... es freut uns, dass Sie sich für einen Wandertipp im Nationalpark Harz entschieden haben!


Auf Goethes Spuren durch den Harz - der Goetheweg verbindet Torfhaus und Brocken

Start und Ziel der Wanderung ist die Bushaltestelle Torfhaus der Verkehrsgemeinschaft Harz. Auf einer Strecke von 8 km (16 km für Hin- und Rückweg) können Sie den Nationalpark Harz aus verschiedenen Perspektiven erleben. Etwa 330 m Höhenunterschied sind zu überwinden, doch der Weg ist gut begehbar und der Aufstieg leicht zu schaffen. Sie sollten allerdings ausreichend Zeit (für Hin- und Rückweg ca. 6 h) und festes Schuhwerk mitbringen.

Das "Alte Torfhaus"

Die Siedlung Torfhaus hat eine lange Geschichte. Bereits im Jahre 1713, als man begann, in den umliegenden Mooren Torf abzubauen, wurde hier das erste Haus errichtet. Über die Grenzen hinaus bekannt wurde das Torfhaus, nachdem Johann Wolfgang von Goethe am 10. Dezember 1777 in Begleitung von Torfhaus-Förster Degen von hier zu seiner ersten Brockenbesteigung aufbrach. Die Wanderung durch unwegsames Gelände bei hohem Schnee hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf den in einer schöpferischen Krise steckenden Dichter. Das Erlebnis unberührter Natur und die Freude darüber, den Gipfel erreicht zu haben, verliehen ihm neue Schaffenskraft. Sein Brockenerlebnis verarbeitete Goethe im "Faust" - der Harz erlangte hierdurch Weltruhm. Ausgehend vom Großparkplatz Torfhaus am Nationalparkhaus Altenau-Torfhaus (täglich geöffnet, Tel. 05320/263, http://www.torfhaus.info) wandern wir parallel zur B4 in Richtung Braunlage. Diese Bundesstraße passieren im Jahresdurchschnitt täglich rund 6.000 Fahrzeuge, an Wochenenden sind es mehr als 15.000 Fahrzeuge. Der Goetheweg, der uns auf den höchsten Harzgipfel führen wird, beginnt am letzten Haus von Torfhaus. Welche Route Goethe seinerzeit eingeschlagen hat, ist heute allerdings nicht mehr genau zu rekonstruieren - vermutlich ist es eine Route nahe dem heutigen Sandweg.

Das Große Torfhausmoor

Die Häuser von Torfhaus hinter uns lassend, folgen wir dem Goetheweg und biegen ein in einen Fichtenwald. Dieser lichtet sich schon nach kurzer Zeit und wir folgen dem Weg nach links auf den neuen Bohlensteg über das Moor. Dort haben wir den Blick frei auf eine große, leicht nach oben gewölbte Fläche. Wir stehen hier auf dem Großen Torfhausmoor, auch Radauerbornmoor genannt, einem Hochmoor, das zu den größten und ältesten des Harzes zählt. Seine Entstehung geht auf die Zeit um 8.300 v. Chr. zurück. Die Moore gehören zu den ursprünglichsten Naturlandschaften im Nationalpark Harz. Sie bilden einzigartige Lebensräume, die stark gefährdete und nur dem Leben in diesen Bereichen angepasste Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben bewahren. Im Großen Torfhausmoor leben neben vielen anderen interessanten Pflanzen die Zwergbirke und die Schlammsegge, zwei Arten, die als Eiszeitrelikte gelten. Die bedeutendsten Moorpflanzen sind die Torfmoose, die hier dichte Rasen bilden. Bei ausreichender Feuchtigkeit wachsen Torfmoose immer weiter in die Höhe, während die unteren Schichten absterben und Torfe bilden. Auf diese Weise haben sich im Großen Torfhausmoor mächtige Torflager gebildet, die eine auch für den Harz seltene Höhe von über 5 m erreichen.

Der Abbegraben

Wir folgen nun weiter dem Goetheweg und begleiten einen erst nach Goethes Wanderung künstlich angelegten Graben, den Abbegraben. Dieser 1.540 m lange Graben ist Bestandteil der "Oberharzer Wasserwirtschaft", einem umfangreichen System von künstlichen Gräben, Teichen und unterirdischen Wasserläufen, das zwischen 1536 und 1866 von den Harzer Bergleuten unter großem Aufwand angelegt wurde und dem Antrieb der "Künste" in den Bergwerken diente. 

