Öffentlichkeitsarbeit für den Luchs

Das Thema Luchs ist im Harz derzeit in aller Munde, und interessanterweise stellt sich heraus, dass es wenig Widerstand und um so mehr Faszination gibt. Der Luchs ist auch im Harz längst zur Sympathietierart geworden und nicht mehr das mit Angst besetzte, abgelehnte Tier von gestern. Hierzu hat die GFN  im Harz aktiv beigetragen.


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Die neuerliche Diskussion begann zu Beginn des Jahres 1994, ausgelöst durch  eine wissenschaftliche Tagung des Nationalparks Hochharz in Schierke, und hat sich dann immer stärker beschleunigt. Als sich gegen die Absicht des Niedersächsischen Umweltministeriums, die Wiedereinbürgerungschancen des Luchses im Harz erneut zu prüfen, Widerstand abzeichnete, brachte die GFN - z.T. in Kooperation mit Behörden und Verbänden - verschiedene Aufklärungsmaterialien zum Luchs heraus und organisierten eine breite öffentliche Akzeptanz.

Von manchen Fachleuten wird der Harz fälschlicherweise immer noch als für den Luchs ungeeignet bezeichnet. Doch bereits 1972 - als der Harz noch zweigeteilt und die territoriale und Nahrungsbasis für den Luchs sehr viel schlechter war als heute - kamen Gutachten zu einem positiven Ergebnis bezüglich dieser Frage. Der Harz bietet auch durchaus geeignete Ein- und Abwanderungsmöglichkeiten für den Luchs. Aus dem bekannten Quellgebiet in Tschechien gibt es einen Luchs-Migrationsweg über Elbe, Dübener Heide, Thüringer Becken und Kyffhäuser/Südharz in das Harzgebirge. Über diesen Weg sind einzelne Luchse in den 60er und 70er Jahren bis in das Selketal im Nordostharz eingewandert. Wandernde Luchse sind in dieser Zeit offenbar sogar noch weiter nach Norden vorgedrungen; der nördlichste Hinweis liegt aus dem Drömling vor.

Somit bestehen durchaus genetische Austauschmöglichkeiten der künftigen Luchspopulation im Harz; sie könnte eine wichtige Rolle im mitteleuropäischen Kontext spielen! Die GFN machte auf der Grundlage dieser Fakten seit 10 Jahren aktive und erfolgreiche Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für die Wiederansiedlung des Luchses im Harz.

Förderer des Harzer Luchs-Projektes:

   


Neues Luchsbuch erschienen

Nach langem Warten ist nunmehr endlich wieder ein Luchsbuch in deutscher Sprache erschienen - es ist das einzige am Markt. Die beiden Autoren Robert Hofrichter und Elke Berger haben über den heimlich und auf leisen Pfoten in unsere Wälder zurückkehrenden Luchs ein sehr gutes und lesenswertes Buch abgeliefert.

In der Schweiz, in Österreich, im südlichen Deutschland sowie im norddeutschen Harz gibt es wieder einige, langsam wachsende Luchspopulationen. Nur wenige Menschen werden diesen heimlichen Jäger je in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, und doch fasziniert die größte Wildkatze Europas viele Menschen. Diese Faszination ist eine sehr wichtige Grundlage des Schutzes dieser Tiere, und die Autoren schaffen es mühelos, den Leser in den Bann dieser Katzenart zu ziehen.

Alles Wissenswerte über den Luchs und seine Lebensweise findet sich hervorragend illustriert in diesem Buch. Welche Räume sind überhaupt „luchstauglich“, und wo in Europa ist er noch heute verbreitet? Welche Probleme stellen sich den Projekten einer gezielten Wiederansiedlung des Luchses und welche Auswirkungen hat ein stabiler Luchsbestand auf die anderen Wildtiere, die Jagd, auf Schafbauern und Almwirtschaft? Nicht nur aus der Sicht der Wildbiologie und Verhaltensforschung werden diese Fragen beantwortet, auch alle Betroffenen – Jäger, Bauern, Förster, Naturschützer – kommen zu Wort.

Auch die Harzer Luchse finden Erwähnung in diesem neuen Luchsbuch und auch die alte Luchs-Migrationsachse Tschechien - Elbe - Harz wird dargestellt. U.a. über diese schon von Stubbe erforschte Achse haben die Harzer Luchse perspektivisch Anschluss an die tschechische Luchspopulation.

Mit faszinierenden Bildern und informativen Texte ist dieses Buch DAS Luchsbuch schlechthin - ihm ist eine 2. Auflage nur zu wünschen. In dieser könnte das Harzer Luchsprojekt mit dem nunmehr seit Jahren bewährten Kooperationsmodell mit der Niedersächsischen Landesjägerschaft ggf. etwas ausführlicher dargestellt werden, denn nur MIT den Jägern wird es gelingen, diese faszinierende Tierart in unseren Landen wieder dauerhaft anzusiedeln.

Der Autor Dr. Robert Hofrichter ist Zoologe/Biologe, freier Journalist, Naturfotograf und Mitarbeiter am Zoologischen Institut der Universität Salzburg, und durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. Die Autorin Elke Berger ist Journalistin.

Robert Hofrichter und Elke Berger: DER LUCHS - Rückkehr auf leisen Pfoten. Leopold Stocker-Verlag, Graz - Stuttgart 2004. 160 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 16,5 x 22 cm, Hardcover. Verkaufspreis € 19,90. ISBN 3-7020-1041-6. Bestellung über den Buchhandel oder online unter http://www.stocker-verlag.com/index.php/hybris/detail/1243


Luchs-Links:

www.luchsprojekt-harz.de
Das Luchsprojekt im Harz
www.luchs.de
Das Luchs-Beraternetz im Pfälzerwald
www.pfaelzerwald-luchs.de
Mehr zu den Luchsen im Pfälzerwald
www.biosphere-vosges-pfaelzerwald.org
Mehr zu den Luchsen im Pfälzerwald
www.luchsprojekt.de
Luchse im Bayerischen Wald
www.der-luchs.de
Luchse im Schwarzwald