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Aktuell 2021


Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz

Donnerstag, 22. April 2021, 10 Uhr: Steffen Meinecke und Andreas Pusch pflanzen junge Buchen im Nationalpark Harz - Waldbilanz des Nationalparks Harz

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete. Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat die Herausforderung angenommen und geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer 2020 wurde die neue Aktion „Buchen für den Nationalpark Harz“ gestartet. Für jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen Stromvertrag "klick regional" hatten die Stadtwerke angekündigt, gemeinsam mit dem Nationalpark Harz und seinem Förderverein 3 junge Buchen zu pflanzen. Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante gab es sogar 5 Buchen. Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion helfen die Stadtwerke Wernigerode dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln.

Nun ist es soweit und der symbolische Startschuss für die Frühjahrspflanzung kann gegeben werden. Wir laden daher die interessieren Medienvertreter für den kommenden

 

22. April 2021 um 10:00 Uhr nach Drei Annen Hohne

 

ein. Gegenüber dem dortigen Großparkplatz führt neben dem Parkplatz des Hotels Kräuterhof ein Waldweg zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Am Waldeingang steht ein großes hölzernes Willkommensschild des  Nationalparks Harz. Von hier fahren wir gemeinsam zur Pflanzfläche, wo eine Pflanzung von Rotbuchen unter einem durch Borkenkäfer absterbenden Fichtenbestand stattfindet.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode
  • Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, und Mitarbeiter der Pflanzung

Der Termin ist film- und fotogeeignet.

 

Da wir nicht wissen, wie sich die Coronalage ggf. weiter verschärft, ist dieses vermutlich einer der wenigen öffentlichen Pflanztermine dieser Art für die Medien in der aktuellen Zeit und darüber hinaus auch einer der letzten Medientermine von Andreas Pusch, der in Kürze in den Ruhestand geht. Es ist daher auch eine Gesprächsrunde, in der eine Wald-Zwischenbilanz des Nationalparks Harz gezogen werden kann.


UNSER HARZ April 2021 ist erschienen - Walkenried, Ilsestein bei Ilsenburg, Osterfeuer, Weltkulturerbe und der kleinste Käfer Europas im Nationalpark Harz

Aus dem Inhalt:

 

- Fritz Reinboth: Schinkels Besuch in Walkenried gab es nicht: Das Walkenrieder Torhaus und sein Zeichner Samuel Rösel

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 6: Der Ilsenstein

- Rainer Kutscher: Osterfeuer begrüßen mit lodernden Flammen den Frühling

- Justus Teicke: 10 Jahre Weltkulturerbe: Die Bauwerke des Oberharzer Wasserregals

- Nationalparkforum: Der kleinste Käfer Europas im Nationalpark Harz gefunden

 

Für viele Harzer sind die Osterfeuer ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlight im Jahreslauf, die schon während der Vorbereitung der Gemeinschaftspflege dienen. Nun wurden sie wieder abgesagt, die „lodernden Flammen, mit denen der Frühling begrüßt wird“. Rainer Kutscher widmet ihnen einen Artikel, in dem er die harztypischen Traditionen der Osterfeuer vorstellt.

 

Um eine ganz wesentliche Harzkultur geht es im Beitrag von Justus Teicke, der das 10-jährige Jubiläum des Oberharzer Wasserregals als Weltkulturerbe zum Anlass nimmt, einen Rückblick auf die Wassernutzung im Oberharz zu werfen.

Die Lösung eines kleinen Rätsels bezüglich einer Zeichnung des Walkenrieder Torhauses präsentiert Fritz Reinboth. Diese Zeichnung wurde K.F. Schinkel zugeordnet, auf einem Kupferstich von Wachsmann fand sich aber die Angabe „gezeichnet von Rösel“. Neue Erkenntnisse belegen nun, dass die Zeichnung tatsächlich von Rösel stammt.

 

Wir folgen J.H. Ramberg weiter durch den Harz, dieses Mal zum „Ilsenstein“. Ramberg hat diesen Granitfelsen gleich mehrmals gezeichnet, allerdings nicht immer ganz „wahrheitsgetreu“, wie Karl Sanders erläutert.

 

Im Nationalparkforum stellt uns das Autorenteam Schultz, Springemann und Marten den kleinsten bekannten Käfer Europas vor, der nur in den Fruchtkörpern bestimmter Pilze vorkommt. Der Käfer konnte im Juni 2020 erstmalig im Nationalpark nachgewiesen werden.

 

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.

 

Fotos: Cover und der kleinste Käfer Europas, Foto Udo Schmidt.


Was hat das Eichhörnchen mit der Waldentwicklung im Nationalpark Harz zu tun?

Wernigerode. Das kleine Eichhörnchen im Eckertal ist offensichtlich gut über den Winter gekommen. Das ist aber auch kein Wunder, denn im vergangenen Herbst gab es viele Bucheckern, so konnte es reichliche Wintervorräte anlegen. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Ihre Wintervorräte verstecken sie im Waldboden unter Laub, gern an alten Wurzeln. Dort holen sie sich im Winter ihr Futter. Aber das eine oder andere Depot vergessen sie auch. Die vergessenen Bucheckern beginnen zu keimen und es können sich daraus kleine Buchen entwickeln. So tragen die Nager zur Verbreitung der Buche bei. Andere Helfer sind aus dem gleichen Grund Mäuse und Eichelhäher.

 

  

 

Anders als z.B. die Nadelbäume, deren geflügelte Samen durch den Wind weit getragen werden, fallen die schweren Bucheckern in der Nähe des Mutterbaums zu Boden. Eichhörnchen und ihre Mitstreiter helfen so mit ihrem Transport der Bucheckern bei der Verbreitung der Buche und damit beim Waldwandel, so Sabine Bauling, stellvertretende Leiterin des Nationalparks Harz.

 

Allerdings schaffen sie es nicht allein, die Buche zurück in den Harz zu bringen, weil es in den Fichtenreinbeständen viel zu wenige Samenbäume gibt und die einzelnen kleinen Pflänzchen sehr vielen Gefahren ausgesetzt sind, wie z.B. dem Wildverbiss. Deshalb pflanzt die Nationalparkverwaltung Buchen bis in eine Höhenlage von ca. 750 m über NHN, um die Rückkehr der Baumart in diese Bereiche des Nationalparks Harz zu initiieren. Im Frühjahr 2021 werden es 234.000 Stück Laubbäume sein, zumeist Buchen, aber auch Roterlen, Birken, Weiden und Bergahorn, sogar einige Vogelkirschen.

 

Leider können Corona-bedingt derzeit keine öffentlichen Pflanzaktionen stattfinden und wir müssen die vielen Freiwilligen auf den Herbst 2021 vertrösten. Ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender, die mit ihrem Beitrag den Waldwandel im Nationalpark Harz unterstützen, so Sabine Bauling abschließend.

 

Fotos: Sabine Bauling


Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz
Donnerstag, 22. April 2021, 10 Uhr: Steffen Meinecke und Andreas Pusch pflanzen junge Buchen im Nationalpark Harz - Waldbilanz des Nationalparks Harz

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete. Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat die Herausforderung angenommen und geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer 2020 wurde die neue Aktion „Buchen für den Nationalpark Harz“ gestartet. Für jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen Stromvertrag "klick regional" hatten die Stadtwerke angekündigt, gemeinsam mit dem Nationalpark Harz und seinem Förderverein 3 junge Buchen zu pflanzen. Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante gab es sogar 5 Buchen. Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion helfen die Stadtwerke Wernigerode dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln.

Nun ist es soweit und der symbolische Startschuss für die Frühjahrspflanzung kann gegeben werden. Wir laden daher die interessieren Medienvertreter für den kommenden

 

22. April 2021 um 10:00 Uhr nach Drei Annen Hohne

 

ein. Gegenüber dem dortigen Großparkplatz führt neben dem Parkplatz des Hotels Kräuterhof ein Waldweg zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Am Waldeingang steht ein großes hölzernes Willkommensschild des  Nationalparks Harz. Von hier fahren wir gemeinsam zur Pflanzfläche, wo eine Pflanzung von Rotbuchen unter einem durch Borkenkäfer absterbenden Fichtenbestand stattfindet.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode
  • Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, und Mitarbeiter der Pflanzung

Der Termin ist film- und fotogeeignet.

 

Da wir nicht wissen, wie sich die Coronalage ggf. weiter verschärft, ist dieses vermutlich einer der wenigen öffentlichen Pflanztermine dieser Art für die Medien in der aktuellen Zeit und darüber hinaus auch einer der letzten Medientermine von Andreas Pusch, der in Kürze in den Ruhestand geht. Es ist daher auch eine Gesprächsrunde, in der eine Wald-Zwischenbilanz des Nationalparks Harz gezogen werden kann.


Waldbrandgefahr steigt - Regeln beachten!
Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet verboten

Die Frühlingssonne lässt nun auch in den Hochlagen den Schnee tauen. Es wird noch eine Weile dauern, bis frisches Grün sprießt. Überall ist noch die trockene Vegetation des Vorjahres noch zu sehen. Diese ist im Frühjahr jedoch leicht entzündlich. Die Waldbrandgefahr steigt durch das warme Frühlingswetter.

 

Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet verboten, Müll muss mit nach Hause genommen werden. Das Parken von Autos über trockenem Gras ist zu vermeiden, da von den heißen Katalysatoren Brandgefahr ausgeht. Wenn es im Gras brennt, sind viele Insekten, Reptilien und andere Kleinlebewesen bedroht. Das bedeutet besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit für unsere Waldbesucher*innen!

 

Wenn ein Waldbrand entdeckt wird, bitte die 112 anrufen.

 

 

 

"Im Nationalpark wurden die Personentransporter der Forstwirt*innen mit Löschrucksäcken ausgestattet. Damit kann nach dem Entdecken von kleinen Entstehungsbränden die Erstbekämpfung beginnen. Die Nationalparkverwaltung möchte rückblickend den aufmerksamen Besucher*innen Danke sagen für das rasche Melden von Waldbränden! Dadurch haben wir eines der besten Waldbrandüberwachungssysteme in der Region" , so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz.


Löwenzahn-Entdeckerpfad wieder aufgebaut
Natur-Erlebnispfad bei Drei Annen Hohne auch ohne Termin erlebbar

Ab sofort können große und kleine Naturfans den beliebten Löwenzahn-Entdeckerpfad bei Drei Annen Hohne wieder besuchen. Die Stationen wurden im Winter in der Werkstatt generalüberholt und sind nun wieder aufgebaut. Der Natur-Erlebnispfad ist ohne Termin begehbar und frei zugänglich.

 

 

Die Ausstellung am nahe gelegenenen Naturerlebnis-Zentrum HohneHof kann täglich nach vorheriger Anmeldung unter Telefonnummer 039455 8640 besichtigt werden.

 

 

Alle aktuellen Hinweise zu Corona-Einschränkungen im Nationalpark-Gebiet finden Sie auf unser Corona-Infoseite.

 

Foto von Ingrid Nörenberg und die Collage


Ein weiterer Gipsabbau im Südharz ist unnötig!       BUND Niedersachsen stellt Alternativen zum Naturgips vor

Naturgips ist ein begehrter Baustoff, zugleich aber auch ein endlicher Rohstoff. Naturgipsvorkommen liegen häufig in Gebieten mit wertvoller und unersetzbarer Tier- und Artenvielfalt, so zum Beispiel im europaweit einmaligen Gipskarst im Südharz. Dort droht die Gipsindustrie eine Jahrmillionen lang gewachsene Landschaft unwiederbringlich zu zerstören. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wird immer wieder als Argument für eine notwendige Steigerung des Naturgipsabbaus genutzt. Doch ein weiterer Gipsabbau ist unnötig: Ein vom BUND in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt auf, dass ein Ausstieg aus der Verwendung von Naturgips bis spätestens 2045 möglich ist. Trotz der sinkenden Mengen an REA-Gipsen durch den Kohleausstieg stehen ausreichend Alternativen zum Naturgips zur Verfügung.