Der Quitschenberg

Während Goethe sich mit seinem Begleiter durch unwegsames Gelände schlagen musste, nutzen wir die heutigen bequemen Wanderwege. Wir wenden uns an der folgenden Wegegabelung nach rechts und erreichen nach einem weiteren leichten Aufstieg bald den Quitschenberg, auf dem zu Goethes Zeiten noch viele Quitschen (=Ebereschen) wuchsen. Da jedoch der Harzer Bergbau enorme Mengen Holz verschlang, wurden in späterer Zeit bevorzugt Fichten angepflanzt, die besonders rasch nachwachsen. Viele Fichten, die Sie hier sehen, sind tot, vernichtet von einem Borkenkäfer, dem Buchdrucker. Auch er ist eigentlich ein ganz natürlicher Bewohner unserer Wälder. Tritt er jedoch in Massen auf, so ist er in der Lage, die durch Umwelteinflüsse bereits geschwächten Fichten binnen kurzer Zeit zum Absterben zu bringen. Am Quitschenberg wird jedoch nicht, wie sonst üblich, der Versuch unternommen, die Vermehrung des Borkenkäfers durch Motorsäge, Schäleisen und Lockstofffalle aufzuhalten. Im Nationalpark soll sich die Natur aus eigener Kraft helfen. Erste Erfolge sind schon zu erkennen: Viele lichthungrige Ebereschen erobern die entstandene Freifläche zurück. Bald folgen die ersten Fichten. Der Nationalpark bietet uns die einmalige Chance, die Fichtenwälder des Harzes zu renaturieren. Ganz behutsam wird hier die natürliche Umwandlung der ehemaligen Nutzwälder in Naturwälder gefördert. Eine Informationstafel erläutert die Zusammenhänge.

Die Brockenbahn

Unsere Wanderung führt uns weiter durch dichten Fichtenwald. Wir streifen das Brockenfeldmoor und erreichen wenig später den "Eckersprung". So, wie die meisten Harzbäche den Mooren des Harzes entspringen, hat hier die Ecker ihre Quelle. Wir verlassen den schützenden Wald und treten hinaus auf eine Fläche, die nur noch mit wenigen Bäumen bestanden ist. Deutlich ist zu sehen, dass der Wuchs der Fichten hier gedrungener ist und viele Bäume bereits abgestorben sind. In dieser Höhenlage fällt es den Fichten bereits schwer, ihr Dasein gegen die extrem raue Witterung zu behaupten. Hier verlief auch die ehemalige innerdeutsche Grenze, deren Verlauf wir über eine kurze Strecke folgen. Vor uns liegt nun das Gleisbett der Brockenbahn. Bereits 1898 wurde in Drei-Annen-Hohne mit dem Bau dieser Bahn begonnen. Die Bauzeit betrug trotz der großen Schwierigkeiten nur 9 Monate. Am 27. März 1899 erreichte der erste Zug den Brocken. Damals erfolgte der Bahnbetrieb als Saisonbetrieb, so dass der Brocken nur vom 30. April bis zum 15. Oktober erreicht werden konnte. Bereits im Jahre 1900 fuhren 51.209 Personen mit der Brockenbahn auf den Berg, der seit Goethes Besteigung zu einem beliebten Ausflugsziel geworden war. Inzwischen hatte sich hier der Massentourismus entwickelt: Brockenhotel, Aussichtsturm, Observatorium und Wolkenhäuschen sowie die Teufelskanzel und der botanische Garten mit seinen seltenen Gebirgspflanzen sind nach und nach entstanden. Der Betrieb der Brockenbahn bringt aber auch erhebliche Probleme mit sich: Der Ansturm auf die Brockenkuppe wird durch die Bahn, die heute 10 bis 12 mal am Tag den Gipfel erreicht, stark gefördert. Ökologisch sinnvoll wäre es, wenn die Ölverluste und Luftverschmutzungen abgestellt und die Anzahl der Züge, die den Brockengipfel erreichen, reduziert werden könnte. Leider ist der Funkenflug der Brockenbahn in der trockenen Jahreszeit auch immer wieder die Ursache für Waldbrände.

