihrer Auswilderung unter die Lupe genommen und mit anderen Vorkommen verglichen. Die Studie wurde nun in der internationalen Fachzeitschrift „Conservation Genetics“ veröffentlicht.

 

Neben dem standardmäßig durchgeführten Monitoring aus Kontrollen von Luchs-Beuteresten, Fotofallennachweisen und der Auswertung von Sichtungen wurden zwischen 2001 und 2016 im gesamten Vorkommensgebiet der sogenannten Harzpopulation 379 DNA-Proben gesammelt und im Labor für Wildtiergenetik der Senckenberg-Außenstelle im hessischen Gelnhausen analysiert. Mittels der vor allem anhand von Spurenmaterial wie Haaren, Kot oder Speichel von gerissenen Beutetieren erhaltenen DNA-Profile ließen sich 105 Luchs-Individuen genetisch identifizieren.

 

„Ein besonderer Erfolg war dabei, wenn es gelang, einen Luchs zum Beispiel an einem gerissenen Reh mit der Fotofalle abzulichten und nach der Analyse der dort gesammelten Speichel- oder Haarprobe das genetische Profil desselben Tieres zur Verfügung zu haben. Durch die Zusammenführung von Foto- und DNA-Daten ließ sich so die Lebensgeschichten etlicher Tiere vervollständigen. Hierdurch haben wir nun ein viel deutlicheres Bild der Populationsentwicklung“, berichtet Ole Anders, Koordinator des Luchsprojekts beim Nationalpark Harz.    

 

Die Harzpopulation ging vor 20 Jahren aus der Auswilderung von Luchsen aus Zoos und Wildparks hervor. Durch die Verwendung hochauflösender DNA-Methoden konnten die Forscher*innen die Nachkommen der ausgewilderten Harzluchse schon wenige Jahre nach Gründung der Population genetisch von Tieren aus Zoos oder anderen wildlebenden Populationen unterscheiden.

 

Die DNA-Proben wurden in einer Distanz von bis zu rund 160 Kilometern zum Harzrand gesammelt. Mit den Methoden des Standardmonitorings gelang es darüber hinaus sogar nachzuweisen, dass einzelne Männchen zwischen zwei Bestätigungen bis zu 280 Kilometer zurücklegten. Kritiker*innen des Harzer Luchsprojektes stellten anfangs infrage, ob es den Luchsen gelingen kann, den Harz zu verlassen und in andere Gebiete abzuwandern, da das Mittelgebirge von teils sehr waldarmen Landschaften umgeben ist. Die nun veröffentlichten Daten belegen aber ebensolche Wanderungen zweifelsfrei. Die für den langfristigen Erhalt der Art entscheidend wichtige Vernetzung mit anderen Populationen ist also auch in unserer zerschnittenen Kulturlandschaft prinzipiell möglich.

 

Erfreulich ist ferner, dass der Luchsbestand im Harz und seiner Umgebung weiter anwächst und sich dabei räumlich ausdehnt. Das Vorkommensgebiet der Harzpopulation umfasst heute mehr als 8.500 Quadratkilometer und berührt mehrere Bundesländer. Der genetisch rekonstruierte Stammbaum der Harzluchse belegt, dass sich von den 105 identifizierten Luchsen immerhin 25 mit Sicherheit fortgepflanzt haben. Hierbei handelt es sich in der Regel um gut etablierte Individuen. Forschungen in anderen Luchspopulationen bestätigen, dass sich darin meist nur eine relativ kleine Anzahl von Tieren erfolgreich vermehrt. Diese sind für den Fortbestand der Population von entscheidender Bedeutung.

 

  

 

Trotz der Ausbreitung der Tiere nimmt die - verglichen mit anderen wiederangesiedelten Populationen - derzeit noch vergleichsweise hohe genetische Vielfalt durch die nach wie vor bestehende Isolation des Bestandes von Generation zu Generation ab. „Wir haben zu diesem Zeitpunkt erfreulicherweise mit der Harzpopulation ein sehr vitales Vorkommen dieser bedrohten Wildtierart mitten in Deutschland, das sich offensichtlich ausbreitet, sagt Tobias Reiners, Senckenberg-Forscher und Mitautor der Studie. „Dennoch belegen unsere Ergebnisse, dass wir langfristig unbedingt eine Vernetzung mit anderen Luchsvorkommen benötigen, um die genetische Vielfalt der Population zu erhalten und Inzucht vorzubeugen“. Einen Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen, gibt es also nicht. Die intensiven Bemühungen um einen langfristigen Erhalt dieser faszinierenden Wildtierart in Deutschland müssen weitergehen.

 

Ein in diesem Zusammenhang spektakulärer Befund gelang jüngst im Rhein-Main-Gebiet: Ein Anfang des Jahres in der Umgebung des Wildparks Alte Fasanerie in Hanau gesichteter Luchs erwies sich nach der Analyse genetischer Proben als Harzluchs. Das Tier war also kein Tierparkflüchtling, wie zuerst angenommen, sondern hat die Strecke von gut 200 Kilometer Luftlinie eigenständig zurückgelegt. Der Wildpark Alte Fasanerie hatte vor zwei Jahrzehnten eine der ersten weiblichen Luchse für die Auswilderung im Harz zur Verfügung gestellt. Das jetzt aufgetauchte Luchsmännchen kannte diesen Zusammenhang vermutlich nicht, versuchte aber dennoch mit den Luchsweibchen im Gehege anzubändeln, denn wildlebende Geschlechtspartnerinnen dürften so weit entfernt von der Harzer Quellpopulation kaum zu finden sein. Nach zwanzig Jahren fand also ein Nachkomme der Auswilderungstiere quasi zu seinen Ursprüngen zurück. „Mit dem Ende der Paarungszeit hat das Männchen sein Interesse an den Artgenossinnen hinter dem Zaun allerdings wieder verloren und es ist vorerst Ruhe eingekehrt im Wildpark“, schließt Anders.

 

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

 

Fotos: links: Eine Luchsin durchquert mit Ihren Jungtieren einen Fotofallenstandort. Einige wenige gut etablierte Tiere bekommen in jedem Jahr Nachwuchs. Sie bilden das Rückgrat der Luchspopulation.
rechts: Die sog. Dietrichsberger Luchsin ist eines der ältesten bekannten Weibchen im Harz (Winterbild).


Der Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2019 ist soeben erschienen.

Uns alle bewegen die Folgen der beschleunigten Waldentwicklung in der Folge des Klimawandels. Erneut hatten wir es mit einem sehr trockenen Jahr zu tun, in dem bei überdurchschnittlichen Temperaturen mehrere neue Hitzerekorde aufgestellt wurden. Mit 29,7 °C liegt der neue Höchstwert für den Brocken nur noch knapp unter der Marke von 30 °C, was vor wenigen Jahren noch als sehr unwahrscheinlich galt. Das hat die Kondition unserer Waldbäume weiter geschwächt, zunehmend sind nun auch andere Baumarten neben der Fichte stark in Mitleidenschaft gezogen. Diese Entwicklung hat inzwischen fast alle Wälder in weiten Teilen Deutschlands und angrenzender Länder erreicht. Sie stellt den Wirtschaftswald vor große, teils existenzielle Probleme. Es zeigt aber auch, dass nicht die Verwirklichung unseres Mottos „Natur Natur sein lassen“ die Ursache für den besorgniserregenden Zustand vieler Wälder ist, sondern die inzwischen offenkundige Erderwärmung. Und trotzdem setzt sich eine Erkenntnis mehr und mehr durch: trotz aller dramatischen Auswirkungen des Klimawandels, unter denen vor allem der Wirtschaftswald auch zukünftig leiden wird, stirbt der Harzwald nicht ab. Er wird sich in seinem Aussehen wandeln, aber er wird dem Harz als seine lebenswichtige Grundlage erhalten bleiben. Damit ist die Voraussetzung gesichert, dass sich die erfreulich positive touristische Entwicklung fortsetzen kann. Ohne eine dauerhaft bewaldete Landschaft würden auch die neuen Besucherattraktionen des Harzes auf Dauer ihre Wirkung verfehlen.

 

Im Bericht dargestellt werden auch die Naturschutzarbeiten der Renaturierung, des Artenschutzes sowie die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, weiterhin die Arbeit der Werkstätten, des Wildtiermanagements und der Leistungen im Bereich EDV sowie Fotomonitoring. Wichtige Themen sind auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Besucherinformation und -lenkung sowie Wildnisbildung und Natur-Erleben. Darüber hinaus finden sich Informationen zur Arbeit in und mit der Nationalparkregion, zur Organisation des Parks, zu internationalen Kontakten sowie zur Arbeit des Fördervereins. Den Abschluss bildet ein Verzeichnis der im oder mit dem Nationalpark durchgeführten wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeiten, Werkverträge, ehrenamtlichen Kartierungen, externen Projekte sowie der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Mitarbeiter und von Partnern.

 

Mit diesem 85 Seiten umfassenden Tätigkeitsbericht steht wieder eine Übersicht der Arbeit der Nationalparkverwaltung zur Verfügung, die über alle Bereiche der Nationalparkarbeit informiert:

https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/taetigkeitsberichte/Taetigkeitsbericht_NLPHarz_2019.pdf

 

https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/T%C3%A4tigkeitsbericht-2019


Nationalpark nimmt Bildungsarbeit und Exkursionen wieder auf
Erste Exkursion mit dem Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus am 2. Juni

Torfhaus. - Die Coronakrise hatte auch den Nationalpark Harz in den Lockdown versetzt. Nachdem die meisten Einrichtungen nun nach und nach wieder geöffnet sind, starten am 2. Juni auch wieder die Veranstaltungen und Exkursionen mit ihrem vielfältigen Angebot.

Los geht es am 2. Juni gleich mit einem besonderen Highlight: einer Mountainbikeexkursion in die sagenumwobene Bergwildnis. Gemeinsam mit dem Tourguide erfahren die Teilnehmer im Wortsinn, wie vielfältig die Natur im Nationalpark ist. Unter anderem geht es zum Oderteich und zum Clausthaler Flutgraben. Weitere Exkursionen folgen. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig, da die Plätze begrenzt sind. Es gelten besondere Hygiene- und Abstandsregeln.

Auch Gruppen wie Sportvereine, Freizeit- oder Gemeindegruppen können sich wieder für Führungen zum Beispiel rund um’s Große Torfhausmoor, ans Grüne Band oder zum Brocken anmelden.

Die Termine im Juni sind wie folgt:
Juni - Dienstag 10.00 Uhr
Altenau-Torfhaus, Wandertreff hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
„Mit dem Stahlross“ in die Wildnis - Mountainbike-Tour mit Informationen rund um den Nationalpark
(ca. 5 Stunden)
Besprechung der Route vor der Tour, Fahrrad mitbringen oder Ausleihe vor Ort möglich (Zusatzkosten, wir helfen gerne), Sonderveranstaltung mit Gebühr: 5 € Kinder, 10 € Erwachsene, 20 € Familien (2 Erw. u. Kinder bis 16 J.) Anmeldung bis zum 30.5.20 erforderlich unter Tel. 05320 331790

Juni - Samstag 9.00 Uhr
Altenau-Torfhaus, Wandertreff hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Vogelexkursion für Langschläfer – Vogelstimmen entdecken mit dem Biologen Dr. Hermann Martens
(ca. 2 Stunden)
Sonderveranstaltung mit Gebühr: 5 € Kinder, 10 € Erwachsene, 20 € Familien (2 Erw. und Kinder bis 16 J.), Anmeldung erforderlich unter Tel. 05320 331790

Juni - Freitag 13.00 Uhr
Altenau-Torfhaus, Wandertreff hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Der Ruf der Wildnis – kehren die Wölfe zurück in den Harz?
(ca. 4 Stunden)
Erlebnisführung auf der Spur der großen Beutegreifer, auch für Familien, Trittsicherheit erforderlich, Sonderveranstaltung mit Gebühr: 5 € Kinder, 10 € Erwachsene, 20 € Familien (2 Erw. und Kinder bis 16 J.), Anmeldung erforderlich unter Tel. 05320 331790

Juni - Sonntag 10.00 Uhr
Altenau-Torfhaus, Wandertreff hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Blick ins Innere – geologische Exkursion
(ca. 3,5 Stunden)
Mit dem Geologen Carsten Pohle geht es auf eine Reise ins „Innere der Erde“. Schwierige Wegstrecke, Sonderveranstaltung mit Gebühr: 5 € Kinder, 10 € Erwachsene, 20 € Familien (2 Erw. und Kinder bis 16 J.), Anmeldung erforderlich unter Tel. 05320 331790

Hintergrundinformationen
Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Bereits auf etwa 62 % der Fläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Pro Jahr bietet das Team etwa 450 Veranstaltungen mit ca. 5.000 Teilnehmern an.