Susanne Gerstner, BUND-Landesgeschäftsführerin: „Der BUND fordert die niedersächsische Landesregierung auf, die geplante Ausweitung der Vorranggebiete zu stoppen und endlich Verantwortung für den Schutz dieser einmaligen Landschaft zu übernehmen. Angesichts des dramatischen Artensterbens müssen endlich die Weichen in Richtung Ausstieg aus dem Naturgipsabbau sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung für Alternativen gestellt werden. Nur so können im Südharz langfristige Zukunftsperspektiven für Bewohner*innen und deren Arbeitsplätze geschaffen werden.“

Um zu vermeiden, dass die letzten Naturgipsvorräte im Südharz zu Gipskartonplatten werden, muss jetzt auf zukunftsweisende Alternativen umgestellt werden. Laut BUND-Gutachten müssen alternative Baustoffe wie Lehm, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe stärker gefördert werden, um den Gipsverbrauch generell zu reduzieren. Vor allem fordert der BUND dringend verbesserte Regelungen für das Recycling von Chemiegipsen und Gipsprodukten. Mindestens 50 Prozent der Gipsprodukte sind wiederverwendbar. In Deutschland werden jedoch bisher weniger als zwei Prozent der Gipsprodukte recycelt, der überwiegende Teil landet als mineralischer Abfall auf der Deponie.

Um den Gipsverbrauch deutlich zu reduzieren und die Naturgipsvorräte zu schützen, müssen in Niedersachsen schnellstmöglich die erforderlichen Strukturen für eine Gips-Kreislaufwirtschaft aufgebaut und Abfallgesetze angepasst werden. Der Einsatz von Recyclingprodukten muss vereinfacht werden. Das dient gleichermaßen dem Natur- und dem Klimaschutz. „Eine künftige Klimaneutralität erfordert nachhaltige und rohstoffschonende Lieferketten von der Gipsbereitstellung über die Gipsverarbeitungssektoren bis hin zu den Abnehmerbranchen und Verbraucher*innen ", hebt Holger Alwast hervor, der das BUND-Gutachten erstellt hat.

„Bereits der Gipskompromiss 2002 hätte ein Signal an die Gipsindustrie sein müssen, viel stärker in das Recycling und die Alternativgipse einzusteigen“, betont BUND-Gipskarstexperte Friedhart Knolle. „Diese Chance wurde nicht genutzt und der Raubbau an der Südharzlandschaft weiter vorangetrieben. Nunmehr hat der BUND herausgearbeitet, dass alle technischen Möglichkeiten vorliegen, den Gipsfrieden einzuhalten. Es ist jetzt an der Politik und der Gipsindustrie, den Strukturwandel einzuleiten und den Naturgipsabbau auslaufen zu lassen.“



Hintergrund:
In Deutschland liegt der aktuelle Gipsbedarf bei circa 10 Millionen Tonnen pro Jahr, davon stammen 6 Millionen aus REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen aus der Kohle- oder Öl-Verbrennung. Die restlichen 4 Millionen Tonnen machen Naturgips aus. Davon werden mehr als eine Million Tonnen pro Jahr exportiert. Mit dem Wegfall von REA-Gips aus der Kohleverstromung würde eine Gips-Lücke von etwa 4 Millionen Tonnen entstehen. Der Wegfall von REA-Gips erhöht den Druck vor allem im Südharz. Dort findet mit 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr der größte Naturgips- und Naturverbrauch Deutschlands statt. Knapp 85 Prozent des aktuellen REA-Gips-Aufkommens wird bisher für die Produktion von Gipswandbauplatten eingesetzt. Naturgips findet dagegen vor allem bei Produkten aus gebranntem Gips wie Füllgipsen (Putze, Spachtel, usw.) oder Spezialgipsen Anwendung. Naturgips kann durch Gipsrecycling und Chemiegipse nahezu vollständig ersetzt werden.

Gegen die Pläne von Gipsindustrie und Politik, im neuen Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) weitere Abbaugebiete auszuweisen, regt sich zunehmend Protest, wie der Online-Appell des BUND Niedersachsen „Harzer Gipskarst retten!“ an Ministerpräsident Stephan Weil zeigt, den bereits fast 3.000 Menschen unterzeichnet haben.



Weitere Informationen:
Zum BUND-Gutachten „Umweltverträglichen Alternativen zum Abbau von Naturgips“: https://www.bund-niedersachsen.de/service/publikationen/detail/publication/gutachten-umweltvertraegliche-alternativen-zum-abbau-von-naturgips/
Zum Online-Appell: www.bund-niedersachsen.de/harzer-gipskarst-retten
 


UNSER HARZ März 2021 erschienen

Aus dem Inhalt:

 

- Volkmar Hering: Geologisch-heimatkundliche Streifzüge durch die nähere Umgebung Quedlinburgs

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes, Folge 5: Bergstadt Andreasberg

- Ingrid Kreckmann: Einiges über den Eingriffeligen Weißdorn, vielfach „Hagedorn“ genannt

- Nationalparkforum: Umfangreiche Neuerscheinung: Die Flora des Nationalparks Harz

 

Sabine Bauling vom Nationalpark Harz macht im Vorwort auf die Besonderheiten der Vorfrühlings­zeit aufmerksam: keine Blüten, keine Blätter, alles wirkt noch etwas kahl. Und doch gibt es in der Natur so viel zu entdecken, was sonst manchmal etwas untergeht. So wie die Maserknolle an einem Bergahornstamm im Eckertal, die uns mit Waldkoboldaugen anzu­schauen scheint. Auch verwachsene Baumstämme sind nun leichter zu erkennen, soge­nannte Elfenaugen. Das sind faszinierende Baumwuchsformen, bei denen Äste oder Baumteile auseinander driften, um dann wieder zusammen zu wachsen – auch „Baum­kuss“ genannt. In der Naturspiritualität gelten diese als besondere Kraftorte, Körper und Geist werden unterstützt und es soll sich da besonders gut entspannen lassen. Frü­her sollen sogar Neugeborene durch Elfenaugen hindurch gereicht worden sein, um ih­nen Lebenskraft mit auf dem Weg zu geben. Wie auch immer – zu entdecken gibt es viel!

 

So nimmt uns Herr Hering auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad einmal rund um und durch Quedlinburg mit. Dabei berichtet er über Historisches, Kulturelles, Geologisches und Botanisches von verschiedenen Orten.

 

Johann Ramberg und seine Reisegruppe haben Sankt Andreasberg erreicht, wovon Karl San­ders berichtet. Ein unvollendetes Blatt gibt einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers.

 

Dem nahenden Frühling greift Ingrid Kreckmanns Beitrag voraus, in dem es um den Eingriffeligen Weißdorn geht. Wenn seine Blüten erscheinen, hat der Winter keine Chance mehr.

 

 

Mit der neuen Veröffentlichung des Nationalparks über dessen Flora können sich Pflan­zenfreunde und -freundinnen auf Entdeckung begeben – theoretisch beim Schmökern und praktisch bei Wanderungen. Zum einen sorgt die reiche Bebilderung für einen ho­hen Wiedererkennungswert, zum anderen gibt es zu fast jeder Pflanze Standortangaben, die jedermann zugänglich sind, auch unter Beachtung des Wegegebots im Schutzgebiet.

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.


Harz-Forschungen Bd. 33 und 34 „Bilanz und Perspektiven der Harz-Forschung“ erschienen

Wernigerode. Ganz frisch sind im Berliner Lukas-Verlag die beiden Bände „Bilanz und Perspektiven der Harz-Forschung“ mit jeweils 330 und 400 Seiten erschienen. Die Bände dokumentieren die Tagung zum 150jährigen Jubiläum des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde e.V., die im Juni 2018 im Rathaus Wernigerode stattfand.

 

Der Verein ist der älteste Geschichtsverein der Harzregion und hatte stets die Geschichte des gesamten Harzes von der Urzeit bis zur Gegenwart im Blick. Insgesamt haben 36 Autorinnen und Autoren in 32 Aufsätzen versucht, die vielfältige Geschichtslandschaft des Harzes auszuloten. Die Tagung hatte das Schwerpunktthema, bislang unbekannte bzw. wenig erforschte Aspekte der Harzgeschichte zu bearbeiten.

 

Dies ist in breitem Umfang gelungen – die Spanne reicht von modernen geodätischen Methoden der Landschaftserschließung über die Archäologie entlang des Baus der Südharzautobahn A 38 bis hin zur erstmaligen Darstellung der Militär- und Spionagegeschichte des Harzes nach 1945 in Ost und West.

 

Themen wie eine erstmalige Gesamtschau des Harzer Bergbaus mit seinen Ausbeuten, die Frage, wie Maler den Harz gesehen haben und wie eigentlich eine Erforschung der Harzmalerei erfolgen sollte, sind ebenso vertreten wie Fragen nach der Geschichte der Naturkunde und des Naturschutzes im Harz.

 

Beide Bände können für je 25,- € im Buchhandel erworben werden und auch auf dem Schloss Wernigerode oder unter www.lukasverlag.de bestellt werden.

 

Das Autorenteam ist breit aufgestellt: Mitarbeiter des Weltkulturerbes Rammelsberg gehören ebenso dazu wie der Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsgeschichte der Universität Jena oder der ehemalige wissenschaftliche Leiter des Nationalparks Harz. Auch Nachwuchsforscher der Universität Halle-Wittenberg haben neue, bemerkenswerte Beiträge beigesteuert.

 

Traditionell gilt der 15. April 1868 als das Gründungsdatum des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Man hatte sich in Wernigerode im „Deutschen Haus“ zusammengefunden, um eine Plattform für die Erforschung, aber auch Darstellung der gesamten Spannbreite Harzer Geschichte zu finden und dieser schließlich eine dauerhafte institutionelle Form zu geben.

 

Der Harz-Verein hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht, die auch die Wechselfälle allgemein deutscher wie landesgeschichtlicher Veränderungen spiegelt. Nicht ganz zufällig war die Geschäftsstelle des Vereins zu Anfang und für lange Zeit mit der ehemals Gräflichen, später Fürstlichen Bibliothek zu Wernigerode verknüpft. Nach deren Ende ab 1929 wanderte sie in Richtung Stadt Wernigerode.

 

 

Einen Neuanfang gab es nach dem von Deutschland entfesselten 2. Weltkrieg dann nur in den sogenannten Westzonen. Die prägende Gestalt der Harzforschung und zugleich Wiederbegründer wie auch (geschäftsführender) Vorsitzender des Vereins wurde für Jahrzehnte Karl-Wolfgang Sanders (1909 - 2004) aus Bad Harzburg.