Das Goethemoor

Während wir immer weiter dem Gleisbett der Brockenbahn folgen, können wir beiderseits des Weges die Eigentümlichkeiten der Vegetation des Goethemoores beobachten. Die Pflanzen der Hochmoore sind ganz besonders trittempfindlich, so dass der absolute Schutz dieser Gebiete zwingende Voraussetzung für deren Fortbestehen ist. Zu großer Schaden ist bereits durch den Torfabbau, der hier im Brockengebiet zwischen 1745 und 1776 betrieben wurde, entstanden. Der gewonnene Torf wurde in einem sehr aufwendigen Verfahren getrocknet und anschließend verkohlt. Die so gewonnene Torfkohle wurde zur Erzverhüttung genutzt. Auf diese Weise versuchte man dem zunehmenden Holzmangel des Bergbaus entgegenzuwirken. Auch Förster Degen hat Goethe auf dem Weg zum Brocken die Bedeutung der Moore für den Wasserhaushalt des Harzes erläutert und sein Verständnis für diese ungewöhnlichen Lebensräume geweckt. Immerhin werden mehr als 15% des im Harz fallenden Niederschlages von den Mooren festgehalten. Besonders im Frühsommer, wenn der Fruchtstand der Wollgräser ausgebildet ist, bietet sich ein herrliches Bild über das Moor.

Der Brocken

Immer näher kommen wir nun dem höchsten Gipfel des Harzes, dem Brocken. Geologisch gesehen stellt er ein gewaltiges Granitmassiv dar, dessen Ursprung bereits im Erdaltertum zu suchen ist. Das Klima des Gipfels ist extrem rau und entspricht etwa demjenigen Islands. Auf dem Brocken werden jährlich über 300 Nebeltage registriert und die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei kühlen 2,6 Grad C. Eine Folge dieser Witterungsbedingungen ist, dass die Waldgrenze am Brocken schon bei etwa 1.100 m Höhe erreicht wird, während sie in den Alpen mindestens 800 m höher liegt. Es ist also ganz natürlich, dass auf der Brockenkuppe keine Wälder wachsen, sondern subalpine Heiden. Als Goethe den Brocken bestieg, gab es die Brockenstraße, der wir nun folgen, noch nicht. Gerade der letzte Abschnitt seines Aufstiegs war recht beschwerlich und gefahrvoll. Auf dem Gipfel angekommen, zeigte sich Goethe tief beeindruckt. Er ließ sich von Degen herumführen, sah Hexenaltar und Teufelskanzel und ahnte trotz des Nebels, der den Gipfel umhüllte, die unbeschreibliche Aussicht. Auch wir haben nun den waldfreien Gipfel erreicht. Seit der Grenzöffnung kommen an Spitzentagen bis zu 50.000 Besucher täglich hier an. Aus diesem Grund ist es erforderlich, die empfindlichsten Bereiche durch Lenkungsgatter zu schützen. Der attraktive Brocken-Rundwanderweg lenkt die Besucher heute um die ganze Bergkuppe und bietet herrliche Ausblicke. Die Brockenkuppe ist als Bildungs- und Erholungszone des Nationalparks Harz ausgewiesen. Aufgrund der umfangreichen Bebauungen der Vergangenheit ist der natürliche Zustand des Gipfels heute nicht vollständig  wiederherzustellen. Nicht mehr benötigte Gebäude wurden mittlerweile abgerissen und die Flächen renaturiert. Der Natur wird heute auf dem Brocken wieder so viel Raum wie nur möglich gewährt. Mitten auf der Brockenkuppe finden wir das Wolkenhäuschen, das der Graf zu Stolberg-Wernigerode im Jahre 1736 als Schutzhütte für die damals noch seltenen Besucher erbauen ließ. Es war das einzige Gebäude, das bei Goethes Brockenbesteigung auf dem Gipfel stand. Gleich hinter dem Wolkenhäuschen finden wir auch das ehemalige Funkspionagegebäude der Staatssicherheit, wegen seines kuppelförmigen Dachaufbaus auch "Moschee" genannt. In diesem Gebäude befindet sich das Brockenhaus, eine Informationsstelle des Nationalparks Harz (täglich geöffnet, Tel. 03 94 55 / 5 00 05, www.brockenmuseum.de). Mit vielen interessanten Exponaten gibt es Auskunft über die Harzer Nationalparke, ihre Flora, Fauna und Geologie sowie das Klima und die wechselhafte Geschichte des Brockens. Von den Rangern des Nationalparks Harz erhalten Sie weitere Informationen.