Theodor Fontane im Harz, Harzer Folklore, Sturmtief Sabine, das Lerbacher Wildgatter und das Kriegsende im Nationalpark Harz – UNSER HARZ Mai 2020 ist erschienen

Aus dem Inhalt:

  • Christoph Unger: Anmerkungen zu Theodor Fontane und seinen Beziehungen zum Harz anlässlich seines zweihundertsten Geburtstages am 30. Dezember 2019
  • Lutz Wille: Wie kann Harzer Folklore gestaltet und künftig präsentiert werden
  • Uwe Fricke: Sturmtief Sabine verursachte viele Schäden im Landkreis Goslar
  • Rainer Kutscher: Mit einem Wildgatter schützten die Lerbacher ihre Kartoffeläcker und Wiesen vor Wildschäden
  • Inge Müller: Walpurgis-Märchen
  • Ingrid Kreckmann: Einiges zum Gemeinen Schneeball
  • Nationalparkforum: Erinnerungen an das Kriegsende 1945 in der Nationalparkregion Harz

Der April und besonders der Mai sind Monate des Erinnerns – vor 75 Jahren wurde die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten beendet. Die Befreiung der Häftlinge aus den KZs, Todesmärsche (mehrere durch den Harz), Kriegsende und Flüchtlingsströme – gedenken wir all der Menschen, die diese Zeit durchlebt haben oder ihr Leben ließen. Im Nationalparkforum erinnern wir deshalb an die Kämpfe im Harz und um den Brocken. Die Kriegsgräberstätte Oderbrück mitten im Nationalpark ist dafür ein würdiger Ort. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine der beiden Rezensionen hinweisen, bei der es um das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld im Dritten Reich geht.

 

Um Erinnerungen ganz anderer Art geht es bei den sonstigen Beiträgen: R. Kutscher würdigt das Wildgatter um Lerbach herum, das die Äcker und Weiden vor Reh- und Wildschweinfraß schützte; Kreisbrandmeister U. Fricke zieht eine Bilanz des Sturmtiefs Sabine, das am 8./9. Februar im Goslarer Raum erheblichen Schaden anrichtete; Dr. Chr. Unger nimmt den 200. Geburtstag Theodor Fontanes im Dezember 2019 zum Anlass, um die Beziehung zwischen dem Schriftsteller und dem Harz zu beleuchten.

 

Aktuell und doch mit Bezug auf die Historie fragt sich Dr. L. Wille, wie Harzer Folklore und Kultur gestaltet und künftig präsentiert werden können. Dazu passt das Walpurgis-Märchen, das mir Frau I. Müller geschickt hat. I. Kreckmann lenkt unseren Blick in die wunderbare Natur mit einem Beitrag zum Gemeinen Schneeball (Viburnum opulus).

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):

Altenau: GLC-Touristinformation

Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark

Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16

Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus

Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage

Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr. Willi-Bergmann-Str. 11.

 

Foto der Kriegsgräberstätte Oderbrück, Aufnahme Schule am Harly.


Zwei Löschwasserteiche im Nationalpark Harz ertüchtigt

Wernigerode - Ilsenburg. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Löschwassersituation im Nationalpark Harz ist abgeschlossen. Die vergangenen beiden Hitze- und Dürrejahre haben gezeigt, dass es auch im sonst eher kühlen und feuchten Harzwald zu erhöhter Waldbrandgefahr kommen kann. Trotz allem hat es in dieser Zeit keine Brände mit natürlicher Ursache gegeben. Alle 23 Waldbrände waren Entstehungsbrände, die oft tagelang im Boden glimmten und zumeist durch illegale Lagerfeuer verursacht wurden. 

Daher hier noch einmal und immer wieder der dringende Hinweis, dass das Entfachen von Feuer und Grillen im Nationalpark streng verboten ist! 

Die Nationalparkrevierleiter und die örtlichen Feuerwehren arbeiten seit längerem vertrauensvoll zusammen. So werden bei gemeinsamen Befahrungen die Wegestrecken unter Feuerwehraspekten begutachtet und nötige Maßnahmen festgelegt und veranlasst, z.B. das Freischneiden von Lichtraumprofilen. Ein weiter Schwerpunkt sind die Löschwasserentnahmestellen. Naturgemäß sind größere Gewässer in den Hochlagen des Harzes nicht vorhanden. So müssen die vorhandenen Ressourcen effektiv betrachtet und ertüchtigt werden, um im Falle eines Vegetationsbrandes bzw. Waldbrandes auf diese zurückgreifen zu können. 

In den vergangenen Monaten wurden deshalb in enger Abstimmung mit dem Naturschutz und außerhalb der Laichzeit zwei Teiche im Nationalparkgebiet ausgebaggert, um mehr Wasser speichern zu können. Beide Teiche, einer an der Brockenstraße und einer am Scharfenstein, werden durch Zuflüsse aus dem Brockenmassiv gespeist und hatten bisher auch in den trockenen Sommern Wasser. Das Fassungsvermögen liegt jeweils bei etwa 10.000 Litern. Zusätzlich wurde auf Anregung der Freiwilligen Feuerwehr Ilsenburg die Zuwegung zum Scharfensteinteich so gestaltet, dass die Kameraden der Feuerwehr auch gut mit schweren Pumpen und Schläuchen die Löschwasserentnahmestelle erreichen können, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz. 

Foto des Löschwasserteichs Scharfenstein, Aufnahme Sabine Bauling.


„Kinderstube“ am Waldboden im Nationalpark Harz

Es wird wieder grün in unseren Wäldern. Dieser Tage lohnt ein Blick auf den Waldboden. Neben den zahlriechen Frühlingsblühern wie Goldnessel, Sternmiere, Bärlauch usw. stecken winzige Pflänzchen ihre Blätter aus dem Vorjahreslaub. Oft sind sie schwer einzuordnen. Was da zu Hundertausenden sprießt, ist die neue Waldgeneration. Das ist nicht so leicht zu erkennen, denn die kleinen Sämlinge sehen oft völlig anders aus wie ihre Eltern.

 

 

Neben den doch recht auffälligen „Elefantenohren“ der Buchensämlinge sind die anderen Baumarten eher unscheinbar. Die Natur geht bewusst mit einer Riesenmenge Baumsamen und Sämlingen an den Start. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass trotz vieler Unwägbarkeiten im Leben der Bäume genügend Nachkommen alt genug werden können, um wiederum Samen für die nächste Waldgeneration zu produzieren. Hitze, Trockenheit, Schatten, Wildverbiss, Mäusefraß sind nur einige der Gefährdungen auf dem Weg zum großen Baum.

 

Diese Art der Waldverjüngung wird auch Naturverjüngung genannt und ist Bestandteil der Prozesse in natürlichen Waldökosystemen, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

 

Fotos: Sabine Bauling


Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus öffnet wieder wie gewohnt
Zwangspause nach Corona beendet

Torfhaus. – Nachdem auch der Nationalpark Harz Corona-bedingt alle seine Besuchereinrichtungen geschlossen hatte, öffnet nun ab dem 7. Mai das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus wieder die Pforten für seine Gäste. Es gelten bis auf weiteres die bekannten Öffnungszeiten.

 

„Wir sind froh, dass wir nun wieder Rede und Antwort stehen können zu den Fragen rund um den Nationalpark und zu den Wandermöglichkeiten im Harz“, so die Leiterin Heike Albrecht-Fechtler vom BUND. „Nun hoffen wir auf viele neugierige Gäste, die die wieder gewonnene Freiheit für sich entdecken.“

 

Um die Besucher vor einer möglichen Infektionsgefahr zu schützen, gelten die üblichen Hygieneregeln:

 

- Tragen eines Mund-Nase-Schutzes

- es dürfen nur max. 10 Gäste gleichzeitig eintreten, d. h. nur mit einem der abgezählten Einkaufskörbe

- bitte den Mindestabstand von 1,5 m zu allen anderen Menschen in der Ausstellung einhalten

- wenn möglich Bitte um bargeldlose Zahlung

- das Nationalpark-Kino ist noch nicht wieder geöffnet und es gibt aus hygienischen Gründen keine Gästetoilette.

 

Wir folgen bei diesen Maßnahmen den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der zuständigen Behörden, die darauf abzielen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

 

Die beliebten Naturerlebnisexkursionen finden leider noch nicht wieder statt.

 

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

 

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz mit jährlich über 100.000 Gästen. Betrieben wird es federführend vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Seit 2011 ist es auch Geopark-Infozentrum.

 

Im Bereich der Bildungsarbeit werden - ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsdreiecks Ökologie – Ökonomie – Soziales - nicht nur die Themenfelder Natur, Naturschutz und Nationalpark bearbeitet sondern ebenso der Bergbau, die Oberharzer Wasserwirtschaft sowie vergangene und heutige Ressourcennutzungen und deren Herausforderungen.

 

Öffnungszeiten

April - Oktober

täglich 9.00 - 17.00 Uhr

November - März

Dienstag bis Sonntag 10.00 - 16.00 Uhr

An Feiertagen und in den Ferien auch montags geöffnet. 25. & 26.12. und 1.1. geöffnet.

Am 24. Dezember geschlossen.

Der Eintritt ist frei!


Das Auerhuhn

In den wunderschönen Buchenwäldern des Südharzes, nahe des kleinen Dorfes Lonau, liegt das Auerhuhn-Schaugehege des Nationalparks. Es beheimatet ehemals in Norddeutschland heimische Raufußhuhnarten: Auerhuhn und Birkhuhn. Vom Lonauer Dorfgemeinschaftshaus im Ortszentrum, in dem sich auch eine Rangerstation befindet, ist es über einen kurzen Fußweg durch die Lonauer Wiesen zu erreichen.

 

Gibt es noch Auerhühner im Harz

 

Imposante Auerhähne, die im Frühjahr mit eigentümlichen Balzlauten auf sich aufmerksam machen, finden Sie in freier Natur kaum noch. Im Harz waren sie einst heimisch, wurden aber ausgerottet. Trotz eines langjährigen Auswilderungsprogramms gelang es nicht, die Tiere hier wieder dauerhaft anzusiedeln. Heute ist diese Vogelart in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wieder ausgestorben.

Im Auerhuhn-Schaugehege haben Sie Gelegenheit, die selten gewordenen Tiere zu erleben. Der auffällige schwarz-bläulich gefärbte Auerhahn mit der typischen roten Augenzeichnung ist hier ebenso zuhause wie die extrem gut getarnten Weibchen. Mit etwas Glück kann man auch den winzigen, flauschigen Nachwuchs durch das Gehege huschen sehen. In der siebenteiligen Anlage sind außerdem Birkhühner zu Hause. 

 

Auerhuhnsprechstunde – täglich am Auerhuhngehege

 

Täglich von 10 - 11 Uhr sind die Lonauer Nationalpark-Ranger zur Fütterung und Pflege der Tiere am Auerhuhngehege anzutreffen. In dieser Zeit können Besucher gerne vorbeikommen und ihnen Fragen rund um die Tierart stellen. Unabhängig von den Fütterungszeiten ist das Auerhuhngehege auch sonst jederzeit und kostenfrei zugänglich.

 

Bei besonderem Interesse an den Tieren oder dem Wunsch nach einer Sonderführung bitten wir Besucher, mit den Nationalpark-Rangern vorab einen Termin abzusprechen. Sie sind erreichbar unter der Telefonnummer 05521/72653. Sollten die Kollegen gerade nicht ans Telefon gehen, weil sie im Gelände unterwegs sind, bitte auf den Anrufbeantworter sprechen und die Angabe einer Rückrufnummer nicht vergessen. 

 

Weitere Informationen siehe hier: https://www.nationalpark-harz.de/de/natur-erleben/auerhuhngehege/

 

Foto des Nationalparks Harz.


Keine Angst vor Fledermäusen – unsere heimischen Fledermäuse haben kein SARS-CoV 2-Virus

Immer wieder hört man es und wir bekommen häufig Anfragen zu diesem Thema. Aufgrund des sich aktuell weltweit ausbreitenden SARS-Coronavirus 2 (SARS-CoV 2), das beim Menschen die Krankheit Covid-19 auslösen kann, kommt es weltweit und natürlich auch hierzulande vermehrt zu besorgten Anfragen bei im Fledermausschutz und in der Fledermausforschung tätigen Personen.

 

Der Grund für die Besorgnis ist der Umstand, dass in den Medien Fledermäuse regelmäßig als der Ursprung des neuartigen humanen Virus SARS-CoV 2 bezeichnet werden – doch für die hiesigen Fledermäuse trifft das nicht zu! Antipathien gegenüber einheimischen Fledermäusen sind absolut unbegründet. Dazu liegen zahlreiche Forschungsarbeiten vor.

 

Das Auftreten und die Ausbreitung von SARS-CoV 2 und anderer Zoonosen werden nicht durch einzelne Arten oder Artengruppen, wie Fledermäuse, Schuppentiere, Nagetiere etc. verursacht, sondern sind direkte Folge und Rückkopplung aus dem verheerenden Umgang der Menschen mit Tieren, Ökosystemen und dem daraus resultierenden Artenschwund.

 

Einheimische Fledermausarten sind nicht mit SARS-CoV 2 infiziert. Es konnten zwar verschiedene Coronaviren in meist tropischen Fledermausarten nachgewiesen werden – diese sind jedoch nur entfernt mit humanen SARS-Coronaviren verwandt und daher für Menschen unkritisch.

 

Das humane SARS-CoV 2 ist genetisch eng mit Viren aus dem Tierreich verwandt, der unmittelbare Ursprung von SARS-CoV 2 ist aber nach wie vor nicht zweifellos geklärt. Genetisch ähnliche Viren finden sich beispielsweise bei chinesischen Hufeisennasen-Fledermäusen und in Schuppentieren. Es ist wahrscheinlich, dass das Virus zwar in einem Wildtier seinen Ursprung hatte, sich dann aber schrittweise – erst in einem Zwischenwirt und nach der Übertragung auf den Menschen dann im Menschen selbst – so verändert hat, dass es im Menschen Covid-19 auslösen konnte und so die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch möglich wurde.