 

Unmittelbar nach dem Beitritt der sich neu konstituierten Neuen Länder zur Bundesrepublik Deutschland 1990 trat eine Vielzahl von Mitgliedern aus diesem Gebiet dem Verein bei, der sich sofort um Tätigkeit vor allem in Sachsen-Anhalt und in Thüringen bemühte. Nach einer Zwischenzeit mit dem Vorsitzenden Gerd Biegel (*1947), dem Direktor des Braunschweigischen Landesmuseums von 1986 bis 2008, war es der ehemalige Kustos an eben diesem Landesmuseum, Christof Römer (1936 - 2017), der als Vorsitzender dem Verein wesentliche neue Impulse gab und ihn neu aufstellte. Römer fungierte ab 1991 als Herausgeber der Harz-Zeitschrift und war von 1996 bis 2011 Vorsitzender. Durch ihn kam die Geschäftsstelle des Vereins wieder an ihren Ursprungsort Wernigerode zurück. Seit dem Jahr 2000 befindet sie sich auf dem Schloss Wernigerode.

 

Vorsitzende des Vereins sind seit 2015 Dr. Christian Juranek und Dr. Friedhart Knolle.

 

Die Bände wurden mit wesentlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stadt Wernigerode und der Stiftung der ehemaligen Kreissparkasse Wernigerode herausgegeben.

 

Foto: Auch die Fernmeldeaufklärung, vereinfacht oft "Spionage" genannt, ist Thema der beiden Bücher. Hier die militärische Großbaustelle Brocken 1974, heute mitten im Nationalpark Harz. Auf dem Gelände der Sowjetarmee werden gerade zwei neue Radome zum Schutz der mobilen Technik erreichtet. Im aus dieser Perspektive linken Radom befanden sich die SDR-2A und das System 1 RL 220 M, im rechten Radom später die Ramona und das System R 381 D 2. Die beiden Gebäude ganz vorn am Westhang bilden das eigentliche Herzstück der Anlage – in den oberen Etagen befanden sich hinter einer Kunststofffassade die Antennenböden, darunter die Arbeitsplätze für die Auswerter. Foto: Sammlung Söhnke Streckel.


BUND Westharz lädt am 17.3.2021 zu Protestspaziergängen am Trogstein und Pfaffenholz ein –
Treffpunkt alter Bahnhof Bad Sachsa-Tettenborn

Bad Sachsa. „Leider haben wir nicht die Möglichkeit, als Lobbyisten in Ministerien ein- und ausgehen zu können, um den Beamten unsere Wünsche in die Feder zu diktieren. Und in Corona-Zeiten wird es uns auch auf andere Weise schwer gemacht, unserem Protest gegen die geplante völlige Zerstörung unserer Gipskarstlandschaft Ausdruck zu verleihen. Das ist sehr bequem für die Regierenden und für die Gipsindustrie. Aber wir wollen und müssen Flagge zeigen, ehe es zu spät ist und allein die Manager der Gipsbranche über unsere Zukunft im Südharz bestimmen.“ Michael Reinboth aus Walkenried, Mitglied im BUND-Regionalverband Westharz, beobachtet und dokumentiert das Verhalten der Gipsindustrie seit vielen Jahren. „Die wenden immer die Salami-Taktik an. Wenn ein Gebiet kaputt ist, greifen sie zum nächsten. Das ruht mitunter Jahre, man wähnt einen Berg oder Wald geschützt und wird plötzlich von der Aufhebung des Naturschutzes überrascht. Jetzt wird der Angriff in großen Stil vorbereitet. Das wird kein Naturdenkmal, keine Höhle, keine Schwinde und keine Pflanze überleben. Dagegen müssen wir uns wehren.“



Aber wie macht man das, ohne Teilnehmer zu gefährden? Beim BUND war man kreativ und hat nun beim Ordnungsamt in Göttingen „Protestspaziergänge“ angemeldet, die am Mittwoch, 17.3.2021, zwischen 14 und 18 Uhr ausgehend vom alten Bahnhof Tettenborn (Tettenborn-Kolonie, Römersteinweg) in Richtung Pfaffenholz und in Richtung Trogstein stattfinden werden – immer in kleinen Gruppen, immer auf Abstand und immer mit Mund-Nase-Schutz. Dazu besteht die Möglichkeit, sich in Listen einzutragen und damit seinem Protest auch auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Reinboth, der mit einigen anderen auch als Ordner fungieren wird, bittet darum, sich im Sinne der geltenden Regeln zu verhalten. „Wir nutzen unserem Anliegen am besten dadurch, dass wir uns regelkonform verhalten, aber ein klares Signal in Richtung Hannover aussenden: So nicht!“

Trogstein und Pfaffenholz wurden ausgewählt, weil hier die Zerstörung der Karstlandschaft rund um vorgeblich geschützte Naturdenkmale (Pfaffenholz-Schwinde, Kleine Trogsteinhöhle) besonders deutlich wird – diese beiden Bereiche sind eingekreist und bilden nur noch die Schauwand für einen exzessiven Abbau. Und man sieht deutlich, dass auch seit Jahrzehnten ruhende Abbaufelder keineswegs zu den „Paradiesen“ geworden sind, die die Gipsindustrie immer wieder vorgaukelt. Ganz nach dem Motto: Im Südharz sind eigentlich alle Schutzgebiete nicht schützenswert (so wurde es dem Sinne nach in den Entwurf des Raumordnungsprogramms hineindiktiert).

Diese Spaziergänge, so Reinboth, werden – entsprechend den aktuellen Vorgaben – so lange fortgeführt werden, bis man in Hannover erkannt hat, dass man die Freigabe der Naturschutzgebiete wieder aus dem Programm entfernen muss. Auch an Mahnwachen sei gedacht. „Wir lassen uns von Leuten, deren Maß Heide, Moore, die Eilenriede und der Maschsee sind, unsere Landschaft nicht zerstören.“

Reinboth bemängelt in diesem Zusammenhang auch die herrschende Phantasielosigkeit der Gipsindustrie und der Bundes- und Landespolitik. Anstatt immer wieder darauf zu setzen, dass man im Zweifel unter Hinweis auf Arbeitsplätze schon die Abbaurechte bekommen wird, hätte man sich schon längst mit Ersatzprodukten und einer entsprechenden, die Landschaft schonenden Produktion befassen müssen. Und dieser Wandel hätte auch entsprechend flankiert werden können, so wie das in der Stein- und Braunkohle in großen Stil möglich war. „Natürlich wollen wir Arbeitsplätze im Südharz erhalten, aber eben nicht durch exzessive Zerstörung unserer Landschaft – es geht auch anders, und das hätte längst schon in Angriff genommen gehört. Naturzerstörung hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Wie fast immer in diesem Lande, so werden die Zeichen der Zeit auch beim Gips erst erkannt, wenn es reichlich spät ist. Dass die Südharz-Landschaft für diese Schlafmützigkeit den Preis zahlt, werden wir verhindern.“ Da die vorhandenen Abbaurechte noch für mehr als 10 Jahre Produktion reichen (!), ist noch immer Zeit, sich mit Phantasie und Forschung um etwas anderes zu bemühen als das bloße Kaputtmachen.

Foto: Steinbruch am Pfaffenholz, Aufnahme Michael Reinboth.


Massive Feuerschale vom HohneHof gestohlen
Dreister Diebstahl am Naturerlebnis-Zentrum des Nationalparks Harz

Am vergangenen Samstag machten die Mitarbeiter des Natur-Erlebniszentrums HohneHof eine traurige Entdeckung. In der vorangegangenen Nacht wurde die massive Feuerschale vom Hof der Nationalpark-Einrichtung entwendet. "Es ist eine echte Schande", ärgert sich HohneHof-Chef Henning Möller. "Das Stockbrotbacken an der großen Feuerschale war für viele Besucher immer ein besonderes Highlight".

 

 

Wir gehen von mehreren Tätern und einer geplanten Tat aus, denn die auffällige Schale bringt einiges an Gewicht auf die Waage und ist nur schwer zu transportieren. Über sachdienliche Hinweise zum Verbleib der Feuerschale oder zum Diebstahlgeschehen freut sich das HohneHof-Team oder die Polizei, denn eine Anzeige wurde selbstverständlich erstattet. Hinweise bitte an: Nationalpark-Besucherzentrum HohneHof, Tel. 039455 8640, henning.moeller@npharz.sachsen-anhalt.de

 Foto der Feuerschale: Nationalpark Harz.


Schierke, 25. Februar 2021
BUND: Aus für das Seilbahnprojekt bietet Chance für nachhaltigen Naturtourismus

Das Seilbahnprojekt am Winterberg bei Schierke ist gescheitert, da der Investor abgesprungen ist, wie die Volksstimme berichtete. Bei dem Bau der Seilbahn und Pisten wäre unter anderem streng geschützter Moorwald zerstört worden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Sachsen-Anhalt (BUND) befürwortet stattdessen einen nachhaltigen Tourismus, der Natur und Umwelt schont und sieht in dem Aus einen Befreiungsschlag für die Region.

„Nun ergibt sich die Chance für einen Neustart“, fasst Ralf Meyer, Vorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt zusammen. „Ski-Tourismus mit Abfahrtspisten, Kunstschnee und Seilbahnen hinterlässt zerstörte Berglandschaften, die im Sommer nicht attraktiv sind. In Zeiten von Klimawandel und ausbleibenden Schnee sind solche Konzepte sowieso überholt. Schierke hat Potential für Naturtourismus, das kann nun gehoben werden.“

Der Naturschutzverband BUND hatte immer wieder die Planungen kritisiert, die die erheblichen negativen Auswirkungen auf seltene europäisch geschützte Lebensräume nicht berücksichtigt haben.

Der Tourismus in Deutschland wird schon Corona bedingt an Attraktivität zunehmen. Hier müssen die richtigen Angebote gemacht werden, die ermöglichen intakte Natur zu erleben. Geschützte Naturlandschaften sind ein Job-Motor und wichtiger Wirtschaftsfaktor.


Gemeinsamer Kommentar des BUND Thüringen und des Thüringer Umweltministeriums zu den aktuellen Luchszahlen des Bundesamtes für Naturschutz:

„Auch Thüringen ist inzwischen Luchsland. Das zeigen erste Ergebnisse des seit Juni 2020 vom BUND Thüringen mit finanzieller Unterstützung des Thüringer Umweltministeriums durchgeführten Luchsprojektes“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Angaben des BUND Thüringen konnten durch das Projekt insgesamt neun unterschiedliche Luchse im Nordwesten Thüringens nachgewiesen werden. Mindestens vier der Tiere haben ein festes Revier ganz oder teilweise in Thüringen etabliert. Darunter sind sogar zwei Weibchen, die beide im letzten Frühjahr Junge zur Welt gebracht haben. Ein Weibchen lebt im Harz, das andere im nördlichen Eichsfeld. Außerdem konnte durch das Projekt gezeigt werden, dass die Verbreitung des Luchses im Eichsfeld weiter nach Süden reicht als bisher angenommen.

„Die Ergebnisse kamen vor allem auch durch die gute Zusammenarbeit mit der Thüringer Jägerschaft, den privaten Waldbesitzenden und ThüringenForst zustande“, so Vogel weiter.

Laut dem Verband hat Thüringen für die Ausbreitung der Luchse in Deutschland eine Schlüsselrolle aufgrund seiner „Drehscheiben-Funktion“. Die Waldgebiete im Südharz, Hainich und Thüringer Wald vermitteln zwischen den Populationen im Harz und dem Bayerischen Wald. Sie stellen außerdem die Vernetzung nach Westen in die Wälder des Hessischen Berglandes und weiter nach Westen bis zum Pfälzer Wald her.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Dass der Luchs wieder durch Thüringen streift, ist ein schöner Erfolg für den Artenschutz. Mein Dank gilt allen Partnern, die das möglich machten und sich für den Erhalt des Lebensraums des Pinselohrs stark machen.“


Das Waldbrandthema wird wieder aktuell

Wernigerode - Braunlage. In den vergangenen Tagen hat niemand ernsthaft an das Thema Waldbrand gedacht. Mit dem Turbofrühling, der raschen Schneeschmelze mit starker Sonneneinstrahlung und Wind sieht das auf einmal ganz anders aus. Die abgestorbene Vegetation des letzten Jahres trocknet aus und die Gefahr von Vegetationsbränden steigt. Das bedeutet besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit für unsere WaldbesucherInnen!