Wir hoffen, dass Ihre Wanderung auf den Brocken interessant war oder noch sein wird. Durch die Ausweisung eines Nationalparks, also eines großräumigen, einheitlich geschützten Gebietes, ist es möglich, die ursprüngliche Schönheit dieses Teils des Harzes zu bewahren. Die Natur soll sich hier möglichst ungestört nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Durch umsichtiges und diszipliniertes Verhalten können auch Sie dazu beitragen, die Nationalparkidee zu verwirklichen und zu verbreiten.


Eine Wanderung über den Acker-Rundwanderweg zur Nationalpark-Waldgaststätte Hanskühnenburg

Wandern und Einkehren mit Fernblick

Wandern, Mountainbiking und auch Skilaufen im Winter - alles dieses bietet der Acker-Rundwanderweg; zudem ist er auf seinem nordwestlichen Abschnitt, dem "Reitstieg", mit herrlichen Fernblicken über die ganze Harzhochfläche einer der schönsten Wanderwege im Nationalpark Harz.

Müde oder durstig? Keine Angst! Auf halber Strecke der Wanderung liegt die Hanskühnenburg, eine der urigsten Waldgaststätten im Nationalpark Harz. Hier gibt es Getränke und auch eine deftige Mahlzeit aus der Küche von Familie Böttcher, dem Lonauer Wirtsehepaar der Hanskühnenburg.

Vom Aussichtsturm der Hanskühnenburg auf dem Acker schweift der Blick bei schönem Wetter bis zum Brocken und weit in das Südharzvorland. Nicht umsonst gilt die Hanskühnenburg als der "Brocken des Westharzes".

Acker-Wanderung auch von Lonau, Sieber und Riefensbeek-Kamschlacken möglich

Eine Wanderung auf den Höhenzug des Ackers und zur Hanskühnenburg ist sowohl aber nicht von Stieglitzeck, sonder auch von Lonau, Sieber und Riefensbeek-Kamschlacken möglich und zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis!

Der Name "Acker" hat übrigens mit dem Acker der Landwirtschaft nichts zu tun - er kommt vom mittelhochdeutschen "agger", was soviel wie Kamm oder Wall bedeutet - genau das ist die geografische Form des Acker-Höhenzuges.

Etwas Geologie - wir stehen auf dem Acker in einer alten Tiefseerinne!

Der Untergrund des Ackers wird aus geologischer Sicht von den harten Quarziten des Acker-Bruchberg-Zuges gebildet. Die große Gesteinshärte des Acker-Bruchberg-Quarzites bewirkt eine hohe Beständigkeit gegen Verwitterung und Abtragung, so dass der Acker-Bruchberg im Laufe der letzten Jahrzehntausende als Höhenrücken herauspräpariert wurde. Die Felsengruppe “Hanskühnenburg” ist eine Felsbildung aus diesem Gestein. Der Acker-Bruchberg-Quarzit besteht fast vollständig aus feinkörnigem, weißen bis hellgrauen Quarz. Das Gestein wirkt äußerlich sehr homogen und – abgesehen von Klüften – nahezu strukturlos. Mit der Lupe läßt sich an Bruchflächen jedoch erkennen, dass der Quarzit fast komplett aus Abermilliarden von winzigen Quarzkörnern besteht. Das Ursprungsgestein war ein sehr reiner Sand, dessen Schichtung sich nicht mehr erkennen läßt. Er wurde hier in der älteren Karbonzeit vor ca. 340 Mio. Jahren in Äquatornähe durch Erdbeben und untermeerische Rutschungen in eine Tiefseerinne verfrachtet und abgelagert. Der Verlauf der damaligen Tiefseerinne entspricht dem Verlauf des heutigen Acker-Bruchberg-Höhenrückens.

Wollen Sie noch mehr wissen?

Wollen Sie mehr über die Hanskühnenburg, die Sage von Hans dem Kühnen und darüber wissen, wann Goethe hier oben war und was er hier wollte? Dann müssen Sie die Wanderschuhe anziehen, Ihr Mountainbike besteigen oder die Langlaufskier anschnallen und den Nationalpark Harz bis zur Hanskühnenburg erwandern oder befahren! Herzlich willkommen im Nationalpark Harz und auf dem Acker!

Nationalpark-Waldgaststätte Hanskühnenburg >>> Kontakt: www.hanskuehnenburg-im-harz.de

Die Tourenlänge von Stieglitzeck und zurück beträgt ca. 14 km, die Wanderzeit ca. 4 h - je nach Kondition.


Nationalpark-Rundwanderweg Warme Bode

Sichern Sie sich HIER Ihren kostenlosen Prospekt.