 

Ein Muster vergangener Zoonosen ist die Bedeutung von Massentierhaltungen, wie z.B. im Falle der Schweinegrippe, und Wildtiermärkten, auf denen Wildtiere lebend frisch geschlachtet oder zubereitet zum Verkauf angeboten werden. Hier können, wie im Fall von SARS-CoV 1 und sehr wahrscheinlich auch SARS-CoV 2, Krankheitserreger durch Wirtswechsel schnell mutieren und sich ausbreiten.

 

Fledermäuse aufgrund einer vermeintlichen Gesundheitsgefahr zu bekämpfen, ist völlig unbegründet. Dies ist zudem in Deutschland und in der gesamten EU strafbar. Nicht die Fledermäuse mit ihrer natürlich gewachsenen viralen Vielfalt sind der Kern des Problems, sondern der Mensch, der durch seinen Umgang mit den Tieren, sein unbarmherziges Ausbeuten von natürlichen Ressourcen und der damit verbundenen weltweiten Zerstörung intakter Ökosysteme ein erhöhtes Risiko von zoonotischen Pandemien erzeugt.

 

Fledermäuse sind weltweit wichtige und unverzichtbare Akteure in Ökosystemen. Sie regulieren Schadinsekten in der Land- und Forstwirtschaft und sind in subtropischen und tropischen Ökosystemen von besonderer Bedeutung für die Verbreitung von Pflanzensamen und die Bestäubung wichtiger Nutzpflanzen. Aufgrund ihrer Biologie als fliegende Säugetiere und ihrer besonderen Sozialstrukturen haben sie im Laufe ihrer Evolution Eigenschaften erworben, die ihnen bei der Eindämmung von Krankheitserregern große Vorteile bieten. Die Wissenschaft steht erst am Anfang, diese Anpassungen zu verstehen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die für die Human- und Tiermedizin äußerst wertvoll sind.


Die Wahrscheinlichkeit von zoonotischen Pandemien kann in Zukunft verringert werden. Dazu ist es nötig, die Biodiversität in Natur- und Kulturlandschaften wirksamer zu schützen, in denen Tiere vom Menschen ungestört leben können. Dies sollte aus der Einsicht heraus erfolgen, dass intakte Lebensräume mit ihrer hohen Vielfalt an Wildtierarten langfristig auch für die menschliche Gesundheit wichtig sind. Es ist dringend notwendig, sowohl dem Arten- als auch dem Tierschutz einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft zu geben. Darüber hinaus ist es wichtig, die Jagd, den Handel und die Verwendung von Wildtieren mit zoonotischem Potenzial weltweit zu regulieren und stark einzuschränken.

 

Foto: Nordfledermaus im Harz, Aufnahme Friedel Knolle


Neue Brücke am Kienbach bei Ilsenburg und die aktuelle Trockenheit

Wernigerode – Ilsenburg. Jüngst fand die Bauübergabe des großen Kienbachdurchlasses am Ilsenburger Stieg statt – Corona-bedingt leider nur im kleinen Kreis. Das Bauwerk war durch das Julihochwasser 2017 so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass der Neubau unumgänglich war. Damit ist eine weitere Verbesserung am Radfernweg R 1 entstanden. Momentan sieht so ein Bauwerk über dem ausgetrockneten Bach schon merkwürdig aus. Allerdings hatte sich hier in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass nach Gewittergüssen, Starkregen oder Schneeschmelze aus dem ausgetrockneten Bachbett ein reißendes Flüsschen werden kann.

Etwas skurril erschien den Beteiligten der Anblick eines Feuersalamanders auf der offensichtlich verzweifelten Suche nach Wasser. Hoffentlich hat er unter den Steinen des Kienbachs noch ein feuchtes Fleckchen finden können.

Die Trockenheit hat im April dieses Jahres schon ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Das frische Grün der Buchen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Boden von der Oberfläche schon wieder stark austrocknet. Gerade jetzt beim Laubaustrieb und beim Maiaustrieb der Nadelbäume benötigt der Wald viel Wasser und die Reserven aus dem Februar werden rasch aufgebraucht sein, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

Neben allen anderen Problemen für den Wald gilt jetzt auch besondere Vorsicht hinsichtlich der Waldbrandgefahr. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen und jedes noch so kleine Anzeichen eines Waldbrandes sollte sofort gemeldet werden.

Fotos: Sabine Bauling.


Kauziges vom Waldkauz im Nationalpark Harz

Wie viele Eulen brütet der Waldkauz in Baumhöhlen, braucht also entsprechend alte Baumbestände. Die findet er in den Totholzbeständen des Nationalparks, doch es ist eigentlich egal, ob diese Bäume im Wald, im Garten, auf Friedhöfen oder in Parks stehen. Waldkäuze kommen überall klar, solange nur solche geeigneten Bäume vorhanden sind.

Auch in Bezug auf ihre Nahrung sind sie nicht weiter wählerisch. Waldkäuze erbeuten Säugetiere und Vögel bis zu einem Gewicht von ca. 300 g, was einem jungen Kaninchen oder einer Taube entspricht. Des Weiteren stehen Amphibien und Wirbellose auf dem Speiseplan, gelegentlich auch Fische. Diese Flexibilität ermöglicht Waldkäuzen ein leichteres Überleben auch in schneereichen oder mäusearmen Jahren, weshalb ihre Bestandsschwankungen bei weitem nicht so dramatisch sind wie bei anderen Eulenarten, beispielsweise dem Raufußkauz.

Waldkäuze sind leicht an ihrem Ruf zu erkennen. Sie sind die klassischen „Krimikäuze“, deren Stimme gern zum Einsatz kommt, wenn irgendetwas schaurig sein soll. Ihre Balzrufe sind auch schon im Januar/Februar zu hören – damit sind sie mit die ersten im Jahresverlauf. Auch während der sog. Herbstbalz bekommt man sie oft mit. Manchmal hat man den Eindruck, sie rufen den ganzen Winter über.

Im Nationalpark sind sie zuverlässig in den älteren Buchenbeständen anzutreffen. Wer sie hören möchte, muss nur zur Balzzeit ab Dämmerung bis einschließlich Dunkelheit beispielsweise im Eckertal spazieren gehen. Abzuraten ist von einem Anlocken mittels der mittlerweile weitverbreiteten Vogelstimmen-Apps – Waldkäuze finden es nicht sonderlich witzig, wenn „Konkurrenten“ in ihrem Revier rufen und können ganz schön garstig werden. Bekannt sind Angriffe auf Kopf und Gesicht, sogar schon mal inklusive verlorener Augen der menschlichen Störenfriede.

In den letzten Jahren häufen sich auch Beobachtungen aus den Nationalparkhochlagen, was möglicherweise mit den zunehmenden Offenflächen zusammenhängt, die auch den Waldkäuzen gute Jagdgründe bieten. So wurden beispielsweise schon Waldkäuze am Achtermann, bei Torfhaus oder bei Schierke verhört. Wie sich damit auch die Verbreitung von Sperlings- und Raufußkäuzen im Nationalpark verändert, wird sich noch zeigen. Sie präferieren bisher die höheren Lagen, stehen aber auf dem Speisezettel der Waldkäuze. Allerdings scheinen sie auch gut nebeneinander auskommen zu können, solange ausreichend andere Nahrung vorhanden ist. Das zeigen mehrfache Beobachtungen von parallel, in nur kurzer Distanz zueinander rufenden Sperlings-, Raufuß- und Waldkäuzen.

Der Waldkauz war Vogel des Jahres 2017, Foto des NABU (Aufnahme Marcus Bosch) zu diesem Thema.


UNSER HARZ April 2020 erschienen – Notwehr in Schierkes Oberförsterei, „Auch das war die DDR“, Geschichte des Braunlager Gynasiums und der Huflattich – wieder viele Harzthemen in einem Heft

(Länderübergreifend). „In Notwehr erschossen. In der Nacht zum 8. auf den 9. April 1919 wurde die Oberförsterei Schierke durch Lärm und lautes Klopfen an die innere Haustür alarmiert. Oberförster Häberle öffnete und sah sich einem fremden Mann gegenüber, der ihn mit hocherhobenen Händen und blinkender Waffe bedrohte und ihm zurief: „Ich schieße Sie nieder!“ Oberförster Häberle forderte ihn auf, die Oberförsterei zu verlassen. Er ging dann ins Haus zurück, versah sich mit seiner Waffe und forderte den Fremden nochmals zum Verlassen der Oberförsterei auf. Plötzlich sprang dieser dem Oberförster an die Gurgel und schrie ihn an: „Noch einen Schritt weiter und du bist eine Leiche!“ Bei nochmaligem wiederholten Angriff des Fremden schoss Oberförster Häberle diesen nieder. Die Persönlichkeit des Erschossenen konnte noch nicht festgestellt werden. Oberförster Häberle stellte sich der Staatsanwaltschaft.“

Diese Geschichte aus der Schierker Vergangenheit und vieles mehr findet sich im neuen Heft von Unser Harz. Aus dem Inhalt: Hans-Heinrich Hillegeist: Nachrichten vom Harz und Harzrand vor 100 Jahren (1919), Teil 2; Dr. Günter Gottschlich: Dr. Friedrich Staudinger (1903 - 1991); Günter Wilke: Auch das war die DDR: Ernstes, Heiteres, Lächerliches – gesehen aus der Sicht des Leiters eines kleinen Betriebes, Teil 3; Ingrid Kreckmann: Einiges über den Huflattich; Nationalparkforum: Zum Gedenken an Frank Raimer.

Mit dem zweiten respektive dritten Teil finden die Artikelreihen „Nachrichten vom Harz und Harzrand vor 100 Jahren (1919)“ von H.-H. Hillegeist und „Auch das war die DDR“ von G. Wilke ihren Abschluss. Aus der Distanz auf die Ereignisse der damaligen Zeit zu schauen, hilft uns sicherlich, auch unsere eigene, momentan sehr bewegt Zeit mit anderen Augen zu betrachten.

Dr. G. Gottschlich erinnert an Dr. Friedrich Staudinger (1903 - 1991), (s)einen außergewöhnlichen Lehrer am Braunlager Gymnasiums. Auch dieser Bericht zeugt von einer so anderen Zeit, wenn ich auf die Situation an unseren heutigen Schulen blicke.

Im Nationalparkforum gedenken S. Bauling und Dr. F. Knolle dem im März verstorbenen, langjährigen Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Harz, Frank Reimer. Neben dem Wildkatzenmonitoring betreute er viele Forschungsarbeiten, darunter die Auswirkung des Schalenwildes auf die Vegetation.

Ebenfalls in die Natur zieht es I. Kreckmann, die dieses Mal einiges über den Huflattich berichtet.

Ich hoffe, Sie können die Natur genießen und die Auswirkung der Pandemie auf die Umwelt (keine Flugzeuge, wenig Verkehr) erleben – neben all dem, was in der Gesellschaft ausgelöst wurde (und wird). Während ich dies schreibe, ist das noch gar nicht abzuschätzen – und doch erfüllen mich die Stille und der blaue Himmel über dem Harz mit Hoffnung, Hoffnung für die Natur und ihre Regenerationskraft.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr. Willi-Bergmann-Str. 11.


Ein gutes Frühjahr für das Judasohr (Auricularia auricula-judae) - Pilz entwickelt besonders große Fruchtkörper

Länderüberfreifend. Der Apostel Judas soll sich der Legende zufolge nach der Verurteilung Jesu an einem Holunderbaum erhängt haben. Da Judasohren besonders häufig an diesem Substrat wachsen und durch sein ohrförmiges Aussehen erhielt der Pilz diesen deutschen Namen. In diesem Frühjahr erreichen die Fruchtkörper einen Durchmesser bis zu 15 cm.

Das Judasohr, auch Holunderpilz genannt, hat die Form einer Ohrmuschel und ist auch für unerfahrene Pilzinteressierte leicht zu bestimmen. Der Pilz erscheint häufig an älteren und geschwächten Stämmen und Ästen des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra). Im Gegensatz zu den saprophytisch, lignicolen Arten der Gattung Auricularia (Ohrlappenpilze) besiedelt das Judasohr auch lebende Gehölze. Der Pilz wächst aber auch auf Laubbäumen wie z.B. Ahorn, Esche, Weide, Pappel und Ulme, aber auch Eiche und Buche. Sehr selten ist er an Nadelbäumen wie Lärche und Kiefer zu finden. Auf die Frage, warum das Judasohr den Holunder bevorzugt, hat die Wissenschaft noch keine Antwort gefunden. Scheinbar werden aber Weichhölzer bevorzugt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzfruchtkörpern ist das Judasohr das ganze Jahr hindurch zu sehen. Besonders in frostfreien, feuchten Wintermonaten fällt es ins Auge. Die Außenseite des gallertartigen und knorpeligen Pilzes ist rötlichbraun, violettgrau bis olivbraun. Sie fühlt sich samtig und etwas filzig an. Die glatte, glänzende, oft von erhabenen Leisten durchzogene Innenseite trägt die Fruchtschicht, das Hymenium. Hier entstehen die Sporen. Da der Pilz an den Stämmen und Ästen der Sträucher und Laubbäume nur unregelmäßig Wasser bekommt, hat er eine ungewöhnliche Strategie entwickelt: Bei Trockenheit schrumpft der Pilz zusammen. Wenn es regnet, quillt er wieder vollständig auf.