Rauchen und offenes Feuer sind verboten, Müll muss mit nach Hause genommen werden. Das Parken von Autos über trockenem Gras ist zu vermeiden.



Die vielen Freiflächen im Wald haben zu einer intensiven Entwicklung der Bodenvegetation geführt, die im Frühjahr leicht entzündlich ist. Wenn es im Gras brennt, sind viele Insekten, Reptilien und andere Kleinlebewesen bedroht.

Im Nationalpark wurden die Personentransporter der Forstwirte mit Löschrucksäcken ausgestattet. Damit kann nach dem Entdecken von kleinen Entstehungsbränden die Erstbekämpfung beginnen.

Die Nationalparkverwaltung möchte rückblickend den aufmerksamen BesucherInnen Danke sagen für das rasche Melden von Waldbränden! Dadurch haben wir eines der besten Waldbrand-Überwachungssysteme in der Region, so Sabine Bauling, die stellvertretende Nationalparkleiterin.

Foto: Nationalpark-Forstwirt Klaus-Dieter Kahn nimmt den Löschrucksack für das Rottenfahrzeug im Revier Ilsenburg entgegen.


Oben im Harz ist noch Winter

Brocken - Torfhaus. Der Harz ist momentan zweigeteilt - aber in unten und oben. In den unteren Lagen ist durch die hohen Temperaturen und die Sonneneinstrahlung der letzten Tage  der Frühling eingekehrt. Neben dem wunderschönen Erleben dieser Jahreszeit ist hier die erhöhte Vegetationsbrandgefahr wieder auf die Tagesordnung gerückt. 

Anders sieht es in den Hochlagen aus. Hier liegt noch Schnee in unterschiedlichen Mächtigkeiten, durchaus auch mal bis zu einem halben Meter und mehr. Winterstürme und Schnee haben etliche Wege zubrechen lassen. Sobald der Schnee weggetaut ist, werden diese Wege schrittweise wieder für die BesucherInnen geöffnet. 

Unsere dringende Bitte: Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, um den Wildtieren in dieser Zeit die Ruhe zu lassen, die sie brauchen. Denn derzeit findet sich wenig Nahrung im Wald und das Laufen im Schnee im Wechsel zwischen Tauen am Tag und kälteren Nächten kann für die Tiere sehr anstrengend werden, weil sie immer wieder in den Schnee einbrechen - das ist kräftezehrend und kann zur Erschöpfung bis hin zum Tod führen, so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz. 

Foto: Rotfuchs im Winter, Aufnahme Wilfried Störmer.


Quedlinburger Komponist, Zeichner Ramberg, Werner Grübmeyer, Harzer Wanderstöcke und Nationalparkforum – UNSER HARZ Februar 2021 erschienen

Aus dem Inhalt:

 

- Ernst Kiehl: Johann Heinrich Rolle (1716 - 1785) – Wiederentdeckung und Ehrungen eines Komponisten aus Quedlinburg

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 4: Oderteich und Rehberger Graben

- Renate Funke: Authentisch, transparent, nachvollziehbar: Ehrenbürger Werner Grübmeyer und sein Archiv

- Andreas Pawel: Wanderstöcke aus dem Harz

- Inge Müller: Elfen-Auftrag

- Nationalparkforum: Nationalparkregion Harz mit dem Fahrtziel Natur-Award 2020 ausgezeichnet – HATIX punktet

 

Ich hoffe, Sie konnten und können den Harz trotz vieler Einschränkungen genießen – eine Wanderung abseits der touristisch stark frequentierten Ziele ist ja nach wie vor möglich und sehr erholsam. Die Landesforsten und der Nationalpark warnen jedoch auch vor brechenden und umstürzenden Bäumen wegen der Schneelast. Vorsicht und Achtsamkeit sind also aus vielen Gründen noch einige Zeit erforderlich.

 

Von solcherlei Behinderungen frei, konnte J. H. Ramberg mit seiner Reisegesellschaft den Harz besuchen. Dr. Karl Sanders stellt in der 4. Folge die Blätter vom Oderteich und dem Rehberger Graben vor. In einer ganz ähnliche Zeit – zwischen Barock und Klassik – ist der Beitrag von Herrn Kiehl angesiedelt, der über die Wiederentdeckung des Komponisten Johann Heinrich Rolle (1716 - 1785) berichtet.

 

Aus heutiger Zeit wiederum berichtet Frau Renate Funke über die Eröffnung eines Archivs durch den Sankt Andreasberger Geschichtsverein, dem sie als Witwe des 2018 verstorbenen Werner Grübmeyer dessen Unterlagen überlassen hat. Geordnet und digitalisiert stehen sie nun Interessierten zur Verfügung – ein Fundus für die Betrachtung und Erforschung der Vorgänge der letzten Jahrzehnte im Harz. Über eine noch lebende Person berichtet Andreas Pawel: Ernst Thom aus Hüttenrode fertig individuelle Wanderstöcke in Handarbeit – wahre Kunststücke!

 

Inge Müller verfasste ihre Geschichte „Elfen-Auftrag“ für die Junior-Ranger des Nationalparks und andere „Naturkinder“ vor etlichen Jahren. Leider ist die Umweltthematik, die sie darin anspricht, aktueller denn je.

 

Für die Ausweitung des Urlaubstickets HATIX über Ländergrenzen hinweg auf nunmehr 25 Gemeinden wurde die Nationalparkregion Harz mit dem Fahrtziel Natur-Award 2020 ausgezeichnet. Mehr dazu im Nationalparkforum.

 

Bestellungen für UNSER HARZ direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon 0 53 23/25 33.


Jahrelanger unrechtmäßiger Betrieb eines Pestizidlagers ohne vorschriftsmäßigen Schutzwall – BUND-Kritik an PLG GmbH und zuständigen Behörden – Pestizide werden umetikettiert - „Amazon der Pestizide“

Bad Harzburg. Die Firma PLG mbH mit Hauptsitz in Baddeckenstadt unterhält seit 2016 ein Lager in Bad Harzburg. Zur Ansiedelung im Gewerbegebiet Bad Harzburg-Nord erhielt PLG eine Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig für eine Lagerkapazität von 7.800 Tonnen für die Lagerung von Pestiziden und anderen Chemikalien, die nach speziellen Gefährdungsklassen eingeteilt sind. Damit handelt es sich um einen Störfallbetrieb der oberen Klasse. Schon damals kritisierte der BUND das Verfahren und forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung, was die Behörden jedoch ablehnten. Es stellt sich die Frage, ob die Erstgenehmigung rechtmäßig erteilt wurde.

 

Die Rolle der Firma, die vorwiegend Pestizide lagert, am Markt verglich der geschäftsführende Gesellschafter Udo Kolle in einem Magazin mit einem „Amazon der Pestizide“.

 

Obwohl das Störfallrecht einen „angemessenen Sicherheitsabstand“ zu Schutzobjekten fordert, durfte sich PLG mit proaktiver Unterstützung der Stadt Bad Harzburg auf dem rund 5,6 Hektar großen Gelände ansiedeln. In der nahen Umgebung befinden sich: 

 

- Die Kleintierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“ – 70 m Entfernung

- Die Rettungswache der KWB Goslar – 125 m Entfernung

- Ein OBI-Baumarkt – 130 m Entfernung

- Gut Radau – 350 m Entfernung

Wie konnte das gelingen? Die kommunalpolitischen und verwaltungsrechtlichen Winkelzüge, die gelaufen sind, um die Ansiedelung von PLG zu ermöglichen, wurden erst durch die Recherchen der Bürgerinitiative „Mit UNS für Harzburg“ bekannt. Die Bürgerinitiative hatte sich unter Beteiligung des BUND-Regionalverbandes Westharz gegründet, nachdem die Pläne, das Chemikalienlager in Bad Harzburg auf über 22.700 Tonnen Lagerkapazität fast zu verdreifachen, im Oktober 2019 veröffentlicht wurden:

  • Nur ein einziges Störfallgutachten diente als Grundlage für alle verwaltungsrechtlichen Entscheidungen.
  • Nur für das Betriebsgrundstück des Chemikalienlagers wurde der bestehende Bebauungsplan geändert.
  • Zwischen der Fa. PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, um störfallrelevante Punkte in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans zu vermeiden.
  • Auf die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurde von Anfang an durch das GAA Braunschweig konsequent verzichtet.

Schutzmaßnahme gegen Störfälle: Ein 4 - 5 m hoher Erdwall

 

Das von der Fa. PLG in Auftrag gegebene und bezahlte Störfallgutachten kam bei der Kalkulation verschiedener (eindimensionaler!) Störfallszenarien zu dem Schluss, dass die Tierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“, die sich unmittelbar gegenüber PLG befinden, bei einem Störfall betroffen sein dürften. Daher wurde der Gutachter gebeten, sein Gutachten um die Empfehlung zur Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls an der südlichen Grundstücksgrenze als Schutzmaßnahme zu ergänzen.

 

Dieses Gutachten diente dann als Grundlage für die notwendige Bebauungsplanänderung durch die Stadt Bad Harzburg sowie auch als Grundlage für die Erteilung der Erstgenehmigung nach dem Bundesimmissions-schutzgesetz durch das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Zwischen PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, in dem die Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls durch die Firma PLG vereinbart wurde. Die Errichtung eines 5 Meter hohen Erdwalls wurde letztlich als Auflage in die Betriebsgenehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig aufgenommen.

 

Der Landkreis Goslar als Bauaufsichtsbehörde war dafür zuständig, die ordnungsgemäße Fertigstellung der baulichen Anlagen einschließlich der Außenanlagen abzunehmen. Bei der der geplanten Schlussabnahme im Dezember 2016 konnte jedoch nur ein Teilschlussabnahmeschein erteilt werden, da u.a. der Wall zu niedrig errichtet wurde. Die bauausführende Firma bestätigte eine tatsächliche Wallhöhe von 1 - 2 Metern – eine eklatante Abweichung von den Auflagen! Als Konsequenz untersagte der Landkreis Goslar der Fa. PLG, gefährliche Stoffe in einer störfallrechtlich relevanten Menge zu lagern, bis der Wall die vorschriftsmäßige Höhe erreicht hat.

 

Es ist ein Skandal, dass PLG sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht an diese Vorgabe gehalten und von Anfang an das Lager vollumfänglich betrieben hat. Damit hat es entgegen der Empfehlung des eigenen Gutachtens die Nachbarschaft gefährdet.

 

Das Schlimmste ist jedoch, dass das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, das unterjährig gesetzlich vorgeschriebene Vor-Ort-Kontrollen bei PLG durchzuführen hat, die fehlende Umsetzung der eigenen Auflage ignoriert und derzeitig den Erweiterungsantrag von PLG prüft. Auch der Stadt Bad Harzburg ist es erstaunlicherweise nicht aufgefallen, dass der Wall an der südlichen Grundstücksgrenze seit gut 4 Jahren mehrere Meter zu niedrig ist. Oder sollte es nicht auffallen?

 

Hinzu kommt, dass die zuständigen Behörden im Schadensfall, d.h. bei einer Freisetzung von Chemikalien, nicht einmal genau wissen, welche Stoffe sich gerade im Lager befinden. Das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zieht sich auf gesetzliche Vorgaben zurück, dass nur die Mengen je Gefährdungsklasse bekannt gegeben werden müssen.

 

In diesem Fall hat die Landwirtschaftskammer Hannover, die bei PLG Kontrollen der gelagerten Pestizide durchführt, einen Wissensvorsprung. Anhand deren Kontrollvermerke wurde bekannt, dass PLG die bei sich gelagerten Pestizide im Auftrag der Zulassungsinhaber umetikettiert. Das erschwert die Gefahreneinschätzung im Störfall zusätzlich.

 

In den über 100 Seiten langen Antragsunterlagen der Firma PLG für das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig war stets die Rede von einer Kommissionierung der Lagergüter als Serviceleistung für die jeweiligen Eigentümer. Auch bei dem Erörterungstermin ab dem 18.2.2020 war von einem Umetikettieren der Pestizide nie die Rede. Erstaunlicherweise gab das GAA Braunschweig bei unserer jüngsten Anfrage vor, Kenntnis von dieser Praxis bei PLG gehabt zu haben. Das ist wenig glaubwürdig.

 

Ironischerweise wird nun auf der gegenüberliegenden Gewerbefläche ein Bio-Lebensmittelbetrieb angesiedelt. Wer soll das noch nachvollziehen – und das alles in bzw. nahe der Kurstadt Bad Harzburg!


Der Kohnstein - Nachruf auf einen geschändeten Berg

Walkenried. Der Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung hat sich inzwischen einige Bekanntheit durch die Herausgabe von Schriften zu Themen der Heimatgeschichte erworben. Dabei lösen sich „dicke Wälzer“ und kleinere Hefte, je nach Thema, in bunter Folge ab. Die Nummer 50 der Schriftenreihe wurde für den langjährigen Vorsitzenden und seitherigen Ehrenvorsitzenden Fritz Reinboth reserviert. Nun hat er geliefert und seine Schrift dem Kohnstein bei Nordhausen gewidmet.

 

Der Geschichtsverein ist auch bekannt dafür, dass er sich um eine objektive, also vom Sponsoring durch die Gipsindustrie und der Propaganda ihrer politischen Unterstützer nicht beeinflusste Darstellung des Südharzer Gipskarstes und seiner jüngeren Geschichte bemüht. Zu den bisherigen vier Heften dieser Reihe gesellt sich nun als Abschluss das Heft über den Kohnstein. „Nachruf auf einen geschändeten Berg“ lautet der von Fritz Reinboth bewusst gewählte Untertitel, denn in wohl kaum einem anderen Höhenzug des Gipskarstes bündeln sich wie in einem Brennglas bemerkenswerte, nun aber den Steinbrüchen und Abraumhalden zum Opfer gefallene Karsterscheinungen und eine ebenfalls weitgehend verschwundene wunderbare Landschaft einerseits und vor nichts zurückschreckendes Profitstreben andererseits, hier noch in trauriger Weise ergänzt durch die Verbrechen des Naziregimes im und rund um das KZ Mittelbau-Dora. Dem Gedenken an diese unmenschlichen Geschehnisse verdanken wir, dass am Ende überhaupt noch ein Stück dieses einst ausgedehnten Wandergebietes übrigbleiben wird…

 

Die Gipsindustrie schickt sich an, der schon geschundenen Südharzlandschaft in Niedersachsen und Thüringen den Rest zu geben – „Ersatz für REA-Gips“ muss schließlich her, obwohl es Alternativen gibt. Dass am Ende nicht viel mehr als Trümmerfelder zurück bleiben, wo früher Karsterscheinungen das Interesse der Besucher weckten, spielt in diesen Überlegungen keine Rolle. Die Generationen nach uns werden einst fragen, warum wir diese einmalige Natur für kurzfristige Gewinne preisgegeben haben. Die Naturschutzbemühungen sind zwar aktiv, aber die gipsabbauenden Firmen werden nicht aufgeben.

 

Reinboths Schrift wird die Entwicklung wohl nicht aufhalten – zu sehr sind die Interessen von Industrie und Politik miteinander verwoben. Aber er zeigt, was alles verloren gegangen ist: Aussichtspunkte, Höhlen, Schwinden, markante Bäume… Um die gipsabbauende Industrie nicht zu Unrecht schlimmer Taten zu verdächtigen, stieg der nicht mehr ganz junge Autor sogar noch durch schwer zugängliches Gelände, um am Ende doch festzustellen: Auch die Kunzenhöhle wurde rücksichtslos preisgegeben. Und wer durch die heutige Mondlandschaft des Kohnsteins streift, der merkt, dass alles Gerede von Renaturierung oder gar „schöner als vorher“ nur Blendwerk ist.

 

Für den Wanderer (noch lassen sich bestimmte Wege ja begehen) und den Geschichtsfreund bietet die 30 Seiten starke Schrift viele Anregungen. Dass man sie nach dem Lesen doch etwas betroffen aus der Hand legt, liegt nicht am Verfasser. Doch ob anderen Bergen ringsum wie Himmelberg, Mühlberg, Himmelreich, Höllstein oder Sachsenstein das Schicksal des Kohnsteins erspart bleibt, hängt am seidenen Faden. So gesehen, sollte der „Nachruf“ zugleich auch ein „Weckruf“ sein, um der weiteren Zerstörung unserer einmaligen Landschaft Einhalt zu gebieten.

 

Fritz Reinboth: Der Kohnstein. Nachruf auf einen geschändeten Berg. – Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung e.V. Nr. 50, Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2020

 

Das Heft kostet 5 € und kann beim Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung e.V. erworben werden – in dessen Ausstellung (https://st.museum-digital.de/index.php?t=institution&instnr=129&navlang=de) oder über Michael Reinboth, Klettenberger Weg 15, 37445 Walkenried, Michael.Reinboth@gmx.de, Tel. 05525/1550, dann zzgl. 2 € Porto und Verpackung. Je nach Corona-Lage und entsprechenden Lockerungen wird es auch im örtlichen Buchhandel angeboten werden. Es ist im Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann auch über den Verlag bezogen werden (www.papierflieger-verlag.de).


Sauerei am Rodelhang - Besucheransturm verstärkt Müllproblem im Nationalpark Harz

Torfhaus. Einen ganzen Anhänger voll mit Müll haben die Ranger und Rangerinnen des Nationalparks Harz bei Torfhaus eingesammelt – an einem einzigen Tag, auf einem einzigen Rodelhang! Und täglich kommt neuer Unrat hinzu, denn vielen Wintertouristen fehlt offensichtlich die Sensibilität dafür, dass ihr Müll nicht nur anderen das Naturvergnügen trübt, sondern auch eine große Gefahr beispielsweise für Tiere darstellen kann. Diese verwechseln die Hinterlassenschaften manchmal mit Futter oder bauen mit Plastik so wasserfeste Nester, dass ihre Jungen darin ertrinken. Zurückgelassene Flaschen können im Sommer sogar Waldbrände auslösen.



Windeln, Verpackungen, Dosen, alte Schlitten – alles landet heutzutage im Wald und verrottet teilweise erst in Jahrhunderten – wenn es nicht mühsam wieder eingesammelt wird. Der Nationalpark appelliert deshalb unter anderen mit seiner Antimüll-Kampagne "NoTrash" immer wieder an die Besucher „Nehmt euren Müll wieder mit Nachhause! Die Natur sagt Danke!"

Foto: Thomas Beck


Wildkatzen-Foto-Studie belegt gute Bedingungen im Vorharz

Gemeinsame Presseinformation des BUND Thüringen und des Thüringer Umweltministeriums

Erfurt. Aktuelle Fotofallenbilder aus dem Nordwesten Thüringens zeigen: Die Waldgebiete des Vorharzes in den Landkreisen Eichsfeld und Nordhausen nördlich der A38 stellen einen idealen Lebensraum für die Wildkatze dar. Im Rahmen eines Projektes des BUND Thüringen wurden dort kürzlich so viele Wildkatzen von Fotofallen abgelichtet, wie nirgendwo sonst in Europa in einem vergleichbaren Zeitraum. Seit Start des Projektes im Mai entstanden bis Ende des Jahres bereits über 500 Fotofallenaufnahmen. Damit ist klar: Die Wildkatze hat in den oft naturnahen Waldgebieten im Nordwesten Thüringen einen wichtigen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands.

Siegesmund: „Ich freue mich, dass sich die Wildkatze im Vorharz offenbar sehr wohlfühlt. Ihr Vorkommen in der Region ist ein wichtiger Erfolg für den Artenschutz und eine Bereicherung für den Wald.“

Die Belege für die Ausbreitung der Wildkatze sind ein Nebenfang eines BUND-Projektes, das vorrangig zum Ziel hat, die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland zu erforschen. Es wurde vom Umweltministerium im Jahr 2020 in Höhe von 35.000 Euro gefördert. Neben zahlreichen Nachweisen des Luchses gelangen eben auch ungewöhnlich viele Aufnahmen der Wildkatze. Die ersten 214 Aufnahmen wurden kürzlich im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen ausgewertet. Zwar lässt sich der Bestand der Wildkatzen mit den verwendeten Methoden nicht direkt ermitteln, die Häufigkeit, mit der die Wildkatzen im Vorharz abgelichtet wurden, und die Anzahl der fotografierten Tiere deuten aber daraufhin, dass die Art dort in großer Individuenzahl vorkommt.

Dieses Ergebnis freut Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Wildkatze ein, beispielsweise durch die Schaffung von Ausbreitungskorridoren. Umso mehr freuen wir uns, dass auch unser Luchsprojekt noch einige offene Fragen zu Vorkommen und Verbreitung der Wildkatze beantworten kann“.

Hintergrund:

Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Die Wildkatze streifte bereits durch unsere Wälder lange bevor die ersten Hauskatzen von den Römern in Mitteleuropa eingeführt wurden. Dennoch sind sie leicht mit grau-braun gemusterten Hauskatzen zu verwechseln. Charakteristische Unterscheidungsmerkmale sind die stärker verwaschene Fellzeichnung und ein deutlich geringelter, buschiger Schwanz. Lange war der Bestand der Wildkatze in Deutschland bedroht. Dank effektiver Schutzmaßnahmen (z.B. Habitatvernetzung) erobert sich die Wildkatze heute große Teile ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zurück.

Mehr Informationen:
https://www.bund-thueringen.de/luchs-mitteldeutschland/

Fotos: BUND/ Universität Göttingen


Ida, Fortuna, Georg-Friedrich und Morgenstern – ein Führer durch 300 Mio. Jahre Geologie und 2000 Jahre Bergbau bei Liebenburg

Liebenburg – Goslar. Schloss Liebenburg, Eisenerzbergwerk Morgenstern, Schroederstollen, Gipskuhle Othfresen und Schwarzpulverfabrik Kunigunde – das sind nur einige der interessantesten Geopunkte, die der BUND in seiner Geopark-Broschüre „Der südliche Salzgittersche Höhenzug“ auf acht Erlebnispfaden vorstellt. Ergänzt durch sechs Informationstafeln im Gelände wird so einer der spannendsten Teile des Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen erschlossen.

Wussten Sie, dass die Innerste einmal ein Nebenfluss der Oker war und das heutige Schloss Liebenburg an ihrem Ufer gestanden hätte? Dass die Germanen schon vor 2000 Jahren das hiesige Eisenerz abbauten? Oder dass die Sedimente des Morgenstern-Teichs erhöhte Arsengehalte haben, weil das hier abgebaute Eisenerz hohe Arsengehalte aufwies, die sich nun in diesem ehemaligen Schlammteich der Eisenerzaufbereitung der Grube Morgenstern wiederfinden? Diese und viele weitere Details sind in der 80-seitigen Broschüre nachzulesen, die jetzt in dritter Auflage online erschienen ist.