Bekannt ist das Judasohr aus dem China-Restaurant. Der Pilz trägt in China den Namen Mu-Ehr (zu deutsch: Waldohr oder Baumohr) und wird auf der deutschen Speisekarte irreführend als „Chinesische Morchel" bezeichnet. Mit den echten Morcheln hat der Pilz allerdings verwandtschaftlich nichts zu tun. In Ostasien wird er nicht nur für die Küche gezüchtet. Auch in der chinesischen Medizin und in der Naturheilkunde spielt er eine wichtige Rolle. Er soll zum Beispiel das Immunsystem stimulieren und Blutungen stillen. In unserer Artdatenbank befinden sich bisher erst 23 Nachweise - schon erstaunlich, da der Pilz nicht selten ist. Gefunden wurde er bisher überwiegend am Schwarzen Holunder. Nachweise auf Nadelholz fehlen bislang, so der Wernigeröder Pilzexperte Thomas Schultz und Ute Springemann von der Nationalparkverwaltung Harz.

Foto: Die elastischen Fruchtkörper des Judasohrs erinnern an Ohrmuscheln (Aufnahme Thomas Schultz)


Auf geologischer Entdeckungsreise in den Harly – Geopark-Broschüre des BUND Westharz in digitaler Neuauflage erschienen

Goslar-Vienenburg. Als „geologisches und botanisches Schatzkästlein“ wird der Harly in Fachkreisen bezeichnet. Und doch blieb der kleine Höhenzug nördlich des Harzes bei Vienenburg häufig unbeachtet. Als Teil des Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen hatte sich das geändert – eine Broschüre weist den Weg auf drei Entdeckungstouren durch den Harly. Aufgrund anhaltender Nachfrage wurde dieses Heft nunmehr digital neu bearbeitet und steht jetzt wieder zur Verfügung – die 3. Auflage steht ab sofort unter https://www.bund-westharz.de/projekte/der-harly-von-woeltingerode-zum-muschelkalkkamm/ zum Herunterladen zur Verfügung.

 

Seinen Namen hat der Höhenzug nicht etwa von dem bekannten Motorradhersteller. Seine Tradition geht viel weiter zurück, auf die im 13. Jahrhundert errichtete Harlyburg. Einst vom welfischen König Otto IV. als Befestigung für seinen Krieg gegen das staufertreue Goslar errichtet, sind heute von der Anlage nur noch einige große, in den Fels geschlagene Wehrgräben zu sehen. Die Burg selbst bestand nur 88 Jahre.

 

Die Gesteine des etwa sechs Kilometer langen und ein bis zwei Kilometer breiten Höhenzuges entstanden vor über 240 Millionen Jahren im Erdmittelalter. An vielen Stellen im Harly sind Abfolgen dieser Gesteine an der Erdoberfläche sichtbar. Besucher finden im Harly auf diesen Gesteinen eine farbenfrohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Der Buchen-Laubwald zeigt sich jahreszeitenbedingt mal in sattem Grün und mal in schillernden Rottönen. Buschwindröschen, Bärlauch und ein beeindruckender Mammutbaum zieren die Wege. Typische und schutzwürdige Tiere des Harly, die man beim Wandern mit etwas Glück auch sehen kann, sind z.B. der Eisvogel, die Wasseramsel, der Schwarzspecht, die Wildkatze und verschiedene Fledermausarten. Vom Harly-Turm hat man einen weiten Blick auf Harz und Harzvorland. Insgesamt ein beliebtes Naherholungsgebiet zum Wandern und Mountainbiken. Ebenfalls zum Projekt gehören vier Hinweistafeln entlang der Wege – sie zeigen eine Übersichtskarte mit allen Wanderrouten, die am Parkplatz beim Kloster Wöltingerode beginnen, und den Bezug der Geologie zu den Tieren und Pflanzen. Die vierfarbige Broschüre beschreibt auf über 60 Seiten anschaulich die Entstehungsgeschichte und die Highlights des Höhenzuges, die entlang der Wege vorhandenen geologischen Zeugnisse und zu beobachtende Tiere und Pflanzen. Zudem lockern Geschichten und Sagen der Region den fachlichen Part etwas auf.


Baumpflanzaktion im Ilsetal – Hilfe zur Selbsthilfe des Waldes im Nationalpark Harz

(Länderübergreifend) Die Natur darf sich in der Kernzone des Nationalparks Harz frei entfalten. Im Moment ist der natürliche Waldwandel vom ehemaligen Wirtschaftswald hin zum wilden Naturwald zu erleben – massiv beschleunigt durch den Klimawandel. In den Hochlagen ist die Fichte von Natur aus heimisch, deshalb wird sie in diesen Gebieten auch weiter die Hauptbaumart bleiben. Neben jungen Fichten wachsen hier auch Laubbäume wie Eberesche, Bergahorn oder Weide – sie kommen von allein, entwickeln sich gut und benötigen keine Pflanzungen.

In tieferen Lagen schlagen in den ehemaligen Fichtenforsten vor allem verschiedene Laubbäume Wurzeln. Von Natur aus würden hier vor allem Buchen wachsen, deren Rückkehr der Nationalpark mit Pflanzungen, vorrangig junger Buchen, unterstützt. Die Natur bekommt mit diesen Initialpflanzungen ein Werkzeug in die Hand und der „Reparaturprozess“ hin zu mehr Naturnähe und natürlicher Entwicklung wird unterstützt – „Hilfe zur Selbsthilfe“ für die Natur.

 

Im Nationalpark Harz werden daher in diesen tieferen Lagen seit Jahren in erheblichem Umfang Pflanzungen zur Erreichung der Schutzziele nach Maßgabe der Gesetze und Managementvorgaben des Schutzgebiets durchgeführt. In der Naturentwicklungszone werden verschiedene Laubbaumarten, vorrangig Buchen, in ehemalige Reinbestände mit standortsfremden Fichten gepflanzt. In diesen Flächen gibt es zu wenige und teilweise über mehrere hundert Hektar hin keine alten Buchen, die als Samenbäume dienen könnten. Damit dienen die Buchenpflanzungen den Vorgaben des Nationalparkgesetzes entsprechend der Steigerung der Naturnähe. Diese Anpflanzungen sind in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Aktivitäten der Borkenkäfer nochmals verstärkt worden. Die Schwerpunkte bilden die Außengrenzen des Schutzgebietes, wo Wirtschaftswald angrenzt.

 

Weil in diesem Frühjahr die öffentlichen Pflanzaktionen leider abgesagt werden mussten, möchten wir den Medien aufgrund zahlreicher Nachfragen die Gelegenheit geben, über eine aktuelle Pflanzaktion zu berichten.

 

Treffpunkt ist an diesem Mittwoch, 15. April 2020 um 11 Uhr am Nationalparkhaus Ilsetal, Ilsetal 5 in Ilsenburg. Von dort fahren wir gemeinsam zum Ort der Pflanzung an der Eschwegestraße.

 

Der Termin ist für Film- und Fotoaufnahmen geeignet. Zuständige Nationalparkförster und die Fachbereichsleitung Wald sind anwesend.

 

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen. Ihre Anmeldung erleichtert unsere Planung.


Pflanzen im Nationalpark Harz trotz Corona

Nationalpark-Forstwirt Holger Henze schwingt die Pflanzhacke und setzt mit geübten Handgriffen das kleine Bäumchen, hier eine Aspe, in den Waldboden. Ein Stück Normalität mitten in der Coronakrise. Aber nur ein Stück, denn einiges ist doch anders – im Wald ist es ruhiger, nur wenige Wanderer sind unterwegs und die Forstwirte arbeiten weiter voneinander entfernt, um enge Kontakte zu vermeiden. Das heißt, auch dieser Arbeitsplatz ist einsamer geworden.

 

Trotzdem wird mit viel Einsatz daran gearbeitet, die Waldentwicklungsziele im Nationalpark Harz weiter umzusetzen. So werden in diesem Frühjahr allein im Nationalparkrevier Bruchberg ca. 50.000 Laubbäume gepflanzt. Ein Teil davon wurde für die geplanten Freiwilligeneinsätze beschafft, die nun in diesem Frühjahr leider ausfallen müssen. Unterstützung erhalten die Forstwirte durch Ranger der Nationalparkwacht, denn die kleinen Bäumchen müssen rasch in die Erde. Der Frost der letzten Tage hat zu Verzögerungen geführt.

 

In diesem Jahr werden neben Buchen auch sogenannte „Pionierbaumarten“ gepflanzt wie Aspe, Sandbirke, Moorbirke und Weidenarten. Diese Baumarten wachsen schnell und schaffen gerade auf Kahlflächen rasch Schutz für andere Baumarten, die besser in geschützteren Bereichen wachsen. Sie werden auch „Schattbaumarten“ genannt – zu diesen gehört auch die Buche.

 

Das sind viel der kleinen Schritte, die den Nationalparkwald naturnäher und bunter machen und mehr Artenvielfalt in die Ökosysteme bringen, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz. 

 

Foto: Sabine Bauling, Nationalpark Harz


Der Feldlerche zuliebe: Hunde bitte immer an der Leine lassen: In Wald und Flur gilt von 1. April bis 15. Juli die Leinenpflicht

Goslar. Endlich ist es wieder soweit – im Frühling gönnen sich Hundebesitzer mit dem „besten Freund des Menschen“ wieder den dringend benötigten Auslauf in der freien Natur. Dabei heißt es nicht selten „Leinen los“. Doch Vorsicht – hier droht Gefahr! Die Goslarer Umweltverbände BUND, NABU sowie Natur- und Umwelthilfe Goslar appellieren an alle Hundebesitzer: „Lassen Sie Ihren Hund bitte an der Leine!“

 

Während der Brut- und Aufzuchtzeit des Nachwuchses sind Vögel und andere wildlebende Tiere besonders störempfindlich. Da kann ein freilaufender Hund großen Schaden anrichten, wenn sein Jagdtrieb erwacht und die Rufe von Herrchen oder Frauchen unbeachtet bleiben.

 

Rehkitze, aber auch der Nachwuchs der bodenbrütenden Vogelarten sind derzeit besonders gefährdet. Ein typischer Bodenbrüter ist zum Beispiel die Feldlerche. Ihr Bestand schrumpft in den letzten Jahrzehnten bedrohlich.

Wie im letzten Jahr mehren sich bei den Verbänden wieder Anfragen von Bürgern, die sich über mangelnde Kontrolle und Umsetzung der gültigen gesetzlichen Regelungen beschweren. Hier appellieren die Verbände an alle Hundebesitzer, die Festlegung der derzeitigen Hundeanleinpflicht zu beherzigen, und an alle zuständigen Kommunen, stärkere diesbezügliche Kontrollen durchzuführen, denn was nützen die besten Gesetze, wenn deren Einhaltung nicht überwacht wird!

 

Hundebesitzer, die ein Herz für die wilden Tiere haben, lassen beim Spaziergang ihren Liebling an der Leine. Freien Auslauf gibt es in der Brut- und Setzzeit nur im heimischen Garten oder auf ausgewiesenen Flächen in Städten und Gemeinden, die für Parks und Grünanlagen gesonderte Regelungen schaffen können.

 

Im Nationalpark Harz gilt übrigens - wie auch in Naturschutzgebieten - eine ganzjährige Leinenpflicht.

 

Anl. Foto: Der Bodenbrüter Feldlerche ist auch durch freilaufende Hunde gefährdet; Foto Manfred Delpho.


Gartenschläfer werden munter – auch im Harz. Naturschutz und Forschung starten - Spurensuche 2020. Machen Sie mit!

Hannover. Wenn die Gartenschläfer in diesen Wochen ihren Winterschlaf beenden, stehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wieder bereit: Seit 2019 erforschen sie, warum die kleine Schlafmaus mit der typischen „Zorro-Maske“ vielerorts in Deutschland und Europa in dramatisch kurzer Zeit verschwunden ist. Ihr Ziel: Den Gartenschläfer als heimische Tierart in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren. Unterstützen können alle, die einen Gartenschläfer gesehen haben, indem sie ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de eintragen. Gefördert wird das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesumweltministeriums.


Erste Geheimnisse konnten die Naturschützer*innen und Forscher*innen mit ihrer Spurensuche bereits lüften. Allein rund 1.500 Hinweise aus der Bevölkerung – davon 40 aus Niedersachsen – sind bereits eingegangen, die während des Winterschlafs der Tiere ausgewertet wurden. Die regionalen Unterschiede fielen besonders auf: „Im Vergleich zu dem Südwesten Deutschlands, aus dem sehr viele Hinweise kamen, erreichten uns aus Niedersachsen fast nur Meldungen aus dem Harz“, erklärt Andrea Krug, Projektkoordinatorin vom BUND Niedersachsen. Im Harz ist auch der Nationalpark Harz in das Projekt einbezogen.

 

„Und obwohl uns bekannt war, dass der Gartenschläfer im Harz vorkommt, ist die Anzahl der tatsächlichen Funde bislang deutlich geringer als im Südwesten Deutschlands. Es scheint, dass die Bestände in vielen Regionen schwächer sind, als wir gehofft hatten.“ Auch in diesem Jahr soll deshalb weiter geforscht und die „weißen Flecken“ auf der Verbreitungskarte geschlossen werden. Wer einen Gartenschläfer gesehen oder gehört hat, kann direkt mithelfen: Melden Sie Ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de, gerne mit Foto oder Audioaufnahme. Denn nicht nur die Gesichtszeichnung mit den dunklen Ringen um die Augen ist beim Gartenschläfer unverkennbar, sondern
auch seine Stimme – nachzuhören auf www.gartenschlaefer.de/geraeusche.


Obwohl der Gartenschläfer eine heimische Tierart ist, gibt es zu ihm und dem dramatischen Rückgang seiner Bestände noch viele offene Fragen: Auf welche Lebensräume ist er angewiesen? Gibt es Krankheiten, die ihm zusetzen? Wie steht es um das Nahrungsangebot? Und vieles mehr. „Wenn wir die Tierart vor dem Aussterben bewahren wollen, müssen wir Antworten finden und ein wirkungsvolles Schutzkonzept
entwickeln und umsetzen“, so Krug. „Das ist ebenso Teil unserer Spurensuche.“


Weitere Informationen:
www.gartenschlaefer.de


www.biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-einesbundesweiten-
schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html

 

Naturbeobachterinnen und Naturbeobachter können ihre Gartenschläfer-Hinweise dem Projektteam melden unter www.gartenschlaefer.de

 

Die typischen Geräusche des Gartenschläfers zum Nachhören: www.gartenschlaefer.de/geraeusche

 

Fotos: www.bund.net/presse oder das anl. Foto von Walter Wimmer.

 


Entdeckt am Wegesrand: „Korallen“ im Schnee am Oderteich

Der sich verabschiedende Winter und die Coronakrise beeinflussen derzeit unser Leben. Aber auch wenn Fernreisen gerade nicht möglich sind, so gibt es doch in der Heimat viel zu entdecken. Bei einem Spaziergang am Oderteich leuchtete es an einem alten Fichtenstubben korallenrot. Das sind die Fruchtkörper der Becherflechte.

 

Becherflechten sind kleine Lebewesen, ca. 1,5 cm hoch, die vornehmlich auf dem Erdboden und dort auf Humus, morschem Holz oder Fels leben. Flechten sind keine richtigen Pflanzen, sondern eine Lebensgemeinschaft, auch Symbiose genannt, von Pilzen und Algen.

 

Das Typische sind die „Becher“, die sie auf kleinen Stielen ausbilden, darauf sitzen die roten Fruchtkörper, die diese kleinen Totholzbewohner sehr attraktiv sichtbar machen.

 

Foto: Sabine Bauling, Nationalpark Harz.


Große Nachfrage nach Pflanzaktionen im Nationalpark Harz 

Es ist sehr erfreulich, wie viele Menschen uns bei Pflanzaktionen im Nationalpark Harz unterstützen möchten – das Interesse spricht für ein großes Engagement vieler Menschen für den Wald und für den Nationalpark Harz.

 

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Pflanzaktionen sind wir in dieser Frühjahrssaison nunmehr ausgebucht – es können keine zusätzlichen Pflanzaktionen im Nationalpark Harz mehr angeboten werden über die Aktionen hinaus, die schon fest vereinbart sind bzw. in unserem Naturerlebnisprogramm 2020 angeboten werden.

 

Die Auslastung des Marktes für Pflanzgut ist ein zusätzliches Problem – es ist nicht einfach, geeignetes Pflanzgut für dieses Frühjahr in ausreichender Menge zu erhalten.

 

Interessierte können sich im Herbst wieder melden, dann geht es mit der neuen Pflanzsaison weiter.

 

Anl. Foto: Pflanzungsaktion im Nationalpark Harz, Foto Thomas Schwerdt.


Reparatur des Luchsgeheges geht voran

 

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten in schwierigen Zeiten. Nachdem der Sturm „Sabine“ das Luchsgehege durch umstürzende Bäume zerstört hat, beginnen nun die Aufräumungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Im ersten Schritt wurden gefährdende Bäume entfernt bzw. eingekürzt, um bei weiteren Stürmen das Risiko zu minimieren, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

 

 

Seit einigen Tagen ist die Firma Giessel aus Goslar-Jerstedt dabei, die Zäune zu reparieren. Begonnen wurde am kleineren Gatter, damit dort die Tiere auch bald wieder für die Besucher sichtbar sind.

 

Foto: Mitarbeiter der Firma Giessel bei der Instandsetzung des Luchsgeheges; Foto Sabine Bauling


Verwaister Luchs zurück im Harz
Eine junge Luchsin ist aus der Wildtierauffangstation Sachsenhagen zurück in den Harz gebracht worden. Doch die Reise des Tieres ist noch nicht zu Ende 

Wernigerode - Sankt Andreasberg. Mit großer Unterstützung durch die örtliche Bevölkerung und die Polizei konnte Ole Anders, Luchsbeauftragter des Nationalparks Harz, Anfang November des vergangenen Jahres bei Wolfshagen im Harz einen jungen Luchs einfangen. Das damals knapp halbjährige Tier hatte offenbar keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter und war zuvor mehrmals mitten im nahen Ort Lautenthal beobachtet worden. 

Mit einem Narkosegewehr gelang es, das nur fünf Kilogramm schwere Weibchen zu betäuben. Allein wäre es ohne jede Chance gewesen, den bevorstehenden Winter zu überleben.   

Für kurze Zeit kam das Jungtier dann in einen nicht-öffentlichen Bereich des Nationalpark-Luchsschaugeheges bei Bad Harzburg. Dort konnte es jedoch nicht bleiben, da intensive Baumfällarbeiten innerhalb und außerhalb des Geheges kurz bevorstanden. Kurzerhand erklärte sich Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen bei Hannover, bereit, den kleinen Luchs unterzubringen. 

„Dies gestaltete sich jedoch dramatischer als zunächst angenommen“, berichtet Brandes. Denn kaum war der Luchs eingezogen, deutete ein routinemäßiger Bluttest darauf hin, dass das Jungtier unter einer schweren Infektionskrankheit leiden könnte, die sein Schicksal wohl besiegelt und die Rückkehr in die Freiheit zum Schutz der wildlebenden Luchspopulation unmöglich gemacht hätte. 

Anders und Brandes wollten das Ergebnis jedoch nicht einfach so akzeptieren. Sie nahmen Kontakt zu Experten auf und ließen nach Absprache weitere Tests durchführen, bis am Ende klar war: der junge Luchs ist abgesehen von einem schlechten Ernährungszustand gesund. Aufgrund der guten Pflege in Sachsenhagen hat sich auch dieser inzwischen deutlich gebessert und mittlerweile ist die kleine Luchsin wieder in den Harz zurückgekehrt. 

„ Die Luchsin hat nun eine gute Chance, in einigen Wochen wieder in die Harzer Wälder entlassen zu werden“, sagt Ole Anders. Das allerdings könnte der schwerste Teil der langen Reise dieses Tieres werden, denn dann erst wird sich entscheiden, ob es in der Lage ist, sich selbst mit Nahrung zu versorgen und sich in der Freiheit zu behaupten. Es ist vorgesehen, die Luchsin vor dem Start in ihr neues Leben mit einem Halsbandsender auszustatten, um ihre Wege und ihre weitere Entwicklung zu verfolgen. 

Foto frei: Anders, Nationalpark Harz.


Klimawandel – warum sterben die Fichten im Hochharz und was kommt da noch auf uns zu? Vortrag von Dr. Friedhart Knolle am Donnerstag, 5. März 2020 ab 18.30 Uhr in der Gaststätte Jägerhof in Woffleben bei Ellrich

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Industriegesellschaft – darin sind sich die meisten Forscher und Verantwortlichen einig. Doch was bedeutet das konkret und auf den Harz bezogen?

In einem Bildvortrag beleuchtet Nationalpark-Pressesprecher Dr. Friedhart Knolle Fakten, Hintergründe und Zukunftsperspektiven des Themas am Beispiel unseres Mittelgebirges.

Bereits vor vielen Jahren wurde im Rahmen der forstlichen und Nationalpark-Borkenkäferdiskussionen angemerkt, dass auch im Harz die Zahl der Tropentage, d.h. der Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur von über 30 °C, zunimmt. 2003 war es dann auf dem Brocken so warm wie noch nie. Die Wetterstation Brocken meldete am 12.8.2003 eine Maximaltemperatur von 28,2 °C – damit wurde die aus dem Jahr 1992 stammende Rekordtemperatur eingestellt. An drei Tagen hintereinander wurde die 25 °C-Marke überschritten – das hatte es auf dem Brocken nie zuvor gegeben. Der DWD nannte es das „Superjahr 2003“. Am 20.7.2006 überschritt die Temperatur auf dem Brocken erneut die Marke von 28 °C. Insgesamt war der Juli 2006 der heißeste seit Menschengedenken registrierte Juli im Harz. Und so ging es immer weiter – mit weiteren Temperaturrekorden, vermehrten Hochwässern, einer verstärkten Borkenkäferaktivität, sinkenden Grundwasserspiegeln im Harzvorland und kritisch leeren Talsperren im Harz. Es wird offensichtlich, dass wir nicht aufmerksam genug auf die Klimaforscher gehört haben. Denn mittlerweile sprechen viele Forscher nicht mehr von Klimawandel, sondern von einer Klimakrise.

Foto: Waldwandel an der Brockenstraße, Foto Mandy Gebara


Einmal Wald, immer Wald
Gelebte Inklusion auf dem Arbeitsmarkt im Nationalpark-Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle bei Braunlage

Ab dem 1. März 2020 arbeitet Robin Hintze nach einigen Probeeinsätzen und zwei Praktika auf einem Arbeitsplatz außerhalb der Lebenshilfe-Werkstatt in der Nationalpark-Einrichtung Brunnenbachsmühle. Für den 21-jährigen Hohegeißer ändert sich am Arbeitsalltag dabei nichts, denn schon längst ist er fester Bestandteil des Waldarbeiterteams.

Auf die Frage hin, wie viele Mitarbeiter die Brunnenbachsmühle hat, zählt das Team auf: „Sechs Waldarbeiter, zwei Hauswirtschafterinnen, eine FÖJ-lerin, einen Leiter und einen Robin!“ Der blonde Robin Hintze strahlt über das ganze Gesicht, seine Kollegen lachen, alle sprudeln vor Anekdoten aus dem gemeinsamen Arbeitsalltag: So sieht gelebte Inklusion aus!

Seit mittlerweile zwei Jahren hat Robin die Arbeit des forstwirtschaftlichen Helfers in Praktika kennengelernt. „Ich helfe beim Bäumepflanzen, beim Gewächshausgießen und auch bei der Betreuung der Schülergruppen. Mir macht hier alles Spaß“, zieht Robin Hintze sein Zwischenfazit. Von Anfang an war er fleißig, hilfsbereit und brachte eine gewisse Pfiffigkeit mit. „Robin weiß immer, wo etwas liegt und welcher Schlüssel in ein Schloss passt und Schlüssel haben wir viele“, sagt Stephanie Klinge, Forstwirtin der Brunnenbachsmühle. Alle begegnen sich auf Augenhöhe, das Team ergänzt und unterstützt sich. In den Pausen setzen sich seine Kollegen mit Robin an den Tisch und üben mit ihm Lesen und Rechnen, zwei Dinge die ihm aufgrund seiner Beeinträchtigung schwer fallen.

Damit er seiner Wunscharbeit nachgehen kann, unterstützt ihn die Lebenshilfe Goslar. „Wir stehen Robin Hintze beratend im Arbeitsalltag zur Seite, haben mit ihm einen Motorkettensägen-Lehrgang gemacht und für die Beförderung mit dem Taxi gesorgt, da die Busverbindungen morgens sehr schlecht sind“, berichtet Daniela Schmidt, eine von vier Arbeitsbegleitern bei der Lebenshilfe Goslar. Derzeit ist Robin dabei den Rollerführerschein zu machen, um künftig ohne Taxibeförderung zur Arbeit zu kommen. Auch hierbei erhältt er Unterstützung durch die Lebenshilfe und seine Arbeitskollegen.

Anfängliche Bedenken, ob die Zusammenarbeit funktionieren wird, waren da, haben sich aber schnell zerschlagen. „Wir haben den Schritt nicht bereut. Robin ist für das Team eine echte Bereicherung“, so Thomas Schwerdt, Leiter des Jugendwaldheims. „Er wird von den Schülern, die uns hier besuchen, respektiert und als vollwertiger Mitarbeiter wahrgenommen.“

Während der Wintermonate gibt es im Wald weniger zu tun, dann arbeitet Robin Hintze in der Holzverarbeitung der Lebenshilfe Goslar. Für ihn nur eine Übergangslösung, denn er liebt die Arbeit unter freiem Himmel. Seine Wünsche für die Zukunft: „Den Rollerführerschein machen und weiter in der Brunnenbachsmühle bleiben.“

Robin Hintze und das Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle sind ein gutes Beispiel dafür, wie Inklusion auf dem Arbeitsmarkt funktionieren kann. Die Lebenshilfe unterstützt Arbeitgeber bei der Suche nach einem passenden Mitarbeiter mit Beeinträchtigung und begleitet den gemeinsamen Arbeitsalltag so weit wie nötig. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.nds-inklusiv.de .

Fotos: oben links: Im Frühjahr und im Herbst hilft Robin Hintze dabei, junge Buchen zu pflanzen.
rechts: Robin Hintze liebt die Arbeit unter freiem Himmel und ist immer für einen Spaß zu haben.
(Fotos: Thomas Schwerdt/Nationalpark-Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle)


BUND besorgt über Entwicklung des Linienbusverkehrs im Kreis Goslar
Umstellungen könnten HATIX in erheblichem Maß beeinträchtigen

Mit einiger Sorge blickt man beim BUND Westharz auf die Pläne, die der Regionalverband Braunschweig und HarzBus vor einigen Tagen in Goslar vorgestellt haben. Sie entsprechen zwar dem neuen Nahverkehrsplan der Region, berücksichtigen aber in keiner Weise aktuelle Entwicklungen wie die Einführung der kostenlosen Beförderung von Urlaubsgästen im Linienbusverkehr (HATIX).