Der südliche Teil des Salzgitterschen Höhenzugs befindet sich am Nordrand des Landkreises Goslar und grenzt an das Gebiet der Stadt Salzgitter, in dem sich die Fortsetzung dieses Waldrückens befindet. Er ist sowohl aus Sicht des Naturschutzes als auch der Geologie und der Landeskunde eine Besonderheit und sehr schutzwürdig. Die Europäische Union hat ihn sogar großenteils in ihr Schutzgebietssystem Natura 2000 aufgenommen – ein Gebiet, das sozusagen die diplomatische Naturschutz-Anerkennung von Brüssel bekommen hat.

Es gab bisher praktisch keinerlei populäre und öffentlich verfügbare Darstellung oder Broschüre, in der sich Besucher und Anwohner über den gesamten südlichen Salzgitterschen Höhenzug informieren konnten. Die Folge war ein Wissensdefizit vieler Bürger über die Schutzwürdigkeit des Gebiets. Vor diesem Hintergrund hatte der BUND mit Fördermitteln eine Bestandsaufnahme im Gebiet durchgeführt und mehrere Natur-Erlebnispfade beschrieben, die insbesondere auch für Kinder, Jugendliche und Familien geeignet und teilweise sogar barrierefrei sind. Darüber hinaus entstand diese Broschüre, in der viele Besonderheiten von Natur, Landschaft und Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen für das Gebiet dargestellt sind. Das Projekt wird abgerundet durch Informationstafeln, die ebenfalls den genannten Kriterien genügen.



Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der Broschüre zeigt, welche Vielfalt an Themen das Gebiet aufweist: Schutzwürdige Natur mit FFH-, Naturschutz und Landschaftsschutzgebieten, Weidenutzung und Kalk-Halbtrockenrasen, Mittelwaldnutzung sowie eine spannende Pflanzen- und Tierwelt, Geologie und Bergbaugeschichte. Beschrieben werden folgende Geo-Routen, Erlebnispunkte und Erlebnispfade: 1. Ein Profil durch den Höhenzug – der Aufschluss im Flöteberg; 2. Geologische und biologische Vielfalt: Flöteberg, Galgenberg, Grevelberg und Gipskuhle Othfresen; 3. Kunigunde – Eisenhütte und Pulverfabrik an der Innerste; 4. Die Innerstemulde; 5: Mittelwald bei Dörnten und Naturschutzgebiet Grube Barley; 6: Bergbaurelikte – die Gruben Georg-Friedrich bei Dörnten und Fortuna bei Groß Döhren; 7: Schroederstollen bei Groß Döhren – 2005 wieder geöffnet; 8: Die Eisenerzgrube Morgenstern – ein Umweltskandal.

Ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis rundet die Broschüre ab. Gewidmet ist sie dem Goslarer Naturschützer Volker Schadach. Er gründete 1983 die Arbeitsgruppe Biotop- und Artenschutz im BUND Goslar und 1987 den Verein „Natur- und Umwelthilfe Goslar e.V.", der im südlichen Salzgitterschen Höhenzug zahlreiche Biotope schützt und pflegt. Autoren des Bandes sind Dr. Friedhart Knolle, Dr. Martin Bollmeier, Anke Kätzel und Karl-Friedrich Weber.

Der südliche Salzgittersche Höhenzug. Acht Geopark-Erlebnispfade. BUND-Regionalverband Westharz, Goslar, 3. Auflage, https://www.bund-westharz.de/projekte/salzgitterscher-hoehenzug/

Abbildungen: Titelbild und Eisenerz-Förderwagen am ehemaligen Schacht Bismarck in Liebenburg-Heimerode, Foto Verlag Schadach.


UNSER HARZ Januar 2021 ist erschienen

Aus dem Inhalt

  • Volkmar Hering: Antimonitseigerung auf der Jost Christian-Zeche bei Wolfsberg im Harz
  • Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes, Folge 3
  • Lutz Wille: Wie viele Schellen hatte das Geläut der Harzer Kuhherden und wie wurde gestimmt?
  • Uwe Fricke: Drei Jahre nach dem Katastrophenalarm im Landkreis Goslar
  • H. Hille: Hochtiedsgedicht
  • Nationalparkforum: Neuer Wald in Bündeln und Rekordernte von Bucheckern – eine Waldbilanz 2020 des Nationalparks Harz in der Klimakrise

Auch wenn der Harz endlich sein schönstes Schneekleid angezogen hat, täuscht doch nichts über den Klimawandel hinweg: 2020 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Mit den Folgen beschäftigen sich in diesem Heft gleich zwei Beiträge: Kreisbrandmeister Uwe Fricke berichtet über Maßnahmen zum Katastrophenschutz drei Jahre nach dem Hochwasser 2017 im Landkreis Goslar und im Nationalparkforum zieht Sabine Bauling eine „Waldbilanz 2020 in der Klimakrise“.

 

Herr Dr. Sanders nimmt in seiner Serie über Zeichnungen von „Merkwürdigkeiten des Harzes“ zwei Tafeln zum Anlass, um die geologische Entstehung des Harzes im Allgemeinen und die der Hirschhörner wie auch der Hopfensäcke im Besonderen anzureißen. Montangeologisch und historisch angelegt ist der Artikel von Herrn Hering über die einzige Antimonlagerstätte des Harzes, die Jost Christian-Zeche bei Wolfsberg südöstlich von Stolberg. Sein Beitrag basiert auf eigenen Funden, die er in fachkundige Hände übergeben hat.

 

Ein gänzlich anderes Thema untersucht Dr. Wille, der sich dem Harzer Schellengeläut widmet. Wieviele Schellen hatte es und wie wurde es gestimmt? Ein Mundartgedicht aus dem Nachlass von Herrn Dr. H. Hille bringt uns die Slanstiddesche Mundart näher.

 

Ich freue mich, Ihnen ein so vielseitiges Heft zum Jahresbeginn vorlegen zu können und bin bestrebt, dass es 2021 so spannend und vielseitig weitergeht.

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):

Altenau: GLC-Touristinformation

Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark

Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16

Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus

Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage

Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr. Willi-Bergmann-Str. 11.

 

Foto: Der neue Wald kommt - die Buchen stehen in den Startlöchern, Aufnahme Sabine Bauling.


Neuerscheinung: Die Flora des Nationalparks Harz

Wernigerode. Soeben erschien ein mit 575 Seiten besonders umfangreicher Band aus der wissenschaftlichen Schriftenreihe des Nationalparks Harz – es geht um die Flora des Schutzgebiets. Ein Team von elf Autoren hat über viele Jahre das aktuelle Fachwissen über das zusammengetragen, was im Nationalpark Harz floristisch wächst und gedeiht. Insgesamt 1.200 Farn- und Blütenpflanzenarten werden in Text und mit 850 farbigen Abbildungen beschrieben.

Seit der Gründung der Nationalparke im Harz und besonders nach deren Fusion zu einem länderübergreifenden Nationalpark erfolgt eine intensive wissenschaftliche Arbeit. Diese Arbeit hat zuerst in der Inventarisierung der Lebensräume einen Schwerpunkt, der sich zukünftig mehr und mehr auf die Dokumentation der Entwicklungsverläufe in den Ökosystemen verlagern wird. Noch aber ist die Bestandsaufnahme vieler Artengruppen nicht abgeschlossen.

 

Im Schutzgebiet wurden rund 1.200 Arten an höheren Pflanzen nachgewiesen, das sind etwa 35 % des gesamtdeutschen Artenbestands. Und das angesichts der Tatsache, dass der Nationalpark Harz mit seinen 24.732 ha zwar einer der größten Waldnationalparke Deutschlands ist, aber nur etwa 0,07 % der Fläche der Bundesrepublik einnimmt.

 

Wie bereits für die in vorangegangenen Bänden aufgelisteten Moose (44 %), Pilze (30 %) und Flechten (26 %) entsprechend, wird deutlich, dass das Schutzgebiet eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt und Artendichte in seinen Naturräumen hat. Die Flora korrespondiert dabei sehr eng mit der für den Nationalpark erarbeiteten Vegetationskarte (kartografische Erfassung der Pflanzengesellschaften), d. h. der nächsthöheren Ebene der Organisation in den Ökosystemen.

 

Der Darstellung des aktuellen Pflanzenbestands ist eine kurze Geschichte der floristischen Erforschung des Nationalparks vorangestellt, die erkennen lässt, dass die Tradition dieser Forschung bis in das 16. Jh. zurückreicht. Brocken, Heinrichshöhe, Bruchberg und Rehberg sowie die Oberharzer Moore waren geradezu klassische botanische Exkursionsziele. So wurde im Harz auch die weltweit erste Flora geschrieben. Aus der Übersicht zur aktuellen Zusammensetzung der Flora im Nationalpark  ergibt sich, aus welchen Vegetationszonen Arten nacheiszeitlich in den Harz eingewandert sind. Dabei zeigt die Einschätzung der Natürlichkeit der Florenausstattung, dass nur etwa die Hälfte der heutigen Arten als im Nationalpark indigen, d. h. standortheimisch betrachtet werden kann. 80 Arten sind als Folge der Kultur durch den Menschen sog. Alteinwanderer (Archäophyten), knapp 70 Arten sind Neophyten. Fast 150 Arten kamen durch Kultur in das Gebiet, ganz überwiegend infolge forstlicher Anpflanzungen. Anderen Arten wurde durch die Veränderung der Landschaft durch den Menschen erst Lebensraum geschaffen. Es ist zu erwarten, dass diese Arten der „Kulturlandschaft“ mit zunehmender Naturnähe in den Lebensräumen des Nationalparks abnehmen werden.

 

Es werden auch aktuelle Themen aufgegriffen. So gibt es Hinweise auf Arten, deren Ausbreitung und Wachstum mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen, zum Vorkommen von „salztoleranten“ Arten an Straßenrändern, zum Einwandern von Neophyten und zum Rückgang von autochthonen und lange im Gebiet beheimateten Arten usw.

 

 

Welche Bedeutung hat die Bestandsaufnahme der Flora?

 

Der Harzer Nationalparkplan ist die praktische Leitlinie und schreibt die Schritte der Umsetzung der langfristigen Nationalparkkonzeption fest. Diese Fachplanung setzt eine möglichst genaue Kenntnis der vorhandenen Artengarnitur voraus, von den Algen über Pilze bis zu den Säugetieren. Die über 25 Jahre zusammengetragenen Daten zu den höheren Pflanzen sind zentraler Baustein, da diese Pflanzen den Hauptanteil der Biomasse ausmachen und Grundlage für das Leben vieler anderer Artengruppen bilden. Trotz der langen Bearbeitungszeit, die einfach der Größe des Gebietes und der schweren Zugänglichkeit vieler Bereiche geschuldet ist, ist mit der Flora des Nationalparks Harz die Ausgangssituation beschrieben, von der die auf Jahrhunderte ausgerichtete Rückkehr zu sekundären Naturwäldern eingeleitet wurde. Es ist dies also die Artenausstattung auf der „Startlinie“, die sehr detailliert erfasst ist, und auf die in späteren Jahrzehnten und Jahrhunderten immer wieder Bezug genommen werden kann. Für ein Schutzgebiet wie den Nationalpark, der die Naturdynamik zum wichtigsten Weg in die Zukunft erklärt hat, ist das ein unverzichtbarer Bezugspunkt. Da wir gegenwärtig dramatische Umbrüche in den Wäldern sehen, wird die Flora der ersten Stunde in allen Facetten so auch nicht mehr zu beobachten sein.