 

„Wenn hier nicht von Anfang an ganz sauber gearbeitet wird, könnte der Schuss nach hinten losgehen und der Ruf von HATIX im Westharz schwersten Schaden nehmen. Einen ganzen Landstrich wie den zwischen St. Andreasberg und Altenau auf ein rein bedarfsorientiertes System umzustellen, welches einerseits mehr Fahrten als heute vorsieht und den bisherigen Standard für Kunden in Bezug auf Fahrräder und so weiter erhalten will, andererseits aber weniger hohe Kosten verursachen soll als der heutige Fahrplan, ist ein gewagtes Unterfangen.“ Das sagt Michael Reinboth, der sich im Harzer ÖPNV seit Jahrzehnten bestens auskennt und für den BUND im Vorfeld der Verabschiedung des Nahverkehrsplans entsprechende Bedenken vorgetragen hatte, die jedoch allesamt nicht berücksichtigt wurden.

 

„Wir wollen eine verlorene Schlacht nicht nachträglich gewinnen. Der Nahverkehrsplan wurde von Leuten beschlossen, die allesamt den Linienbusverkehr so gut wie nie nutzen und auch noch nie einen Rufbus bestellt haben. Uns geht es darum, mehr Fahrgäste in die Linienbusse des Harzes hineinzubekommen und auch im Harz die Verkehrswende herbeizuführen. Und da halten wir die Zerstückelung eines ganzen Netzes, seine Auflösung in regelmäßig fahrende und nur noch auf Anruf verkehrende Kurse und damit die Zerlegung bisher bestehender Transportketten in Einzelteile gerade angesichts der jüngst erfolgten Einführung von HATIX für sehr bedenklich. Es erschließt sich uns nicht, dass man nicht wenigstens die Erfahrung von einem Jahr HATIX abwarten konnte.“

 

Reinboth nennt ein Beispiel. Wer – im Zeichen von HATIX – eine Fahrt über den Harz von Bad Lauterberg nach Goslar unternehmen will, kann dies heute noch mittels mehrerer regulärer Fahrten mit klassischen Linienbussen tun. Er muss je nach Tag und Stunde nur einmal in St. Andreasberg, ggf. ein zweites Mal in Clausthal-Zellerfeld umsteigen. Künftig müsste er bedenken, dass er zwischen St. Andreasberg und Altenau einen Rufbus bestellen muss, denn die regulären Kurse verkehren nur noch bis St. Andreasberg und wieder ab Altenau. Für die zeitlich noch gar nicht bestimmbare Rückfahrt gilt dies ebenso. Ob der Anschluss in St. Andreasberg auf der Rückfahrt klappt, ist ungewiss. Ob der Rufbus pünktlich vorfährt, ebenso. „Das macht keiner mit.“ Vor allem dann nicht, wenn die Verbandsgrenzen überschreitende Kommunikation wie üblich nicht klappt und in Bad Lauterberg niemand die Konditionen und die Telefonnummern kennt.

 

„Nach den bitteren Erfahrungen in Braunlage, wo es bis heute nicht gelungen ist, den Aushangkrieg zwischen zwei Verkehrsunternehmen zu beenden und eine für die Kunden gute Lösung zu finden, sehen wir hier schwarz. Da wird einfach nicht über den Tellerrand geguckt. Für St. Andreasberg wird es Informationen im Vorfeld geben, für die Orte im Südharz, deren Gäste diese Verbindungen auch nutzen könnten und wollen, wahrscheinlich nicht. Es sei denn, es geschehen noch Zeichen und Wunder.“

 

Die relativ niedrigen Fahrgastzahlen zwischen Altenau und St. Andreasberg sind auch dem BUND bekannt. Er führt sie auf das ständige Umsteigen und die intransparente Fahrplangestaltung der Linie 840 zurück, die feste Fahrten ebenso wie Ruftaxis kennt und bei der bis heute aus dem Fahrplan nicht klar hervorgeht, wo man in Clausthal-Zellerfeld denn eigentlich umsteigen muss. Einheimische kommen zurecht, Gäste nicht. Auch die Tatsache, dass man durch viel Wald und wenig Orte fährt, ist klar. „Einfach ist es hier nicht, Kunden zu generieren. Insoweit muss man auch über neue Konzepte nachdenken. Aber diese völlig parallel zur gewollten Belebung des Linienverkehrs durch HATIX zu betreiben, ist schon ärgerlich.“ Eine aktive Bewerbung dieser Linie, die schließlich die meisten Stätten des Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft anbindet, ist nie erfolgt.

 

Der BUND will sich dem neuen Konzept nicht verschließen, erwartet jedoch u.a.

  • eine umfassende und rechtzeitige Information der Bevölkerung nicht nur im Kreis Goslar
  • einen besseren Fahrplan als den heutigen, also ein stündliches Fahrtenangebot an allen Tagen der Woche
  • einen auskömmlichen und qualitativ hochwertigen Fuhrpark, der den Bedingungen der Barrierefreiheit genügt
  • eine klare Kennzeichnung der eingesetzten Fahrzeuge, damit sie für Dritte auch erkennbar sind
  • hinreichend Sprachkenntnisse des eingesetzten Personals
  • von Anfang an ausreichend Personal in der Anrufzentrale und das bedingungslose Einhalten der Qualitätsstandards in Bezug auf Vormeldezeit, Pünktlichkeit und Mitnahme von Fahrrädern, Kinderwagen, Rollatoren, Wandergruppen und so weiter.

„Wir werden die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, um Schaden vom Harz abzuwenden. Im Vorfeld versprechen kann man als Geschäftsführer viel. Das gab es schon oft, auch, dass es anschließend nicht gehalten und nach faulen Ausreden wie „Anlaufschwierigkeiten“, „Fahrzeuge alle gerade unterwegs“ und anderen gesucht wurde. Schon viele sind als Tiger abgesprungen und als Bettvorleger wieder gelandet. Dann aber ist der Schaden für den Tourismus schon eingetreten. Das muss unter allen Umständen verhindert werden.“

 

Der BUND schlägt vor, für eine Übergangszeit die bisherigen festen Linienfahrten auf der 840 beizubehalten und das Anrufsystem Schritt für Schritt zu installieren, um für alle Fälle eine Rückfallebene zu haben.  www.bund-westharz.de


Dritter Luchs im Harz zurück im Gehege

Gute Nachrichten für den Luchsbeauftragen des Nationalparks Ole Anders und sein Team: Nachdem bereits vergangene Woche zwei der drei ausgebrochenen Luchse wieder eingefangen werden konnten, ist jetzt auch Kuder „Paul“ zurück in seinem Gehege an den Rabenklippen bei Bad Harzburg.

Dessen Rückkehr gestaltete sich allerdings um einiges dramatischer, als es bei den Luchsdamen „Alice“ und „Ellen“ der Fall war. Der Nationalpark hatte am Montagmorgen eine Meldung von einem Autofahrer erhalten, der die Kollision seines Autos mit einem Luchs schilderte. Kurz darauf machten sich Ole Anders und seine Kollegen zum Unfallort zwischen Stapelburg und Ilsenburg auf – dort war vom Luchs zunächst aber keine Spur zu finden, nur einige Blutspritzer stachen den Experten ins Auge. „Die Informationen zum Unfallhergang wirkten sehr dramatisch“, erzählt Anders. Das Tier sei direkt in das Fahrzeug gelaufen und von diesem überrollt worden, anschließend aber trotzdem wieder unter dem Auto hervorgekommen, um die Flucht in den angrenzenden Wald anzutreten.

 

Gemeinsam mit dem zuständigen Jagdpächter ging das Team um Anders im unmittelbaren Umfeld auf die Suche nach dem Luchs – zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob es sich um „Paul“ handelt. Rund 50 Meter entfernt vom Straßenrand wurde schließlich ein Luchs entdeckt. Nach mehreren Anläufen gelang die Betäubung mit dem mitgeführten Narkosegwehr. „Das Tier hat sich mehrfach von uns entfernt. Für mich ein gutes Zeichen, die Verletzungen schienen zum Glück nicht allzu schlimm zu sein“, sagt Ole Anders. Dass es sich auch tatsächlich um „Paul“ handelt, konnte nach der Betäubung schnell und unkompliziert mit einem Chip-Lesegerät ermittelt werden.

 

Vom Unfallort aus ging es für den Kuder zum Tierarzt Thomas Went nach Harlingerorde, der bereits einige Erfahrung mit Luchsen sammeln konnte. In der Praxis wurden bei „Paul“ fünf gebrochene Rippen, mehrere Prellungen und ein blutunterlaufenes Auge festgestellt. Lebensgefahr bestand laut Went nicht, dennoch muss die Entwicklung des Tieres in den nächsten Tagen genau im Blick gehalten werden.

 

Mittlerweile ist „Paul“ in einem separaten und vor allem ruhigen Gehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg untergebracht. Alle Beteiligten sind froh, dass die Odyssee der Luche nach nunmehr zwei Wochen beendet ist. Durch Orkan Sabine war nicht nur das Gehege durch herabfallende Bäume stark beschädigt worden, auch Luchs „Tamino“ kam bei dem massiven Wetterereignis ums Leben.


Bildvortrag von Diplom-Forstwirt Christian Barsch im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg: Innovative Bildungskonzepte und neue Vermarktungsideen für den Harz

Sankt Andreasberg. Am Mittwoch, den 4. März findet um 19:00 Uhr im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg der Vortrag „Innovative Bildungskonzepte und neue Vermarktungsideen für den Harz“ statt.

Spätestens seit der Klimawandel und seine Folgen überall sichtbar werden, sind Aspekte des nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens wieder stärker in das Interesse der öffentlichen Diskussion geraten. Der Harz gilt als Region, in der Nachhaltigkeit bereits vor Jahrhunderten in Bergbau und Forstwirtschaft umgesetzt wurde. Als Prinzip einer dauerhaften Ressourcennutzung entstanden, bietet Nachhaltigkeit heute vielfältige Chancen, die Kultur- und Naturgeschichte des Harzes neu zu erzählen.

Diplom-Forstwirt Christian Barsch stellt in einem Vortrag historische Nachhaltigkeitskonzepte vor. Er zeigt, welche Bedeutung Bildung für nachhaltige Entwicklung für die Vermittlung von Weltkulturerbe und Nationalpark im Harz haben kann. Außerdem gibt Barsch Hinweise für die touristische Nutzung des Nachhaltigkeitsgedankens.

Der in Braunlage geborene Barsch ist einer der Betreiber des Bergwerksmuseums Grube Samson in Sankt Andreasberg sowie Dozent für Nachhaltigkeit. Außerdem leitet er Führungen und Lehrveranstaltungen im Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft und im Nationalpark Harz.

Eine Anmeldung für den Vortrag, der ca. 1,5 Stunden dauert, ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei. Spenden für das Nationalparkhaus sind willkommen.

Ort des Vortrags: Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1, 37444 Sankt Andreasberg

Foto: Christian Barsch


UNSER HARZ Februar 2020 erschienen

Inhalt:
Dr. Karl Sanders: Veränderungen des Landschaftsbildes im Oberharz, 5. Folge: Bad Harzburg – Wandlungen des architektonischen Bildes eines Harzer Kurortes (Teil 2)
Günter Wilke: Auch das war die DDR: Ernstes, Heiteres, Lächerliches – gesehen aus der Sicht des Leiters eines kleinen Betriebes (Teil 1)
Dr. Friedhart Knolle, Dr. Klaus Stedingk, Dr. Heinz-Gerd Röhling: Andesit – Das „Gestein des Jahres“ 2020
Prilleken-Lied
Axel Paersch: Eine Seltenheit – oder Besonderheit


Die Folgen der Globalisierung werden nicht erst seit dem Auftreten des Coronavirus diskutiert. Neue Märkte, neue Standorte, mehr Wettbewerb – alles muss und soll sich verändern, entwickeln, optimieren. Auch im Tourismus. Also wird der Harz mit Schneekanonen und Riesenrollern, Glasbrücken und Megazipline „fit gemacht“. Der Artikel von Dr. Sanders über den Wandel in Bad Harzburg geht den städtebaulichen Auswirkungen solcher Projekte nach. Im zweiten Teil stellt er allerlei schon realisierte Projekte wie den Baumwipfelpfad oder das „Sonnenresort Ettershaus“ sowie noch in Planung befindliche wie das Nachfolgeprojekt zum abgerissenen „Harzburger Hof“ vor.

Herr Wilke führt uns etwas weiter zurück in die Geschichte und berichtet über die DDR aus der Sicht als Leiter einer PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) in Halberstadt.

Über das Gestein des Jahres, den Andesit, berichten Dr. Knolle, Dr. Stedingk und Dr. Röhling.

Ein Gedicht zur „Fasselnacht“ und eine Besonderheit des Roten Fingerhutes sowie einige Rezensionen vervollständigen das Heft.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr. Willi-Bergmann-Str. 11.


Erste Tourist-Information im Harz als Nationalpark-Partner ausgezeichnet

Wernigerode - Ilsenburg. Die Tourist-Information Ilsenburg arbeitet schon viele Jahre mit der Nationalparkverwaltung Harz, insbesondere mit den Rangern, zusammen. Nachhaltigkeit, Umweltorientierung und Regionalität sind wichtige Schwerpunkte in ihrer Arbeit. Gemeinsam mit Vertretern des Vergaberates wurden Kriterien und die zukünftige Zusammenarbeit entwickelt. Jüngst erfolgte dann die offizielle Anerkennung.

Foto: Links: Sabine Günter –Vergaberat Nationalpark-Partnerschaftsprojekt, Mitte: Cordula Dähne-Torkler – Koordinatorin des Nationalpark-Partnerschaftsprojekts, rechts: Christin Alshut - Leiterin der Tourist-Information Ilsenburg. Foto: Tourist-Information Ilsenburg


Aufräumarbeiten im Nationalparkwald in vollem Gange - Weiterhin Warnung vor dem Betreten der Wälder!