 

 

Wer hat die Arbeiten an der Flora ausgeführt?

 

Das Zusammentragen der Fundortangaben zu den 1.200 Pflanzenarten ist ein Gemeinschaftswerk vieler Beobachter. Dazu gehören ausgewiesene Botaniker, die die Nationalparkverwaltung ehrenamtlich oder über bestimmte Auftragsvergabe unterstützt haben sowie zahlreiche Spezialisten für bestimmte Artengruppen und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung sowie der angeschlossenen Nationalparkhäuser. Insgesamt wirkten etwa 60 externe Mitstreiter mit. Das Gros des Bildmaterials steuerte Wilfried Störmer bei, der seine Arbeit im Nationalpark als Waldführer begann und noch heute ausführt. Die Federführung bei der Zusammenstellung der Daten und der Textgestaltung lag bei Dr. H.-U. Kison, bis 2016 Leiter des Fachbereichs Naturschutz, Forschung und Dokumentation. Die Redaktion des 575-seitigen Werkes lag in bewährter Weise bei Dr. Andrea Kirzinger und Ingrid Nörenberg, unterstützt durch Ute Springemann und Andreas Marten.

 

  

 

 

Was bringt die Flora Neues?

 

Es gab 2004 bereits eine Florenliste für den damaligen sachsen-anhaltischen Nationalpark Hochharz. Diese bildete den Grundstock für den heutigen Teil des gemeinsamen Nationalparks im Land Sachsen-Anhalt. Nach der Fusion der Parke wurde nun auch der niedersächsische Teil aktuell erfasst. Die Fundortangaben werden auf der Grundlage von topografischen Karten 1:25.000 mitgeteilt und sind den jeweiligen Länderteilen zugeordnet, so dass die Daten Eingang in die Länderkartierungen durch den NLWKN Hannover und das LAU Halle finden können. Die Fundortangaben erfolgen sehr detailliert und können so die Grundlage für weiterführende Untersuchungen sein (z.B. Pilze oder Insekten, die von oder an den Arten leben). Erstmals sind die Brombeeren des Nationalparks mit rund 50 Arten aufgenommen. Diese schwer bestimmbare Gruppe wurde von Werner Illig (Ilsenburg) bearbeitet. Da die Brombeeren in ihren Beständen stark zunehmen, ist hier eine wichtige Basiserfassung erfolgt. Neu ist auch die Aufnahme von im Harzer Schrifttum nachweisbaren volkstümlichen Pflanzennamen. Diese werden nicht nur genannt, sondern es wird auch erläutert, worauf diese Pflanzenbenennungen Bezug nehmen.

 

 

An wen richtet sich die Nationalparkflora?

 

Zu allererst ist die Flora eine Dokumentation und Arbeitsgrundlage für das Schutzgebiet. Die Daten haben zentrale Bedeutung für die zukünftige Erfüllung der Monitoring-Aufgaben (Waldforschung, Vegetationsentwicklung), aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung des Nationalparks. Das Buch soll aber auch alle an der Botanik Interessierten ansprechen und anregen, die Pflanzenwelt des Oberharzes kennenzulernen. Dem kommt entgegen, dass die aufgeführten Fundortangaben ganz überwiegend an Wegen und für jeden zugänglichen Stellen erfolgen (Wegegebot). Diesem Anliegen dient auch die reiche Bebilderung mit 850 Pflanzenaufnahmen, z.T. als eindrucksvolle Detail- und Makrofotografien. Mit entsprechenden Vorkenntnissen oder dem Einsatz moderner Smartphone-Apps für die Pflanzenbestimmung können die eigenen Beobachtungen über die Abbildungen abgeglichen werden.

 

 

Welche Informationen finden sich zu den Arten?

 

Die Arten sind alphabetisch nach ihren aktuellen botanischen Namen geordnet; ein Register am Ende erlaubt das Suchen nach deutschen Pflanzennamen. Zu jeder Art gibt es eine Information zu ihrer großräumigen Verbreitung sowie eine Status-Einschätzung, z.B. einheimisch, neophytisch oder eingeschleppt. Dann folgen Angaben zur Ökologie der Art im Nationalpark, zum Vorkommen in bestimmten Pflanzengesellschaften oder zum Zeigerwert der Art. Auch in der Nationalparkregion bekannte volkstümliche Namen werden aufgeführt, sofern diese der Literatur zu entnehmen waren. Den Hauptteil der Beschreibung nehmen die nach Länderanteilen geordneten Fundortangaben ein. Nach Möglichkeit sind aus allen Regionen des Nationalparks Fundorte benannt. Im Literaturverzeichnis sind historisch bekannt gewordene Fundortangaben zusammengestellt. Letzteres erfolgt in der Regel im Originalwortlaut, da eine Reihe der Quellen schwer zugänglich ist. Somit ist eine umfassende Information zu jeder Art gegeben, die sowohl die Geschichte der Beobachtung als auch ihren heutigen Status sehr genau beschreibt.

 

Kison, H.-U., Ciongwa, P., Czichowski, H.-J., Hammelsbeck, U., Herdam, H., Illig, W., Karste, G., Sprick, P., Thiel, H., Wegener, U. & Störmer, W. (2020): Flora des Nationalparks Harz. – Schriftenreihe aus dem Nationalpark Harz Band 19, 575 Seiten, 1.200 Pflanzenarten, 850 farbige Abb., ISSN 2199-0182, Schutzgebühr: 20,00 Euro.

 

Das gedruckte Buch ist bei der Nationalparkverwaltung Harz für 20,- € zzgl. Versandkosten erhältlich: Lindenallee 35, 38855 Wernigerode, poststelle@npharz.sachsen-anhalt.de. Zudem steht der Band auf der Nationalpark-Webseite als kostenloser PDF-Download zur Verfügung: https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/Flora-des-Nationalparks-Harz

 

Fotos: 

Wächst in den Hochmooren des Nationalparks Harz – die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Bildautor: Wilfried Störmer 

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) kündigt auf kalkreichen Standorten im Nationalpark Harz den Frühling an. Bildautor: Wilfried Störmer


Altenau-Torfhaus: Der Berg ruft! FÖJ in der Wildnis zu vergeben
Freiwilligendienst für 6 Monate im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Altenau-Torfhaus. Genug vom Lockdown? Du willst raus und etwas tun? Ab dem 1. März 2021 vergeben wir für sechs Monate einen Platz im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Hier kannst du dich für die Natur einsetzen, Tiere und Pflanzen des Harzes kennen lernen und dein Wissen an die interessierten Besucher und an Kinder- und Jugendgruppen weitergeben.

Bevor wir dich in die Wildnis schicken, wirst du in die Natur des Harzes, ihre Tier- und Pflanzenwelt, in die historische Waldnutzung und in die aktuellen Entwicklungen und die Auswirkungen der Klimaerwärmung eingearbeitet. Auch pädagogisches Basiswissen geben wir dir mit auf den Weg. Nachdem du bei einigen Führungen hospitiert hast, ist es dann bald an der Zeit, dass du selber mit Gruppen unterwegs bist und die Wildnis rund um Torfhaus und auf dem Weg zur Wolfswarte oder zum Brocken erkundest.

Neugierig geworden? Dann schick uns deine Bewerbung per E-Mail oder ruf uns an. Wir freuen uns auf dich.

Das erwartet dich:

  • 6 Monate FÖJ
  • Einarbeitung in die Nationalparkthemen
  • Teilnahme an den FÖJ-Seminaren der Niedersächsischen Naturschutzakademie (z. T. online)
  • Infotresen und Betreuung der Ausstellung
  • Führungen und Exkursionen
  • Ein Taschengeld
  • Sozialversicherung

 

Dieser FÖJ-Platz richtet sich an junge Leute aus der Region Bad Harzburg/Goslar/Braunlage. Leider ist unsere Freiwilligenunterkunft derzeit belegt, so dass du von zu Hause aus pendeln musst.

 

Frau Heike Albrecht-Fechtler

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Torfhaus 8 | 38667 Torfhaus

Tel. 05320 33179-0

post@torfhaus.info | www.torfhaus.info

 

Hintergrundinformationen

 

Nationalpark Harz

 

Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Bereits auf etwa 62 % der Fläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

 

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

 

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Pro Jahr bietet das Team etwa 450 Veranstaltungen mit ca. 5.000 Teilnehmern an.

 

Foto: Umweltbildungsarbeit im Nationalpark Harz, Aufnahme Nationalpark Harz.


Naturerlebnis und Naturschutz bei Schnee und Eis - Den Tieren im Winter die schwere Zeit erleichtern

Neuschnee lockt und macht den Harz derzeit besonders anziehend für Erholungssuchende. Der Nationalpark Harz bietet in diesen Wintertagen zahlreiche Winterwanderwege in herrlicher Natur. Doch für die Tierwelt ist der Winter die schwerste Zeit!

 

 

Der Nationalpark Harz bittet daher, bei allem Winterspaß an Sport und Spiel den rücksichtsvollen Umgang mit der Natur nicht zu vergessen. Wanderer sollten unbedingt auf den beschilderten ausgewiesenen Wanderwegen bleiben. Wer querfeldein läuft, richtet oft unbewusst schwere Schäden in der Natur an. Tiere werden aufgeschreckt und aus ihren Verstecken vertrieben. Finden sie danach nicht genug Nahrung, um wieder zu Kräften zu kommen, kann das ihren Tod bedeuten. Die Nationalparkverwaltung bittet daher eindringlich, die Wege nicht zu verlassen, Lärm zu vermeiden, Hunde anzuleinen und auf das Wandern in der Dämmerung und bei Nacht freiwillig zu verzichten.

 

Foto: Die Tiere haben es im Winter besonders schwer – Rücksicht ist geboten. Aufnahme Armin Maywald.


Protest gegen die Verfüllung des Steinbruchs Marienhagen bei Duingen (Landkreis Hildesheim) und die Zerstörung von Fledermauswinterquartieren

Hildesheim. Siegfried Wielert, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V., die im gesamten norddeutschen Raum in Sachen Höhlenforschung und Fledermausschutz aktiv ist, hat heute Anzeige gegen unbekannt wegen der Verschüttung von Sonderbiotopen, die nach Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz stehen, im Steinbruch Marienhagen bei Duingen. Im Herbst in die Höhlen und Klüfte des Steinbruchs zur Überwinterung eingeflogene Fledermäuse können diese auf Grund der Vorschüttungen nicht mehr verlassen und sind auf diese Weise zum Tode verurteilt.

 

 

Die Höhlenforscher fordern die sofortige Unterbrechung der Arbeiten und den Rückbau der Vorschüttungen, siehe auch die anliegenden Fotos, die am gestrigen Sonntag aufgenommen wurden. Die Arbeiten dürfen erst nach eingehender Kontrolle, ob Fledermäuse in den Objekten sind, fortgeführt werden, wenn sie denn überhaupt genehmigt sind. Zumindest sind sie zum jetzigen Durchführungszeitpunkt nicht genehmigungsfähig, denn die Fledermäuse befinden sich bereits im Winterquartier.

 

 

„Seit Monaten bemühen wir uns bei den zuständigen Behörden um Aufklärung und haben unsere Fledermausdaten und anderen Beobachtungen immer wieder gemeldet“, so Dr. Friedhart Knolle, der 2. Vorsitzende des Vereins. Die Informationen flossen jedoch nur spärlich und man hielt uns über das halbe Jahr hin. Selbst die genaue Genehmigungslage wurden uns nicht mitgeteilt – ein unerträgliches und bürgerfernes Verhalten, das wir so nicht akzeptieren werden.

 

 

Fotos Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V.


Presseinformation des BUND Thüringen: Naturgipsausstieg muss jetzt auf den Weg gebracht werden – BUND Thüringen fordert Einrichtung einer Gipskommission

Erfurt. In einem Brief an die an die Landesregierung sowie an den Landtag fordert der BUND Thüringen den Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis spätestens 2045. Der Verband beruft sich dabei auf sein Gutachten "Umweltverträgliche Alternativen zum Abbau von Naturgips". Eine Gipskommission auf breiter gesellschaftlicher Basis solle den Prozess in Zukunft begleiten. Neuverritzungen und Erweiterungen bestehender Gipstagebauen im Südharz erteilt der Verband dagegen eine klare Absage.

„Der Abbau von Naturgips vernichtet unwiederbringlich weltweit einzigartige Landschaften im Südharzer Gipskarstgürtel und damit die Zukunft einer ganzen Region“, mahnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Unser Gutachten belegt, dass Naturgips in naher Zukunft verzichtbar sein wird. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden.“

Das BUND-Gutachten belege, dass strengere Regelungen für das Recycling von Gipsprodukten den Bedarf an Naturgips in Zukunft deutlich reduzieren. Gleichzeitig könnten bisher vernachlässigte Potenziale von Chemiegipsen erschlossen und nachwachsende Rohstoffe als Substitute für Gips, insbesondere im Baubereich, gefördert werden.

Hoffmann: „Naturgips ist ein wertvoller und vor allem endlicher Rohstoff. Deshalb müssen wir schon jetzt an die Zukunft denken und den strukturellen Wandel in der Südharzer Gipskarstlandschaft auf den Weg bringen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn Industrie, Gewerkschaften, Umweltverbände und regionale Akteure beteiligt werden. Deshalb fordern wir vom Land Thüringen die Einrichtung einer Gipskommission, analog zur Kohlekommission, die diesen Prozess gestaltet. Ministerpräsident Ramelow hat ein solches Gremium beim Gipssymposium in Nordhausen im September 2019 bereits zugesagt. Dies gilt es jetzt in die Tat umzusetzen.“

Der Genehmigung weiterer Abbauflächen erteilt der Verband vor diesem Hintergrund eine klare Absage: „Wir fordern die Thüringer Landesregierung auf, sich an ihr Versprechen bei Amtsantritt zu halten und keine neuen Gipstagebaue im Südharz zu genehmigen. Gerade in Zeiten des akuten Artensterbens ist es unsere Pflicht, Landschaften mit solch einmaliger Artenausstattung zu bewahren und sie für kommende Generationen zu entwickeln. Dafür müssen wir jetzt den Grundstein legen.“

Das vom BUND in Auftrag gegebene Gutachten finden Sie unter:

https://www.bund-thueringen.de/gipskarst/


Kaffee für den Luchs – eine Spende für die Artenvielfalt

Bad Lauterberg – Wernigerode. Kaffee ist die Leidenschaft von Mark Schnibbe. Seine Harzer Kaffeerösterei hat ihren Sitz seit 2007 in Bad Lauterberg. In der Kaffeemanufaktur verwöhnt er mit leckeren Kaffeespezialitäten und feinen Süßigkeiten. Schnibbe kauft seinen Kaffee fair und sozial ein. Für die beste Qualität ihrer Produkte reisen er und seine Mitarbeiter in die Herkunftsländer ihrer Bohnen und haben so immer ein Auge auf Anbaumethoden und soziale Arbeitsbedingungen vor Ort. Das ist der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit und einen fairen Handel mit den Kleinbauern und den Plantagen.

Doch auch vor der eigenen Haustür möchte sich Mark Schnibbe für die Erhaltung von Flora und Fauna engagieren und seine Produkte in besonderer Weise mit der Harzer Heimat verbinden. Sein besonderes Interesse gilt dem Luchsprojekt Harz. Diesem Projekt verdanken wir es, dass die größte europäische Katzenart im Harz erfolgreich wieder angesiedelt wurde.

Die Kaffeerösterei mit ihrer nachhaltigen Produktion weltweit und im Harz passt gut zum Luchsprojekt, findet dessen Leiter Ole Anders, der Leiter des Luchsprojektes. Aus diesem Grund ist ein gemeinsames Projekt entstanden. Der „Harzer Röstkaffee“ ist in verschiedenen Märkten, Restaurants und Hotels der Region erhältlich. Nicht zufällig ziert ein Luchskopf die Verpackung der braunen Bohnen. Für jedes verkaufte Kilo Kaffee fließen 50 Cent an das Luchsprojekt des Nationalparks Harz.

Mittlerweile ist eine stattliche Summe zusammengekommen – so konnte Mark Schnibbe dem Leiter des Luchsprojektes jüngst einen Scheck in Höhe von 4.660,- Euro übergeben. Das Geld fördert auf direktem Wege die Forschung und die Öffentlichkeitsarbeit für die größte europäische Katzenart.

Im Jahr 2000 starteten das Land Niedersachsen und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. gemeinsam dieses Wiederansiedlungsprojekt. Seither hat sich die Harzer Luchspopulation zu einer der vitalsten in ganz Europa entwickelt. Die Pinselohren sind längst zu einem Aushängeschild der Region geworden und breiten sich in das Umland des Mittelgebirges aus. Und auch Mark Schnibbe und der Harzer Kaffee haben zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen – dafür sagt der Nationalpark Harz DANKE!

Foto: Scheckübergabe von Mark Schnibbe (links) an Ole Anders, Rolf Steinke.


Fotowettbewerb HarzNATUR startet wieder Einsendeschluss ist der 14. März 2021

Der Nationalpark Harz ruft erneut gemeinsam mit der Jungfer Druckerei und Verlag GmbH und der SilverLynx Media GmbH aus Herzberg Fotografinnen und Fotografen auf, ihre schönsten und spektakulärsten Bilder aus dem Harzer Nationalpark beim Fotowettbewerb HarzNATUR 2021 einzureichen. Mit ihren Motiven von spannenden Tierbegegnungen, atemberaubenden Landschaften oder den kleinen Wundern am Wegesrand können Hobby- und Profi-Fotofreunde ihre Faszination für die Natur im Nationalpark Harz mit anderen teilen. Die schönsten Bilder begeistern regelmäßig viele Menschen in einer vielbeachteten Foto-Ausstellung und im jährlich erscheinenden Nationalpark-Fotokalender HarzNATUR.

 

Beim Fotowettbewerb HarzNATUR geht es vor allem darum, die eigene Begeisterung für die Harzer Natur in beeindruckenden Fotomotiven auszudrücken. Teilnehmen kann, wer Spaß am Fotografieren hat. Die Teilnahme ist kostenfrei. Einsendeschluss ist der 14. März 2021. Das Einhalten der Nationalparkregeln ist selbstverständlich auch beim Fotografieren Pflicht.

Alle Informationen zu den vier Wettbewerbskategorien, was es zu gewinnen gibt und die genauen Teilnahmebedingungen gibt es auf www.fotowettbewerb-harznatur.de  oder per Post oder Telefon beim Nationalpark Harz, Außenstelle Oderhaus, 37444 Sankt Andreasberg, Telefon 0 55 82 / 91 89 – 41.

 

  

 

Alle Teilnehmenden unterstützen aktiv die Harzer Luchse und ihre Erforschung, denn 100% der Erlöse des Fotokalenders kommen dem Luchsprojekt Harz zugute: Dieses ermöglichte mit einer erfolgreichen Wiederansiedlungskampagne die Rückkehr der großen Samtpfoten in den Harz und ihre Ausbreitung in angrenzende Gebiete. Heute widmet sich das Projekt vor allem der Dokumentation der weiteren Entwicklung und der Forschung beispielsweise zu den Ausbreitungswegen der Harzer Luchse.

 

  

 

Die beigefügten Gewinnerfotos des Wettbewerbs HarzNATUR 2019 sind im Zusammenhang mit dem Abdruck der Pressemitteilung frei: 

Kategorie A: „Erlenzeisig-Streit“ von Jürgen Borris aus Holzminden

Kategorie B: „Steine am Reitstieg“ von Dr. Marion Müller aus Goslar

Kategorie C und Gesamtsieg: „Kraftsportler“ von Thomas Hinsche aus Dessau-Roßlau

Kategorie D: „Der Alte“ von Hans-Joachim Gleichmann aus Clausthal-Zellerfeld


Weitere Nationalpark-Partnerbetriebe in Braunlage und Torfhaus ausgezeichnet

Wernigerode - Braunlage. Gemeinsam aktiv für das Schutzgebiet und die Region – das ist das Motto für die Arbeit der Nationalpark-Partnerbetriebe im Harz. Nachdem die große und lange geplante Auszeichnungsveranstaltung aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen nicht stattfinden konnte, zeichnen wir die Betriebe nun einzeln vor Ort aus. Jüngst kamen drei neue Betriebe in Braunlage und Torfhaus dazu.

 

 

Das Rodelhaus am Wurmberg

 

Seit 1908 schreibt das Rodelhaus in einer Höhe von 720 Metern am Wurmberg in Braunlage Waldgaststätten-Geschichte. 2008 übernahm Judith Bothe das historische Haus und ist seitdem dabei, dessen Zukunft mit Herz und Seele neu zu gestalten. Dabei legt sie sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Was die Gäste im Rodelhaus schmecken, riechen, sehen und erleben können, sind Produkte, die fair erzeugt und gehandelt werden. Entschleunigung im Genuss entdecken – das kann man im Rodelhaus. Es ist im Slow-Food-Genussführer und wurde mit der Regionalmarke „Typisch Harz“ ausgezeichnet. Beste Voraussetzungen also, um auch Partner des Nationalparks zu werden. Das Rodelhaus ist das erste Gasthaus, das sich aktiv im Partnernetzwerk engagiert, so Cordula Dähne-Torkler, die im Nationalpark Harz für das Partner-Projekt zuständig ist.

 

 

Ferienwohnungen Waldzwerge und Waldwichtel in Braunlage

 

Familie Becker hat mit ihren familien- und kinderfreundlichen Ferienwohnungen Waldzwerge und Waldwichtel in Braunlage ihre Nationalpark-Partnerschaft, die seit 2013 besteht, verlängert. Der Betrieb ist ein wichtiger und stets aktiver Partner, der sich sehr intensiv in den Neuausrichtungsprozess einbringt.

 

 

Jugendherberge Torfhaus

 

Die Jugendherberge Torfhaus ist Nationalpark-Bildungsstätte und von Beginn an Partner des Nationalparks Harz. Das besondere ökologische Umfeld des geschützten Standortes bietet hervorragende Möglichkeiten für die Umweltbildung. Mitten im Nationalpark Harz und am Fuße des Brockens gelegen, bietet die Jugendherberge Torfhaus in Kooperation mit dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus vielfältige Programme zum Thema Natur- und Umweltschutz an für Jung und Alt an, denn  Familien sind eine wichtige Zielgruppe der Jugendherberge Torfhaus, so die Jugendherbergsleiterin Kathleen Einbeck.

 

Fotos: Judith Bothe am Rodelhaus, Familie Becker in Braunlage, Jugendherbergsleiterin Kathleen Einbeck; Aufnahmen: Nationalpark Harz und Jugendherberge Torfhaus.