Die Sturmtiefs Sabine und Victoria haben zahlreiche Bäume im Harz umgeworfen. Im Nationalpark Harz sind die Aufräum- und Reparaturarbeiten trotz eher widriger Wetterbedingungen aktuell in vollem Gange. So sicherten Nationalpark-Mitarbeiter mit Unterstützung eines Unternehmers beispielsweise Starkstromleitungen und zugeworfene Wegabschnitte im Bereich des Harzer Hexenstiegs bei Drei Annen Hohne. In Anbetracht der Menge gefallener und immer noch fallender Bäume und weiterer angekündigter Sturmtiefs in den kommenden Tagen werden die Arbeiten im gesamten Nationalparkgebiet jedoch noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Die dringende Warnung des Nationalparks vor dem Betreten der Wälder bleibt deshalb weiterhin bestehen. Aktuell ist im ganzen Nationalparkgebiet mit zugefallenen Wegen und gefährlichen Geländesituationen zu rechnen. Es besteht weiterhin eine akute Gefahr für Leib und Leben, da weiterhin Äste herunterfallen oder bereits geschädigte Bäume entwurzelt werden können. Das wird sich auch bis zum Wochenende nicht ändern, zumal dann schon die nächsten Stürme angekündigt sind. Im Harz lässt sich auch außerhalb der Wälder viel erleben, Besucher sollten zu Ihrer eigenen Sicherheit auf diese vielfältigen Angebote ausweichen.


Aufräumarbeiten nach dem Sturm (Foto: Martin Bollmann)


Zugeworfene Wege (Foto: Martin Bollmann)


Schräg stehende Bäume können weiterhin fallen (Foto: Martin Bollmann)


Gefährliche Wegesituationen (Foto: Martin Bollmann)


Bildvortrag im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg: „Der Wolf – da kommt noch was!“

Am Mittwoch, den 19. Februar, findet um 19:00 Uhr im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg der Vortrag „Der Wolf – da kommt noch was!“ statt. Der Referent Frank Raimer arbeitete  bis zu seiner Pensionierung 2016 selbst im Nationalpark Harz, wo er sich viele Jahre intensiv mit dem Thema Wald und Wild befasste. Privat hat er über mehrere Jahrzehnte mehrfach verschiedene nordamerikanische Nationalparke besucht, wo er neben zahlreichen anderen Wildtierarten auch Wölfe beobachtete.

Auf was wir uns einstellen können, wenn die Wölfe auch wieder im Harz heimisch werden, darum geht es insbesondere im Vortrag von Frank Raimer.

Eine Anmeldung für den Vortrag, der ca. 1,5 Stunden dauert, ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei. Es besteht die Möglichkeit, eine Spende für das Haus zu geben.

Ort des Vortrags: Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1, 37444 Sankt Andreasberg

Foto: Thomas Schwerdt.
 


Ausstellungseröffnung der „Glanzlichter 2018“ im Nationalparkhaus Ilsetal in Ilsenburg

Es ist schon eine schöne Tradition geworden, dass der Nationalpark Harz die preisgekrönten Fotografien der Internationalen Fürstenfelder Naturfototage zeigen kann. Das Projekt „natur & fotografie“ Monreal hat sich längst zum größten Naturfoto-Wettbewerb Deutschlands entwickelt. Unter dem Titel „Glanzlichter" werden in jedem Jahr die Besten prämiert und in Wanderausstellungen gezeigt.

Lassen Sie sich von den schönen und eindrucksvollen Naturfotografien faszinieren.

Weitere Informationen zur Ausstellung und Bildinformationen zum anl. Foto hier:

https://www.nationalpark-harz.de/de/kunstkultur/fotoausstellungen/

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und/oder Ihre Ankündigung. 

Für Ihr leibliches Wohl ist am Tag der Eröffnung gesorgt.


Weiterhin Warnung vor dem Betreten der Wälder! Nationalpark-Einrichtungen bleiben am Montag geschlossen - Führungen fallen am 10.+11.2. aus
Andauernde Gefahr durch abbrechende Äste und umstürzende Bäume!

Auch nachdem Orkantief Sabine durchgezogen ist, ist es im Harz noch sehr stürmisch. Wir warnen dringend davor, aktuell und auch in den nächsten Tagen die Wälder zu betreten! Es besteht weiterhin eine akute Gefahr für Leib und Leben, da weiterhin Äste herunterfallen oder bereits geschädigte Bäume entwurzelt werden können.

Aus Arbeitsschutzgründen schicken auch wir unsere eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aktuell nicht in die gefährlichen Bereiche.

Eine vollständige Bestandsaufnahme der Sturmschäden kann deshalb erst im Laufe der nächsten Tage erfolgen.

Aus Sicherheitsgründen fallen alle Nationalpark-Veranstaltungen und -Führungen am 10. und 11. Februar aus.

Folgende Einrichtungen bleiben zudem am heutigen Montag (11.2.) außer der Reihe geschlossen:

Natioanlpark-Besucherzentrum Brockenhaus
Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Nationalparkhaus Schierke
Natur-Erlebniszentrum HohneHof
Rangerstation Scharfenstein
Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die Warnungen ernst zu nehmen!

Der Harz bietet eine Fülle von Ausflugs- und Besuchszielen an - die Wälder sollten Sie jedoch noch einige Tage meiden.


„Vogelmonitoring und Vogelschutz auf großer Fläche – was können wir erreichen?“
Nationalpark-Tagung am 21./22. Februar 2020 im Bad Harzburger Schloss Bündheim

Wernigerode – Bad Harzburg. Der Frage „Vogelmonitoring und Vogelschutz auf großer Fläche – was können wir erreichen?“ widmet sich die nächste Tagung des Nationalparks Harz am 21./22. Februar 2020 im Bad Harzburger Schloss Bündheim. Wir freuen uns, wenn Ihr Interesse geweckt ist und wir Sie dazu begrüßen dürfen. Die Programmankündigung und den Anmeldebogen finden Sie im unten verlinkten Einladungsflyer.

Vögel wecken das Interesse vieler Menschen und sind schon seit langem Gegenstand von Bemühungen des ehrenamtlichen und institutionellen Naturschutzes. So ist die EU-Vogelschutzrichtlinie ein wesentliches Instrument im europäischen Naturschutz und hat u.a. zur Ausweisung zahlreicher Schutzgebiete mit dem Fokus auf besonders schutzbedürftige Vogelarten geführt.
Wer in Naturschutzgebieten oder Nationalparken in Deutschland unterwegs ist, hat häufig den ersten Gedanken „Hier ist die Natur noch in Ordnung“. Doch was können diese Gebiete tatsächlich leisten? Was wissen wir über den Zustand der Vogelarten und ihrer Populationen? Welche Möglichkeiten bieten Großschutzgebiete sowohl in Bezug auf das Monitoring als auch auf den Schutz der Arten? An welchen Stellen müssen gegebenenfalls Abstriche gemacht werden – ob nun aus praktikablen, touristischen oder wirtschaftlichen Gründen? Welche Chancen bieten die Schutzgebiete? Mit dieser umfangreichen Thematik beschäftigen wir uns auf dieser Tagung mit Vorträgen aus verschiedenen Nationalparken sowie weiteren Beiträgen mit besonderem Fokus auf seltene Vogelarten, die auch im Harz immer wieder Thema sind.

Download: Vogelmonitoring und Vogelschutz auf großer Fläche – Tagungseinladung 21./22.02.2020 im Schloss Bündheim in Bad Harzburg – Einladungs-Faltblatt mit Programmankündigung: https://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2019/2019_12_12_Einladung-Vogel-Tagung/

Foto: Tannenmeise (Foto: Ole Anders)


UNSER HARZ Januar 2020 erschienen

Aus dem Inhalt:

  • Klaus Schröter: Ein Schriftsteller mit Harzer Wurzeln – Zum 115. Todestag von Otto Erich Hartleben
  • Ingrid Kreckmann: „Auf jeder Feder ein Auge“ – Wissenswertes über die Ringeltaube
  • Karl Sanders: Veränderungen des Landschaftsbildes im Oberharz, 5. Folge: Bad Harzburg – Wandlungen des architektonischen Bildes eines Harzer Kurortes (Teil 1)
  • Nationalparkforum: Der Brocken hat Neuigkeiten zu bieten – Ausstellung im Brockenhaus und verbessertes Beschilderungssystem

Mit dem Dezemberheft 2019 war die 800. Ausgabe von „Unser Harz“ erschienen. Die Oberharzer Druckerei und Verlag Fischer & Thielbar GmbH und ich als aktuelle Schriftleiterin sind sehr stolz auf die langjährige Geschichte dieser Zeitschrift.

 

Wenn Sie die Zeitschrift so lesenswert finden wie wir, dann gönnen Sie sich doch ein Abonnement! Damit unterstützen Sie unsere Arbeit, so dass wir auch 2020 wieder interessante Artikel und spannende Bilder drucken können.

 

Dass der Harz ein guter Ort für vielerei Geschenke ist und Seele und Geist beruhigt, haben viele Menschen erfahren und auch in Bildern und Texten festgehalten. Einer, den es immer wieder hierher gezogen hat, war Otto Erich Hartleben, der 1864 in Clausthal geboren wurde. K. Schröter schreibt über den Schriftsteller anlässlich dessen 115. Todestages.

 

Dr. Sanders berichtet über den architektonischen Wandel in Bad Harzburg, bei dem manch bauliches Schmuckstück dem jeweiligen Zeitgeist geopfert wurde, andererseits aber auch neue erschaffen wurden.

 

Frau Kreckmann berichtet über die Ringeltaube und im Nationalparkforum geht es um den neu gestalteten Ausstellungsteil im Brockenhaus mit Informationen zu den Themen Natura 2000, Waldentwicklung und Massentourismus auf dem Brocken.

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):

  • Altenau: GLC-Touristinformation
  • Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
  • Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
  • Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
  • Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
  • Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr.-Willi-Bergmann-Str. 11.

Heile Welt Nationalpark? Druckfrisch erhältlich – Band 17 der Nationalpark-Schriftenreihe erschienen

Wernigerode - Braunlage. Der 17. Band der Nationalpark-Schriftenreihe "Heile Welt Nationalpark?" ist druckfrisch für 5 Euro + Versand beim Nationalpark oder in den Nationalparkhäusern erhältlich, ebenso wie zahlreiche frühere Bände. Er steht auch – wem es digital genügt – als kostenloser PDF-Download auf der Nationalpark-Webseite zum Herunterladen zur Verfügung.

 

Nationalparke mit ihrer Prämisse „Natur Natur sein lassen“ sind besonders wirkungsvolle Instrumente des Naturschutzes. Dennoch stellen diese Gebiete keine „Käseglocken“ dar – auch sie sind von äußeren Einflüssen betroffen, wie z.B. Klimaveränderungen, atmosphärischen Stoffeinträgen, Einwandern von teilweise invasiven Arten inklusive pathogener Organismen. Besonders der Klimawandel ist inzwischen auch im Harz mit aller Deutlichkeit angekommen und äußert sich in einer geradezu dramatischen Waldentwicklung, die sich zunächst in den Wäldern des Nationalparks, seit dem Dürrejahr 2018 aber auch in allen Wirtschaftswälder im gesamten Mittelgebirge zeigt.

 

Im Nationalpark gelten dabei eigene gesetzliche Regelungen, aber das Schutzgebiet ist darüber hinaus in übergeordnete rechtliche Rahmenbedingungen eingebunden. Dies kann u.a. zu Zielkonflikten zwischen dem Zulassen der natürlichen Dynamik und dem Schutz nutzungsabhängiger Biotope oder Arten führen.

 

Der Mensch stellt die unterschiedlichsten Anforderungen an den Wald und damit auch an einen Waldnationalpark: Während lange Zeit ruhige Erholung in schöner Natur im Vordergrund stand, verstärkt sich der Wunsch nach Events und Spaß, zunehmender Individualverkehr verlärmt die Natur. Gleichzeitig besteht Dissens in der Frage, wie die Natur rechts und links der Wege aussehen sollte – wild wie ein Nationalpark oder aufgeräumt wie die Kulturlandschaft, an die sich die Menschen gewöhnt haben?

 

Die Tagung „Heile Welt Nationalpark?“ widmete sich im Tagungszentrum Kloster Drübeck 2018 diesen drei Themenfeldern. So analysiert die naturwissenschaftliche Forschung die Auswirkungen äußerer Einflüsse auf ausgewählte Biotope und Arten und zeigt die Grenzen der Schutzmöglichkeiten von Nationalparken auf. Ein zweiter Vortragsblock behandelte die rechtlichen Rahmenbedingungen und stellte an praktischen Beispielen die Frage, ob diese immer nur hilfreich sind oder auch problematisch sein können. Die etwas provokante Frage „Mensch und Nationalpark – ein Widerspruch in sich?“ stand hinter den Vorträgen des dritten Blocks.

 

Hier die Beiträge des Bandes im Überblick:

 

Themenblock: Nationalparke als Käseglocken? Ergebnisse aus der naturwissenschaftlichen Forschung

 

KATHLEEN PREISSLER, VANESSA SCHULZ, SEBASTIAN STEINFARTZ, Leipzig: Das Bedrohungspotential von Amphibien-Chytridpilzen für die Charakterart Feuersalamander – Fokus Nationalpark Harz

 

OLE ANDERS, Sankt Andreasberg: Nationalparks – Eine Chance für den Luchs?

 

HERWIG ZANG, Goslar: Langzeitstudien an Kleinhöhlenbrütern im Harz

 

KATHRIN BAUMANN, Wernigerode: Neuartige Veränderungen der Vegetation und der Libellenfauna in den Mooren des Harzes ‒ Grenzen der Schutzmöglichkeiten eines Nationalparks

 

PETER MEYER, Göttingen: Natürliche Dynamik mitteleuropäischer Fichtenwälder unter dem Einfluss des Klimawandels am Beispiel der Waldforschungsfläche Bruchberg im Nationalpark Harz

 

Themenblock: Rechtliche Rahmenbedingungen für Nationalparke – Hilfe oder (zu) enges Korsett?

 

MANFRED GROSSMANN, Bad Langensalza: Nationalpark und Natura 2000 – ein Widerspruch? Umsetzung der Natura 2000-Erhaltungsziele im Nationalpark Hainich (Thüringen)

 

KATHRIN BAUMANN, Wernigerode & CAREN PERTL, Sankt Andreasberg: Auswirkungen der Naturdynamik auf den Erhaltungszustand von Fichtenwäldern (FFH-LRT 9410) und dort vorkommender wertgebender Arten der Vogelschutzrichtlinie im Nationalpark Harz

 

GUNTER KARSTE, Wernigerode: Zonierung in Nationalparken – zeitweise notwendig oder ein Dauerzustand zur Legitimation ständigen Tuns?

 

Themenblock: Mensch und Nationalpark – ein Widerspruch in sich?

 

JOSEF WANNINGER, Grafenau: Borkenkäfer am Lusen: eine Geschichte von Wald und Mensch

 

GERHARD TROMMER, Lehre: Über Klanglandschaft und Naturstille im Nationalpark Harz. 

 

Hier der Downloadlink zum Band: https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/Heile-Welt-Nationalpark


Neues von der Waldentwicklung des Nationalparks Harz im Klimawandel

Wernigerode - Ilsenburg. Kurz vor Jahresende 2019 wurde die Ernte der Bucheckern im Nationalparkrevier Scharfenstein abgeschlossen. Das Ergebnis von 75 kg nimmt sich auf den ersten Blick sehr bescheiden aus. Nach der langen Trockenheit und Hitze konnten tatsächlich nur wenige Bäume beerntet werden. Doch vor dem Hintergrund der gewaltigen Aufgaben der Waldumwandlung im Nationalpark und landesweit ist jede geerntete Buchecker nahezu wie “Goldstaub“. Das Saatgut wurde zur Lohnanzucht in eine Baumschule gebracht.

75 kg: das bedeutet ca. 75.000 kleine Buchen, die ab diesem Herbst gepflanzt werden können. In Fläche ausgedrückt lassen sich damit auf ca. 35 ha Laubwaldinitiale, d.h. kleine Bäumchen, einbringen, so Sabine Bauling, die Fachbereichtsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

 

Die vergangenen beiden trockenen Jahre haben nicht nur den Fichten zugesetzt. Zunehmend sind auch an den Buchen und anderen Laubhölzern Auswirkungen der Extremwitterung sichtbar.

 

Bereits das dritte Mal hintereinander kündigt sich gerade bei der Buche ein starker Blütenansatz an. Bei sonnigem Wetter zeigt ein Blick in die Buchenkronen dicke glänzende Knospen. Das ist sogar mit bloßem Auge erkennbar, aber ein Fernglas ist da natürlich besser.

Drei Jahre hintereinander Baumblüte – das ist nicht normal. Es ist auch ein Zeichen der klimatischen Veränderungen um uns herum.

 

Normalerweise gibt es Buchenvollmasten alle 5 bis 6 Jahre, dazwischen auch mal „Halbmasten“ oder „Sprengmasten“. Die Bezeichnung „Mast“ geht auf das Mittelalter zurück, als noch Haustiere zur Weide in die Wälder geschickt wurden – vornehmlich Schweine, die sich an den Bucheckern und Eicheln mästen sollten. „Halbmast“ bedeutet, dass nur ca. die Hälfte der Bäume Samen tragen und „Sprengmast“ nur versprengte Einzelbäume.

 

Die verstärkte Baumblüte ist letzten Endes eine Stressreaktion der Bäume. Sie setzen alles daran, ihre Art zu erhalten und reagieren somit u.a. mit verstärkter Blüte und Fruktifikation.

 

Das milde Januarwetter wird im Nationalpark aktuell weiter zum Pflanzen genutzt. So werden z. B. im Revier Ilsenburg auf einem extrem trockenen und steinigen Hang kleine Eichen gepflanzt, die vor den Fichtenforsten dort die natürliche Waldgesellschaft bildeten.

 

Foto eines Buchenkeimlings, Aufnahme: Sabine Bauling, Nationalpark Harz.


Das Nationalparkrevier Scharfenstein bei Ilsenburg hat mit Lukas Wachsmann einen neuen Revierleiter

Wernigerode - Ilsenburg. Nachdem im Herbst letzten Jahres der langjährige Revierleiter Hans-Henning Scheithauer in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde, hat ein neuer Kollege zum Jahresbeginn das Revier übernommen. Die Flächen des Nationalparkreviers befinden sich zwischen der Eckertalsperre im Westen und Ilsenburg im Nordosten.

 

Der neue Revierleiter heißt Lukas Wachsmann. Er ist 25 Jahre alt,  wurde in Braunschweig geboren und wuchs in Schöppenstedt auf. Für ihn ist das Thema Nationalpark Harz nicht unbekannt. Bereits während seines Forststudiums und im Rahmen seines Vorbereitungsdienstes in Göttingen war er öfter zu Lehrveranstaltungen und Exkursionen hier. Seine Bachelorarbeit befasste sich ebenfalls mit einem Nationalparkthema.

 

Bevor Herr Wachsmann sich für die Tätigkeit im Nationalpark Harz beworben hatte, leitete er das Jugendwaldheim Loppin der Landesforsten Mecklenburg-Vorpommern.

 

Herr Wachsmann läutet sozusagen den Generationswechsel bei den Nationalparkförstern ein – wir wünschen ihm viel Erfolg bei dieser gerade in der jetzigen Zeit sehr spannenden Tätigkeit mitten im klimatisch beschleunigten Waldwandel. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

Foto: Der neue Revierleiter Lukas Wachsmann, Foto Sabine Bauling.


Gewollte und ungewollte Motive des Fotofallenmonitorings im Nationalpark Harz - Tiere vor der Fotofallen-Kamera

Wernigerode - Braunlage. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Schalenwildmonitoring in deutschen Nationalparken“ des BfN (Bundesamt für Naturschutz) wurden im Nationalpark Harz Fotofallen aufgestellt.

  

Seit Mitte September 2019 hängen insgesamt 60 Fotofallen in den Nationalpark-Revieren Schluft, Acker, Rehberg, Oderhaus, Bruchberg und Torfhaus.

  

Die Kameras verbleiben ein Jahr lang in der Fläche und werden in diesem Zeitraum dreimal kontrolliert. Ziel ist es, Aussagen über das Vorkommen und die Dichte von Schalenwild zu gewinnen.

  

Hier einige der schönsten Kamerafallenbilder der ersten Auswertungsphase.

Anlagen frei - Auslöser der Fotografien sind die Tiere selbst :-)


Nationalparkverwaltung erinnert an das ganzjährige Feuerwerksverbot - Sterne statt Feuerwerk zum Schutz der Natur

Im Nationalpark Harz gilt zum Schutz der Natur ganzjährig ein Verbot, Feuerwerkskörper zu zünden. Zum Schutz der Tiere und Pflanzen bittet die Nationalparkverwaltung Harz alle Anwohner und Gäste, diese Regel strikt einzuhalten – nicht nur auf dem Brocken, sondern grundsätzlich auf allen Flächen des Schutzgebiets. Mit ein wenig Glück lässt sich stattdessen ein ganz anderes – natürliches – Himmelsfeuerwerk betrachten. Da der Nationalpark Harz zu den dunkelsten Regionen Deutschlands gehört, kann man hier in klaren Nächten zahlreiche Sterne und die Milchstraße besonders gut sehen. Und das ganz ohne Böllerlärm und Raketengeheul – die Tiere des Waldes und zahlreiche Haustiere, deren Besitzer hoffen in den stillen Regionen Zuflucht zu finden, werden es Ihnen danken.

Die Nationalparkverwaltung Harz wünscht allen Bürgerinnen, Bürgern und Gästen einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr!


Sterne statt Feuerwerk - Eckertalsperre bei Nacht mit Blick zum Brocken (Foto: Stefan Sobotta)

Warum ist das Feuerwerksverbot für die Tierwelt so wichtig?

Für die im Winter ohnehin oft am Limit befindliche Tierwelt sind sowohl das Knallen als auch die Licht- und Blendwirkung von Feuerwerkskörpern ernst zu nehmende Gefährdungen. Anders als Verkehrsgeräusche oder Beunruhigungen entlang von stark frequentierten Wegen, an die sich die Tiere mehr oder weniger gut gewöhnen können, werden diese plötzlich und heftig auftretenden Störungen als hochgradige Bedrohung erkannt.

Diese den Tieren völlig unbekannten Erscheinungen können zu plötzlichem Fluchtverhalten, unkoordinierten Reaktionen und am Ende zu lebensbedrohenden Gefährdungen führen. Haustierhalter wissen, dass selbst unsere an Zivilisationslärm gewöhnten Hunde und Katzen teilweise panisch reagieren. Die Blendwirkung von Feuerwerksraketen kann bei Vögeln sogar zu einem Verlust des Orientierungsvermögens führen. Das sollten wir den Wildtieren ersparen.


Rotwild fährt im Winter seinen Stoffwechsel stark herunter (Foto: Armin Maywald)


Hasen verstecken sich tagsüber sich in Mulden und fressen abends (Foto: Volker Rudolf)


Käuze jagen in der Dämmerung (Foto: Sebastian Berbalk)


Jetzt auch in der Printform: Etwa 1000 Termine und Veranstaltungen – Naturerlebnis-Programm 2020 des Nationalparks Harz erschienen

Wernigerode. Das Naturerlebnis-Programm 2020 des Nationalparks Harz steht ab sofort in Druckform und auch im Internet auf www.nationalpark-harz.de zur Verfügung. Etwa 1000 Termine und Veranstaltungen werden unseren Gästen angeboten. Für Naturbegeisterte gibt es im Nationalpark Harz zusammen mit Nationalpark-Rangern, Förstern und den Mitarbeitern der Nationalparkhäuser zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Auerhuhn- und Borkenkäfer-Sprechstunde, Luchsfütterungen, Fledermaus-Exkursion, Vorträge, z.B. zum Vogel des Jahres, Tierspurensuche oder ein Naturerlebnis für die ganze Familie – thematisch ist für jeden etwas dabei.

 

Auch 2020 hat der Nationalpark einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema „Der Nationalparkwald auf dem Weg zur Wildnis“ und den Klimawandel gelegt. Schon bisher gab es dazu viele Angebote, doch mit dem fortschreitenden Waldwandel mehren sich die Fragen unserer Gäste dazu. Das neue Angebot der Borkenkäfer-Sprechstunde kommt dem entgegen.

 

Das neue Naturerlebnis-Programm „Unterwegs im Nationalpark Harz 2020“ ist nicht nur in gedruckter Form, sondern auch als Download verfügbar. Auf der Nationalpark-Webseite finden Interessierte in der Rubrik „Veranstaltungen“ außerdem alle Termine chronologisch geordnet. Auch eine Auswahl nach Ort oder Veranstaltungstyp ist hier möglich. Zur besseren Planung können Termine aus dem digitalen Kalender auch direkt in den Handy- oder Outlook-Kalender heruntergeladen werden. Eine Kartenübersicht macht das Finden des Veranstaltungstreffpunkts noch einfacher.

 

Das gedruckte Naturerlebnis-Programm enthält zusätzlich zu den Veranstaltungsterminen 2020 wieder viele Zusatzinformationen über all das, was der Nationalpark darüber hinaus zu bieten hat – angefangen bei den Nationalparkhäusern, den Nationalpark-Partnern und Nationalparkgemeinden bis hin zu öffentlichen Verkehrsanbindungen, Umweltbildung und vielem mehr.

 

Das Heft im handlichen Flyer-Format ist in allen Nationalparkhäusern und Informationsstellen, bei den Rangern und in zahlreichen Tourist-Infos der Region erhältlich.


Gartenträume-Jubiläum 2020: Neue Sonderausstellung im Schloss Wernigerode
50 Gartenträume aus Sachsen-Anhalt stellen sich vor – der Brockengarten ist auch dabei

Wernigerode – Brocken: Die jüngst eröffnete Sonderausstellung „Leidenschaft für Schönheit – Gartenträume in Sachsen-Anhalt" anlässlich des 20. Geburtstags des touristischen "Gartenträume"-Netzwerks ist bis zum 3. Mai 2020 im Schloss Wernigerode zu sehen. Seit Oktober 2017 gehört auch der 1890 gegründete Brockengarten auf dem Brockengipfel mitten im Nationalpark Harz zu den 50 „Gartenträumen“. Die Ausstellung erzählt anhand von jeweils drei markanten, wertvollen und überraschenden Objekten etwas über das Wesen und die Einzigartigkeit jeder Parkanlage.


Der Brockengarten im Oktober 2019 (Foto: Gunter Karste)  

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf den Webseiten des Schlosses Wernigerode und der Gartenträume Sachsen-Anhalt.